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<journal-title>Zeitschrift f&#252;r Interkulturellen Fremdsprachenunterricht</journal-title>
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<publisher-name>Universit&#228;ts- und Landesbibliothek Darmstadt</publisher-name>
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<subject>Aufsatz zum themenschwerpunkt</subject>
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<article-title>Teilhabe(un)gerechtigkeit und digitaler DaF-Unterricht an marokkanischen Schulen und Universit&#228;ten in Zeiten der COVID-19 Pandemie</article-title>
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<surname>Taoussi</surname>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>Universit&#233; Hassan-II de Casablanca, Facult&#233; des Lettres et des Sciences Humaines - Ain Chock, BP.8507 Hay Inara, Institut f&#252;r Deutsch als Fremdsprache</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2025-09-19">
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<abstract>
<p>Am 23. M&#228;rz 2020 k&#252;ndigte der damalige marokkanische Minister f&#252;r Bildung, Berufsbildung, Hochschulbildung und wissenschaftliche Forschung, Said Amzazi, aufgrund der Corona-Pandemie bis auf Weiteres die Schlie&#223;ung aller Schulen und Universit&#228;ten im ganzen Land an, wodurch Sch&#252;ler:innen und Studierende vom Pr&#228;senzunterricht ferngehalten wurden. Diese Entscheidung f&#252;hrte unweigerlich zur radikalen Digitalisierung des Lehr-/Lernprozesses, die in vielen F&#228;llen aufgrund der fehlenden vorherigen Vorbereitung der Akteur:innen in fragw&#252;rdiger Weise durchgef&#252;hrt wurde. Diese Arbeit geht der Frage nach, welche digitalen Bildungsma&#223;nahmen w&#228;hrend der COVID-19-Krise an marokkanischen Schulen und Universit&#228;ten getroffen wurden und welche Chancen und Probleme sich daraus ergeben. Der abrupte Transfer vom Pr&#228;senz- zum Online-Unterricht versch&#228;rfte n&#228;mlich die andauernde Ungleichheit der Zug&#228;nge zu Hochschul(lehr)e in Marokko: Besonders f&#252;r Sch&#252;ler:innen und Studierende in prek&#228;ren Verh&#228;ltnissen erscheint die Teilhabe an virtuellen Lehr-Lern-Umgebungen erschwert. So wird argumentiert, dass COVID-19 als ein Katalysator f&#252;r Herausforderungen und Probleme wirkt, die bereits vor der Pandemie bestanden.</p>
</abstract>
<trans-abstract xml:lang="en">
<p><bold>Participation (in)equity and digital GFL-lessons at Moroccan schools and universities in times of the COVID-19 pandemic</bold></p>
<p>On March 23, 2020, due to the Corona pandemic, the Moroccan Minister of National Education, Vocational Training, Higher Education and Scientific Research, Said Amzazi, announced the closure of all schools and universities across the country until further notice, removing million learners from educational institutions prematurely. This decision inevitably led the national education community to the radical digitalization of the teaching/learning process, which in many cases was carried out in a questionable manner due to the lack of prior preparation of the stakeholders. This study addresses what digital education measures were taken during the COVID-19 crisis at Moroccan universities and schools and what opportunities and problems they posed. The abrupt transition from face-to-face to online teaching has indeed exacerbated the lasting inequality of access to educational institutions in Morocco. Participation in virtual learning environments seem to have impacted learners from precarious social circumstances the most, and it will, therefore, be argued that the COVID-19 pandemic has served as a catalyst for challenges and problems, which existed even before the pandemic.</p>
</trans-abstract>
<kwd-group>
<kwd>Corona-Pandemie</kwd>
<kwd>digitaler DaF-Unterricht in Marokko</kwd>
<kwd>hybride Lehre</kwd>
<kwd>Teilhabe(un)gerechtigkeit</kwd>
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<kwd>Covid-19 pandemic</kwd>
<kwd>online German course in Morocco</kwd>
<kwd>hybrid teaching</kwd>
<kwd>(in)equity of educational participation</kwd>
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<title>1 Einleitung</title>
<p>Als die Corona-Pandemie am 3. M&#228;rz 2020 in Marokko mit dem ersten nachgewiesenen Infektionsfall in Casablanca ihren Anfang nahm, reagierte die Regierung mit der Ank&#252;ndigung eines Lockdowns. Zu den getroffenen Anti-Corona-Ma&#223;nahmen gem&#228;&#223; dem Dekret N&#176;2-20-292 vom 23. M&#228;rz 2020 z&#228;hlte u.a. die vor&#252;bergehende Schlie&#223;ung der &#246;ffentlichen Einrichtungen und Orte der Versammlung, wovon besonders Schulen und Universit&#228;ten betroffen waren. Als Alternative f&#252;r die traditionellen Lehrformate sowohl in den Seminar- und Vorlesungsr&#228;umen als auch im Schulunterricht hat sich der damalige marokkanische Minister f&#252;r Bildung, Berufsbildung, Hochschulbildung und wissenschaftliche Forschung, Said Amzazi, nach Absprache und in &#220;bereinstimmung mit den Hochschulrektoren f&#252;r einen Sprung in das onlinebasierte Lehren und Lernen entschieden. Der durch die Umstellung auf Online-Lehre verursachte abrupte Wechsel zur virtuellen Lehre ver&#228;nderte den Fremdsprachenunterricht innerhalb einer Woche. F&#252;r die Lehrkr&#228;fte erforderte diese Entwicklung eine neue Herangehensweise in Bezug auf die Unterrichtsplanung f&#252;r den DaF-Unterricht. In diesem Zusammenhang betonen B&#228;r und G&#246;ttsche (<xref ref-type="bibr" rid="B4">2016: 229</xref>), dass der Fremdsprachenunterricht in einer virtuellen Lernumgebung &#8222;sehr arbeitsintensiv ist und von den Lernenden ein hohes Ma&#223; an Motivation, Offenheit f&#252;r diese oft ungewohnte Form des Sprachenlernens, Medienkompetenz und die F&#228;higkeit zur weitgehenden Selbststeuerung des Lernprozesses erfordert&#8220;.</p>
<p>Allerdings k&#246;nnen Lernende ihre Sprachkompetenz, (inter)kulturellen Kompetenzen und Medienkompetenz durch digitale Medien deutlich verbessern, wenn das Potenzial der digitalen Medien vollst&#228;ndig ausgesch&#246;pft wird. Dies setzt voraus, dass digitale Medien nicht ohne ein durchdachtes Lehr-Lerndesign verwendet werden, sondern im Sinne eines handlungsorientierten, offenen und lebensnahen Unterrichts bzw. einer Szenariendidaktik, die sich sehr m&#246;glichst genau an den Potenzialen und Bedarfen der jeweiligen Zielgruppen orientiert (<xref ref-type="bibr" rid="B24">H&#246;lscher/Roche/Simic 2009: 6</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B37">Piepho 2003: 108</xref>). Der Ansatz der Szenariendidaktik folgt dem Prinzip der Lernendenorientierung und die Sequenzen eines Fremdsprachenunterrichts finden demnach in Szenarien statt. Szenarien werden &#8222;arrangiert&#8220; und sind je nach Zielgruppe dynamisch (<xref ref-type="bibr" rid="B37">Piepho 2003: 48</xref>). Sie k&#246;nnen in einem Phasenmodell ausgearbeitet und dargestellt werden, das der Vorbereitung und Durchf&#252;hrung eines Lernszenarios zugrunde liegt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B24">H&#246;lscher et al. 2009</xref>). Eine weitere Besonderheit der Szenariendidaktik liegt in der Offenheit und Flexibilit&#228;t, die den Lernenden bei der Auswahl und Bearbeitung der Lernaufgaben gew&#228;hrt wird (vgl. ebd.: 10). Didaktische Lernszenarien, die als besonders lerneraktive und handlungsorientierte Verfahren gelten, haben u.a. bereits Eingang in die Fremdsprachendidaktik gefunden (vgl. ebd.; <xref ref-type="bibr" rid="B44">Roche/Reher/Simic 2012</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B46">Roche/Schiewer 2021</xref>).</p>
<p>Der Kampf gegen die Corona-Pandemie war jedoch nicht nur mit p&#228;dagogisch-didaktischen, sondern auch mit psychischen, &#246;konomischen und sozialen Herausforderungen verbunden, wobei vor allem jene Sch&#252;ler:innen und Student:innen betroffen waren, deren soziale Position und Ressourcenausstattung schlechter waren. Zahlreiche Studien belegen, dass sozial benachteiligte Bev&#246;lkerungsschichten durch die Corona-Pandemie gesundheitlich und sozial &#252;berproportional beeintr&#228;chtigt wurden, was die sozialen Ungleichheiten verst&#228;rkt (vgl. z.B. <xref ref-type="bibr" rid="B15">Ehren/Groenewald/Pfaff/Nanga-Me-Abengmoni 2022</xref>). In einem Land des Globalen S&#252;dens wie Marokko waren und sind v.a. Menschen in sozio&#246;konomisch stark deprivierten Regionen betroffen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B31">Maamri/Ben el Mostafa/Boutayeb 2021</xref>). So wirkt sich soziale Ungleichheit negativ auf die Gesundheit aus. Dieses Ungleichgewicht hat deutlich gemacht, wie eng Gesundheit mit dem sozialen Umfeld verzahnt ist und wie stark Gesundheit auf soziale Umwelteinfl&#252;sse reagiert. Bei der Ursachenbek&#228;mpfung gesundheitlicher Defizite sollten sich deshalb politische Entscheidungstr&#228;ger:innen auch mit den sozialen Determinanten von Gesundheit (Bildung, Arbeit/Besch&#228;ftigung, Einkommen, Wohnraum etc.), die h&#228;ufig ungleich verteilt sind, auseinandersetzen (vgl. u.a. <xref ref-type="bibr" rid="B53">Wilkinson/Marmot 2003</xref>). So kann hinsichtlich dieser Wechselwirkungen aus der aktuellen Pandemie gelernt und diesen zuk&#252;nftig besser begegnet werden.</p>
