<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<!DOCTYPE article PUBLIC "-//NLM//DTD JATS (Z39.96) Journal Publishing DTD v1.2 20120330//EN" "http://jats.nlm.nih.gov/publishing/1.2/JATS-journalpublishing1.dtd">
<!--<?xml-stylesheet type="text/xsl" href="article.xsl"?>-->
<article article-type="review-article" dtd-version="1.2" xml:lang="de" xmlns:mml="http://www.w3.org/1998/Math/MathML" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance">
<front>
<journal-meta>
<journal-id journal-id-type="issn">1205-6545</journal-id>
<journal-title-group>
<journal-title>Zeitschrift f&#252;r Interkulturellen Fremdsprachenunterricht</journal-title>
</journal-title-group>
<issn pub-type="epub">1205-6545</issn>
<publisher>
<publisher-name>Universit&#228;ts- und Landesbibliothek Darmstadt</publisher-name>
</publisher>
</journal-meta>
<article-meta>
<article-id pub-id-type="doi">10.48694/zif.4612</article-id>
<article-categories>
<subj-group>
<subject>Rezensionen</subject>
</subj-group>
</article-categories>
<title-group>
<article-title>Nacarl&#305;, Diana (2024): <italic>Leichte Sprache und Schule. Zum Einfluss der morphologischen und lexikalisch-semantischen Regeln der Leichten Sprache auf das mentale Lexikon und auf Wortschatzkompetenz.</italic> (Philologische Studien und Quellen, Band 292). Berlin: Erich Schmidt Verlag. ISBN 978-3-503-23798-2. Preis: 69,95 &#8364;, eBook 63,90 &#8364;.</article-title>
<subtitle>177 Seiten + 36 S. Anhang mit den verwendeten Texten, Frageb&#246;gen, Kodierleitfaden, Abbildungen der von den Jugendlichen erstellten Cluster sowie der Interviews</subtitle>
</title-group>
<contrib-group>
<contrib contrib-type="author">
<name>
<surname>Kurtz</surname>
<given-names>Gunde</given-names>
<prefix>Dr.</prefix>
</name>
<email>gunde.kurtz@gebrauchsbasiertes-lernen.de</email>
</contrib>
</contrib-group>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2025-09-17">
<day>17</day>
<month>09</month>
<year>2025</year>
</pub-date>
<pub-date pub-type="collection">
<year>2025</year>
</pub-date>
<volume>30</volume>
<issue>2</issue>
<fpage>451</fpage>
<lpage>456</lpage>
<permissions>
<copyright-statement>Copyright: &#x00A9; 2025 The Author(s)</copyright-statement>
<copyright-year>2025</copyright-year>
<license license-type="open-access" xlink:href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">
<license-p>CC BY 4.0 International - Creative Commons, Namensnennung. See <uri xlink:href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/</uri>.</license-p>
</license>
</permissions>
<self-uri xlink:href="https://zif.tujournals.ulb.tu-darmstadt.de/articles/10.48694/zif.4612"/>
</article-meta>
</front>
<body>
<p>In den letzten drei&#223;ig Jahren wurde Leichte Sprache (LS) als Hilfe zur Teilhabe diskutiert, vor ca. 15 Jahren auch ein Regelwerk f&#252;r diese Variet&#228;t erstellt. Im Alltag liegen als ein Ergebnis dieser Entwicklung nun Informationsangebote in LS vor (<xref ref-type="bibr" rid="B5">Netzwerk Leichte Sprache, online o.J.</xref>). So sollen z.B. mehr Menschen in die Lage versetzt werden, schriftliche Informationen in Brosch&#252;ren und im Internet selbstst&#228;ndig zu lesen und zu verstehen.</p>
