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<journal-title>Zeitschrift f&#252;r Interkulturellen Fremdsprachenunterricht</journal-title>
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<publisher-name>Universit&#228;ts- und Landesbibliothek Darmstadt</publisher-name>
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<subject>Praxisbericht</subject>
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<article-title>Prozesse der Professionalisierung durch die Umsetzung des Sprachenkonzepts an der Europ&#228;ischen Technischen Universit&#228;t Darmstadt. Wie das Modell der funktionalen Mehrsprachigkeit umgesetzt werden kann</article-title>
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<aff id="aff-1">Technische Universit&#228;t Darmstadt, Fachgebiet Sprachwissenschaft &#8211; Mehrsprachigkeit, Hochschulstr. 1 64289 Darmstadt</aff>
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<abstract>
<p>Das neu entwickelte Sprachenkonzept im Rahmen der Internationalisierungsstrategie der TU Darmstadt beinhaltet neben seiner sprachwissenschaftlichen Verankerung einen Katalog von aktuell &#252;ber 30 Einzelma&#223;nahmen. Sie stellen Vorschl&#228;ge dar, die die abstrakten Ideen des Autorinnenteams zur Einf&#252;hrung von funktionaler Mehrsprachigkeit an ihrer Universit&#228;t in die konkrete Umsetzung &#252;berf&#252;hren. Da die Ausgangslagen und die Bedarfe f&#252;r die verschiedenen Statusgruppen divers sind, wurde hier eine exemplarische Auswahl von Ma&#223;nahmen nach Zielgruppen sortiert. Dadurch wird aus unserer Sicht auch am ehesten deutlich, was wir unter Prozessen der Professionalisierung verstehen, die weit &#252;ber den Gebrauch des Englischen in internationalen Kontexten deutscher Universit&#228;ten hinausweisen.</p>
</abstract>
<trans-abstract xml:lang="en">
<p><bold>Advancing professionalisation at German HEIs: the languages concept of the European Technical University Darmstadt as an applied model of functional multilingualism</bold>&#160;</p>
<p>As part of its internationalisation strategy, the newly developed languages concept of the Technical University Darmstadt contains a scientific linguistic anchoring as well as a catalogue with over 30 individual actions to-date. The latter suggest in a very concrete manner how to bring their authors&#8217; abstract ideas on functional multilingualism to life at their university. Since the starting points and the needs of the different status groups are diverse, we sorted examples of these actions according to the groups of people they address. Thus, we try to elucidate our understanding of advancing professionalisation exceeding far the use of English in international contexts of German HEIs.</p>
</trans-abstract>
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<kwd>funktionale Mehrsprachigkeit</kwd>
<kwd>Internationalisierung</kwd>
<kwd>Sprachenplanung</kwd>
<kwd>Sprachenkonzept</kwd>
<kwd>Hochschulen</kwd>
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<kwd>functional multilingualism</kwd>
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<title>1 Einf&#252;hrung</title>
<p>Die existentiellen, sich uns global stellenden Herausforderungen sind divers, multidimensional und h&#246;chst komplex. Sie stehen in vielerlei Hinsicht in unmittelbarer inhaltlicher und r&#228;umlicher Beziehung zu Hochschulen<xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref>, denn hier werden die mit diesen Herausforderungen verkn&#252;pften Fragestellungen diskutiert, debattiert und oft sogar initiiert. Hochschulen stellen zentrale St&#228;tten des Diskurses dar. In ihren Kontroversen reflektieren und pr&#252;fen sie das Suchen nach und das Ringen um ad&#228;quate L&#246;sungen im Wechselspiel mit den in Gesellschaft und Politik gef&#252;hrten Diskursen und entwickeln sie weiter. Das wirkt sich auf alle hochschulischen T&#228;tigkeitsfelder Lehre, Forschung und Third Mission gleicherma&#223;en aus. Seit seiner Wahl 2019/2020 entwickelt das Pr&#228;sidium der Technischen Universit&#228;t Darmstadt deshalb eine neue Gesamtstrategie. Sie besteht aus insgesamt sieben Teilstrategien, von denen die f&#252;r die Bereiche Forschung, Internationalisierung und Transfer/Third Mission bereits verabschiedet wurden und in Kraft sind. Zusammen mit den zurzeit noch im Entstehen begriffenen Teilstrategien f&#252;r die Bereiche Diversit&#228;t, Digitalisierung und Nachhaltigkeit sowie den Grunds&#228;tzen f&#252;r Studium und Lehre bilden sie das theoretische Fundament, auf dessen Grundlage sich die Universit&#228;t erneuern will, um ihre Zukunftsf&#228;higkeit zu gew&#228;hrleisten.</p>
<disp-quote>
<p>Die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen und Transformationen spornen uns an, unsere Wissenschaft zukunftsorientiert weiterzuentwickeln und substanziell zu tragf&#228;higen L&#246;sungen beizutragen. Ob es um die Nachhaltigkeitswende oder Klimawandel, gesellschaftliche und politische Herausforderungen auch durch Post-Faktizit&#228;t/Post-Truth, digitale Transformation oder sich beschleunigende technische Innovationen geht: als kooperationsstarke, interdisziplin&#228;re Europ&#228;ische Technische Universit&#228;t gehen wir in den engen, produktiven Austausch mit Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur, um wissenschaftsbasierte Innovationen sowie hoch relevante Forschung und Lehre gleicherma&#223;en zu initiieren und zu avancieren (<xref ref-type="bibr" rid="B32">TU Darmstadt 2022: 3</xref>).</p>
</disp-quote>
<p>Als Technische Universit&#228;t steht die Wissenschaftsgemeinschaft der TU Darmstadt in besonderem Ma&#223;e in politisch-gesellschaftlicher Verantwortung, denn die Entstehung und die Schaffung technologischer Innovationen sind heute in zunehmend engem Zusammenhang mit der Beantwortung ethischer Grundfragen zu stellen. Das betrifft beispielsweise Forschungsbereiche wie K&#252;nstliche Intelligenz, <italic>Big Data</italic> oder das TU Darmstadt-Forschungsfeld <italic>Information and Intelligence</italic> ebenso wie prinzipielle M&#246;glichkeiten des <italic>Dual Use</italic> oder der Zul&#228;ssigkeit von Abschl&#252;ssen bi-/multilateraler Kooperationsabkommen mit Partnern weltweit. Die dazu ben&#246;tigte Expertise ist durch den speziellen F&#228;cherkanon der TU Darmstadt in gro&#223;em Umfang vorhanden und kann in die Entwicklung von Probleml&#246;sungen einflie&#223;en. Einen weiteren wichtigen Aspekt von politischer und gesamtgesellschaftlicher Relevanz stellen f&#252;r uns die Erfahrungen aus nunmehr fast drei Jahren Corona-Pandemie dar, die dazu gef&#252;hrt haben, fundamentale Fragen der (Wissenschafts)Kommunikation st&#228;rker zu fokussieren und sich erneut bewusst zu machen, welche Rolle Faktizit&#228;t sowie sprachliche Pr&#228;zision und Wortwahl f&#252;r Prozesse der Entscheidungsfindung, das Funktionieren, den Bestand und das Bestehen demokratischer Systeme spielen.<xref ref-type="fn" rid="n2">2</xref></p>
<p>Interdisziplin&#228;res Lehren, Lernen und Forschen hat an der TU Darmstadt eine lange Tradition und bildet sich in der Zusammensetzung ihrer Fachbereiche mit 50 % Ingenieurwissenschaften, 35 % Naturwissenschaften sowie 15 % Sozial- und Geschichtswissenschaften ab. Die hiesige, durch das hohe Ma&#223; an Inter- und Transdisziplinarit&#228;t bedingte, starke Innovationskraft spiegelt sich in den Teilstrategien wider, denn sie stellen die Aufgaben hochschulischen Agierens in einen gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang &#8211; lokal, national und international. Dabei ist die Verst&#228;rkung der Bem&#252;hungen, die Internationalisierung der Universit&#228;t zu steigern, auch an der TU Darmstadt ein Gebot der Stunde. Die Bez&#252;ge zu Europa sind ausgepr&#228;gt: In ihrer Definition als <italic>Europ&#228;ische</italic> Technische Universit&#228;t betont die TU Darmstadt ihre Verortung in Europa und expliziert ihre Verpflichtung den europ&#228;ischen Grundwerten gegen&#252;ber (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B11">Das Pr&#228;sidium der TU Darmstadt 2021: 14</xref>), was unter anderem in ihrem Auftrag, die Europ&#228;ische Hochschulallianz Unite!, einen Verbund von neun f&#252;hrenden Europ&#228;ischen Technischen Universit&#228;ten<xref ref-type="fn" rid="n3">3</xref>, zu koordinieren<xref ref-type="fn" rid="n4">4</xref>, sichtbar wird.</p>
