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Praxisbericht

Das jüdische Wien im 20. Jahrhundert. Ein interdisziplinäres und interkulturelles Projekt

Abstract

Der vorliegende Beitrag berichtet über das interdisziplinäre Projekt ‚Das jüdische Wien im 20. Jahrhundert‘ an der Università degli Studi di Udine/Italien, dessen zentrales Element eine einwöchige Studienreise nach Wien war. Dargestellt werden die inhaltlichen und didaktischen Dimensionen der verschiedenen Projektkomponenten unter besonderer Berücksichtigung aller mit der Studienreise direkt in Zusammenhang stehenden Aspekte sowie der Ergebnisse hinsichtlich Verarbeitungstiefe und Nachhaltigkeit des Erfahrenen bei den Teilnehmenden.

Jewish Vienna in the 20th Century. An intercultural and interdisciplinary Project
This article deals with the interdisciplinary project ‘Jewish Vienna in the 20th Cebtury‘ at the University of Udine/Italy, in which a central element was a one-week study trip to Vienna. The focus is on the one hand on the content-related and didactic dimensions of the two courses in German Linguistics and Austrian Literature well as the specific preparatory meetings for the study trip, and on the other hand on the results of the project activities conserning the depth of processing and sustainability of what was experienced by the participants.

Keywords: Jüdisches Wien, Erinnerung und heutiges Leben, Diskurs, Österreichische Literatur, Studienreise, Nachhaltigkeit, Jewish Vienna, Remembrance, Study Trip, Austrian Literature, Sustainability

How to Cite: Kuri, Sonja (2022):
Das jüdische Wien im 20. Jahrhundert. Ein interdisziplinäres und interkulturelles Projekt.
Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht 27: 2, 347–361.
https://doi.org/10.48694/zif.3398

1 Einleitung

Vom 22. bis 29. April 2018 unternahmen Lehrende und Deutsch-Studierende des Master-Studiengangs Lingue e letterature europee ed extraeuropee der Universität Udine/Italien eine Studienreise zum Thema Das jüdische Wien im 20. Jahrhundert. Insgesamt waren es 17 Frauen, die sich auf diese Herausforderung eingelassen hatten: dreizehn Studentinnen, zwei Sprachlektorinnen und zwei Dozentinnen. Um eine Herausforderung handelte es sich insofern, als dass die Lehrenden nicht davon ausgehen konnten, dass es den Studierenden von vorneherein ein Anliegen ist, das Thema der Shoah einmal von einer ganz anderen Seite anzugehen und darüber hinaus Einblick zu bekommen in heutige Lebensbedingungen jüdischen Lebens, denn „[w]ir sind mehr als die Shoah“ reklamieren Sashi Turkof und Mark Napadenski in einer Reportage der Kleinen Zeitung anlässlich des Holocaust-Gedenktages 2022 (Melichar 2022: 6–7), in der sie auch über ihre Zugehörigkeit und ihr Lebensgefühl in der Stadt sprechen. Es ging uns also darum, unsere Studierenden mit einem Thema zu konfrontieren, das uns alle betrifft, wie es die jüngsten Ereignisse – so u.a. das Attentat im jüdischen Viertel Wiens am 2. November 2020 und die Strategie der Täter-Opfer-Umkehr im Russland-Ukraine-Krieg – wieder überdeutlich und schmerzlich zeigen. Darüber hinaus kann der Antisemitismus, wie Benz (2016: 247) schreibt, „aufgrund seiner langen Existenz und seiner vielfältigen Erscheinungsweisen als das exemplarische Phänomen für die Erforschung von Gruppenkonflikten und sozialen Vorurteilen genutzt werden“, also können Erkenntnisse auch auf die derzeitigen Migrationsprozesse mit der einhergehenden Neuformierung von Gesellschaften sowie den gesellschaftspolitischen Folgen der Covid-19-Pandemie angewandt werden.

Diese Studienreise war Teil eines interdisziplinären Projekts der Fachbereiche Germanistische Linguistik und Literaturwissenschaft der Studienjahre 2017/18 und 2018/19, die Lehrinhalte der beiden Lehrveranstaltungen in „Germanistischer Linguistik” und „Österreichischer Literatur” sowie weitere außercurriculare Veranstaltungen waren auf das Rahmenthema abgestimmt.

Der vorliegende Bericht möchte in die inhaltlichen und didaktischen Ansätze und Dimensionen sowie den konkreten Ablauf und die Ergebnisse des Projekts Einblick geben. Dafür werden in Abschnitt 2 die wesentlichen vorbereitenden Projektkomponenten beleuchtet, Abschnitt 3 legt den Fokus auf die Studienreise selbst. Unter 4 wird das Thema der Nachhaltigkeit eines solchen Unternehmens behandelt und ein Resümee gezogen.

2 Die Projektkomponenten

Zentrale Projektkomponenten waren die oben bereits erwähnten curricularen Lehrveranstaltungen sowie die außercurricular notwendigen Vorbereitungstreffen zur Studienreise selbst. Zwei Konferenzzyklen mit je drei Abendveranstaltungen bereicherten das Angebot, diese finden in Folge bei bestimmten Aspekten Erwähnung, es wird aber nicht genauer auf sie eingegangen.

