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<journal-title>Zeitschrift f&#252;r Interkulturellen Fremdsprachenunterricht</journal-title>
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<publisher-name>Universit&#228;ts- und Landesbibliothek Darmstadt</publisher-name>
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<subject>Aufsatz zum Themenschwerpunkt</subject>
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<article-title>Im <italic>Dritten Raum</italic> &#8211; Praxisbericht aus einem bilingualen Studiengang/<italic>Cursus bilingue</italic></article-title>
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<surname>Robin</surname>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>Soziolinguistik, P&#228;dagogische Hochschule Bern</aff>
<aff id="aff-2"><label>2</label>Fremdsprachen Didaktik, P&#228;dagogische Hochschule Bern</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2024-08-28">
<day>28</day>
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<year>2024</year>
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<volume>29</volume>
<issue>2</issue>
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<copyright-year>2024</copyright-year>
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<license-p>CC BY 4.0 International - Creative Commons, Namensnennung. See <uri xlink:href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/</uri>.</license-p>
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<abstract>
<p>Der Artikel gibt Einblicke in einen zweisprachigen Grundausbildungsstudiengang f&#252;r Lehrpersonen in den Landessprachen Franz&#246;sisch und Deutsch der Schweiz. Dabei wird die Rolle des sogenannten <italic>Dritten Raums</italic> in der Bildung diskutiert: ein Konzept, das Offenheit und demokratische Werte in der Sprachausbildung f&#246;rdern kann. Es wird hervorgehoben, dass zweisprachige Bildungsangebote, auch wenn sie die als privilegiert geltenden Sprachen ber&#252;cksichtigen, &#252;ber eine noch wenig beachtete Scharnierfunktion verf&#252;gen. Sie durchbrechen das noch immer stark verbreitete monolinguale Selbstverst&#228;ndnis und k&#246;nnen Bildungsinstitutionen in Richtung lebensweltliche Mehrsprachigkeit &#246;ffnen.</p>
</abstract>
<trans-abstract xml:lang="en">
<p><bold>In the <italic>Third Space</italic> &#8211; practical report from a bilingual course of study/<italic>Cursus bilingue</italic></bold></p>
<p>The article provides critical insights into a bilingual teacher training program in Switzerland. It discusses the role of the so-called <italic>Third Space</italic> in education, a concept that can promote open-mindedness and democratic values in language education. It argues that bilingual education, even in the privileged languages that are French and German in the Swiss context, should be paid more attention to. It has potential to help deconstruct the still widespread monolingual representations and raise awareness about the multilingual realities of the world.</p>
</trans-abstract>
<kwd-group>
<kwd><italic>Dritter Raum</italic></kwd>
<kwd>lebensweltliche Mehrsprachigkeit</kwd>
<kwd>Lehrer*innenbildung</kwd>
<kwd>Migrationsgesellschaft</kwd>
<kwd>zweisprachiger Unterricht</kwd>
</kwd-group>
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<kwd><italic>Third Space</italic></kwd>
<kwd>Multilingualism in everyday life</kwd>
<kwd>Teacher Training</kwd>
<kwd>Migration society</kwd>
<kwd>Bilingual Education</kwd>
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<sec>
<title>1 Einleitung</title>
<p>Anders als es die viersprachige Schweiz vermuten l&#228;sst, waren zweisprachige Schulmodelle nicht immer auf dem Vormarsch. Forschungen zu zweisprachigem Unterricht in der Schweiz gehen auf das Ende der 1980er Jahre zur&#252;ck, als die verschiedenen Akteursgruppen begonnen haben, unterschiedliche Modelle auf allen Schulstufen zu entwickeln (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B3">Brohy/Br&#233;gy 1998</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B20">Fuchs 1999</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B29">Le Pape Racine 2000</xref>). Inzwischen ist das Thema ein wichtiger Bereich in der Bildungsforschung geworden. Im Rahmen des Berichts des Wissenschaftlichen Kompetenzzentrums f&#252;r Mehrsprachigkeit wird zweisprachiger Unterricht vermehrt als &#8222;vielf&#228;ltiges und aufstrebendes Modell&#8220; gelobt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B17">Elmiger/Siegenthaler/Tunger 2022b: 12</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B14">Eidgen&#246;ssisches Hochschulinstitut f&#252;r Berufsbildung EHB 2015</xref>). Auch wenn diese zweisprachigen Unterrichtsangebote meist die Landessprachen und Englisch ber&#252;cksichtigen, verf&#252;gen solche p&#228;dagogischen Projekte &#252;ber eine noch wenig beachtete Scharnierfunktion: Sie &#246;ffnen den noch immer stark verbreiteten monolingualen Habitus (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B23">Gogolin 1994</xref>) und k&#246;nnen Bildungsinstitutionen in Richtung lebensweltliche Mehrsprachigkeit (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B24">Gogolin 2010: 531</xref>) beeinflussen. Hier konkretisiert sich am Beispiel der zweisprachigen Grundausbildung f&#252;r Lehrpersonen (Franz&#246;sisch/Deutsch) in Bern und Del&#233;mont der sogenannte <italic>Dritte Raum</italic> als Ort der Offenheit einer sprachenfreundlicheren und demokratischeren Bildung.</p>
<p>Von Verhandlung des <italic>Third-Space</italic>-Konzepts, das die starren Grenzen sprachlicher Vermittlungsarbeit problematisiert, der praktischen Vorstellung des bilingualen Studiengangs/<italic>Cursus bilingue</italic>, zu den Widerst&#228;nden bilingualer Schulprogramme in der institutionellen Zusammenarbeit bis zum Ausblick auf Potentiale zweisprachiger Bildungsg&#228;nge mit Blick auf migrationsbedingte Mehrsprachigkeit und demokratischer Bildungswerte beleuchtet der vorliegende Bericht die Praxis und ihre zahlreichen Herausforderungen (Sprach-)Grenzen aufzul&#246;sen, respektive kritische Perspektiven anzubieten.</p>
