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<journal-title>Zeitschrift f&#252;r Interkulturellen Fremdsprachenunterricht</journal-title>
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<issn pub-type="epub">1205-6545</issn>
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<publisher-name>Universit&#228;ts- und Landesbibliothek Darmstadt</publisher-name>
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<article-id pub-id-type="doi">10.48694/zif.4278</article-id>
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<subject>Aufsatz zum themenschwerpunkt</subject>
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<article-title>Digitale Transformationsprozesse in der DaF-Lehrerausbildung Kameruns: Eine qualitative Analyse und die Entwicklung des CITRA-Modells</article-title>
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<surname>Hartmann</surname>
<given-names>Joerg Martin</given-names>
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<email>joerg.hartmann@goethe.de</email>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>Experte f&#252;r Unterricht Goethe-Institut Senegal, Dakar</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2025-09-15">
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<month>09</month>
<year>2025</year>
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<year>2025</year>
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<issue>2</issue>
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<copyright-statement>Copyright: &#x00A9; 2025 The Author(s)</copyright-statement>
<copyright-year>2025</copyright-year>
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<license-p>CC BY 4.0 International - Creative Commons, Namensnennung. See <uri xlink:href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/</uri>.</license-p>
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<abstract>
<p>Diese Studie untersucht die Integration von OM in die DaF-Lehrerausbildung Kameruns im Jahr 2023 auf Basis von 13 Interviews mit Lehrerausbilder*innen. Analysiert werden infrastrukturelle Defizite, generationenbedingte Unterschiede in der digitalen Kompetenz sowie der Bedarf an kulturell adaptierten Inhalten. Theoretisch erweitert die Studie das Technology Acceptance Model (TAM) und das TPACK-Modell um infrastrukturelle und kulturelle Dimensionen und entwickelt daraus das CITRA-Modell &#8211; einen innovativen, kontextsensiblen Rahmen zur Analyse und Planung digitaler Bildungsstrategien in ressourcenlimitierten Transformationsprozessen. CITRA verkn&#252;pft Technologie, Didaktik und Kultur systematisch und unterst&#252;tzt die Umsetzung der UN-Ziele SDG 4 (hochwertige Bildung) und SDG 17 (internationale Partnerschaften) durch nachhaltige, lokal angepasste Digitalstrategien.</p>
</abstract>
<trans-abstract xml:lang="en">
<p><bold>Digital Transformation Processes in Cameroonian GFL Teacher Education: A Qualitative Analysis and the Development of the CITRA Model</bold></p>
<p>This study explores the integration of online media into GFL teacher education in Cameroon in 2023, based on 13 interviews with teacher educators. It analyzes infrastructural deficits, generational differences in digital competence, and the need for culturally adapted content. Theoretically, it extends the Technology Acceptance Model (TAM) and the TPACK framework by including infrastructural and cultural dimensions, resulting in the CITRA model&#8212;an innovative, context-sensitive framework for analyzing and planning digital education strategies in resource-limited settings. CITRA systematically links technology, pedagogy, and culture, supporting the implementation of SDG 4 (quality education) and SDG 17 (global partnerships) through sustainable digital solutions.</p>
</trans-abstract>
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<kwd>Online-Medien</kwd>
<kwd>DaF-Lehrerausbildung</kwd>
<kwd>Kamerun</kwd>
<kwd>digitale Kompetenz</kwd>
<kwd>TAM</kwd>
<kwd>TPACK</kwd>
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<kwd>Online Media</kwd>
<kwd>GFL Teacher Education</kwd>
<kwd>Cameroon</kwd>
<kwd>Digital Competence</kwd>
<kwd>TAM</kwd>
<kwd>TPACK</kwd>
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<title>1 Einleitung</title>
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<title>1.1 Wachstum des DaF-Bereichs in Kamerun</title>
<p>In Kamerun verzeichnet das Fach Deutsch als Fremdsprache (DaF) ein signifikantes Wachstum: Laut Datenerhebung des Ausw&#228;rtigen Amts (<xref ref-type="bibr" rid="B1">2020: 9</xref>) ist die Anzahl der Deutschlernenden zwischen 2015 und 2020 um nahezu 50&#8239;% gestiegen. Dieses wachsende Interesse an der deutschen Sprache wird unter anderem durch globale Migrationsdynamiken und den Ausbau bilateraler Bildungskooperationen gef&#246;rdert. Einen besonderen Impuls setzt hierbei das seit 2020 geltende deutsche Fachkr&#228;fteeinwanderungsgesetz, das die gezielte Anwerbung qualifizierter, deutschsprachiger Fachkr&#228;fte aus ausgew&#228;hlten Drittstaaten wie Kamerun erleichtert (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B4">Bundesministerium f&#252;r Wirtschaft und Energie 2019: 25</xref>). Im Zuge dieser Entwicklung erh&#246;ht sich die Nachfrage nach qualitativ hochwertiger DaF-Ausbildung. Neben der quantitativen Expansion entsteht damit ein verst&#228;rkter Bedarf an einer modernen, technologiebasierten Bildungsinfrastruktur, die eine effiziente, skalierbare und qualitativ hochwertige Lehrerausbildung erm&#246;glicht. Der kamerunische Hochschulsektor, in dem die Ausbildung k&#252;nftiger DaF-Lehrkr&#228;fte verankert ist, steht vor der Herausforderung, diesen Bedarf auch unter ressourcenlimitierten Bedingungen zu decken. Digitale Bildungsmedien und Online-Medien gelten dabei als zukunftsweisende Option, um Bildungszugang und Ausbildungsqualit&#228;t auch jenseits urbaner Zentren auszuweiten.</p>
</sec>
<sec>
<title>1.2 Rolle der OM in der DaF-Lehrerausbildung</title>
<p>Online-Medien (OM) umfassen ein breites Spektrum digitaler Werkzeuge &#8211; darunter interaktive Lernplattformen, multimediale Lehrmaterialien, virtuelle Klassenzimmer und kollaborative Kommunikationstools (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B3">Buckingham 2007</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B27">Schweiger 2013: 255</xref>). Diese Technologien er&#246;ffnen besonders in ressourcenlimitierten Kontexten wie Kamerun neue M&#246;glichkeiten zur Erweiterung und Verbesserung der Lehrerausbildung. W&#228;hrend traditionelle Bildungsstrukturen h&#228;ufig physisch gebunden und auf zentrale st&#228;dtische Einrichtungen fokussiert sind, erm&#246;glichen OM eine r&#228;umlich und zeitlich flexible Bildungsorganisation, die &#252;ber bestehende infrastrukturelle Grenzen hinausweist. Insbesondere in der DaF-Lehrerausbildung, die auf interaktive, sprachlich und kulturell differenzierte Vermittlungsformate angewiesen ist, k&#246;nnen OM ma&#223;geblich zur Individualisierung und Skalierbarkeit von Bildungsprozessen beitragen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B12">Fischer/Mandl/Todorova 2002: 753</xref>). In Regionen mit begrenztem Zugang zu physischer Infrastruktur bieten OM zudem einen Weg, die didaktische Qualit&#228;t des Unterrichts zu steigern, ohne dass dies mit proportionalen Investitionen in Bauten oder personelle Ressourcen einhergehen muss. Die Digitalisierung stellt somit ein zentrales Mittel dar, um die bildungspolitische Herausforderung der Breitenwirksamkeit bei gleichzeitiger Qualit&#228;tssicherung (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B30">UNESCO 2021: 34</xref>) auch in Kamerun adressieren zu k&#246;nnen. Gleichzeitig verweist sie auf die Notwendigkeit, digitale Inhalte und Technologien kulturell, sprachlich und sozial an die Lebensrealit&#228;t der Lehrkr&#228;fte und Lernenden anzupassen &#8211; ein Aspekt, dem sich diese Studie schwerpunktm&#228;&#223;ig widmet.</p>
</sec>
<sec>
<title>1.3 Digitalisierung im Bildungssektor Kameruns: Literatur&#252;berblick</title>
<p>Die Digitalisierung des Bildungssektors in Kamerun ist durch vielf&#228;ltige Herausforderungen gepr&#228;gt, die sowohl technische als auch kulturelle Dimensionen betreffen. Hofstede/Hofstede/Minkov (<xref ref-type="bibr" rid="B15">2010</xref>) betonen in ihrem kulturvergleichenden Ansatz, dass digitale Transformationsprozesse in L&#228;ndern des Globalen S&#252;dens nur im Einklang mit lokalen Normen und Werten erfolgreich sein k&#246;nnen. Diese kulturelle Einbettung ist auch f&#252;r die Bildungsdigitalisierung in Kamerun zentral, wo sozio&#246;konomische Ungleichheiten und technische Defizite die Umsetzung digitaler Bildungsangebote erschweren.</p>
<p>Einen systematischen &#220;berblick &#252;ber die Entwicklung von E-Learning an kamerunischen Universit&#228;ten liefert Hartmann (<xref ref-type="bibr" rid="B14">2025: 292&#8211;315</xref>). Basierend auf Studien zwischen 2018 und 2022 identifiziert er zentrale Hindernisse: instabile Internetverbindungen, hohe Datenkosten, begrenzte Verf&#252;gbarkeit technischer Ger&#228;te und eine insgesamt mangelhafte digitale Infrastruktur. Diese Defizite wirken sich unmittelbar auf die Qualit&#228;t der DaF-Lehrerausbildung aus und limitieren deren digitale Transformation.</p>
<p>Nanga-Me-Abengmoni (<xref ref-type="bibr" rid="B22">2019: 106</xref>) weist in seiner Dissertation auf die Chancen und Grenzen von M-Learning in Kamerun hin, wobei infrastrukturelle M&#228;ngel und fehlende didaktische Konzepte die Umsetzung einschr&#228;nken. In einer sp&#228;teren Untersuchung beschreibt Nanga-Me-Abengmoni (<xref ref-type="bibr" rid="B23">2022</xref>), dass die pandemiebedingte Umstellung auf digitalen DaF-Unterricht ohne ausreichende Vorbereitung und Ausstattung erfolgte. Die daraus resultierenden Online-Formate waren innovativ, jedoch in ihrer Nachhaltigkeit und Reichweite begrenzt. Diese Einsch&#228;tzung wird durch Nanga-Me-Abengmoni (ebd.) gest&#252;tzt, der fortbestehende strukturelle Defizite und eine kulturelle Fremdheit zentral bereitgestellter Inhalte thematisiert. Einen konkreten Fall solcher zentralisierter Programme analysiert Nanga-Me-Abengmoni (<xref ref-type="bibr" rid="B24">2023</xref>) am Beispiel des Dhoch3-Programms des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B8">Deutscher Akademischer Austauschdienst 2023</xref>). Dabei kritisiert er, dass sowohl infrastrukturelle Gegebenheiten als auch kulturelle Besonderheiten in der Umsetzung nur unzureichend ber&#252;cksichtigt werden, was die Effektivit&#228;t des Programms im kamerunischen Kontext einschr&#228;nkt. Diese Kritik wird auch von Fathy/Buchholz (<xref ref-type="bibr" rid="B11">2023: 14&#8211;22</xref>) best&#228;tigt, die auf Herausforderungen bei der internationalen Implementierung von Dhoch3 eingehen und kulturelle Anpassungen als notwendige Bedingung f&#252;r den Erfolg des Programms benennen.</p>
