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Artikel außerhalb des Themenschwerpunkts

Vermittlung sprachlichen Handelns mit Literaturarbeit im DaF/DaZ Unterricht – Brechts „Mutter Courage und ihre Kinder“ aus Sicht der Funktionalen Pragmatik

Abstract

Dieser Artikel gibt einen ersten Einblick, wie die Funktionale Pragmatik im Zusammenhang mit literarischen Texten als Lehransatz am Beispiel für den DaF/DaZ-Unterricht genutzt werden kann. Die Funktionale Pragmatik ist von Konrad Ehlich und Jochen Rehbein zur Analyse des sprachlichen Handelns begründet worden und hält vielerlei Möglichkeiten zur vorteilhaften Nutzung im (deutschen) Fremdsprachenunterricht bereit. Am Beispiel des Dramas „Mutter Courage und ihre Kinder“ von Bertolt Brecht werden in diesem Artikel einige dieser Möglichkeiten aufgezeigt, sowie das Warum zur Anwendung der Funktionalen Pragmatik im (deutschen) Fremdsprachenunterricht dargelegt.

Teaching linguistic action with literary texts in classes for German as a foreign language- Brecht's "Mother Courage and her Children" from the perspective of the Functional Pragmatics
This article outlines how the Functional Pragmatic with literary texts can be used within classes of (German as) a foreign language. It shows what chances the Functional Pragmatic by Konrad Ehlich and Jochen Rehbein holds in this context, which was originally developed and used to analyze linguistic activities. This article gives a first insight in how the Functional Pragmatic can be used as a teaching approach in foreign language classes. It uses Bertolt Brecht’s piece „Mutter Courage und ihre Kinder“ to demonstrate what are some reasons for and chances of using the Functional Pragmatic within language classes. 

Keywords: Schlagwörter: Mutter Courage und ihre Kinder, Bertolt Brecht, Funktionale Pragmatik, literarische Texte, DaF/DaZ, Keywords: Mother Courage and her children, Functional Pragmatics, literary texts, German as a foreign language, Mutter Courage und ihre Kinder, Mother Courage and her children

How to Cite: Marzinzik, Samantha Joanna (2022):
Vermittlung sprachlichen Handelns mit Literaturarbeit im DaF/DaZ Unterricht – Brechts „Mutter Courage und ihre Kinder“ aus Sicht der Funktionalen Pragmatik.
Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht 27: 2, 267–284.
https://doi.org/10.48694/zif.3513

1 Einführung – Brecht und sein literarisches Schaffen

Werke von Bertolt Brecht zählen heute zur schulischen Pflichtlektüre. Mindestens mit einem seiner literarischen Stücke setzt sich jede Schülerin und jeder Schüler im Laufe der neunten bis dreizehnten Klasse auseinander. Brecht verbrachte viele Jahre im Exil, da er während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland politisch verfolgt wurde, und genießt heute einen Status als anerkannter Schriftsteller der zeitgenössischen, deutschen Literatur (vgl. Jackman 1979: 184–187). Sein Drama „Mutter Courage und ihre Kinder“ zählt zu einem seiner bekanntesten Werke (vgl. Murray 1986: 75) und es wurde vielfach analysiert und interpretiert. In diesem Artikel wird mit der Funktionalen Pragmatik (FP) eine neue Perspektive auf Brechts „Mutter Courage und ihre Kinder“ eingenommen. Intention ist hierbei nicht, vorhandene literaturwissenschaftliche Analysen und Interpretationen in Frage zu stellen, sondern vielmehr dazu anzuregen, klassische deutsche Literatur in den DaF/DaZ-Unterricht einzubinden mit dem Ziel, sprachliches Handeln im Zusammenhang gesellschaftlicher Fragestellungen zur Fremdsprachenvermittlung einzusetzen. Ob und wie die FP auch im literaturwissenschaftlichen Bereich zur Erkenntnisgewinnung genutzt werden kann, wird hier nicht diskutiert.

2 Literarische Texte und die Funktionale Pragmatik

Wie bereits an anderer Stelle (Marzinzik 2021) ausgeführt, betrachtet die FP Sprache als Werkzeug, welches der Organisation des gesellschaftlichen Daseins bzw. der Bearbeitung verschiedener, gesellschaftlich herausgebildeter Zwecke dient (vgl. Ehlich 1991/2007: 11). Im dort aufgeführten Zitat von Ehlich heißt es: „(…) the process of language acquisition is completed once the learner has acquired the ‘form of life’” (Ehlich 1981/2007b: 348). Sprache ist demnach eine „(…) Handlungsressource zur erfolgreichen Bearbeitung von Zwecken innerhalb eines gesellschaftlichen Apparats einer Sprechergemeinschaft (…)“ (Marzinzik 2021: 1), die es im Rahmen der Fremdsprachenvermittlung zu lehren bzw. sich als Lernende anzueignen gilt. Genau hierin begründet sich die Anwendung der FP auf literarische Texte.

Nach Müller ist die literarische Arbeit als eine Form des Verstehens, des Lesens und Kommunizierens zu betrachten (vgl. Müller 1998: 727; Müller-Preisert 2005: 90). Literarisch bzw. literarische Texte sowie die Arbeit mit diesen bilden damit eine Form des sprachlichen Handelns. Demnach kann hier die FP ansetzen. Eine funktional-pragmatische Betrachtung bzw. Analyse literarischer Texte kann Deutschlernenden Aufschluss über sprachliche Auffälligkeiten und Umsetzungen geben. Hiervon können sowohl deutsche Muttersprachler_innen, als auch Lernende von Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache profitieren. Besonders Lernende im Rahmen der deutschen Fremdsprachenvermittlung können an dieser Stelle einen literarischen „Brillenwechsel“ nicht nur auf kultureller Ebene (vgl. Müller 1998: 733–735), sondern auch auf sprachlicher Ebene vollziehen. Hier werden auf inhaltlicher Ebene seitens der Lernenden neue Erkenntnisse gewonnen. So füllen Lesende mögliche Wissenslücken beim Lesen literarischer Texte zunächst mit ihrem vorhandenen Wissen und ihren selbst gemachten Erfahrungen (vgl. Müller 1998: 729). Dieses Wissen und diese Erfahrungen entstammen ihrem durchlebten Sozialisationsprozess, woraus sich auch aus Sicht der FP Handlungs- und Deutungsmuster eines jeden Individuums einer Sprache ergeben (vgl. Ehlich 1984/2007: 55; Ehlich 1996/2007: 118; Müller 1998: 731). In literarischen Texten finden sich diese fremdsprachlichen Handlungs- und Deutungsmuster einer Sprache wieder, die sich in der Auseinandersetzung mit diesen Texten den Lesenden erschließen können (vgl. Dobstadt/Riedner 2011: 8). Dieser Erschließungsprozess kann durch die Betrachtung des literarischen Textes aus der Sicht der FP zusätzlich auf sprachlicher Ebene gefördert werden. Es wird den Lesenden das sprachliche Handeln im literarischen Text verdeutlicht, möglicherweise auch unter Berücksichtigung von dessen kontextuellen und entstehungsgeschichtlichen Parametern. Neben den bereits vorhandenen zahlreichen literaturwissenschaftlichen Analysen zum Aufbau, zur Struktur der literarischen Texte sowie aber auch zu entstehungsgeschichtlichen Aspekten u.v.m. kann die FP auf diese Texte angewendet Einblicke in das sprachliche Handeln innerhalb dieser geben. Im Folgenden soll deutlich werden, wie die FP sprachliche Handlungsstrukturen offenlegen kann und damit eine Grundlage zur Vermittlung des sprachlichen Handels im DaF/DaZ-Unterricht bieten kann.

