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<journal-title>Zeitschrift f&#252;r Interkulturellen Fremdsprachenunterricht</journal-title>
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<publisher-name>Universit&#228;ts- und Landesbibliothek Darmstadt</publisher-name>
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<subject>Aufsatz zum themenschwerpunkt</subject>
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<article-title>DaF-Didaktik und Germanistik mit digitalen Medien im afrikanischen Bildungskontext lehren &#8211; Bestandsaufnahme und Perspektiven. Einf&#252;hrung in den Themenschwerpunkt</article-title>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>Institut des Lettres, Sciences humaines et sociales &#201;cole Normale Sup&#233;rieure Koudougou, Burkina Faso</aff>
<aff id="aff-2"><label>2</label>Universit&#233; de Bertoua &#201;cole Normale Sup&#233;rieure</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2025-09-16">
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<title>1 Einf&#252;hrung</title>
<p>Das Online-Lernen hat durch die Pandemie einen starken Bedeutungsschub erhalten. Auch wenn an vielen Stellen, vor allem im universit&#228;ren und schulischen Kontext, die R&#252;ckkehr zum Pr&#228;senzunterricht erfolgt ist, hat sich Online-Lernen als zus&#228;tzlicher Weg des Spracherwerbs anhaltend etabliert. Es erg&#228;nzt klassische Lernformate und bietet flexible Alternativen f&#252;r unterschiedliche Zielgruppen (<xref ref-type="bibr" rid="B1">Ausw&#228;rtiges Amt 2025: 22</xref>).</p>
<p>Trotz dieser Entwicklung bez&#252;glich des Deutschlernens in den letzten f&#252;nf Jahren weltweit zeigt sich ein deutliches Manko: Bislang fehlt es an wissenschaftlichen Publikationen, die die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Didaktik von Deutsch als Fremdsprache (DaF) und die Germanistik im afrikanischen Kontext systematisch in den Blick nehmen. Dieser Themenschwerpunkt versteht sich daher als ein Beitrag zur Schlie&#223;ung dieser Forschungsl&#252;cke und verfolgt das Ziel, eine Bestandsaufnahme und Diskussion &#252;ber die Entwicklungen in der DaF-Didaktik und der germanistischen Lehre im digitalen Zeitalter mit besonderem Fokus auf den afrikanischen Bildungsraum anzusto&#223;en.</p>
<p>Im Laufe des vorliegenden einf&#252;hrenden Beitrags greifen wir zun&#228;chst zentrale Begrifflichkeiten auf, die in der aktuellen Diskussion um den Einsatz digitaler Medien im Bereich DaF sowie in der Germanistik von Relevanz sind. Anschlie&#223;end widmen wir uns der Frage nach der Relevanz spezifischer Lern- und Lehrkontexte f&#252;r die Entwicklung einer kompetenzorientierten Mediendidaktik. Darauf aufbauend beleuchten wir zentrale gegenw&#228;rtige Diskurslinien zum Thema &#8222;DaF-Didaktik und Germanistik mit digitalen Medien im afrikanischen Bildungskontext&#8220;. Abschlie&#223;end werden die zentralen Erkenntnisse zusammengefasst und darauf aufbauend weiterf&#252;hrende Forschungsdesiderata formuliert.</p>
</sec>
<sec>
<title>2 Neue Medien, digitale Medien und Multimedia</title>
<p>Die Entscheidung f&#252;r eine bestimmte Art von Unterrichtsmedien beeinflusst ma&#223;geblich das Unterrichtsgeschehen. So konstatiert Brill (<xref ref-type="bibr" rid="B5">2005</xref>) in Bezug auf die Diskussion um die Zukunft von Lehrwerken (Printmedien) im Zeitalter der rapiden Entwicklung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien (CD-ROM, Internet etc.),</p>
<disp-quote>
<p>dass die elektronischen Medien als erg&#228;nzende Komponente zu den Printmedien bzw. Kassetten/CDs zunehmend an Bedeutung gewinnen; fast alle Verlage bieten mittlerweile zu ihren Lehrwerken CDroms an bzw. haben eigene Websites, die Lehrende[n] Zusatz&#252;bungen, landeskundliche Materialien etc. bieten (<xref ref-type="bibr" rid="B5">Brill 2005: 24</xref>).</p>
</disp-quote>
<p>In diesem Zusammenhang lassen sich neue Medien tats&#228;chlich als elektronische Materialien handhaben. Weiterhin wird betont, dass im DaF-Unterricht ein Kompromiss zwischen Print- und digitalen Medien angestrebt werde. Roche (<xref ref-type="bibr" rid="B25">2008: 7</xref>) unterstreicht die wachsende Selbstverst&#228;ndlichkeit dieser Entwicklung, wenn er ausf&#252;hrt, dass die neuen Medien &#8222;zum Standardinventar des Alltags moderner Menschen&#8220; geh&#246;ren. Mehr noch: &#8222;Etwas Besonderes ist es heute, wenn man die &#8218;neuen&#8217; Medien nicht nutzt&#8220; (ebd.).</p>
<p>Allerdings zeigt sich zugleich, dass der Begriff neue Medien unscharf bleibt, sobald man versucht, ihn genauer zu bestimmen. Baier (<xref ref-type="bibr" rid="B2">2009: 108</xref>) nimmt an: &#8222;Ein Grund f&#252;r die Beliebtheit dieses Begriffs k&#246;nnte darin liegen, dass der Begriff selbst auf das Neue und Innovative des von ihm Bezeichneten hinweist&#8220;. Damit steht der Begriff immer auch in einer Opposition zu den sogenannten alten oder traditionellen Medien.</p>
<p>Neben dieser inhaltlichen Abgrenzung werden jedoch weitere Kriterien zur Klassifizierung von Medien herangezogen. So gilt die Unterscheidung nach analogen und digitalen Medien in erster Linie als technisches Kriterium, versch&#228;rft aber dennoch die Trennung bei der Auswahl von Materialien f&#252;r den Unterricht. &#8222;Alle digital gespeicherten Daten lassen sich als eine Abfolge von Bits darstellen&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B2">Baier 2009: 102</xref>) und zeichnen sich im Gegensatz zu analogen Medien in der Pr&#228;sentationsform dadurch aus, dass sie als Datendateien vorliegen. Hinzu kommt, dass digitale Dateien dem jeweiligen Dateiformat und der verwendeten Software entsprechend gespeichert, &#252;bertragen oder verarbeitet werden k&#246;nnen. W&#228;hrend der Begriff neue Medien also st&#228;rker mit dem technologischen Fortschritt und seiner jeweiligen Zeitgebundenheit verbunden ist, beschreibt der Begriff digitale Medien lediglich die technische Pr&#228;sentationsform.</p>
