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<journal-title>Zeitschrift f&#252;r Interkulturellen Fremdsprachenunterricht</journal-title>
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<publisher-name>Universit&#228;ts- und Landesbibliothek Darmstadt</publisher-name>
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<subject>Aufsatz zum themenschwerpunkt</subject>
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<article-title>Feick, Diana &amp; Biebigh&#228;user, Katrin (Hrsg.) (2025): <italic>Digitale Lehr-/Lernressourcen und digitale Kompetenz. Forschung aus dem Hochschulkontext</italic>. Berlin: Erich Schmidt Verlag. DOI: 10.37307/b.978-3-503-21232-3. Buch: Preis: 69,95&#8364;; pdf: open access.</article-title>
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<email>birte.lueders@uni-kassel.de</email>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>(Kassel)</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2026-03-03">
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<issue>1</issue>
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<p>Die Digitalisierung von Bildungsprozessen hat die Fremd- und Zweitsprachenforschung in den letzten zehn Jahren grundlegend ver&#228;ndert. Insbesondere im Fach Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (DaFZ) l&#228;sst sich seit der COVID-19-Pandemie ein tiefgreifender Wandel beobachten: Digitale Technologien pr&#228;gen Lehr- und Lernprozesse ebenso wie Forschung und Kommunikation (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B6">Feick/Biebigh&#228;user 2025: 9&#8211;10</xref>). In der Einleitung zum Sammelband werden die j&#252;ngsten Entwicklungen im Bereich der digitalen Lehr- und Lernressourcen sowie der digitalen Kompetenz systematisch aufgearbeitet und mit der bisherigen Forschung zur Mediendidaktik DaFZ in Beziehung gesetzt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B5">Drumm/M&#252;ller/Stenzel 2021</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B3">Deutscher Akademischer Austauschdienst e.V. 2023: 157&#8211;168</xref>).</p>
<p>Der Band kn&#252;pft an das fr&#252;here Werk <italic>Digitale Medien in Deutsch als Fremd- und Zweitsprache</italic> (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B1">Biebigh&#228;user/Feick 2020</xref>) an und f&#252;hrt die dort begonnene Diskussion zu mediendidaktischen Fragen im Fach DaFZ weiter. W&#228;hrend der fr&#252;here Band die Rahmenbedingungen, Einflussfaktoren und Potenziale digitaler Medien im DaFZ-Kontext beschrieb, werden f&#252;nf Jahre sp&#228;ter zentrale Forschungsperspektiven weiterentwickelt. Dazu z&#228;hlen insbesondere die empirische Erforschung von Lehr-/Lernbedingungen, Lernprozessen, Potenzialen digitaler Medien und Fragen der Lehrendenbildung (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B6">Feick/Biebigh&#228;user 2025: 10&#8211;15</xref>).</p>
<p>Im Anschluss an die Systematisierung aktueller Forschungstendenzen, z.B. zu digitalem Unterricht, virtuellen Lernr&#228;umen, digitalen Lernverhaltens- und Testforschungen sowie zu K&#252;nstlicher Intelligenz, erfolgt eine Einordnung der Einzelbeitr&#228;ge in diese Diskurse. Die Herausgeberinnen zeigen, dass die digitale Wende (&#8222;digital turn&#8220;) das Fach DaFZ nicht nur methodisch, sondern auch gesellschaftspolitisch transformiert hat. Bildungsgerechtigkeit, Teilhabe und der Zugang zu digitalen Technologien (&#8222;digital divide&#8220;) werden zu Schl&#252;sselkategorien einer fachspezifischen Mediendidaktik, die die zunehmende Mobilit&#228;t und Heterogenit&#228;t der Lernenden reflektiert (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B8">Warschauer 2002</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B2">Can/M&#252;ller/Niederhaus 2021</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B4">Dobstadt/Herzig/Riedner/V&#225;zquez 2023</xref>).</p>