</sec>
<sec>
<title>2 Der <italic>Dritte Raum</italic> oder &#252;ber die Zweisprachigkeit hinaus</title>
<p>In heutigen Gesellschaften kann davon ausgegangen werden, dass es &#34;keine rein einsprachigen Personen und Kontexte mehr gibt&#34; (<xref ref-type="bibr" rid="B18">Elmiger/Tunger/Siegenthaler 2023: 12</xref>), sondern dass die meisten Menschen in schulischen, famili&#228;ren, privaten oder beruflichen Kontexten mit mehreren Sprachen in Kontakt stehen und Erfahrungen in einem mehrsprachigen Umfeld machen. Mit dieser Perspektive, dass jede Person mit seinen Sprachen einzigartig ist, anerbietet sich das Denkmuster des <italic>Dritten Raums</italic> des indischen Theoretikers Homi K. Bhabhas. Seiner Theorie (<xref ref-type="bibr" rid="B2">1994</xref>) zufolge entsteht beim Zusammentreffen von (Sprach-)Kulturen ein sogenannter <italic>Third Space</italic>; er steht f&#252;r eine Zone, einen Austragungsort und die M&#246;glichkeit, kulturelle Differenzen hervorzubringen. Durch die gegenseitige Beeinflussung im sogenannten <italic>Dritten Raum</italic> werden bestimmte kulturelle Aspekte angenommen, ver&#228;ndert oder ignoriert, alternative Denkweisen werden m&#246;glich und n&#246;tig. In diesen Zwischenr&#228;umen k&#246;nnen sich urspr&#252;ngliche Machtgef&#228;lle aufl&#246;sen. Diese Betrachtungsweise des Da-Zwischens k&#246;nnte f&#252;r die Sprachen und Dialekte &#8211; auch die der Migration &#8211; herangezogen werden, so dass vermeintlich <italic>illegitime</italic> Sprachen einen anderen als den ihnen zugewiesenen Platz und neue Anerkennung erhalten w&#252;rden, analog zu den <italic>legitimen</italic> Landes- oder Fremdsprachen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B37">Zingg/Gon&#231;alves 2022</xref>). Das Aufeinandertreffen der sprachlichen R&#228;ume er&#246;ffnet neue Diskurse, gerade in Bezug auf lebensweltliche Mehrsprachigkeit bzw. Sprachen der Migration.</p>
<disp-quote>
<p>It is that Third Space, though unrepresentable in itself, which constitutes the discursive conditions of enunciation that ensure that the meaning and symbols of culture have no primordial unity or fixity; that even the same signs can be appropriated, translated, rehistoricized and read anew (<xref ref-type="bibr" rid="B2">Bhabha 1994: 37</xref>).</p>
</disp-quote>
<p>Sprachliche Hybridit&#228;t bildet die Antithese zu Konzepten von sprachlicher und interethnischer Grenzziehung sowie einem essentialistischen Sprach- und Kulturbegriff. Sprachliche Hybridit&#228;t stellt einen wertneutral gedachten Oberbegriff von unterschiedlichen Formen der sprachlichen Vermischung dar. Insbesondere in den postkolonialen Diskursen der vergangenen Jahrzehnte gewann der Begriff Hybridit&#228;t durch seinen prominenten Vertreter Bhabha eine zunehmende Bedeutung. Im Verst&#228;ndnis Bhabhas l&#228;sst der Prozess der kulturellen Hybridit&#228;t etwas Anderes entstehen, etwas Neues und nicht Wiedererkennbares, einen neuen Bereich der Auseinandersetzung mit Bedeutung und Repr&#228;sentation. Um Sprachideologien der Nationalstaaten zu widerstehen und Bewusstheit f&#252;r die eigentliche Hyperdiversit&#228;t von Gruppen und ihren Sprecher*innen zu schaffen, kann der Weg in der &#214;ffnung sogenannter <italic>Third Spaces</italic> bestehen.</p>
</sec>
<sec>
<title>3 Der bilinguale Studiengang/<italic>Cursus bilingue</italic></title>
<p>Seit 2018 bieten die beiden P&#228;dagogischen Hochschulen Bern (<xref ref-type="bibr" rid="B38">PHBern</xref>) und die <italic>Haute &#201;cole P&#233;dagogique</italic> der Kantone Bern, Jura und Neuenburg (HEP-BEJUNE) den bilingualen Studiengang/<italic>Cursus bilingue</italic> an. Der dreij&#228;hrige Bachelorstudiengang umfasst 180 ECTS-Punkte und richtet sich sowohl an Studierende mit deutscher als auch franz&#246;sischer Erstsprache sowie an zwei- und mehrsprachige Studierende. Das Lehrdiplom f&#252;r die Primarstufe und der Bachelor of Arts in Primary Education mit dem Vermerk zweisprachig Deutsch/Franz&#246;sisch erm&#246;glicht das Unterrichten in der Deutschschweiz nach dem Lehrplan 21 (LP21) (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B19">ERZ 2016</xref>), in der Romandie nach dem <italic>Plan d&#8217;&#233;tudes romand</italic> (PER) (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B8">CIIP 2011</xref>) oder an zweisprachigen Schulen. Durch die Kooperation der beiden P&#228;dagogischen Hochschulen wird zweisprachiger Unterricht auf Terti&#228;rstufe gelebt und der bilinguale Studiengang/<italic>Cursus bilingue</italic> kommt damit einer steigenden Nachfrage von zweisprachigem Unterricht nach (<xref ref-type="bibr" rid="B15">Elmiger/Siegenthaler/Tunger 2020</xref>).<xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref></p>
<p>Im Gegensatz zum traditionellen Sprachunterricht erleben die Studierenden des <italic>Cursus bilingue</italic> die Immersionssprache der jeweiligen Hochschule in allen F&#228;chern: W&#228;hrend der drei Semester an der HEP-BEJUNE in Del&#233;mont findet der Unterricht in Franz&#246;sisch statt, w&#228;hrend des 3., 4. und 5. Semesters an der PHBern grunds&#228;tzlich in Deutsch. Theorie, Praxis und Reflexion der sprach&#252;bergreifenden Praktiken werden verkn&#252;pft und gelebt und funktionieren dabei nach dem Prinzip der gegenseitigen, also reziproken Immersion<xref ref-type="fn" rid="n2">2</xref>. Damit die sprachlich heterogen zusammengesetzten Studierendengruppen die Leistungsnachweise in den jeweiligen Unterrichtssprachen in Del&#233;mont (Romandie) und in Bern bew&#228;ltigen k&#246;nnen, werden spezifische Sprachkurse angeboten. An der PHBern wird die f&#252;r alle &#8211; auch f&#252;r die monolingual deutschsprachigen