<p>Diese begriffliche Unsch&#228;rfe setzt sich auch im Kontext des E-Learning fort. So reicht allein der Einsatz von CD-ROMs, DVDs oder beliebigen digitalen Unterrichtsmaterialien im Fremdsprachenunterricht oft schon aus, um von &#8218;E-Learning&#8216; im weiten Sinne zu sprechen. R&#246;sler warnt jedoch eindringlich vor der Unklarheit dieses Begriffs:</p>
<disp-quote>
<p>Da in nicht allzu ferner Zukunft jeder Fremdsprachenkurs ein paar Begleit&#252;bungen auf CD-ROM haben wird, w&#228;re jedes Fremdsprachlernen damit auch E-Learning, und der Begriff verl&#246;re jegliche Trennsch&#228;rfe (<xref ref-type="bibr" rid="B27">R&#246;sler 2010a: 285</xref>).</p>
</disp-quote>
<p>Aus der Zusammensetzung des Begriffs E-Learning wird dennoch deutlich, dass es sich um eine Form des Lernens mit bzw. &#252;ber elektronische Materialien handelt. So vertreten Issing und Klimsa (<xref ref-type="bibr" rid="B12">2009: 14</xref>) die Auffassung, dass der Oberbegriff sowohl das Offline-Lernen &#8211; also ohne Netzverbindung, beispielsweise mit DVD oder CD &#8211; als auch das Online-Lernen, etwa &#252;ber Local Area Network (LAN), Learning Management System (LMS) oder Internet, umfasst.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus differenziert Baier (<xref ref-type="bibr" rid="B2">2009: 106</xref>) klar zwischen multikodalen und monokodalen sowie zwischen multimodalen und monomodalen Angeboten: &#8222;Wird eine Nachricht in verschiedenen Symbolsystemen kodiert, dann spricht man von einem multikodalen Angebot&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B2">Baier 2009: 106</xref>). So ist beispielsweise ein Lesetext, der Bilder enth&#228;lt &#8211; unabh&#228;ngig davon, ob digital oder nicht &#8211; ein multikodales Angebot. Enth&#228;lt ein Medium hingegen lediglich Bilder im Dateiformat, ist es zwar digital, bleibt aber monokodal. Von Multimodalit&#228;t wird schlie&#223;lich dann gesprochen, wenn verschiedene Sinneskan&#228;le angesprochen werden, etwa bei audiovisuellen Angeboten.</p>
<p>Zusammenfassend zeigt sich aus der Auseinandersetzung mit den Begriffen Neue Medien, digitale Medien, E-Learning und Multimedia, welches Spektrum an Informations- und Kommunikationsmedien im DaF-Unterricht in Betracht gezogen werden kann. Im Rahmen des vorliegenden Themenschwerpunkts wird dabei eine weite Auffassung von digitalen Medien vertreten. Demnach handelt es sich um jegliche Medien in der DaF-Didaktik und Germanistiklehre, die in elektronischem Format vorliegen. Neue Medien wiederum fungieren als Oberbegriff f&#252;r Rundfunkmedien (Radio, Fernsehen) sowie digitale Offline- und Online-Medien.</p>
</sec>
<sec>
<title>3 Kontext, Kompetenzerwerb und Mediendidaktik</title>
<p>Zum einen findet sich bereits bei R&#246;sler (<xref ref-type="bibr" rid="B26">2021</xref>) eine ausf&#252;hrliche Auseinandersetzung mit dem Zusammenspiel zwischen Kontexten und Studieren bzw. Lernen von Deutsch als Fremdsprache. Er diskutiert Lehr- und Lernkontexte sowie deren Auswirkungen auf die Organisation des Lernens und die Lernprozesse mit Fokus auf die folgenden vier Bereiche:</p>
<list list-type="bullet">
<list-item><p>Lehr- und Lernkontexte und die Unterteilung in Deutsch als Zweit- und als Fremdsprache,</p></list-item>
<list-item><p>die Situation des Faches Deutsch als Fremdsprache in der Welt,</p></list-item>
<list-item><p>die Besonderheiten des Lernens innerhalb und au&#223;erhalb des zielsprachlichen, in diesem Fall also des deutschsprachigen, Raums und</p></list-item>
<list-item><p>die Unterscheidung von Lernen durch die Unterst&#252;tzung einer Bildungsinstitution und dem Erwerb durch Interaktion mit anderen Sprechern dieser Sprache, das Zusammenspiel dieser beiden und das sich durch die Medialisierung und Globalisierung ver&#228;ndernde Verh&#228;ltnis dieser beiden Lernarten (<xref ref-type="bibr" rid="B26">R&#246;sler 2021: 25</xref>).</p></list-item>
</list>
<p>Dies weist darauf hin, dass sowohl die DaF-Didaktik als auch die Germanistiklehre nicht frei von kontextuellen Besonderheiten sind. Im selben Zusammenhang steht fest, dass das Lehren und Lernen mit neuen Medien selten unabh&#228;ngig von institutionellen Kontexten geschieht (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B10">Fischer/Mandl</xref> 2022: 632).</p>
<p>Der vorliegende Themenschwerpunkt geht daher vor allem auf die regionalen Besonderheiten im Bildungsraum Afrikas ein. Die Unterrichtsrealit&#228;ten auf dem Kontinent sind divers, denn sie h&#228;ngen sowohl von den bildungspolitisch-infrastrukturellen Rahmen als auch von den wirtschaftlich-budget&#228;ren Herausforderungen einzelner afrikanischer L&#228;nder ab (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B20">Nanga-Me-Abengmoni 2020</xref>). Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie wurde das Lehren mit digitalen Medien allerorts in Gang gesetzt. Ortner (<xref ref-type="bibr" rid="B22">2020: 97</xref>) beschreibt als Positivbeispiel die kleinste Universit&#228;t in S&#252;dafrika, n&#228;mlich die Rhodes University, die technisch oder infrastrukturell auf die Durchf&#252;hrung digitaler Lehre gut vorbereitet war. Die Hochschule verf&#252;gt seit 2004 &#252;ber ein Moodle-basiertes Lernmanagementsystem (LMS) namens &#8218;RUconnected&#8216;. Die Rhodes-Universit&#228;t hat auch eine angemessene Infrastruktur f&#252;r das Fremdsprachenlernen im Zeitalter der Digitalisierung. Die Vorlesungsr&#228;ume an der School of Languages and Literatures der Rhodes University sind seit 2016 mit einem Whiteboard, einem Projektor und einer Leinwand ausgestattet und die Dozierenden k&#246;nnen Laptops &#252;ber ein HDMI-Kabel an das Projektorsystem anschlie&#223;en. Die Hochschule verf&#252;gt &#252;ber einen universit&#228;tsweiten Zugang zum Internet dank ihrem Roaming-Zugangsdienst Eduroam<xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref>. Dieser Dienst ist f&#252;r alle Mitarbeitenden und Studierenden kostenlos. &#196;hnlich erweist sich die Situation in den Deutschabteilungen an der University of the Western Cape sowie an der University of Cape Town (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B9">Ehren/Groenewald/Pfaff 2020: 16</xref>). In Kamerun genauso wie in vielen anderen L&#228;ndern Subsahara-Afrikas wurde hingegen die Digitalisierung der Fachbereiche DaF-Didaktik und Germanistik der pandemiebedingten Unterrichtsphasen ohne vorherige Vorbereitung der Akteure und ohne technische Ausstattung der universit&#228;ren Institutionen vollzogen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B19">Nanga-Me-Abengmoni 2022: 42</xref>). Diese Differenzen haben zur Entwicklung einer Vielzahl digitaler Einsatzm&#246;glichkeiten im Unterricht beigetragen, deren Beforschung nach nachhaltigen Einfl&#252;ssen sich noch heute als relevant erweist.</p>