<p>In den letzten Jahren wurden die Internationalisierungsbestrebungen der deutschen Universit&#228;ten rasant intensiviert. Die Gr&#252;nde hierf&#252;r sind komplex und wurden von uns bereits an anderer Stelle ausgef&#252;hrt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B6">Bradlaw/Hufeisen/N&#246;lle-Becker 2022</xref>). Was genau unter Internationalisierung zu verstehen ist, kann abh&#228;ngig vom Blickwinkel unterschiedlich interpretiert werden. Diesen immanent, wenn auch nicht immer expliziert, sind jedoch stets Fragestellungen, die Regelungen des Sprachengebrauchs betreffen. In der Regel geht mit Internationalisierung an deutschen Hochschulen die Umstellung der Lehrsprache auf Englisch im Sinne eines <italic>English Only</italic> einher. So ist beispielsweise ein typisches Merkmal sogenannter Internationaler Studieng&#228;nge die Lehrsprache Englisch. Die Tatsache, dass Englisch in der Regel jedoch nicht die Mehrheits- und Umgebungssprache dieser Lehr-/Lernsituation ist, verdient besondere Aufmerksamkeit, denn es leiten sich daraus viele Fragen ab, wie zum Beispiel: Welches Englisch wird verwendet? Welche Englischkompetenzen werden (implizit) an einer Universit&#228;t vorausgesetzt und wie wirkt sich das auf die Zulassungskriterien aus? Worin unterscheiden sich die Anforderungen an die Englischkenntnisse der jeweiligen Statusgruppen einer terti&#228;ren Bildungsinstitution? Und wie k&#246;nnen, sollten oder m&#252;ssten die Universit&#228;ten die Englischkompetenzen aller Mitglieder der Universit&#228;tsgemeinschaft ausbauen und professionalisieren? Fragen wie diese werden in der Regel weder an den Universit&#228;ten noch in der &#214;ffentlichkeit breit diskutiert. Des Weiteren vernachl&#228;ssigt diese Fokussierung auf Englisch die tats&#228;chlich vorhandene Vielfalt der sprachlichen Ressourcen, die unter anderem durch die Internationalisierung an Universit&#228;ten vorhanden ist, welche auch Herkunftssprachen, Zweit- und Drittsprachen sowie Variet&#228;ten und globale Mischformen einschlie&#223;t. Die Tatsache, dass Englisch unbestreitbar zur <italic>Lingua franca/Lingua academica</italic> avancierte, darf nicht den Blick auf die faktische Mehrsprachigkeit der Gesellschaften im Allgemeinen und der Wissensgemeinschaften im Speziellen verstellen. Nicht zuletzt ist es eben diese Mehrsprachigkeit, die durch die ihr zugrundeliegende Diversit&#228;t im Denken und in der Wahrnehmung genau jene Vielfalt zum Ausdruck bringt und bef&#246;rdert, die es unserer &#220;berzeugung nach braucht, um die grundlegenden Transformationsprozesse anzusto&#223;en und zu begleiten, die unsere Welt dringend ben&#246;tigt, um das &#220;berleben aller Lebensformen auf unserem Planeten zu sichern.<xref ref-type="fn" rid="n5">5</xref></p>
<p>Da diese Transformationsprozesse &#246;ffentlich und privat vorwiegend in Diskursform stattfinden, stellen sich grunds&#228;tzliche Fragen des Sprach(en)gebrauchs. Das gilt ebenso f&#252;r Hochschulen als Orte meinungsbildender Diskurse und der h&#246;chstm&#246;glichen Bildungsabschl&#252;sse. Der letzte Aspekt ist insofern relevant, als dass die sich hier bietenden M&#246;glichkeiten der wissenschaftlichen Qualifizierung unter anderem qua Publikationen eine direkte Beeinflussung erm&#246;glichen. Dar&#252;ber hinaus sind die hier erreichbaren Abschl&#252;sse oft eine &#8218;Eintrittskarte&#8216; f&#252;r hohe berufliche Positionen, mit denen wiederum teilweise erhebliche Entscheidungsfreiheiten verkn&#252;pft sind. Fragen, die sich hieraus ergeben, sind grundlegend: Wie und in welchen Sprachen f&#252;hren wir Diskurse an unseren Hochschulen? Wie werden unsere Hochschulmitglieder und insbesondere unsere Studienanf&#228;ngerInnen sprachlich und gedanklich darauf vorbereitet? Was bedeutet das f&#252;r die Rolle der Schulen und f&#252;r den &#220;bergang von Schule zu Universit&#228;t? Was muss der schulische Fremdsprachenunterricht in Zukunft leisten, um auf ein Studium in englischer Sprache und m&#246;glicherweise weiteren Sprachen vorzubereiten?</p>
<p>Viele Lehrende gehen implizit von der Annahme aus, dass ihre Studierenden durch den Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung &#252;ber f&#252;r ein Hochschulstudium ausreichende Englischkenntnisse verf&#252;gen. Doch auch in Deutschland bildungssozialisierte Studierende erwerben in den in der Regel neun Jahren ihres fremdsprachlichen Schulunterrichts teilweise nicht hinreichende Kompetenzen und Fertigkeiten in den angebotenen Fremdsprachen f&#252;r deren Gebrauch in wissenschaftlichen Kontexten. Die Orientierung an den Niveaustufen des GER ist deshalb bei Fragen der Hochschulzulassung insofern irref&#252;hrend, als dass diese nicht zwischen den unterschiedlichen sprachlichen Ebenen unterscheidet, die f&#252;r gelingende Kommunikationssituationen grundlegend sind (siehe exemplarisch <xref ref-type="bibr" rid="B3">Althaus 2018</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B14">Drackert/Mainzer-Murrenhoff/Soltyska/Timukova 2020</xref>).<xref ref-type="fn" rid="n6">6</xref> Das hat gravierende Folgen, denn den mitunter hohen (fremd)sprachlichen Anforderungen, die alle Angeh&#246;rigen und Agierenden in hochschulischen Kommunikationssituationen zu bew&#228;ltigen haben (zum Beispiel bei der schriftlichen Ausarbeitung von Hausarbeiten oder dem Abfassen von Abschlussarbeiten, wobei auch zu kl&#228;ren w&#228;re, inwiefern <italic>Content-Teaching</italic> von <italic>Language-Teaching</italic> begleitet werden k&#246;nnte)<xref ref-type="fn" rid="n7">7</xref>, werden einerseits nicht immer alle gerecht, andererseits stellen gerade umgangssprachliche Anforderungen jenseits der Fachsprache die Sprechenden vor Herausforderungen, die ihnen aus ihrer/ihren Erstsprache/n zumeist unbekannt sind (vgl. z.B. <xref ref-type="bibr" rid="B8">Crystal 2021</xref>). F&#252;r die Pflege bzw. den Ausbau studentischer Englischkenntnisse ist in diesem Zusammenhang interessant, dass das Belegen von englischen Sprachenkursen in den Studieng&#228;ngen Technischer Universit&#228;ten zunehmend curricular verankert oder angestrebt wird, um die Studierf&#228;higkeit und den individuellen Studienerfolg zu unterst&#252;tzen. Doch auch an den Englischkompetenzen der Dozierenden wird Kritik ge&#252;bt, worauf wir ebenfalls an anderer Stelle hingewiesen haben (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B6">Bradlaw et al. 2022</xref>). Dilemmata dieser Art betreffen nicht nur die Statusgruppe der Studierenden, sondern durchaus auch die ProfessorInnenschaft sowie die Besch&#228;ftigten in der Verwaltung (vgl. exemplarisch <xref ref-type="bibr" rid="B1">Airey 2012</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B16">Earls 2014</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B20">Fandrych/Sedlaczek 2012</xref>). Sie in den n&#228;chsten Jahren im Zusammenhang mit gestiegener Internationalisierung st&#228;rker in den Blick zu nehmen, erscheint uns eine Notwendigkeit.</p>
<p>Sprachenpolitisch leistet die TU Darmstadt deshalb zusammen mit wenigen anderen Hochschulen in Deutschland Pionierarbeit, denn sie flankiert ihre Internationalisierungsstrategie mit einer Sprachenpolitik, die explizit und anhand von konkreten Ma&#223;nahmen Mehrsprachigkeit an Hochschulen implementieren und f&#246;rdern m&#246;chte. In diesen Strategien adressiert sie die Problematik des <italic>English Only</italic> insofern, als dass sie in beiden das Konzept der funktionalen Mehrsprachigkeit verankert und einen direkten Bezug zur Sprachenpolitik der Europ&#228;ischen Union herstellt:</p>
<disp-quote>
<p>Wir streben an, die Internationalisierung an unserer Universit&#228;t mit einer institutionellen Sprachenpolitik zu f&#246;rdern. Damit st&#252;tzen wir als Europ&#228;ische Technische Universit&#228;t die EU-Sprachenpolitik, die darauf abzielt, das gegenseitige Verst&#228;ndnis und die Wettbewerbsf&#228;higkeit Europas zu st&#228;rken. Allen Mitgliedern der Universit&#228;t und unseren G&#228;sten erm&#246;glichen wir, sich so fortzubilden, dass sie sich in den f&#252;r sie relevanten Kontexten mit angemessenen Grundkenntnissen in mehreren Sprachen verst&#228;ndigen k&#246;nnen. Die Gremien- und die Verwaltungssprachen werden so angepasst, dass auch internationale G&#228;ste aktiv an den f&#252;r sie relevanten Prozessen teilnehmen k&#246;nnen (<xref ref-type="bibr" rid="B11">Das Pr&#228;sidium der TU Darmstadt 2021: 18</xref>).</p>
</disp-quote>