<p>F&#252;r die Schule gibt es zunehmend Lernmaterialien, die von den Anbietern unter <italic>einfache Sprache</italic> beworben werden, wobei der Unterschied von <italic>einfache</italic> und <italic>Leichte</italic> von den Rezipienten h&#228;ufig nicht wahrgenommen wird. Im Gegensatz zur LS gibt es f&#252;r (ver)einfach(t)e Sprache kein Regelwerk, allerdings wird meist in drei Punkten &#228;hnlich verfahren: Vermeidung von Pronomina, Bindestrichschreibung von Komposita und kurze S&#228;tze, zumindest k&#252;rzere (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B1">Bock 2019</xref>). Verlage postulieren f&#252;r ihre Schulb&#252;cher z.B. im Bereich Hauswirtschaft, dass diese besonderen Wert auf die Wissensvermittlung in einfacher Sprache legten und Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler mit Sprachdefiziten unterst&#252;tzten. Lehrkr&#228;fte, die solche Materialien in der Hoffnung auf Verbesserung des Lernens eingesetzt haben, verweisen oft darauf, dass der Eindruck entstand, es sei f&#252;r ihre Lerngruppe schwieriger als das <italic>normale</italic> Material gewesen (pers&#246;nliche Kommunikation). Information zu Effekten von solchen Materialien findet sich bisher nicht. Immerhin gibt es erste empirische Ergebnisse wie das zur faktischen Hilfe durch Bindestrich-Schreibungen bestimmter Komposita, die zugleich kompetente Leser nicht beeintr&#228;chtigt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B4">Larra&#223;/Pappert 2020</xref>).</p>
<p>&#196;hnlich werden Lekt&#252;ren kategorisiert, z.B. einfach lesen Niveau 1-3, oder f&#252;r inklusiven Unterricht &#8211; Lesetexte in einfacher Sprache. Auch hier fehlt bisher Evidenz, was genau f&#252;r welche Zielgruppe welche Effekte zeigt (f&#252;r eine kritische Auseinandersetzung mit leichter Sprache in Bildungskontexten s. <xref ref-type="bibr" rid="B2">Heine 2017</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B3">Kilian 2017</xref>). Umso wichtiger, dass mit der Arbeit von Diana Nacarl&#305; nun eine sehr konkrete, klar umrissene Untersuchung zu dieser Fragestellung vorliegt.</p>
<p>Nacarl&#305; geht in ihrer Dissertation der Frage nach, inwiefern die Variet&#228;t Leichte Sprache im Kontext Schule Einfluss auf die Wortschatzkompetenz und damit auch das Leseverstehen hat (15), speziell f&#252;r Jugendliche mit einer spezifischen Sprachentwicklungsst&#246;rung (SSES).</p>
<p>In dem sehr pers&#246;nlichen Vorwort &#252;ber ihre besondere Motivation f&#252;r das Thema nennt sie als Bezugspunkte Inklusion in der Schule sowie Deutschdidaktik, die einen politisch relevanten Beitrag leisten kann (5).</p>
<p>In der Einleitung und im gesamten Buch wird auf Lesekompetenz als wesentlich f&#252;r die gesellschaftliche Teilhabe verwiesen (11), was Nacarl&#305; von ihrem linguistischen Fokus, dem Wortschatz, nicht abgetrennt wissen m&#246;chte. Wortschatz wiederum steht im Zentrum, denn LS &#8222;setzt vor allem am Wort im Text an, paraphrasiert Lesarten &#8230; &#228;ndert die morphologische Struktur von W&#246;rtern usw.&#8220; (16).</p>
<p>Es folgt ein ausf&#252;hrlicher theoretischer Teil, in welchem nacheinander das Modell des mentalen Lexikons (Kap. 2), die Sprachentwicklung (lexikalisch-semantischer Fokus, Kap. 3) und Zusammenh&#228;nge zwischen Wortschatzkompetenz und Lesen (Kap. 4) vorgestellt werden, bevor sich die Autorin der Leichten Sprache und ihrem didaktischen Potential zuwendet und schlie&#223;lich der Forschungslage zu LS und Wortschatzkompetenz (Kap. 5 und 6). Kapitel 7 stellt die empirische Erhebung sowie deren Auswertung dar, das abschlie&#223;ende achte Kapitel fasst die Ergebnisse knapp zusammen und reflektiert sie. Im Einzelnen:</p>