<p>&#196;hnliche Herausforderungen bestehen beim Online-Angebot <italic>Deutsch Online</italic> und dem Fortbildungsprogramm <italic>DLL &#8211; Deutsch Lehren Lernen</italic> des Goethe-Instituts (<xref ref-type="bibr" rid="B13">Goethe-Institut o.J.</xref>). Obwohl diese Programme didaktisch ausgereift sind, berichten Nutzer*innen aus Kamerun von eingeschr&#228;nkter Zug&#228;nglichkeit, technischer &#220;berforderung und mangelnder Relevanz der Inhalte f&#252;r die lokale Lehrpraxis (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B23">Nanga-Me-Abengmoni 2022</xref>). Auch Tsamo (<xref ref-type="bibr" rid="B29">2023</xref>) verweist auf den limitierten Einsatz digitaler Medien &#8211; speziell von Online-W&#246;rterb&#252;chern &#8211; im DaF-Unterricht Kameruns. Technische Defizite und fehlende Schulung verhindern deren umfassende Nutzung, was den Bedarf an lokalen, angepassten L&#246;sungen unterstreicht.</p>
<p>Die empirische Studie von eLearning Africa/EdTech Hub (<xref ref-type="bibr" rid="B10">2020: 15</xref>) untermauert diese Befunde mit quantitativen Daten: W&#228;hrend der COVID-19-Pandemie verf&#252;gten &#252;ber 80&#8239;% der Studierenden in Kamerun &#252;ber keinen stabilen Internetzugang, was digitalen Unterricht erheblich erschwerte. Fischer/Mandl/Todorova (<xref ref-type="bibr" rid="B12">2002</xref>) argumentieren erg&#228;nzend, dass digitale Inhalte stets kulturell kontextualisiert werden m&#252;ssen, um Lernwirksamkeit und Akzeptanz sicherzustellen. Auch die aktuellen Daten des UNESCO Institute for Statistics (<xref ref-type="bibr" rid="B31">2023</xref>) zeigen, dass Kamerun mit wachsenden Studierendenzahlen und steigender Nachfrage nach Fremdsprachenausbildung konfrontiert ist. Dies erfordert skalierbare, digital gest&#252;tzte Bildungsformate. W&#228;hrend bisherige Studien wichtige Einzelfacetten beleuchten, fehlt bislang eine umfassende Analyse, die strukturelle, technologische und kulturelle Rahmenbedingungen systematisch zusammenf&#252;hrt und daraus fundierte theoretische Impulse f&#252;r nachhaltige Digitalisierungsstrategien im Bildungsbereich ableitet.</p>
</sec>
<sec>
<title>1.4 Zielsetzung der Studie</title>
<p>Diese Studie verfolgt das Ziel, eine systematische Bestandsaufnahme der Nutzung und Integration von OM in die DaF-Lehrerausbildung in Kamerun im Jahr 2023 zu erstellen. Im Zentrum steht die Analyse des Zusammenspiels technologischer und kultureller Bedingungen sowie deren theoretische Relevanz f&#252;r nachhaltige Bildungsstrategien. Ausgangspunkt ist ein erweiterter Kulturbegriff, der Kultur, Infrastruktur, Ausbildung und Technologie als dynamisch verflochtene Faktoren versteht.</p>
<p>Im Unterschied zu praxisorientierten Arbeiten, die vorrangig Empfehlungen geben, zielt dieser Artikel auf eine theoretisch fundierte Analyse der komplexen Wechselwirkungen zwischen Kultur und Technologie. Ziel ist es aufzuzeigen, welche Faktoren bei der Entwicklung lokaler Digitalstrategien ber&#252;cksichtigt werden m&#252;ssen, um die Ziele der UN-Nachhaltigkeitsagenda &#8211; insbesondere SDG 4 (hochwertige Bildung) und SDG 17 (internationale Partnerschaften) &#8211; wirksam zu unterst&#252;tzen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B32">United Nations Department of Economic and Social Affairs 2023: 20&#8211;22; 46&#8211;48</xref>). Hierzu wird im weiteren Verlauf das CITRA-Modell entwickelt, das eine systematische Analyse technologischer, kultureller und didaktischer Wechselwirkungen erm&#246;glicht und konkrete Orientierungsgr&#246;&#223;en f&#252;r eine nachhaltige OM-Integration in ressourcenlimitierten Bildungssystemen bietet.</p>
</sec>
<sec>
<title>1.5 Relevanz f&#252;r die internationale DaF-Forschungsgemeinschaft</title>
<p>F&#252;r die internationale DaF-Forschungsgemeinschaft bietet diese Untersuchung fundierte Einblicke in das komplexe Ineinandergreifen von Kultur, Infrastruktur und Technologie im kamerunischen Kontext. Sie betont die Notwendigkeit kulturell adaptierter Bildungsstrategien, die lokale Rahmenbedingungen ernst nehmen und zugleich globale Anschlussf&#228;higkeit erm&#246;glichen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B30">UNESCO 2021:129</xref>). Der in dieser Arbeit entwickelte erweiterte Kulturbegriff sowie das darauf aufbauende CITRA-Modell liefern einen innovativen theoretischen Ansatz, der f&#252;r Forschung und Bildungsplanung &#252;ber Kamerun hinaus in vergleichbaren Kontexten nutzbar gemacht werden kann. Die konzipierten theoretischen Erweiterungen des Technology Acceptance Models (TAM) von Davis (<xref ref-type="bibr" rid="B7">1989</xref>) und des TPACK-Modells nach Mishra und Koehler (<xref ref-type="bibr" rid="B20">2006</xref>) sowie die empirisch fundierten Analysen bieten eine differenzierte Grundlage f&#252;r Forschungsvorhaben, die sich mit der Integration digitaler Medien in ressourcenlimitierten, kulturell diversen Bildungssystemen befassen.</p>
<p>Die Arbeit leistet so nicht nur einen Beitrag zur Weiterentwicklung digitaldidaktischer Theorierahmen, sondern sendet auch Impulse f&#252;r die Entwicklung lokal adaptierter Digitalstrategien, insbesondere im Kontext globaler Bildungskooperationen und internationaler Entwicklungsziele.</p>
</sec>
<sec>
<title>1.6 Struktur&#252;bersicht</title>
<p>Der Artikel ordnet die DaF-Lehrerausbildung in Kamerun zun&#228;chst bildungspolitisch und institutionell ein und analysiert anschlie&#223;end die Rolle digitaler Medien im Lichte bestehender Herausforderungen. Daran anschlie&#223;end werden die theoretischen Bezugsrahmen &#8211; insbesondere das TAM und das TPACK-Modell &#8211; vorgestellt und um einen erweiterten Kulturbegriff erg&#228;nzt. Es folgt eine Beschreibung des methodischen Vorgehens, das auf qualitativen Interviews mit Lehrkr&#228;ften aller relevanten universit&#228;ren Standorte basiert. Die darauf aufbauende Ergebnisdarstellung gibt Einblick in infrastrukturelle Unterschiede, digitale Kompetenzniveaus und die kulturelle Passung zentraler OM-Angebote. Im anschlie&#223;enden Diskussionsteil werden diese Befunde mit den theoretischen Modellen in Beziehung gesetzt und um kontextspezifische Erweiterungen erg&#228;nzt. Eine Visualisierung zeigt zentrale Synergien f&#252;r eine nachhaltige Nutzung von OM. Abschlie&#223;end fasst das Fazit die Erkenntnisse zusammen, benennt Forschungsperspektiven und positioniert die Studie im Rahmen der globalen Bildungsagenda.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>2 Theoretischer Hintergrund</title>
<sec>
<title>2.1 Bedeutung der Digitalisierung in der Sprachlehrerausbildung</title>
<p>Die Digitalisierung in der Sprachlehrerausbildung &#8211; insbesondere in ressourcenlimitierten Regionen wie Kamerun &#8211; wird in der Forschung vielfach thematisiert und zeigt, wie digitale Medien den Zugang zu Bildung erweitern und innovative Lehrmethoden erm&#246;glichen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B22">Nanga-Me-Abengmoni 2019</xref>). F&#252;r DaF-Lehrkr&#228;fte, die in einem globalisierten Umfeld agieren, er&#246;ffnen digitale Technologien die M&#246;glichkeit, interaktive und flexible Lernumgebungen zu gestalten, die auf spezifische Lernbed&#252;rfnisse reagieren.</p>
<p>Diese Studie versteht Digitalisierung als Instrument, das Bildungsprozesse skalierbar und adaptiv macht und Lehrkr&#228;fte dabei unterst&#252;tzt, Sprachkompetenzen gezielt zu f&#246;rdern. Die praktische Nutzung digitaler Medien bildet dabei einen wesentlichen Bestandteil der digitalen Kompetenzentwicklung (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B18">Kultusministerkonferenz 2016: 9</xref>). Ziel ist es, aufzuzeigen, wie digitale Werkzeuge in Ausbildung und Unterricht eingesetzt werden k&#246;nnen, um Lehrmethoden zeitgem&#228;&#223; weiterzuentwickeln.</p>
</sec>
<sec>
<title>2.2 Technology Acceptance Model (TAM)</title>
<p>Das Technology Acceptance Model (TAM) von Davis (<xref ref-type="bibr" rid="B7">1989</xref>) hat im Bildungsbereich eine zentrale Bedeutung, da es erkl&#228;rt, wie Nutzer*innen die Einf&#252;hrung und Nutzung neuer Technologien akzeptieren. Die Akzeptanz digitaler Medien h&#228;ngt dabei ma&#223;geblich von institutioneller Unterst&#252;tzung und infrastrukturellen Bedingungen ab, wie Ortner (<xref ref-type="bibr" rid="B25">2020: 97</xref>) in ihrer Untersuchung an der Rhodes University in S&#252;dafrika herausarbeitet. Sie zeigt, dass digitale Medien an Hochschulen mit stabiler technischer Infrastruktur als zug&#228;nglicher, praktikabler und nachhaltiger wahrgenommen werden. Dies verweist auf einen erheblichen Handlungsbedarf im kamerunischen Kontext.</p>
<p>Als zentrale Einflussfaktoren gelten insbesondere der wahrgenommene Nutzen und die Benutzerfreundlichkeit digitaler Werkzeuge (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B33">Venkatesh/Bala 2008</xref>). F&#252;r DaF-Lehrkr&#228;fte in Kamerun bietet das TAM eine analytische Grundlage zur Einsch&#228;tzung der Akzeptanz und Nutzung digitaler Medien. Es verdeutlicht, welche strukturellen und technischen Voraussetzungen f&#252;r eine nachhaltige Integration im Bildungssystem erforderlich sind. In dieser Studie wird das TAM verwendet, um die empirischen Ergebnisse systematisch auszuwerten und zu analysieren, wie Lehrkr&#228;fte digitale Medien wahrnehmen und annehmen.</p>
<p>Die folgende Abbildung stellt das TAM dar, in dessen Struktur diese Zusammenh&#228;nge analysiert werden:</p>
<fig id="F1">
<caption>
<p>Abb. 1: Schema des Technologie-Akzeptanz-Modells (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B7">Davis 1989</xref>)</p>
</caption>
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</fig>
</sec>
<sec>
<title>2.3 TPACK-Modell: Technological Pedagogical Content Knowledge</title>