Studierenden &#8211; angebotene Schreibberatung in das bilinguale Curriculum eingebunden. Weiter sieht der bilinguale Studiengang Praktika in &#246;ffentlichen Schulen in der Deutschschweiz, der Romandie und in zweisprachigen Schulen in den jeweiligen Kantonsgebieten vor und erm&#246;glicht es den Studierenden, sowohl in der Deutschschweiz als auch in der Romandie oder in einer zweisprachigen Schule zu arbeiten. Die konsequent zwei- und mehrsprachige Immersionsklasse der Lehrpersonenausbildung Primarstufe (Kindergarten &#8211; 6. Klasse) macht die Zweisprachigkeit und deren Potential sicht- und nutzbar. Der Unterschied zu den regul&#228;ren Ausbildungsg&#228;ngen f&#252;r Lehrpersonen zeigt sich in der Organisation der zweisprachig zusammengesetzten Studierendengruppen, die ein Eintauchen in die jeweils andere Sprachgruppe unterst&#252;tzt (Prinzip der reziproken Immersion). Die reziproke Immersion<xref ref-type="fn" rid="n3">3</xref> verlangt von beiden in den Ausbildungsprozess involvierten Institutionen eine enge Zusammenarbeit, die von Offenheit und Respekt gepr&#228;gt ist. Diese sprachliche und transkulturelle Sensibilisierungsarbeit zwischen den Akteursgruppen beider Institutionen manifestiert sich auf allen Ebenen, also von den Studierenden, dem Lehrk&#246;rper, der Administration bis zu den Leitungspersonen.</p>
<sec>
<title>3. 1 Studierendenklientel</title>
<p>Die bilingualen Klassenz&#252;ge sind sprachlich gemischt zusammengesetzt, wobei die Sprachenprofile<xref ref-type="fn" rid="n4">4</xref> der Studierenden seit der Lancierung in den bisher sieben Kohorten unterschiedlich ausfielen: Einmal bestehen die Gruppen mehr als zur H&#228;lfte aus Deutschsprachigen und meist etwas mehr &#8211; Franz&#246;sischsprachige, zudem kommen weitere Erstsprachen wie Arabisch, Englisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch, Spanisch oder Vietnamesisch hinzu. Einige der Studierenden sind nicht nur lebensweltlich zweisprachig Deutsch-Franz&#246;sisch, sondern k&#246;nnen als <italic>trilingue</italic> bezeichnet werden. Hinzu kommt, dass meist mehrere Studierende pro Kohorte ihr f&#252;nftes Semester als Mobilit&#228;tssemester an einer ausl&#228;ndischen Universit&#228;t absolvieren, meist in einem englischsprachigen Raum. Die Zusammensetzung der Studierendengruppen ist sprachlich heterogener als im monolingualen Studiengang Primarstufe; die &#252;blichen Zuordnungen in Ein- oder Zweisprachige werden durch mehrsprachige Studierende erweitert, was die positive Grundhaltung, nicht nur gegen&#252;ber der Zwei-, sondern allgemein gegen&#252;ber der Mehrsprachigkeit unterstreicht<xref ref-type="fn" rid="n5">5</xref>. Die Gr&#246;sse der Studierendengruppen variiert zwischen 10 und der maximalen Teilnehmendenzahl von 30 Studierenden.</p>
</sec>
<sec>
<title>3.2 Die Begleitmodule &#8211; Herzst&#252;ck des immersiven Studiengangs</title>
<p>F&#252;r jedes der sechs Semester der Grundausbildung ist ein studiengangsspezifisches Begleitmodul (BM) oder <italic>module d&#39;accompagnement</italic> vorgesehen. W&#228;hrend die an der HEP-BEJUNE angebotenen BM den Schwerpunkt st&#228;rker auf die Klasseninteraktionen und das Lehrmaterial legen, betonen die drei an der PHBern angebotenen BM die Vielfalt der Ausbildungspraktiken sowohl in den Volksschulen als auch im Terti&#228;rbereich in den beiden Sprachregionen. Konkret erm&#246;glichen die BM einerseits Einzelthemen, die in den beiden einsprachigen Institutionen klassischerweise nicht oder nur wenig thematisiert werden: Bewusstmachung des soziolinguistischen Kontexts der Schweiz, epistemologischer Vergleich zwischen den Curricula LP21 und PER sowie der Lehrmittel der beiden Sprachregionen, Didaktik der Mobilit&#228;t und des Austauschs, Fokus auf Migrations- und Herkunftssprachen oder das Konzept des <italic>Translanguaging</italic> (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B22">Garc&#237;a/Li Wei 2014</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B13">Dietrich-Grappin 2017</xref>). Andererseits bieten die <italic>modules d&#39;accompagnement</italic> Raum f&#252;r den gegenseitigen Austausch von Beobachtungen in den laufend gef&#252;hrten Logb&#252;chern oder Diskussionen &#252;ber wissenschaftliche Lekt&#252;ren. Weitere Reflexionen werden durch Debatten, Gastreferent*innen oder den Austausch mit Praktiker*innen im Kontext von zwei- und mehrsprachigem Unterricht in Gang gehalten. Die Komplexit&#228;t zeigt sich darin, eine kritische und fundierte pers&#246;nliche Haltung gegen&#252;ber dem zwei-/mehrsprachigen Unterricht zu entwickeln, also der Zugang reicht &#252;ber zweisprachige Schulmodelle hinaus und sensibilisiert grunds&#228;tzlich f&#252;r mehrsprachigen Unterricht im Praxisfeld. Neben den Besonderheiten der Ausbildungsfelder der BM sind auch die Abschlussarbeiten eigens konzipiert, die Bachelorarbeit kann im <italic>Cursus bilingue</italic> in Deutsch, Franz&#246;sisch oder aber zweisprachig verfasst werden<xref ref-type="fn" rid="n6">6</xref>. Als <italic>nouveaut&#233;</italic> kann dabei eine Co-Betreuung beantragt werden, d.h. je eine Expertin oder ein Experte der beiden beteiligten Hochschulen begleiten und betreuen diese wissenschaftliche Arbeit.</p>