2.1 Die inhaltlichen und methodischen Ansätze in der curricularen Lehrveranstaltung der Germanistischen Linguistik

In den Lehrveranstaltungen zur Germanistischen Linguistik des Masterstudiengangs Lingue e Letterature Europee ed Extraeuropee an der Universität Udine sollen sich die Studierenden u.a. mit Phänomenen der sprachlich-kommunikativen Wirklichkeitsgestaltung in den Ländern mit Deutsch als Erst- und Zweitsprache und damit mit gesellschaftspolitisch relevanten und auch brisanten Themen auseinandersetzen sowie wissenschaftliche Analyseinstrumente kennen und anwenden lernen, um sprachliche und multimodal konfigurierte Kommunikate in ihrer Tiefenstruktur und in ihrer Einbettung in größere Diskurse erschließen zu können. Im Herbstsemester 2017/18 wurde das Rahmenthema anhand von Axel Cortis Film Eine blassblaue Frauenschrift eingeleitet. Cortis gleichnamige Verfilmung von Werfels Novelle Eine blaßblaue Frauenschrift aus dem Jahre 1941 ist gleichsam eine Parabel für die Geschichte Österreichs und ein literarisches Porträt der sozialpsychologischen Gemengelage Österreichs im Jahr 1936 (vgl. Pape 2004) und ist ein gültiger Beitrag zur Debatte über die herrschenden Narrative und die bislang nicht erfolgte Vergangenheitsaufarbeitung im Zuge des österreichischen Bundespräsidentenwahlkampfs von 1986. Der Film bietet sich als Analyseobjekt zum Aufspüren und Dekonstruieren antisemitischer und damit rassistischer und fremdenfeindlicher Einstellungen in sprachlichen Äußerungen geradezu an.1 Anhand der Sprache des Protagonisten, der Repräsentanten des österreichischen ‚Ständestaates‘ und der gehobenen Gesellschaft werden die Überholtheit und Hohlheit der reproduzierten sprachlichen Formen und die in stereotype Formulierungen und zu Floskeln geronnenen antisemitischen Haltungen und opportunistischen Verhaltensweisen als potentielle Dispositionen für die folgende Katastrophe offensichtlich gemacht (vgl. Kuri 2019).

Das didaktische Vorgehen im Seminar war gleichermaßen theorie- wie materialgeleitet. Durch die Analyse der Dialoge und im Off gesprochenen Monologe und Kommentare des Erzählers mittels Instrumenten der Gesprächsanalyse (vgl. u.a. Brinker/Sager 2001; Deppermann 2008) wurden die verbalen Identitätsinszenierungen des Protagonisten erfasst und herausgearbeitet. Dabei sollte erkannt werden, in welchen Situationen und bei welchen Themen der Antisemitismus des Protagonisten in welchen sprachlichen Formationen und Argumentationsschemata zutage tritt. Daran anschließend erfolgte eine Inhaltsanalyse mittels Instrumenten der Diskursanalyse (vgl. u.a. Jäger 2009; Spitzmüller/Warnke 2011; Warnke 2007; Wodak/Nowak/Pelikan/Gruber/de Cillia/Mitten 1990; Wodak 2016) – natürlich immer unter Berücksichtigung des fiktionalen Pakts. Anhand dieses konkreten Diskursbeitrags sollten sich die Lernenden auch mit den eigenen Realitätsvorstellungen und Wissens- und Stereotypenrepertoires auseinandersetzen und ihre Bewusstseins- und Wissensbasis erweitern, um die verschiedenen Artikulationen des Themas und die Deutungsmechanismen zu durchschauen. Gleichzeitig sollten sie Analyseinstrumente handhaben lernen, um Gespräche weiterer vergesellschafteter Themen in deren diskursiver Struktur erfassen zu können, was in anschließenden Case-studies zu selbstgewählten Themen ausprobiert wurde.

2.2 Die inhaltlichen und methodischen Ansätze in der curricularen Lehrveranstaltung der Germanistischen Literaturwissenschaft