<p>Ein weiteres relevantes Modell ist das TPACK-Modell (Technological Pedagogical Content Knowledge) nach Mishra und Koehler (<xref ref-type="bibr" rid="B20">2006</xref>). Es beschreibt, wie technologisches, p&#228;dagogisches und fachliches Wissen effektiv kombiniert werden k&#246;nnen, um digitale Medien lernzielorientiert und kulturell angepasst im Unterricht einzusetzen. Im kamerunischen DaF-Kontext dient das TPACK-Modell als theoretische Grundlage, um zu analysieren, welche spezifischen Kompetenzen Lehrkr&#228;fte f&#252;r die Nutzung digitaler Medien ben&#246;tigen und wie kulturelle Besonderheiten der Lernenden dabei ber&#252;cksichtigt werden k&#246;nnen. Im Ergebnisteil dieser Studie wird das TPACK-Modell genutzt, um gezielt zu untersuchen, inwieweit diese Kompetenzen bei kamerunischen DaF-Lehrkr&#228;ften vorhanden sind und welche Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung auftreten.</p>
</sec>
<sec>
<title>2.4 Medienkompetenzmodell nach Baacke</title>
<p>Das Medienkompetenzmodell von Baacke (<xref ref-type="bibr" rid="B2">1997: 98</xref>) bietet eine erg&#228;nzende Perspektive auf die Entwicklung digitaler Kompetenzen. Es unterscheidet vier zentrale Dimensionen: Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediendesign. Diese Struktur erm&#246;glicht es, die f&#252;r den Einsatz digitaler Medien erforderlichen Kompetenzen systematisch zu erfassen. Sie zeigt auf, wie Lehrkr&#228;fte im kamerunischen Kontext dazu bef&#228;higt werden k&#246;nnen, Medieninhalte kritisch zu bewerten und deren Einsatz p&#228;dagogisch sinnvoll zu gestalten. Besonders Medienkritik und Medienkunde gewinnen im kamerunischen Bildungsumfeld an Bedeutung, da Lehrkr&#228;fte die kulturelle Relevanz und Anwendbarkeit digitaler Inhalte hinterfragen m&#252;ssen, bevor sie diese im Unterricht einsetzen. Diese kritische Auseinandersetzung tr&#228;gt dazu bei, digitale Materialien an die sprachlichen und kulturellen Bedingungen vor Ort anzupassen und ihre didaktische Wirksamkeit zu erh&#246;hen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B2">Baacke 1997</xref>).</p>
</sec>
<sec>
<title>2.5 Digitale Kompetenzentwicklung und generationelle Unterschiede</title>
<p>Die Entwicklung digitaler Kompetenzen bei Lehrkr&#228;ften geht weit &#252;ber das blo&#223;e Bedienen von Technologien hinaus, wie R&#246;sler (<xref ref-type="bibr" rid="B26">2010: 1199</xref>) darstellt. Sie setzt ein vertieftes Verst&#228;ndnis dar&#252;ber voraus, wie digitale Medien didaktisch und methodisch sinnvoll in den Unterricht integriert werden k&#246;nnen. F&#252;r die DaF-Lehrerausbildung in Kamerun ist dabei insbesondere die praktische Anwendung digitaler Werkzeuge zentral, da sie es Lehrkr&#228;ften erm&#246;glicht, interaktive und ansprechende Lerninhalte zu gestalten. Dabei spielen generationelle Unterschiede eine bedeutende Rolle. J&#252;ngere Lehrkr&#228;fte, die mit digitalen Technologien aufgewachsen sind, zeigen eine h&#246;here Akzeptanz und gr&#246;&#223;ere Flexibilit&#228;t im Umgang mit digitalen Medien. &#196;ltere Lehrkr&#228;fte hingegen ben&#246;tigen h&#228;ufig zus&#228;tzliche Unterst&#252;tzung, um ihre digitalen Kompetenzen weiterzuentwickeln und auf den aktuellen Stand zu bringen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B16">Initiative D21 2019</xref>). Diese Diskrepanz macht gezielte Schulungsma&#223;nahmen erforderlich, um sicherzustellen, dass alle Lehrkr&#228;fte &#8211; unabh&#228;ngig vom Alter &#8211; &#252;ber die notwendigen digitalen F&#228;higkeiten verf&#252;gen.</p>
<p>Im empirischen Teil dieser Studie werden diese generationellen Unterschiede als analytische Kategorie herangezogen. Ziel ist es, zu untersuchen, inwiefern sie die Akzeptanz und Nutzung digitaler Medien beeinflussen und welche spezifischen Herausforderungen sich daraus f&#252;r die Kompetenzentwicklung von DaF-Lehrkr&#228;ften in Kamerun ergeben.</p>
</sec>
<sec>
<title>2.6 Kulturelle Anpassung digitaler Inhalte</title>
<p>Compaor&#233; (<xref ref-type="bibr" rid="B5">2018</xref>, <xref ref-type="bibr" rid="B6">2021: 49</xref>) betont, dass mediendidaktische Konzepte wie kollaborative E-Learning-Ans&#228;tze gezielt kulturelle Deutungsmuster ber&#252;cksichtigen sollten, um im subsaharischen Raum wirksam zu sein. Solche kulturspezifischen Ans&#228;tze sind im kamerunischen DaF-Unterricht besonders relevant, da sie die kulturelle Identit&#228;t sowie das lokale Wissen der Studierenden einbeziehen und damit die Anschlussf&#228;higkeit und Relevanz digitaler Inhalte erh&#246;hen.</p>
<p>Auch Nanga-Me-Abengmoni (<xref ref-type="bibr" rid="B23">2022</xref>) hebt hervor, dass digitale Bildungsmedien nur dann effektiv sind, wenn sie an die kulturellen und bildungsspezifischen Gegebenheiten des jeweiligen Kontextes angepasst werden. Diese Anpassung setzt voraus, dass Lehrkr&#228;fte neben technologischen und didaktischen auch interkulturelle Kompetenzen entwickeln. Eine solche Sensibilit&#228;t bef&#228;higt sie, digitale Materialien so zu gestalten, dass sie die Lebenswelt und kulturellen Besonderheiten der Lernenden widerspiegeln. Ein Beispiel ist die Erg&#228;nzung von Lerninhalten zur deutschen Kultur durch Kontexte, die f&#252;r kamerunische Lernende verst&#228;ndlich und bedeutsam sind. Diese Form kultureller Bezugnahme unterst&#252;tzt die Identifikation mit dem Material und f&#246;rdert sowohl das inhaltliche Verst&#228;ndnis als auch die Motivation im Lernprozess (vgl. ebd.).</p>
<p>Ein erweiterter Kulturbegriff zeigt dar&#252;ber hinaus, dass die Anpassung digitaler Bildungsmedien an lokale Kontexte nicht isoliert von infrastrukturellen, ausbildungsbezogenen und technologischen Rahmenbedingungen gedacht werden kann. In Kamerun bedeutet dies, dass digitale Medien nicht nur kulturelle Normen widerspiegeln, sondern auch auf Herausforderungen wie unzuverl&#228;ssige Infrastruktur oder ungleiche digitale Kompetenzen reagieren m&#252;ssen. Flexible L&#246;sungen wie offline-f&#228;hige Lernmodule, datenarme Plattformen oder gemeinschaftlich nutzbare Ger&#228;te schaffen hier Synergien zwischen kultureller Relevanz und technologischer Realisierbarkeit. Gleichzeitig sind Fortbildungsma&#223;nahmen erforderlich, die technische und kulturelle Sensibilit&#228;t miteinander verbinden, um Lehrkr&#228;fte zur didaktischen Anpassung an die Lebensrealit&#228;t ihrer Lernenden zu bef&#228;higen.</p>
<p>Diese ganzheitliche Perspektive macht deutlich, dass erfolgreiche digitale Bildungsstrategien auf einer ausgewogenen Verbindung von technologischer Entwicklung, kultureller Sensibilit&#228;t und pragmatischer Umsetzbarkeit beruhen.</p>
<p>Das folgende Diagramm veranschaulicht, wie die vier zentralen Dimensionen &#8211; Kultur, Infrastruktur, Ausbildung und Technologie &#8211; zusammenwirken und gemeinsam die Grundlage f&#252;r den erweiterten Kulturbegriff bilden. Es zeigt, welche Synergien f&#252;r die Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger Bildungsstrategien im kamerunischen Kontext notwendig sind.</p>
<fig id="F2">
<caption>
<p>Abb. 2: Dimensionen des erweiterten Kulturbegriffs (eigene Darstellung basierend auf dem in dieser Studie entwickelten Kulturbegriff)</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-4278_hartmann-g2.jpg"/>
</fig>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>3 Methodik</title>
<sec>
<title>3.1 Forschungsdesign</title>
<p>Diese Studie folgt einem qualitativ-explorativen Forschungsansatz, da sich dieser besonders daf&#252;r eignet, die komplexen sozialen und kulturellen Dynamiken in Bildungskontexten wie Kamerun zu erfassen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B28">Sofaer 1999</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B21">Moser/Korstjens 2017</xref>). Der explorative Charakter des Forschungsdesigns zielt darauf, neue Einsichten in die Herausforderungen, Praktiken und Potenziale der Nutzung von OM in der kamerunischen DaF-Lehrerausbildung zu gewinnen.</p>
</sec>
<sec>
<title>3.2 Durchf&#252;hrung der Interviews und regionale Verteilung</title>
<p>Die Datenerhebung erfolgte durch Interviews an den f&#252;nf Universit&#228;ten Kameruns, an denen im Jahr 2023 Germanistik unterrichtet wurde: Douala, Dschang, Yaound&#233; I/&#201;cole normale sup&#233;rieure de Yaound&#233;, Maroua und Bertoua. Diese Hochschulen repr&#228;sentieren die geografische und institutionelle Vielfalt des Landes und erm&#246;glichen eine differenzierte Analyse der ressourcenbezogenen Voraussetzungen und Zug&#228;nge zu OM im Bildungsbereich. Universit&#228;ten in urbanen Zentren wie Douala und Yaound&#233; geben Aufschluss &#252;ber die Integration digitaler Medien an vergleichsweise gut ausgestatteten Einrichtungen. Die Standorte Maroua und Bertoua spiegeln hingegen die Herausforderungen wider, die mit unzureichender technischer Infrastruktur und eingeschr&#228;nkter Internetanbindung an peripheren Hochschulen verbunden sind.</p>
<p>Die folgende Karte zeigt die Lage der genannten Universit&#228;ten im kamerunischen Kontext:</p>
<fig id="F3">
<caption>
<p>Abb. 3: Regionale Verteilung der Interviewpartner*innen (eigene Darstellung basierend auf den erhobenen Interviewdaten)</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-4278_hartmann-g3.jpg"/>
</fig>
</sec>
<sec>
<title>3.3 Datenerhebung</title>
<sec>
<title>3.3.1 Semi-strukturierte Interviews</title>
<p>Als Methode der Datenerhebung wurden semi-strukturierte, problemzentrierte Interviews eingesetzt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B35">Witzel/Reiter 2022</xref>). Diese erm&#246;glichten vertiefte Einblicke in die subjektiven Perspektiven und Erfahrungen von DaF-Lehrkr&#228;ften hinsichtlich der Nutzung und Wahrnehmung von OM im Unterricht.</p>
<p>Der Interviewleitfaden (siehe Anhang) wurde auf Grundlage der Forschungsfragen entwickelt und umfasste thematische Bereiche wie die Wahrnehmung und Nutzung von OM, konkrete Herausforderungen bei der digitalen Umsetzung sowie kulturelle Anpassungen in der Lehre. Die Interviews wurden zwischen M&#228;rz und Mai 2023 mit insgesamt 13 DaF-Lehrkr&#228;ften gef&#252;hrt, die an den zuvor genannten Universit&#228;ten t&#228;tig sind. Die Auswahl erm&#246;glicht eine differenzierte Erhebung sowohl theoretischer als auch praktischer Erfahrungen im Umgang mit digitalen Medien im Lehrkontext.</p>
</sec>
<sec>
<title>3.3.2 Auswahlkriterien</title>
