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<journal-title>Zeitschrift f&#252;r Interkulturellen Fremdsprachenunterricht</journal-title>
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<publisher-name>Universit&#228;ts- und Landesbibliothek Darmstadt</publisher-name>
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<article-id pub-id-type="doi">10.48694/zif.3977</article-id>
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<subject>Praxisbericht</subject>
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<article-title>Curricula f&#252;r die Vermittlung der deutschen Sprache in China seit Beginn des 21. Jahrhunderts &#8211; eine Fallstudie</article-title>
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<surname>Yang</surname>
<given-names>Jianpei</given-names>
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<email>jpyang@fl.ecnu.edu.cn</email>
<xref ref-type="aff" rid="aff-1">1</xref>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>Deutschabteilung der East China Normal University</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2025-03-18">
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<year>2025</year>
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<year>2025</year>
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<copyright-year>2025</copyright-year>
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<abstract>
<p>Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wird die Nachfrage nach Deutschkenntnissen in China immer gr&#246;&#223;er. Daf&#252;r werden verschiedene Curricula f&#252;r die Vermittlung der deutschen Sprache entwickelt. In der vorliegenden Arbeit werden vier Curricula f&#252;r Deutschunterricht an chinesischen Hochschulen als Fallbeispiele untersucht. Dabei wird das neueste Curriculum f&#252;r das Mikro-Studienprogramm &#8222;ECO Deutsch&#8220; intensiver behandelt. Es liegt nahe, dass die Curriculumentwicklung im chinesischen Deutschunterricht dem gesellschaftlichen Wandel unterliegt. Die curriculare Konzeption f&#252;r die Vermittlung der deutschen Sprache muss sich st&#228;ndig an die sich wandelnden Bedingungen anpassen.</p>
</abstract>
<trans-abstract xml:lang="en">
<p><bold>Curricula for German language instruction in China since the beginning of the 21st century &#8211; a case study</bold></p>
<p>Since the beginning of the 21st century, the demand for German language skills in China has been growing. Various curricula for teaching German have been developed to meet this demand. In this study, four curricula for teaching German at Chinese universities are examined as case studies. The latest curriculum for the micro-study program &#8220;ECO German&#8221; is examined in more detail. It is obvious that curriculum development in Chinese German teaching is subject to social change. The curricular concept for teaching German must constantly adapt to changing conditions.</p>
</trans-abstract>
<kwd-group>
<kwd>Curricula</kwd>
<kwd>Vermittlung der deutschen Sprache</kwd>
<kwd>Curriculumentwicklung</kwd>
<kwd>teaching the German language</kwd>
<kwd>curriculum development</kwd>
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<title>1 Einleitung</title>