<p>Die Studierenden haben die M&#246;glichkeit, sich mit den verschiedenen Modellen des zwei- und mehrsprachigen Unterrichts auseinanderzusetzen (z.B. punktueller Kontakt mit der Partnersprache in Form von <italic>ateliers bilingues</italic>; trilinguale Schulen). Sie sind einer gro&#223;en Vielfalt an Vorstellungen und konkreten Praktiken des Lehrens und Lernens von und durch Sprachen ausgesetzt. In diesem Zusammenhang steht nicht die Beziehung zum anderen im Vordergrund, sondern die eigene Positionierung (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B25">Gohard-Radenkovic 2006</xref>). Dabei werden zahlreiche Selbstverst&#228;ndlichkeiten und &#220;berzeugungen dekonstruiert und hinterfragt: jene im Zusammenhang mit <italic>native/non-native speaker</italic> (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B12">Derivry-Plard 2020</xref>) und ihre (Il-)Legitimit&#228;t, <italic>fremde</italic> Sprachen zu unterrichten, oder die euphorischen und naiven Visionen der aktuellen mehrsprachigen &#8222;Doxa&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B1">Adami/Andr&#233; 2015: 1</xref>). Die Herausforderung besteht darin, sowohl ein Bewusstsein &#252;ber plurilinguale und plurikulturelle Kompetenz (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B10">Coste/Moore/Zarate 1997</xref>) als auch eine kritische und fundierte pers&#246;nliche Haltung zum zwei-/mehrsprachigen Unterricht zu entwickeln. Diese Beobachtungen lassen sich beim Lesen der <italic>journaux de bord</italic> feststellen, in denen die Studierenden ihre Reflexionen w&#228;hrend der Grundausbildung kontinuierlich festhalten (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B33">Robin 2024</xref>).</p>
</sec>
<sec>
<title>3.3 Praxisphasen &#8211; Erleben und Reflektieren</title>
<p>Die immersive Lehrpersonenausbildung Primarstufe bietet w&#228;hrend der dreij&#228;hrigen Ausbildung Praktika in deutsch-, franz&#246;sisch- und zweisprachigen Schulen an. Dazu geh&#246;ren die Klassenz&#252;ge der <italic>Fili&#232;re Bilingue</italic> (FiBi) in Biel/Bienne, die <italic>Classes bilingues</italic> (Clabi) in der Stadt Bern, und die obligatorischen Schulen im <italic>programme d&#39;enseignement de l&#39;allemand par immersion</italic> (PRIMA) und <italic>Ann&#233;e d&#39;immersion en Allemand</italic> (ANIMA) im Kanton Neuenburg. Hier finden ein Erleben und eine Vertiefung der Unterrichtssprachen statt, die von den angehenden Lehrpersonen als inhaltliche Investition ihrer spezifischen Grundausbildung gesehen werden. Der Austausch zwischen zuk&#252;nftigen und erfahrenen Lehrpersonen w&#228;hrend dieser berufspraktischen Ausbildung entwickelt die kantonale Zweisprachigkeit weiter und vertieft generell das sprachliche Bewusstsein in den (zweisprachigen) Grenzkantonen, wie das Beispiel der deutschsprachigen Praxislehrperson<xref ref-type="fn" rid="n7">7</xref> C&#233;line zeigt: &#8222;Ich denke, w&#228;hrend dem Praktikum konnten wir sprachlich voneinander profitieren, ich im Franz&#246;sisch, die Studierenden im Deutsch&#8220; (C&#233;line, Auszug aus einer E-Mail vom 22.09.2022)<xref ref-type="fn" rid="n8">8</xref>.</p>
<p>In den <italic>journaux de bord</italic> werden die Reflexionen, das Wundern und Staunen der Studierenden manifest. Das von ihnen gef&#252;hrte Logbuch wird zu einer Erz&#228;hlung, einem <italic>r&#233;cit de l&#8217;&#233;tonnement</italic> (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B26">Keller-Gerber 2022</xref>). Die Studierenden reflektieren sowohl ihre sprachlich-pragmatischen Fertigkeiten als auch ihre plurikulturellen und plurilingualen Kompetenzen. Diese gewinnen zunehmend an Bedeutung und haben mit der Einf&#252;hrung des <italic>Companion volume</italic> (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B11">Council of Europe 2018</xref>), dem Begleitband der Kompetenzbeschreibungen zum Gemeinsamen Europ&#228;ischen Referenzrahmen (GER), einen Schub erfahren, nicht zuletzt aus sprachpolitischer Sicht. Die angehenden Lehrpersonen erweitern mit dem Einblick in zwei Sprach- und Kulturr&#228;ume ihr pers&#246;nliches Repertoire an sprachlichen und sprachkulturellen Ressourcen und sind in der Lage, diese F&#228;higkeiten einzusetzen, um zwischen Menschen unterschiedlicher soziokultureller und soziolinguistischer Hintergr&#252;nde zu vermitteln, oder sich zumindest auf diesen Prozess einzulassen. In ihrem Logbuch legt die Studentin Mirjam des <italic>Cursus bilingue</italic>, beispielsweise den Schwerpunkt auf das Konzept der Autorit&#228;t, indem sie eine Praktikumssituation in einer franz&#246;sischsprachigen 8H (oder 6. Klasse)<xref ref-type="fn" rid="n9">9</xref> und in einer 3./4.-Klasse der Deutschschweiz (oder 5H/6H) vergleicht:</p>
<disp-quote>
<p>Mir ist vor allem ein Aspekt besonders aufgefallen, und zwar was die Autorit&#228;t betrifft. In meinem ersten Praktikum, in Del&#233;mont selbst, hatte ich festgestellt, wie streng und unnahbar die Lehrperson agierte. Ich habe mich damals schon gefragt, ob dies wohl normal sei und auf welche Gr&#252;nde dieses Auftreten zur&#252;ckzuf&#252;hren sei. Eine Aktion der Lehrperson hat mich besonders schockiert. Ein Sch&#252;ler hatte wiederholt vergessen ein Blatt zu Hause zu unterschreiben, weil er es in der Schule im Pult vergessen hatte. Die Lehrperson hat diesen Sch&#252;ler aufgefordert, sein Pult aufzur&#228;umen und als dieser dies nicht tat, hat die Lehrperson den gesamten Inhalt des Pultes genommen und auf den Boden geworfen (Mirjam, <italic>journal de bord</italic>, BM4, Eintrag vom 24.02.2022).<xref ref-type="fn" rid="n10">10</xref></p>
</disp-quote>
<p>Das Erstaunen &#252;ber diese Beobachtung zieht einen Austausch zwischen Mirjam und der frankophonen Lehrperson nach sich. Anschliessend stellt die Studentin ihre Analyse einer Erfahrung aus dem nachfolgenden Praktikum gegen&#252;ber: &#8222;Jetzt im dritten Praktikum war die Lehrperson auch sehr autorit&#228;r, aber es war ganz anders. Diese Autorit&#228;t von ihr war wohlwollend und fair&#8220; (ebd.). Mirjam fragt sich, ob die von ihr wahrgenommenen Unterschiede auf die beiden Sprachregionen zur&#252;ckzuf&#252;hren seien oder ob diese Beobachtungen mit der Schulstufe bzw. mit den jeweiligen Klassendispositionen zu tun haben. Die in der Mitte ihres Bachelorstudiums stehende Studierende reflektiert ihre Erfahrungen in zwei geografisch zwar nahe beieinander liegenden Sprachregionen, deren Bildungssysteme sie doch als unterschiedlich wahrnimmt. Dabei fragt sie sich, in welchem System sie sich positionieren m&#246;chte. Ihre differenzierten &#220;berlegungen sind selbstkritisch und stehen f&#252;r einen kritischen und reflektierten Umgang mit Klischees und/oder Kategorisierungen von sprachkulturellen Zugeh&#246;rigkeiten. Solche mobilit&#228;ts&#228;hnlichen Erfahrungen mit &#8222;professionellem Mehrwert&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B30">Leutwyler/Amberg 2017: 45</xref>) werden gefordert um ihr Potential bez&#252;glich &#8222;lehrberufsspezifischen Kompetenzen&#8220; einzul&#246;sen (ebd.: 44). Ein anderer, bei Mirjam Irritation ausl&#246;sender Moment betrifft die unterschiedlichen Fehlerkulturen und die Frage des Akzents in der Deutsch- und Westschweiz:</p>