<p>Die Auswahl der Interviewpartner*innen erfolgte anhand definierter Kriterien, um ein vielf&#228;ltiges und m&#246;glichst repr&#228;sentatives Spektrum der DaF-Lehrkr&#228;fte in Kamerun abzubilden. Dabei wurden folgende Merkmale ber&#252;cksichtigt:</p>
<list list-type="order">
<list-item><p>Berufsrolle: Die Stichprobe umfasst sowohl Lehrkr&#228;fte in der universit&#228;ren Lehrkr&#228;ftebildung als auch aktive DaF-Lehrkr&#228;fte. Dadurch werden Perspektiven aus der Ausbildungspraxis und dem konkreten Unterrichtsgeschehen gleicherma&#223;en ber&#252;cksichtigt.</p></list-item>
<list-item><p>Akademische Qualifikation: Eingeschlossen wurden Lehrkr&#228;fte mit unterschiedlichen akademischen Abschl&#252;ssen, etwa in laufender Promotion oder mit abgeschlossenen Masterstudieng&#228;ngen. Dies erm&#246;glicht eine Analyse verschiedener Ausbildungshintergr&#252;nde und didaktischer Ans&#228;tze.</p></list-item>
<list-item><p>Berufserfahrung: Die Teilnehmenden verf&#252;gten &#252;ber eine Berufserfahrung zwischen zwei und 32 Jahren. Diese Spannbreite erlaubt R&#252;ckschl&#252;sse auf generationsspezifische Sichtweisen sowie auf Entwicklungen im Umgang mit digitalen Medien &#252;ber l&#228;ngere Zeitr&#228;ume hinweg.</p></list-item>
<list-item><p>Regionale Repr&#228;sentation: Lehrkr&#228;fte aus verschiedenen Teilen des Landes wurden ber&#252;cksichtigt, um unterschiedliche technische, infrastrukturelle und organisatorische Bedingungen zwischen urbanen und l&#228;ndlichen Hochschulstandorten zu erfassen.</p></list-item>
<list-item><p>Geschlecht und Altersverteilung: Eine ausgewogene Verteilung der Geschlechter und eine Vielfalt in der Altersstruktur gew&#228;hrleisten die Einbeziehung unterschiedlicher Perspektiven auf die Nutzung digitaler Medien im Unterricht.</p></list-item>
</list>
<p>Die folgende Tabelle gibt einen &#220;berblick &#252;ber die Alters- und Geschlechterverteilung der befragten Personen:</p>
<table-wrap id="T1">
<caption>
<p>Tab. 1: Verteilung der Teilnehmer*innen nach Alter und Geschlecht (eigene Darstellung basierend auf den Interviewdaten)</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td align="left" valign="top" style="background-color:#f3f3f4;"><bold>Altersgruppe (Jahre)</bold></td>
<td align="left" valign="top" style="background-color:#f3f3f4;"><bold>Anzahl</bold></td>
<td align="left" valign="top" style="background-color:#f3f3f4;"><bold>Geschlecht (%)</bold></td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">20&#8211;29</td>
<td align="left" valign="top">3</td>
<td align="left" valign="top">66 % w/33 % m</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">30&#8211;39</td>
<td align="left" valign="top">3</td>
<td align="left" valign="top">60 % w/40 % m</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">40&#8211;49</td>
<td align="left" valign="top">5</td>
<td align="left" valign="top">0 % w/100 % m</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">50&#8211;59</td>
<td align="left" valign="top">1</td>
<td align="left" valign="top">0 % w/100 % m</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">60&#8211;69</td>
<td align="left" valign="top">1</td>
<td align="left" valign="top">0 % w/100 % m</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
</sec>
<sec>
<title>3.3.3 Kritische Reflexion der Stichprobe</title>
<p>Trotz der gezielten Auswahl ist die Stichprobe mit 13 Teilnehmenden relativ klein. Dies schr&#228;nkt die Generalisierbarkeit der Ergebnisse ein, erm&#246;glicht jedoch vertiefte qualitative Einsichten in die spezifischen Herausforderungen und Potenziale, wie sie im kamerunischen Bildungskontext auftreten. Die Studie erhebt daher keinen Anspruch auf statistische Repr&#228;sentativit&#228;t, sondern verfolgt das Ziel, theoretisch relevante Kategorien zu identifizieren und differenziert zu beschreiben.</p>
<p>F&#252;r zuk&#252;nftige Forschungsvorhaben k&#246;nnte eine gr&#246;&#223;ere Stichprobe in Kombination mit erg&#228;nzenden quantitativen Erhebungen herangezogen werden, um die Aussagekraft der Ergebnisse zu erweitern und deren Generalisierbarkeit zu &#252;berpr&#252;fen.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>3.4 Durchf&#252;hrung der Interviews</title>
<p>Die Interviews dauerten jeweils zwischen 45 und 60 Minuten. Mit Zustimmung der Teilnehmenden wurden die Gespr&#228;che aufgezeichnet, um eine pr&#228;zise Transkription und Analyse der Aussagen zu gew&#228;hrleisten (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B9">Dresing/Pehl 2018: 20</xref>). Der Interviewleitfaden, der den Gespr&#228;chen zugrunde lag, orientierte sich an den zentralen Forschungsfragen und gliederte sich in vier Themenbereiche:</p>
<list list-type="bullet">
<list-item><p><bold>Wahrnehmung und Nutzung von OM:</bold> Fragen zur allgemeinen Einstellung gegen&#252;ber OM und deren konkretem Einsatz im Lehralltag.</p></list-item>
<list-item><p><bold>Herausforderungen und Potenziale digitaler Umsetzung:</bold> Erfassung praktischer, infrastruktureller und organisatorischer Hindernisse sowie M&#246;glichkeiten f&#252;r eine verbesserte Integration.</p></list-item>
<list-item><p><bold>Kulturelle Anpassung von Lehrmaterialien:</bold> Einsch&#228;tzungen zur kulturellen Relevanz und Angemessenheit digitaler Inhalte im lokalen Kontext.</p></list-item>
<list-item><p><bold>Einstellungen zur Akzeptanz digitaler Medien:</bold> Reflexion individueller und institutioneller Einflussfaktoren, mit Bezug auf theoretische Modelle wie TAM und TPACK.</p></list-item>
</list>
<p>Die offene Struktur der Interviews erm&#246;glichte es den Lehrkr&#228;ften, pers&#246;nliche Erfahrungen und subjektive Wahrnehmungen differenziert darzustellen. Diese Offenheit war f&#252;r die explorative Zielsetzung der Studie zentral.</p>
</sec>
<sec>
<title>3.5 Qualitative Inhaltsanalyse und Datenkodierung</title>
<p>F&#252;r die Auswertung der transkribierten Interviews wurde die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring (<xref ref-type="bibr" rid="B19">2016</xref>) angewendet. Die Kodierung der Daten erfolgte in mehreren Schritten: Zun&#228;chst wurden alle Interviews vollst&#228;ndig durchgelesen, um ein umfassendes inhaltliches Verst&#228;ndnis zu gewinnen. Darauf aufbauend wurden induktive und deduktive Kategorien entwickelt, die sowohl theoriebasiert als auch empirisch fundiert waren. Die strukturierte Anwendung dieser Kategorien orientierte sich am Modell von Kuckartz/R&#228;diker (<xref ref-type="bibr" rid="B17">2024</xref>) und wurde mithilfe der Software MAXQDA unterst&#252;tzt. Durch die Zuordnung relevanter Textstellen zu den jeweiligen Kategorien konnte eine detaillierte Analyse spezifischer Aspekte der Integration von OM in der kamerunischen DaF-Lehrkr&#228;ftebildung vorgenommen werden.</p>
</sec>
<sec>
<title>3.6 Kategoriesystem und Kodierungsprozess</title>
<p>Das Kategoriesystem umfasste Haupt- und Subkategorien, die sich entlang der theoretischen Modelle TAM und TPACK sowie der Forschungsziele entwickelten. Beispiele f&#252;r Hauptkategorien sind:</p>
<list list-type="bullet">
<list-item><p>Infrastrukturelle Herausforderungen: Unterteilt in Subkategorien wie <italic>Internetverf&#252;gbarkeit</italic> und <italic>technische Ausstattung</italic>.</p></list-item>
<list-item><p>Digitale Kompetenzen: Unterscheidung zwischen <italic>Basisf&#228;higkeiten</italic> und <italic>fortgeschrittenen digitalen Fertigkeiten</italic>.</p></list-item>
<list-item><p>Einstellungen zur Digitalisierung: Subkategorien wie <italic>Akzeptanz</italic> und <italic>Resistenz</italic> gegen&#252;ber digitaler Transformation.</p></list-item>
</list>
<p>Jede Kategorie wurde nach Kodierregeln definiert, um eine konsistente Zuordnung der Interviewpassagen zu gew&#228;hrleisten. Der strukturierte Kodierungsprozess erm&#246;glichte eine differenzierte Analyse der Daten, bei der sowohl die thematische Breite als auch die inhaltliche Tiefe ber&#252;cksichtigt werden konnten.</p>
</sec>
<sec>
<title>3.7 Interpretation und Ber&#252;cksichtigung des kulturellen Kontexts</title>
<p>Ein zentraler Aspekt der Analyse bestand in der Ber&#252;cksichtigung kultureller und kontextueller Besonderheiten, die im kamerunischen Bildungssystem ma&#223;geblich f&#252;r die Nutzung digitaler Lehr- und Lernmedien sind. Um diese Dimension ad&#228;quat zu erfassen, wurde das Kategoriensystem gezielt um <italic>kultur- und regionsspezifische Aspekte</italic> erweitert. Dadurch konnten Unterschiede in der Wahrnehmung, Bewertung und Anwendung von OM sichtbar gemacht werden, die auf regionale Infrastrukturausstattung, institutionelle Rahmenbedingungen sowie auf soziokulturelle Pr&#228;gungen der Lehrkr&#228;fte zur&#252;ckzuf&#252;hren sind.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>4 Ergebnisse</title>
<sec>
<title>4.1 Infrastrukturelle Herausforderungen und regionale Unterschiede bei der OM-Integration</title>
<p>Die Auswertung der Interviews zeigt, dass <italic>infrastrukturelle Defizite</italic> eine zentrale H&#252;rde f&#252;r die Integration von OM in die DaF-Lehrerausbildung in Kamerun darstellen. Alle 13 befragten Lehrkr&#228;fte berichteten &#252;ber erhebliche Einschr&#228;nkungen durch unzureichende oder instabile Internetverbindungen sowie durch mangelnde technische Ausstattung.</p>
<p>Dabei traten deutliche Unterschiede zwischen den urbanen Universit&#228;ten in Douala und Yaound&#233; und den l&#228;ndlich gelegenen Standorten Maroua und Bertoua hervor. Von den sechs Lehrkr&#228;ften aus Douala und Yaound&#233; gaben f&#252;nf an, dass grunds&#228;tzlich Zugang zu Computern und Internet bestehe. Vier von ihnen betonten jedoch, dass h&#228;ufige Netzwerkausf&#228;lle sowie eine begrenzte Verf&#252;gbarkeit der Ger&#228;te den Einsatz digitaler Medien erheblich einschr&#228;nkten. Eine Lehrkraft aus Douala formulierte es so:</p>
<disp-quote>
<p><italic>Obwohl wir hier in Douala grunds&#228;tzlich &#252;ber bessere Ausstattung verf&#252;gen, kommt es immer wieder zu Ausf&#228;llen der Internetverbindung, was die Planung und Durchf&#252;hrung des digitalen Unterrichts deutlich erschwert.</italic></p>
</disp-quote>
<p>An den Universit&#228;ten in Maroua und Bertoua wurde die Lage durchweg als kritisch beschrieben. Alle dort befragten Lehrkr&#228;fte schilderten die digitale Ausstattung als &#228;u&#223;erst unzureichend. &#220;bereinstimmend hoben sie hervor, dass die Internetverbindung entweder sehr schwach oder gar nicht vorhanden sei. Eine Lehrkraft aus Maroua erkl&#228;rte:</p>