Neben einem Hauptseminar in „Deutscher Literatur“ wird an der Universität Udine im Rahmen des Masterstudiengangs Lingue e Letterature Europee ed Extraeuropee und des Curriculums Double-Degree Udine-Klagenfurt in letteratura e cultura austriaca/Germanistik im interkulturellen Kontext auch eines in „Österreichischer Literatur“ angeboten. Thema des Kurses im Studienjahr 2017/2018 war Die Lyrik nach 1945 in Österreich und Mitteleuropa als Zwischenraum und Polyphonie. Nach einem historischen Überblick vom Anschluss Österreichs 1938 bis zum Kriegsende 1945, so berichtet die Lehrveranstaltungsleiterin Elena Polledri (2019)2, wurde als Ausgangspunkt des Seminars die bekannte Aussage Adornos gewählt: „Kulturkritik findet sich der letzten Stufe der Dialektik von Kultur und Barbarei gegenüber: nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch, und das frisst auch die Erkenntnis an, die ausspricht, warum es unmöglich ward, heute Gedichte zu schreiben.“ (Adorno 1951/1998: 30). Dem provokativen Diktum des Philosophen, das als Verbot einer Dichtung nach und über Ausschwitz und gleichzeitig als Ausdruck der unheilbaren Zäsur in der deutschen Sprache und Kultur nach der Shoah gilt, wurde die reiche und vielfältige lyrische Produktion der Nachkriegsjahre entgegengesetzt – als eine Negation der These Adornos und vor allem als Beweis dafür, dass es immer noch möglich und sogar notwendig war und ist, nicht nur „nach Auschwitz“, sondern auch ‚über Auschwitz‘‚ Gedichte zu schreiben, um dadurch jener Vergangenheitsbewältigung Widerstand zu leisten, die das Hauptkennzeichen der Nachkriegsjahre darstellte. Der erste Teil des Seminars wurde unter dieser Voraussetzung Celans Lyrik gewidmet, jenes Dichters, der durch seine Dichtung den Verstorbenen eine Stimme zu geben versuchte und es (als Dichter und Mensch) als seine Hauptaufgabe betrachtete, seine Lyrik zum Zeugnis, zur Anklage und zugleich zum „Andenken“ an das Schicksal des jüdischen Volkes zu machen. Gelesen wurden auch Gedichte aus den späteren Sammlungen, in denen sich eine immer stärkere „Neigung zum Verstummen“ (Celan 1983: 197) und zur Dunkelheit zeigen. Der zweite Teil des Kurses war Ingeborg Bachmann und weiteren österreichischen Dichterinnen und Dichtern der Nachkriegszeit gewidmet. Bachmann lernte im Jahre 1947 Celan in Wien kennen; das Liebesverhältnis zwischen der „Fremden“, der Nichtjüdin, der aus Hitlers Heimat stammenden Klagenfurterin, und dem jüdischen Dichter aus Czernowitz, deren Liebe zum Scheitern verurteilt war, spiegelt sich in dem Ingeborg gewidmeten Gedicht Corona (Celan 2003: 39). Von Bachmann wurden auch Erzählungen aus Das dreißigste Jahr gelesen, darunter Jugend in einer österreichischen Stadt (1991a: 7–16), ein Manifest gegen die Heimatideologie und zugleich gegen den Krieg, sowie Unter Mördern und Irren (1991b: 82–109), in der die Restauration der Wiener Gesellschaft und das heuchlerische Zusammenleben von Opfern und Tätern in der Nachkriegszeit geschildert wird. Im letzten Teil des Kurses kamen weitere bedeutende österreichische Stimmen des „Widerstands“ gegen das Schweigen, die Hypokrise und die Vergangenheitsbewältigung zu Wort, darunter Friederike Mayröcker und schließlich Ernst Jandl mit seinem berühmten Gedicht Wien: Heldenplatz (1985: 290).

In einer unter aktiver Beteiligung der Kursteilnehmer/innen organisierten öffentlichen Lesung in der Österreich-Bibliothek der Universität wurden die im Kurs behandelten Gedichte auf Deutsch und auf Italienisch präsentiert und kommentiert, um das „Andenken“ der Dichter als „was bleibet“ (Hölderlin 1992: 475) zu stiften.3

2.3 Die Studienreise: Rahmenbedingungen, Organisation, Programm

Die konkreten Reisevorbereitungen begannen ca. ein Jahr im Voraus mit der Kontaktaufnahme zu verschiedenen Institutionen in Wien. Unerwartet positiv war das unserem Projekt entgegengebrachte Interesse und das Engagement, aktiv daran mitzuwirken; so wurden uns viele Vorschläge und Angebote gemacht, die über unsere ersten Ideen und Ansätze weit hinausgingen. Um schließlich all die angebotenen Facetten in ein kohärentes Programm zu gießen, benötigte es eine umfassende Koordination und Ablaufplanung. Ansätze und Dimensionen der Besuche an den einzelnen Lernorten wurden mit den jeweiligen Ansprechpartnerinnen und -partnern im Detail abgesprochen, um jeweils eine angemessene inhaltliche und pädagogische Inszenierung zu gewährleisten. Zwischen den einzelnen Programmpunkten sollte zudem nicht nur Raum sein für die Ortswechsel, sondern auch für die Verarbeitung des Gehörten, Gesehenen, Erlebten und auch die Möglichkeit, Abstand von der Gruppe zu bekommen sowie sich die Stadt auch nach eigenem Gutdünken anzueignen. Ein Vorab-Wienbesuch durch eine unserer Lektorinnen diente u.a. auch der Überprüfung, ob all diese Aspekte im zur Verfügung stehenden Zeitrahmen im gebotenen Maße überhaupt realisierbar sein würden. Bei der Durchführung zeigte es sich, dass kein einziger Vorbereitungsschritt überflüssig gewesen war.

Das Programm sah unterschiedliche Lernorte vor, die es erlaubten, uns auf unterschiedliche Art und Weise mit den Themen Vergangenheit und Erinnerung/Erinnerungskulturen, mit heutigem jüdischen Leben in Wien sowie auch mit den damit verbundenen Themen wie Umgang mit Anderssein, Toleranz und Integration auseinanderzusetzen, diese werden in Abschnitt 3 vorgestellt.