<p>Die in der Strategie genannten Ziele &#8222;gegenseitiges Verst&#228;ndnis&#8220; und &#8222;St&#228;rkung der Wettbewerbsf&#228;higkeit&#8220; zitieren elementare Motive, die f&#252;r den andauernden Europ&#228;ischen Einigungsprozess ausschlaggebend waren und weiterhin sind. Dieser Einigungsprozess, begr&#252;ndet in den leidvollen Erfahrungen zweier Weltkriege, fu&#223;t auf Verzahnungen wirtschaftlicher und gesellschaftspolitischer Dimensionen, die &#246;konomische und politische Aspekte mit sprachlichen verkn&#252;pfen und die in Form der verschiedenen Vertragswerke der EU konkret Gestalt annehmen. Von Anbeginn an standen sie in enger Bezugsetzung zu Grundsatzfragen des gesellschaftlichen und politischen Zugangs bzw. der Teilhabe und Mitgestaltungsm&#246;glichkeiten aller Bewohnerinnen und Bewohner der Mitgliedstaaten der Europ&#228;ischen Union und involvieren &#220;berlegungen bez&#252;glich der dazu notwendigen Sprach(en)kompetenzen und deren F&#246;rderung. Diese Grundsatzfragen stehen ebenfalls in engem Zusammenhang mit den sehr fundamentalen Bem&#252;hungen, die demokratische und rechtsstaatliche Grundordnung Europas zu erhalten bzw. zu st&#228;rken (vgl. z.B. die Pr&#228;ambel des Maastricht-Vertrages in <xref ref-type="bibr" rid="B4">Beck 1993: 281</xref>). Die nichtsdestotrotz starke Ausgangsfokussierung auf wirtschaftliche Aspekte im Europ&#228;ischen Einigungsprozess lie&#223; bildungspolitische &#220;berlegungen erst sp&#228;t relevant werden. Heute steht die Schaffung eines einheitlichen Bildungs- und Forschungsraums in Europa weit oben auf der Agenda<xref ref-type="fn" rid="n8">8</xref>, gestaltet sich jedoch in der Praxis als schwierig: &#8222;&#220;ber die finanzielle F&#246;rderung von Technik und Wissenschaft mag man sich wiederum rasch einigen, schwieriger wird es, einen Bildungs-, Universit&#228;ts- und Forschungsbereich so zu organisieren, dass tats&#228;chlich Kompetenzen, Wissen und Erfindungen auf der Habenseite stehen&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B12">Di Fabio 2015: 208</xref>). Hochschulen als St&#228;tten der h&#246;chstm&#246;glichen Bildungsabschl&#252;sse wurden dabei erstmals 1993 mit dem Vertrag von Maastricht in den Fokus genommen, durch dessen Artikel 126, 127, 149 und 150 &#8222;Bildungspolitik zum ersten Mal in den Prim&#228;rbereich des Gemeinschaftsrechts [f&#228;llt]&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B34">Walter 2007: 24</xref>). Die Ausgestaltung der diversen Europ&#228;ischen Bildungsprogramme f&#252;r Hochschulen belegen diesen Konnex:</p>
<disp-quote>
<p>Geleitet von Herausforderungen der damaligen Zeit wie dem technologischen Wandel, den Anforderungen des Binnenmarkts an die Wirtschaft und gest&#252;tzt durch die Interpretation von Hochschulbildung als Teil der Berufsbildung, hatte dieses erste Bildungsprogramm [COMETT 1986&#8211;1989 sowie 1990&#8211;1994] die Zusammenarbeit von Hochschule und Wirtschaft im Bereich der Technologie im Fokus (<xref ref-type="bibr" rid="B10">DAAD 2022: 9</xref>).</p>
</disp-quote>
<p>Die verschiedenen EU-Institutionen waren und sind an diesem Prozess in unterschiedlicher Weise beteiligt. In unserem Zusammenhang ist der Europarat (<italic>Council of Europe</italic>)<xref ref-type="fn" rid="n9">9</xref> von besonderer Bedeutung, denn er verantwortet den <italic>Gemeinsamen europ&#228;ischen Referenzrahmen f&#252;r Sprachen</italic> (GeR):</p>
<disp-quote>
<p>Der [&#8230;] [GeR] ist eins der bekanntesten und meistbenutzten politischen Instrumente des Europarats. 50 europ&#228;ische L&#228;nder verpflichten sich in der <italic>European Cultural Convention</italic> darauf, das Studium von Sprachen, Geschichte und Zivilisation anderer europ&#228;ischer L&#228;nder bei Angeh&#246;rigen der eigenen Nationalit&#228;t zu f&#246;rdern. Der GeR hat dabei eine wichtige Rolle gespielt, diese Vision von Europa zur Wirklichkeit werden zu lassen, und wird sie auch weiterhin spielen (<xref ref-type="bibr" rid="B7">Council of Europe 2020: 11</xref>; Kursivsetzung im Original).</p>
</disp-quote>
<p>Durch die Betonung integrativer und partizipativer Aspekte sprachlicher Regelungen erkennt das Pr&#228;sidium der TU Darmstadt in seiner Internationalisierungsstrategie an, dass Sprache(n) in einem sozialen Kontext stehen. Sie sind das Medium der Bedeutungsaushandlung (<italic>Making Meaning</italic>), eben auch an einer Technischen Universit&#228;t, also einem Hochschultypus, der gemeinhin als wenig sprachenaffin gilt. Versprachlichungen sind stets von Bedeutung, denn &#8222;Sprache ist das Medium der fachlichen Vermittlung und begleitet jeden Lernprozess&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B15">Drumm 2016: 1</xref>), beziehungsweise &#8222;Sprache<bold>n sind</bold> das Medium der fachlichen Vermittlung, ohne die gesteuerte Lernprozesse nicht m&#246;glich sind&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B5">Bradlaw in Vorb.: 9</xref>; Hervorhebung durch die Autorin).</p>
<p>Zur Ausgestaltung der institutionellen Sprachenpolitik der TU Darmstadt beauftragte ihr Vizepr&#228;sident f&#252;r Transfer und Internationalisierung, in dessen Ressort die Zust&#228;ndigkeit liegt, die Konzeption eines Sprachenkonzepts. Dies erfolgte durch ein Expertinnenteam, welches sein Konzept dem Pr&#228;sidium im Juli 2022 zum Beschluss vorlegte und das positiv beschieden wurde. Der dazu geh&#246;rige Ma&#223;nahmenkatalog erm&#246;glicht es, unmittelbar darauf in die konkrete Umsetzung erster Ma&#223;nahmen zu gehen. Das Konzept der funktionalen Mehrsprachigkeit an der TU Darmstadt verfolgt dabei unterschiedliche Ziele. Die folgenden zwei fundamentalen &#220;berlegungen m&#246;gen dies veranschaulichen: Unser Sprachenkonzept m&#246;chte die bei uns herrschende individuelle Mehrsprachigkeit zun&#228;chst in einem ersten Schritt sichtbarer machen und so zu einer Sensibilisierung im Sinne einer plurilingualen Bewusstheit (<italic>Awareness</italic>) beitragen. Das scheint uns insofern von grundlegender Bedeutung zu sein, als dass diese Sichtbarmachung einen wesentlichen Beitrag f&#252;r den Erkenntnisgewinn darstellen k&#246;nnte, dass Mehrsprachigkeit keine individuelle und gesellschaftliche Ausnahme darstellt (vgl. aber auch <xref ref-type="bibr" rid="B17">Eckkrammer 2020: 126</xref>), sondern den Regelfall heutiger Lebensrealit&#228;ten. Weiter begreift unser Konzept funktionale Mehrsprachigkeit als eine die Grenzen der linguistischen Fachdisziplin weit &#252;bersteigende (Lebens- und Denk)Einstellung, die Ausdruck gr&#246;&#223;tm&#246;glicher Toleranz ist. Gerade weil unsere Lebens- und Denkwelten voller Ambiguit&#228;ten stecken, ist es, auch um Missverst&#228;ndnisse wo gewollt auf ein Minimum zu reduzieren, hilfreich, auf alle uns zur Verf&#252;gung stehenden sprachlichen Ressourcen zugreifen zu k&#246;nnen. Im Hochschulkontext ist dieser Aspekt von besonderer Bedeutung, denn die hier verhandelten Inhalte m&#252;ssen in der Regel von maximaler sprachlicher Pr&#228;zision sein, um gr&#246;&#223;tm&#246;gliche Eindeutigkeit herzustellen.</p>
<p>Unter dem Begriff funktionale Mehrsprachigkeit verstehen wir ein flexibles, situationsbezogenes und dynamisches Sprachenhandeln, das sich den verschiedenen kommunikativen Anforderungen einer Gespr&#228;chssituation anpasst, um diese im Sinne einer h&#246;chstm&#246;glichen Verst&#228;ndlichkeit gelingen zu lassen und so zu einem gr&#246;&#223;tm&#246;glichen gegenseitigen Verstehen zu f&#252;hren.<xref ref-type="fn" rid="n10">10</xref> Es schlie&#223;t dazu den Gebrauch aller vorhandenen sprachlichen Ressourcen der individuellen Sprachenrepertoires der Beteiligten ausdr&#252;cklich mit ein, die f&#252;r den jeweiligen Kontext relevant sind, und beraubt so mehrsprachige Praktiken wie <italic>Code Switching</italic> oder <italic>Code Meshing</italic> ihrer immer noch h&#228;ufig anzutreffenden Abwertung. Funktionale Mehrsprachigkeit ist unserem Verst&#228;ndnis nach ein Instrument mit hohem Inklusionsfaktor, das unsere gelebte vielsprachige gesellschaftliche Realit&#228;t in einen linguistischen Terminus fasst.</p>