2.1 Ebenen der Funktionalen Pragmatik

Um weiterführend die Betrachtung Brechts Dramas „Mutter Courage und ihre Kinder“ aus Sicht der FP nachvollziehen zu können, werden die Begrifflichkeiten der FP hier kurz eingeführt.

Grundlegend wird in der FP stets gefragt, was Sprechende mit dem, was sie sagen, ausdrücken wollen. Es wird nach der Funktion bzw. den Funktionen hinter den Äußerungen gefragt und demnach das sprachliche Handeln erfasst. Der Grundgedanke hierbei ist, dass mit sprachlichen Handlungen Handelnde die Wirklichkeit verändern können bzw. in diese eingreifen können (vgl. Ehlich 1979: 249)

Eine funktional-pragmatische Analyse kann auf verschiedenen Ebenen erfolgen: Darunter die Ebene der sprachlichen Handlungsmuster, der Illokutionen und Prozeduren. Sprachliche Handlungsmuster dienen „(…) zur Bewältigung wiederkehrender gesellschaftlicher Probleme in der Sprachgemeinschaft (…)“ (Bendel Larcher 2015: 23). Sie bilden „(…) feste Formen für Handlungen (…)“ (Ehlich 1979: 244; Hervorhebung im Original). So gibt es z.B. das Frage-Antwort-, das Begründen- und Erklärungsmuster. Je nach Sprechergemeinschaft können sich die Muster unterscheiden und natürlich in individuellen Sprechsituationen ebenfalls differenzieren.

Bei den Illokutionen, den Sprechakten, wird unterschieden zwischen den Assertiva, Quaestiva, Direktiva, Kommissiva, Deklarativa und Expressiva (vgl. Ehlich 1991/2007: 17; 1993/2007c: 219). Im Zweckbereich des Wissenstransfers befinden sich hier Assertiva und Quaestiva (vgl. Ehlich 1981/2007a: 76–77; 1993/2007e: 223–224; 1993/2007a: 226). Zum Füllen einer Wissenslücke bei den Sprechenden (S) werden Quaestiva genutzt, während Assertiva diese als Äußerung mit falschem oder wahrem Inhaltsgehalt füllen können (vgl. ebda.). So kann z.B. „Wer bist du?“ ein Quaestiv sein, wenn S der Name des Gegenübers unbekannt ist und dies wissen möchte/will, sprich hier eine Wissenslücke besteht. Diese kann mit der assertiven Äußerung „Ich bin Harry.“ gefüllt werden. Diese Aussage kann wahr oder auch falsch sein, sprich die Person kann wirklich Harry heißen oder einen falschen Namen vorgeben. Direktiva und Kommissiva dienen zur Handlungskoordination, während Deklarativa als Wissenskoordination fungieren (vgl. ebda.; Ehlich 1993/2007b: 226–227). Aufforderungen oder Bitten können z.B. Direktiva sein (vgl. ebda.). So kann es sich bei der Äußerung „Uff, ist das heiß hier.“ Je nach Situation durchaus um eine Aufforderung bzw. ein Direktiv handeln. Hörende (H) sollen sich aufgefordert fühlen, das Fenster zu öffnen und/oder die Heizung runterzudrehen. Bei einer Warnung, Drohung oder einer Vereinbarung kann es sich um Kommissiva handeln (vgl. ebda.). „Das wird Konsequenzen haben.“ ist ein Beispiel für ein Kommissiv. Hier wird sich auf die Zukunft bezogen bzw. ausgesagt, dass es in der Zukunft Konsequenz für die H geben wird. Mit Deklarativa bestimmen und/oder definieren S Sachverhalte (vgl. ebda.). „In der FP sprechen wir von Prozeduren, wenn es um die kleinste sprachliche Ebene geht.“ kann ein Beispiel für ein Deklarativ sein, da hier „Prozeduren“ zur Bezeichnung der kleinsten sprachlichen Ebene definiert werden. Expressiva drücken Empfindungen auf sprachlicher Ebene aus (vgl. ebda.). Diese Kategorie ist schwierig eindeutig zuzuordnen. Hierbei ist es entscheidend, auf sprachlicher Ebene eine Übertragung der von S ausgedrückten Emotionen auf H erkennen zu können. So können S z.B. ausdrücken, in Mathe eine Eins bekommen zu haben und dies mit Luftsprüngen und lauter Stimme zum Ausdruck zu bringen. Sobald dies bei den H gleiche oder ähnliche emotionale Reaktionen hervorruft, sie ebenfalls Luftsprünge machen und in den Jubel miteinstimmen, kann es sich bei der Äußerung, eine Eins in Mathe bekommen zu haben, durchaus um ein Expressiv handeln.