Daran gemessen war trotz unseres ambitionierten Anspruchs, niemanden aus finanziellen Gründen von der Reise ausschließen zu müssen, die Finanzierung aller mit dem Programm verbundenen Ausgaben keine allzu große Herausforderung: Unser Dipartimento übernahm die Übernachtungskosten, der Zukunftsfonds der Republik Österreich die Reisekosten der Studierenden, weitere anfallende Kosten wie Theater- und Museumseintritte wurden durch einen Beitrag der Associazione Biblioteca Austriaca (ABA) gedeckt, die beiden gemeinsamen Abendessen aus einem Fonds für didaktische Aktivitäten der beiden Dozentinnen, die Reise- und Unterkunftskosten der Lehrenden durch Stipendien des Österreichische Außenministeriums beglichen.

Wie in der einschlägigen Literatur zu Exkursionen und Studienreisen richtigerweise darauf hingewiesen wird (u.a. Erhorn/Schwier 2016a; Maier 1999/2007), sind inhaltliche Vor- und Nachbereitungen der Teilnehmer/innen essentielle Vorrausetzungen für nachhaltige Lernerfahrungen von Exkursionen und Studienreisen. Die vier spezifischen Vorbereitungstreffen auf die Reise und die zu besuchenden Orte und Institutionen fanden in der Biblioteca umanistica der Universität statt, die auch Sitz einer der zwei Österreich-Bibliotheken Italiens ist; dort fand die Gruppe ausreichendes Studien- und Vorbereitungsmaterial, noch nicht Vorhandenes wurde über das Budget der Bibliothek und der ABA angekauft. In Kleingruppen wurden die Grundinformationen zu den einzelnen Programmpunkten als notwendige Wissensvoraussetzungen in deutscher Sprache erarbeitet, die Themen waren: Grundwissen zur jüdischen Geschichte Wiens, die wichtigsten Zentren jüdischen Lebens in Wien und die Museen und Institutionen, die wir besuchen und wo wir uns vertieft und auf vielfältige Art und Weise mit spezifischen Aspekten unseres Rahmenthemas auseinandersetzen wollten. Die erarbeiteten Inhalte wurden zuerst im Rahmen der Vorbereitungstreffen jeweils den anderen Teilnehmerinnen auf Deutsch vorgestellt, während der Reise sollten diese vor Ort durch die jeweiligen ‚Expertinnen‘ nochmals in Erinnerung gerufen werden.

3 Die Studienreise

Im Folgenden werden zuerst die Destinationen vorgestellt, danach werden die didaktischen Inszenierungen in den Blick genommen.

3.1 Die Programmpunkte im Überblick

Bei den besuchten Orten und Institutionen handelte es sich natürlich nicht um „beliebige Eventstätten“ (Erhorn/Schwier 2016b: 8), sondern um spezifisch ausgewählte, die sich in folgende fünf Kategorien einteilen lassen:

  1. Orte des jüdischen Lebens in der Vergangenheit und heute: Im Programm waren dies der 2. Bezirk, der 1. Bezirk sowie das jüdische Restaurant „Alef Alef“. Hierzu darf auf den beispielhaften Auszug aus dem Bericht einer Teilnehmerin unter 4.1 dieses Beitrags vorverwiesen werden.

  2. Orte der Erinnerung und der Vermittlung: Hierzu zählen aus unserem Programm das Wiener Wiesenthal-Institut für Holocaust-Studien (VWI), wo die Teilnehmerinnen Einblick bekamen in die Arbeit des Gründers und die heutige Ausrichtung als Forschungsinstitut, das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW), das neben den Aufgaben „Erforschen“ und „Erinnern“ auch explizit die Vermittlungsarbeit zeitgeschichtlicher Inhalte insbesondere für junge Menschen in seinem Programm führt, die Gedenkstätte „Am Steinhof“ als ein schreckliches Beispiel für die NS-Medizinverbrechen, das Jüdische Institut für Erwachsenenbildung, wo wir ein Seminar zur Sprache, Kultur und Literatur des Jiddischen besuchten, und der jüdische Teil des Zentralfriedhofs, die einzige Destination, deren Relevanz im Vorfeld von einigen Teilnehmerinnen in Frage gestellt wurde.

  3. Literatur und Wissenschaft: Dazu gehören die Destinationen Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek, wo die Teilnehmerinnen ihr literarisches Wissen zu österreichischen Autorinnen und Autoren auffrischen und erweitern konnten, das Sigmund-Freud-Museum, wo sie sich nicht nur mit Freud und der Psychoanalyse auseinandersetzen konnten, sondern es sie auch erkennen ließ, dass die jüdischen Intellektuellen in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts durchaus keine homogene Gruppe bildeten. Darüber hinaus bekamen sie durch die Kuratorin der gerade stattfindenden Sonderausstellung zu Freud und die Literaten des jungen Wien Einblick in das Ausstellungmachen. In diese Kategorie gehört natürlich auch die Universität Wien. Dieser Besuch konfrontierte sie einerseits mit der problematischen Rolle und Haltung der Universität im Vorfeld und während des österreichischen Anschlusses gegenüber ihrem jüdischen Personal; eine Vorlesung selbst zeigte ihnen anhand der Konzeptualisierung der deutschen Sprache in Österreich als ‚österreichisches Deutsch‘ in den Nachkriegsjahren den Zusammenhang von Wissenschaft und politischer Vereinnahmung.