<p>Um der Komplexit&#228;t unseres Auftrags zur Entwicklung einer die Internationalisierungsstrategie der TU Darmstadt flankierenden Sprachenpolitik gerecht zu werden, haben wir f&#252;r unser Sprachenkonzept einen umfangreichen Ma&#223;nahmenkatalog entwickelt. Er umfasst derzeit insgesamt &#252;ber 30 Vorschl&#228;ge zu spezifischen Umsetzungsm&#246;glichkeiten, wobei die Autorinnen diesen Katalog als <italic>Work in Progress</italic> auffassen. Den Prozess der Etablierung der funktionalen Mehrsprachigkeit begreifen wir als dynamisch, agil, flexibel und ergebnisoffen; eine Begleitforschung findet in Form zweier Dissertationsvorhaben und einiger Masterarbeiten statt. Die theoretische Einbettung erfolgte in einem Fachbeitrag, der unseren Ansatz wissenschaftlich verankert und kontextualisiert (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B6">Bradlaw et al. 2022</xref>). Den vorliegenden Text begreifen wir als Praxisbericht zur Erl&#228;uterung der Umsetzung des Sprachenkonzepts und als Erg&#228;nzung zu unserer wissenschaftlichen Verortung. Diese direkte Umsetzung, die durch einen Pr&#228;sidiumsbeschluss institutionell legitimiert wurde und unmittelbar in konkrete Ausf&#252;hrungen m&#252;ndete, ist das eigentlich Innovative unseres Sprachenkonzepts. Unser Konzept ersch&#246;pft sich nicht in schriftlichen Absichtserkl&#228;rungen, sondern setzt abstrakte Ideen und Vorstellungen direkt in konkrete Ma&#223;nahmen und Umsetzungen praktisch um.</p>
<p>Im Folgenden stellen wir die einzelnen Ma&#223;nahmen vor und sprachentheoretische und -praktische Bez&#252;ge her. Sie sind im Ma&#223;nahmenkatalog unter anderem nach Zielgruppen sortiert. Das ist kein Zufall. Die Internationalisierungsstrategie der TU Darmstadt wurde in einem partizipativen Prozess erarbeitet, der alle Mitglieder unserer Universit&#228;t adressierte und deren verschiedene Perspektiven einbezog. Dieser Prozess beinhaltete ebenfalls die Vorstellung des Konzepts der funktionalen Mehrsprachigkeit. Es war nicht unumstritten und wurde von den verschiedenen Statusgruppen unterschiedlich diskutiert. Insbesondere Angeh&#246;rige der Gruppe der Verwaltungsmitarbeitenden wiesen explizit auf die Notwendigkeit der Schaffung von Englischkursangeboten hin, die ihre spezifischen Bedarfe erf&#252;llen, zumal die Internationalisierungsstrategie die Etablierung von Englisch als zweite Gremiensprache vorsieht und in diesem Zusammenhang einr&#228;umt: &#8222;Bisher k&#246;nnen nicht alle unsere Mitglieder in ihren Zust&#228;ndigkeitsbereichen in Fremdsprachen (Englisch u.a.) selbstbewusst agieren&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B11">Das Pr&#228;sidium der TU Darmstadt 2021: 74</xref>).<xref ref-type="fn" rid="n11">11</xref> Aus diesem Grund richten sich besonders viele Ma&#223;nahmen an die Statusgruppe der Verwaltungsangestellten/ Administrativ-Technischen Mitarbeitenden (ATMs). Dieser Aspekt ist dem Pr&#228;sidium und auch der Arbeitsgruppe Sprachenkonzept sehr wichtig, weil die Verwaltung in der Regel die sprachenpolitisch am wenigsten beachtete Statusgruppe an einer Hochschule ist, tats&#228;chlich aber eine ebenso relevante wie die anderen Statusgruppen. In diesem Zusammenhang sind insbesondere Verwaltungsabl&#228;ufe wie Zulassungen und Einschreibungen von internationalen Studierenden betroffen, und oft stellen Studienb&#252;ros und Zentrale Einrichtungen wie Universit&#228;tsbibliotheken den ersten Kontaktpunkt zwischen Studierenden und Universit&#228;tsverwaltung dar. Dar&#252;ber hinaus ber&#252;hren sprachenpolitische Regelungen bez&#252;glich der Statusgruppe der ATMs nicht unwesentliche Fragen der arbeitszeitlichen Regelungen (so zum Beispiel &#8222;Gilt das Absolvieren eines Sprachkurses als Arbeitszeit?&#8220;) und der Personalentwicklung (&#8222;Sollte das Absolvieren von Sprachenkursen fester Bestandteil individueller Personalentwicklungspl&#228;ne sein?&#8220;). Neben der Professionalisierung der Englischkenntnisse geht es hierbei aber vor allem auch um den Auf- und Ausbau weiterer Sprachenkenntnisse, so dass beispielsweise Deutsch als Umgebungs- und Unterrichtssprache auch in englischsprachigen Studieng&#228;ngen erworben und gezielt gef&#246;rdert werden soll.</p>
<p>Der Ma&#223;nahmenkatalog der TU Darmstadt ist als dynamisch zu verstehen, er muss kontinuierlich evaluiert und weiterentwickelt werden. Wir haben ihn an dieser Stelle ausschlie&#223;lich in Bezug auf die verschiedenen Zielgruppen sortiert, weil damit am ehesten das Teilziel Professionalisierung deutlich werden kann. Wir gehen nicht auf s&#228;mtliche Einzelma&#223;nahmen ein, sondern verdeutlichen exemplarisch, in welche Richtung ein Ma&#223;nahmenb&#252;ndel geht oder gehen k&#246;nnte. Dabei konzentrieren wir uns auf Ma&#223;nahmen, die wir als beauftragte Entwicklerinnen und Autorinnen von Sprachenkonzept und Ma&#223;nahmenkatalog bez&#252;glich der in der Internationalisierungsstrategie definierten Ziele f&#252;r besonders bedeutsam, f&#246;rderlich und interessant halten. Einige der Ma&#223;nahmen fu&#223;en auf Angeboten, die es bereits jetzt und teilweise schon l&#228;nger gibt. Darauf werden wir an entsprechender Stelle verweisen, wie z.B. auf das bereits sehr gut ausgebaute Angebot des Herkunftssprachenzentrums am Sprachenzentrum der TU Darmstadt (HerSZ); manche Angebote sind bereits st&#228;rker konzeptioniert und k&#246;nnen umgehend umgesetzt werden, andere sind derzeit noch reine Planspiele und Gedankenexperimente und harren der Umsetzung, die aufgrund des Umfangs des Ma&#223;nahmenkatalogs die Besetzung einer eigens daf&#252;r geschaffenen Stelle erfordert. Das, was wir noch sehr stark &#252;berlegen und abw&#228;gen, werden wir sprachlich mittels Konjunktiv verdeutlichen.</p>
</sec>
<sec>
<title>2 Ma&#223;nahmen, die sich an alle Mitglieder der TU Darmstadt und an ihre G&#228;ste richten und in ihrer Summe vornehmlich auf die Sichtbarkeit, Dokumentation und Sensibilisierung der vorhandenen Mehr- und Vielsprachigkeit<xref ref-type="fn" rid="n12">12</xref> an unserer Universit&#228;t zielen</title>
<sec>
<title>2.1 Nennung der Sprachen, in denen man handlungskompetent ist und die das gegenseitige Verst&#228;ndnis f&#246;rdern</title>
<p>Hiermit soll die Sprachenvielfalt, die mit den Handelnden an der Universit&#228;t vorhanden ist, erst einmal dargestellt und ins Bewusstsein ger&#252;ckt werden. Dies kann beispielsweise durch eine mehrsprachige E-Mail-Signatur, auf Stickern oder Buttons, mittels Aufklebern f&#252;r Messen und Empfangstische oder mit Aufstellern auf Schreibtischen geschehen. Hilfreich sind auch vielsprachige Hinweise an T&#252;rschildern, damit Ratsuchende schon vor dem Eintreten erkennen k&#246;nnen, welche Sprachen im dahinterliegenden Zimmer gesprochen werden. Ein T&#252;rschild zweier Kolleginnen am Sprachenzentrum der TU k&#246;nnte also folgenderma&#223;en aussehen:</p>
<p><inline-graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-3521_hufeisen-g3.png"/></p>
<p>Eine andere Gestaltungm&#246;glichkeit k&#246;nnte die folgende sein:</p>
<fig id="F1">
<caption>
<p>Abb. 1: T&#252;rschild mehrsprachig gestaltet</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-3521_hufeisen-g1.png"/>
</fig>
</sec>
<sec>
<title>2.2 Dokumentation der Sprachenvielfalt bei Veranstaltungen</title>
<p>Buttons mit Sprachenangaben oder die Beschilderung in mehreren Sprachen k&#246;nnten bereits mit in die Planung von Veranstaltungen aller Art aufgenommen werden, aber auch BesucherInnen dieser Veranstaltungen k&#246;nnten ihr Namensschildchen mit Hinweisen auf ihre eigenen Sprachen, in denen sie handeln k&#246;nnen und wollen, auflisten.</p>
</sec>
<sec>
<title>2.3 Brosch&#252;re &#8222;Funktionale Mehrsprachigkeit an der TU Darmstadt&#8220; zur internen und externen Information</title>
<p>Das Sprachenkonzept samt Ma&#223;nahmenkatalog liegt durch das Pr&#228;sidium verabschiedet vor. Nun gilt es, dieses Konzept mit Hilfe einer erl&#228;uternden und veranschaulichenden Infobrosch&#252;re in die Universit&#228;t und ihre Verb&#252;nde<xref ref-type="fn" rid="n13">13</xref> hinein zu kommunizieren (dazu mehr weiter unten), aber auch in die Stadt Darmstadt und die &#214;ffentlichkeit zu tragen. Dieser Text soll f&#252;r die eigene Mehrsprachigkeit und die anderer sensibilisieren und auch den Spa&#223;, der daran gekn&#252;pft ist, illustrieren. Diese Infobrosch&#252;re wird anhand zahlreicher Anwendungsbeispiele zeigen und weitere Ideen vorschlagen, wie man selbst funktional mehrsprachig agieren kann. Des Weiteren soll die Brosch&#252;re dazu beitragen, dass &#196;ngste (&#8222;Den Franz&#246;sischunterricht in der Schule habe ich gehasst. Das w&#246;chentliche Vokabelabfragen vor der Klasse war der Horror&#8220;.) oder Bef&#252;rchtungen, mit dieser Sprachenvielfalt extra Arbeit aufgeb&#252;rdet zu bekommen (&#8222;Soll ich jetzt etwa auch noch die Sprache xyz lernen?&#8220;), abgebaut werden k&#246;nnen. Dass Englisch auch an unserer Universit&#228;t st&#228;rker in den Fokus r&#252;cken wird, ist durchaus nicht von allen begeistert aufgenommen worden.</p>