<p>Im vorliegenden Beitrag wird argumentiert, dass aktuelle Studien belegen, dass die Corona-Pandemie soziale Ungleichheiten im schulischen und akademischen Bereich in Marokko verst&#228;rkt hat. Dabei geht diese Arbeit der Frage nach, welche digitalen Bildungsma&#223;nahmen w&#228;hrend der COVID-19-Krise an marokkanischen Schulen (Abschnitt 2) und Universit&#228;ten (Abschnitt 3) getroffen wurden und welche Chancen und Probleme sich daraus ergeben. Im Zentrum dieses Artikels steht auch die Frage, inwieweit Pr&#228;senzveranstaltungen sinnvoll durch digitale Formate erg&#228;nzt werden k&#246;nnen und welche Chancen eine zunehmend hybride Hochschul(lehr)e bietet. Im Fazit (Abschnitt 4) runden wir die Perspektiven und Empfehlungen f&#252;r gute Online-Lehre ab. Dabei werden die Probleme und Nachteile aber auch die Vorteile aufgezeigt, die durch die Corona Krise entstanden sind. Die Studie basiert zum Teil auf qualitativen und quantitativen Untersuchungen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B16">Elmendili/Saaidi 2020</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B21">Hamdani 2021</xref>) mit Daten, die in den Jahren 2020 und 2021 an marokkanischen Universit&#228;ten durch narrative Interviews und eine Fragebogenerhebung erfasst wurden.</p>
</sec>
<sec>
<title>2 Schule unter COVID-19 Bedingungen</title>
<p>In diesem Abschnitt wird dargelegt, welche neuen Unterrichtsformen entwickelt wurden, um Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern auch w&#228;hrend der Schulschlie&#223;ungen das Lernen zu erm&#246;glichen und welche Chancen und Probleme sich daraus ergeben haben. Diese Umstellung, so wird argumentiert, stellte f&#252;r alle Schulen und besonders f&#252;r Eltern und Sch&#252;ler:innen eine gro&#223;e Herausforderung dar. Erkennbar wurde, dass ein nicht kleiner Teil der Sch&#252;ler:innen kaum am Bildungsangebot partizipierte.</p>
<p>Wie schon erw&#228;hnt, wurden Mitte M&#228;rz 2020 im ganzen Land die Schulen geschlossen. Pr&#228;senzunterricht fand erst wieder ab dem Schuljahr 2020/21 statt. Die Priorit&#228;t, so der Bildungsminister Said Amzazi, liege bei den Sch&#252;ler:innen, die sich auf das Baccalaur&#233;at (Abitur) und auf das erste Jahr des Abiturs vorbereiten, sowie den Abschlussjahrg&#228;ngen der weiterf&#252;hrenden Schulen und den sechsten Klassen der Grundschulen. Ein Aktionsplan wurde ins Leben gerufen. Demnach wurden die Sch&#252;ler:innen aufgefordert, Unterrichtseinheiten zu folgen, die sie auf der vom Bildungsministerium eingerichteten Website <italic>TelmidTice</italic> fanden. <italic>TelmidTice</italic> ist eine Zusammensetzung aus <italic>Telmid</italic> (Sch&#252;ler) und TICE (<italic>Technologies de l&#8217;Information et de La Communication dans l&#8217;enseignement</italic>: Informations- und Kommunikationstechnologie in der Bildung) und stellt eine kostenfreie Lernplattform mit zahlreichen digitalen Lernangeboten f&#252;r die Grundschule und die Sekundarstufen I und II dar. Das digitale Unterrichtsangebot auf der Webseite zielte darauf ab, Sch&#252;ler:innen w&#228;hrend der Pandemie mit Online-Schulungsmaterialien, die man herunterladen konnte, zu unterst&#252;tzen, vor allem diejenigen, die &#252;ber keinen Internetzugang verf&#252;gten. So wollte das Ministerium das Recht auf eine faire Bildung f&#252;r alle garantieren. Zus&#228;tzlich zu der digitalen Plattform <italic>TelmidTice</italic> standen den Sch&#252;ler:innen ohne Internet-Zugang auch ein paar Fernsehkan&#228;le zur Verf&#252;gung, wie z. B. <italic>Arrabia, La&#226;youne, Ataqafiya</italic>, auf denen auch Deutschkurse ausgestrahlt wurden. In diesem Zusammenhang muss man leider feststellen, dass die reine Grammatikvermittlung f&#252;r Erkl&#228;rvideos im DaF-Bereich im Mittelpunkt steht. Grammatik ist auch deswegen oft beliebt, weil sie sich einfacher als kommunikative Kompetenz testen l&#228;sst. Die reine Grammatikvermittlung erinnert an die G&#220;M (Grammatik-&#220;bersetzungsmethode) des 19. Jahrhunderts. Hier legte man besonderen Wert auf die Beherrschung von grammatischer Terminologie und dem Auswendiglernen von Regeln, die dann im Sprachgebrauch ihre Anwendung fanden. Deshalb besteht die Gefahr, dass ein solcher Unterricht durch den Gebrauch von Erkl&#228;rvideos pl&#246;tzlich als &#8222;modern&#8220; und &#8222;innovativ&#8220; empfunden werden kann.</p>
<p>Auch stellt sich die Frage, wie sich das Fernlernen auf den Bildungserfolg von Sch&#252;ler:innen ausgewirkt hat. Ein gro&#223;er Nachteil der digitalen Plattform <italic>TelmidTice</italic> und der Fernsehkan&#228;le ist jedoch, dass die Gespr&#228;chsf&#252;hrung im aufgezeichneten Unterricht stets bei der Lehrkraft verbleibt. Dadurch konnte der Unterricht lediglich lehrerzentriert durchgef&#252;hrt werden und die Gefahr des Frontalunterrichts wurde erh&#246;ht. Die Aufnahmef&#228;higkeit und Motivation der Sch&#252;ler:innen leiden dabei erheblich, da Lernende durch eine zu dichte Informationsflut stark &#252;berfordert sind, sodass sie Online-Lernangebote sehr viel schneller abbrechen als Pr&#228;senzkurse (vgl. z.B. <xref ref-type="bibr" rid="B5">Bawa 2016</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B20">Grein 2020</xref>). Dies betrifft vor allem Grundschulkinder, denn die Aufmerksamkeitsspanne von Menschen, also die Zeitspanne, die Menschen konzentriert bei einer T&#228;tigkeit bleiben k&#246;nnen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B50">Stangl 2022</xref>) entwickelt sich mit dem Alter: &#8222;W&#228;hrend sie [die Zeitspanne] bei Grundschulkindern bei rund 15 Minuten liegt und in der Pubert&#228;t maximal 30 Minuten umfasst, liegt sie bei Erwachsenen bei maximal 90 Minuten&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B8">Biebigh&#228;user 2022: 4</xref>). Da der Grad an Interaktivit&#228;t stark absinkt und die soziale Eingebundenheit der Lernenden deutlich geringer ist als im Pr&#228;senzunterricht, konnten die vom Bildungsministerium eingerichteten digitalen Lernangebote die Pr&#228;senzlehre mit ihrem direkten Austausch nicht zufriedenstellend ersetzen.</p>
<p>Zus&#228;tzlich zu den vom Bildungsministerium eingerichteten virtuellen Unterrichtsangeboten und Fernsehkan&#228;len konnte man den Angaben der DaF-Lehrenden in der Sekund&#228;rstufe 1 und 2 zufolge mit den Sch&#252;ler:innen &#252;ber WhatsApp in Verbindung bleiben und so Unterrichtsmaterial als Text oder Sprachnachricht teilen. Au&#223;erdem wurde mitgeteilt, dass zum Teil auch Videokonferenzen via Zoom oder Google Meet abgehalten werden konnten (vgl. z.B. <xref ref-type="bibr" rid="B3">Aoun/Kasbaoui 2021</xref>). So konnten die Sch&#252;ler:innen den Unterricht einigerma&#223;en erfolgreich zu Hause fortsetzen. Das Bereitstellen solcher schnellen L&#246;sungen in Form von Plattformen und Fernsehkan&#228;len sowie Videokonferenzen in Google Meet oder Zoom ist verst&#228;ndlich, da die Digitalisierung in Lehre von Zeitdruck und Improvisation gepr&#228;gt war. Es erm&#246;glichte trotzdem, dass Lehrende weiterhin mit ihren Sch&#252;ler:innen in Kontakt blieben und dass diese ihren Lernprozess weiter fortsetzten konnten, was durchaus als positiv zu bewerten ist. Allerdings</p>
<disp-quote>
<p>sind die unangepasste &#220;bertragung von Unterricht in Videokonferenzen und die Nutzung von Online-Angeboten, wenn diese nicht auf die Lernenden abgestimmt und in ein didaktisches Konzept eingebunden sind, langfristig weder f&#252;r Lehrende noch f&#252;r Lernende befriedigend, da Lernziele so h&#228;ufig nicht erreicht werden und die Motivation der Lernenden leidet (<xref ref-type="bibr" rid="B8">Biebigh&#228;user 2022: 3</xref>).</p>
</disp-quote>
<p>Hinzukommt, dass, dass viele Sch&#252;ler:innen in der Lockdown-Zeit kaum oder gar keinen Kontakt zu Lehrpersonen und Freunden hatten (vgl. u.a. <xref ref-type="bibr" rid="B51">Steiner/K&#246;pping/Leitner/Pessl 2020</xref>). Distanzunterricht geht n&#228;mlich f&#252;r Kinder und Jugendliche mit einem massiven Verlust an Sozialkontakten einher. In der Corona-Krise haben sie die Schule als sozialen Ort, als Ort der Begegnung mit Freunden und Lehrkr&#228;ften vermisst (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B49">Schubarth 2020</xref>). Es wurden ihnen pl&#246;tzlich digitale Kompetenzen sowie Selbstorganisation und -verantwortung abverlangt, die zuvor nicht systematisch aufgebaut worden waren und das besonders in einem Land, in dem nicht alle Sch&#252;ler:innen von den modernen Technologien profitieren konnten. Gerade &#228;rmere und l&#228;rmbelastete Kinder in beengten Wohnverh&#228;ltnissen litten besonders an den Folgen der Corona-Einschr&#228;nkungen, wenn sie in einem konflikttr&#228;chtigen famili&#228;ren Kontext eingebunden waren (z. B. spielende Kinder, Streit zwischen Eltern, Trennungskonflikte, etc.).</p>
<p>Unter den Bedingungen der COVID-19-Pandemie mussten die Eltern &#8211; insbesondere die M&#252;tter &#8211; viele Aufgaben &#252;bernehmen, die normalerweise von Lehrpersonen erf&#252;llt werden: Sie sollten ihre Kinder motivieren, anleiten und ihnen die Lerninhalte erkl&#228;ren, obwohl sie darauf gar nicht vorbereitet waren. Hinzu kommt die Tatsache, dass viele marokkanische M&#252;tter einen schwachen Bildungsstand haben und mit der neuen Situation nicht zurechtkommen konnten. Sie waren h&#228;ufig einer mehrfachen Belastung ausgesetzt u.a. durch &#246;konomische Schwierigkeiten, Stress und enge Wohnverh&#228;ltnisse (vgl. z.B. <xref ref-type="bibr" rid="B54">W&#246;hl/Lichtenberger 2021</xref>). Die elterliche Unterst&#252;tzung unterscheidet sich deshalb aufgrund der Wohnverh&#228;ltnisse, der verf&#252;gbaren digitalen Infrastruktur, der Zeitkapazit&#228;ten und Bildungshintergr&#252;nde der Eltern sowie des Unterst&#252;tzungsbedarfs seitens der Kinder. Demnach ist zu erwarten, dass sich die ohnehin bereits hohe soziale Ungleichheit im marokkanischen Bildungssystem durch digitalisiertes Lehren und Lernen weiter versch&#228;rft, so die Reporterin Ghalia Khadiri: &#8222;Es gibt Sch&#252;ler, f&#252;r die das Lernen auf dem Bildschirm selbstverst&#228;ndlich ist und die niemals einen Online-Kurs oder eine Videokonferenz verpassen. Und diejenigen, f&#252;r die jede Verbindung, jede E-Mail, jede digitale Aufgabe eine Herausforderung ist&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B19">Frank 2020</xref>). Benachteiligte Sch&#252;ler:innen laufen Gefahr, den Online-Unterricht abzubrechen, weil sie beim digitalen Lernen nicht mithalten k&#246;nnen und deutlich st&#228;rker darunter leiden als andere. Sie entpuppen sich dann zunehmend als Bildungsverlierer:innen (vgl. z.B. <xref ref-type="bibr" rid="B39">Redecker 2022</xref>), f&#252;r die viele Eltern negative Folgen f&#252;r die Entwicklung schulischer F&#228;higkeiten, die Chancen am Arbeitsmarkt und das soziale Befinden bef&#252;rchten (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B55">W&#246;&#223;mann/Freundl/Grewenig/Lergetporer/Werner/Zierow 2021</xref>).</p>