  4. Bezüge zum Heute: Der Besuch des Jüdischen Museums zählt in diese Kategorie, das Museum in seiner Ausrichtung dokumentiert vergangenes und heutiges jüdisches Leben mittels teils permanenter und teils wechselnder Ausstellungen. Die Aspekte Umgang mit dem Anderen, Toleranz und Integration wurden u.a. auch durch die Wahl unserer Unterkunft, das Hotel „Magdas“ im 2. Bezirk, einem Caritas-Projekt, in dem vorwiegend Geflüchtete als Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen angestellt sind, und dem Besuch von Peter Turrinis Theaterstück „Fremdenzimmer“ im Theater in der Josefstadt abgedeckt.

  5. Staatliche Institutionen und ihre Aufgaben: Die Besuche im Referat für Österreich-Bibliotheken des Österreichische Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten und im Italienischen Kulturinstitut, die sich jeweils mit Kulturarbeit und Kulturverbreitung im Ausland beschäftigen, sollten die studentischen Teilnehmerinnen Einblick in die vielfältigen Aufgaben und Tätigkeiten von staatlichen Institutionen bekommen, zumal wir ja an der Universität Udine durch die Österreich-Bibliothek am Netzwerk einer solchen Auslandskulturvermittlung teilhaben.

3.2 Die didaktischen Inszenierungen vor Ort

Wie bereits unter Punkt 2.2 erwähnt, wurden mit den Vertreterinnen und Vertretern der einzelnen Institutionen im Vorhinein die wesentlichen Inhalte und mögliche methodische Umsetzungen besprochen, um den Teilnehmerinnen einen adäquaten vertieften Zugang zu den Inhalten zu ermöglichen. Die Herangehensweisen reichten von einer klassischen Führung (z.B. am ersten Tag durch den 2. Bezirk und durch das Literaturmuseum), über museumspädagogische Ansätze (z.B. im Jüdischen Museum), bis zur Selbsterkundung (wie z.B. des 1. Bezirkes in Form einer Schnitzeljagd mittels einer App). Der Nachmittag am Jüdischen Institut für Erwachsenenbildung war durchgehend seminarartig gestaltet und beinhaltete einen Einführungskurs in das Jiddische und die jiddische Kultur und Literatur anhand verschiedener Materialien, darunter Cohens Hallelujah in der jiddischen Fassung von Daniel Kahn, das zu einem Fixpunkt in den beiden nachbereitenden Veranstaltungen (auf die weiter unten noch eingegangen wird) wurde, die Veranstaltung an der Universität Wien als klassische Vorlesung mit anschließender Diskussion.

Die meisten Teilnehmerinnen fühlten sich an den Orten ganz besonders involviert, an denen sie die dortigen jüdischen und nicht-jüdischen Bezugspersonen und ihre Arbeit auch näher kennenlernen durften und sich sogar mit ihnen identifizieren konnten, wie im Jüdischen Institut für Erwachsenenbildung, im Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands, aber auch im Wiener Wiesenthal-Institut für Holocaust-Studien (VWI), wo junge Leute ihres Alters oder nur wenig älter als Peer einen besonderen Zugang zu ihnen fanden. Dies war auch im Italienischen Kulturinstitut der Fall, wo gerade eine ihrer Mitstudentinnen ein Praktikum absolvierte; diese nahm an einigen ausgewählten Programmpunkten teil, und zeigte dann auch jenen, die es wollten, ‚ihr‘ Wien.

4 Nachhaltigkeit und Resümee

Wie oben bereits angesprochen sind hinsichtlich der Nachhaltigkeit solcher Unternehmungen Nachbereitungen, die das Erlebte und Erfahrene reflektiv in den Blick nehmen (vgl. Maier 1999/2007) und in Sprache als wirklichkeitskonstituierende Kraft (vgl. u.a. Felder/Gardt 2018), aber auch in andere beispielsweise künstlerische-kreative Formen fassen – für einen selbst, aber auch für andere –, von vorneherein konkret einzuplanen. Die Teilnehmerinnen wussten, dass sie ihre Erlebnisse und Erfahrungen einerseits in persönlichen, reflektierten Reiseberichten in deutscher Sprache nacharbeiten werden sowie gemeinsam mit den Lektorinnen und Dozentinnen einen Vortragsabend im Rahmen des kulturellen Programms der Associazione Biblioteca Austriaca (ABA) an der Universität Udine für die eigenen Kommilitoninnen und Kommilitonen sowie für ein breites, an österreichischer Kultur, Literatur und Geschichte interessiertes Publikum in italienischer Sprache gestalten werden. Dafür sammelte jede während der Reise Material unterschiedlichster Art, machte Notizen zu Bemerkenswertem, Erfahrenem, Erlebnissen, aber auch Gefühlen und offenen Fragen, fing Orte und Situationen auch mit dem Fotoapparat ein.