</sec>
<sec>
<title>2.4 Etablierung von <italic>Coffee Breaks</italic> mit Beteiligung Studierender, wissenschaftlicher Mitarbeitender, G&#228;ste: Die Rolle von Mehrsprachigkeit</title>
<p>Hier geht es in erster Linie um Informationen, Sensibilisierung und vor allem um die Entwicklung von mehrsprachigen Routinen: Wie f&#252;hlt es sich an, in einer Fremdsprache tats&#228;chlich zu agieren? Wie funktioniert das, wenn in einem einzigen Gespr&#228;ch mehrere Sprachen parallel gesprochen werden? Diese Form des polyglotten Dialogs kann sowohl bei bereits vorhandenen Veranstaltungsformaten angewendet als auch mit neu zu entwickelnden Diskursen etabliert werden.</p>
</sec>
<sec>
<title>2.5 J&#228;hrliche Beteiligung am Europ&#228;ischen Tag der Sprachen (seit 2001 auf Initiative des Europarats j&#228;hrlich am 26. September begangen)</title>
<p>Hier geht es um Aktionen, Aktivit&#228;ten und Veranstaltungen, die die gelebte Mehrsprachigkeit an der TU Darmstadt nach innen und nach au&#223;en verdeutlichen sollen. Sie k&#246;nnen mit anderen Veranstaltungen kombiniert werden, aber auch eigene &#8222;Sprachen-Veranstaltungen&#8220; sein. In kleineren Formaten wurde das im Rahmen von Tagen der Offenen T&#252;r bereits mehrfach getestet, und die Resonanz sowohl von Mitgliedern der TU als auch von externen G&#228;sten war in der Regel sehr positiv.</p>
</sec>
<sec>
<title>2.6 Einf&#252;hrung von Sprachenwochen begleitet von &#228;quivalentem kulinarischem Mensa-Angebot (z.B. das Durchf&#252;hren einer &#8222;Indischen Woche&#8220;)</title>
<p>Hier k&#246;nnen Fachvortr&#228;ge in verschiedenen Sprachen zu der/den Schwerpunktsprache/n dieser spezifischen Woche angeboten werden; eine Sprachen-Ringvorlesung kann popul&#228;rwissenschaftlich &#252;ber Sprachen informieren und so auch zur Verbesserung der Wissenschaftskommunikation in die Stadt hinein beitragen. Wenn es um Sprachenwochen geht, k&#246;nnten entsprechende geistige Angebote mit kulinarischen Angeboten in der Mensa kombiniert werden, so wie es bereits &#8222;Bayrische Wochen&#8220; gibt oder auf dem Darmst&#228;dter Weihnachtsmarkt die Partnerst&#228;dte mit nationalen kulinarischen Besonderheiten vertreten sind, k&#246;nnte es auch in der Mensa durchgef&#252;hrt werden. Erg&#228;nzend werden Informationen zu L&#228;ndern, Leuten, Kulturen und Sprachen gegeben.</p>
</sec>
<sec>
<title>2.7 Mehrsprachige Beschilderung/Wegweiser (neben Deutsch und Englisch jeweils mindestens eine weitere Sprache und bei neu zu beschildernden Bauvorhaben)</title>
<p>Eine Ma&#223;nahme, die hohe Sichtbarkeit, betr&#228;chtliche Signalwirkung, Einfachheit in der Umsetzung und einen erheblichen Spa&#223;faktor in sich vereint, ist die mehrsprachige Beschilderung von TU-Geb&#228;uden und das Anbringen mehrsprachiger Wegweiser auf den Campus-Gel&#228;nden. Angedacht ist, die Schilder und Wegweiser stets in den Sprachen Deutsch und Englisch zu gestalten und sie jeweils um eine dritte, von Schild zu Schild wechselnde, Sprache zu komplettieren. Inspiriert ist diese Idee durch die Gestaltung der Pariser Metrostation Franklin D. Roosevelt:</p>
<fig id="F2">
<caption>
<p>Abb. 2: In einer Pariser Metrostation (Quelle: Constanze Bradlaw)</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-3521_hufeisen-g2.png"/>
</fig>
<p>Ein erheblicher Teil des Charmes dieses Designs liegt in dem schm&#252;ckenden Element nicht-lateinischer Schriftsysteme, aber auch in der Freude des Wiedererkennungswerts, der ihnen inne liegt, und Personen, die Lesekompetenzen in dieser Sprache haben, erfreut. Erg&#228;nzt werden k&#246;nnen die dreisprachigen Beschilderungen und Wegweiser mit einem QR-Code, hinter dem Informationen zu der dritten Sprache hinterlegt sind (Name der Sprache, Herkunft, Verbreitung, Anzahl der Sprechenden u.v.m.). Diese dritten Sprachen k&#246;nnten im Zuge der Ermittlung des Sprachenrepertoires aller Mitglieder der TU Darmstadt identifiziert und hier abgebildet werden, was die Verkn&#252;pfung zwischen der Universit&#228;t und der sie beheimatenden Stadt st&#228;rkt. Da es sich hierbei um eine Ma&#223;nahme handelt, die im &#246;ffentlichen Raum stattfindet, k&#246;nnte dies auch eine touristische Attraktion f&#252;r G&#228;ste und BesucherInnen Darmstadts darstellen. Dies gilt beispielsweise f&#252;r das Schloss Darmstadt, das sich als Immobilie im Besitz der TU befindet und als mitten in der Stadt gelegener Anziehungspunkt f&#252;r TouristInnen eine wichtige Rolle auch bei gef&#252;hrten Touren spielt. Die Umsetzung dieser Ma&#223;nahme w&#252;rde zudem sehr pr&#228;gnant die Weltoffenheit der Wissenschaftsstadt Darmstadt und ihrer Universit&#228;t unterstreichen.</p>
<p>Ein weiterer Teil dieser Einzelma&#223;nahme wird die &#220;berpr&#252;fung von Icons auf ihre (interkulturelle) Lesbarkeit hin sein. Die Ber&#252;cksichtigung wichtiger Aspekte wie Leserichtung und Farbgestaltung k&#246;nnen erheblich zur Wahrnehmung und faktischem Erzielen der von den Designern intendierten Interpretation beitragen. Farben als parasprachlichem Signal kommt hier sicherlich eine &#252;bergeordnete Bedeutung zu, sie stehen jedoch auch in Bezug zu Fragen internationaler Gepflogenheiten (zum Beispiel die Farbe Rot als Warn- und Aufmerksamkeitssignal), des Corporate Designs einer Hochschule (die Geb&#228;ude der TU Darmstadt sind anhand eines eigens geschaffenen Schildes deutlich erkennbar) oder auch des Denkmalschutzes (relevant bei historischen Geb&#228;uden wie dem Darmst&#228;dter Schloss). Die Pr&#252;fung des Beschilderungsbestands hinsichtlich Sprachenvielfalt/Mehrsprachigkeit ist eine dem nachgelagerte Ma&#223;nahme; der Bestand k&#246;nnte sukzessive angepasst werden.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>3 Ma&#223;nahmen, die sich an Gremienbeteiligte richten, die beispielsweise Mitglieder im Senat oder der Universit&#228;tsversammlung sind</title>
<p>Hier nennen wir die, aus Sicht des Pr&#228;sidiums, wahrscheinlich dringlichste Ma&#223;nahme, n&#228;mlich die Entwicklung und Ausbildung von Englisch als zweiter Gremiensprache. Dazu geh&#246;ren bereits jetzt laufende Coachings, TANDEMs und andere Begleitma&#223;nahmen f&#252;r Mitglieder dieser Gremien wie auch neu zu konzipierende Spezialkurse, die die f&#252;r diesen Kontext relevanten Diskurs- bzw. Textsorten wie beispielsweise eine Senatssitzung oder das Erstellen von Pr&#228;sidiumsvorlagen zum Gegenstand machen. Bei der Umsetzung dieser Ma&#223;nahme ist besonders der Umstand zu beachten, dass die verhandelten Inhalte zwar auf Englisch kommuniziert werden sollen, dass es sich aber auch weiterhin um die Sitzung eines Senats im deutschen und deutschsprachigen Hochschulraum handelt, die sich juristisch auf deutsche (und deutschsprachige) Textgrundlagen bezieht. Das gilt auch f&#252;r mehrsprachige Diskurse, bei denen vielleicht englischsprachige Termini verwendet werden, die in englischsprachigen L&#228;ndern im Einzelnen auf andere juristische Tatbest&#228;nde verweisen, als der englischsprachige Terminus im deutschsprachigen Zusammenhang.<xref ref-type="fn" rid="n14">14</xref></p>
</sec>
<sec>
<title>4 Ma&#223;nahmen, die Studierende, Lehrende, Forschende, Verwaltungsangestellte/ATM unterst&#252;tzen</title>
<sec>
<title>4.1 Verbesserung der Sprachenhandlungskompetenzen auf Englisch</title>
<p>Die meisten Hochschulangeh&#246;rigen bestimmter Statusgruppen verf&#252;gen nach eigenem Verst&#228;ndnis &#252;ber ausreichende bzw. gute und sehr gute Sprachenhandlungskompetenzen auf Englisch. F&#252;r sie w&#228;re ein passgenaues Angebot auf Nachfrage zu erstellen. Alle anderen Gruppen k&#246;nnen mit eigenen (Fach)Sprachenangeboten in Englisch unterst&#252;tzt werden, die entweder im Rahmen der Weiterbildung, des Studium generale und damit extracurricular oder auch im Rahmen von curricularen Studienangeboten entwickelt und vorgehalten werden. Hier gilt es, derart passgenaue Angebote zu unterbreiten, dass sie die jeweilige Zielgruppe tats&#228;chlich dort abholen, wo sie steht, und ihre Inhalte so zielgruppengerecht auszurichten und zu gestalten, dass sie tats&#228;chliche Bedarfe stillen und einen echten Mehrwert generieren. Eine M&#246;glichkeit, die erw&#228;hnten Weiterbildungsm&#246;glichkeiten zu institutionalisieren, zu formalisieren und auch sprachen- und hochschul&#252;bergreifend zu organisieren, ist der gegebenenfalls kumulierende Erwerb von <italic>Micro Credentials</italic> (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B6">Bradlaw et al. 2022</xref> sowie beispielsweise <xref ref-type="bibr" rid="B26">Hochschulrektorenkonferenz 2020</xref> oder <xref ref-type="bibr" rid="B18">European Commission 2021</xref>), um auch einzelne fachsprachliche, sprachen&#252;bergreifende oder interkulturelle Kompetenzen nachzuweisen.</p>