<p>In Kapitel 2 zum mentalen Lexikon und Wortschatzkompetenz wird das Konzept des individuellen Wortspeichers vorgestellt, wobei Nacarl&#305; betont, dass die Diskussion zu modularem oder interaktivem Modell hier nicht von Interesse ist. Ihr geht es um die Kl&#228;rung des Begriffs der Wortschatzkompetenz, die als die F&#228;higkeit auf Eintr&#228;ge im &#8222;Wortspeicher&#8220; (23) zuzugreifen gefasst wird. Dabei zeigt sie die Problematik dieses Modells auf, zwischen Allgemeinwissen und Wortwissen unterscheiden zu m&#252;ssen, was sie verwirft und das Ganze unter Weltwissen zusammenfasst (26) &#8211; vielleicht h&#228;tte hier ein genereller Verzicht auf die Metapher des &#8222;mentalen Lexikon&#8220; mehr Klarheit erzeugt.</p>
<p>In Kapitel 3 geht es um den Bedeutungserwerb, wobei zun&#228;chst der ungest&#246;rte vorgestellt wird und zwischen ungesteuertem sowie institutionell (schulisch) gef&#246;rdertem Erwerb unterschieden wird, um den es hier geht. Dabei verweist die Autorin darauf, dass Wortschatzarbeit in der Schule nur beil&#228;ufig erfolgt und keine angemessene Aufmerksamkeit erh&#228;lt (36). Sie stellt didaktische Modelle und Prinzipien vor, mit denen Wortschatzerwerb bei Jugendlichen gef&#246;rdert werden kann (soll), da fehlender Wortschatz die gr&#246;&#223;te H&#252;rde beim Textverst&#228;ndnis darstellt. Es folgen Erl&#228;uterungen zum Bedeutungserwerb unter Bedingungen einer SSES und vor allem zum Unterschied in der Wortschatzquantit&#228;t und -qualit&#228;t gegen&#252;ber ungest&#246;rtem Erwerb. Auch stellt sie Anforderungen wie die h&#246;here Inputfrequenz und die Notwendigkeit der Entlastung des Arbeitsged&#228;chtnisses f&#252;r diese Zielgruppe heraus. Im Blick beh&#228;lt Nacarl&#305; dabei stets die Frage, inwiefern das Prinzip der LS hilfreich sein kann. Abschlie&#223;end erhalten die Leser praktische Informationen zur Diagnose <italic>F&#246;rderschwerpunkt Sprache</italic> einschlie&#223;lich gesetzlicher Regelungen.</p>
<p>In Kapitel 4 &#8211; Wortschatzkompetenz und Lesen &#8211; wird der starke Zusammenhang zwischen diesen beiden Bereichen n&#228;her erl&#228;utert, indem Prozesse beim Lesen sowie beim <italic>fast mapping</italic> anhand von Theorien und Beispielen anschaulich gemacht werden. Auch hier ist der &#220;berblick auf die Zielgruppe ausgerichtet. Es wird z.B. darauf verwiesen, welche Ph&#228;nomene (nicht) sprachlich kodiert und (nicht) an der Textoberfl&#228;che erfassbar sind, woraus eine Unterspezifizierung von Texten resultiert, die au&#223;ertextuelle Wissensbest&#228;nde voraussetzt (56). Hier setzt die Theorie von <italic>scripts</italic> und <italic>frames</italic> an &#8211; Wissen um Situationen, das beim Lesen z.B. von W&#246;rtern aufgerufen wird und parallel im Arbeitsged&#228;chtnis verf&#252;gbar sein muss, um dem Text folgen zu k&#246;nnen. So wird aufgezeigt, dass genau hier aufgrund der beeintr&#228;chtigten Kapazit&#228;t des Arbeitsged&#228;chtnisses eine Optimierung von Texten auf Wortebene von Interesse sein kann (62).</p>
<p>Um Leichte Sprache, deren didaktisches Potenzial und schulische Rahmenbedingungen geht es in Kapitel 5. Zun&#228;chst erh&#228;lt man einen &#220;berblick &#252;ber das Konzept und die Ans&#228;tze der LS und deren prim&#228;re Adressaten, wobei LS f&#252;r alle Menschen besser verst&#228;ndlich sein soll. Von mehreren Seiten werden die Richtlinien betrachtet, die sich auf lexikalisch-semantische Bereiche beziehen, sowie deren Auswirkungen auf Textebene. Hier wird das vielleicht gr&#246;&#223;te Dilemma des Ansatzes aufgezeigt, n&#228;mlich &#8222;dass der Text zwangsl&#228;ufig