Bei den Prozeduren handelt es sich um die kleinste sprachliche Einheit in der FP (vgl. Ehlich 1993/2007d: 1). S setzen diese zur Verständigung bei H ein (vgl. ebda.). In der FP sind Prozeduren sprachliche Mittel zur Organisation des kommunikativen Umfelds (vgl. ebda.). Es gibt verschiedene Prozedurtypen, die unterschiedliche Handlungszwecke erfüllen, wie die expeditiven, deiktischen, symbolischen/nennenden, operativen und phorischen Prozeduren (vgl. ebda.). In der folgenden analytischen Betrachtung einiger Ausschnitte aus Brechts Drama „Mutter Courage und ihrer Kinder“ spielen v.a. die expeditiven, operativen und phorischen Prozeduren eine Rolle. Expeditive Prozeduren greifen in laufende Hörertätigkeiten ein (vgl. Ehlich 1994/2007: 91–92). S versuchen hier die Handlung H zu koordinieren (vgl. ebda.). In einer Unterhaltung kann z.B. geäußert werden, dass es morgen schneien soll und dass daher ein gemeinsamer Spaziergang der Gesprächsteilnehmenden ausgeschlossen ist. Eine Reaktion darauf kann wie folgt aussehen: „Ach quatsch, wir sind in Deutschland. Das kann ja nicht viel Schnee werden.“. Eine expeditive Prozedur im genannten Beispiel stellt „Ach quatsch“ dar. Den Spaziergang aufgrund der Schneevorhersage abzusagen, wird hiermit abgetan und es soll somit eine Motivation des Gegenübers zum Spazierengehen erfolgen bzw. diese/dieser dahingehend bewegt werden. Mit operativen Prozeduren bearbeiten S das Verstehen der H (vgl. ebda.). Operative Prozedur ist in o.g. Beispiel u.a. „ja“, da dies den Sachverhalt „es soll schneien“ bearbeitet, in diesem Beispiel abwertet, als nicht zu berücksichtigen abtut. Hier wird die Perzeption der H bestimmter Wissensbeständen durch S beeinflusst. Phorische Prozeduren dienen zur Markierung eines bereits eingeführten Fokus sowie dessen Beibehaltung (vgl. Ehlich 1982/2007: 130). Hierbei handelt es sich z.B. um Personalpronomen, wie er, sie oder es. Phorische Prozeduren stehen in ihrer Funktion im Gegensatz zu deiktischen Prozeduren, die eine „(…) Fokussierung der Aufmerksamkeit auf bisher vom Hörer nicht fokussierte Objekte (…)“ (ebda.) bewirken. Hierzu gehören u.a. ich, du, dieser, hier, da, usw.

Relevant für die hier in diesem Artikel folgende funktional-pragmatische Betrachtung sind ausschließlich die Ebenen der Illokutionen und Prozeduren. Auf die Rolle der Handlungsmuster im Rahmen der Betrachtung literarischer Texte wird im Fazit noch einmal eingegangen.

2.2 Anknüpfungspunkt der Funktionalen Pragmatik an Brechts Drama „Mutter Courage und ihre Kinder“

Je nach literarischem Text kann die FP jeweils einen anderen Anknüpfungspunkt finden bzw. auf unterschiedliche Art einen Beitrag zur Offenlegung des sprachlichen Handelns im literarischen Text für die Lesenden geben. So wurde bereits an anderer Stelle (Marzinzik 2021) die erzähltechnische Analyse eines Ausschnitts aus „Homo faber“ von Max Frisch mit der FP verknüpft. In diesem Beitrag steht das Drama „Mutter Courage und ihre Kinder“ von Bertolt Brecht im Fokus. Es gibt einen Ansatzpunkt für die FP, der sich zielführend zur Kompetenzförderung in der DaF/DaZ-Lehre einsetzen lässt. Ein Schlüsselaspekt hierbei bildet Brechts Verfremdungseffekt:

Er will nicht verzaubern, er will entzaubern. Seine Verfremdungskunst ist alles andere als angenehm, sie ist eine besondere boshafte Form der Ironie im ursprünglichen griechischen Wortsinn von eironeia, nämlich Kunst der Verstellung im Reden (Hein 1997: 37; Hervorhebungen im Original).

Der Verfremdungseffekt bietet in Brechts Drama „Mutter Courage und ihre Kinder“ einen gesellschaftlichen Anknüpfungspunkt, um sprachliche Realisierungen im literarischen Text an sich im Zuge gesellschaftlicher Einbettung als sprachliches Handeln mit der FP als Analysemethode erfassen zu können. Brecht hat mit „Mutter Courage und ihre Kinder“ damit das Theater revolutioniert (vgl. ebda.). Er wollte sein Publikum nicht mehr durch Mitgefühl mitreißen, sondern vielmehr damit aufwecken, auf Problematiken in der Gesellschaft aufmerksam machen und zum kritischen Hinterfragen animieren (vgl. ebda.; Hecht 1964: 165). Brechts Stücke waren damit höchst gesellschaftskritisch (vgl. Hein 1997: 37; Hecht 1964: 165; Murray 1986: 75). Er erhoffte sich mit dem Verfremdungseffekt in einzelnen Zuschauenden bzw. Lesenden politische und kulturelle Veränderungen anstoßen zu können (vgl. Hein 1997: 37; Hecht 1964: 165; Murray 1986: 75; Brecht 1967: 301). Vor allem mit seinem Drama „Mutter Courage und ihre Kinder“ beabsichtigte Brecht seine Umgebung vor möglichen Geschäften mit Hitler zu warnen (vgl. Brecht1953/1991: 271–273). Brecht verfasste 1938 sein Drama „Mutter Courage und ihre Kinder“ und befand sich zu dieser Zeit im schwedischen Exil, wo vereinzelt eine geschäftliche Kooperation mit Hitler befürwortet wurde (vgl. Brecht 1953/1991: 271). Die Umsetzung dieses Verfremdungseffekts gelang Brecht durch die Anwendung bestimmter Techniken (vgl. Brecht 1953/1991: 271; Hecht 1964: 112). Er bediente sich hierbei u.a. dem Handlungsverlauf, der Inszenierung (inkl. Requisiten, Bühnenbild usw.), der Personen, der Ausgestaltung ihrer Charaktere und auch ihrer Sprache (vgl. ebda.).

Einen Vorgang oder einen Charakter verfremden heißt zunächst einfach, dem Vorgang oder dem Charakter das Selbstverständliche, Einleuchtende zu nehmen und über ihn Staunen und Neugier zu erzeugen (…) Verfremden heißt also Historisieren, heißt Vorgänge und Personen als vergänglich darzustellen (Brecht 1967: 301).

Entscheidend ist hier im Zuge des Verfremdungseffektes, dass Lesende bzw. Zuschauende durch die Zwiespältigkeit der Charaktere des Stücks keine Möglichkeit der Mitgefühlempfindung bekommen. Lesende bzw. Zuschauende des Theaterstücks müssen sich aufgrund des Verfremdungseffektes distanzieren und sollen darüber einen gewissen Standpunkt der Objektivität einnehmen können. Während sich folglich das Theater zu Zeiten Brechts zuvor aus der Form, aus der Poetik heraus gestaltete, stand bei Brecht die Wirkung bzw. der Zweck im Vordergrund und o.g. Techniken zur Form waren ihm nur Mittel zum Zweck (vgl. ebda.). Dies ist hier der Anknüpfungspunkt für die FP. Die Frage lautet, wie setzt Brecht den Verfremdungseffekt in seinem Drama „Mutter Courage und ihre Kinder“ sprachlich um? Wie bereits oben erwähnt, geht es hier darum mit dem Verfremdungseffekt einen gesellschaftlichen Anknüpfungspunkt für eine funktional-pragmatische Analyse zu nutzen, um das daraus resultierende sprachliche Handeln zu erfassen und für den DaF/DaZ-Unterricht einzusetzen. Dieses Vorhaben will vielfältige, bereits vorhandene Analysen des Dramas „Mutter Courage und ihre Kinder“, sowie umfassende Studien der theoretischen Schriften Brechts nicht ersetzen oder in Frage stellen. Der Fokus liegt hier auf dem Erfassen des sprachlichen Handelns und Nutzung dessen für den DaF/DaZ-Unterricht. Daher stellt sich die Frage, wie der Verfremdungseffekt auf rein sprachlicher Handlungsebene realisiert wird.