<disp-quote>
<p><italic>Wir haben kaum funktionierende Computer, und die Internetverbindung ist oft so schwach, dass digitaler Unterricht nahezu unm&#246;glich ist.</italic></p>
</disp-quote>
<p>Die beschriebenen Unterschiede f&#252;hren zu einer deutlichen Benachteiligung der l&#228;ndlichen Regionen in Bezug auf die Integration digitaler Lehrmethoden. W&#228;hrend an urbanen Standorten zumindest grundlegende Voraussetzungen f&#252;r den Einsatz von OM bestehen, fehlen in Maroua und Bertoua vielfach die elementaren Bedingungen. Eine Lehrkraft aus Bertoua fasste dies zusammen:</p>
<disp-quote>
<p><italic>In den urbanen Gebieten ist die Ausstattung besser, aber hier in Bertoua fehlen uns oft die notwendigen Mittel, um mit digitalen Medien zu arbeiten.</italic></p>
</disp-quote>
<p>Vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen gaben neun der dreizehn Befragten an, im Unterricht vorwiegend auf traditionelle, analoge Methoden zur&#252;ckzugreifen. Zugleich &#228;u&#223;erten sie, dass digitale Medien grunds&#228;tzlich als sinnvolle Erg&#228;nzung zum DaF-Unterricht angesehen w&#252;rden, ihre Nutzung jedoch an den strukturellen Gegebenheiten scheitere.</p>
</sec>
<sec>
<title>4.2 Digitale Kompetenzen und Generationenunterschiede</title>
<p>Die Interviews zeigen, dass die digitalen Kompetenzen der befragten DaF-Lehrkr&#228;fte in Kamerun stark variieren. Ein zentraler Einflussfaktor ist das <italic>Alter</italic>, das in engem Zusammenhang mit der beruflichen Sozialisation und dem Zugang zu digitalen Technologien w&#228;hrend der Ausbildung steht.</p>
<p>Von den insgesamt 13 befragten Lehrkr&#228;ften geh&#246;rten sechs der Altersgruppe zwischen 20 und 39 Jahren an. Diese j&#252;ngeren Lehrkr&#228;fte zeigten sich durchweg offen f&#252;r den Einsatz digitaler Medien im Unterricht und berichteten, regelm&#228;&#223;ig mit digitalen Tools zu arbeiten. F&#252;nf von ihnen gaben an, sich im Umgang mit OM sicher zu f&#252;hlen und diese aktiv in ihre Lehre zu integrieren. Eine junge Lehrkraft erl&#228;uterte:</p>
<disp-quote>
<p><italic>Wir nutzen digitale Medien im Alltag, und ich sehe darin eine gro&#223;e Chance, den Unterricht interaktiver zu gestalten.</italic></p>
</disp-quote>
<p>Besonders deutlich wurde, dass diese Lehrkr&#228;fte bereits w&#228;hrend ihres Studiums oder zu Beginn ihrer Berufslaufbahn Erfahrungen mit digitalen Lernplattformen, sozialen Medien oder virtuellen Unterrichtsformaten gesammelt hatten. Diese Vorerfahrungen erleichtern ihnen heute die Integration digitaler Medien in den DaF-Unterricht, auch unter den Bedingungen begrenzter technischer Infrastruktur.</p>
<p>Demgegen&#252;ber standen sieben Lehrkr&#228;fte im Alter von 40 bis 69 Jahren, von denen sechs angaben, sich im Umgang mit digitalen Medien unsicher zu f&#252;hlen oder diese nur selten einzusetzen. Diese Lehrkr&#228;fte wurden noch in einem analogen Lehrumfeld ausgebildet und hatten im Verlauf ihrer beruflichen T&#228;tigkeit h&#228;ufig nur eingeschr&#228;nkte M&#246;glichkeiten, digitale Kompetenzen systematisch zu entwickeln. Eine &#228;ltere Lehrkraft formulierte:</p>
<disp-quote>
<p><italic>Wir sind es gewohnt, mit klassischen Lehrmethoden zu arbeiten. Die Umstellung auf digitale Medien f&#228;llt vielen schwer.</italic></p>
</disp-quote>
<p>Neben technischen Unsicherheiten berichteten mehrere Lehrkr&#228;fte dieser Altersgruppe auch von didaktischen Hemmnissen. Sie gaben an, sich bei der Auswahl und methodisch sinnvollen Integration digitaler Tools wenig orientieren zu k&#246;nnen. Wiederholt wurde der Wunsch nach gezielten Fortbildungsangeboten ge&#228;u&#223;ert, die auf ihren spezifischen Unterst&#252;tzungsbedarf zugeschnitten sind.</p>
</sec>
<sec>
<title>4.3 Digitale Qualifizierung und lokale Anpassung zentralisierter Schulungsangebote</title>
<p>Zehn der dreizehn befragten Lehrkr&#228;fte sch&#228;tzten ihre digitalen Kompetenzen als unzureichend ein und &#228;u&#223;erten den Wunsch nach gezielten Fortbildungen zur didaktisch fundierten Nutzung von OM im DaF-Unterricht. Dabei wurde insbesondere das Programm <italic>Deutschonline</italic> des Goethe-Instituts genannt: Neun Lehrkr&#228;fte hatten Erfahrungen mit dem Angebot, sechs davon bewerteten die bereitgestellten Inhalte als grunds&#228;tzlich n&#252;tzlich. Gleichzeitig berichteten alle neun &#252;ber erhebliche Schwierigkeiten bei der praktischen Umsetzung, insbesondere aufgrund instabiler Internetverbindungen und unzureichender technischer Ausstattung. Auch die Online-Plattform <italic>Dhoch3</italic> des DAAD wurde von acht Lehrkr&#228;ften angesprochen. Sieben von ihnen beurteilten die modularen Inhalte zur Unterrichtsplanung und zur F&#246;rderung von Medienkompetenz positiv. Kritisch hervorgehoben wurde jedoch, dass der Zugang durch infrastrukturelle Einschr&#228;nkungen sowie durch eine fehlende kulturelle Anpassung erschwert werde.</p>
<p>Die praxisorientierte Fortbildungsreihe <italic>DLL &#8211; Deutsch Lehren Lernen</italic> des Goethe-Instituts wurde von vier Lehrkr&#228;ften genannt. Drei von ihnen bezeichneten das Programm als methodisch wertvoll, wiesen jedoch darauf hin, dass die Online-Durchf&#252;hrung in ihrer aktuellen Form f&#252;r viele Lehrkr&#228;fte in Kamerun kaum zug&#228;nglich sei.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund forderten elf Lehrkr&#228;fte praxisnahe Schulungsformate, die konkrete Anwendungen &#8211; etwa Lernplattformen oder virtuelle Klassenzimmer &#8211; thematisieren und sich an den realen Bedingungen der kamerunischen Universit&#228;ten orientieren. Sieben Teilnehmende betonten zus&#228;tzlich den Bedarf an Mentoring-Programmen oder kollegialem Austausch, um digitale Kompetenzen langfristig zu st&#228;rken und den generationellen Unterschieden gezielt zu begegnen.</p>
</sec>
<sec>
<title>4.4 Digitale Unsicherheiten und informeller Kompetenzerwerb</title>
<p>Neun der dreizehn befragten Lehrkr&#228;fte berichteten &#252;ber Schwierigkeiten im Umgang mit digitalen Anwendungen wie Lernplattformen, Videokonferenztools oder virtuellen Klassenzimmern. Besonders h&#228;ufig wurden Probleme mit Programmen wie <italic>Zoom, Moodle</italic> und <italic>Google Classroom</italic> genannt. Eine Lehrkraft erl&#228;uterte:</p>
<disp-quote>
<p><italic>Wir wissen oft nicht, wie man bestimmte Programme bedient, und es gibt kaum Schulungen dazu.</italic></p>
</disp-quote>
<p>Sechs Lehrkr&#228;fte gaben an, ihre bisherigen Erfahrungen mit OM ausschlie&#223;lich autodidaktisch gesammelt zu haben. Der Umgang mit digitalen Tools erfolgte dabei &#252;berwiegend im <italic>trial-and-error</italic>-Verfahren, was zu Unsicherheiten in der Unterrichtsplanung und -durchf&#252;hrung f&#252;hrte. Eine Lehrkraft aus Douala erkl&#228;rte:</p>
<disp-quote>
<p><italic>Ich setze digitale Anwendungen nur durch Ausprobieren ein, weil es bisher keine systematische Einf&#252;hrung in die Programme gibt.</italic></p></disp-quote>
<p>Neben technischen Schwierigkeiten &#228;u&#223;erten sieben Lehrkr&#228;fte, dass ihnen konkrete didaktische Konzepte f&#252;r die Integration von OM in den Unterricht fehlen. Zwar wussten einige, wie bestimmte Tools technisch zu bedienen sind, f&#252;hlten sich jedoch unsicher darin, diese in sinnvolle methodische Abl&#228;ufe zu &#252;berf&#252;hren. H&#228;ufig genannte Herausforderungen betrafen die Strukturierung des Unterrichts, die Auswahl geeigneter digitaler Formate sowie die kulturelle Anpassung von Inhalten an die Lernrealit&#228;ten der Studierenden.</p>
<p>Diese Unsicherheiten f&#252;hrten dazu, dass digitale Medien meist nur eingeschr&#228;nkt eingesetzt werden. Mehrere Lehrkr&#228;fte berichteten, dass sie OM vorrangig zur Verteilung von Materialien oder zur Kursorganisation nutzen, w&#228;hrend eine didaktisch fundierte Einbindung kaum stattfindet. Eine Lehrkraft aus Yaound&#233; formulierte:</p>
<disp-quote>
<p><italic>Wir nutzen WhatsApp, um Aufgaben zu versenden, aber wir wissen nicht, wie man den Unterricht damit wirklich digital umsetzen kann.</italic></p>
</disp-quote>
<p>Vor diesem Hintergrund w&#252;nschten sich die Betroffenen gezielte Fortbildungen, die &#252;ber technische Einf&#252;hrungen hinausgehen und konkrete didaktische Anwendungsszenarien fokussieren. Besonders betont wurde der Bedarf an niedrigschwelligen, praxisorientierten Formaten, die an die reale Infrastruktur der Universit&#228;ten angepasst sind.</p>
</sec>
<sec>
<title>4.5 Kulturelle Anpassung von OM im DaF-Unterricht</title>
<p>Acht der dreizehn befragten Lehrkr&#228;fte betonten, dass die <italic>kulturelle Anpassung</italic> digitaler Lerninhalte ein entscheidender Faktor f&#252;r den effektiven Einsatz von OM im kamerunischen DaF-Unterricht sei. Kritisiert wurde, dass viele der verf&#252;gbaren Materialien stark europ&#228;isch gepr&#228;gt seien und wenig Bezug zur Lebensrealit&#228;t kamerunischer Studierender aufwiesen.</p>
<p>Konkret bem&#228;ngelten die Lehrkr&#228;fte, dass die dargestellten Szenarien und Themen &#252;berwiegend aus westeurop&#228;ischen Kontexten stammten &#8211; etwa Weihnachtsm&#228;rkte, Fahrradtouren, U-Bahn-Fahrpl&#228;ne oder st&#228;dtische Alltagssituationen in Deutschland. Auch visuelle Darstellungen konzentrierten sich h&#228;ufig auf hellh&#228;utige Protagonist*innen in urbanen europ&#228;ischen Umgebungen. Afrikanische Lebensrealit&#228;ten w&#252;rden weder thematisch noch visuell angemessen repr&#228;sentiert.</p>
<p>Mehrere Lehrkr&#228;fte berichteten, dass ihre Studierenden sich mit solchen Inhalten nur schwer identifizieren k&#246;nnten, was sich negativ auf die wahrgenommene Relevanz und die Motivation beim Lernen auswirke. Eine Lehrkraft &#228;u&#223;erte:</p>
<disp-quote>
<p><italic>Die Materialien sind oft nicht f&#252;r unseren Kontext gemacht. Sie spiegeln nicht unsere Kultur wider.</italic></p>
</disp-quote>
<p>Mit dem Wunsch, digitale Lernmaterialien sollten <italic>&#8222;unsere Kultur widerspiegeln&#8220;</italic>, verbanden die Befragten die Forderung, dass Themen wie kamerunische Familienstrukturen, lokale Feste, M&#228;rkte, das nationale Bildungssystem, Musik oder der Alltag st&#228;rker ber&#252;cksichtigt werden. Sieben Lehrkr&#228;fte schlugen vor, bestehende Online-Materialien entweder gezielt durch eigene Inhalte zu erg&#228;nzen oder vollst&#228;ndig neue, lokal kontextualisierte digitale Lehrangebote zu entwickeln.</p>