<p>Mit der Verbreitung von Technologien wie Chat-GPT sehen sich seit 2022 weltweit viele Fremdsprachenstudieng&#228;nge neuen Herausforderungen gegen&#252;ber. In China ist dies besonders an den Fremdspracheninstituten erkennbar, die sich mit der Vermittlung von Fremdsprachen und Literatur, &#220;bersetzungswissenschaft sowie verwandten Fachgebieten besch&#228;ftigen. Die seit einigen Jahren sinkende Anzahl der Studienanf&#228;nger:innen an chinesischen Fremdsprachenhochschulen ist ein deutlicher Hinweis daf&#252;r, dass die hohe Geschwindigkeit der technischen Entwicklung im Bereich k&#252;nstlicher Intelligenz (KI) die Hochschullehre zu Reformen zwingt. Einer internen Untersuchung an einem chinesischen Fremdspracheninstitut zufolge haben sich nur etwa 40% der Studienanf&#228;nger:innen f&#252;r das Fach &#220;bersetzungswissenschaft eingeschrieben, w&#228;hrend der Anteil der Studienwilligen in anderen Fachbereichen, z.B. Germanistik, franz&#246;sische Sprache und Literatur sowie russische Sprache und Literatur, unter 40% liegt. Studierende der Generation Z tendieren eher dazu, Fremdsprachen parallel im Selbststudium zu erlernen als an einer sprachlichen Fakult&#228;t, wo man die H&#228;lfte der Studienzeit f&#252;r das Sprachenlernen investiert. Vor diesem Hintergrund werden etliche Ma&#223;nahmen ergriffen, z.B. werden an einigen Universit&#228;ten die Studierendenzahlen f&#252;r das Fach Germanistik beschr&#228;nkt oder vor&#252;bergehend die Einschreibung ausgesetzt, um die Entwicklung des Fachs an die gesellschaftliche Transformation anzupassen.</p>
<p>Es ist jedoch zu bemerken, dass die Nachfrage nach Deutschunterricht unver&#228;ndert hoch bleibt. Viele chinesische Studierende melden sich f&#252;r einen Deutschkurs an, um sich fachlich weiterzuentwickeln. Im Jahr 2023 hat die East China Normal University (ECNU) ein neues Mikro-Studienprogramm &#8222;ECO-Deutsch&#8220; (ECO &#24503;&#35821;) eingef&#252;hrt, wobei &#8222;ECO&#8220; f&#252;r &#8222;Effective Creative Oriented&#8220; steht. Die Anmeldungen sind doppelt so hoch wie die geplanten. Das ist eine vorl&#228;ufige Antwort im chinesischen Deutschunterricht auf die Frage &#8222;Geht Curriculumentwicklung im Zeitalter der digitalen Transformation [&#8230;] agil?&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B3">Arbeitsgruppe Curriculum 4.0 2018</xref>)</p>
<p>R&#252;ckblickend auf die Curriculumentwicklung der letzten Jahre sind viele Neuerungen an chinesischen Hochschulen zu verzeichnen, die sich an dem grundlegenden Dokument <italic>Nationalen Standards f&#252;r Bachelor-Studieng&#228;nge</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B2">Anleitungskomitee f&#252;r Hochschullehre des Bildungsministeriums 2018</xref>) orientieren, das den nationalen Standard f&#252;r 125 Studieng&#228;nge in Bezug auf Qualit&#228;tssicherung und Curriculumentwicklung festlegt. F&#252;r chinesische Fremdsprachenstudieng&#228;nge ist dies das erste Dokument, das die Regelungen f&#252;r die Fremdsprachenstudieng&#228;nge im Rahmen eines Bachelorstudiums festlegt.</p>
<p>Im Rahmen des <italic>Nationalen Standards f&#252;r Bachelor-Studieng&#228;nge</italic> wurden im Jahr 2020 die Richtlinien f&#252;r die Lehre in Fremdsprachenstudieng&#228;ngen im Rahmen des Bachelorstudiums in zwei B&#228;nden publiziert. Band I umfasst Richtlinien f&#252;r das Studium der Anglistik, der &#220;bersetzungswissenschaft und des Wirtschaftsenglischen, w&#228;hrend Band II Richtlinien f&#252;r das Studium der russischen, franz&#246;sischen, arabischen Sprache und Literatur, der Germanistik und anderer Sprachen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B1">Anleitungskomitee f&#252;r Fremdsprachenstudieng&#228;nge 2020</xref>) bereitstellt. In Bezug auf den Inhalt sind alle Richtlinien einheitlich gestaltet und umfassen eine kurze Vorstellung, den Anwendungsbereich, die Ausbildungsziele, die Qualit&#228;tsanforderungen sowie relevante Fachseminare. Sie bieten eine allgemeine Orientierung f&#252;r die Curriculumentwicklung eines Deutschkurses.</p>