<p>Ankn&#252;pfend an diese Diskussionen versteht sich der vorliegende Sammelband als Bestandsaufnahme und Weiterentwicklung der Mediendidaktik DaFZ. Er b&#252;ndelt empirische und konzeptionelle Forschung zu digitalen Lehr-/Lernressourcen und digitalen Kompetenzen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur aktuellen fachdidaktischen Diskussion um Flexibilisierung, Digitalisierung und Bildungsgerechtigkeit im Hochschulkontext.</p>
<p>Der Band umfasst acht Beitr&#228;ge, die thematisch von empirischer Forschung bis zu praxisnahen Konzepten reichen.</p>
<p>Der einleitende Beitrag von Diana Feick systematisiert die Forschungstendenzen der letzten Jahre. Im Zentrum stehen vier Schwerpunkte: digitaler Unterricht, virtuelle Austauschformate, digitale Lernverhaltens- und Testforschung sowie K&#252;nstliche Intelligenz. Neben Studien zur Rezeption des pandemiebedingten Not-Fernunterrichts verweist Feick auf neue methodische Zug&#228;nge wie <italic>learning analytics</italic> oder <italic>eyetracking</italic>. Auch die Debatte um Open Educational Resources (OER) und Postdigitalit&#228;t wird aufgegriffen. Der Beitrag bietet damit eine analytische Rahmung, die die nachfolgenden Einzelstudien in gr&#246;&#223;ere Zusammenh&#228;nge einordnet.</p>
<p>Im zweiten Beitrag untersucht Matthias Prikoszovits die &#8222;lehrkr&#228;ftegelenkte Digitalisierung fachsprachlich orientierten DaF-Unterrichtsmaterials&#8220;. Er zeigt, dass Lehrkr&#228;fte vorhandene Materialien h&#228;ufig eigenst&#228;ndig digital anpassen. Methodisch greift die Untersuchung auf Dokumentenanalysen und qualitative Interviews zur&#252;ck. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass solche Initiativen zwar flexibel sind, aber langfristig durch fehlende institutionelle Unterst&#252;tzung an Grenzen sto&#223;en.</p>
<p>L&#233;onel Nanga-Me-Abengmoni erweitert die Perspektive auf den kamerunischen Hochschulkontext. Er legt eine Befragungsstudie zu Medienkompetenz von Lehrenden und Lernenden vor und zeigt, wie digitale Ressourcen zur F&#246;rderung lebenslangen Lernens beitragen k&#246;nnen. Gleichzeitig werden Defizite in der technischen Infrastruktur sichtbar, die bestehende Ungleichheiten verst&#228;rken. Damit leistet der Beitrag einen wichtigen Impuls zur internationalen Vergleichbarkeit digitaler Lehr-/Lernkulturen.</p>
<p>Im vierten Beitrag behandelt Antonie Alm das &#8222;Google Translate Dilemma&#8220;. Empirisch gest&#252;tzt untersucht sie den Einsatz maschineller &#220;bersetzer im DaF-Unterricht einer neuseel&#228;ndischen Hochschule. Die Analyse zeigt, dass Lernende &#220;bersetzungstools nutzen, um sprachliche H&#252;rden zu &#252;berwinden, dass aber ohne didaktische Rahmung eine unkritische Abh&#228;ngigkeit entstehen kann. Alm pl&#228;diert f&#252;r eine bewusste Integration solcher Tools, die Lernstrategien f&#246;rdert und Fehlgebrauch vorbeugt.</p>
<p>Maria Petrova widmet sich der F&#246;rderung phonetischer Kompetenzen durch einen Chatbot im russischen DaF-Unterricht. In einer Design-Based-Research-Studie wird ein Chatbot entwickelt, erprobt und in mehreren Iterationen verbessert. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass vor allem Aussprachetraining von der unmittelbaren R&#252;ckmeldung der KI-basierten Anwendung profitiert.</p>
<p>Im sechsten Beitrag untersucht Daniel Pust das aufgabenorientierte Lernen mit digitalen Medien in der Grammatikvermittlung. Seine empirische Studie mit Kontroll- und Experimentalgruppen zeigt, dass interaktive Formate zu gesteigerter Lernmotivation und nachhaltigeren Lernergebnissen f&#252;hren.</p>
<p>Daran ankn&#252;pfend entwickelt David Fujisawa ein modularisiertes Konzept f&#252;r Grammatikvermittlung. Hierbei werden digitale Lernbausteine flexibel kombinierbar gestaltet, sodass adaptive Lernpfade m&#246;glich sind. Dieser konzeptionelle Ansatz zielt auf mehr Individualisierung und Passung zu heterogenen Lernendengruppen.</p>