<p>Aus mediendidaktischer Perspektive stellt sich daher l&#228;ngst nicht mehr die Frage, ob die neuen Medien einen Platz im Unterrichtsgeschehen verdienen, sondern wie Lehrende und Lernende sie zum Zweck des Wissens- bzw. Kompetenzerwerbs nutzen sollten. In einem Bericht aus dem Jahr 2011 betont die UNESCO, dass der Einsatz von Lerntechnologien f&#252;r Unterrichtszwecke in Bildungseinrichtungen nur dann einen Sinn ergibt, wenn der Mehrwert im Vordergrund steht. Um dies zu erm&#246;glichen, sind Lehrende in Bezug auf den Umgang mit den Medien im Unterricht auszubilden:</p>
<disp-quote>
<p>A crucial factor that affects implementation is the capacity of the system to adopt and benefit from the ICT policy, particularly, the teachers&#8217; capacity to make effective use of the new tools and resources in their lessons and link that with policy goals (<xref ref-type="bibr" rid="B31">UNESCO 2011: 207</xref>).</p>
</disp-quote>
<p>Eine konsequente Aus- und Fortbildung von (angehenden) Lehrenden ist l&#228;ngst dringend erforderlich (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B15">Kozma/Vota 2014</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B14">Karsenti/Collin/Harper-Merrett 2011</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B11">Gankam Tambo 2010</xref>). Dazu geh&#246;rt die Fortbildung des p&#228;dagogischen Personals sowie der Multiplikatoren und Multiplikatorinnen in Bezug auf die Entwicklung von Mini-Lernprogrammen wie der kognitionsbasierten Grammatikanimationen, deren Design bestimmten Prinzipien kognitionslinguistischer und didaktischer Erkenntnisse sowie der Informationsverarbeitung und dem multimedialen Lernen unterliegt. Die Gestaltung lerneffektiver geschlossener animierter Lernprogramme hat gegen&#252;ber internetbasierten Lernprogrammen den infrastrukturellen Vorteil, dass daf&#252;r kein Internetzugang ben&#246;tigt wird. Au&#223;erdem eignen sie sich f&#252;r Lernende unabh&#228;ngig von ihrer kulturellen Herkunft und ihrer Pr&#228;ferenz f&#252;r Selbstlernen oder Gruppenarbeit. Schlie&#223;lich tragen sie zum langfristigen Lernerfolg bei &#8211; und das nicht nur bei Lernenden ohne Vorkenntnisse, sondern auch bei solchen mit geringen bis guten Vorkenntnissen zum behandelten Thema.</p>
<p>Nicht zuletzt geh&#246;rt die k&#252;rzlich in der Hochschule und Schule erschienene und sich rapide verbreitende Nutzung und Mitgestaltung von virtueller Realit&#228;t (VR) oder k&#252;nstlicher Intelligenz (KI) zu den medialen Kompetenzen, ohne die Lehrende und Lernende ihre Unterrichtsinteraktionen in Zukunft nur bedingt gestalten k&#246;nnen.</p>
</sec>
<sec>
<title>4 DaF-Didaktik und Germanistik mit digitalen Medien im afrikanischen Bildungskontext lehren &#8211; gegenw&#228;rtiger Diskurs</title>
<p>Die Auseinandersetzung mit den aktuellen Diskurslinien &#252;ber die Entwicklungen in der DaF-Didaktik und der germanistischen Lehre im digitalen Zeitalter mit besonderem Fokus auf den afrikanischen Bildungsraum ergibt drei wesentliche Trends. Erstens handelt es sich um &#220;berlegungen und Untersuchungen, die sich mit dem mehrwertorientierten Einsatz digitaler Medien zum Deutscherwerb im afrikanischen Kontext befassen.</p>
<p>Beim Einsatz digitaler Medien zum Erwerb von Deutsch als Fremdsprache im afrikanischen Kontext sollte die Frage nach dem Mehrwert elektronischer Medien im Fremdsprachenunterricht, genauer gesagt die Funktion von Medien als Lernhilfe, anstelle der technischen Innovation in den Vordergrund r&#252;cken. F&#252;r einen derartigen Perspektivenwechsel bilanziert und pl&#228;diert Roche folgenderma&#223;en:</p>
<disp-quote>
<p>Entscheidend bei den Medien w&#228;re aber die st&#228;rkere Betonung der Lerner- statt der Technikperspektive. [&#8230;] Die von Softwareentwicklern und Didaktikern oft &#252;berbewertete technologische Neuigkeits- und Unterhaltungsperspektive von Medien verdeckt dagegen meist didaktische R&#252;ckst&#228;ndigkeit und bewirkt nur kurzlebige Effekte (<xref ref-type="bibr" rid="B24">Roche 2010: 1244</xref>).</p>
</disp-quote>
<p>Bisher lassen sich nur vereinzelt einschl&#228;gige Untersuchungen nennen, die sich dem empirischen Nachweis des tats&#228;chlichen Nutzens digitaler Medien beim Deutschlernen widmen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B6">Compaor&#233; 2024</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B13">Kafando/Bationo 2024</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B29">Sansan/Ahouli/Bationo 2024</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B22">Ortner 2020</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B21">Nanga-Me-Abengmoni 2019</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B8">Compaor&#233; 2018</xref>).</p>