4.1 Nachhaltigkeit 1: Reiseberichte verfassen

Berichte sind Rückschauen auf Vergangenes, diese können sachlich, kritisch, erlebnisorientiert oder auch humoristisch oder eine Mischung dieser Ansätze sein. Exkursions- und Reiseberichte zählen zu den nichtkonventionalisierten Textsorten, jede Institution hat dazu ihre eigenen Vorgaben (vgl. u.a. dazu Knorr 2021). Unsererseits waren die Vorgaben folgende: Der Besuch der Programmpunkte sollten in ihrer Substanz beschrieben und ihrem Wert für das Ich reflektiert werden, dabei sollten die Aspekte durchaus kritisch in den Blick genommen werden. Zur Hilfestellung, wie man so ein Schreibprojekt angeht, konnten die Studierenden auf das Modul 02: Reise-/Exkursionsbericht auf der Plattform www.wrilab2.eu/moodle, einem Tool der Angewandten Sprachwissenschaft, zugreifen; für Fragen und Rückversicherungen standen ihnen natürlich auch die beiden Lektorinnen zur Verfügung.

Der folgende recht lange Auszug zu unserem 1. Programmpunkt zeigt exemplarisch, wie die Autorin die Vorgaben zur Berichtserstellung umgesetzt hat; der Text wird hier im Original wiedergegeben, wurde also auch sprachlich nicht korrigiert:

Am ersten Tag wurde uns über jüdisches Leben vor (und auch nach) dem Krieg erzählt, besonders anhand der Orte des 2. Bezirks, in dem viele Juden in Wien wohnten.

Nach einem reichlichen Frühstück begann unsere Erfahrung. Die Guide wartete auf uns in der Tempelgasse, vor der während der Novemberpogrome zerstörten Synagoge, wo sie ihre Erklärung über den zweiten Bezirk von Wien begann. Jede Ecke der Leopoldstadt erinnerte an die jüdischen Opfer, die hier lebten und die von hier aus deportiert wurden.

Die Anzahl der Juden, die hier eine Wohnung hatten, war so hoch, dass dieser Bezirk auch „Mazzesinsel“ genannt wurde. Die Geschichte der jüdischen Bevölkerung in der Stadt wurde mehrmals auch vor der Studienreise vertieft, wie z.B. in einem in Udine abgehaltenen Vortrag von Flavia Foradini und durch die Lektüre eines Abschnitts aus Brigitte Hamanns Buch, in dem die Aspekte der Hauptstadt Österreichs dargestellt werden, die für Adolf Hitler als Voraussetzung seines Hasses gegen die Juden angesehen werden. Außerdem wurde im Vortrag ein Unterschied gemacht zwischen den wohlhabenden Juden, denen es seit der Mitte des 19. Jahrhunderts erlaubt war im Stadtzentrum zu wohnen, und jener jüdischer Bevölkerung, die aus Osteuropa kam und sich deswegen im Osten der Stadt ansiedelten. (…)

Man konnte die Anwesenheit der jüdischen Kultur auch in den zentralen Orten des jüdischen Lebens in Wien, die wir am ersten Tag besuchten, bemerken. Wir machten eine Führung durch die Tempelgasse, Zirkusgasse, Taborstraβe, den Karmeliterplatz, die Malzgasse mit dem Standort des jüdischen Museums bis 1938, was uns erlaubte, die Stadt als ein Museum der jüdischen Kultur unter freiem Himmel zu erleben.

Es lässt sich beobachten, dass in vielen dieser Gassen die jüdische Kultur noch lebendig ist: z.B. roch man den Duft der jüdischen Gerichte. In Bezug auf die jüdische Küche hatten wir die Chance verschiedene Speisen sowohl von jüdischer als auch österreichischer Küche im jüdischen Restaurant „Alef Alef“ zu essen. Es war das erste Mal, dass ich jüdisches Essen wie z.B. Hummus probiert hatte und ich fand es sehr lecker.

In der Nacht zwischen dem 10. und 11. November 1938, der sogenannten „Kristallnacht“, wurde dieser Bezirk von den Nazis größtenteils zerstört, die Synagogen wurden abgerissen und alles wurde abgebrannt. Während der Stadtführung zeigte die Guide uns die Gedenktafeln, die erst in jüngerer Zeit an die Mauer der Sammelwohnungen angeschlagen wurden. Die Geschichte der jüdischen Bevölkerung Wiens wurde später, am Montagnachmittag durch die Guide des Jüdischen Museums ergänzt. (…) Für mich persönlich war dieser erste Tag sehr aufregend und hilfreich, um einen allgemeinen Überblick zu haben und die nächsten Tage bewusster und besser zu erleben.