<disp-quote>
<p>Ich habe eine Kollegin, die ebenfalls eine Ausbildung zur Lehrperson begonnen hat, und sie hatte erst gerade ein Gespr&#228;ch mit einem Dozenten, weil sie die Franz&#246;sischpr&#252;fung nicht bestanden hatte und aus dem Studium ausgeschlossen wird, f&#252;r vier Jahre. Sie arbeitet schon Teilzeit an einer Schule. Dieser Dozent hat ihr im &#252;bertragenen Sinne gesagt, sie solle sich sch&#228;men mit ihrem (schlechten) Franz&#246;sisch eine PH zu besuchen und dann dieses Fach auch unterrichten zu wollen. Er hatte sie gefragt, ob sie bei ihrer Arbeitsstelle auch Franz&#246;sisch unterrichtet, und als sie dies bejahte, hat er gesagt: &#171;die Sch&#252;ler*innen h&#228;tten Anspruch auf gutes Franz&#246;sisch&#187; (Mirjam, <italic>journal de bord</italic>, BM4, Eintrag vom 03.03.2022).</p>
</disp-quote>
<p>Die kontinuierlichen Praktikumserfahrungen in den beiden Sprachregionen zeigen sich in Mirjams weiteren &#220;berlegungen. Sie meint, dass sie die Sprachkompetenzen ihrer Kollegin nicht abschlie&#223;end beurteilen k&#246;nne, gibt aber zu bedenken, dass diese immerhin vor der Aufnahme in den <italic>Cursus bilingue</italic> das DELF B2-Diplom bestanden und anschliessend noch einen Sprachaufenthalt gemacht habe. Mirjam kommt in ihren Reflexionen zu dem Schluss, dass diese Erwartungshaltung sie besch&#228;ftige und sie ein solches Auftreten des Dozenten als unprofessionell einstufe.</p>
<p>Das Studium fordert die zuk&#252;nftigen Lehrpersonen heraus, Studieninhalte und Rahmenbedingungen aus einem verbreiteten Blickwinkel zu betrachten. Die erlebten Normvorstellungen und Zuschreibungen f&#246;rdern Mirjams Reflexionskompetenz. Die Thematik l&#228;sst sie nicht los und im n&#228;chsten Eintrag stellt sie diese Fehlerkultur in den Kontext der gelebten Zweisprachigkeit:</p>
<disp-quote>
<p>Meine Antwort darauf w&#228;re ganz klar: Ja, man hat das Recht Fehler zu machen. Man lernt daraus und es ist ganz einfach menschlich. (&#8230;) Die Akzeptanz in der Zweitsprache Fehler zu machen ist indessen immer noch gr&#246;sser, als wenn man zwei Erstsprachen hat (zweisprachig ist). Meine Mitstudierenden, die zweisprachig aufgewachsen sind, erz&#228;hlen oft, dass sie nicht das Recht h&#228;tten Fehler zu machen, weil der Anspruch auf das perfekte Beherrschen beider Sprachen an sie gestellt wird. Ah, du bist doch zweisprachig, wieso kannst du das nicht &#252;bersetzen, wieso benutzt du den falschen Artikel (Mirjam, <italic>journal de bord</italic>, BM4, Eintrag vom 10.03.2022).</p>
</disp-quote>
<p>In diesem Eintrag wird nicht nur die Fehlerkultur mit einem bestimmten Bild von Zweisprachigkeit und den damit verbundenen Erwartungen hervorgehoben, sondern es zeigt sich die Bef&#228;higung der Studentin, professionsrelevante Handlungskonventionen im Umgang mit Sprache zu hinterfragen. Es ist die Zielsetzung der BM, in den Praxisphasen erlebte sprachbezogene Positionen nicht unreflektiert zu (re-)produzieren (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B35">Zingg 2019</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B36">2023</xref>).</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>4 Monolinguale Triebkr&#228;fte im schulischen und terti&#228;ren Bildungsbereich und ihre Sichtbarmachung</title>
<p>Die institutionelle Funktionsweise spiegelt sich in den sprach&#252;bergreifenden Praktiken und die Ausschnitte aus den <italic>journaux de bord</italic> vermochten aufzuzeigen, dass das Interesse &#252;ber die Entwicklung von Sprachkompetenzen hinausreicht. Diese Praktiken, die ein Zeichen f&#252;r die Dynamik und Kreativit&#228;t der individuellen Repertoires sind, stossen zudem auf den monolingualen Habitus der schulischen R&#228;ume, auf vorgefasste Meinungen und auf die Schwierigkeiten, das in den wissenschaftlichen R&#228;umen generierte Wissen zu &#252;bertragen und in die Praxis umzusetzen &#8211; f&#252;r Institutionen, die mit sprachlichen und sozialen Herausforderungen konfrontiert sind, die &#252;ber sie hinausgehen. Zwar mangelt es weder an fachdidaktischen noch an soziolinguistischen Studien und konkreten Ans&#228;tzen, welche diese nicht monolingualen Modelle im Wissenschaftsumfeld aufzeigen. Aber die Sichtbarmachung und Aufwertung der individuellen Mehrsprachigkeit stellt auf der Terti&#228;rstufe eine Innovation dar (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B34">Robin/Ganguillet 2023</xref>).</p>
<p>Der bilinguale Studiengang wird als ein Ansatz vorgestellt, um diese Herausforderungen anzugehen und die Potentiale von Mehrsprachigkeit(en) in Bildungskontexten zu nutzen. Diese zweisprachige Ausbildung basiert auf gegenseitiger Immersion und erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen zwei eigenst&#228;ndigen Institutionen mit unterschiedlichen Curricula und institutionellen Vorstellungen. F&#252;r beide Seiten geht es darum, dem Bildungsprogramm des Partners mit Offenheit und Respekt zu begegnen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B31">Robin 2018a</xref>). Eine solche Zusammenarbeit ist in einer Konf&#246;deration wie der Schweiz, in der die Lehrpl&#228;ne innerhalb eines zweisprachigen Kantons (noch) nicht unbedingt dieselben sind, ein Kunstst&#252;ck. Es gelten die Lehrpl&#228;ne derselben Sprachregion. Daher sind Toleranz im Kontakt mit der Andersartigkeit sowohl f&#252;r die Studierenden, Lehrenden sowie f&#252;r die verschiedenen institutionellen Entscheidungstr&#228;ger notwendig. Denn bei der Zusammenarbeit in dieser Grundausbildung ist es nicht die Sprache, sondern k&#246;nnen die unterschiedlichen Konzepte der beiden Institutionen zuweilen eine Herausforderung sein (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B5">Buser 2017: 115</xref>). F&#252;r das Bildungsverst&#228;ndnis sind gerade die sich manifestierenden Unterschiede von Unterrichtspraxis sowohl auf Schul- als auch Terti&#228;rstufe bedeutsam f&#252;r den Diskurs.</p>