3 Brechts „Mutter Courage und ihre Kinder“ aus Sicht der Funktionalen Pragmatik

Bei der Analyse rückt in dieser Untersuchung der Charakter der Mutter Courage, der Protagonistin, in den Fokus der Untersuchung. Brechts Drama „Mutter Courage und ihre Kinder“ erzählt von einer Mutter von drei Kindern, die mit ihrem Planwagen mitten im Krieg umherziehen (vgl. Brecht 1941/1958). Im Laufe des Dramas verliert Mutter Courage durch verschiedene Vorfälle ein Kind nach dem anderen. Ein zentraler Grund hierfür ist, dass Mutter Courage in ihrer Existenz sowie der ihrer Kinder vom Handel mit ihrem Planwagen abhängig ist und dadurch punktuell den Blick für ihre Kinder verliert. Sie steht stets im Zwiespalt zwischen ihrer Rolle als fürsorgliche Mutter und überaus verhandlungssichere Geschäftsfrau. Mutter Courage zeichnet sich durch ihre Überheblichkeit, Unbelehrbarkeit, ihre Härte, besserwisserische bzw. allwissende Ader sowie ihre bewusste Überordnung über alles und jeden aus (vgl. Hecht 1964: 109–110). Die daraus folgenden Handlungen und Reaktionen von Mutter Courage (bzw. ihrem sprachlichen Handeln) bewirken beim Publikum kritisches Hinterfragen im Sinne des Verfremdungseffekts. Doch wie realisiert Brecht dies auf sprachlicher Ebene? Hierzu werden folgend einige Redebeiträge Mutter Courages betrachtet:

Als alleinerziehende Mutter befindet sich Mutter Courage vereinzelt in Begleitung von einem Feldprediger, der seine Identität als Prediger zum Schutz seines Lebens vor dem Kriegsfeind verstecken muss. Mutter Courage bietet ihm Zuflucht unter der Bedingung seiner Mithilfe im Handel. In Szene drei äußert der Charakter des Feldpredigers Mutter Courage gegenüber, dass der Krieg verloren ist und sie besiegt sind. Mutter Courages Reaktion darauf ist wie folgt:

Wer ist besiegt? Die Sieg und Niederlagen der Großkopfigen oben und der von unten fallen nämlich nicht immer zusammen, durchaus nicht. Es gibt sogar Fälle, wo die Niederlage für die Untern eigentlich ein Gewinn ist für sie. Die Ehr ist verloren, aber nix sonst. Ich erinner mich, einmal im Livländischen hat unser Feldhauptmann solche Dresche vom Feind eingesteckt, daß ich in der Verwirrung sogar einen Schimmel aus der Bagage gekriegt hab, der hat mir den Wagen sieben Monat lang gezogen, bis wir gesiegt haben und Revision war. Im allgemeinen kann man sagen, dass uns gemeinen Leuten Sieg und Niederlag teuer zu stehen kommen. Das beste für uns ist, wenn die Politik nicht recht vom Fleck kommt. Zu Schweizerkas: Iß! (Brecht 1941/1958: 34; Hervorhebung im Original).

Aus Sicht der FP lässt sich dieser Ausschnitt folgendermaßen betrachten: Mutter Courage leitet ihren Redebeitrag mit „Wer ist besiegt?“ ein. Man könnte zunächst annehmen, dass es sich hier um ein Quaestiv handelt. Allerdings liegt hier keine Wissenslücke seitens Mutter Courage vor. Sie weiß sehr wohl, wer den Krieg verloren hat. Sie nutzt diese Äußerung als Direktiv bzw. zur Lenkung ihres Gegenübers, dem Feldprediger, genau genommen zur Festigung ihrer außersprachlichen Wirklichkeit. Bereits in den obigen Ausführungen zum Charakter von Mutter Courage sowie auch im Laufe des Gesamtwerkes wird deutlich, dass sie sich ihre Welt stets zum Eigenvorteil bzw. zum eigenen wirtschaftlichen, finanziellen Profit zurechtdreht oder es zumindest versucht. Mit „Wer ist besiegt?“ in der Funktion eines Direktivs greift sie fortlaufend die Äußerung des Feldpredigers, besiegt zu sein, auf und entmachtet diese. Sie setzt dies durch Deklarativa um, auf die sie weiterführend genauer eingeht. Sie führt aus, dass eine Niederlage für das Bürgertum auch ein Gewinn sein kann und außer der Ehre zunächst „nix sonst“ verloren ist. Bei ihrer letzten Äußerung handelt es sich um eine expeditive Prozedur, denn sie spielt den Verlust und damit den Wert der Ehre herunter bzw. stellt dessen Verlust als etwas Annehmbares dar. Sie untermauert diese deklarativen Äußerungen mit Assertiva bzw. Aussagen, die wahr oder falsch sein können. Sie beruft sich auf ihr eigenes Leben und skizziert ein eigenes Erlebnis aus einem vergangenen Krieg. In diesem Beispiel hat sie mit der Landesniederlage des Krieges ein Pferd gewonnen und mit dem darauffolgenden Landesgewinn dieses auch wieder verloren. Fortlaufend zieht sie ein Fazit daraus und deklariert dies wieder als Tatsache. Ihren Redebeitrag beendet sie mit einem Direktiv „Iß!“. Diese Aufforderung richtet sie an ihren Sohn Schweizerkas. Auch die folgende Textstelle gibt einen genaueren Einblick in das sprachliche Handeln Mutter Courages, welches Brecht zur Umsetzung des Verfremdungseffektes auf der sprachlichen Ebene nutzt. Ebenfalls in Szene drei äußert sich Mutter Courage zu ihren Verhandlungen über den Verkauf ihres Wagens, um ihren Sohn Schweizerkas zu retten bzw. ihn vor seinem Todesurteil zu bewahren.

Damit hab ich nicht gerechnet. Du brauchst nicht drängen, du kommst schon zum Wagen, er ist schon weg, ich hab ihn siebzehn Jahr gehabt. Ich muß nur ein Augenblick überlegen, es kommt ein bissel schnell, was mach ich, zweihundert kann ich nicht geben, du hättest doch abhandeln solln. Etwas muß ich in der Hand haben, sonst kommt mich jeder Beliebige in den Straßengraben schubsen. Geh und sag, ich geb hundertzwanzig Gulden, sonst wird nix draus, da verlier ich auch schon den Wagen (Brecht 1941/1958: 45).