</sec>
<sec>
<title>4.6 Empfehlungen der Lehrkr&#228;fte zur F&#246;rderung der OM-Integration</title>
<p>Die befragten Lehrkr&#228;fte formulierten konkrete Vorschl&#228;ge zur Verbesserung der Integration von OM in die DaF-Lehrerausbildung. Diese lassen sich f&#252;nf thematischen Bereichen zuordnen, wobei einzelne Aspekte unterschiedlich h&#228;ufig betont wurden.</p>
<p>Zehn der dreizehn Lehrkr&#228;fte hoben die Verbesserung der <italic>Internetinfrastruktur</italic> als vordringlich hervor. Instabile oder nicht verf&#252;gbare Internetverbindungen wurden als zentrales Hindernis f&#252;r den Einsatz digitaler Medien beschrieben. Eine Lehrkraft erkl&#228;rte:</p>
<disp-quote>
<p><italic>Ohne eine stabile Internetverbindung k&#246;nnen wir digitale Medien kaum sinnvoll einsetzen.</italic></p>
</disp-quote>
<p>Ebenfalls von zehn Lehrkr&#228;ften wurde die <italic>Bereitstellung technischer Ausstattung</italic> wie Computer, Projektoren oder internetf&#228;higer Endger&#228;te gefordert. Die mangelnde Ausstattung f&#252;hre dazu, dass digitale Unterrichtsformate nicht realisiert werden k&#246;nnten, selbst wenn die Lehrkr&#228;fte bereit seien, diese zu nutzen.</p>
<p>Neun Lehrkr&#228;fte betonten die Notwendigkeit <italic>praxisnaher Fortbildungsangebote</italic>, die sowohl technische Kompetenzen als auch didaktische Anwendungsszenarien ber&#252;cksichtigen. Diese Programme sollten auf die konkreten Bedingungen kamerunischer Bildungseinrichtungen zugeschnitten sein, da bestehende Formate h&#228;ufig nicht ausreichend auf lokale Herausforderungen eingehen. Sieben Lehrkr&#228;fte wiesen zudem auf den Bedarf an <italic>Mentoring-Programmen</italic> hin, die einen strukturierten Erfahrungsaustausch unter Kolleginnen und Kollegen erm&#246;glichen. Ziel sei es, digitale Kompetenzen durch kollegiales Lernen zu st&#228;rken und die konkrete Praxisanwendung gemeinsam weiterzuentwickeln. Eine Lehrkraft bemerkte:</p>
<disp-quote>
<p><italic>Ein Austausch mit Kolleginnen, die bereits Erfahrung mit OM haben, w&#228;re sehr hilfreich.</italic></p>
</disp-quote>
<p>Sechs Lehrkr&#228;fte &#228;u&#223;erten schlie&#223;lich den Wunsch nach einer <italic>lokalen Anpassung zentralisierter Programme</italic> wie <italic>Dhoch3</italic> oder <italic>Deutschonline</italic>. Dabei wurde insbesondere die unzureichende Ber&#252;cksichtigung infrastruktureller Bedingungen und kultureller Kontexte kritisiert. Solche Programme m&#252;ssten, so die Einsch&#228;tzung, st&#228;rker auf die realen Gegebenheiten in Kamerun abgestimmt werden, um nachhaltig wirksam zu sein.</p>
<p>Die folgende Grafik gibt einen &#220;berblick &#252;ber die im Rahmen der Interviews ge&#228;u&#223;erten Empfehlungen und deren relative Gewichtung:</p>
<fig id="F4">
<caption>
<p>Abb. 4: Empfehlungen der Lehrkr&#228;fte zur F&#246;rderung der Integration von OM (eigene Darstellung basierend auf der qualitativen Inhaltsanalyse der Interviews</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-4278_hartmann-g4.jpg"/>
</fig>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>5 Diskussion</title>
<p>Die vorliegenden Ergebnisse bieten differenzierte Einblicke in die strukturellen, kulturellen und didaktischen Herausforderungen der Integration von OM in die kamerunische DaF-Lehrerausbildung. In der folgenden Diskussion werden diese Befunde theoriegeleitet eingeordnet und hinsichtlich ihrer Implikationen f&#252;r bestehende Modelle der Medienakzeptanz (TAM) sowie der digitalen Lehrkompetenz (TPACK) analysiert. Ziel ist es, die spezifischen Bedingungen des kamerunischen Kontexts zu reflektieren und aufzuzeigen, wie theoretische Konzepte weiterentwickelt werden k&#246;nnen, um nachhaltige, kontextsensible Digitalisierungsstrategien im dortigen Bildungsbereich zu f&#246;rdern.</p>
<sec>
<title>5.1 Infrastruktur und digitale Kompetenz als zentrale Herausforderungen</title>
<p>Die Interviews verdeutlichen, dass fehlende technische Ausstattung und instabile Internetverbindungen, insbesondere an l&#228;ndlichen Universit&#228;ten wie Maroua und Bertoua, die didaktisch sinnvolle Nutzung digitaler Medien massiv einschr&#228;nken. Auch an besser ausgestatteten Standorten wie Douala und Yaound&#233; berichteten vier von sechs Lehrkr&#228;ften &#252;ber regelm&#228;&#223;ige Internetausf&#228;lle (vgl. Kap. 4.1). Diese strukturellen Defizite beeinflussen nicht nur die faktische Nutzung digitaler Tools, sondern auch die wahrgenommene Benutzerfreundlichkeit und den subjektiven Nutzen &#8211; zwei zentrale Einflussgr&#246;&#223;en der Technologieakzeptanz gem&#228;&#223; des TAM (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B7">Davis 1989</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B33">Venkatesh/Bala 2008</xref>).</p>
<p>Zus&#228;tzlich offenbarten die Interviews erhebliche Unsicherheiten im didaktisch-methodischen Umgang mit OM, insbesondere bei &#228;lteren Lehrkr&#228;ften. Sieben der 13 Befragten gaben an, digitale Tools entweder gar nicht oder nur sehr eingeschr&#228;nkt einzusetzen, da ihnen klare Konzepte und Schulungen fehlen (vgl. Kap. 4.5). Dies verweist auf Defizite im Bereich des TPACK-Modells (<xref ref-type="bibr" rid="B20">Mishra/Koehler 2006</xref>), das die Verzahnung technischer, p&#228;dagogischer und inhaltlicher Kompetenzen als Basis f&#252;r die wirksame Integration digitaler Medien beschreibt.</p>
<p>Dennoch besteht unter den Lehrkr&#228;ften eine grunds&#228;tzliche Offenheit gegen&#252;ber digitalen Medien &#8211; vorausgesetzt, diese sind an die vorhandene technische Ausstattung angepasst. Diese Haltung bietet Potenzial f&#252;r gezielte Fortbildungsma&#223;nahmen, die praxisnah technische und didaktische Kompetenzen st&#228;rken. Um diese Herausforderungen im theoretischen Modell angemessen zu erfassen, schl&#228;gt die Studie eine Erweiterung des TAM vor, und zwar um die Dimensionen Technische Zug&#228;nglichkeit und Kulturelle Relevanz (vgl. Kap. 5.3.1.)</p>
</sec>
<sec>
<title>5.2 Kulturelle und generationelle Einfl&#252;sse</title>
<p>Neben den infrastrukturellen Bedingungen pr&#228;gen auch kulturelle Normen und generationelle Unterschiede die Akzeptanz und Nutzung von OM in der kamerunischen DaF-Lehrerausbildung. Die Interviews zeigen: &#196;ltere Lehrkr&#228;fte &#228;u&#223;erten h&#228;ufiger Unsicherheiten im Umgang mit digitalen Tools und hinterfragten deren didaktischen Nutzen. J&#252;ngere Lehrkr&#228;fte hingegen bewerteten digitale Medien als integralen Bestandteil ihres Lehralltags und zeigten sich versierter in deren Anwendung (vgl. Kap.&#8239;4.2). Diese Unterschiede best&#228;tigen zentrale Annahmen des TAM: Wahrgenommene N&#252;tzlichkeit und Benutzerfreundlichkeit sind nicht nur technologisch, sondern auch biografisch und kulturell gepr&#228;gt.</p>
<p>Ein zentrales Ergebnis betrifft die kulturelle Fremdheit zentral bereitgestellter Inhalte. Acht der 13 Befragten kritisierten, dass viele Materialien &#8211; etwa aus dem Dhoch3-Programm oder <italic>Deutschonline</italic> &#8211; stark auf europ&#228;ische Kontexte fokussiert seien und wenig Anschluss an die Lebenswelt kamerunischer Lernender b&#246;ten (vgl. Kap.&#8239;4.5). Diese mangelnde kulturelle Relevanz beeintr&#228;chtigt nicht nur die Motivation der Studierenden, sondern auch die Bereitschaft der Lehrkr&#228;fte, OM didaktisch zu integrieren.</p>
<p>Hier setzt TPACK an. Die empirischen Befunde legen nahe, dass auch dieses Modell erweitert werden k&#246;nnte &#8211; n&#228;mlich um eine vierte Dimension: <italic>kulturelles Wissen</italic>. Darunter wird die F&#228;higkeit verstanden, digitale Inhalte an lokale Kontexte anzupassen, kulturelle Ausdrucksformen einzubeziehen und soziokulturelle Codes ad&#228;quat zu adressieren (vgl. Kap.&#8239;5.3.2). Solche Anpassungen f&#246;rdern nicht nur die didaktische Wirksamkeit, sondern auch die Akzeptanz digitaler Medien.</p>
<p>Zudem zeigte sich, dass generationelle Differenzen nicht nur durch technologische Kompetenzen bestimmt sind, sondern auch durch ungleiche Zugangsm&#246;glichkeiten zu Fortbildungen. J&#252;ngere Lehrkr&#228;fte hatten h&#228;ufiger Gelegenheit, digitale Tools bereits in ihrer Ausbildung kennenzulernen, w&#228;hrend &#228;ltere Lehrkr&#228;fte vielfach autodidaktisch agieren (vgl. Kap.&#8239;4.5). Dies unterstreicht die Notwendigkeit zielgruppenspezifischer Fortbildungsangebote, die sowohl technisches Know-how als auch kulturelle Sensibilit&#228;t vermitteln und an den jeweiligen biografischen Kontext der Lehrkr&#228;fte ankn&#252;pfen.</p>
</sec>
<sec>
<title>5.3 Theoretische Implikationen</title>
<p>Die empirischen Ergebnisse dieser Studie liefern nicht nur Einblicke in die konkrete Nutzung von OM in der kamerunischen DaF-Lehrerausbildung, sondern werfen auch grundlegende Fragen zur Tragf&#228;higkeit etablierter theoretischer Modelle auf. Sowohl TAM als auch TPACK haben sich als hilfreiche Analyserahmen erwiesen, reichen jedoch nicht aus, um die komplexen Wechselwirkungen von Infrastruktur, Kompetenzentwicklung und kultureller Relevanz in ressourcenlimitierten Kontexten wie Kamerun umfassend zu erfassen. Auf Grundlage der Interviews wird deutlich, dass klassische Determinanten von Akzeptanz &#8211; etwa wahrgenommener Nutzen und Benutzerfreundlichkeit (TAM) &#8211; stark durch technische und kulturelle Rahmenbedingungen gepr&#228;gt sind. Ebenso zeigt sich, dass der didaktisch wirksame Einsatz digitaler Medien nicht allein auf technisches und p&#228;dagogisches Wissen gest&#252;tzt werden kann, sondern auch die kulturelle Anschlussf&#228;higkeit von Lerninhalten ber&#252;cksichtigen muss (TPACK).</p>
<p>Die folgenden Abschnitte diskutieren daher, wie beide Modelle erweitert werden k&#246;nnen, um den spezifischen Anforderungen in Kamerun und vergleichbaren Kontexten besser gerecht zu werden. Ziel ist es, theoretische Modelle an reale Bildungsbedingungen anzupassen und dadurch einen praxisrelevanten Beitrag zur internationalen Bildungsforschung zu leisten.</p>
<sec>
<title>5.3.1 Erweiterung des TAM-Modells</title>