<p>Sowohl der <italic>Nationale Standard f&#252;r Bachelor-Studieng&#228;nge</italic> als auch die Richtlinien f&#252;r den Fremdsprachenunterricht im Rahmen des Bachelorstudiums beschr&#228;nken sich auf das regul&#228;re Bachelorstudium. Ein weiteres staatliches Dokument, n&#228;mlich die Richtlinien f&#252;r Deutsch im studienbegleitenden Kurs (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B4">Arbeitsgruppe f&#252;r Deutsch im studienbegleitenden Kurs des Anleitungskomitees f&#252;r Fremdsprachenunterricht an Hochschulen des Bildungsministeriums 2021</xref>), gilt f&#252;r die Teilnehmer:innen, die an der kursanbietenden Hochschule registriert sind.</p>
<p>Es liegt nahe, dass diese drei staatlichen Dokumente nicht alle Deutschkurse abdecken. F&#252;r die weiteren Deutschkurse, die nicht in den Rahmen der drei Dokumente passen, m&#252;ssen neue Curricula entwickelt werden. In dieser Arbeit wird dann auf die folgenden drei Fragen eingegangen:</p>
<list list-type="order">
<list-item><p>Welche Curricula gibt es f&#252;r Deutschkurse, die seit Beginn des 21. Jahrhunderts in der chinesischen Hochschulbildung angeboten werden?</p></list-item>
<list-item><p>Wie sehen diese Curricula f&#252;r die entsprechenden Deutschkurse aus?</p></list-item>
<list-item><p>Inwieweit unterscheiden sich diese Curricula?</p></list-item>
</list>
<p>Zur Beantwortung der oben genannten Fragen wurde eine Fallstudie zu vier Curricula f&#252;r Deutschkurse durchgef&#252;hrt. Diese Deutschkurse werden regional in unterschiedlichem Umfang angeboten und decken unterschiedliche Bedarfe des Deutschlernens ab. Der Fall des Micro-Credentials &#8222;ECO-Deutsch&#8220; an der East China Normal University wird n&#228;her betrachtet, weil dieses Programm eine neue Ausrichtung der Curriculumentwicklung f&#252;r den Deutschunterricht darstellt.</p>
</sec>
<sec>
<title>2 Curriculum und Curriculumentwicklung</title>
<sec>
<title>2.1 Curriculum</title>
<p>Das Wort &#8222;Curriculum&#8220; stammt vom Lateinischen <italic>curriculum</italic> ab und bedeutet sowohl Wettlauf, Wettrennen als auch Kreislauf des Mondes und der Sterne sowie Rennwagen und Rennbahn (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B16">Georges 1879: 1719f.</xref>). Curriculum versteht sich in der ph&#228;nomengeschichtlich gepr&#228;gten US-amerikanischen Curriculumtheorie als ein umfassendes Programm zur Entwicklung von Bildungsinstitutionen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B20">Jenert 2021a: 57</xref>), das Bildungsziele festschreibt, als unmittelbarer Erwartungshorizont f&#252;r Bildungsinstitutionen dient und zur Leistungsbewertung von Institutionen und Lehrenden herangezogen wird (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B30">Westbury 1995</xref>). Darin werden auch andere Faktoren wie bildungspolitische und -theoretische Fragen, Probleme der Schulorganisation und -evaluation sowie methodische Aspekte der Unterrichtsgestaltung einbezogen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B19">Horlacher/Vincenti 2016</xref>). In dieser weit gefassten Bedeutung ist das Curriculum weniger eine Orientierung f&#252;r die Lehrgestaltung als vielmehr ein Handlungs- und Bewertungsprogramm f&#252;r Bildungsinstitutionen. Im engeren Sinne bezeichnet Curriculum den Lehrplan, in dem Unterrichtsinhalte und -ablauf f&#252;r eine bestimmte Sequenz eines Bildungsangebots (z.B. ein Schuljahr) festgelegt werden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B20">Jenert 2021a: 57</xref>).</p>