Diese Stelle lässt zunächst auf eine liebvolle Seite Mutter Courages hoffen. Mit ihrer assertiven Äußerung „Damit hab ich nicht gerechnet.“ kann eine folgende Resignation bzw. Verzweiflung angenommen werden. Mit ihrer folgenden Äußerung „Du brauchst nicht drängen, du kommst schon zum Wagen (…)“distanziert sie sich von jeglichen expressiven Äußerungen, die nach ihrer vorherigen Aussage seitens der Lesenden erwartet werden können. Es handelt sich hierbei im funktional-pragmatischen Sinne um eine operative Prozedur, die sie zur Wiedererlangung der Kontrolle über die Situation nutzt. Mutter Courage positioniert sich selbst an dieser Stelle wieder als führendes Glied in den Preisverhandlungen über ihren Wagen zur Rettung ihres Sohnes. Ihre bisher präsentierte „(…) geschäftsmäßige Nüchternheit“ (Hein 1997: 68) ist damit wieder hergestellt. Gleichzeitig handelt es sich bei dieser Äußerung um ein Kommissiv bzw. ein Versprechen, dass ihr Verhandlungspartner Yvette den Wagen auf jeden Fall bekommen wird. Ihre hier getroffene Aussage ist, dass das Geschäft bzw. die Verhandlung weiterhin Bestand hat, unabhängig von jeglichen emotionalen Verwicklungen von Mutter Courage bezüglich Ihres Sohnes Schweizerkas. Auch ihre folgende Äußerung spiegelt ihren persönlichen Grad zwischen emotionaler Involviertheit gegenüber ihrer Geschäftstüchtigkeit wider: „Ich muß nur einen Augenblick überlegen, es kommt ein bissel schnell (…)“. Auf der einen Seite wird hier die expeditive Prozedur deutlich, mit der Aufforderung ihr kurz einen Moment zum Nachdenken zu geben. Mit „(…) es kommt ein bissel schnell (…)“wird wieder ihre emotionale Verwicklung und eigentliche Hilflosigkeit, wie sie ihren Sohn nun retten kann, deutlich. Im Folgenden wägt Mutter Courage mit ihrer „(…) geschäftsmäßige(n) Nüchternheit“ (Hein 1997: 68) ab, welchen Preis sie für ihren Wagen geben kann und welche Folgen ein Verkauf zu so einem Preis in wirtschaftlicher und persönlicher Hinsicht für sie haben kann. Dazwischen beschuldigt Mutter Courage ihre Verhandlungspartnerin bzw. -mittlerin Yvette: „(…) du hättest doch abhandeln solln.“. Mutter Courage nutzt dieses Direktiv hier, um sich wieder in der Rolle der führenden Verhandlerin zu positionieren und die Schuld für ein mögliches Scheitern dieser Verhandlung von sich zu weisen. Kurzum: Sie selbst versucht damit zu verdeutlichen, dass ihre emotionale Befangenheit innerhalb dieser Verhandlungen keinen Einfluss auf diese haben und sie ihre Professionalität und Überlegenheit wahrt. Wie auch in dem vorher betrachteten Redebeitrag von Mutter Courage, beendet sie das Ganze mit einer Handlungsaufforderung an Yvette, loszulaufen und den Verkauf des Wagens abzuschließen.

Mit folgender Textstelle wird ein weiterer funktional-pragmatischer Einblick in das sprachliche Handeln Mutter Courages gegeben. In der vorausgegangenen Szene fünf dieses Ausschnitts ist der Feldhauptmann im Krieg gefallen. Nun äußert sich Mutter Courage zu Beginn der Szene sechs zu dem tragischen Fall des Feldhauptmannes wie folgt:

Schad um den Feldhauptmann – zweiundzwanzig Paar von die Socken –, daß er gefalln ist, heißt es, war ein Unglücksfall. Es war Nebel auf der Wiesen, der war schuld. Der Feldhauptmann hat noch einem Regiment zugerufen, sie solln todesmutig kämpfen, und ist zurückgeritten, in dem Nebel hat er sich aber in der Richtung geirrt, so daß er nach vorn war und er mitten in der Schlacht eine Kugel erwischt hat – nur noch vier Windlichter zurück. Von hinten ein Pfiff. Sie geht zum Ausschank. Eine Schand, dass ihr euch vom Begräbnis von eurem toten Feldhauptmann drückt! Sie schenkt aus (Brecht 1941/1958: 56; Hervorhebung im Original).

Mutter Courages Beginn mit „Schad um den Feldhauptmann (…)“ deutet erneut eine expressive Prozedur an. Es erscheint, als ob Mutter Courage im Folgenden Mitgefühl ausdrücken will. Doch diese Annahme wird umgehend zerschlagen mit dem anschließenden Direktiv „(…) zweiundzwanzig Paar von die Socken (…)“ an ihre Tochter Katrin. Katrin und Mutter Courage vollziehen in der hier betrachteten Situation die Inventur ihres Planwagens parallel zum Ausschank für die Soldaten. Mutter Courage gibt Katrin als Schreiberin mit ihrem Direktiv die Anweisung, die Stückzahl zweiundzwanzig für die Socken festzuhalten. Diese Handlungsaufforderung wird hier erneut genutzt, um Mutter Courages Geschäftstüchtigkeit frei von jeglicher Emotionalität hervorzuheben. Obwohl sie nachkommend auf den Fall des Feldhauptmannes zurückkommt, distanziert sie sich hiervon emotional. Sprachlich gelingt dies durch die operative Prozedur „(…) heißt es (…)“. Es wird hiermit deutlich, dass Mutter Courage die Geschehnisse rund um den Tod des Feldhauptmannes nur anhand des Gesagten des Fußvolkes repliziert. Es folgen genauere Schilderungen, wie es zum Niedergang des Feldhauptmannes kam. An dem Punkt, dass „(…) er mitten in der Schlacht eine Kugel erwischt hat (…)“, können Lesende erneut Emotionalität seitens Mutter Courages annehmen. Doch auch hier interveniert wieder ihre Geschäftstüchtigkeit bzw. die direktive Äußerung an Katrin „(…) vier Windlichter (…)“ für die Inventur zu notieren. Von jeglicher Emotionalität wird sich damit distanziert. Auffällig ist hier auch die Konstruktion der Äußerung mit der phorischen Prozedur „er“ anstatt „ihn hat mitten in der Schlacht eine Kugel erwischt“. Die Konstruktion der Äußerung mit der phorischen Prozedur „er“ kann eine indirekte Schuldzuweisung implizieren, denn ‚der Feldhauptmann hat die Kugel erwischt‘ und nicht ‚die Kugel hat den Feldhauptmann erwischt. Auch auf diesem Wege distanziert sich Mutter Courage von jeglicher Emotionalität, da sie mit dieser Äußerungskonstruktion das Geschehen nicht als Tragödie und Unglücksfall sieht, sondern dem Feldhauptmann ein Selbstverschulden zuweist. Mutter Courage wird nachfolgend durch den Pfiff eines Soldaten zum Ausschank gefordert. Sie äußert sich diesem Gegenüber mit einer Beschuldigung, das Trinken und Besaufen der zeitgleichen Beerdigung ihres Feldhauptmannes vorzuziehen. Diese Äußerung fungiert hier als operative Prozedur. Mutter Courage schließt sich selbst mit den phorischen Prozeduren „(…) ihr euch (…)“ der Verpflichtung, an der Andacht für den gefallenen Feldhauptmann teilzunehmen, aus. Es sollen sich die Soldaten schämen, aber nicht Mutter Courage selbst. Es wird hier ihre Überheblichkeit deutlich. Gleichzeitig rückt ihr wirtschaftlicher Eigenvorteil von Neuem in den Fokus. Denn anstatt für ihre vorgegebene Meinung einzustehen und der Möglichkeit des Besäufnisses der Soldaten durch einen Stopp des Ausschanks ein Ende zu setzen, schlägt sie Profit daraus. Weiter in Szene sechs äußert der Feldprediger seine Bewunderung für Mutter Courage. Er bestätigt ihr, dass er an ihrem konsequenten Handeln nachvollziehen kann, warum man sie Courage nennt. Mutter Courage reagiert darauf wie folgt:

Die armen Leut brauchen Courage. Warum, sie sind verloren. Schon daß sie aufstehen in der Früh, dazu gehört was in ihrer Lag. Oder daß sie einen Acker umpflügen, und im Krieg! Schon daß sie Kinder in die Welt setzen, zeigt, daß sie Courage haben, denn sie haben keine Aussicht. Sie müssen einander den Henker machen und sich gegenseitig abschlachten, wenn sie einander da ins Gesicht schaun wolln, das braucht wohl Courage. Daß sie einen Kaiser, einen Papst dulden, das beweist eine unheimliche Courage, denn sie kosten ihnen das Leben. Sie setzt sich nieder, zieht eine kleine Pfeife aus der Tasche und raucht. Sie könnten ein bissel Kleinholz machen (Brecht 1941/1958: 60; Hervorhebung im Original).

Gleich zu Beginn ihrer Äußerung definiert sie die folgende phorische Prozedur „sie“, die in Mutter Courages Reaktion immerzu genutzt wird. „Die armen Leut (…)“ verdeutlicht, dass Mutter Courage sich selbst nicht zu den armen Leuten zählt und sie deklariert damit folglich auch Courage nicht nötig zu haben. Sie verneint damit zugleich die vorausgegangenen Schmeicheleien des Feldpredigers und lehnt jegliche Annährungsversuche seinerseits sowie damit verbundene Emotionen ab. Gefolgt von diesem Direktiv findet sich die operative Prozedur „Warum (…)“. Jeglichen Fragen, Argumentationen und Diskussionen, die sich nach ihrem vorherigen Direktiv ergeben könnten, werden damit keinen Raum gegeben. Dem Feldprediger als ihrem Gegenüber wird somit jegliches Intervenieren in ihre sprachliche Handlung untersagt. Zugleich findet mit dieser Rechtfertigung eine erneute Abgrenzung Mutter Courages gegenüber den armen Leuten statt, denn laut der Aussage ist sie im Vergleich nicht verloren. In nachfolgenden Assertiva wird mehrfach „sie“ mit Bezug zu den eingangs armen Leuten genutzt. Diese phorische Prozedur grenzt Mutter Courage deutlich von der Gruppe der armen Menschen ab. Die Assertiva legen das Verlorensein der armen Leute genauer dar. Ironie ist hierbei, dass Mutter Courage ihren Ausführungen zufolge selbst zu der Gruppe der armen Menschen gehört. Sie pflügt zwar keinen Acker um und muss nicht im Krieg kämpfen, aber hat sehr wohl selbst Kinder ohne Aussichten, muss vermutlich früh aufstehen und duldet Kaiser und Papst ebenfalls. Mutter Courages Äußerung endet mit einer Handlungsaufforderung an den Feldprediger, Holz zu hacken.

Auch in dem letzten hier betrachteten Ausschnitt ist eine systematische Struktur in der sprachlichen Umsetzung des Verfremdungseffekts in den Äußerungen Mutter Courages erkennbar. Im Folgenden in Szene sechs macht der Feldprediger Mutter Courage gegenüber Anspielungen ihre Beziehung zueinander vertiefen zu wollen. Mutter Courages Reaktion ist wie folgt:

Feldprediger, seien Sie gescheit. Sie sind mir sympathisch, ich möchte Ihnen nicht den Kopf waschen müssen. Auf was ich aus bin, ist, mich und meine Kinder durchbringen mit meinem Wagen. Ich betracht ihn nicht als mein, und ich hab auch jetzt keinen Kopf für Privatgeschichten. Eben jetzt geh ich ein Risiko ein mit Einkaufen, wo der Feldhauptmann gefalln ist und alles vom Frieden redet. Wo wolln Sie hin, wenn ich runiert bin? Sehen Sie, das wissen Sie nicht. Hacken Sie uns das Brennholz, dann haben wir abends warm, das ist schon viel in diese Zeiten. Was ist das? Sie steht auf. Herein Katrin, atemlos, mit einer Wunde über Stirn und Auge. Sie schleppt allerlei Sachen, Pakete, Lederzeug, eine Trommel usw. (Brecht 1941/1958: 63; Hervorhebung im Original).