<p>Zweitens l&#228;sst sich feststellen, dass zu der Frage, wie DaF-Lehrwerke im Zeitalter der Digitalisierung im afrikanischen Bildungskontext gestaltet werden sollten, wenig diskutiert wird. Trotz diverser Zugangsm&#246;glichkeiten auf frei verf&#252;gbare digitale DaF-Lernressourcen (etwa Online-Zeitungen, Online-&#220;bungen, Grammatikerkl&#228;rvideos auf YouTube-Kan&#228;len, Podcasts, Facebook-Deutschlerngruppen und weitere Lernapplikationen) stellt man n&#228;mlich fest, dass f&#252;r Deutschlehrkr&#228;fte au&#223;erhalb der deutschsprachigen L&#228;nder Lehrwerke eine Schl&#252;sselrolle bei der DaF-Unterrichtsplanung, -durchf&#252;hrung, -nachbereitung und -evaluation immer noch spielen. Diese Lehrwerke erfahren schnelle Entwicklungen in Bezug auf die zunehmende Digitalisierung. Zurecht hebt R&#246;sler hervor, dass &#8222;kaum ein DaF-Lehrwerk [&#8230;] heute ohne digitale Begleitung aus[kommt], entweder dadurch, dass CDs mit &#220;bungen und Aufgaben angeboten werden und/oder dadurch, dass Online-Aktivit&#228;ten zur Verf&#252;gung gestellt werden&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B28">R&#246;sler 2010b: 1207</xref>). Die modernen DaF-Lehrwerke werden in Zukunft digital unterst&#252;tzt und h&#228;ufig mit begleiteten QR-Code-Ressourcen angeboten und eingesetzt. Dies bemerkt R&#246;sler folgenderma&#223;en in seinen j&#252;ngsten Stellungnahmen: &#8222;Im Augenblick sind wir im Bereich DaF ja gerade dabei, dass es die ersten papierlosen Lehrwerke geben wird, die weitgehend wie die Lehrwerke, die wir kennen, aufgebaut sind&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B16">Marques-Sch&#228;fer 2021: 16</xref>). Die von R&#246;sler vertretene Auffassung spiegelt die Realit&#228;t des DaF-Unterrichts in zahlreichen afrikanischen L&#228;ndern wider, in denen entweder das regionale Lehrwerk <italic>Ihr und Wir plus</italic> oder nationale Lehrwerke eingesetzt werden. Ramd&#233; und Bationo (<xref ref-type="bibr" rid="B23">2024</xref>) haben sich in diesem Zusammenhang mit dem Einfluss neuer Medien auf die H&#246;r- und Sprechkompetenzen im Deutschunterricht in Burkina Faso auseinandergesetzt. Ihre Untersuchung zeigt, dass der Deutschunterricht in burkinischen Klassenzimmern unter vergleichsweise bescheidenen Bedingungen stattfindet. Das Unterrichtsmaterial beschr&#228;nkt sich dabei in den meisten F&#228;llen auf Kreide, Tafel und Lehrbuch. Auff&#228;llig ist insbesondere, dass die Lehrwerke h&#228;ufig ohne jene Rubriken genutzt werden, in denen der Einsatz neuer Medien vorgesehen ist.</p>
<p>Der Diskurs wird drittens in Bezug auf Digitalisierung und Lehre in afrikanischen DaF- und Germanistikstudieng&#228;ngen gef&#252;hrt. DaFLerinnen und DaFler, Germanistinnen und Germanisten im afrikanischen Bildungsraum nutzen ohne Zweifel digitale Medien im Rahmen der ihnen zur Verf&#252;gung stehenden technologischen Infrastrukturen in der universit&#228;ren Lehre. Dies reicht von der Nutzung digitaler Lern- und Lehrmaterialien in der Hochschullehre bis hin zur Verlagerung ganzer Seminare bzw. Seminarteile ins Internet. Wittmann und Olivier (<xref ref-type="bibr" rid="B32">2021</xref>) berichten beispielsweise &#252;ber die Akzeptanz eines auf kollaborativem und selbstgesteuertem Lernen basierenden Online-Angebots zur beruflichen Weiterbildung von Lehrkr&#228;ften f&#252;r Deutsch als zweite Fremdsprache in S&#252;dafrika. Laut Compaor&#233; (<xref ref-type="bibr" rid="B7">2021</xref>) k&#246;nnen digitale Lernmaterialien sinnvoll zur handlungsorientierten Vermittlung kultureller Deutungsmuster an angehende DaF-Lehrkr&#228;fte in Burkina Faso eingesetzt werden. Nach einer Vorlesung &#252;ber die unterschiedlichen Auffassungen vom Kulturbegriff und von Kulturmodellen sowie &#252;ber Altmayers Konzept von kulturellen Deutungsmustern als Lerngegenstand bearbeiten die DaF-Studierenden Vertiefungslernaktivit&#228;ten. Zwecks einer gruppenbasierten diskursiven Auseinandersetzung mit dem Themenfeld &#8218;Identit&#228;t&#8216; wird einerseits auf die multimedialen Unterrichtsmaterialien zur&#252;ckgegriffen, die der deutsche Auslandsrundfunk <italic>Deutsche Welle</italic> Lernenden und Lehrenden in der Rubrik <italic>Deutsch Aktuell</italic> kostenlos online zur Verf&#252;gung stellt. Andererseits werden Beitr&#228;ge, die auf dem Onlineportal der <italic>Bundeszentrale f&#252;r politische Bildung</italic> (bpd) erschienen sind, herangezogen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B7">Compaor&#233; 2021: 60</xref>). Die Forschung von Nanga-Me-Abengmoni (<xref ref-type="bibr" rid="B18">2023</xref>) liefert ihrerseits Einblicke in die Nutzung von Dhoch3-Studienmodulen vom DAAD im kamerunischen Kontext. Des Weiteren betont Bationo (<xref ref-type="bibr" rid="B3">2025</xref>, <xref ref-type="bibr" rid="B4">2024</xref>), dass innovative Lehre stark von den Forschungsergebnissen profitiert. Die digitalen Medien erleichtern und bereichern dabei die Verwendung der Forschungsergebnisse zur Bekr&#228;ftigung der Lehrinhalte. Dabei geht Topp&#233; (<xref ref-type="bibr" rid="B30">2023</xref>) in seinem Buch <italic>Les m&#233;dias d&#8217;hier &#224; aujourd&#8217;hui. Evolution et impact sur la soci&#233;t&#233;</italic> insbesondere auf die Risiken ein, die mit einer starken Neigung zur Nutzung k&#252;nstlicher Intelligenz zum Nachteil des Menschen in den gesellschaftlichen Beziehungen verbunden sind. Er zeigt ebenfalls auf, dass diese neuen Medien in der Lehre der Fachbereiche Deutsche Literatur und Intermedialit&#228;t am Institut f&#252;r Germanistik der Universit&#228;t Bouak&#233; in der Elfenbeink&#252;ste unverzichtbar sind. Dozierende m&#252;ssen sich st&#228;rker in neuen Medien weiterbilden, um den Bed&#252;rfnissen der Studierenden im Fach Deutsche Literatur effektiv gerecht zu werden. Schlie&#223;lich sprechen die Anforderungen beruflicher Praxen an Berufst&#228;tige in der zunehmend weltweiten modernisierenden Gesellschaften daf&#252;r, Mediendidaktik in die DaF- und Germanistikstudieng&#228;nge curricular zu integrieren. Neben internationalen Digitalisierungsinitiativen wie Dhoch3 und DLL, das Projekt &#8222;Subsahara-Afrika-Netz DaF Digital (SANDD)&#8220; lassen auch neue Technologien wie virtuelle Realit&#228;t oder k&#252;nstliche Intelligenz sowie die bekannten sozialen Netzwerke YouTube, Facebook und WhatsApp in die Unterrichtsrealit&#228;t integrieren. F&#252;r eine langfristige digitale Integration und Transformation spielt die Medienkompetenz von Lehrenden und Lernenden eine tragende Rolle (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B17">Nanga-Me-Abengmoni 2025</xref>).</p>