<p>Nach Hopmann und Riquarts (<xref ref-type="bibr" rid="B18">1995</xref>) l&#228;sst sich Lehrplan auch von Didaktik differenzieren, wobei der Lehrplan als formale Rahmenvorgabe der Bildungspolitik dient und die Didaktik als Wissenschaft und Praxis der Unterrichtsgestaltung fungiert (vgl. ebd.). Damit haben sich Curriculum, Lehrplan und Didaktik voneinander abgegrenzt. In der Unterrichtspraxis sind jedoch die drei Zug&#228;nge enger miteinander verbunden und wirken gemeinsam auf die Unterrichtsgestaltung ein.</p>
<p>Im Hochschulkontext werden p&#228;dagogische Leitkonzepte ins Curriculum implementiert. Das Curriculum umfasst nicht nur die Richtlinien f&#252;r ein ordnungsgem&#228;&#223;es Studium, sondern fungiert zudem als normative Grundlage f&#252;r die Lehrgestaltung und kann daher als inhaltlicher und methodischer Kern eines Studiengangs betrachtet werden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B21">Jenert 2021b: 351</xref>). Innerhalb des Curriculums ist m.E. zwischen Makro-, Meso- und Mikroebene zu unterscheiden. Die Makroebene befasst sich mit den bildungspolitischen Rahmenvorgaben sowie mit Fragen zu Qualifikationszielen, den im Verlauf des Studiums zu erwerbenden Kompetenzen und den Bildungsidealen, die gekl&#228;rt werden sollen. Im Gegensatz dazu fokussiert die Mikroebene auf konkrete Elemente der Lehrgestaltung, die sich je nach Disziplin unterscheiden. Sie umfasst pr&#228;zise Lehrinhalte, einen detaillierten Studienaufbau sowie spezifische Lehrangebote und Lehr- und Lernformen. Dazu geh&#246;ren auch die Pr&#252;fungsformate einschlie&#223;lich der Art, dem Umfang und der Anzahl sowie &#228;hnlicher Aspekte (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B29">Vissiennon 2024: 8</xref>). Die Mesoebene fungiert als Bindeglied, das sicherstellt, dass die Bildungsideale in den Unterricht integriert werden und die Qualit&#228;t der Lehrveranstaltung gew&#228;hrleistet wird. Sie legt die Rahmenbedingungen des Lernens fest, einschlie&#223;lich Lehrveranstaltungsformaten, Gruppengr&#246;&#223;en, Zeitvorgaben, verwendeter Arbeitsmittel und anderer relevanter Aspekte (vgl. ebd.). Zu dieser Ebene geh&#246;ren auch die Ma&#223;nahmen zur Qualit&#228;tssicherung, die sicherstellen, dass die Lehrziele effektiv erreicht werden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B22">Jorzik 2013</xref>), und Eingangsvoraussetzungen, aus welchen die Einstiegsprofile der Studierenden ermittelt werden und die curriculare Gestaltung der Studieneingangsphase abgeleitet ist (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B29">Vissiennon 2024: 9</xref>). Bei der Erstellung eines Curriculums ist es unm&#246;glich, alle Elemente auf diesen drei Ebenen, insbesondere auf der Mikroebene ausf&#252;hrlich aufzulisten, da sie st&#228;ndigen Ver&#228;nderungen unterliegen und eine kontinuierliche Revision erfordern.</p>
</sec>
<sec>
<title>2.2 Curriculumentwicklung</title>
<p>Im Rahmen der Curriculumentwicklung lassen sich zwei verschiedene Wege voneinander differenzieren, die jeweils in einem Studiengang stattfinden und zur Einf&#252;hrung eines neuen Studiengangs f&#252;hren.</p>
<p>Im ersten Fall handelt es sich um die kontinuierliche Revision eines vorhandenen Curriculums, das den Ver&#228;nderungen der Bildungsanforderungen, den fachlichen Entwicklungen, den aktuellen Entwicklungen im Berufsfeld u.a. unterliegt. Die Curriculumentwicklung auf diesem Weg ist eher die Weiterentwicklung eines Curriculums, die auf kontinuierlicher interner und externer Evaluation basiert. Die interne Evaluation umfasst die Evaluation und Diskussionen aller Lehrenden und Studiengruppen, aber auch die Verwaltungseinrichtungen, die aus unterschiedlichen Perspektiven die Sinnhaftigkeit