Gleich zu Beginn mit „(…) seien Sie gescheit“ fordert Mutter Courage den Feldprediger auf, Vernunft anzunehmen und das seinerseits angesprochene Beziehungsthema sein zu lassen. Mit diesem Direktiv distanziert sich Mutter Courage von jeglicher Emotionalität bzw. steigt auf jegliche kommunizierten Gefühle seitens des Feldpredigers nicht ein. „Sie sind mir sympathisch (…)“ im Folgenden lässt eine expressive Illokution vermuten, jedoch ist dies im Zusammenhang des vorherigen Direktivs und des folgenden Kommissivs nur ein Deklarativ. Im selben Zug droht Mutter Courage dem Feldprediger bzw. warnt ihn damit, Vernunft anzunehmen, bevor sie ihm Vernunft lehrt. Mutter Courages Äußerung bewegt sich weiterführend in einer expressiven Prozedur, da sie äußert, ihre „(…) Kinder durchzubringen (…)“. Allerdings handelt es sich hierbei auf illokutiver Ebene auch um ein Kommissiv, denn Mutter Courage legt hiermit die Ausrichtung ihrer zukünftigen Handlungen auf das Durchbringen ihrer Kinder fest. Gefolgt von einer deklarativen Festlegung, dass sie ihren Planwagen nicht als ihr Eigentum betrachtet und auch keine Zeit für jegliche Beziehungsgeschichten hat, distanziert sie sich erneut von jeglicher Emotionalität. Sie scheint vielmehr durch die Erwähnung des Planwagens und allgemeiner Privatgeschichten in einem Atemzug in einem Deklarativ diese gesamte Beziehungsthematik auf eine geschäftliche Ebene zu bringen. Sie untermauert dieses Deklarativ durch ihre folgende assertive Aussage, die das risikobehaftete Einkaufen von Waren durch den Tod des Feldhauptmanns beinhaltet. Um jegliche Angriffsfläche bzw. Gegenargumentationen des Feldpredigers zu unterbinden, bedient sie sich im Folgenden eines Direktivs. Es handelt sich hierbei nicht um ein Quaestiv. Mutter Courage ist sich durchaus bewusst, dass es auf diese Frage keine Antwort gibt bzw. der Feldprediger mit dem Ruin der Mutter Courage nirgendwohin kann. Das bestätigt sie auch selbst mit ihrem folgenden Deklarativ, dass der Feldprediger diese Frage nicht beantworten kann. Abschließend wird wieder ein Direktiv verwendet, in dem Mutter Courage den Feldprediger zum Holzhacken auffordert. Damit schließt sie das Thema komplett ab und beendet jegliche weitere Unterhaltungen zur Beziehungsthematik. Ein Schlüsselaspekt bildet nachfolgend die Äußerung „Was ist das?“. Hierbei handelt es sich um ein Quaestiv, da Mutter Courage nicht sofort erkennt, wer da kommt, und sie nicht weiß, was ihrer Tochter widerfahren ist. Ihre Tochter Katrin ist an dieser Stelle das Einzige von drei Kindern, das ihr noch geblieben ist. Es stellt sich hier ein Wendepunkt ein, da nun im Folgenden auch das Leben ihres dritten Kindes zerstört ist.

4 Resultate zu Brechts „Mutter Courage und ihre Kinder“ aus Sicht der Funktionalen Pragmatik

Die zentrale Frage ist, wie setzt Brecht den Verfremdungseffekt in seinem Drama „Mutter Courage und ihre Kinder“ sprachlich um? Hierfür sind fünf Redebeiträge der Protagonistin Mutter Courage aus dem literarischen Text betrachtet worden. Darunter hat sich Mutter Courage einmal zur aktuellen Kriegslage geäußert und ihre eigene Einschätzung bzw. Sichtweise dazu gegeben. Aus einem Abschnitt wurde ersichtlich, wie sie um das (Über-) Leben ihres Sohnes handelte. In einer anderen Szene hat sie sich zum Tod des Feldhauptmanns kundgetan. In den letzten beiden Ausschnitten hat sich Mutter Courage gegen die emotionalen Annährungen des Feldpredigers ausgesprochen. Allen betrachteten Ausschnitten gemeinsam ist ein schematischer Aufbau der sprachlichen Äußerungen Mutter Courages. Zum einen werden all diese Redebeiträge immer mit einer an jemand anderen gerichteten Handlungsaufforderung, beendet. Sie unterbindet damit jegliche weitere fortführende Diskussion zu dem jeweiligen Thema. Operative Prozeduren werden vereinzelt genutzt, um Direktiva abzuschließen und damit die charakterliche Härte, Unbelehrbarkeit und Unnahbarkeit Mutter Courages „geschäftsmäßiger Nüchternheit“ (Hein 1997: 68) auf sprachlicher Ebene darzustellen. Direktiva positionieren Mutter Courage über alles und jeden mit ihrer besserwisserischen, allwissenden Art und distanzieren sie damit von jeglicher Emotionalität. Assertiva werden in Mutter Courages Rede ausschließlich zur Untermauerung und Stärkung von geäußerten Deklarativa genutzt. Durch diese sprachlichen Mittel zur Verdeutlichung der Charaktereigenschaften Mutter Courages setzt Brecht seinen Verfremdungseffekt auf sprachlicher Ebene im Drama „Mutter Courage und ihre Kinder“ um.

5 Fazit – Chancen der Funktionalen Pragmatik im Fremdsprachenunterricht

Anstatt im DaF/DaZ Unterricht ausschließlich systematische Betrachtungen grammatikalischer Phänomene des Deutschen vorzunehmen, kann (darüber hinaus) im Zuge der FP das sprachliche Handeln an sich mit den Lernenden erfasst werden. Wie bereits zu Beginn dieses Artikels erwähnt, ist nach Ehlich „the process of language acquisition (is) completed once the learner has acquired the “form of life”.” (Ehlich 1981/2007b: 348). Ehlich zufolge sind Lernende einer Fremdsprache dieser erst mächtig, wenn sie ihr sprachliches Handeln erlernt bzw. internalisiert haben. Die Betrachtung literarischer Texte aus der Sicht der FP mit den Lernenden des DaF/DaZ-Unterrichts bietet die Chance, eine weitere Perspektive auf die deutsche Sprache einzunehmen. Der Blick der Lernenden wird auf Funktionen der Sprache bzw. auf das sprachliche Handeln gelenkt, so dass eine Vielzahl von Ebenen der (deutschen) Sprache innerhalb des sprachlichen Handelns verdeutlicht und vermittelt werden können. So wird z.B. nicht allein auf grammatikalischer Ebene ‚sie‘ als Personalpronomen, stellvertretend jemand anderen repräsentierend, gelehrt, sondern die funktionale Konsequenz der Nutzung dessen hinterfragt. So wurde in diesem Artikel in einem der Redebeiträge Mutter Courages „sie“ als phorische Prozedur für „die armen Leut“ genutzt. Funktionale Konsequenzen, die sich hier aus der Nutzung dieser phorischen Prozedur ergeben, sind u.a. die Distanzierung Mutter Courages selbst von der Gruppe der „armen Leut“, wie aber parallel auch eine vehemente Ablehnung ihrer unvermeidlichen Realität. Mutter Courage gehört durchaus selbst zu den „armen Leut“, sieht sich selbst aber nicht dazugehörend. Ein weiteres Beispiel ist die verwendete phorische Prozedur „er“ im dritten hier im Artikel aufgeführten Textausschnitt. So kann an dieser Stelle der sprachliche Handlungsunterschied zwischen der Verwendung der phorischen Prozeduren „er“ und „ihn“ den DaF/DaZ Lernenden verdeutlicht werden. Mit der FP können auf diese Weise solche und weitere Kontexte erarbeitet bzw. das sprachliche Handeln unter die Lupe genommen werden. Es erfolgt damit keine (ausschließliche) Betrachtung und Vermittlung isoliert grammatikalischer Einheiten des Deutschen, sondern eine Einordnung und Untersuchung dieser im Gesamtbild des sprachlichen Handelns. Die zentrale Frage ist hier übergreifend: Was passiert hier eigentlich, indem die S sich äußern?