<p>Dabei sollen andere Sprachen nicht vernachl&#228;ssigt werden; so sind beispielweise Italienischkenntnisse, auch und gerade fachsprachliche, weiterhin f&#252;r diejenigen aus dem Fachbereich Architektur relevant, die sich zu Studien- oder Forschungszwecken oder auch im Rahmen von MitarbeiterInnenmobilit&#228;t an unserer italienischen Unite!-Partneruniversit&#228;t aufhalten.</p>
</sec>
<sec>
<title>4.2 F&#246;rderung und Professionalisierung der Sprachenhandlungskompetenzen in allen Unite!-Sprachen</title>
<p>Der geplante Metacampus von Unite!, dem europ&#228;ischen Hochschulverbund, dem die TU Darmstadt angeh&#246;rt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B33">Unite! o.J.</xref>), sieht Sprachenangebote innerhalb der Allianz vor. Dabei sind nat&#252;rlich neben der Hauptkommunikationssprache Englisch auch die anderen Unite!-Sprachen Deutsch, Finnisch, Franz&#246;sisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch, Schwedisch und Spanisch/Katalanisch ebenfalls auszubilden, weshalb einschl&#228;gige Angebote zu unterbreiten w&#228;ren. Das Sprachenzentrum der TU Darmstadt hatte bereits vor dem Zusammenschluss in Unite! alle diese Sprachen im Portfolio und muss hier nun zielgruppenspezifisch nachsch&#228;rfen. Das beinhaltet &#220;berlegungen, die darauf abzielen, insbesondere hinsichtlich der Studierendenmobilit&#228;t die Bedeutung interkultureller Kompetenzen als integralen Bestandteil des Sprachenerwerbs und -trainings st&#228;rker zu betonen. Der letzte Aspekt spielt im Hochschulkontext eine besondere Rolle, wenn es darum geht, implizite fremdsprachliche Textsortenkonventionen aus Lernendenperspektive anzuwenden bzw. aus Lehrendenperspektive zu vermitteln (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B27">Hufeisen 2002</xref>).</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>5 Ma&#223;nahmen f&#252;r Personen, die sich in den Bereichen DaF und DaZ qualifizieren wollen</title>
<p>Hier geht es um die F&#246;rderung und Professionalisierung der Sprachenhandlungskompetenzen in Deutsch als Fremd- und Zweitsprache mittels regul&#228;ren Masterstudiengangs (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B29">Masterstudiengang Angewandte Linguistik Schwerpunkt DaF/DaZ o.J.</xref>), aber auch um fort- und weiterbildende sowie weiterqualifizierende Angebote des Fachgebiets Sprachwissenschaft Mehrsprachigkeit am Institut f&#252;r Sprach- und Literaturwissenschaft des Fachbereichs Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften sowie des Sprachenzentrums, f&#252;r DaZ spezifisch auch das Herkunftssprachenzentrum. An dieser Stelle ist die besondere F&#246;rderung von Deutsch als Fremdsprache als Lehr- und Umgebungssprache und die damit verbundene Verbesserung der Studierf&#228;higkeit und des Studienerfolgs zu erw&#228;hnen. Angemessene Deutschkenntnisse sind entweder in konkreten Arbeitssituationen unabdingbar oder werden von zuk&#252;nftigen Arbeitgebern sogar erwartet<xref ref-type="fn" rid="n15">15</xref>, weshalb Deutschf&#246;rderung auch Vorteile bei der Praktikums- und Arbeitsplatzsuche internationaler Studierender bedeutet.</p>
<p>Das Fachgebiet Sprachwissenschaft-Mehrsprachigkeit hat zahlreiche einschl&#228;gige Erfahrungen sammeln k&#246;nnen, beispielsweise mit der kurzfristigen Fort- und Weiterbildung von Lehramtsstudierenden aller F&#228;cher, die sich ab 2015 in den Schulen engagieren wollten, um gefl&#252;chtete Kinder und Jugendliche bei der (sprachlichen) Integration zu unterst&#252;tzen, oder auch mit der fachlichen Begleitung von Interessierten, die sich ab 2015 ehrenamtlich als DeutschlernhelferInnen engagieren wollten und heute noch m&#246;chten (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B19">Fachgebiet Sprachwissenschaft-Mehrsprachigkeit o.J.</xref>). Hier wurden bereits vielf&#228;ltige Formate pilotiert und etabliert, die das regul&#228;re DaF-/DaZ-Studium keinesfalls ersetzen k&#246;nnen oder sollen, aber durchaus Ausweichangebote f&#252;r Menschen darstellen, die ein Studium aus unterschiedlichsten Gr&#252;nden nicht absolvieren k&#246;nnen oder wollen.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus richten sich weitere Angebote zur F&#246;rderung von Deutsch als Fremdsprache an GastwissenschaftlerInnen aus dem Ausland, um eine Partizipation &#252;ber den Forschungsbereich hinaus an der universit&#228;ren Kommunikation sowie die Integration in die neue Lebenswelt zu erm&#246;glichen.</p>
</sec>
<sec>
<title>6 Ma&#223;nahmen f&#252;r Besch&#228;ftigte der TU Darmstadt</title>
<sec>
<title>6.1 Infobrosch&#252;re &#8222;funktionale Mehrsprachigkeit&#8220; f&#252;r die TU intern</title>
<p>Um das Sprachenkonzept der TU Darmstadt intern bekannter zu machen und f&#252;r die aktive Mitwirkung aller Besch&#228;ftigten zu motivieren, soll eine Infobrosch&#252;re das Konzept allgemeinverst&#228;ndlich vorstellen und anhand konkreter Beispiele aus dem Hochschulalltag aufzeigen, was unter funktionaler Mehrsprachigkeit zu verstehen ist und wie sie gelingen kann. Dabei sollen anhand von FAQs auch wahrscheinlich zu erwartende Fragen aufgegriffen und etwaigen Vorbehalten begegnet werden. Neue Besch&#228;ftigte erhalten die Brosch&#252;re zum Dienstantritt und erhalten in Workshops die Gelegenheit, sprachen&#252;bergreifende Kommunikationsformen auszuprobieren.</p>
</sec>
<sec>
<title>6.2 Evaluation digitaler Sprachenlernangebote</title>
<p>Das in der Gr&#252;ndung befindliche &#8222;Zentrum f&#252;r digitales Sprachenlernen&#8220; (ZediS) am Sprachenzentrum der TU soll eine Anlaufstelle f&#252;r die Identifikation und das Definieren von Einsatzm&#246;glichkeiten digitaler Angebote zur Verbesserung individueller sprachlicher Kompetenzen sein. Marktg&#228;ngige Sprach(en)lernprogramme sollen hier auf ihre Tauglichkeit f&#252;r akademische und wissenschaftliche Zusammenh&#228;nge &#252;berpr&#252;ft und bewertet werden. Betrachtet werden sollen allerdings nicht nur Spach(en)lernprogramme, sondern auch breit genutzte &#220;bersetzungsprogramme, die zwar eine sicherlich befriedigende erste Unterst&#252;tzung bieten, f&#252;r das Erstellen professioneller akademisch-wissenschaftlicher Texte jedoch in der Regel den in dieser Dom&#228;ne herrschenden hohen Anforderungen nicht gen&#252;gen. Nachfragende Universit&#228;tsangeh&#246;rige sollen hier eine hilfreiche Einsch&#228;tzung erhalten, die sie bei der Entscheidungsfrage unterst&#252;tzt, ob ihr maschinell &#252;bersetzter Text f&#252;r die intendierte Zielsetzung ausreicht, oder ob er doch einer professionellen &#220;bersetzung oder &#220;berarbeitung durch Fachleute bedarf. Denn f&#252;r eine erste (vorl&#228;ufige) maschinelle &#220;bersetzung im Sinne der Rezeption, also um einen Text in seinen Grundz&#252;gen zu verstehen und einordnen zu k&#246;nnen, sind viele der markt&#252;blichen &#220;bersetzungsprogramme sicher gut geeignet. Ein tieferes Verst&#228;ndnis bez&#252;glich von Metaphern, Ambiguit&#228;ten oder semantischen und pragmatischen Feinheiten k&#246;nnen sie nicht leisten.</p>
</sec>
<sec>
<title>6.3 Erstellung eines Glossars g&#228;ngiger Verwaltungsbegriffe</title>
<p>Das an der TU Darmstadt aktuell vorhandene Glossar, das Begriffe aus dem Universit&#228;tskontext in Deutsch und Englisch auflistet, dient als wichtige Arbeitshilfe f&#252;r Belange der Verwaltung und die hier zu bew&#228;ltigende allgemeine Kommunikation. Da die Internationalisierungsstrategie Englisch als zweite Gremiensprache festlegt, wird dieses Glossar kontinuierlich weiter ausgebaut, wobei insbesondere eine Kontextualisierung der einzelnen Begriffe mit Beispiels&#228;tzen angestrebt wird, wie dies bereits Glossare beinhalten, die in anderen Bundesl&#228;ndern zentral als Service f&#252;r die Hochschulen verwaltet werden (u.a. Baden-W&#252;rttemberg, Bayern) oder auch Online-W&#246;rterb&#252;cher integrieren. Termini in weiteren Sprachen, die sich beispielsweise aus spezifischen Kontexten universit&#228;rer Kooperationen ergeben und/oder nationale Spezifika darstellen, k&#246;nnen das Glossar nach und nach auf zus&#228;tzliche Sprachen ausweiten. Wir erweitern so nicht nur die Fokussierung auf das Englische auf andere (wissenschaftlich und dar&#252;ber hinaus) relevante Sprachen, sondern greifen durch diese Vorgehensweise auch wissensgenerierende und erprobte Praktiken in Bezug auf Wortschatzarbeit auf. Der Aufbau eines mehrsprachigen Glossars beispielsweise nach finnischem Vorbild<xref ref-type="fn" rid="n16">16</xref> k&#246;nnte sich dem deutsch-englischen in einem n&#228;chsten Schritt anschlie&#223;en und Sprachen ber&#252;cksichtigen, die in einer vorherigen Abfrage in den Fachbereichen und zentralen Einrichtungen als besonders relevant eingestuft wurden.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>7 Ma&#223;nahmen f&#252;r Besch&#228;ftigte der TU Darmstadt mit Fokus Hochschulverwaltung</title>