und Passung des Curriculums bewertet. Die externe Evaluation ist von Absolvent:innen, externen Gutachter:innen, Peers, Fachgesellschaften und Vertreter:innen des Arbeitsmarktes (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B22">Jorzik 2013: 42</xref>) durchzuf&#252;hren. Dabei werden aktuelle Entwicklungen im Fachgebiet und im Berufsfeld einbezogen, was eine auf die Gesellschaft und Arbeitswelt orientierte curriculare Gestaltung erleichtert. Verbunden mit der regelm&#228;&#223;igen Akkreditierung befindet sich ein Curriculum kontinuierlich in einem Wandlungsprozess, wobei alle Elemente des Curriculums wie z.B. konkrete Lerninhalte, zu erwerbende Kompetenzen sowie Lehr- und Lernformen der aktuellen disziplin&#228;ren und berufsrelevanten Ver&#228;nderungen angepasst werden.</p>
<p>Im zweiten Fall geht es um die Gestaltung eines Curriculums, die eng mit der Studiengangentwicklung verbunden ist. Das Curriculum eines Studiengangs wird im Prozess der Studiengangentwicklung konzipiert (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B24">Seidl/Vonhof 2017: 28</xref>), wobei eine agile Grundhaltung und der R&#252;ckbezug auf die agilen Prinzipien als Leitlinie f&#252;r die Entwicklung eines Curriculums hilfreich sind (vgl. ebd. 31). Dabei werden Flexibilit&#228;t, Aktivit&#228;t und Anpassungsf&#228;higkeit von Hochschulen gegen&#252;ber gesellschaftlichen Ver&#228;nderungen impliziert und regen bez&#252;glich der Curriculumentwicklung zum Nachdenken an, wie der Wandel im Hochschulkontext curricular gestaltet werden soll.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>3 Curricula f&#252;r den Deutschunterricht in China seit Beginn des 21. Jahrhunderts</title>
<p>F&#252;r den Deutschunterricht in China gab es bis Ende des 20. Jahrhunderts landesweit haupts&#228;chlich vier Curricula, die jeweils f&#252;r das Grundstudium der Germanistik, das Hauptstudium der Germanistik, den studienbegleitenden Deutschunterricht und f&#252;r Intensivkurse galten (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B27">Yu 2004</xref>). 2006 wurde ein neues Curriculum f&#252;r das Germanistikstudium erarbeitet. All diese Curricula gelten in ihren jeweiligen Arbeitsbereichen und dienen bis heute als zentrale Leitlinien f&#252;r die Lehr- und Lernpraxis des Deutschunterrichts. Parallel dazu existieren weitere Curricula f&#252;r den Deutschunterricht, die jeweils nach verschiedenen Qualifikationsanforderungen entwickelt wurden und von Hochschule zu Hochschule variieren. Zu nennen ist hier das Curriculum f&#252;r Deutsch als zweite Fremdsprache, das f&#252;r Studierende der Anglistik gedacht ist, die eine zweite Fremdsprache beherrschen sollen.</p>
<p>Mit der Intensivierung der chinesisch-deutschen Wirtschaftskommunikation und der gesellschaftlichen Entwicklung seit Beginn des 21. Jahrhunderts wird die Nachfrage nach Deutschkenntnissen vielf&#228;ltiger, was eine differenzierte Curriculumentwicklung erfordert. Vor diesem Hintergrund wurden verschiedene Curricula entwickelt, die entweder Hochschulkooperationen, regionaler Hochschulpolitik oder pers&#246;nlicher Qualifikation dienen. Nachfolgend werden drei Curricula an chinesischen Hochschulen vorgestellt.</p>
<sec>
<title>3.1 Curricula f&#252;r den Deutschunterricht im Rahmen der chinesisch-deutschen Hochschulkooperation</title>