Die Teilnehmerin verbindet ihre Schilderung des Erlebten und Gehörten vor Ort mit Sachinformationen, die sie aus verschiedenen Quellen schöpft: so aus den vorbereitenden Lektüren wie jene des Textes von Hamann (2015: 7–10) und dem Vortrag La Vienna della Jahrhundertwende: L’età d’oro della sicurezza? der italienischen Journalistin und Schriftstellerin Flavia Forandini am 9. April 2018 im Rahmen der Vortragsreihe der ABA an der Universität, um dann diese vermittelten Informationen vor Ort aufzuspüren. Hier zeigt sich, dass adäquate inhaltliche Vorbereitungen die Aufnahmefähigkeit und Sensibilität und die Einbeziehung aller Wahrnehmungskanäle in der didaktischen Umsetzung von essentieller Bedeutung sind. So verbindet die Teilnehmerin die sachlichen Beschreibungen mit der Schilderung des mit allen Sinnen Erlebten. Mit „nach einem reichlichen Frühstück“ wird auch scheinbar Banales vermerkt. Tatsächlich handelt es sich hier um den ersten Teil einer interkulturellen Erfahrung in Bezug auf die unterschiedlich gestalteten Mahlzeiten, die sie später mit dem Genusserlebnis im jüdischen Restaurant wieder aufnimmt. Die Schilderungen des Gesehenen werden durch qualitativ positive Attribute verstärkt, wobei diese verschiedenen Ursprungs sind: In den ersten beiden Absätzen sind es mehr oder weniger wiedergegebene Zitate, im 3. Absatz hingegen stammen sie von ihr selbst, sind also persönliche Bewertungen.

Die meisten Berichte folgen diesem Verfahren: Ausgehend von den sachlichen Detailinformationen zum jeweiligen Ort werden Spezifika hervorgehoben, so u.a. die Passung zum Projektthema, die Art der Erarbeitung und Herangehensweise und das persönliche Erleben, das in teilweise eindrücklichen bildlichen Vergleichen versprachlicht wurde. Man spürt das Bemühen, den besuchten Orten und den damit verbundenen Themen sowie den dort getroffenen Personen mit großer Genauigkeit in Inhalt und sprachlichem Ausdruck gerecht zu werden. In den Berichten werden eigenkulturelle und vermeintliche fremdkulturelle Phänomene explizit miteinander in Beziehung gesetzt, nicht nur zu den Essgewohnheiten, sondern u.a. auch beispielsweise zu den Friedhofskulturen. In allen Berichten findet man am Schluss ein persönliches Fazit dessen, was am meisten beeindruckt hat, was mitgenommen wird, über welche Erkenntnisse man nun verfügt. Keinem Bericht ist anzumerken, dass es sich hierbei um eine reine Pflichtübung gehandelt haben könnte.

4.2 Nachhaltigkeit 2: Das Erlebte und Erfahrene mit Nichtbeteiligten teilen

Wie in der Einleitung auch bereits erwähnt, war von Beginn an vorgesehen, die Reiseerfahrungen im darauffolgenden Semester mit einem kulturell und historisch interessierten italienischen Publikum im Rahmen einer Abendveranstaltung zu teilen. Dafür mussten die Materialien, das Wissen und die Erfahrungen in mehreren Arbeitstreffen nochmals gemeinsam reflektiert, selektiert und multimedial in italienischer Sprache aufbereitet werden. Dieser Abend fand am 14. November 2018 als erster von insgesamt dreien unseres Wien-Zyklus4 mit äußerst positiver Resonanz an der Universität Udine statt. Auf Einladung des Goethe Zentrums Triest bekam die Gruppe zudem die Möglichkeit, am 13. Februar 2019 im legendären jüdischen Caffé San Marco in Triest eine weitere, diesmal zweisprachige Abendveranstaltung italienisch-deutsch durchzuführen5, aus terminlichen Gründen ohne Beteiligung der beiden Dozentinnen; diese veränderten Rahmenbedingungen erforderten eine Adaption des Programms und der Präsentationsmodalitäten und damit eine neuerliche Reflexion der Inhalte sowie neuerliche intensive Spracharbeit. Die beiden Veranstaltungen bedeuteten für die meisten der Studentinnen die erstmalige Erfahrung, in der und für eine Öffentlichkeit gesellschaftspolitisch wichtige Inhalte aufzubereiten und zu präsentieren und konkret zu erfahren, dass sie etwas zu sagen haben.

5 Resümee

Für uns Lehrende dokumentieren die Reiseberichte, die gelungenen Veranstaltungen (und natürlich auch die ausnahmslos äußerst positiven Ergebnisse der Lehrveranstaltungsprüfungen in Germanistischer Linguistik und Österreichischer Literatur), dass die Ziele des Projekts vollumfänglich erreicht wurden, dabei spielte auch die zeitliche Ausdehnung des Projekts und die Wiederaufnahme von Aspekten in verschiedenen Kontexten eine mitentscheidende Rolle: nämlich eine Erweiterung und Integration verschiedener Wissensbereiche, Veränderung der Haltungen, und vor allem der Wille und die Fähigkeit hinzuschauen, Unangenehmes nicht auszuklammern und Phänomene nicht nur als museale Konstrukte historisch zu betrachten – und nicht zuletzt die Erkenntnis, dass es uns alle angeht, was durch folgendes Fazit aus einem der Berichte wunderbar zusammenfasst wird:

Die Reise bot uns die Möglichkeit, eine sowohl informative als auch bereichernde Woche zu verbringen, sowie unsere Sensibilisierung für das Thema zu erhöhen: Weil, wie auf dem Plakat im Raum in der Salztorgasse steht „Die sich des Vergangenen nicht erinnern sind dazu verurteilt, es noch einmal zu erleben“.

Zum Abschluss ein herzliches Dankeschön an alle Menschen und Institutionen, die dazu beigetragen haben, dass wir diese Erfahrungen machen durften.