<p>TAM erkl&#228;rt die Nutzung digitaler Technologien prim&#228;r &#252;ber zwei Faktoren: den wahrgenommenen Nutzen und die Benutzerfreundlichkeit (<xref ref-type="bibr" rid="B7">Davis 1989</xref>). Diese Grundannahmen wurden durch die vorliegende Studie best&#228;tigt &#8211; zahlreiche Lehrkr&#228;fte berichteten, dass sie digitale Tools nur dann nutzen, wenn diese als n&#252;tzlich und bedienbar erlebt werden. Zugleich zeigt sich, dass diese Wahrnehmungen stark durch externe Bedingungen gepr&#228;gt sind, die im urspr&#252;nglichen Modell nur unzureichend ber&#252;cksichtigt werden.</p>
<p>TAM2 (<xref ref-type="bibr" rid="B34">Venkatesh/Davis 2000</xref>) und TAM3 (<xref ref-type="bibr" rid="B33">Venkatesh/Bala 2008</xref>) erg&#228;nzen das Modell bereits um soziale Einfl&#252;sse und individuelle Einstellungen, etwa durch die Dimensionen subjektive Norm und wahrgenommene Kontrolle. Aufbauend auf diesen Erweiterungen zeigen die Ergebnisse dieser Studie, dass in ressourcenlimitierten Kontexten wie Kamerun zwei weitere Einflussgr&#246;&#223;en besonders relevant sind:</p>
<list list-type="order">
<list-item><p>Technische Zug&#228;nglichkeit</p>
<p>Sie beschreibt die objektive Verf&#252;gbarkeit von Infrastruktur &#8211; etwa stabile Internetverbindungen und funktionierende Endger&#228;te &#8211; und bestimmt ma&#223;geblich, ob digitale Medien &#252;berhaupt genutzt werden k&#246;nnen. In den Interviews nannten 10 von 13 Lehrkr&#228;ften technische H&#252;rden als zentrales Hemmnis (vgl. Kap.&#8239;4.1 und 4.3).</p></list-item>
<list-item><p>Kulturelle Relevanz</p>
<p>Diese Dimension bezieht sich auf die inhaltliche Passung von Lernmaterialien zu lokalen Normen, Themen und Wertvorstellungen. Acht Lehrkr&#228;fte kritisierten, dass viele zentrale OM-Angebote stark europ&#228;isch gepr&#228;gt seien und eine st&#228;rkere kulturelle Anpassung erforderlich sei (vgl. Kap.&#8239;4.5). Inhalte, die kulturell als fremd wahrgenommen werden, mindern nicht nur die Identifikation der Lernenden, sondern auch die Bereitschaft der Lehrkr&#228;fte zur Integration entsprechender Medien.</p></list-item>
</list>
<p>Beide Dimensionen wirken nicht als isolierte Zusatzfaktoren, sondern modifizieren unmittelbar die Wahrnehmung von Nutzen und Benutzerfreundlichkeit: Sie schaffen entweder die Voraussetzungen f&#252;r den Zugang zur Technologie oder beeinflussen, ob Inhalte als sinnvoll und anschlussf&#228;hig erlebt werden. Ein erweitertes TAM f&#252;r Kamerun muss daher <italic>technische Zug&#228;nglichkeit</italic> und <italic>kulturelle Relevanz</italic> als eigenst&#228;ndige Determinanten der Akzeptanz ber&#252;cksichtigen.</p>
<p>Die folgende Abbildung visualisiert das angepasste Modell f&#252;r ressourcenbegrenzte Kontexte wie Kamerun:</p>
<fig id="F5">
<caption>
<p>Abb. 5: Erweitertes Technology Acceptance Model f&#252;r Kamerun (eigene Darstellung in Anlehnung an <xref ref-type="bibr" rid="B7">Davis 1989</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B33">Venkatesh/Bala 2008</xref>)</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-4278_hartmann-g5.jpg"/>
</fig>
</sec>
<sec>
<title>5.3.2 Anpassung des TPACK-Modells</title>
<p>TPACK beschreibt die wirksame Integration digitaler Medien im Unterricht als Zusammenspiel von technischem Wissen (TK), p&#228;dagogischem Wissen (PK) und fachlichem Wissen (CK), die in ihrer Verbindung die Grundlage f&#252;r professionelles Handeln mit digitalen Werkzeugen bilden (<xref ref-type="bibr" rid="B20">Mishra/Koehler 2006</xref>). Diese drei Dimensionen wurden durch die Ergebnisse der vorliegenden Studie grunds&#228;tzlich best&#228;tigt. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass f&#252;r ressourcenbegrenzte und kulturell diverse Kontexte wie Kamerun eine vierte Dimension erforderlich ist: <italic>kulturelles Wissen</italic> (CKu).</p>
<p>In den Interviews gaben acht Lehrkr&#228;fte an, dass vorhandene digitale Lehrmaterialien h&#228;ufig kulturell nicht anschlussf&#228;hig seien und ihre Studierenden sich mit den Inhalten kaum identifizieren k&#246;nnten (vgl. Kap.&#8239;4.5). Diese Kluft zwischen zentral entwickelten Inhalten und der lokalen Lebensrealit&#228;t wirkt sich negativ auf die Lernmotivation der Studierenden und die Bereitschaft der Lehrkr&#228;fte zur didaktischen Nutzung entsprechender Materialien aus.</p>
<p>CKu im Sinne eines erweiterten TPACK umfasst:</p>
<list list-type="order">
<list-item><p>die F&#228;higkeit, Inhalte an lokale Kontexte anzupassen,</p></list-item>
<list-item><p>das Bewusstsein f&#252;r kulturell gepr&#228;gte Lernstile, Kommunikationsformen und Erwartungen,</p></list-item>
<list-item><p>die Kompetenz, kulturelle Ausdrucksformen und Themen in die didaktische Gestaltung digitaler Medien einzubeziehen.</p></list-item>
</list>
<p>Die Ergebnisse zeigen zudem, dass fehlendes Technological Pedagogical Knowledge (TPK) ein zentrales Hemmnis f&#252;r den Einsatz digitaler Medien darstellt. Sieben Lehrkr&#228;fte berichteten, dass ihnen didaktische Konzepte f&#252;r digitalen Unterricht fehlen, obwohl sie einzelne Tools technisch bedienen k&#246;nnen (vgl. Kap.&#8239;4.5). Dies verweist auf die Notwendigkeit gezielter Fortbildungsma&#223;nahmen, die nicht nur technisches, sondern auch p&#228;dagogisches und kulturelles Wissen adressieren. Ein erweitertes TPACK mit der vierten Dimension <italic>kulturelles Wissen</italic> erlaubt eine differenzierte Analyse der Voraussetzungen f&#252;r die Integration digitaler Medien in der DaF-Lehrerausbildung und bietet zugleich eine konzeptionelle Grundlage f&#252;r Fortbildungsprogramme, die lokale Relevanz, kulturelle Sensibilit&#228;t und technologische Kompetenz systematisch verbinden.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>5.4 Das CITRA-Modell: Ein integrativer Ansatz f&#252;r nachhaltige OM-Nutzung in Kamerun</title>
<sec>
<title>5.4.1 Modellkonzeption und Zielsetzung</title>
<p>Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die Integration von OM in die DaF-Lehrerausbildung Kameruns durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren bestimmt wird: technische Zug&#228;nglichkeit, digitale Kompetenzentwicklung, didaktische Integration, kulturelle Relevanz und nachhaltige Kooperation. Um diese komplexen Wechselwirkungen systematisch zu erfassen und f&#252;r Analyse sowie Strategieentwicklung nutzbar zu machen, wird das CITRA-Modell vorgeschlagen: <italic>Contextualized Integration of Technology, Resources, and Adaptation</italic>.</p>
<p>CITRA bietet ein praxisnahes, theoretisch fundiertes Instrument, das technologische, didaktische und kulturelle Dimensionen systematisch verkn&#252;pft. Es zielt darauf, OM nachhaltig und kontextsensibel in ressourcenlimitierten Bildungssystemen zu verankern. Dabei wird deutlich: Digitalisierung kann nur dann wirksam umgesetzt werden, wenn technische, kulturelle und didaktische Ressourcen synergetisch aufeinander abgestimmt sind.</p>
</sec>
<sec>
<title>5.4.2 Visualisierung und Beschreibung</title>
<p>Die Abbildung visualisiert das CITRA-Modell, das auf den Erweiterungen von TAM und TPACK basiert. Es fasst die f&#252;nf zentralen Dimensionen zusammen, die im kamerunischen Kontext f&#252;r eine nachhaltige Integration von OM relevant sind: technische Zug&#228;nglichkeit, digitale Kompetenzen, didaktische Integration, kulturelle Relevanz und Kooperation. Diese Dimensionen sind vier Bereichen zugeordnet: Startdimensionen, Nutzungsvoraussetzungen, didaktisch-methodische Umsetzung sowie Wirkung und Zielorientierung. Die Terminologie ist deutschsprachig gehalten, um die Anschlussf&#228;higkeit an den DaF-Fachdiskurs zu sichern.</p>
<fig id="F6">
<caption>
<p>Abb. 6: CITRA-Modell: <bold>C</bold>ontextualized <bold>I</bold>ntegration of <bold>T</bold>echnology, <bold>R</bold>esources, and <bold>A</bold>daptation (eigene Darstellung basierend auf den Studienergebnissen)</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-4278_hartmann-g6.jpg"/>
</fig>
<p>Die technische Zug&#228;nglichkeit &#8211; insbesondere stabile Internetverbindungen und geeignete Endger&#228;te &#8211; bildet die Grundlage digitaler Bildungsprozesse. Wie in Kapitel&#8239;4.1 gezeigt, ist diese Voraussetzung an l&#228;ndlichen Universit&#228;ten h&#228;ufig nur eingeschr&#228;nkt erf&#252;llt. Darauf aufbauend ist der gezielte Aufbau digitaler Kompetenzen erforderlich, etwa durch praxisnahe, lokal angepasste Schulungsformate (vgl. Kap.&#8239;4.3). Erg&#228;nzend ist die Verf&#252;gbarkeit technologisch tragf&#228;higer Anwendungen entscheidend &#8211; insbesondere solcher, die offline-f&#228;hig und datenarm sind (vgl. Kap.&#8239;4.6).</p>
<p>Diese Voraussetzungen erm&#246;glichen eine didaktisch-methodische Integration von OM, die jedoch nur dann lernwirksam ist, wenn sie auch kulturell anschlussf&#228;hig gestaltet wird (vgl. Kap.&#8239;4.4 und 4.5). Kulturelle Relevanz erweist sich somit als integraler Bestandteil einer nachhaltigen Mediennutzung. Dar&#252;ber hinaus betont CITRA die Rolle internationaler Kooperation, die &#252;ber den reinen Technologietransfer hinausgeht und auf kontextuell verankerte Bildungsinnovationen zielt.</p>
</sec>
<sec>
<title>5.4.3 Theoretische Verortung</title>
<p>CITRA ist theoretisch in den Weiterentwicklungen von TAM und TPACK verankert. W&#228;hrend TAM die Nutzung digitaler Technologien &#252;ber wahrgenommenen Nutzen und Benutzerfreundlichkeit erkl&#228;rt, erweitert CITRA diesen Ansatz um <italic>technische Zug&#228;nglichkeit</italic> und <italic>kulturelle Relevanz</italic> als kontextspezifische Einflussgr&#246;&#223;en. Diese Faktoren bestimmen ma&#223;geblich, ob OM als sinnvoll und nutzbar erlebt werden &#8211; eine zentrale Voraussetzung f&#252;r Akzeptanz in ressourcenlimitierten Kontexten des Globalen S&#252;dens.</p>
<p>Gleichzeitig integriert CITRA die Perspektiven von TPACK, indem neben technischem und didaktischem Wissen auch <italic>kulturelles Wissen</italic> als zentrale Kompetenz ber&#252;cksichtigt wird. Die F&#228;higkeit, digitale Bildungsmedien lokal anzupassen, wird so zu einem wesentlichen Bestandteil professioneller Handlungskompetenz im digitalen Bildungsbereich.</p>
<p>CITRA f&#252;hrt diese theoretischen Perspektiven in einem praxisnahen, anwendungsorientierten Rahmen zusammen und bietet damit ein Instrument sowohl f&#252;r die empirische Analyse als auch f&#252;r die strategische Entwicklung nachhaltiger Digitalisierungsprozesse. Entscheidend ist dabei, dass die didaktisch-methodische Integration von OM nur dann lernwirksam ist, wenn sie auch kulturell anschlussf&#228;hig gestaltet wird (vgl. Kap.&#8239;4.4 und 4.5). Kulturelle Relevanz ist somit kein Zusatzkriterium, sondern integraler Bestandteil einer nachhaltigen digitalen Bildung.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus betont CITRA die Bedeutung internationaler Kooperation, die &#252;ber rein technischen Transfer hinausgeht und auf kontextuell verankerte Bildungsinnovationen zielt.</p>