<p>Jede Massnahme oder jedes didaktische Arrangement ist eine Entscheidung, deren erkenntnistheoretische Grundlagen ungeschminkt offengelegt werden m&#252;ssen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B33">Robin 2024</xref>). Die zweisprachige Ausbildung nimmt f&#252;r sich in Anspruch, durch die von ihr gew&#228;hrte Begleitung eben nicht ein Nebeneinander zweier einsprachiger Ausbildungen zu sein. Aber, je nach Sprache des Maturit&#228;tsdiploms, werden die Studierenden bei ihrem Eintritt in die Ausbildung von ihren Institutionen als deutschsprachig, franz&#246;sischsprachig oder aber zweisprachig etikettiert (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B32">Robin 2018b</xref>). Solche begrenzenden, reduzierenden oder gar kontraproduktiven Zuschreibungen st&#252;tzen Vorurteile gegen&#252;ber der Zweisprachigkeit ebenso wie den monolingualen Habitus, gegen den sich dieser Bildungsgang urspr&#252;nglich richtet (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B33">Robin 2024</xref>).</p>
<p>Der vollst&#228;ndig &#8222;zweisprachige Kooperationslehrgang zwischen der PHBern und der HEP-BEJUNE&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B16">Elmiger/Siegenthaler/Tunger 2022a: 50</xref>) ist nicht frei von Konflikten, kann aber andere P&#228;dagogische Hochschulen anregen, ihren (fremd-)sprachdidaktischen Diskurs kritisch zu &#252;berdenken und zugunsten eines ganzheitlichen Ansatzes des Sprachenlernens weiterzuentwickeln. Die Studierenden des Immersionslehrgangs entwickeln ein Bewusstsein f&#252;r den soziolinguistischen Kontext der Schweiz und eine kritische und fundierte Haltung gegen&#252;ber dem zwei- und mehrsprachigen Unterricht. Mit dem epistemologischen Vergleich zwischen den Curricula LP21 und PER sowie den Lehrmitteln der beiden Sprachregionen k&#246;nnen Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der (Fremd-)Sprachdidaktik besser verstanden werden. Die Didaktik der Mobilit&#228;t und des Austauschs wird gef&#246;rdert, mit dem Fokus auf Migrations- und Herkunftssprachen sowie dem Konzept des <italic>Translanguaging</italic>. Die Debatten, Gastreferate oder der Austausch mit Praktiker*innen im Kontext von zwei- und mehrsprachigem Unterricht regen die Reflexionen an. So werden die Studierenden w&#228;hrend des <italic>Cursus bilingue</italic> ermutigt, sich mit verschiedenen Modellen des Sprachenlernens auseinanderzusetzen, wie z.B. punktuellem Kontakt mit der Partnersprache in Form von Ateliers. In der Folge m&#252;ssen sich nicht nur Mitstudierende, sondern der gesamte Lehrk&#246;rper, die Praktikumsschulen und nicht zuletzt die Administration kritisch mit Themen wie Spracheinstellungen, Sprachminderheiten oder <italic>Native Speakerism</italic> (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B9">Cook 2016</xref>) auseinandersetzen. Diese Ans&#228;tze k&#246;nnen dazu beitragen, dass die Studierenden ihr pers&#246;nliches Repertoire an sprachlichen und sprachkulturellen Ressourcen erweitern und in der Lage sind, diese F&#228;higkeiten einzusetzen, um zwischen Menschen mit unterschiedlichen soziokulturellen und soziolinguistischen Hintergr&#252;nden zu vermitteln. Denn ihr Kompetenzprofil und ihr Repertoire weisen deutliche Analogien zu Menschen auf, die ihre lebensweltliche Mehrsprachigkeit(en) durch eine Zuwanderungsgeschichte erhalten haben. Den Herausforderungen in (hyper-)diversen Klassen in st&#228;dtischen R&#228;umen sind diese zwei- und mehrsprachig ausgebildeten Lehrpersonen besser gewachsen und das jenseits von bloss zweisprachigen Schulmodellen, denn sie haben das Eintauchen in einen anderen Sprachraum selbst erlebt.</p>
</sec>
<sec>
<title>5 Fazit und Ausblick</title>
<p>Das Studium der zweisprachigen Studierendengruppe findet alternierend w&#228;hrend je drei Semestern an den beiden Hochschulen statt. Die Begegnung und die Interaktion der beiden Sprachgemeinschaften finden im ganzen Umfeld und auf allen Ebenen des bilingualen Studiengangs statt: Studierende, Leitungspersonen, Dozierende, Administration, Praktikumslehrpersonen und regul&#228;re, einsprachige Studierende. An der Schnittstelle der beiden gro&#223;en Landessprachen (in einem viersprachigen Land) wird das geografische Grenzgebiet des deutschsprachigen Raumes der PHBern und des franz&#246;sischen Raumes der HEP-BEJUNE genutzt. Der bilinguale Studiengang ist in seiner Art in der Schweiz noch einzigartig und mittlerweile wird ihm auf nationaler Ebene eine Ausstrahlungskraft attestiert: Er st&#228;rkt nicht nur die institutionelle Mehrsprachigkeit, sondern betont den nationalen Zusammenhalt. Das f&#252;hrte dazu, dass nach einer f&#252;nfj&#228;hrigen Projektphase die von zwei Institutionen angebotene Grundausbildung von der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) im Jahr 2022 akkreditiert wurde<xref ref-type="fn" rid="n11">11</xref>.</p>