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<sec>
<title>5 Die Beitr&#228;ge dieses Themenschwerpunktes</title>
<p>Im Jahre 2023 wurden f&#252;r den Themenschwerpunkt Forschungsdesiderata formuliert, die eine breite Sicht der (multi-)medialen Einsatzm&#246;glichkeiten f&#252;r die DaF-Didaktik und Germanistik im afrikanischen Bildungskontext nicht nur theoretisch, sondern auch von einzelnen Fallbeispielen ausgehend empirisch und berufsorientiert hinterfragen und dokumentieren. In 10 Beitr&#228;gen wird der aktuelle Stand der Forschung zu &#8222;DaF-Didaktik und Germanistik mit digitalen Medien im afrikanischen Bildungskontext lehren&#8220; abgebildet. Richtungsweisende Forschungs- und Weiterentwicklungsperspektiven des Themas werden aufgezeigt.</p>
<p>In seiner Arbeit besch&#228;ftigt sich <bold>J&#246;rg Roche</bold> mit der Verbindung von Theorie und Praxis im Unterricht von Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Im Fokus steht die Frage, wie theoretisches Wissen aus den Bereichen Linguistik, Psycholinguistik und Kulturwissenschaften sinnvoll in den Unterricht integriert werden kann, ohne dass es zu abstrakt oder praxisfern wird. Der Artikel bietet eine wissenschaftlich fundierte theoretische Grundlage sowie praxisnahe Ans&#228;tze f&#252;r den Sprachunterricht und tr&#228;gt so dazu bei, Lehr- und Lernprozesse effektiv zu gestalten. Besonders hervorgehoben wird die bedeutende Rolle von digitalen und multimodalen Medien. Sie er&#246;ffnen vielf&#228;ltige M&#246;glichkeiten, die Sprachverarbeitung zu unterst&#252;tzen und helfen dabei, die komplexen Zusammenh&#228;nge im Sprachgebrauch, wie die Vermittlung grammatischer Regeln oder Strukturen mit Ausnahmen, zu veranschaulichen. Abschlie&#223;end wird f&#252;r eine erweiterte Mediendidaktik pl&#228;diert, die &#252;ber reine Instruktion hinausgeht und digitale Medien nutzt, wie es im richtigen Leben der Fall ist. Dies soll dem Sprachunterricht seine Nat&#252;rlichkeit zur&#252;ckgeben, nachhaltige Ergebnisse erzielen und moderne Technologien wie VR und KI als unterst&#252;tzende Werkzeuge einsetzen, anstatt den Unterricht zu ersetzen. Zudem soll authentische Kommunikation als Ziel des Sprach- und Kulturlernens gef&#246;rdert werden.</p>
<p><bold>Gwyndolen Jeanie Ortner</bold> und <bold>Karin Groenewald</bold> untersuchen aus einer Fallstudienperspektive, wie digitale Medien im DaF-Unterricht an s&#252;dafrikanischen Universit&#228;ten genutzt werden. Dabei betrachten sie zwei Universit&#228;ten mit jeweils unterschiedlichen sozialen und historischen Hintergr&#252;nden. Erforscht werden die Wahrnehmung und Nutzung digitaler Tools durch Studierende in gemischten Lernformen, der Zugang zu Technik, die Komfortzone beim digitalen Lernen und die Wichtigkeit unterst&#252;tzender Anleitung. Der Beitrag zeigt, dass die Nutzung digitaler Medien im s&#252;dafrikanischen DaF-Kontext zwar gro&#223;es Potenzial hat, jedoch durch historische, soziale und technische Herausforderungen eingeschr&#228;nkt wird. Als relevant zur Bew&#228;ltigung von Lehr- und Lernherausforderungen sowie zur Schaffung inklusiver Lernumgebungen erweist sich ein flexibler, unterst&#252;tzender Ansatz wie Responsive Teaching und Scaffolding. W&#228;hrend das Responsive Teaching eine flexible Anpassung an die unterschiedlichen Bed&#252;rfnisse der Studierenden erm&#246;glicht, unterst&#252;tzt das gezielte Scaffolding die Studierenden bei der selbstst&#228;ndigen Nutzung digitaler Tools. Dennoch betonen die Ergebnisse den besonderen Wert des Pr&#228;senzunterrichts f&#252;r soziale Interaktionen und die Entwicklung m&#252;ndlicher Sprachkompetenzen. Blendend Learning erweist sich weiterhin als geeignetes Modell, das komplexe Bed&#252;rfnisse der Studierenden adressiert und gleichzeitig institutionelle Ziele der Transformation und Inklusion unterst&#252;tzt.</p>
<p><bold>Abdelaziz Bouchara</bold> und <bold>Omar Taoussi</bold> analysieren die Teilhabe(un)gerechtigkeit an digitalisiertem DaF-Unterricht w&#228;hrend der COVD-19-Pandemie in Marokko. Der pl&#246;tzliche Wechsel vom Pr&#228;senz- zum Online-Unterricht versch&#228;rfte bestehende Ungleichheiten beim Zugang zu Bildung und entpuppte sich f&#252;r Lernende in prek&#228;ren Verh&#228;ltnissen als besonders herausfordernd. Die Autoren heben hervor, dass Pr&#228;senzlehre durch digitale Formate nur bedingt ersetzt werden kann, was vor allem auf die begrenzte Interaktivit&#228;t zur&#252;ckzuf&#252;hren ist. Gleichzeitig bietet die hybride Lehrform die Chance, das Lernen erg&#228;nzend zu gestalten. Dabei muss die Effektivit&#228;t jedoch noch weiter verbessert werden. Der Beitrag verdeutlicht die Notwendigkeit, hybride Formate weiterzuentwickeln, um Bildungsungleichheiten abzubauen und die digitale Transformation des marokkanischen Bildungssystems nachhaltiger zu gestalten. Diese Empfehlung st&#252;tzt sich auf die formulierten Anpassungsvorschl&#228;ge f&#252;r das Bildungsministerium. Diese legen den Fokus insbesondere auf die Verbesserung und Bereitstellung der IT-Ausstattung, die Senkung der Internetkosten, mediendidaktische Schulungen f&#252;r Lehrende sowie die Integration entsprechender Module in Curricula.</p>