<p>Chinesisch-deutsche Hochschulkooperationen beziehen sich haupts&#228;chlich auf natur- und ingenieurswissenschaftliche F&#228;cher und machen einen Anteil von 78 Prozent der Kooperationsprojekte aus (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B33">Yang 2021: 402</xref>). Im Gegensatz zu den o.g. landesweit einheitlichen Curricula f&#252;r den Deutschunterricht gibt es f&#252;r die sprachliche Qualifikation im Rahmen der chinesisch-deutschen Hochschulkooperationen, die meist in Form von Doppelabschlussprogrammen durchgef&#252;hrt werden, kein allgemein g&#252;ltiges Curriculum. Jedoch wird bei der Entwicklung des Curriculums das Erreichen bestimmter GER-Niveaustufen (<xref ref-type="bibr" rid="B14">Europarat 2001</xref>) als Ausgangspunkt einbezogen und die sprachliche Kompetenz der Projektstudierenden wird durch Sprachpr&#252;fungen wie z.B. Goethe-Zertifikat, TestDaF o.&#228;. nachgewiesen.</p>
<p>Anhand der Vereinbarungen mit den deutschen Hochschulpartnern oder der Anforderungen der Projekte m&#252;ssen chinesische Hochschulpartner eigene Curricula f&#252;r den Deutschunterricht entwickeln. Zu nennen sind die Curricula f&#252;r den Deutschunterricht an der CDTF<xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref> der Qingdao University of Science and Technology (QUST) und der CDHAW<xref ref-type="fn" rid="n2">2</xref> der Tongji-Universit&#228;t, da die beiden Projekte landesweit eine f&#252;hrende Rolle spielen. Sie bef&#228;higen jeweils mehr als 180 chinesische Studierende pro Jahr sprachlich, ein Fachstudium in Deutschland aufzunehmen. Die CDTF wurde im Jahr 2001 von der QUST und der Universit&#228;t Paderborn gemeinsam aufgebaut und bildet in den Fachbereichen Maschinenbau, Angewandte Chemie und Automatisierung Ingenieur:innen aus, die dabei Pflichtbewusstsein, Fremdsprachenf&#228;higkeiten und Fachwissen erlernen (vgl. ebd.: 403). Im Vergleich zur CDTF bietet die CDHAW Bachelorstudieng&#228;nge in den F&#228;chern Geb&#228;udetechnik, Mechatronik, Autoservice und Wirtschaftswissenschaft an und beabsichtigt, mit 27 deutschen Fachhochschulen Ingenieur:innen gemeinsam auszubilden (vgl. ebd.).</p>
<p>Kennzeichnend f&#252;r die beiden Curricula f&#252;r den Deutschunterricht ist die hohe Zahl an Deutschunterrichtsstunden. Bez&#252;glich der Lerndauer orientieren sich die beiden Curricula (<xref ref-type="bibr" rid="B6">Deutsch-Kolleg 2017</xref>, <xref ref-type="bibr" rid="B26">Tian 2017</xref>) an den Richtwerten des DAAD (<xref ref-type="bibr" rid="B5">2014</xref>) zum Erreichen der GER-Niveaustufe, wie die folgende Tabelle zeigt:</p>
<table-wrap id="T1">
<caption>
<p>Tab. 1: Lerneinheiten an der CDTF und der CDHAW (Quelle: <xref ref-type="bibr" rid="B33">Yang 2021: 408</xref>)</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td align="left" valign="top">GER-Niveaustufe</td>
<td align="left" valign="top">DAAD-Empfehlung (UE &#225; 45Min.)</td>
<td align="left" valign="top">CDHAW (UE &#225; 45Min.)</td>
<td align="left" valign="top">CDTF (UE &#225; 45Min.)</td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="center" valign="top">Pr&#252;fungstraining</td>
<td align="center" valign="top">/</td>
<td align="center" valign="top">170</td>
<td align="center" valign="top">/</td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top">B2</td>
<td align="center" valign="top">150</td>
<td align="center" valign="top">221</td>
<td align="center" valign="top">311</td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top">B1</td>
<td align="center" valign="top">300</td>
<td align="center" valign="top">238</td>
<td align="center" valign="top">356</td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top">A2</td>
<td align="center" valign="top">150</td>
<td align="center" valign="middle" rowspan="2">374</td>
<td align="center" valign="top">356</td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top">A1</td>
<td align="center" valign="top">80&#8211;200</td>