<p>Au&#223;erdem kommen benachteiligte Jugendliche schlechter zurecht, weil sie selbst und die Schulen nicht entsprechend technisch ausger&#252;stet sind. F&#252;r diese benachteiligten Sch&#252;ler:innen war z. B. das Fehlen eines eigenen Laptops und einer eigenen Internet-Anbindung ein entscheidendes Hindernis f&#252;r das Online-Lernen, obwohl der Bildungsminister, Said Amzazi, versicherte, alle n&#246;tigen Ma&#223;nahmen seien ergriffen worden, um den Erfolg des Fernunterrichts sicherzustellen. So fehlte es definitiv bei unz&#228;hligen Kindern an Technik, um mit ihren Lehrenden einen Kommunikationskanal aufzubauen, sofern die Lehrenden &#252;berhaupt selbst &#252;ber eine n&#246;tige Ausstattung verf&#252;gten. Damit die Sch&#252;ler:innen, sagt der Telekommunikationsexperte Khalid Ziani gegen&#252;ber <italic>Le Monde</italic>, den Unterricht aus der Ferne verfolgen k&#246;nnten &#8222;m&#252;ssten sie jeweils 1.000 Dirham (90 Euro) pro Monat ausgeben, das ist enorm viel&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B19">Frank 2020</xref>). Zwar waren die Internetkurse selbst kostenlos, doch um mit den Lehrenden in Kontakt zu bleiben, gab es keine andere M&#246;glichkeit als das Telefon, was f&#252;r viele eine enorme finanzielle B&#252;rde war, und so blieb WhatsApp das alleinige Kommunikationsmittel mit den Lehrenden, sofern man sich WhatsApp &#252;berhaupt leisten konnte. Zwar haben <italic>Orange, Inwi und Maroc Telecom</italic> w&#228;hrend des ersten Lockdowns die kostenlose Nutzung von Bildungswebseiten im Internet erm&#246;glicht, das setzte aber voraus, dass eine Sch&#252;lerin oder ein Sch&#252;ler Zugang zu den Seiten hatte (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B34">Maghreb-Post 2020</xref>). Sollte das nicht klappen, blieb es den Eltern &#252;berlassen, die Situation zu meistern &#8211; und wenn dies nicht gelang, waren Kinder und Jugendliche die Leidtragenden.</p>
<p>Auf jeden Fall hat das Abitur wie geplant im Juli 2020 stattgefunden, w&#228;hrend die urspr&#252;nglich f&#252;r den 4. und 5. September 2020 geplante einheitliche regionale Pr&#252;fung f&#252;r das erste Jahr des Abiturs auf einen sp&#228;teren Zeitpunkt verschoben wurde, und zwar auf den 1.- 3. Oktober 2020. Aufgrund der oben genannten Probleme mit digitalem Unterricht konnten die Eltern im Schuljahr 2020/2021 zun&#228;chst zwischen Fernunterricht und Pr&#228;senzunterricht w&#228;hlen: Eltern, insbesondere diejenigen, die auf engem Raum und/oder in l&#228;ndlichen Gebieten leben und sich keine technische Ausr&#252;stung f&#252;r Homeschooling leisten k&#246;nnen, sollte die M&#246;glichkeit gegeben werden, ihre Kinder in den Pr&#228;senzunterricht zu schicken, wenn sie dies wollten und wenn die epidemiologische Lage in der Region dies erlaubte, um die Bildungsl&#252;cken und den damit verbundenen Nachteil f&#252;r Kinder und Jugendliche gering zu halten. Schlie&#223;lich wurde ein Kompromiss gefunden, n&#228;mlich hybride Lehre. Hybrides Lehren und Lernen verbindet Pr&#228;senz- und Online-Lernen. Hybridunterricht kann in der Praxis in verschiedenen Modellen umgesetzt werden (vgl. u.a. <xref ref-type="bibr" rid="B28">Keindorf 2022</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B35">M&#246;slein-Tr&#246;ppner/Willi 2021</xref>). In Marokko wurde der Unterricht so aufgeteilt, dass die H&#228;lfte des Unterrichts in Pr&#228;senz, die andere H&#228;lfte virtuell stattfinden sollte. Hybrides Lehren anzubieten, war eine organisatorische L&#246;sung, damit Lehre trotz Corona-Schutzma&#223;nahmen mit allen Sch&#252;ler:innen durchgef&#252;hrt werden konnte. Das bedeutet, dass Lernr&#228;ume vor Ort nur begrenzt genutzt werden konnten, mit maximal 20 Teilnehmer:innen pro Klasse.</p>
<p>So konnte im Schuljahr 2020/2021 ein relativ erfolgreiches Bildungsergebnis erzielt werden: Zus&#228;tzlich zur Pr&#228;senzlehre wurden Inhalte in digitaler Form bereitgestellt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B3">Aoun/Kasbaoui 2021</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B30">La Quotidienne 2021</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B32">Machloukh 2020a</xref>). Dieses Angebot wurde zeitlich synchron in Form eines Livestreams und/oder asynchron in Form einer Aufzeichnung des Unterrichts umgesetzt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B3">Aoun/Kasbaoui 2021</xref>). Lerninhalte wurden zu Hause von den Lernenden selbstst&#228;ndig erarbeitet. Anschlie&#223;end wurde das Gelernte im Pr&#228;senzunterricht vertieft und Unklarheiten beseitigt. Die Sch&#252;ler:innen konnten auch ein Video sehen, das von der Lehrerin oder dem Lehrer zu Hause aufgenommen wurde. Im Pr&#228;senzunterricht werden dann Frage-Antwort- oder Diskussionsrunden zum Video abgehalten. Die Videokonferenz kann aufgezeichnet werden, sodass auch fehlende Sch&#252;ler:innen die Unterrichtsstunde nachholen k&#246;nnen. So wird der Unterricht zum Teil digital geplant. In der Pr&#228;senz k&#246;nnen die Sch&#252;ler:innen dann vor Ort bei den gestellten Aufgaben unterst&#252;tzt werden. Alternativ wurde in diesem Bildungsmodell die Verst&#228;rkung des schulischen Unterrichts durch Online-Unterricht zu Hause umgesetzt, indem den Sch&#252;ler:innen z.B. Erkl&#228;rvideos zur Verf&#252;gung gestellt wurden.</p>
<p>Eine Umgebung, in der Bildungsinhalte au&#223;erhalb des Unterrichts vermittelt und im Pr&#228;senzunterricht diskutiert werden, unterst&#252;tzt die Sch&#252;ler:innen dabei, selbstst&#228;ndig zu arbeiten und die eigenen Selbstlernkompetenzen zu entwickeln, indem sie Informationen aus verschiedenen Blickwinkeln erhalten. Hybrides Lernen erm&#246;glicht au&#223;erdem die Interaktion der gesamten Lerngruppe. Es kann dazu beitragen, das Gef&#252;hl der Isolation zu lindern, das durch Fernunterrichtsmodelle entstehen kann, die diese Art der Interaktion nicht bieten. Dies kann sich positiv auf die Verbesserung des Engagements der Sch&#252;ler:innen und die Aufrechterhaltung des Interesses auswirken (vgl. z.B. <xref ref-type="bibr" rid="B17">Erni 2022</xref>). Dank des hybriden Bildungsmodells konnten ebenfalls L&#252;cken, die w&#228;hrend der Vollzeit-Online-Lehre entstanden waren, relativ gut gef&#252;llt werden und viele marokkanische Schulen konnten dieses System erfolgreich implementieren, obwohl hybrides Lernen f&#252;r die Lehrpersonen mit erh&#246;htem Aufwand verbunden ist. Sie m&#252;ssen n&#228;mlich digitale Kompetenzen f&#246;rdern und daf&#252;r ein passendes Konzept entwickeln, um das hybride Lernen effizient umzusetzen. Dar&#252;ber hinaus verf&#252;gen Sch&#252;ler:innen, wie schon oben erl&#228;utert, &#252;ber ganz unterschiedliche Ger&#228;te und WLAN-Versorgung. Das Web ist auch in den Elternh&#228;usern nicht &#252;berall verf&#252;gbar &#8211; in vielen l&#228;ndlichen R&#228;umen jedoch nicht (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B7">Berdi/Sebbar/El Hadri 2021: 127</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B31">Maamri et al. 2021</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B47">Saoury 2020</xref>).</p>
<p>In der au&#223;erordentlichen Pandemie-Situation wurden also wertvolle Erfahrungen mit der Online-Lehre gesammelt, welche der strategischen, didaktischen und technischen Weiterentwicklung und dem sinnvollen Ausbau digitaler Lehre in den Schulen in der Zeit nach der COVID-19 Pandemie (z.B. weitere Pandemien) dienen k&#246;nnen. Aus den allgemeinen Erfahrungen mit der digitalen Lehre w&#228;hrend der Corona-Pandemie lassen sich Empfehlungen und Herausforderungen ableiten, die sich in unterschiedlicher Weise an die Politik, die Schulen und an die Lehrenden richten. Darauf wird im &#252;bern&#228;chsten Kapitel ebenfalls in Bezug auf die marokkanischen Universit&#228;ten n&#228;her eingegangen.</p>
</sec>
<sec>
<title>3 Digitale Lehre an den Universit&#228;ten</title>
<p>Im folgenden Abschnitt wird die Umstellung von Pr&#228;senzlehre auf digitale Formate an marokkanischen Universit&#228;ten w&#228;hrend der Pandemie untersucht. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Frage, wie sich die Pandemie auf den Einsatz digitaler Medien durch die Dozierenden ausgewirkt hat. Es wird auch &#252;berpr&#252;ft, ob die medientechnischen Grundbedingungen f&#252;r einen effektiven und einwandfreien Einsatz von Online-Lehre aus Studierendensicht erf&#252;llt waren. Der Umstieg auf die digitale Online-Lehre, so wird argumentiert, birgt die Gefahr neuer Formen der Exklusion von Studierenden, die &#252;ber weniger (materielle) Ressourcen verf&#252;gen.</p>