<p>Die zweisprachigen Bildungsg&#228;nge &#8211; sei es in der Volksschule oder im hier vorgestellten <italic>Cursus bilingue</italic> &#8211; bieten eine Chance, die monolingualen Strukturen von (Bildungs-)Institutionen in Frage zu stellen und Grenzen aufzubrechen, analog zum Konzept des <italic>Dritten Raumes</italic>. Wie die Ausz&#252;ge aus den Lerntageb&#252;chern illustrieren, unterst&#252;tzen immersive Settings die Studierenden, sich l&#228;ngerfristig mit der eigenen sprachlichen Positionierung auseinanderzusetzen und vermehrt kritische Blicke auf die monolinguale Institution Schule zu wagen. Gerade in einem Land wie der Schweiz, in dem die offizielle Viersprachigkeit insbesondere durch die Einwanderung mehrsprachig geworden ist, k&#246;nnen solche Sichtweisen wegweisend sein. Bereits heute arbeiten etliche Absolvent*innen des vorgestellten bilingualen Studiengangs in der &#246;ffentlichen Schule des zweisprachigen Klassenzuges FiBi, wo per Aufnahmeregelung in einer Klasse zehn der Sch&#252;ler*innen zu Hause keine der beiden Unterrichtssprachen sprechen und nur je sechs Sch&#252;ler*innen Deutsch oder Franz&#246;sisch beim Eintritt als Hauptsprache nennen<xref ref-type="fn" rid="n12">12</xref>. Diese konsequent zweisprachige, &#246;ffentliche Schule &#8211; eine Lehrperson ist deutscher, die andere franz&#246;sischer Erstsprache &#8211; bietet insbesondere migrations- oder, neutraler ausgedr&#252;ckt, sprachsensiblen Sprachunterricht an, da sich in jeder Unterrichtsstunde immer mehr als die H&#228;lfte der Sch&#252;ler*innen im Prozess des Sprachenlernens befindet (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B4">Buser 2014</xref>). Ein solches Schulmodell basiert &#8211; wie auch der bilinguale Studiengang &#8211; auf einem fluiden Sprachkonzept. Sprachlehrende und -lernende greifen mit einer neuen Selbstverst&#228;ndlichkeit auf ihre weiteren sprachlichen Ressourcen zur&#252;ck. Diese sprachenfreundliche Haltung einer Schule und auch der Lehrpersonen ist innovativ, geht weit &#252;ber ein zweisprachiges Sprachenlernen hinaus und darf in einer zunehmend diversen Gesellschaft als wegweisend f&#252;r s&#228;mtlichen (Fremd-)Sprachenunterricht betrachtet werden. Solche bilingualen Formen bieten zudem ideale Voraussetzungen, um die noch immer markante Unterscheidung zwischen &#8222;Elite- und Armutsmehrsprachigkeit&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B27">Krumm 2014: 24</xref>) allm&#228;hlich aufzul&#246;sen Der fluide Gebrauch von Sprachen, so wie es Denkmuster von Bhabhas (<xref ref-type="bibr" rid="B2">1994</xref>) Theorie des <italic>Dritten Raums</italic> vorsehen, werden im Modell des bilingualen Studiengangs/<italic>Cursus bilingue</italic> willkommen geheissen und k&#246;nnten den Ein- und Wenigsprachigen die Chance geben, die vom System auferlegten monolingualen Einschr&#228;nkungen zu &#252;berwinden. Der migrationssensible (Fremd-)Sprachunterricht und insbesondere die Bildungspolitiken k&#246;nnten sich von einer &#8222;Offenheit der sprachlichen Umwelt&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B28">Krumm 2020: 134</xref>) sowie der Selbstverst&#228;ndlichkeit dieser plurilingualer werdenden Lebens- und Lernwelten inspirieren lassen.</p>
<p>Die Studierenden des Immersionslehrgangs stellen mit ihrem mehrsprachigen Selbstverst&#228;ndnis institutionelle Muster wie sprachstrukturelle Hierarchien und Machtgef&#228;lle in Frage. F&#252;r M&#246;glichkeiten zur Weiterentwicklung muss die Zusammenarbeit zwischen Institutionen mit unterschiedlichen Lehrpl&#228;nen und Visionen gef&#246;rdert werden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B17">Elmiger et al. 2022b</xref>), um monolinguale Gewohnheiten zu &#252;berwinden und die Sichtbarkeit und Wertsch&#228;tzung individueller Mehrsprachigkeit auf Terti&#228;rstufe zu erh&#246;hen. Dies bedarf einer inklusiven Herangehensweise, die die Fluidit&#228;t der Sprachnutzung anerkennt und die Vorteile eines mehrsprachigen Repertoires hervorhebt. Bildungspolitiken sollten Theorien des <italic>Third Space</italic> unterst&#252;tzen, um &#252;ber monolinguale Beschr&#228;nkungen hinauszugehen und mehrsprachige Individuen wie auch die sprachliche Realit&#228;t einer zunehmend diverseren Gesellschaft willkommen zu heissen.</p>
</sec>
</body>
<back>
<fn-group>
<fn id="n1"><p>Die zweisprachigen Lehrg&#228;nge sind in den unterschiedlichen Schulstufen vertreten, wobei der Gro&#223;teil auf die Sekundarstufe ll f&#228;llt und nur ein knappes F&#252;nftel auf die Volksschulstufe (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B16">Elmiger/Siegenthaler/Tunger 2022a: 6&#8211;7</xref>). Spannende Projekte sind beispielsweise am Eidgen&#246;ssischen Hochschulinstitut f&#252;r Berufsbildung (EHB) (2015) zu finden oder bei den bilingualen Klassenz&#252;gen, insbesondere in Grenzkantonen wie Bern (Deutschschweiz) und Neuenburg (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B15">Elmiger 2020</xref>): <italic>Fili&#232;re Bilingue</italic> (FiBi) in Biel/Bienne, <italic>Classe bilingue</italic> (Clabi) in der Stadt Bern, <italic>Projets Immersion Allemand</italic> (PRIMA) und <italic>Ann&#233;e d&#39;immersion en Allemand</italic> (ANIMA) an obligatorischen Schulen im Kanton Neuenburg.</p></fn>
<fn id="n2"><p>Immersion bedeutet ein Eintauchen in eine andere Sprache und geht mit der Idee einher, dass das Sprachbad von hoher Intensit&#228;t ist. Bei der reziproken Immersion &#8211; auch als Zweiwegimmersion oder <italic>two-way immersion</italic> bekannt &#8211; fungieren zwei Sprachen als Zielsprachen, deren Status je nach Unterrichtssprache der Lernenden variieren kann (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B6">Buser 2020</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B18">Elmiger et al. 2023: 29, 31, 32</xref>).</p></fn>
<fn id="n3"><p>Es gibt eine Vielzahl an Modellen zur Immersion, aber grunds&#228;tzlich nur zwei M&#246;glichkeiten: Entweder unterrichtet man eine relativ homogene Gruppe mit derselben Erstsprache zu 50% der Unterrichtszeit in der jeweils anderen Sprache, oder man bildet Gruppen, in denen je 50% der Lernenden die eine und 50% die andere Sprache sprechen (gemischtsprachige Gruppen), und unterrichtet sie zu je 50% in beiden Sprachen. Wenn die Gruppe jeweils zur H&#228;lfte deutsch-, respektive franz&#246;sischsprachig ist, wird dies reziproke Immersion genannt.</p></fn>