l&#228;nger wird&#8220; (75) und somit gerade die schw&#228;chsten Leser die l&#228;ngsten Texte bew&#228;ltigen m&#252;ssen. Des Weiteren erl&#228;utert Nacarl&#305; die Diskrepanz zwischen den Regeln der LS und den Bildungsstandards (81&#8211;83) am Beispiel der Maximen <italic>auf Fachbegriffe verzichten</italic> vs. <italic>Fachbegriffe anwenden</italic>. Als weitere Dilemmata benennt Nacarl&#305; das &#8222;Stigmatisierungspotential&#8220; (85), die Einebnung von Textsortenspezifika und &#196;nderung der sprachlichen Gestalt z.B. literarischer Texte, vor allem auch &#8222;die Gefahr einer systematischen Unterforderung&#8220; (86).</p>
<p>Das letzte theoretische Kapitel referiert den Forschungsstand zu LS und Wortschatzkompetenz, was aufgrund der geringen Anzahl von Studien sehr knapp ausf&#228;llt. Trotzdem kann Nacarl&#305; auch hier einerseits vielversprechende Ans&#228;tze herausarbeiten und andererseits auf Konkretisierungen der genannten Dilemmata hinweisen.</p>
<p>Im empirischen Teil (Kap. 7) gibt die Autorin die wesentlichen Informationen &#252;ber die gew&#228;hlte Methodik (explorativ, sowohl quantitativ als auch qualitative Betrachtung) sowie die eingesetzten Texte, Frageb&#246;gen und Aufgaben; &#252;ber die Stichprobe aus Treatment- und Kontrollgruppe mit den hier &#8222;Gew&#228;hrspersonen&#8220; genannten Probanden (24 SuS mit SSES und F&#246;rderschwerpunkt Sprache / 20 SuS eines altsprachlichen Gymnasiums, alle 44 in der 8. Klasse) sowie &#252;ber die Schritte der Durchf&#252;hrung, bei der ein Lesetext in den Variet&#228;ten Standardsprache und LS zuf&#228;llig an jeweils die H&#228;lfte der Gruppen verteilt wurde und dazu Aufgaben (Fragebogen) gel&#246;st werden mussten. Daran schloss sich mit zeitlichem Abstand eine Clusteraufgabe an, bei der der zentrale Begriff des Lehrtextes (Imperialismus) im Zentrum steht, um so <italic>fast mapping</italic>-Ergebnisse zu elizitieren. Wiederum mit zeitlichem Abstand fand ein standardisiertes Interview mit einem Teil der Probanden statt, das vor allem im Hinblick auf Kl&#228;rungsbedarf zu den Clustern gef&#252;hrt wurde sowie zur Einsch&#228;tzung der Jugendlichen, ob sie einen schweren oder leichten Text gelesen haben.</p>
<p>Im Auswertungsteil werden die Ergebnisse detailliert dargestellt und soweit m&#246;glich auf Signifikanz gepr&#252;ft. Nacarl&#305; betont hierbei, dass es eher eine &#8222;Formulierung von Tendenzen&#8220; (113) sei. So zeigt sich bzgl. der ersten Aufgabe, dass der standardsprachliche Text f&#252;r die Treatmentgruppe verst&#228;ndlicher war, LS &#8222;also keinen positiven Effekt auf die Bearbeitung der Aufgabe hatte&#8220; (115). Es wird jeweils auch der Einfluss der (mitgebrachten) Lesekompetenz auf die Leistung in dem Test untersucht und festgestellt, dass die &#8222;individuelle Lesekompetenz &#8230; einen viel st&#228;rkeren Einfluss auf ein erfolgreiches Textverstehen aus&#252;bte als die Variet&#228;t&#8220; (123), was nur bei einigen Konstellationen von Gruppe x Aufgabe x Variet&#228;t nicht gilt. Abschlie&#223;end wird detailliert &#252;ber die Durchf&#252;hrung und Auswertung der Clusteraufgabe sowie zugeh&#246;rigen Interviews berichtet, wobei die Interviews zum Teil Komponenten des Verst&#228;ndnisses von Imperialismus (<italic>fast mapping</italic>-Leistungen) zu Tage f&#246;rderten, die in den Clustern nicht gezeigt wurden.</p>