Notes

  1. Zur Diskussion um die Rolle des Films in der Geschichtsdarstellung, als Geschichtsdokument und Vergangenheits- und Erinnerungsaufarbeitung vgl. den Überblick in Schroth (2016: 11–101). [^]
  2. Die folgenden Ausführungen basieren auf dieser von der Lehrveranstaltungsleiterin Elena Polledri dankenswerterweise zur Verfügung gestellten umfassenden Darstellung, die von der Autorin dieses Beitrags auf ca. ein Viertel gekürzt und für diesen Beitrag adaptiert wurde, Wortlaut und Stil wurden weitestgehend beibehalten. [^]
  3. Vgl. dazu https://www.uniud.it/it/didattica/info-didattiche/avvisi-didattica/Archivio2/giovedi-3-maggio-2018-ore-18-30-poesia-austriaca-dopo-il-1945-con-una-lettura-guidata-di-poesie-in-italiano-e-tedesco (1. Februar 2022). [^]
  4. Vgl. dazu https://www.uniud.it/it/didattica/info-didattiche/avvisi-didattica/ciclo-di-conferenze-letteratura-austriaca-14-28-11-e-05-12-2048 (1. Februar 2022). [^]
  5. Vgl. dazu https://qui.uniud.it/notizieEventi/citta/la-vienna-ebraica-del-xx-secolo-un-racconto-di-viaggio-a-cura-del-goethe-zentrum-triest (1. Februar 2022). [^]

Literatur

Adorno, Theodor W. (1998): Prismen. Kulturkritik und Gesellschaft (1951). In: Adorno, Theodor W.: Kulturkritik und Gesellschaft I. Gesammelte Schriften, Band 10.1, hrsg. v. Rolf Tiedemann. Darmstadt: Suhrkamp.

Bachmann, Ingeborg (1991a): Jugend in einer österreichischen Stadt. In: Bachmann, Ingeborg: Das dreißigste Jahr. Erzählungen. München: Piper, 7–16.

Bachmann, Ingeborg (1991b): Unter Mördern und Irren. In: Bachmann, Ingeborg: Das dreißigste Jahr. Erzählungen. München: Piper, 82–109.

Benz, Wolfgang (2016): Antisemitismus. Präsenz und Tradition eines Ressentiments. Schwalbach/Ts.: Wochenschau.

Brinker, Karl & Sager, Sven F. (2001): Linguistische Gesprächsanalyse. Eine Einführung. 3., durchgesehene und ergänzte Auflage. Berlin: Friedrich Schmidt.

Celan, Paul (1983): Der Meridian. Rede anläßlich der Verleihung des Georg-Büchner-Preises. Darmstadt, am 22. Oktober 1960. In: Celan, Paul: Gesammelte Werke in fünf Bänden, Band 3, hrsg. v. Beda Allemann und Stefan Reichert. Frankfurt (Main): Suhrkamp, 185–201.

Celan, Paul (2003): Die Gedichte. Kommentierte Gesamtausgabe. Hrsg. v. Barbara Wiedemann. Frankfurt (Main): Suhrkamp.

Corti, Axel (1984/2009): Eine blassblaue Frauenschrift. Der österreichische Film. Edition Standard. Wien: Hoanzl.

Deppermann, Arnulf (2008): Gespräche analysieren. Eine Einführung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Erhorn, Jan & Schwier, Jürgen (Hrsg.) (2016a): Pädagogik außerschulischer Lernorte. Eine interdisziplinäre Annäherung. Bielefeld: transkript.

Erhorn, Jan & Schwier, Jürgen (2016b): Außenschulische Lernorte. Eine Einleitung. In: Erhorn, Jan & Schwier, Jürgen (Hrsg.): Pädagogik außerschulischer Lernorte. Eine interdisziplinäre Annäherung. Bielefeld: transkript, 7–14.

Felder, Ekkehard & Gardt, Andreas (Hrsg.) (2018): Wirklichkeit oder Konstruktion? Sprachtheoretische und interdisziplinäre Aspekte einer brisanten Alternative. Berlin, Boston: De Gruyter.

Hamann, Brigitte (2015): Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators. 13. Auflage. München, Zürich: Piper.

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Kurzbio

Sonja Kuri ist assoziierte Professorin für Germanistische Linguistik an der Universität Udine/Italien. Ihre Forschungsinteressen gelten Text- und Diskurslinguistik, der Anwendung text-, gesprächs- und diskurslinguistischer Fragestellungen auf die Analyse pragmatischer und literarischer Texte, Filme und multimodaler Kommunikate sowie dem Sprachenlehren und -lernen in mehrsprachigen und multimedialen Kontexten. Sie ist Co-Autorin des EU-Projekts WRILAB2 und des PRID-Projekts TransLab sowie Mitglied der Projektgruppe PRAGER „Pragmatica del discorso sociale sulle energie rinnovabili“.

Anschrift: 

Università deli Studi di Udine

Dipartimento di Lingue e letterature, comunicazione, formazione e società

Via Petracco, 8

33100 Udine

sonja.kuri@uniud.it

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  • Sonja Kuri (Università degli Studi di Udine)

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