<p>Was das Germanistik-Studium angeht, so hat die COVID-19-Pandemie Dozierende an den Universit&#228;ten Casablanca, Rabat und F&#232;s von einem Tag auf den anderen damit konfrontiert, ihren Unterricht von Pr&#228;senz- und Kontaktlehre auf Fern- und Distanzbetrieb umstellen zu m&#252;ssen: ein einzigartiges Lehr- und Lernexperiment f&#252;r Dozierende und Studierende. Die Mehrheit der Lehrkr&#228;fte verf&#252;gte vor der Corona-Pandemie noch &#252;ber keine nennenswerten Erfahrungen mit digitalen Unterrichtsformen. Mit sehr viel Engagement gelang es ihnen aber, sich langsam mit den betreffenden Programmen und Unterrichtsmethoden relativ gut vertraut zu machen. Besonders bemerkenswert findet Hantam (<xref ref-type="bibr" rid="B22">2020</xref>), dass die meisten Dozierenden mit gro&#223;em Einsatz daf&#252;r sorgten, dass die erforderlichen Grundkenntnisse f&#252;r den Einstieg in den digitalen Unterricht rechtzeitig zur Verf&#252;gung gestellt wurden, um den Erwartungen der Studierenden w&#228;hrend der COVID-19-Krise gerecht zu werden. In diesem Zusammenhang wurde im Sommersemester 2020 eine Umfrage &#252;ber den Einsatz digitaler Medien an marokkanischen Universit&#228;ten durchgef&#252;hrt. Interviews mit den Vizerektor:innen und Generalsekret&#228;r:innen der Universit&#228;ten stellen eine qualitative Datenerhebungstechnik der Umfrage dar (vgl. dazu <xref ref-type="bibr" rid="B16">Elmendili/Saaidi 2020</xref>). Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse des digitalen Medieneinsatzes an den marokkanischen Universit&#228;ten zusammen und gilt somit auch f&#252;r die germanistischen Fakult&#228;ten der Universit&#228;ten Rabat, Casablanca und F&#232;s, die sich ganz im oberen Teil der Tabelle befinden. Die jeweiligen Ressourcen werden anschlie&#223;end in den weiteren Ausf&#252;hrungen mit Hilfe von <xref ref-type="fig" rid="F1">Abb. 1</xref> weiter erl&#228;utert.</p>
<table-wrap id="T1">
<caption>
<p>Tab. 1: Digitale Ressourcen der marokkanischen Universit&#228;ten (<xref ref-type="bibr" rid="B16">Elmendili/Saaidi 2020: 86&#8211;87</xref>)</p>
</caption>
<table>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top"><bold>Universit&#228;ten</bold></td>
<td align="left" valign="top"><bold>Ressourcen (PDF, PPT, Word)</bold></td>
<td align="left" valign="top"><bold>Ressourcen Video</bold></td>
<td align="left" valign="top"><bold>Ressourcen Audio</bold></td>
<td align="left" valign="top"><bold>Ressourcen On Live</bold></td>
<td align="left" valign="top"><bold>Andere Ressourcen</bold></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Universit&#228;t Rabat</td>
<td align="left" valign="top">10175</td>
<td align="left" valign="top">1022</td>
<td align="left" valign="top">396</td>
<td align="left" valign="top">2895</td>
<td align="left" valign="top">200</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Universit&#228;t Casablanca</td>
<td align="left" valign="top">8275</td>
<td align="left" valign="top">693</td>
<td align="left" valign="top">154</td>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Universit&#228;t F&#232;s</td>
<td align="left" valign="top">9817</td>
<td align="left" valign="top">1518</td>
<td align="left" valign="top">791</td>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Universit&#228;t Marrakech</td>
<td align="left" valign="top">10293</td>
<td align="left" valign="top">1930</td>
<td align="left" valign="top">643</td>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Universit&#228;t Beni Mellal</td>
<td align="left" valign="top">4609</td>
<td align="left" valign="top">2866</td>
<td align="left" valign="top">1700</td>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Universit&#228;t Oujda</td>
<td align="left" valign="top">15971</td>
<td align="left" valign="top">782</td>
<td align="left" valign="top">60</td>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top">276</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Universit&#228;t T&#233;touan</td>
<td align="left" valign="top">7375</td>
<td align="left" valign="top">1518</td>
<td align="left" valign="top">396</td>
<td align="left" valign="top">269</td>
<td align="left" valign="top"></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Universit&#228;t El Jadida</td>
<td align="left" valign="top">4370</td>
<td align="left" valign="top">1160</td>
<td align="left" valign="top">1008</td>
<td align="left" valign="top">3050</td>
<td align="left" valign="top">150</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Universit&#228;t Settat</td>
<td align="left" valign="top">2942</td>
<td align="left" valign="top">51</td>
<td align="left" valign="top">44</td>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top">6</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Universit&#228;t Mekn&#232;s</td>
<td align="left" valign="top">6176</td>
<td align="left" valign="top">834</td>
<td align="left" valign="top">537</td>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top">96</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Universit&#228;t Kenitra</td>
<td align="left" valign="top">6284</td>
<td align="left" valign="top">850</td>
<td align="left" valign="top">227</td>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Universit&#228;t Agadir</td>
<td align="left" valign="top">7588</td>
<td align="left" valign="top">1656</td>
<td align="left" valign="top">354</td>
<td align="left" valign="top">297</td>
<td align="left" valign="top">428</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><bold>Total</bold></td>
<td align="left" valign="top"><bold>93875</bold></td>
<td align="left" valign="top"><bold>14880</bold></td>
<td align="left" valign="top"><bold>6310</bold></td>
<td align="left" valign="top"><bold>6511</bold></td>
<td align="left" valign="top"><bold>1156</bold></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Wie <xref ref-type="fig" rid="F1">Abbildung 1</xref> (siehe unten) deutlich zeigt, wurde in der Online-Lehre der marokkanischen Universit&#228;ten eine Reihe von unterschiedlichen Alternativen zur Pr&#228;senzlehre eingesetzt. Zu Beginn der pl&#246;tzlichen Umstellung vom Pr&#228;senz- auf den Online-Unterricht geh&#246;rten PDF-, PPT- und Word-Dateien zu den am h&#228;ufigsten verwendeten Pr&#228;sentationsformaten. Diese stellen 78% der von den Universit&#228;ten angebotenen Lerninhalten dar. Der Grund daf&#252;r liegt laut Elmendili/Saaidi (ebd.: 88) darin, dass die jeweiligen Kurse bereits existierten; sie mussten lediglich angemessen in die entsprechenden Plattformen wie E-Mail, WhatsApp oder Facebook integriert werden, damit der Zugang dazu f&#252;r Studierende gew&#228;hrleistet wird. Der Einsatz audio-visueller Medien, wie z.B. Zoom und google meet, seitens der Lehrkr&#228;fte stellt dagegen lediglich 16% dar. Elmendili und Saaidi (ebd.) f&#252;hren dies darauf zur&#252;ck, dass Dozierende vor allem aufgrund von mangelnder Erfahrung und Vorbereitung nicht in der Lage waren, pl&#246;tzlich interaktive Videos als Lernangebot in ihren Unterricht zu integrieren und alle Veranstaltungstypen problemlos in ein digitales Format umzuwandeln, abgesehen von den technischen Voraussetzungen und der notwendigen Ausstattung, die nicht optimal vorhanden waren. Die Inhalte einer Lehrveranstaltung konnten auch mit Audioaufnahmen akustisch erkl&#228;rt und beschrieben werden (5%). Audioaufnahmen per WhatsApp wurden z.B. dazu genutzt, um erg&#228;nzende Informationen oder Aufgaben f&#252;r die Studierenden einzusprechen. Kurze Aufnahmen konnten beispielsweise auch direkt in Microsoft PowerPoint erstellt und eingef&#252;gt werden.</p>
<fig id="F1">
<caption>
<p>Abb. 1: Verteilung digitaler Ressourcen (<xref ref-type="bibr" rid="B16">Elmendili/Saaidi 2020: 88</xref>)</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-4281_bouchara-g1.png"/>
</fig>
<p>Erg&#228;nzend zu den oben genannten Medien erhielten Studierende im Bachelorstudium beispielsweise &#252;ber den Fernsehsender <italic>Arriyadia</italic> die M&#246;glichkeit, zun&#228;chst 6 Stunden t&#228;glich (6 Kurseinheiten) <italic>live</italic> von zu Hause aus am Unterricht teilzunehmen. Die Gesamtzahl der Kurse w&#228;hrend des &#220;bergangs zu digitaler Lehre im Sommersemester 2020 betrug 6511 Kurse (siehe <xref ref-type="table" rid="T1">Tabelle 1</xref> oben). Sp&#228;ter konnten aber ca. 13 Kurse pro Tag gehalten werden, um etwa eine Gesamtzahl von 372000 Kursen zu erreichen (<xref ref-type="bibr" rid="B7">Berdi et al. 2021: 126</xref>). Dar&#252;ber hinaus zeigt die Umfrage von Elmendili/Saaidi (<xref ref-type="bibr" rid="B16">2020</xref>), dass den Dozierenden andere Ressourcen zur Verf&#252;gung standen, um mit ihren Studierenden in Kontakt zu bleiben, wie z.B. Facebook und Messenger. Folgende virtuelle Klassenzimmer und Lehr- und Lernplattformen sowie soziale Medien wurden laut Elmendili/Saaidi (<xref ref-type="bibr" rid="B16">2020</xref>) an den marokkanischen Universit&#228;ten eingesetzt: <italic>Moodle, Microsoft Teams, Zoom, Google Meet, Google Classroom, WhatsApp, Facebook, Open EdX</italic>, hochschulweite Lehr- und Lernplattformen (z.B. die <italic>MUN</italic>-Lernplattform, vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B18">Fizazi 2019</xref>). Zusammenfassend sind die hier geschilderten virtuellen Tools im DaF-Unterricht nicht als sich ausschlie&#223;ende, sondern vielmehr als sich erg&#228;nzende Lernprogramme zu verstehen.</p>
<p>Das Dringlichkeitsprogramm 2009&#8211;2012<xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref> legte zwar bereits einen starken Fokus auf die Lehreraus- und -fortbildung sowie die Umsetzung digitaler Lehre an den marokkanischen Universit&#228;ten, doch erst mit dem Ausbruch des neuartigen COVID-19-Virus wurden sich sowohl die Hochschulverantwortlichen als auch die Lehrkr&#228;fte in Marokko der Notwendigkeit des Einsatzes digitaler Medien im Unterrichtsgeschehen bewusst. Die Dozierenden befanden sich durch die COVID-19-Pandemie in einer unsicheren Situation, die Selbstorganisation, Einsatz und Improvisationsbereitschaft erforderte. Wie bereits angedeutet, ist die sehr kurzfristige Umstellung der herk&#246;mmlichen Pr&#228;senzlehre auf eine onlinebasierte Form des Lehrens eine der zahlreichen Konsequenzen, die die gegenw&#228;rtige Corona-Pandemie in Marokko mit sich gebracht hat. So stellten die Dozierenden, wie <xref ref-type="fig" rid="F1">Abb. 1</xref> zeigt, zun&#228;chst ihre Kurse &#252;berwiegend in Form von PDF- und PPT- und Word-Formaten online zur Verf&#252;gung, damit die Studierenden sie so schnell wie m&#246;glich erhalten konnten. Diese Ma&#223;nahme war entscheidend f&#252;r die Umsetzung des zweiten Semesters im Studienjahr 2020 an den Germanistikabteilungen. Gleichzeitig haben sich die Dozierenden schrittweise und mit gewissen Vorbehalten mit den digitalen Tools f&#252;r Online-Veranstaltungen (wie Zoom, Google Meet etc.) vertraut gemacht.</p>