</sec>
<sec>
<title>5.4.4 Modellkritik und Entwicklungsperspektiven</title>
<p>Wie jedes Modell abstrahiert auch CITRA von der komplexen Wirklichkeit. Soziopolitische und &#246;konomische Einflussfaktoren lassen sich nur begrenzt erfassen, und die auf Kamerun bezogene empirische Basis erfordert eine Validierung in anderen Kontexten. Dennoch bietet das CITRA-Modell das Potenzial, nicht nur die DaF-Lehrerausbildung in Kamerun zukunftsweisend zu gestalten, sondern als theoretisch fundiertes und praxisnahes Instrument auch in anderen Bildungsr&#228;umen des Globalen S&#252;dens digitale Transformationsprozesse strukturiert, kultursensibel und nachhaltig zu begleiten.</p>
</sec>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>6 Fazit und zuk&#252;nftige Forschung</title>
<p>Diese Studie hat gezeigt, dass die Integration von OM (OM) in die DaF-Lehrerausbildung Kameruns durch unzureichende digitale Infrastruktur, fehlende technische Ausstattung sowie kulturelle Passungsprobleme erheblich erschwert wird. Besonders Universit&#228;ten in l&#228;ndlichen Regionen wie Maroua und Bertoua sind von instabilen Internetverbindungen, mangelnder Ger&#228;teverf&#252;gbarkeit und geringer digitaler Kompetenz betroffen. Gleichzeitig &#228;u&#223;erten die befragten Lehrkr&#228;fte &#8211; standort- und generations&#252;bergreifend &#8211; eine grunds&#228;tzliche Offenheit gegen&#252;ber digitalen Medien, sofern deren Einsatz realit&#228;tsnah und kultursensibel erfolgt.</p>
<p>Die theoretische Analyse auf Basis von TAM und TPACK verdeutlicht, dass klassische Einflussgr&#246;&#223;en wie <italic>wahrgenommener Nutzen</italic> und <italic>Benutzerfreundlichkeit</italic> in ressourcenlimitierten Kontexten nicht ausreichen. Erg&#228;nzend sind <italic>technische Zug&#228;nglichkeit</italic> und <italic>kulturelle Relevanz</italic> zentrale Voraussetzungen f&#252;r Akzeptanz und wirksame Integration. Diese wurden im Rahmen der Studie konzeptionell im CITRA-Modell zusammengef&#252;hrt, das digitale Transformationsprozesse in f&#252;nf Schl&#252;sselbereichen strukturiert: <italic>Connectivity, Infrastructure, Technology, Resources</italic> und <italic>Acceptance</italic>. CITRA bietet damit eine kontextadaptive Grundlage f&#252;r die Analyse, Planung und Umsetzung digitaler Bildungsstrategien.</p>
<p>Das Modell betont einen erweiterten Kulturbegriff, der Technologie, Ausbildung und Infrastruktur als dynamisch verwoben mit kulturellen Normen und sozialen Praktiken begreift. Daraus ergibt sich: Digitale Bildungsstrategien in Kamerun &#8211; und vergleichbaren Kontexten &#8211; entfalten nur dann nachhaltige Wirkung, wenn technologische L&#246;sungen kulturell anschlussf&#228;hig und infrastrukturell realisierbar sind. Offline-f&#228;hige Tools, datenarme Plattformen und lokal adaptierte Inhalte sind dabei keine optionalen Erg&#228;nzungen, sondern konstitutive Bestandteile nachhaltiger Digitalisierung.</p>
<p>Zuk&#252;nftige Forschung sollte untersuchen, wie lokal angepasste Fortbildungsformate und Mentoring-Strukturen zur Entwicklung digitaler Kompetenzen beitragen &#8211; insbesondere im Hinblick auf generationelle Unterschiede. Dar&#252;ber hinaus bedarf das CITRA-Modell einer empirischen Validierung in anderen Kontexten des Globalen S&#252;dens.</p>
<p>Die Ergebnisse dieser Studie leisten einen Beitrag zur Weiterentwicklung theoretischer Modelle und er&#246;ffnen praxisnahe Perspektiven f&#252;r Bildungskooperationen im Sinne der SDGs&#8239;4 (hochwertige Bildung) und 17 (internationale Partnerschaften). Nicht universelle Standardmodelle, sondern lokal adaptierte, partizipativ entwickelte Strategien bilden den Schl&#252;ssel zu gerechter, nachhaltiger und kontextspezifischer Bildungsentwicklung.</p>
</sec>
</body>
<back>
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<title>Literatur</title>
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</ref-list>
<sec>
<title>Anhang</title>
<p><styled-content style="text-align: center; display: block"><bold>Interviewleitfaden</bold></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: center; display: block"><bold>Integration von OM in die DaF-Lehrerausbildung in Kamerun</bold></styled-content></p>
<p>Verfasser: J&#246;rg Hartmann</p>
<list list-type="order">
<list-item><p>Narrativer Impuls</p>
<list list-type="bullet">
<list-item><p>Mein Thema lautet: &#8222;Integration von OM in Ausbildung und Praxis von DaF-Lehrkr&#228;ften in Kamerun&#8220;. Was verstehen Sie unter OM? Welche Beispiele kennen Sie?</p></list-item></list></list-item>
<list-item><p>Aktueller Stand und Erfahrungen</p>
<list list-type="bullet">
<list-item><p>Welche OM werden Ihrer Erfahrung nach in der DaF-Lehrerausbildung in Kamerun genutzt? K&#246;nnen Sie konkrete Beispiele nennen?</p></list-item>
<list-item><p>Wie werden diese OM eingesetzt? K&#246;nnen Sie Beispiele aus der Praxis schildern?</p></list-item>
<list-item><p>Haben Sie pers&#246;nlich Erfahrungen mit dem Einsatz von OM in der DaF-Lehrerausbildung gemacht? Wenn ja, welche?</p></list-item>
</list>
</list-item>
<list-item><p>Wirkung und Akzeptanz von OM</p>
<list list-type="bullet">
<list-item><p>Wie sch&#228;tzen Sie die Akzeptanz von OM unter Dozierenden und Studierenden ein? Wie bewerten diese Gruppen den Einsatz in der DaF-Lehrerausbildung?</p></list-item>
<list-item><p>Gibt es Unterschiede in der Nutzung und Akzeptanz von OM an verschiedenen Universit&#228;ten in Kamerun? K&#246;nnen Sie Beispiele nennen, wo die Integration besonders gut oder besonders schlecht funktioniert? Woran liegen diese Unterschiede?</p></list-item></list></list-item>
<list-item><p>Ressourcen und Herausforderungen</p>
<list list-type="bullet">
<list-item><p>Welche Herausforderungen und Schwierigkeiten sehen Sie bei der Integration von OM in die DaF-Lehrerausbildung?</p></list-item>
<list-item><p>Wie k&#246;nnten Lehrkr&#228;fte besser beim Einsatz von OM unterst&#252;tzt werden? Welche Form der Unterst&#252;tzung w&#228;re Ihrer Meinung nach besonders hilfreich?</p></list-item>
<list-item><p>Welche curricularen Vorgaben bestehen derzeit? M&#252;ssen diese Ihrer Meinung nach angepasst werden?</p></list-item>
<list-item><p>&#220;ber welche technische Ausstattung verf&#252;gen Sie? Welche Ressourcen w&#252;rden Sie zus&#228;tzlich ben&#246;tigen?</p></list-item>
</list></list-item>
<list-item><p>Kulturspezifische Aspekte</p>
<list list-type="bullet">
<list-item><p>Wie wichtig ist es aus Ihrer Sicht, dass Auswahl und Anpassung von OM in der DaF-Lehrerausbildung kulturell spezifisch erfolgen &#8211; z.&#8239;B. durch Integration lokaler Kontexte, Personen oder Beispiele in &#220;bungen?</p></list-item>
<list-item><p>K&#246;nnen Sie positive Beispiele nennen, bei denen eine solche Anpassung gut umgesetzt wurde? Gibt es Beispiele, bei denen Sie sich eine st&#228;rkere Anpassung an lokale und kulturelle Gegebenheiten Kameruns w&#252;nschen w&#252;rden?</p></list-item></list></list-item>
<list-item><p>Chancen und Potenziale</p>
<list list-type="bullet">
<list-item><p>Welche Chancen sehen Sie durch die Integration von OM in die kamerunische DaF-Lehrerausbildung?</p></list-item>
<list-item><p>Inwiefern k&#246;nnen OM zur Kompetenzentwicklung von Lehrkr&#228;ften beitragen? Welche Kompetenzen k&#246;nnen durch den Einsatz digitaler Medien bei Lehrkr&#228;ften und Studierenden gef&#246;rdert werden? Wie wichtig sch&#228;tzen Sie es ein, dass Lehrende und Lernende digitale Kompetenzen erwerben?</p></list-item>
<list-item><p>Welche Empfehlungen w&#252;rden Sie an Entscheidungstr&#228;ger*innen richten, die die Integration von OM in die kamerunische DaF-Lehrerausbildung voranbringen wollen?</p></list-item>
<list-item><p>Haben Sie pers&#246;nliche Erfahrungen oder Vorschl&#228;ge, wie bestehende Bildungsplattformen und -technologien besser an die Bedingungen und Bed&#252;rfnisse der kamerunischen DaF-Lehrerausbildung angepasst werden k&#246;nnten?</p></list-item></list></list-item>
<list-item><p>Offene Fragen</p>
<list list-type="bullet">
<list-item><p>Gibt es aus Ihrer Sicht Aspekte zur Integration von OM in die DaF-Lehrerausbildung Kameruns, die wir noch nicht angesprochen haben?</p></list-item>
<list-item><p>K&#246;nnen Sie mir weitere Personen empfehlen, die zu diesem Thema relevante Perspektiven beisteuern k&#246;nnten?</p></list-item>
</list>
</list-item>
</list>
<p>Abschluss</p>
<p>Vielen Dank, dass Sie Ihre Erfahrungen und Einsch&#228;tzungen mit mir geteilt haben. Ihre Beitr&#228;ge sind eine wertvolle Grundlage f&#252;r meine Forschung.</p>
</sec>
<sec>
<title>Kurzbio</title>
<p><bold>Joerg Martin Hartmann, M.A.</bold>, ist seit 2024 Experte f&#252;r Unterricht am Goethe-Institut Senegal. Von 2018 bis 2023 war er DAAD-Lektor an der Universit&#233; de Dschang in Kamerun. Zuvor lehrte er Germanistik und Medienkulturwissenschaft am Karlsruher Institut f&#252;r Technologie, wo er auch als akademischer Mitarbeiter am Zentrum f&#252;r Mediales Lernen t&#228;tig war (2010&#8211;2017). Er verf&#252;gt &#252;ber einen Masterabschluss in Germanistik sowie einen zweiten in International Education Management. Studien- und Forschungsaufenthalt f&#252;hrten ihn nach Kanada, Jordanien, &#196;gypten, Russland und in die USA. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der digitalen Bildung, der performativen Fremdsprachendidaktik und dem interkulturellen Lernen. Er publiziert zur Integration digitaler Medien in die DaF-Lehrkr&#228;ftebildung im afrikanischen Kontext.</p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><bold>Anschrift:</bold></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Joerg Martin Hartmann</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Experte f&#252;r Unterricht</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Goethe-Institut Senegal, Dakar</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:joerg.hartmann@goethe.de">joerg.hartmann@goethe.de</ext-link></styled-content></p>
</sec>
</back>
</article>