<p>Hier gilt es, besonders sorgf&#228;ltig Englischkurse, speziell auch f&#252;r die Zielgruppe der Hochschulverwaltung, zu entwickeln, nicht nur, weil Englisch als zweite Gremiensprache in der Internationalisierungsstrategie definiert wurde und diese Zielgruppe bei vielen Internationalisierungs&#252;berlegen ungen&#252;gend prominent im Fokus steht, sondern auch, weil sie f&#252;r alle Internationalisierungsumsetzungen von hoher Relevanz ist. Hochschulverwaltende sorgen im Idealfall f&#252;r die reibungslose Koordinierung der Interaktion von Lehre und Forschung, indem sie beispielsweise R&#228;ume buchen, Termine koordinieren, Reisen planen, administrative Studiengangsfragen kl&#228;ren oder, vielleicht am wichtigsten von allem, die Kommunikation zwischen den verschiedenen Parteien herstellen oder gar erm&#246;glichen. Dass die Teilnahme an spezifischen und zielgerichteten Sprachenkursen als regul&#228;re Arbeitszeit im besten Sinne der Weiterbildung gilt, soll hier &#8211; aus unserer Sicht heraus &#8211; als selbstverst&#228;ndlich betont werden.</p>
</sec>
<sec>
<title>8 Ma&#223;nahmen f&#252;r DoktorandInnen der TU Darmstadt</title>
<p>Workshops f&#252;r Ingenium, der Aus- und Weiterbildungsinstitution f&#252;r Pr&#228;- und Post-Docs an der TU Darmstadt, sollen aufzeigen, wie die Mehrsprachigkeit f&#252;r die eigene Forschung sowie deren Kommunikation genutzt werden kann. Dabei soll Englisch, wie von der Hochschulleitung gew&#252;nscht, im Vordergrund stehen. Gleichzeitig soll verdeutlicht werden, dass es &#252;ber das Englische hinaus viele weitere Sprachen gibt, in denen Forschung betrieben und kommuniziert werden kann bzw. wird. Englisch mag derzeit die <italic>Lingua franca/ Lingua academica</italic> darstellen; ob sie dies in (naher) Zukunft noch so sein wird, wissen wir heute noch nicht.</p>
</sec>
<sec>
<title>9 Ma&#223;nahmen f&#252;r Herkunftssprechende</title>
<p>Die Unterst&#252;tzung bei der Aufrechterhaltung und dem Erhalt der jeweiligen eigenen Herkunftssprache(n), auch zur F&#246;rderung der sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen, ist bereits am Herkunftssprachenzentrum am Sprachenzentrum der TU Darmstadt situiert und etabliert (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B23">Herkunftssprachenzentrum o.J.</xref>). Die damit in Zusammenhang stehenden Angebote werden kontinuierlich weiter ausgebaut. Gleichzeitig soll der Bereich des Deutschen als Zweitsprache intensiviert werden, um DaZ-Sprechende und -Schreibende bei ihrer Professionalisierung und Routinisierung ihrer Zweitsprache Deutsch bestm&#246;glich zu unterst&#252;tzen. Die hier bestehenden und weiter auszubauenden Angebote begreifen wir auch als einen Ausdruck der an der TU Darmstadt als Europ&#228;ischer Technischer Universit&#228;t herrschenden Willkommenskultur, die die bei uns heute schon herrschende Diversit&#228;t wertsch&#228;tzt und f&#246;rdert.</p>
</sec>
<sec>
<title>10 Ma&#223;nahmen f&#252;r Lehrende</title>
<p>Hier nur kurz erw&#228;hnt werden sollen Angebote zur sprachlichen Qualifizierung von Lehrenden, die beispielsweise sprachen&#252;bergreifende Konzepte und CLIL in der universit&#228;ren Lehre vermitteln sollen sowie innerhalb des Unite!-Verbunds im Rahmen von <italic>Teaching and Learning Activities</italic> (TLA) weitere Qualifizierungsm&#246;glichkeiten anbieten. Dies werden wir an anderer Stelle weiter ausf&#252;hren.</p>
</sec>
<sec>
<title>11 Ma&#223;nahmen zur Begleitforschung und Evaluation des Ma&#223;nahmenkatalogs der TU Darmstadt</title>
<p>Die Ma&#223;nahmen bzw. ihre Wirkung zu eruieren und zu erforschen, betrachten wir als eine der Hauptaufgaben des Fachgebiets Sprachwissenschaft-Mehrsprachigkeit, aus welchem heraus auch das Sprachenkonzept und der Ma&#223;nahmenkatalog im Auftrag des Vizepr&#228;sidenten f&#252;r Internationalisierung entstand. Hier werden Teilthemen als Masterarbeiten und Dissertationen vergeben und bereits bearbeitet, dar&#252;ber hinaus m&#246;chten wir weitere AkteurInnen der TU Darmstadt ansprechen, forschungsbegleitend die Wirksamkeit und den Erfolg der Ma&#223;nahmen zu untersuchen. Dazu k&#246;nnten das Referat f&#252;r interne Weiterbildung, das Qualit&#228;tsmanagement oder das Dezernat Internationales, aber auch andere wissenschaftliche Einheiten der TU Darmstadt geh&#246;ren. Hier werden sich im Laufe der Umsetzung der im Ma&#223;nahmenkatalog beschriebenen Initiativen Interessen und Notwendigkeiten ergeben, die sich in eigenen Evaluationsma&#223;nahmen ausdr&#252;cken werden.</p>
<sec>
<title>11.1 Linguistische Begleitforschung</title>
<p>Einerseits ist es aus linguistischer Sicht bedeutsam, mehrsprachige Diskurse des t&#228;glichen Hochschulalltags zu untersuchen, weil es die Gelegenheit zu einer derart gro&#223;en Feldforschung bislang nicht gab (wenn man von Diskursforschung in mehrsprachigen L&#228;ndern wie Luxemburg oder Belgien absieht). Andererseits gilt es herauszufinden, ob ein so gro&#223;es Projekt, wie es das Sprachenkonzept der TU Darmstadt darstellt, &#252;berhaupt umfassend gelingen kann, oder ob sich Einzelma&#223;nahmen als zu idealistisch oder schlicht als unrealistisch erweisen. Rein linguistische Fragen k&#246;nnten z.B. sein: Wie funktioniert die funktionale Mehrsprachigkeit ganz generell? Ver&#228;ndert sich durch sie etwas im Laufe des Diskurses bei Menschen? Wenn ja, was und wie? Wenn nein, warum nicht? Welche Sprachen sind solche, die Diskurse tragen k&#246;nnen? Wie weit reicht Englisch als <italic>Lingua franca</italic>? Die Dimensionen der Erforschung reichen von kleineren und gr&#246;&#223;eren Projekten in entsprechenden Seminaren, &#252;ber Seminarprojekte, Drittmittelprojekte, Dissertationen und auch Habilitationen.</p>
</sec>
<sec>
<title>11.2 Ver&#246;ffentlichung von einschl&#228;gigen Forschungsergebnissen, auch von Erfahrungsberichten von GastwissenschaftlerInnen (Incoming und Outgoing)</title>
<p>Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung sind sowohl von grundlegender Bedeutung f&#252;r die Mehrsprachigkeitsforschung als auch f&#252;r Fragen des Sprachenmanagements an deutschen und europ&#228;ischen Hochschulen. Ihre Ver&#246;ffentlichung ist daher von hoher Relevanz f&#252;r die zuk&#252;nftige Gestaltung hochschulischer Sprachenpolitiken (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B13">Dovalil/&#352;ichov&#225; 2017: 25&#8211;28</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B24">Hettiger 2019: 43&#8211;67</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B28">Kaplan/Baldauf Jr 1997: 59&#8211;83</xref>).</p>
</sec>
<sec>
<title>11.3 Fachspezifische Diskussionen auf von der TU Darmstadt organisierten und durchgef&#252;hrten Veranstaltungen zur Rolle von Sprachen</title>
<p>Hier k&#246;nnten, hochschulinterne aber auch &#246;ffentlich angebotene, Diskussionsrunden zu Themen wie &#8222;Meine Fachsprache auf Deutsch, meine Fachsprache f&#252;r die Schule&#8220; oder &#8222;Reicht Englisch tats&#228;chlich f&#252;r alle Kommunikationsarten?&#8220; zur allgemeinen Debatte und (Fort)Entwicklung der Sensibilisierung f&#252;r den Komplex Mehrsprachigkeit beitragen. Dies k&#246;nnte auch &#252;ber die Einbindung weiterer (wissenschaftlicher) Partnerinstitutionen (zum Beispiel die in Darmstadt ans&#228;ssige Schader-Stiftung) oder anderer Hochschulen in Darmstadt und dar&#252;ber hinaus erfolgen.</p>
</sec>
<sec>
<title>11.4 Formative und summative Evaluation der Ma&#223;nahmen</title>
<p>An der Ausarbeitung formativer und summativer Evaluationsm&#246;glichkeiten als eine der umzusetzenden Ma&#223;nahmen arbeiten wir im Team aktuell. Wir werden unsere diesbez&#252;glichen &#220;berlegungen und gegebenenfalls ersten Ergebnisse mittels weiterer Publikationen der kritischen Fach&#246;ffentlichkeit zur Diskussion stellen.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>12 Schlussbemerkung</title>