<p>Nun stellt sich die Frage, wie Studierende die Umstellung der Lehre auf Distanzlernen an marokkanischen Universit&#228;ten beurteilten und ob sie &#252;berhaupt damit zufrieden waren. In diesem Zusammenhang greife ich auf eine Studie von Hamdani (<xref ref-type="bibr" rid="B21">2021</xref>) zur&#252;ck, die diese Problematik thematisiert, nachdem sowohl Dozierende als auch Studierende ihre Erfahrungen mit Digitaler Lehre gemacht haben. Im Rahmen dieser Studie wurde eine Online-Umfrage an Studierende verschiedener Universit&#228;ten verschickt. Zu den 12 an dieser Umfrage beteiligten Universit&#228;ten geh&#246;ren auch Casablanca, Rabat und F&#232;s, an denen eine germanistische Abteilung zu finden ist. Die Untersuchung wurde mittels einer deskriptiven Online-Umfrage durchgef&#252;hrt, an der 358 Studierende teilgenommen haben. 215 der Teilnehmer:nnen sind m&#228;nnlich (62,1%), 143 (39,9%) weiblich. Der Fokus der Befragung lag u.a. auf der Evaluierung der Arbeitsbelastung, den Erwartungen und der Zufriedenheit mit den digitalen Lernangeboten im jeweiligen Fachbereich. Im Folgenden wird ein Teil der Ergebnisse dieser Umfrage, die f&#252;r den vorliegenden Beitrag relevant sind, pr&#228;sentiert. Dabei wird die Sicht der Studierenden zu bestimmten Aspekten digitaler Lehre dargelegt.</p>
<fig id="F2">
<caption>
<p>Abb. 2: Die eingesetzten technischen Mittel zum Mitverfolgen der Online-Kurse (<xref ref-type="bibr" rid="B21">Hamdani 2021: 463</xref>)</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-4281_bouchara-g2.png"/>
</fig>
<p>Zum Mitverfolgen der Online-Kurse war eine Mehrfachauswahl m&#246;glich: Die Mehrheit der Studierenden gab an, dass sie ein Ger&#228;t besitzen, um die Kurse online zu verfolgen, und zwar Laptops (90,2%), Smartphones (78,5%) und Tablets (10,1%). Man muss aber darauf hinweisen, dass 10,6% der Studierenden sich nur ab und zu vernetzen k&#246;nnen und somit wird die Frage aufgeworfen, welche Zug&#228;nge zum Internet den Studierenden &#252;berhaupt zur Verf&#252;gung stehen.</p>
<fig id="F3">
<caption>
<p>Abb. 3: Internet Verf&#252;gbarkeit (<xref ref-type="bibr" rid="B21">Hamdani 2021: 464</xref>)</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-4281_bouchara-g3.png"/>
</fig>
<p>Auf die Frage nach dem ihnen zur Verf&#252;gung stehenden Internetanschluss gaben 53,9 % der Studierenden an, dass sie sich &#252;ber 3G/4G, also &#252;ber Mobilstandards, vernetzen, w&#228;hrend 34,1% &#252;ber WLAN verf&#252;gen. Es muss jedoch hervorgehoben werden, dass 12% gar keinen Internet-Anschluss haben. In diesem Zusammenhang ist es wichtig anzumerken, dass die Corona-Krise mit der sog. digitalen Kluft bestehende soziale Ungleichheit, die im vorliegenden Abschnitt n&#228;her erl&#228;utert wird, deutlich versch&#228;rft hat.</p>
<fig id="F4">
<caption>
<p>Abb. 4: Engagement der Dozierenden aus Studierendensicht (<xref ref-type="bibr" rid="B21">Hamdani 2021: 464</xref>)</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-4281_bouchara-g4.png"/>
</fig>
<p>Bez&#252;glich des Engagements seitens der Dozierenden w&#228;hrend der Pandemie zeigt sich ein deutlich h&#246;herer Anteil der Studierenden (67%) zufrieden mit ihren Dozierenden. Gleichzeitig gibt allerdings fast ein Drittel der Studierenden (31,8%) an, dass sie mit dem Engagement der Dozierenden und deren Praktiken der Online-Lehre unzufrieden sind.</p>
<fig id="F5">
<caption>
<p>Abb. 5: Die Qualit&#228;t der technischen Rahmenbedingungen und der Unterst&#252;tzungsangebote der Hochschulen aus Studierendensicht (<xref ref-type="bibr" rid="B21">Hamdani 2021: 466</xref>)</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-4281_bouchara-g5.png"/>
</fig>
<p>Die Einsch&#228;tzungen der Studierenden zu den technischen Rahmenbedingungen f&#252;r digitale Lehre auf Universit&#228;tsebene sowie zu den Unterst&#252;tzungsangeboten der Hochschulen zeigen, dass mehr als 69% der Studierenden unzufrieden sind, w&#228;hrend lediglich ein Anteil von 28,8% damit zufrieden ist. Zusammenfassend lassen sich laut Hamdani (ebd.: 470) einige Probleme, mit denen Studierende konfrontiert waren, insbesondere auf den Mangel an technischer Ausstattung f&#252;r das Studium, den eingeschr&#228;nkten Zugang zu digitalen Lehrmaterialien, Schwierigkeiten beim Zeitmanagement sowie auf die mangelnde Motivation der Lehrpersonen zur&#252;ckf&#252;hren.</p>
<p>Die hier vorgestellte zweite Umfrage betont aus der Perspektive der Studierenden einige wichtige Aspekte, die auch &#252;ber das digitale Lernen unter Pandemiebedingungen hinaus von Bedeutung sein k&#246;nnen und auch f&#252;r das Germanistikstudium gelten. So wird beispielsweise gezeigt, dass der mit hoher Geschwindigkeit implementierte Wechsel nicht nur eine Herausforderung f&#252;r die Infrastrukturen der Universit&#228;ten darstellte, sondern auch f&#252;r Studierende und Dozierende, die unter den belastenden Bedingungen einer Pandemie erstmals Erfahrungen mit digitaler Lehre im Vollzeitbetrieb sammelten. Diese Schwierigkeiten k&#246;nnen dabei nur teilweise auf den schnellen &#220;bergang vom Pr&#228;senz- zum Online-Unterricht zur&#252;ckgef&#252;hrt werden. Defizite hinsichtlich der individuellen Medienkompetenz bzw. mediendidaktischer Kenntnisse und Erfahrungen mit digital gest&#252;tzten Lehren und Lernen seitens Studierender und Dozierender stellen ebenfalls ein ernst zu nehmendes Problem dar (<xref ref-type="bibr" rid="B15">Ehren et al. 2022: 14</xref>). Im Rahmen der neuen Hochschulreformen in Marokko (die LMD- Reform 2003 und das Dringlichkeitsprogramm 2009&#8211;2012) gab es Bem&#252;hungen seitens des Bildungsministeriums, die darauf abzielten, Medienkompetenz der Lernenden bzw. Studierenden sowie der Dozierenden zu f&#246;rdern. In diesem Zusammenhang wurden in fast allen Fakult&#228;ten &#8211; einschlie&#223;lich der Germanistik &#8211; Informatikkurse als f&#228;cher&#252;bergreifendes Lehrmodul f&#252;r Studierende sowie Weiterbildungen f&#252;r die Dozierenden angeboten, womit man sich allerdings aufgrund der noch mangelnden digitalen bzw. mediendidaktischen Kompetenzen seitens der Dozierenden und Studierenden nicht zufriedengeben kann.</p>
<p>Als gr&#246;&#223;te Herausforderungen im Zusammenhang mit digitaler Lehre in Marokko gelten neben dem schnellen &#220;bergang vom Pr&#228;senz- zum Online-Unterricht, Defiziten in der Medienkompetenz und dem Mangel an digitaler Infrastruktur vor allem die sozialen Benachteiligungen, die der Umstieg auf digitale Online-Lehre mit sich gebracht hat. Ein solcher Umstieg birgt n&#228;mlich die Gefahr neuer Formen der Exklusion von Studierenden, die &#252;ber weniger oder gar keine (materiellen) Ressourcen verf&#252;gen. Wie aus den Abbildungen (<xref ref-type="fig" rid="F2">2</xref>,<xref ref-type="fig" rid="F3">3</xref>,<xref ref-type="fig" rid="F4">4</xref>,<xref ref-type="fig" rid="F5">5</xref>) hervorgeht, waren nicht alle Studierende in Marokko von digitaler Lehre und deren Folgen in gleichem Ma&#223;e betroffen. Vor allem f&#252;r Studierende in prek&#228;ren Verh&#228;ltnissen, deren soziale Lage durch die Pandemie noch prek&#228;rer wurde, als sie es ohnehin schon war, erscheint die Teilhabe an virtuellen Lehr-Lern-Umgebungen erschwert. Insbesondere f&#252;r diejenigen, die in l&#228;ndlichen Gebieten leben und aus armen Verh&#228;ltnissen stammen, war der Zugang zu universit&#228;ts- und campuseigenen Ressourcen unabdingbar. Diese mussten jedoch nach der Schlie&#223;ung der Universit&#228;ten in ihre Heimatfamilien im Landesinneren oder ins Dorf zur&#252;ckkehren (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B31">Maamri et al. 2021</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B47">Saoury 2020</xref>). Dort ist die beengte Wohnsituation in den Familien eine Lebensrealit&#228;t, die nicht nur die Lebens- und Lernbedingungen der Studierenden erschwert, sondern dar&#252;ber hinaus auch zu einer Verbreitung des COVID-19-Virus f&#252;hren kann.</p>
<p>In einem &#228;hnlichen Kontext sind Ehren et al. (<xref ref-type="bibr" rid="B15">2022: 26&#8211;27</xref>) auch der Meinung, dass der Transfer vom Pr&#228;senz- zum Online-Unterricht aufgrund der COVID-19-Pandemie die andauernde Ungleichheit der Zug&#228;nge zu Hochschul(lehre) im S&#252;dafrika der Post-Apartheid erneut versch&#228;rfte. Sie zeigen dabei, vor welchen Herausforderungen DaF- Dozierende in afrikanischen L&#228;ndern bei der Umstellung in den Online-Unterricht standen und kommen zu dem Schluss, dass die Hauptursache f&#252;r die Herausforderungen digitaler Lehre, die h&#228;ufig zum Abbruch von Interaktionsprozessen f&#252;hrten und so die Lehr-Lern-Progressionen im DaF-Unterricht beeintr&#228;chtigten, &#8222;nicht im abrupten Transfer vom Pr&#228;senz- zum Online-Unterricht, sondern durch Teilhabe(un)m&#246;glichkeit der Studierenden begr&#252;ndet&#8220; (ebd.: 35) sei.<xref ref-type="fn" rid="n2">2</xref></p>