<p><bold>Joerg Hartmann</bold> stellt sich die Frage, wie Online-Medien in die DaF-Lehrerausbildung in Kamerun integriert werden k&#246;nnen. Dabei werden Herausforderungen wie fehlende Infrastruktur, Unterschiede in den digitalen F&#228;higkeiten verschiedener Generationen und der Bedarf an kulturell angepassten Inhalten beleuchtet. Am Beispiel des entwickelten Modells CITRA, das Technik, Didaktik und Kultur verbindet und als Rahmen f&#252;r digitale Bildungsstrategien in ressourcenarmen Kontexten dient, wird vorgestellt, wie eine geeignete Digitalisierung an kamerunischen Hochschulen implementiert werden kann. Dadurch wird ein hervorragendes Beispiel daf&#252;r gegeben, wie Integrationsmodelle von Bildungstechnologien im globalen S&#252;den empirisch validiert werden, d. h., wie sie an die jeweiligen L&#228;nder angepasst werden m&#252;ssen. Die Studie zeigt, dass digitale Bildungsstrategien nur dann eine nachhaltige Wirkung entfalten, wenn technologische L&#246;sungen kulturell anschlussf&#228;hig und infrastrukturell realisierbar sind. Der Schl&#252;ssel zu gerechter und nachhaltiger Bildungsentwicklung sind lokal adaptierte, partizipativ entwickelte Strategien.</p>
<p><bold>Hamadou Ngoei</bold> hinterfragt im Bereich der medialen Bildung die digitalen Kompetenzen von DaF-Lehramtsstudierenden in Kamerun. In seinem Beitrag pr&#228;sentiert er zentrale Ergebnisse, die die unterschiedlichen Profile der digitalen Kompetenzen an zwei Hochschulen deutlich machen. So verf&#252;gen die Studierenden der ENS Maroua &#252;ber hohe Kompetenzen in digitaler Kollaboration, Kommunikation und Informationssuche. Diese F&#228;higkeiten werden tendenziell durch E-Learning-Angebote und autonomief&#246;rdernde Lehrmethoden wie Seminare gest&#228;rkt. Allerdings zeigen sie deutliche Defizite im Bereich der Medienkritik, insbesondere hinsichtlich ethischer Reflexion, Schutz vor sch&#228;dlichen Inhalten und kritischer Bewertung von Quellen. An der ENS Bertoua zeigt sich dagegen eine st&#228;rkere pragmatische Software-Anwendungskompetenz, also die F&#228;higkeit, Software zur Probleml&#246;sung effektiv einzusetzen. Allerdings leiden die Studierenden dort unter erheblichen Schw&#228;chen in der Medienkritik und der digitalen Interaktion. Dies deutet auf eine heterogene Verteilung der Kompetenzen innerhalb der Studierendenschaft hin. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass es trotz differierender St&#228;rken an beiden Standorten eine betr&#228;chtliche Diskrepanz bei den Kompetenzen gibt. Diese Diskrepanz muss gezielt adressiert werden, um eine zeitgem&#228;&#223;e digitale Kompetenz der Lehrkr&#228;fte zu gew&#228;hrleisten.</p>
<p>Speziell f&#252;r die ENS Maroua untersucht <bold>Ibrahim</bold> die Digitalisierung in der Ausbildung von Deutschlehrkr&#228;ften. Dabei beleuchtet er den aktuellen Stand der Digitalisierung und geht der Frage nach, wie angehende Deutschlehrpersonen f&#252;r eine angemessene Digitalisierung in Gymnasien und Realschulen vorbereitet werden k&#246;nnen. Die empirische Untersuchung mit Studierenden zeigt, dass die Digitalisierung zwar in der Deutschlehrerausbildung anwesend ist, aber die strukturellen und curricularen Voraussetzungen nicht ausreichen, um angehende Lehrende angemessen auf die digitalen Herausforderungen ihres Berufs vorzubereiten. Der Artikel m&#252;ndet in Empfehlungen zur Verbesserung des Digitalisierungsprozesses in der initialen Ausbildung von DaF-Lehrkr&#228;ften. Dazu sind systematische Reformen und externe Unterst&#252;tzung erforderlich. Es geht darum, Partnerschaften mit verl&#228;sslichen Organisationen wie dem Goethe-Institut f&#252;r materielle und technische Unterst&#252;tzung auszubauen, die Curricula an aktuelle digitale Anforderungen anzupassen und den Lehrkr&#228;ften kontinuierliche Fortbildungen zu digitalen Themen anzubieten.</p>
<p>Was die Digitalisierung des Deutschunterrichts an algerischen Universit&#228;ten betrifft, so vollzieht sich laut <bold>Nadia Bensmicha</bold> derzeit ein Perspektivenwechsel. Die Pandemie hat den dringenden Bedarf an digitaler Modernisierung im algerischen Hochschulbereich offengelegt. Das Land m&#246;chte mithilfe der k&#252;rzlich eingef&#252;hrten Fernlehre seine Wettbewerbsf&#228;higkeit st&#228;rken. Dennoch gibt es gro&#223;e Herausforderungen, um hinreichende und notwendige Bedingungen f&#252;r eine Digitalisierung zu schaffen. E-Learning befindet sich an algerischen Universit&#228;ten noch in einer fr&#252;hen Entwicklungsphase und wird haupts&#228;chlich als Erg&#228;nzung zur traditionellen Pr&#228;senzlehre eingesetzt &#8211; also nicht als eigenst&#228;ndiger Lernmodus. Die Studie identifiziert hierf&#252;r drei zentrale L&#246;sungsvorschl&#228;ge: die Verbreitung der E-Learning-Kultur und ihre Bedeutung, den Erfahrungsaustausch zwischen neuen und erfahrenen Nutzerinnen und Nutzern sowie die Entwicklung eines spezialisierten digitalen E-Learning-Systems.</p>
<p>Die Arbeit von <bold>Laurent Yannick Ndassi Tobika</bold> und <bold>Rosny Franck Nzenti</bold> kn&#252;pft an die Erprobung von Digitalisierungsma&#223;nahmen im kamerunischen DaF-Kontext an und besch&#228;ftigt sich mit dem experimentellen Einsatz des ZUMPad-Tools zur Verbesserung der Schreibkompetenz. ZUMPad zielt darauf ab, das Schreiben als zentrale Sprachkompetenz zu st&#228;rken und den bisherigen Fokus der experimentellen Unterrichtsforschung, der vor allem auf Grammatik und Wortschatz liegt, auf weitere produktive Sprachfertigkeiten auszuweiten. Die Experimentalgruppe, die mit ZUMPad arbeitet, erzielt bessere Schreibleistungen als die Kontrollgruppe, die ohne das Tool arbeitet. Dies deutet auf einen Vorteil des Online-Tools gegen&#252;ber traditionellen Lehrmethoden wie dem Frontalunterricht hin und spricht f&#252;r den Medieneinsatz im Deutschunterricht. Gleichzeitig warnen beide Forscher vor einem unreflektierten Medieneinsatz und pl&#228;dieren f&#252;r ein Modell, das sowohl medienbezogene als auch au&#223;ermediale Faktoren ber&#252;cksichtigt.</p>