<p>Den Abschluss bildet Joachim Scharloth mit einem Beitrag zur &#8222;prozeduralen Rhetorik&#8220; im <italic>Digital Game-based Language Learning</italic>. Er argumentiert, dass digitale Sprachlernspiele rhetorische Strukturen implementieren, die Lernende zur aktiven Auseinandersetzung mit Sprache anregen. Anhand von Beispielen wird das Potenzial von <italic>Serious Games</italic> f&#252;r die F&#246;rderung interaktiver Sprachkompetenzen aufgezeigt.</p>
<p>Insgesamt entsteht ein facettenreiches Bild der Digitalisierung im DaFZ-Bereich, das Forschungsergebnisse aus Europa, Afrika, Asien und Neuseeland miteinander verkn&#252;pft.</p>
<p>Der Sammelband &#252;berzeugt durch seine hohe Aktualit&#228;t. Die Beitr&#228;ge greifen technologische und didaktische Entwicklungen auf, die gegenw&#228;rtig die Diskussion pr&#228;gen und Themen wie KI-gest&#252;tzte Tools, Lern-Apps oder <italic>Game-based Learning</italic> umfassen. Besonders hervorzuheben ist die internationale Perspektive, die den Diskurs &#252;ber den europ&#228;ischen Kontext hinaus erweitert und neue Vergleichsm&#246;glichkeiten er&#246;ffnet.</p>
<p>Positiv ist au&#223;erdem die methodische Bandbreite: Neben gro&#223; angelegten empirischen Studien (vgl. Pust) finden sich <italic>design-based</italic> Ans&#228;tze (vgl. Petrova) sowie konzeptionelle Entw&#252;rfe (vgl. Fujisawa, Scharloth). Damit richtet sich der Band sowohl an Forschende als auch an Lehrende, die Anregungen f&#252;r innovative Lehrformate suchen.</p>
<p>Insgesamt entsteht ein facettenreiches Bild der Digitalisierung im DaFZ-Bereich, das Forschungsergebnisse aus verschiedenen internationalen Kontexten miteinander verbindet. Die thematische Vielfalt erm&#246;glicht einen breiten Einblick in aktuelle Forschungs- und Entwicklungsfelder und veranschaulicht, wie unterschiedlich digitale Lehr-/Lernressourcen im Hochschulbereich eingesetzt und erforscht werden.</p>
<p>Aus hochschuldidaktischer Perspektive mit Fokus auf Flexibilisierung und niedrigschwellige Zug&#228;nge zeigt sich, dass die Beitr&#228;ge zwar wichtige Impulse geben, konkrete L&#246;sungen f&#252;r inklusive Szenarien jedoch selten formuliert werden. So wird zwar der <italic>digital divide</italic> thematisiert (vgl. Feick, Nanga-Me-Abengmoni), Handlungsempfehlungen f&#252;r Lernende mit Care-Verpflichtungen oder eingeschr&#228;nkter zeitlicher Flexibilit&#228;t bleiben aber weitgehend offen.</p>
<p>Gelungen sind die kritischen Auseinandersetzungen mit neuen Technologien. Die Beitr&#228;ge verdeutlichen das Spannungsfeld zwischen Chancen der Autonomief&#246;rderung und Gefahren der &#220;berforderung, das die digitale Transformation pr&#228;gt.</p>
<p>Der Sammelband ist somit ein wichtiger Beitrag, der Forschung und Praxis gleicherma&#223;en anspricht. Die &#220;berf&#252;hrung in kontextangepasste inklusive Lehr-/Lernszenarien bleibt der Praxis &#252;berlassen.</p>
<p>Der Band richtet sich prim&#228;r an Forschende, Lehrende und Studierende im Bereich Deutsch als Fremd- und Zweitsprachendidaktik sowie an Mediendidaktiker:innen. Aufgrund seines forschungsorientierten Zuschnitts bietet er insbesondere f&#252;r die wissenschaftliche Auseinandersetzung wertvolle Impulse.</p>
<p>Es b&#252;ndelt Erfahrungen aus der Pandemie, reflektiert den Einsatz neuer Technologien und &#246;ffnet Perspektiven auf KI, OER und digitale Kompetenz. Damit stellt es nicht nur eine Bestandsaufnahme dar, sondern formuliert auch zentrale Herausforderungen f&#252;r die kommenden Jahre.</p>
<p>Insgesamt bietet der Sammelband einen substantiellen Beitrag zur Weiterentwicklung des Fachs und zur kritischen Reflexion digitaler Lehr-/Lernressourcen.</p>
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