<p>In ihrer Zusammenfassung mit Ausblick betrachtet die Autorin die Ausgangsfragen. Hier l&#228;sst sich festhalten, dass bei der Kontrollgruppe mit LS-Text bei Cluster und Interview reichhaltigere <italic>fast mapping</italic>-Repr&#228;sentationen ausgebildet wurden, also ein positiver Effekt erzielt wurde, die eigentliche Zielgruppe mit dem F&#246;rderbedarf Sprache dagegen eher nicht profitieren konnte. Das diesbez&#252;gliche Minimalergebnis findet man auf Seite 159, n&#228;mlich &#8222;dass Leichte Sprache im Rahmen dieser Erhebung keine besondere Verstehensh&#252;rde dargestellt hat.&#8220; Aber eben auch keine Hilfe. Als Nachteile der LS werden noch Effekte der Textl&#228;nge (Demotivation) sowie die durch &#220;bertragung in LS vorgegebene Interpretation (Vorenthaltung eigenst&#228;ndiger Interpretation) genannt (160). Als L&#246;sungsm&#246;glichkeit angedeutet wird ein Vorgehen, das sich von den Regeln der LS l&#246;st und flexibler auf die Bedarfe der Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler ausgerichtet ist.</p>
<p>Insgesamt liegt mit dieser Forschungsarbeit ein gezielter und wichtiger Beitrag zur Frage des Abbaus sprachlicher Barrieren in der Schule vor. Aufbau und Darstellung der Inhalte erscheinen stimmig und durchweg von gro&#223;em Interesse. Dass wieder nur eine kleine Studie mit wenigen (f&#252;r die Ressourcen aber schon eher sehr vielen!) Probanden m&#246;glich war, ist weniger das Problem der Autorin als vielmehr ein strukturelles Problem in der hiesigen Forschungslandschaft. Es bleiben am Ende nur vage Tendenzen und viele Eventualit&#228;ten, die man bei derart beschr&#228;nkten Mitteln in Kauf nehmen muss. So zeigt Nacarl&#305; im Ausblick auf, dass das Erhebungsdesign n&#228;her an tats&#228;chliche Unterrichtssettings h&#228;tte angelehnt sein k&#246;nnen (163), an anderer Stelle taucht ein Problem auf, das auf fehlende umfangreiche Pilotierung von Erhebungsinstrumenten schlie&#223;en l&#228;sst (115), n&#228;mlich eine Auswertungsmethode, die das Ankreuzen aller angebotenen L&#246;sungen belohnt, da es keine Abz&#252;ge f&#252;r falsche Antworten gibt. Das Nennen solcher Erfahrungen macht f&#252;r mich eine der gro&#223;en St&#228;rken dieser Arbeit aus, da Rezipienten gerade daraus wertvolle Impulse mitnehmen k&#246;nnen. Auch ihre konsequent von den Bed&#252;rfnissen der Menschen her gedachte Vorgehensweise und sowie Auswahl der Kriterien ist beispielhaft. Ebenso dass sie ihren Anspruch an die eigene Arbeit, an Mitteln und Wegen zu Teilhabe und Inklusion mitzuarbeiten &#252;ber die gesamte Strecke des Buches nicht aus den Augen verliert: Stets beleuchtet sie neben Potentialen auch Fallstricke und Unzul&#228;nglichkeiten von Ideen und M&#246;glichkeiten zum Einsatz von LS in der Schule und l&#228;sst ihre Leser so an einer st&#228;ndigen ideen- und datengeleiteten Diskussion teilnehmen, was wiederum die Lekt&#252;re zu einem inspirierenden Vergn&#252;gen gemacht hat. Das Buch ist allen Studierenden, Lehrenden und Interessierten empfohlen, die sich f&#252;r M&#246;glichkeiten und Probleme beim Abbau sprachlicher Barrieren in der Schule, speziell auch im Kontext Inklusion interessieren.</p>
</body>
<back>
<ref-list>
<title>Literatur</title>