<p>Der Beitrag von <bold>Bissitena Sansan</bold> zeigt, wie digitale Medien im Germanistikstudium an der Universit&#228;t Lom&#233; in Togo eingesetzt werden k&#246;nnen. Am Beispiel des Dhoch3-Studienmoduls 3 wird dargestellt, wie elektronische Medien in die Lehramtsausbildung integriert werden und den Erwerb der deutschen Sprache verbessern. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass digitale Medien den Zugang zu anderen Kulturen er&#246;ffnen und das Sprachenlernen unterst&#252;tzen. Es wird ebenfalls daf&#252;r pl&#228;diert, dass digitale Medien eine gro&#223;e Rolle f&#252;r die Qualit&#228;tssteigerung des Deutschunterrichts spielen und daher langfristig in das DaF-Studium integriert werden sollten, um angehende Deutschlehrkr&#228;fte besser auf ihren Beruf vorzubereiten. Weitere Vorteile der Einf&#252;hrung des Dhoch3-Moduls 3 in die togoische Lehrerausbildung betreffen die Vorbereitung der Lehrkr&#228;fte auf technologiegest&#252;tzten Sprachunterricht, die Integration interaktiver Plattformen, virtueller Klassenzimmer und Online-Kollaborationstools sowie eine nachhaltige Verbesserung der Unterrichtsqualit&#228;t und die Zug&#228;nglichkeit innovativer Lernmethoden.</p>
<p>Abschlie&#223;end pr&#228;sentiert <bold>Jacques Abel Onya</bold> ein teilhabeorientiertes Radioprojekt, das aufzeigt, wie Radioarbeit die Sprachkompetenzen im DaF-Unterricht in Kamerun f&#246;rdern kann. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Fertigkeiten des H&#246;rverstehens und des Sprechens, die in den stark schriftlich orientierten Pr&#252;fungssettings in Kamerun oft vernachl&#228;ssigt werden. Der Autor unternimmt den Versuch, die schwierigen Lernbedingungen durch die freiwillige Teilhabe an Radiosendungen zu bew&#228;ltigen. Die Medieninhalte erm&#246;glichen es, sich als kommunikativ vollwertige Person in der Fremdsprache zu bewegen. Der Autor pl&#228;diert f&#252;r eine st&#228;rkere berufsbezogene Orientierung in der Germanistik und im DaF-Unterricht und schl&#228;gt den interkulturellen Journalismus als fremdsprachendidaktisches Modell f&#252;r das DaF-Lernen vor. Grundannahme f&#252;r diese Professionalisierung ist, dass das DaF-Lernen mit digitalen Medien im afrikanischen Kontext einen lebensrelevanten Mehrwert erzielen kann, wenn es &#252;ber rein philologische Aspekte hinausgeht und zur L&#246;sung konkreter Entwicklungsprobleme wie Arbeitslosigkeit, Armut und Neokolonialismus beitr&#228;gt.</p>
</sec>
<sec>
<title>6 Fazit und Empfehlungen</title>
<p>Die Ergebnisse der versammelten Studien belegen eine langj&#228;hrige, unterschiedlich ausgepr&#228;gte Tradition des Medieneinsatzes in der afrikanischen DaF-Didaktik und Germanistik. Die durch die weltweit verbreitete Corona-Pandemie digitale Beschleunigung hinterlie&#223; wichtige Spuren in den Lehr- und Lernpraktiken auf dem Kontinent. Insgesamt vereint der Themenschwerpunkt Beitr&#228;ge aus den Regionen Nordafrika (Algerien und Marokko), Westafrika (Burkina Faso und Togo), Zentralafrika (Kamerun), S&#252;dliches Afrika (S&#252;dafrika) sowie Mitteleuropa (Deutschland). Es zeichnet sich hierdurch ein Raum f&#252;r den Wissenschaftsdialog zwischen Forschenden und Lehrenden aus afrikanischen Hochschul- und Schullandschaften sowie dem deutschsprachigen bzw. internationalen Diskurs ab. Die Vielfalt der in den jeweiligen Beitr&#228;gen behandelten Hochschul- und Schulkontexte hebt die Notwendigkeit hervor, kontextspezifische, auf der Sprachlehr- und -lernforschung basierende mediendidaktische Modelle zu entwickeln, die eine gelungene Digitalisierung erm&#246;glichen und Antworten auf lebensrelevante Fragen sowie auf Fragen zum Berufsbezug geben.</p>
<p>Das vorliegende Themenheft vereint eine Vielzahl empirischer Studien zur afrikanischen DaF-Didaktik und Germanistik, greift jedoch nur selten auf inferenzstatistische Analyseverfahren zur &#220;berpr&#252;fung der Forschungshypothesen zur&#252;ck. Auf der Grundlage der in Kapitel 4 herausgearbeiteten Diskurslinien lassen sich zudem zwei zentrale, bislang vernachl&#228;ssigte Themenfelder identifizieren: zum einen die Auseinandersetzung mit DaF-Lehrwerken und Digitalisierung im afrikanischen Bildungskontext, zum anderen die Frage nach dem curricularen Stellenwert der Mediendidaktik in afrikanischen DaF- und Germanistikstudieng&#228;ngen. Diese bislang kaum erforschten Bereiche er&#246;ffnen ein erhebliches Potenzial f&#252;r weiterf&#252;hrende Untersuchungen und k&#246;nnten in zuk&#252;nftigen Sammelb&#228;nden systematisch vertieft werden.</p>
<p>An dieser Stelle bedanken wir uns bei den Autorinnen und Autoren sowie bei den Gutachterinnen und Gutachtern aus dem anonymen Peer-Review-Verfahren f&#252;r ihre wertsch&#228;tzenden Anregungen, durch die die qualitativ hochwertigen Rohfassungen verbessert werden konnten. Ebenso danken wir der Redaktion der ZIF, ohne deren Unterst&#252;tzung das vorliegende Themenheft nicht zustande gekommen w&#228;re.</p>
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<fn id="n1"><p>vgl. <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://www.eduroam.org/">https://www.eduroam.org/</ext-link> (11.04.2025).</p></fn>
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<title>Literatur</title>
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<ref id="B21"><mixed-citation publication-type="thesis"><string-name><surname>Nanga-Me-Abengmoni</surname>, <given-names>L&#233;onel</given-names></string-name> (<year>2019</year>): <source>M-Learning in dem fernen Land Kamerun: Chancen, Grenzen, M&#246;glichkeiten am Beispiel des DaF-Unterrichts</source> (Dissertation). <publisher-loc>Berlin</publisher-loc>: <publisher-name>Universit&#228;tsverlag</publisher-name>. <pub-id pub-id-type="doi">10.14279/depositonce-8624</pub-id> (20.03.2023).</mixed-citation></ref>