<p>Auch wenn nicht alle Veranstaltungstypen in den vergangenen Semestern optimal in ein digitales Format umgewandelt werden konnten, haben die erforderlichen Umstellungen aufgrund der Corona-Pandemie die Digitalisierung der Lehre an marokkanischen Hochschulen deutlich beschleunigt. Allerdings wird u.a. bei den Germanist:innen klassische Pr&#228;senzlehre vor allem aufgrund des fehlenden Austauschs mit Studierenden und Dozierenden eindeutig bevorzugt. Insbesondere bei praktischen Lehrveranstaltungen (Sprechen, Grammatik, H&#246;rverst&#228;ndnis etc.) konnten digitale Angebote aus Sicht vieler Studierender und Dozierender keinen guten Ersatz bieten, da sie viel schwieriger zu bew&#228;ltigen waren (n&#228;heres dazu in Kapitel 4). Aufgrund der technischen Schwierigkeiten und eines Mangels an authentischen Sprechanl&#228;ssen konnte vor allem die Fertigkeit Sprechen nicht ausreichend trainiert werden. Es sind aber eben solche authentischen Sprechhandlungen, die den Lernenden bedeutende m&#252;ndliche F&#228;higkeiten vermitteln (<xref ref-type="bibr" rid="B48">Schmidt 2016: 104</xref>). Deshalb sind einige dieser Pr&#228;senzveranstaltungen in den vergangenen Semestern aus Sicht der Studierenden nur unzureichend digital ersetzt worden.</p>
<p>Zusammengefasst l&#228;sst sich sagen, dass die durch die COVID-19-Pandemie erforderliche Umstellung des Pr&#228;senzunterrichts auf Online-Lehre in den Jahren 2020&#8211;2021 die bestehende Ungleichheit der Zug&#228;nge zur Hochschul(lehre) weiter versch&#228;rfte. &#220;berwiegend betraf dies ohnehin sozio&#246;konomisch benachteiligte Studierende, deren Zugang zur digitalen Infrastruktur aufgrund ihrer Wohn- beziehungsweise finanziellen Situation eingeschr&#228;nkt war. Im Gegensatz zu den marokkanischen Schulen, die schrittweise wieder zu mehr Pr&#228;senzbetrieb in Form von hybrider Lehre, wie oben beschrieben, zur&#252;ckkehrten, fand die Lehre an den meisten marokkanischen Universit&#228;ten bis zum Sommersemester 2021 weiterhin digital statt. Das reine Onlinelernen konnte vieles, was im Pr&#228;senzunterricht abgedeckt wurde, nicht ersetzen und konnte daher keine ausschlie&#223;liche Alternative zum Pr&#228;senzunterricht sein. Daher ist die Nachfrage nach einer Kombination aus Pr&#228;senz- und Online- Unterrichtsveranstaltungen an marokkanischen Universit&#228;ten steigend und der Begriff hybride Lehre tritt aktuell vermehrt in die Diskussion (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B2">Afellah 2022</xref>). Auch wenn die Lehre an marokkanischen Hochschulen meist auf der physischen Pr&#228;senz der Beteiligten basiert, ist doch die hybride Lehre im Hochschulkontext nichts Neues. Seit vielen Jahren bieten Hochschulen im Rahmen eines Masterstudiengangs und/oder eines Berufslizenz-Studiengangs (<italic>Licence professionnelle</italic>) Lehr- und Lernplattformen an, zum Beispiel <italic>Rosetta Stone</italic> an der Cadi Ayyad Universit&#228;t in Marrakesch. Diese Lehr-/Lernplattform dient dazu, Fremdsprachen in Pr&#228;senz und online zu lernen (vgl. ebd.). Hybride Lehr- und Lernszenarien bieten, wie im Fazit noch diskutiert wird, die M&#246;glichkeit, nicht nur die Vorteile beider Methoden zu nutzen, sondern auch deren Nachteile zu vermeiden.</p>
</sec>
<sec>
<title>4 Fazit: Empfehlungen zu Perspektiven digitaler Lehre</title>
<p>Wie bereits am Ende von Kapitel 2 erw&#228;hnt, werden nun zum Schluss dieses Aufsatzes Empfehlungen pr&#228;sentiert, wie man Distanzunterricht in einem Land, in dem die soziale Ungleichheit stark ausgepr&#228;gt und der Zugang zu Internet und Endger&#228;ten f&#252;r viele erschwert ist, durchgehend inklusiv und qualit&#228;tsvoll gestalten kann.</p>
<p>Ohne die Einf&#252;hrung digitaler und virtueller Formate w&#228;re es zwar w&#228;hrend des COVID-19-Lockdowns sowohl in den marokkanischen Schulen als auch an den Universit&#228;ten nicht m&#246;glich gewesen, den Unterricht fortzusetzen. Jedoch l&#228;sst sich feststellen, dass die kurzfristige Umstellung von traditionellen Pr&#228;senzveranstaltungen auf virtuelle Formate aufgrund der au&#223;ergew&#246;hnlichen Situation durch die Corona-Pandemie nicht erfolgreich war, denn der Online-Unterricht konnte die meisten herk&#246;mmlichen Unterrichtsprozesse, wie sie &#252;blicherweise vor Ort stattfinden, nicht optimal ersetzen; vor allem durch die sozialen Benachteiligungen, die der Umstieg auf digitale Online-Lehre mit sich gebracht hat, wurden sowohl Sch&#252;ler:innen als auch Studierende in prek&#228;ren Verh&#228;ltnissen ausgeschlossen. Aufgrund der bekannten Wechselwirkungen von sozialen Determinanten und Gesundheit ist davon auszugehen, dass es infolge der Pandemie &#8211; ohne entsprechende Gegenma&#223;nahmen &#8211; kurz- bis l&#228;ngerfristig negative gesundheitliche Auswirkungen bei sozio&#246;konomisch benachteiligten Gruppen geben kann. Besonders im Sinne der Chancengerechtigkeit und des sozialen Lernens muss deshalb wieder Pr&#228;senzunterricht herrschen, denn Pr&#228;senz tr&#228;gt erheblich zur Chancengerechtigkeit und zur gesunden Entwicklung von Sch&#252;ler:innen und Studierenden bei. So k&#246;nnen die Schule und die Universit&#228;t ihren gesetzlichen und gesellschaftlichen Auftrag erf&#252;llen, indem alle Heranwachsenden ihre individuellen Potenziale aussch&#246;pfen und entsprechende Schulabschl&#252;sse erreichen k&#246;nnen.</p>
<p>In Marokko zeigte die Schlie&#223;ung der Bildungsinstitutionen und die darauffolgende Online-Lehre eine dringende &#220;berarbeitung von digitalen Konzepten im Bildungssystem, denn eine vollst&#228;ndige Umstellung auf ein virtuelles Zusammenkommen hat sich w&#228;hrend des anhaltenden Lockdowns nicht bew&#228;hrt. Mit der Pandemiesituation ist es auch f&#252;r Hochschulen notwendig geworden, flexiblere Lehrformen als die vorherrschende Pr&#228;senzlehre anzubieten. H&#228;ufige Wechsel zwischen Pr&#228;senz- und Online-Lehre, wie sie beispielsweise w&#228;hrend der Pandemie erforderlich waren, stellen f&#252;r alle Beteiligten eine Herausforderung dar. Diese Ausgangssituation bedingt den Einsatz von hybrider Lehre, d.h. in eine Form von Pr&#228;senzlehre zur&#252;ckzukehren, welche die Potenziale digitaler Technologien weiterhin nutzt: In diesem Fall w&#252;rden Pr&#228;senzlehre, Online-Lehre sowie synchrones und asynchrones hybrides Lernen und Lehren gleicherma&#223;en an den Hochschulen eine Rolle spielen. Viele marokkanische Schulen machten sich im Schuljahr 2020/2021 daran, Pr&#228;senzlehre und digitale Lehre kombiniert zu planen, wof&#252;r sich schnell der Begriff der hybriden Lehre verbreitet hat. Leider wurden die Veranstaltungen in den meisten Studieng&#228;ngen an den Universit&#228;ten nicht als hybride Alternative angeboten, die die beiden Formate Pr&#228;senz- und Onlineveranstaltungen zum Hybridmodell vereint und es Dozent:innen und Studierenden erm&#246;glicht, in beiden Welten zugleich unterwegs zu sein. Die hybride Lehre als ausgewogener Kompromiss bietet am Beispiel der Schulen ein optimales Lehr- und Lernerlebnis f&#252;r fast alle Teilnehmer:innen, so k&#246;nnen sich die Studierenden aussuchen, ob sie lieber in die Hochschule kommen oder von zu Hause aus an der Vorlesung teilnehmen. Bei l&#228;ngeren Krankheiten oder aus sonstigen Gr&#252;nden, k&#246;nnen sie einfach von zu Hause aus am Unterricht teilhaben.</p>
<p>Wenn hybride Lehr- und Lernangebote in Marokko weiter ausgebaut werden, k&#246;nnte dies, auch &#252;ber die Pandemie hinaus, zum neuen Standard werden. Voraussetzung daf&#252;r ist jedoch die erfolgreiche Bew&#228;ltigung einer didaktischen und organisatorischen Umstellung; das bedeutet, dass die Lehrpersonen f&#252;r die neuen Rahmenbedingungen geschult und ihre Lehrmethoden entsprechend angepasst werden m&#252;ssen. In diesem Zusammenhang bietet das Potenzial des multimedialen Lernens neue M&#246;glichkeiten zum Lernen mit Medien und ein effektives Mittel, um die Lernenden zu erreichen und zu f&#246;rdern. Dabei werden Lern-inhalte durch eine Vielzahl von Medienarten, darunter verbale und visuelle Informationen, vermittelt. Dazu geh&#246;ren geschriebene und gesprochene Texte, Fotos, Illustrationen, Videos und Animationen.</p>
<p>Damit Multimediales Lernen Erfolg bringt, m&#252;ssen die Lerninhalte so aufbereitet werden, dass sie der Funktionsweise des menschlichen Gehirns entsprechen. Ein wichtiger Ansatz zum Verst&#228;ndnis multimedialen Lernens ist laut Roche (<xref ref-type="bibr" rid="B40">2016</xref>) die kognitive Theorie des multimedialen Lernens, die Einblicke in die Prozesse bietet, die im Gehirn w&#228;hrend des multimedialen Lernens ablaufen. Sie behandelt drei entscheidende Prinzipien f&#252;r die Verarbeitung visueller und sprachlicher Informationen: die duale Kodierung, die Auslastung des Arbeitsspeichers und das konstruktive bzw. generative Lernen.</p>
<p>Bei der Bildverarbeitung tritt das Prinzip der dualen Kodierung in den Vordergrund. Roche (<xref ref-type="bibr" rid="B40">2016: 42</xref>) geht davon aus, &#8222;dass Bildinformation und Sprachinformation getrennt voneinander verarbeitet werden und daher die passgenaue Koordination der Verarbeitungsprozesse f&#252;r eine Erleichterung der Verarbeitung essenziell ist&#8220;. Auf der Grundlage dieser Prozesse entstehen mentale Repr&#228;sentationen. Diese werden laut Roche &#8222;in einem weiteren Verarbeitungsschritt zusammen mit dem Vorwissen in ein Gesamtmodell integriert oder regelm&#228;&#223;ig abgeglichen&#8220; (ebd.) und anschlie&#223;end im Kurzzeitged&#228;chtnis gespeichert. Aus dieser Verbindung ergibt sich der sogenannte Kontiguit&#228;tseffekt. Eine &#220;berlastung des Kurzzeitged&#228;chtnisses kann auftreten, &#8222;wenn zusammengeh&#246;rige bildliche (piktoriale) und sprachliche Informationen zeitlich und r&#228;umlich nicht aufeinander abgestimmt [sind]&#8220;. Konstruktives bzw. generatives Lernen erfolgt hingegen dann, &#8222;wenn die verschiedenen Informationen in ein gemeinsames mentales Modell integriert werden&#8220; (ebd.).</p>