<p>Wir haben versucht, deutlich zu machen, dass die mit unserem Sprachenkonzept verbundene Planung, deren Umsetzung dar&#252;ber hinaus au&#223;erordentlich dynamisch abl&#228;uft, umfangreich und langfristig ist. Sie kann deshalb nicht auf der Durchf&#252;hrung von wenigen Workshops und dem Anbieten von einigen Weiterbildungsangeboten fu&#223;en. Vielmehr handelt es sich hier um eine langfristige Daueraufgabe f&#252;r zahlreiche AkteurInnen, sich flexibel und agil auf Bedarfe und neue Situationen einzustellen. Es gilt, fortw&#228;hrend zu &#252;berpr&#252;fen, inwiefern die Ma&#223;nahmen bei den Zielgruppen auf Resonanz sto&#223;en, ob und wie sie greifen und welche Korrekturen und Weiterentwicklungen vorzunehmen sind. Dabei setzen wir durch die Sichtbarmachung von Sprachen auch auf Kommunikationsimpulse, die nicht als Ma&#223;nahme von oben herab im Sinne eines <italic>Top Down</italic> initiiert werden, sondern sich aufgrund des Interesses an der Sprache, der kulturellen Hintergr&#252;nde oder auch der angestrebten Erweiterung des eigenen Wissens im Sinne eines <italic>Bottom Up</italic> ergeben. Menschen tauschen sich &#252;ber ihre Sprachen aus, gehen selbstbewusster mit ihren diversen Herk&#252;nften um und erleben so Teilhabe und eine Verbindung, die &#252;ber die lokale Institution hinausgeht und &#252;berregionale, europ&#228;ische sowie globale Dimensionen ber&#252;hrt. Die in diesem Beitrag vorgestellten Ma&#223;nahmen k&#246;nnen einen Ansatzpunkt bilden, um diese &#252;bergeordneten Ziele zu erreichen.</p>
</sec>
</body>
<back>
<fn-group>
<fn id="n1"><p>Der Terminus Hochschule ist in diesem Aufsatz als Sammelbegriff zu verstehen f&#252;r s&#228;mtliche Institutionen des terti&#228;ren Bildungssektors.</p></fn>
<fn id="n2"><p>Siehe hierzu exemplarisch <xref ref-type="bibr" rid="B21">Fukuyama 2019: 189&#8211;191</xref> und <xref ref-type="bibr" rid="B30">McIntyre 2018: 5&#8211;8</xref>.</p></fn>
<fn id="n3"><p>Die Gro&#223;schreibung der Adjektive ist eine Kennzeichnung ihres Kontextes. Initiativen, die in Bezug zu Strategien, Initiativen oder Ma&#223;nahmen offizieller EU-Organe stehen, werden durch die Majuskel &#8222;E&#8220; im Adjektiv europ&#228;isch kenntlich gemacht.</p></fn>
<fn id="n4"><p>Die Universit&#228;tspr&#228;sidentin der TU Darmstadt hat derzeit ebenfalls das Amt der Pr&#228;sidentin von Unite! inne.</p></fn>
<fn id="n5"><p>In diesem Zusammenhang weist die &#214;konomin Maja G&#246;pel auf die Notwendigkeit einer &#8222;Zweiten Aufkl&#228;rung&#8220; hin: &#8222;In the decades to come, the old and alternative paradigms will be struggling to fit the shape taken by what could become the Second Enlightenment. Our task is to fill the reservoir of social and cultural inventions with ideas, norms, principles and values that support a de-commodified view of human needs, nature and money, based on twenty-first century natural and social sciences that include many non-quantifyable variables&#8221; (<xref ref-type="bibr" rid="B22">G&#246;pel: 2016: 5</xref>).</p></fn>
<fn id="n6"><p>Die wesentliche Unterscheidung von Cummins (<xref ref-type="bibr" rid="B9">1979</xref>) in Umgangssprache (BICS, Basic Interpersonal Communication Skills) und Bildungssprache (CALP, Cognitive Academic Language Proficiency) blieb bei der Definierung der Niveaustufen des GER unber&#252;cksichtigt.</p></fn>
<fn id="n7"><p>Diesem Umstand wird in der &#8222;Rahmenordnung &#252;ber Deutsche Sprachpr&#252;fungen f&#252;r das Studium an deutschen Hochschulen&#8220; (RO-DT) beispielsweise Rechnung getragen, indem beim Pr&#252;fungsformat DSH explizit die &#8222;wissenschaftssprachlichen Strukturen&#8220;, die Bestandteil der Pr&#252;fungsleistung sein m&#252;ssen, benannt werden (<xref ref-type="bibr" rid="B25">HRK 2015: 3</xref>).</p></fn>
<fn id="n8"><p>Zum Prozess der Schaffung eines einheitlichen Bildungs- und Forschungsraums haben Toens (<xref ref-type="bibr" rid="B31">2007</xref>) und Walter (<xref ref-type="bibr" rid="B34">2007</xref>) konzise Darstellungen publiziert.</p></fn>
<fn id="n9"><p>Der Europarat (Council of Europe) ist nicht zu verwechseln mit dem Europ&#228;ischen Rat (European Council), obgleich letzterer als beispielsweise das Barcelona-Abkommen verantwortendes Gremium ebenfalls sprachenpolitisch relevant ist.</p></fn>
<fn id="n10"><p>Erste &#220;berlegungen zu funktionaler Mehrsprachigkeit haben wir bereits an anderer Stelle ausgef&#252;hrt und werden sie in noch folgenden Aufs&#228;tzen weiter vertiefen.</p></fn>
<fn id="n11"><p>Zwei Formulierungen erscheinen uns hier bemerkenswert: das Adjektiv selbstbewusst verweist auf metasprachliche Aspekte des Sprachengebrauchs wie beispielsweise die Verbindung sprachlicher Faktoren mit emotionalen; die Verwendung unter anderem weitet das Verst&#228;ndnis bez&#252;glich der N&#252;tzlichkeit und Sinnhaftigkeit des Sprachengebrauchs jenseits des English Only.</p></fn>
<fn id="n12"><p>Mehrsprachigkeit bezieht sich in unserer Verwendung auf das Individuum, Vielsprachigkeit auf eine Gesellschaft.</p></fn>
<fn id="n13"><p>Die TU Darmstadt ist sowohl &#252;ber den Verbund der Rhein-Main-Universit&#228;ten (RMU) mit Partneruniversit&#228;ten in Frankfurt und Mainz regional, als auch &#252;ber die Europ&#228;ische Hochschulallianz University Network for Innovation, Technology and Engineering (Unite!) international bzw. europaweit vernetzt.</p></fn>
<fn id="n14"><p>So bezeichnet beispielsweise das englische &#8222;Critical Incident&#8220; Situationen, die im medizinischen Sinne kritisch sind, in denen es also um Leben und Tod geht, wie beispielsweise Evakuierungspl&#228;ne im Falle eines Terroranschlags. Im Deutschen hingegen werden hierunter Situationen gefasst, die unangenehm sind und ein Eskalationsrisiko bergen, wie beispielsweise kommunikative Konfliktsituationen, die Angestellte st&#228;dtischer Beh&#246;rden im Umgang mit BesucherInnen bew&#228;ltigen m&#252;ssen.</p></fn>
<fn id="n15"><p>Beispielsweise sind unserer Beobachtung nach Baustellen derzeit ein lebendiges Beispiel f&#252;r gelingende Kommunikation in funktionaler Mehrsprachigkeit mit einem meist breit gestreuten Mix aus Sprachen, oft verschiedenen osteurop&#228;ischen, aber immer auch unter Einschluss des Deutschen und seiner Varianten. Diese Kommunikation muss gelingen, weil ansonsten die Folge Bausch&#228;den sein k&#246;nnten.</p></fn>
<fn id="n16"><p>Siehe hierzu das finnische &#8222;Higher Education Glossary&#8220; (<ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://valter.sanakirja.fi/content/valter/korkeakoulusanasto?linkType=inner-link">https://valter.sanakirja.fi/content/valter/korkeakoulusanasto?linkType=inner-link</ext-link>) mit Termini in den Sprachen Finnisch, Schwedisch, Englisch, Deutsch, Franz&#246;sisch, Spanisch, Russisch.</p></fn>
</fn-group>
<sec>
<title>Dank</title>
<p>Wir danken unserer (mehrsprachigen) wissenschaftlichen Hilfskraft Jihyeon Lee, M.A. f&#252;r die Unterst&#252;tzung bei der formalen Gestaltung des Beitrags und f&#252;r die sorgf&#228;ltige &#220;berpr&#252;fung der Koh&#228;renz von Verweisen im Text und im Literaturverzeichnis. Alle verbliebenen Fehler haben wir nat&#252;rlich selbst zu verantworten.</p>
</sec>
<ref-list>
<title>Literatur</title>
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<title>Kurzbio</title>
<p>Die Autorinnen arbeiten und forschen an der TU Darmstadt. Sie besch&#228;ftigen sich unter anderem mit Mehrsprachigkeit, Schreiben in der Fremdsprache, Linguistic Landscapes, Sprachenpolitik und Interna-tionalisierung der Hochschulen.</p>
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<bold>Anschrift:</bold>
<p>Technische Universit&#228;t Darmstadt</p>
<p>Fachgebiet Sprachwissenschaft &#8211; Mehrsprachigkeit,</p>
<p>Hochschulstr. 1</p>
<p>64289 Darmstadt.</p>
<p><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:constanze.bradlaw@tu-darmstadt.de">constanze.bradlaw@tu-darmstadt.de</ext-link></p>
<p><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:britta.hufeisen@tu-darmstadt.de">britta.hufeisen@tu-darmstadt.de</ext-link></p>
<p><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:stefanie.noelle-becker@tu-darmstadt.de">stefanie.noelle-becker@tu-darmstadt.de</ext-link></p>
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