<fn id="n4"><p>Die Sprachprofile werden durch die Schweizer Diglossie erg&#228;nzt: Die dialektalen Varianten geniessen in der Deutschschweiz in allen Lebensbereichen eine hohe Relevanz.</p></fn>
<fn id="n5"><p>In Anmeldeformularen oder grunds&#228;tzlich in Fragebogen wird in &#39;einsprachig&#39; oder &#39;zweisprachig&#39; unterschieden, noch selten gibt es eine Rubrik &#39;mehrsprachig&#39;.</p></fn>
<fn id="n6"><p>Selbstverst&#228;ndlich werden die beiden Unterrichtssprachen nicht willk&#252;rlich verwendet, sondern bewusst eingesetzt, beispielsweise wenn fachliche Zug&#228;nge in den beiden Lehrpl&#228;nen &#8211; PER und LP21 &#8211; er&#246;rtert werden. Auch wenn Interviews in den beiden Sprachen gef&#252;hrt wurden, kann bei deren Analyse mit der Sprachwahl ein Akzent gesetzt werden.</p></fn>
<fn id="n7"><p>Praxislehrpersonen unterst&#252;tzen und begleiten Studierende in den Praktika bei der Erweiterung ihrer beruflichen Handlungskompetenzen.</p></fn>
<fn id="n8"><p>Bei den hier verwendeten Zitaten und Tagebuchausschnitten handelt es sich um keine systematische Erhebung. Die Zitate wurden im Artikel von Ganguillet/Robin/Zingg (<xref ref-type="bibr" rid="B21">2024</xref>) zu Mobilit&#228;ten verwendet. Diese Tagebuchausschnitte dienen der Illustration der Praxisphasen des <italic>Cursus bilingue</italic>, die in zwei Sprach- und Kulturr&#228;umen stattfinden.</p></fn>
<fn id="n9"><p>W&#228;hrend in der <italic>Suisse romande</italic> die Schuljahre nach HarmoS-Konkordat gez&#228;hlt werden und bereits die beiden Kindergartenjahre mitgez&#228;hlt werden, entspricht das 6. Schuljahr einer Klasse HarmoS 8, also 8H. In der Deutschschweiz st&#252;tzt sich die Z&#228;hlung der Klassen noch auf die Primarstufe, z&#228;hlt die beiden Kindergartenjahr des ersten Zyklus nicht mit.</p></fn>
<fn id="n10"><p>S&#228;mtliche Eintr&#228;ge aus den <italic>journaux de bord</italic> werden anonymisiert, aber unkorrigiert &#252;bernommen, um die Authentizit&#228;t zu gew&#228;hrleisten.</p></fn>
<fn id="n11"><p>In der Evaluation dieser Projektphase stand insbesondere die institutionelle Akkreditierung im Fokus, die zur Sicherung der Qualit&#228;t im schweizerischen Hochschulbereich beitr&#228;gt. Diese regelm&#228;ssige &#220;berpr&#252;fung der Qualit&#228;t der Lehre, der Forschung und der Dienstleistung wurde im Studienjahr 2021/22 an der Partnerhochschule HEP-BEJUNE durchgef&#252;hrt und inkludierte den <italic>Cursus bilingue</italic>. Im Rahmen des EDK-Anerkennungsverfahrens f&#252;r den bilingualen Studiengang fanden Gespr&#228;che mit der EDK-Expert*innengruppe statt und der <italic>Cursus bilingue</italic> wurde am 15.09.2022 von der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren anerkannt. Die EDK-Expert*innengruppe hat sich sehr wohlwollend zum bilingualen Studiengang ge&#228;ussert und erachtet diesen als wichtiges Angebot innerhalb der Bildungslandschaft. Beeindruckt hat sich die EDK-Expert*innengruppe insbesondere von den bilingualen Studierenden gezeigt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B7">CDIP Conf&#233;rence suisse des directeurs cantonaux de l&#39;instruction publique (03.10.2022)</xref>).</p></fn>
<fn id="n12"><p>Die FiBi hat das Aufnahmekonzept von je einem Drittel der Sch&#252;ler*innen mit Migrationsgeschichte, Franz&#246;sisch und Deutsch zugunsten der Migrationssprachen ge&#246;ffnet: Aktuell werden pro Klasse zehn Sch&#252;ler*innen mit einer Migrationssprache als Familiensprache aufgenommen.</p></fn>
</fn-group>
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<title>Literatur</title>
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<title>Website</title>
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<title>Kurzbio</title>
<p><bold>Ir&#232;ne Zingg</bold> ist promovierte Sozialanthropologin, Sprachwissenschaftlerin und Historikerin. Ihre Forschungst&#228;tigkeit bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Sozialanthropologie, Soziolinguistik und im Bereich Mehrsprachigkeit. Als Forschungsleiterin betreut sie anwendungsorientierte Entwicklungsprojekte im Umfeld einer <italic>critical language awareness</italic>. Sie lehrt an der P&#228;dagogischen Hochschule Bern (Schweiz) und ist Co-Leiterin des Bilingualen Studiengangs am Institut Primarstufe.</p>
<p><bold>J&#233;sabel Robin</bold> ist Professorin f&#252;r Sprachendidaktik und Soziolinguistik an der P&#228;dagogischen Hochschule Bern, Schweiz. Hier ist sie au&#223;erdem Co-Leiterin des Bilingualen Studiengangs am Institut Primarstufe. In ihrer Forschung thematisiert Robin die Dynamiken zwischen Akteur*innen und Bildungssystemen, Mobilit&#228;tserfahrungen, Zwei-/Mehrsprachigkeit und die Beziehungen zwischen den Schweizer Sprachregionen sowie Familiensprachenpolitiken.</p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><bold>Anschrift:</bold></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">PHBern</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Institut Primarstufe</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Fabrikstrasse 8</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">CH-3012 Bern</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:irene.zingg@phbern.ch">irene.zingg@phbern.ch</ext-link></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">PHBern</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Institut Primarstufe</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Fabrikstrasse 8</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">CH-3012 Bern</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:jesabel.robin@phbern.ch">jesabel.robin@phbern.ch</ext-link></styled-content></p>
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