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<ref id="B23"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Ramd&#233;</surname>, <given-names>Camille</given-names></string-name> &amp; <string-name><surname>Bationo</surname>, <given-names>Jean-Claude</given-names></string-name> (<year>2024</year>): <article-title>Didactique des langues &#233;trang&#232;res et TICE : Contribution &#224; l&#8217;am&#233;lioration des comp&#233;tences auditives et orales de l&#8217;allemand langue &#233;trang&#232;re au Burkina Faso</article-title>. <source>Revue REBUSS/HL</source> <volume>3</volume>, <fpage>73</fpage>&#8211;<lpage>103</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B24"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Roche</surname>, <given-names>J&#246;rg</given-names></string-name> (<year>2010</year>): <chapter-title>Audiovisuelle Medien</chapter-title>. In: <string-name><surname>Krumm</surname>, <given-names>Hans-J&#252;rgen</given-names></string-name>; <string-name><surname>Fandrych</surname>, <given-names>Christian</given-names></string-name>; <string-name><surname>Hufeisen</surname>, <given-names>Britta</given-names></string-name> &amp; <string-name><surname>Riemer</surname>, <given-names>Claudia</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. 2. Halbband</source>. <publisher-loc>Berlin</publisher-loc>: <publisher-name>De Gruyter</publisher-name>, <fpage>1243</fpage>&#8211;<lpage>1251</lpage>.</mixed-citation></ref>
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<ref id="B28"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>R&#246;sler</surname>, <given-names>Dietmar</given-names></string-name> (<year>2010b</year>): <chapter-title>Die Funktion von Medien im Deutsch als Fremd- und Deutsch als Zweitsprache-Unterricht</chapter-title>. In: <string-name><surname>Krumm</surname>, <given-names>Hans-J&#252;rgen</given-names></string-name>; <string-name><surname>Fandrych</surname>, <given-names>Christian</given-names></string-name>; <string-name><surname>Hufeisen</surname>, <given-names>Britta</given-names></string-name> &amp; <string-name><surname>Riemer</surname>, <given-names>Claudia</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. 2. Halbband</source>. <publisher-loc>Berlin</publisher-loc>: <publisher-name>De Gruyter</publisher-name>, <fpage>1199</fpage>&#8211;<lpage>1214</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B29"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Sansan</surname>, <given-names>Bissitena</given-names></string-name>; <string-name><surname>Ahouli</surname>, <given-names>Akila</given-names></string-name> &amp; <string-name><surname>Bationo</surname>, <given-names>Jean-Claude</given-names></string-name> (<year>2024</year>): <article-title>Didactique de l&#8217;allemand langue &#233;trang&#232;re : contribution des TIC au d&#233;veloppement des comp&#233;tences linguistiques et interculturelles en cours d&#8217;allemand au Togo</article-title>. <source>Revue Africaine des Sciences de l&#8217;Education et de la Formation</source>, Num&#233;ro sp&#233;cial <volume>1</volume>, <fpage>51</fpage>&#8211;<lpage>73</lpage>.</mixed-citation></ref>
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<title>Kurzbio</title>
<p><bold>Dr. Cl&#233;ment Compaor&#233;</bold> ist Assistenzprofessor (Ma&#238;tre-Assistant) f&#252;r Erziehungswissenschaft an der P&#228;dagogischen Hochschule &#201;cole Normale Sup&#233;rieure in Burkina Faso. Er lehrt und forscht in den Bereichen Didaktik des Deutschen als Fremdsprache sowie technologiegest&#252;tztes Lehren und Lernen im Kontext der akademischen Aus- und Fortbildung von Lehrkr&#228;ften. Er studierte Germanistik in Ouagadougou, schloss den Internationalen DaF-Master an der Ludwig-Maximilians-Universit&#228;t M&#252;nchen ab und promovierte dort am Institut f&#252;r Deutsch als Fremdsprache.</p>
<p><bold>Univ.-Prof. Dr. Jean-Claude Bationo</bold> hat Germanistik an den Universit&#228;ten Ouagadougou und Saarbr&#252;cken, Sprachdidaktik und P&#228;dagogik an der P&#228;dagogischen Hochschule Koudougou studiert. Nach einer Erlangung des DEA an der Universit&#228;t Metz (Frankreich) promoviert er 2006 an der Universit&#228;t des Saarlandes. Lehr- und Forschungsgebiete: DaF, DaW, Fremdsprachendidaktik, Literaturdidaktik, &#220;bersetzungsdidaktik, Mediendidaktik, Lehrerausbildung, Inklusive Bildung, Interkulturelle Kommunikation und Lehrwerkanalyse.</p>
<p><bold>Dr. L&#233;onel Nanga-Me-Abengmoni</bold> ist als Hochschuldozent (Senior Lecturer) an der &#201;cole Normale Sup&#233;rieure de Bertoua t&#228;tig. Sein aktueller Forschungsschwerpunkt betrifft die neuen Medien im Unterricht und ihre Auswirkungen auf das lebenslange Lernen.</p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><bold>Anschrift:</bold></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Dr. Cl&#233;ment Compaor&#233;</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Institut des Lettres, Sciences humaines et sociales</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">&#201;cole Normale Sup&#233;rieure</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Koudougou, Burkina Faso</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Webseite: <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="http://www.clementcompaore.de">www.clementcompaore.de</ext-link></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">E-Mail: <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:cc@clementcompaore.de">cc@clementcompaore.de</ext-link></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Prof. Dr. Jean-Claude Bationo</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Institut des Lettres, Sciences humaines et sociales</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">&#201;cole Normale Sup&#233;rieure</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Koudougou, Burkina Faso</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">E-Mail: <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:jclaudebationo@gmail.com">jclaudebationo@gmail.com</ext-link></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Dr. L&#233;onel Nanga-Me-Abengmoni</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Universit&#233; de Bertoua</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">&#201;cole Normale Sup&#233;rieure</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">E-Mail: <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:nangameabeng@yahoo.fr">nangameabeng@yahoo.fr</ext-link></styled-content></p>
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