<p>Diese kognitionspsychologischen Erkenntnisse bilden die theoretische Grundlage f&#252;r die Prinzipien des multimedialen Lernens und verdeutlichen, wie wichtig eine abgestimmte Pr&#228;sentation von Bild und Sprache f&#252;r die effektive Verarbeitung und Speicherung von Informationen ist. Auf dieser Basis dienen die Prinzipien des multimedialen Lernens als Leitlinien f&#252;r die Gestaltung multimedialer Lerneinheiten. Es liegt daher nahe, dass eine Unterrichtsplanung, die diese nicht ber&#252;cksichtigt, nur begrenzten Lernerfolg erzielen kann. Digitale Medien k&#246;nnen dabei in vielf&#228;ltiger Weise unterst&#252;tzend wirken.</p>
<p>Im heutigen digitalen Zeitalter ist multimediales Lernen h&#228;ufig mit dem Einsatz digitaler Medien verbunden, auch wenn dies nicht zwingend erforderlich ist. Neue Unterrichtsformen und Lernkonzepte er&#246;ffnen vielversprechende Perspektiven f&#252;r die Zukunft. So lassen sich zahlreiche Herausforderungen bew&#228;ltigen, mit denen DaF-Dozierende insbesondere w&#228;hrend rein digitaler Lehrformate konfrontiert waren &#8211; etwa die eingeschr&#228;nkte Umsetzung praktischer Lehrveranstaltungen wie Sprech&#252;bungen, Grammatiktraining oder H&#246;rverstehen.</p>
<p>Beispielsweise stellt Zeyer (<xref ref-type="bibr" rid="B56">2018</xref>) in ihrer Untersuchung das Lernprogramm &#8222;interaktive Grammatik&#8220; ins Zentrum. Dieses Programm soll Lernenden erm&#246;glichen, induktiv, interaktiv und eigenst&#228;ndig grammatische Regelm&#228;&#223;igkeiten zu entdecken und zu trainieren. Die Studie zeigt, wie erwachsene DaF-Lernende auf Anf&#228;ngerniveau mit einer interaktiven Lernsoftware beim selbstst&#228;ndigen Lernen eines grammatischen Themas umgehen. Diese Lernmethode ist auch im Hybridunterricht m&#246;glich, da die Arbeitsabl&#228;ufe des Programms im Rahmen einer hybriden Lehre flexibel asynchron und/oder synchron stattfinden k&#246;nnen. Ein weiteres Beispiel f&#252;r die Gestaltung und Durchf&#252;hrung von DaF-Unterricht im virtuellen Raum liefert J&#252;ngers Studie (<xref ref-type="bibr" rid="B26">2022</xref>) &#8222;Ausbau der Kasusflexion im asynchronen Fernunterricht&#8220;. Hier wird gezeigt, wie eine urspr&#252;nglich analog f&#252;r den Pr&#228;senzunterricht konzipierte F&#246;rderung zum Ausbau der Kasusflexion mittels einer Kommunikations-App f&#252;r den asynchronen Fernunterricht aufbereitet werden kann. Das Goethe-Institut bietet zudem einen &#220;berblick zu den g&#228;ngigsten Lernprogrammen und Video-Arten im DaF-Bereich an, die dabei helfen k&#246;nnen, Fertigkeiten im Fremdsprachenunterricht vernetzt gut zu trainieren (vgl. z.B. <xref ref-type="bibr" rid="B36">M&#252;nch-Mankov&#225;/M&#252;ller de Acevedo 2021</xref>).</p>
<p>Auch visuelle Mittel, insbesondere Bilder, spielen eine wichtige Rolle bei der Grammatikvermittlung und k&#246;nnen das Verst&#228;ndnis der in Lehrwerken pr&#228;sentierten Grammatik unterst&#252;tzen. Besonders hilfreich zur Veranschaulichung sind Animationen bzw. dynamische Visualisierungen: &#8222;Sie dienen dazu, Grammatik durchschaubar, erkl&#228;rbar und lernbar zu machen und die Entwicklung der konzeptuellen Kompetenz der Lernenden zu f&#246;rdern&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B41">Roche 2017</xref>). Grammatikanimationen sind bewegte Bilder, die zur multimedialen Vermittlung grammatischer Strukturen entwickelt wurden und basieren vor allem auf Erkenntnissen der kognitiven Linguistik und des multimedialen Lernens (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B45">Roche/Su&#241;er 2014</xref>). Roche und Scheller (<xref ref-type="bibr" rid="B42">2004</xref>) untersuchten die potenziellen Vorteile dieser Animationen und versuchten, grammatische Ph&#228;nomene durch Bewegungs-, Farb- und Positions&#228;nderungen der Elemente zu visualisieren. Beide Autoren stellen fest, dass insbesondere S&#228;tze, &#8222;die mit der traditionellen Darstellung (Bewegung = Akkusativ, Ruhe = Dativ) nur schwer erkl&#228;rt werden k&#246;nnen&#8220;, besondere Schwierigkeiten bei den Lernenden hervorrufen. Allerdings zeigt sich eine Verbesserungstendenz bei den Lernenden unmittelbar nach der Pr&#228;sentation der Grammatik mithilfe von Animationen (<xref ref-type="bibr" rid="B42">Roche/Scheller 2004: 6</xref>). Dass Grammatikanimationen eine medienad&#228;quate Pr&#228;sentationsform darstellen, die bei der Semantisierung der Informationen sowie bei der Visualisierung von Strukturen hilfreich ist, wurde vielfach belegt (vgl. u.a. <xref ref-type="bibr" rid="B11">Carlee/Su&#241;er 2019</xref> zu Aktiv und Passiv; <xref ref-type="bibr" rid="B12">Compaor&#233; 2018</xref> zum kollaborativen Lernen mit Animationen; <xref ref-type="bibr" rid="B27">Kanaplianik 2016</xref> zu Modalverben; <xref ref-type="bibr" rid="B43">Roche/Scheller 2008</xref> zu Wechselpr&#228;positionen; <xref ref-type="bibr" rid="B52">Su&#241;er/Roche 2019</xref> zur Rolle und zum Vergleich von Animationen und physischen Bewegungen). Praktische Lehrveranstaltungen im DaF-Bereich k&#246;nnen also auch im virtuellen Raum bzw. mit digitalen Medien gut durchgef&#252;hrt werden, wenn die richtigen Lernprogramme vorhanden sind und der richtige Umgang damit gew&#228;hrleistet ist.</p>
<p>Der Einsatz digitaler Technologien zum Lernen ist l&#228;ngst ein fester Bestandteil im Leben der Sch&#252;ler:innen und Studierenden. Viele von ihnen greifen schon jetzt auf Erkl&#228;rvideos zur&#252;ck, um ihre Hausaufgaben zu l&#246;sen und entwickeln somit bereits in der Schule bzw. an der Uni eine ausgepr&#228;gte Digitalkompetenz, die den Vorteil hat, dass Sch&#252;ler:innen und Studierende auf die sp&#228;tere Arbeitsrealit&#228;t vorbereitet werden k&#246;nnen. Traditioneller Frontalunterricht kann dieser Aufgabe heute nicht mehr gerecht werden, hybride Lernkonzepte sind dagegen viel n&#228;her an der sp&#228;teren Arbeitswelt. Schon <italic>das Recruitment</italic> z.B. stellt sich in den heutigen Zeiten v&#246;llig anders dar als noch vor einigen Jahren. Neben Fachkompetenz spielen ganz andere F&#228;higkeiten eine wichtige Rolle, um in der neuen Arbeitswelt zu bestehen. Dabei sind gefragte Soft Skills oftmals ausschlaggebend. K&#252;nftige Teammitglieder ben&#246;tigen neben ihrer Fachkompetenz, also den Hard Skills, zudem wichtige andere Eigenschaften, um beispielsweise bei Pr&#228;sentationen in Video-Meetings zu &#252;berzeugen. Solche Soft Skills k&#246;nnen im Rahmen hybrider Lehre besser ge&#252;bt und erlangt werden. Durch digitale M&#246;glichkeiten werden n&#228;mlich Pr&#228;sentationen im Hybridunterricht anschaulicher und professioneller, als es bemalte Plakate im Pr&#228;senzunterricht sind. Eine der wichtigsten Aufgaben der Schulen und Universit&#228;ten ist es, Soft Skills in ihre Curricula zu integrieren.</p>
<p>Aus den obigen Ausf&#252;hrungen wird deutlich, dass sich das Bildungssystem in Marokko den ver&#228;nderten Voraussetzungen und der Arbeitswelt der Zukunft anpassen sollte. In den Schulen dominieren immer noch der Frontalunterricht und das theoretische Auswendiglernen der gleichen Inhalte. An der Uni sehen sich dann (Germanistik-)Studierende gen&#246;tigt, &#8222;sich wieder auf ihre in der Schule bew&#228;hrte Methode des Auswendiglernens zu verlassen&#8220; (Jai-Mansouri 2002: 43). In einer vernetzten und globalisierten Welt sind aber Kompetenzen wie Probleml&#246;sef&#228;higkeit, Anpassungsf&#228;higkeit, Lernbereitschaft und Teamf&#228;higkeit gefragt. Arbeitgeber suchen daher verst&#228;rkt nach Fachkr&#228;ften, die aufgrund ihrer Soft Skills in der Lage sind, flexibel auf neue Herausforderungen zu reagieren &#8211; insbesondere, wenn es darum geht, in Kommunikationssituationen fremdsprachlich zu handeln. Gerade im berufsorientierenden Fremdsprachenunterricht sind auch die au&#223;ersprachlichen Fertigkeiten, also Soft Skills, ein wichtiges Thema. Dabei wird der Unterricht so gestaltet, dass er die Lernenden nicht nur bei der Bew&#228;ltigung sprachlicher Probleme unterst&#252;tzt, sondern ihnen auch Soft Skills vermittelt, die sie bef&#228;higen, sich den fremdsprachlichen und interkulturellen Anforderungen der Arbeitswelt anzupassen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B29">Kuhn 2007</xref>). Der digitale Wandel ver&#228;ndert unsere Art zu leben, zu arbeiten und zu lernen fundamental und mit rasanter Geschwindigkeit. Schulen und Universit&#228;ten in Marokko m&#252;ssen daher flexibler werden und d&#252;rfen nicht nur den einen linearen Lernweg im Blick haben. Nur so k&#246;nnen Sch&#252;ler:innen und Studierende ihr volles Potential aussch&#246;pfen.</p>
<p>Damit das marokkanische Bildungssystem zukunftsf&#228;hig wird, r&#252;ckt beim marokkanischen Bildungsministerium nun die Idee des hybriden Lernens in den Fokus. So plante der marokkanische Minister f&#252;r Bildung, Berufsbildung, Hochschulbildung und wissenschaftliche Forschung, Abdellatif Miraoui, bereits im akademischen Jahr 2023&#8211;2024 die Umsetzung einer entsprechenden Reform (vgl. z.B. <xref ref-type="bibr" rid="B6">Benabdellah 2022</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B33">Machloukh 2023b</xref>). Die Reform mit der Bezeichnung PACTESRI (Plan national d&#8217;acc&#233;l&#233;ration de la transformation de l&#8217;&#233;cosyst&#232;me de l&#8217;enseignement sup&#233;rieur et de l&#8217;innovation) zielte in erster Linie darauf ab, Fachkr&#228;fte im Rahmen hybrider Lehre auszubilden, die aufgrund ihrer Soft Skills in der Lage sind, mit st&#228;ndig neuen Herausforderungen umzugehen (vgl. ebd.). Langfristig ist mit hybriden Veranstaltungsformaten zu rechnen, also weder rein digitalen Angeboten noch ausschlie&#223;lich Pr&#228;senzunterricht (vgl. u.a. <xref ref-type="bibr" rid="B23">Heilmann/Rogalski 2020</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B14">Dilger 2021</xref>). Es besteht jedoch die Gefahr, dass soziale Ungleichheiten verst&#228;rkt und Bildungschancen verschlechtert werden. Sch&#252;ler:innen und Studierende ben&#246;tigen deshalb leistungsf&#228;hige Computer mit aktueller Software sowie eine zuverl&#228;ssige Internetverbindung, um dem Unterricht folgen zu k&#246;nnen. Es bleibt mit Spannung zu verfolgen, wie sich der Fremdsprachenunterricht im Lichte der bevorstehenden Reform k&#252;nftig ver&#228;ndern wird und es w&#228;re lohnend, diese weitere Entwicklung der Digitalisierung des Fremdsprachenunterrichts in Marokko mit einer Longitudinalstudie zu begleiten. Bis dahin sollte die Reform mindestens folgende Ma&#223;nahmen im Bereich digitaler Lehr- und Lerntechnologien umfassen, deren Verwirklichung jedoch stark von der staatlichen Politik abh&#228;ngt:</p>