Im Speziellen, bezogen auf das Drama „Mutter Courage und ihre Kinder“ kann die hier beispielhaft erfolgte Betrachtung der Sprache durch die FP auf verschiedenen Etappen erfolgen (siehe Abbildung 1): So kann, wie bereits eben oben erwähnt, ein isolierter Bereich der Verdeutlichung des Charakters von Mutter Courage auf sprachlicher Ebene erarbeitet werden. Es kann dann ein Schritt weiter gegangen werden und die sprachliche Verstärkung des Charakters von Mutter Courage im Kontext der sprachlichen Umsetzung des Verfremdungseffektes betrachtet werden. So kann mit den Lernenden des DaF/DaZ-Unterrichts die Frage beantwortet werden, wie Brecht in bzw. durch die Protagonistin Mutter Courage den Verfremdungseffekt auf sprachlicher Ebene in dem Drama „Mutter Courage und ihre Kinder“ umsetzt. In einem weiteren Schritt kann der entstehungsgeschichtliche Kontext des literarischen Texts mit einbezogen werden. Es können hier die Wirkung des Verfremdungseffektes auf sprachlicher Ebene sowie Parallelen im Vergleich zu Brechts Intentionen und damaligen Gegebenheiten des deutschen Nationalsozialismus diskutiert werden. Hier können Fragen erarbeitet bzw. diskutiert werden wie: Erfüllt der Verfremdungseffekt seinen Zweck? Oder verfehlt seine Wirkung diesen? In Hinblick auf den geschichtlichen Kontext damaliger Gegebenheiten, unter denen Brecht dieses Drama verfasste und veröffentlichte, erfüllt dieser literarische Text seine gewünschte Intention des kritischen Hinterfragens? Wenn ja, wie genau bzw. woran ist das (im literarischen Text) festzumachen?

Abb. 1: Etappen der Betrachtung der sprachlichen Ebene eines literarischen Textes durch die FP am Beispiel Brechts Drama „Mutter Courage und ihre Kinder“

Je nach Niveaustufe der Lernenden kann auf ein Höhersteigen in den Etappen verzichtet werden. Mit fortgeschrittenen Lernenden ab dem B1 Niveau nach dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen (GER) könnten durchaus schon die Fragen und Perspektiven der Etappen zwei und drei behandelt werden. Auch das Drama „Mutter Courage und ihre Kinder“ eignet sich für Lernende ab dem B1 Niveau.

Weitere enorme Vorteile der Bearbeitung literarischer Texte mit der FP im DaF/DaZ-Unterricht ist der Anstoß der Lernenden zur Äußerung ihrer eigenen Meinungen und Ansichten. Wie bereits zu Beginn des Artikels ausgeführt nutzen Lesende für ihren Verstehensprozess zunächst ihr eigenes Wissen und ihre eigenen Erfahrungen, die aus ihrem erfahrenen Sozialisationsprozess heraus entstanden sind. Im Zuge der funktional-pragmatischen Betrachtung des sprachlichen Handelns im literarischen Text werden den Lesenden bzw. Deutschlernenden neue Deutungs- und Handlungsmuster offenbart und diese mit ihrem eigenen Wissen sowie ihren eigenen Erfahrungen verknüpft. Dies kann z.B. bei den Lernenden im Sinne eines Vergleichs erfolgen. So kann im Rahmen des Austauschs zur Betrachtung des literarischen Textes durch die FP dieser Vergleich verbalisiert werden. Es kann im Austausch selbst bzw. dadurch ein Reflexionsprozess bei den Lernenden auf rein sprachlicher und/oder inhaltlicher Ebene angestoßen werden. Lernende werden nicht nur zur Reflexion und/oder Gegenüberstellung ihres vorhandenen Wissens und neuen Wissens motiviert, sondern auch zum kontinuierlichen Sprechen angeregt. Sie sind in diesem Sinne zudem gefordert, eigene Ideen frei und unvorbereitet zum Ausdruck zu bringen und somit ihre eigenen Möglichkeiten des sprachlichen Handelns in der Fremdsprache Deutsch zu entdecken. Solch ein Austausch fördert darüber hinaus die Vermittlung komplexer Handlungsmuster (z.B. das Begründen- und Erklären-Muster), wodurch Abläufe dieser Muster bewusst gemacht werden und praktisch angeeignet werden können.

Dieser Artikel repliziert nur einen Ausschnitt der Chancen und ersten Möglichkeiten im DaF/DaZ Unterricht in der Arbeit mit literarischen Texten und der FP. Es ist darüber hinaus zu abzuwägen, inwiefern sich ein Einsatz literarischer Texte und der FP im jeweiligen Unterrichtskontext (je nach Zielgruppe, Kompetenzziel usw.) eignet. Zudem sind die hier dargestellten Möglichkeiten nur am Beispiel des Dramas „Mutter Courage und ihre Kinder“ aufgezeigt. Je nach Niveaustufe der Deutschlernenden lassen sich unterschiedliche literarische Texte im Zuge der FP verwenden. Es steht jedoch außer Zweifel, dass die FP sich im Zusammenhang mit literarischen Texten als Lehransatz zur Vermittlung sprachlichen Handelns für den DaF/DaZ Unterricht zielführend und vorteilsbringend für die Lernenden und ihre fremdsprachlichen Kompetenzen in Deutsch einsetzen lässt.

Literatur

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Kurzbio

Samantha Joanna Marzinzik ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Interkulturelle Kommunikation an der Universität Hildesheim sowie darüber hinaus seit 2015 als DaF/DaZ-Lehrkraft tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Funktionale Pragmatik (FP), vor allem deren Einsatz im DaF/DaZ-Unterricht, sowie Interkulturelles Lernen und die Vermittlung von Fremdsprachen durch literarische Texte.

Anschrift:

Samantha Joanna Marzinzik

Institut für Interkulturelle Kommunikation

Universität Hildesheim, Lübecker Str. 3, 31141 Hildesheim

marzinzik@uni-hildesheim.de

Authors

  • Samantha Joanna Marzinzik (Institute of Intercultural Communication)

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