<ref id="B1"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Bock</surname>, <given-names>Bettina</given-names></string-name> (<year>2019</year>): <source>&#8222;Leichte Sprache&#8220; &#8211; Kein Regelwerk. Sprachwissenschaftliche Ergebnisse und Praxisempfehlungen aus dem LeiSa-Projekt</source>. <publisher-loc>Berlin</publisher-loc>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B2"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Heine</surname>, <given-names>Antje</given-names></string-name> (<year>2017</year>): <chapter-title>Deutsch als Fremd- und Zweitsprache &#8211; eine besondere Form Leichter Sprache? &#220;berlegungen aus der Perspektive des Faches DaF/DaZ</chapter-title>. In: <string-name><surname>Fix</surname>, <given-names>Ulla</given-names></string-name>/<string-name><surname>Bock</surname>, <given-names>Bettina</given-names></string-name>/<string-name><surname>Lange</surname>, <given-names>Daisy</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>&#34;Leichte Sprache&#34; im Spiegel theoretischer und angewandter Forschung</source>. <publisher-loc>Berlin</publisher-loc>, <fpage>401</fpage>&#8211;<lpage>414</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B3"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Kilian</surname>, <given-names>J&#246;rg</given-names></string-name> (<year>2017</year>): <chapter-title>&#8222;Leichte Sprache&#8220;, Bildungssprache und Wortschatz &#8211; Zur sprach- und fachdidaktischen Wertigkeit der Regelkonzepte f&#252;r &#34;leichte W&#246;rter&#34;</chapter-title>. In: <string-name><surname>Fix</surname>, <given-names>Ulla</given-names></string-name>/<string-name><surname>Bock</surname>, <given-names>Bettina</given-names></string-name>/<string-name><surname>Lange</surname>, <given-names>Daisy</given-names></string-name> (Hrsg.): &#8222;<source>Leichte Sprache&#34; im Spiegel theoretischer und angewandter Forschung.</source> <publisher-loc>Berlin</publisher-loc>, <fpage>189</fpage>&#8211;<lpage>209</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B4"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Larra&#223;</surname>, <given-names>Anna</given-names></string-name> &amp; <string-name><surname>Pappert</surname>, <given-names>Sandra</given-names></string-name> (<year>2020</year>): <chapter-title>Leichte Sprache im sprachsensiblen Biologieunterricht: Ein Experiment zum Lesen von Komposita</chapter-title>. In: <string-name><surname>L&#252;tke</surname>, <given-names>Beate</given-names></string-name>; <string-name><surname>Scherger</surname>, <given-names>Anna-Lena</given-names></string-name>; <string-name><surname>Ricart Brede</surname>, <given-names>Julia</given-names></string-name>; <string-name><surname>M&#252;ller</surname>, <given-names>Anja</given-names></string-name> &amp; <string-name><surname>Montanari</surname>, <given-names>Elke</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>Migration und Mehrsprachigkeit. Beitr&#228;ge aus den 14. und 15. Workshops &#8222;Deutsch als Zweitsprache, Migration und Mehrsprachigkeit&#8220; 2018 und 2019</source>. <publisher-loc>Stuttgart</publisher-loc>, <fpage>237</fpage>&#8211;<lpage>258</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B5"><mixed-citation publication-type="webpage"><collab>Netzwerk leichte Sprache (online, 16. 8.2025)</collab> <uri>https://www.netzwerk-leichte-sprache.de/fileadmin/content/documents/regeln/Regelwerk_NLS_Neuauflage-2022.pdf</uri></mixed-citation></ref>
</ref-list>
<sec>
<title/>
<p><styled-content style="text-align: left; display: block; line-height: 0.2"><bold>Dr. Gunde Kurtz</bold></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: left; display: block; line-height: 0.2"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:gunde.kurtz@gebrauchsbasiertes-lernen.de">gunde.kurtz@gebrauchsbasiertes-lernen.de</ext-link></styled-content></p>
</sec>
</back>
</article>