<p>In erster Linie geht es um die Verbesserung der IT-Ausstattung: Die Universit&#228;ten und Schulen sollten f&#252;r den Einsatz digitaler Medien und Werkzeuge in Lehrveranstaltungen &#252;ber eine medientechnische Grundausstattung verf&#252;gen. Dazu geh&#246;ren in erster Linie ein zuverl&#228;ssiges und schnelles drahtloses Netzwerk (WLAN). Insbesondere Sch&#252;ler:innen und Studierende auf dem Land w&#252;nschen sich eine starke digitale Infrastruktur. Um die l&#228;ndlichen R&#228;ume in Marokko f&#252;r die digitale Zukunft zu r&#252;sten, sollten u.a. die Netze unter der Erde und &#8222;in der Luft&#8220; kontinuierlich ausgebaut werden. Auf diese Weise macht der Ausbau der digitalen Infrastruktur das Landleben gerade f&#252;r junge Generationen und Gesch&#228;ftsmodelle attraktiv. Durch die Digitalisierung ist es vielen Branchen m&#246;glich geworden, dezentral zu arbeiten, und immer mehr Unternehmen bieten ihren Mitarbeiter:innen das Homeoffice an. Voraussetzung f&#252;r die flexiblen Arbeitsabl&#228;ufe ist allerdings eine entsprechende Internetverbindung &#8211; auf Firmen- wie auf Mitarbeiterseite (<xref ref-type="bibr" rid="B7">Berdi et al. 2021: 127</xref>). So kann man auch der Landflucht in Marokko entgegenwirken, die Politiker jahrelang vor gro&#223;e Herausforderungen stellte.</p>
<p>Au&#223;erdem sollte ein Sofortausstattungsprogramm f&#252;r digitale Endger&#228;te sowohl f&#252;r Studierende als auch f&#252;r Sch&#252;ler:innen zur Verf&#252;gung gestellt werden: In Marokko ist der Anteil von Studierenden und Sch&#252;ler:innen, die &#252;ber kein medientechnisches Ger&#228;t verf&#252;gen, so hoch, dass man von prek&#228;rer Ausstattung in Sachen digitaler Endger&#228;te reden kann. Insofern sollte die &#246;ffentliche Hand den Studierenden und Sch&#252;ler:innen oder zumindest jenen aus sozio-&#246;konomisch (stark) benachteiligten Familien einen Zuschuss bei der Anschaffung eines eigenen Laptops geben.</p>
<p>Ein g&#252;nstiges Internetangebot f&#252;r Sch&#252;ler:innen und Studierende ist zudem erforderlich: Die fl&#228;chendeckende Verankerung digitaler Medien setzt letztendlich voraus, dass Sch&#252;ler:innen und Studierenden ein bezahlbarer Internetanschluss erm&#246;glicht wird. Dazu k&#246;nnten beispielsweise preisg&#252;nstige monatliche Tarife in gro&#223;em Ma&#223;e beitragen.</p>
<p>Ein weiterer zentraler Aspekt in diesem Kontext betrifft die j&#252;ngste Reforminitiative von Bildungsminister Abdellatif Miraoui. Zwar fokussiert die Reform auf die Integration ausgew&#228;hlter, praxisorientierter Soft Skills in den (berufsbezogenen) Hochschulalltag im Rahmen hybrider Lehrformate, doch erscheint es wenig realistisch, von (DaF-)Dozierenden zu erwarten, auch die Vermittlung dieser Schl&#252;sselkompetenzen zu &#252;bernehmen &#8211; zumal diese nicht ihrem prim&#228;ren fachlichen Zust&#228;ndigkeitsbereich zuzurechnen sind. Ein m&#246;glicher L&#246;sungsansatz f&#252;r dieses Spannungsfeld besteht darin, speziell qualifizierte Lehrkr&#228;fte einzusetzen, die &#252;ber ausgewiesene Expertise im Bereich des p&#228;dagogischen Soft-Skill-Trainings verf&#252;gen. Dies k&#246;nnte einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Professionalisierung und Qualit&#228;tssicherung des Studienangebots leisten.</p>
<p>Zu guter Letzt sei darauf hingewiesen, dass Fort- und Weiterbildungsangebote zentral f&#252;r den Erfolg und den qualit&#228;tsverbesserten Einsatz digitaler Medien in der Lehre sind. Ebenso wichtig ist die Integration mediendidaktischer Module in (DaF)-Curricula. Dabei ist es entscheidend, dass Lehrende offen f&#252;r neue Medien sowie deren Vor- und Nachteile sind, die didaktisch-methodischen Prinzipien bei der Unterrichtsplanung ber&#252;cksichtigen und verschiedene Szenarienkonzepte &#8211; im Sinne der oben erw&#228;hnten Szenariendidaktik &#8211; kennen, damit der Lernprozess sinnvoll und effizient abl&#228;uft. Der Einsatz digitaler Medien sollte nach einem digitalen Lernszenario gestaltet werden, das den Lernenden eher die M&#246;glichkeit zum Selbststudium und zum konstruktiven Lernen bietet. Deshalb sollten Dozierende die Gelegenheit zur Weiterbildung in diesem Zusammenhang als Herausforderung und Bereicherung wahrnehmen und davon Gebrauch machen (<xref ref-type="bibr" rid="B9">Bouchara 2023: 53&#8211;57</xref>).</p>
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<fn id="n1"><p>2009 hat Marokko ein Notfall-Bildungsprogramm (<italic>Plan d&#39;Urgence 2009</italic>&#8211;2012) ins Leben gerufen, um den gro&#223;en R&#252;ckstand in vielen Bildungsbereichen des Landes aufzuholen. Der Notfallplan deckt den Zeitraum 2009&#8211;2012 ab und baut auf den Erfahrungen aus dem vorangegangenen Jahrzehnt auf. Siehe dazu <xref ref-type="bibr" rid="B38"><italic>Programme d&#8217;Urgence</italic> 2009-2012</xref>: <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://planipolis.iiep.unesco.org/sites/default/files/ressources/morocco_programme_urgence_bilan_miparcours.pdf">https://planipolis.iiep.unesco.org/sites/default/files/ressources/morocco_programme_urgence_bilan_miparcours.pdf</ext-link> (15.03.2023).</p></fn>
<fn id="n2"><p>Zwar hat S&#252;dafrika gro&#223;e Entwicklungspotenziale und gilt als Vorreiter auf dem afrikanischen Kontinent &#8211; mit einer hochentwickelten Volkswirtschaft und einem Finanzsektor auf Weltniveau, allerdings kann die soziale Entwicklung noch nicht mit den wirtschaftlichen Fortschritten mithalten (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B10">Bundesministerium f&#252;r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 2023</xref>). Bei Marokko (Nordafrika) und S&#252;dafrika (Subsahara-Afrika) handelt es sich um zwei Staaten, die geografisch weit voneinander entfernt liegen und obwohl S&#252;dafrika im letzten <italic>Competitive Industrial Performance</italic> (CIP) Index vor Marokko deutlich besser abschneidet (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B1">Acheampong/Vitenu-Sackey 2024</xref>), gibt es durchaus Parallelen zur Chancengerechtigkeit im Kontext der Digitalisierung von Lehre. Im Rahmen einer vom DAAD Mitte Juni 2020 durchgef&#252;hrten Umfrage, haben Dozierende, die an Hochschulen in Subsahara-Afrika (inklusive S&#252;dafrika) unterrichteten, u.a. die These &#8222;Digitale Lehre steigert die Chancengerechtigkeit beim Zugang zu Lehrangeboten&#8220; stark abgelehnt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B13">DAAD 2021</xref>).</p></fn>
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<title>Kurzbio</title>
<p><bold>Abdelaziz Bouchara</bold> ist Professor f&#252;r Linguistik und interkulturelle Kommunikation an der Fakult&#228;t f&#252;r Literatur- und Geisteswissenschaften der Universit&#228;t Hassan II. Casablanca, Marokko. Dort leitete er von 2017 bis 2021 die Abteilung f&#252;r deutsche Studien. Im Jahr 2000 promovierte er an der Universit&#228;t Heidelberg zum Thema H&#246;flichkeit in der Interaktion zwischen Deutschen und Arabern. Seine Forschungs- und Lehrschwerpunkte liegen in den Bereichen interkulturelle Kommunikation und Deutsch als Fremdsprache.</p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><bold>Anschrift:</bold></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Prof. Dr. Abdelaziz Bouchara</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Universit&#233; Hassan-II de Casablanca</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Facult&#233; des Lettres et des Sciences Humaines - Ain Chock</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">BP.8507 Hay Inara</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Institut f&#252;r Deutsch als Fremdsprache</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:abdelaziz.bouchara@univh2c.ma">abdelaziz.bouchara@univh2c.ma</ext-link></styled-content></p>
<p><bold>Omar Taoussi</bold> ist Doktorand und seit 2020 als Lehrbeauftragter an der Germanistikabteilung der Universit&#228;t Hassan II in Casablanca t&#228;tig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich des Erwerbs von Deutsch als Fremdsprache (DaF) durch Lernende mit Migrationshintergrund, der interkulturellen Kommunikation sowie dem Einsatz von Medien.</p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><bold>Anschrift:</bold></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Dr. cand. Omar Taoussi</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Universit&#233; Hassan-II de Casablanca</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Facult&#233; des Lettres et des Sciences Humaines - Ain Chock</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">BP.8507 Hay Inara</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Institut f&#252;r Deutsch als Fremdsprache</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:taoussi1982@gmail.com">taoussi1982@gmail.com</ext-link></styled-content></p>
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