<td align="center" valign="top">356</td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top">Insgesamt</td>
<td align="center" valign="top">800</td>
<td align="center" valign="top">1003</td>
<td align="center" valign="top">1379</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Es ist ersichtlich, dass die Lernzeiten im Deutschunterricht an der CDHAW und der CDTF l&#228;nger sind als die vom DAAD empfohlene Lerndauer (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B5">DAAD 2014: 21</xref>). Angesichts der Tatsache, dass chinesische Studierende nach dem Deutschunterricht noch zus&#228;tzliche Zeit f&#252;r Hausaufgaben und Selbststudium investieren, &#252;berschreitet das Arbeitspensum der Studierenden f&#252;r das Deutschlernen bei Weitem die empfohlene Lernzeit. Es ist m.E. ohne Zweifel m&#246;glich, die Anzahl der Unterrichtseinheiten mit der Entwicklung der Digitalisierung zu reduzieren.</p>
<p>Die beiden Kooperationsprogramme laufen bis dato erfolgreich und es darf nicht &#252;bersehen werden, dass die sprachliche Qualifikation der Studierenden einen gro&#223;en Beitrag zum Erfolg der chinesisch-deutschen Hochschulkooperation leistet.</p>
<p>Insgesamt sind die Curricula f&#252;r den Deutschunterricht im Rahmen der chinesisch-deutschen Hochschulkooperation pr&#252;fungsorientiert. Sie zielen darauf ab, dass die Programmstudierenden innerhalb einer bestimmten Lernzeit ein h&#246;heres Sprachniveau erreichen, um die sprachlichen Anforderungen des Fachstudiums in Deutschland zu erf&#252;llen. Aus diesem Grund ist die Sprachausbildung die Hauptaufgabe des Unterrichts. Die Schw&#228;che dieser Curricula besteht darin, dass die Studierenden w&#228;hrend der Studienvorbereitung weniger Gelegenheit haben, Deutschland aus verschiedenen Perspektiven kennen zu lernen, auch wenn gelegentlich interkulturelle Trainings angeboten werden. Dies geht eindeutig zu Lasten der Programmstudierenden.</p>
</sec>
<sec>
<title>3.2 Curriculum f&#252;r Deutsch als Nebenfach</title>
<p>Deutsch als Nebenfach wird als Zusatzqualifikation an vielen chinesischen Hochschulen angeboten, jedoch in verschiedenen Formen und nach unterschiedlichen Konzepten organisiert. Im Folgenden wird das Curriculum f&#252;r Deutsch als Nebenfach an der East China Normal Universit&#228;t analysiert.</p>
<p>Dem Curriculum f&#252;r Deutsch als Nebenfach liegt das regionale hochschulische Kooperationsprojekt in Shanghai zugrunde, das auf die interdisziplin&#228;re Ausbildung der Studierenden abzielt. Das Projekt wird seit 2006 durchgef&#252;hrt und umfasst dreizehn Hochschulen im S&#252;dwesten von Shanghai. Das Spektrum der Studienangebote umfasst Lehrveranstaltungen in den geisteswissenschaftlichen, natur- und ingenieurswissenschaftlichen F&#228;chern, z.B. angewandte Psychologie, Mathematik, Sinologie, Jura, Maschinenbau usw. F&#252;r das Erlangen von einem zweiten Bachelor-Abschluss m&#252;ssen Studierende 60 Leistungspunkte (ein Punkt entspricht 16 Unterrichtseinheiten je 45 Minuten) sammeln und eine Abschlussarbeit anfertigen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B28">Verwaltungsausschuss f&#252;r den gemeinsamen Hochschulbetrieb im S&#252;dwesten von Shanghai 2007: 1</xref>). Zur Zulassung wird das Interesse an Deutsch ber&#252;cksichtigt und es werden Studiengeb&#252;hren je Leistungspunkt erhoben. Am Beispiel der East China Normal University (ECNU) wird im Folgenden ein kurzer &#220;berblick gegeben.</p>
<p>Als Mitglied des Projekts hat die ECNU anfangs siebzehn Nebenfachstudieng&#228;nge angeboten. Mit der Zeit nahm die Zahl der Studienangebote aber stetig ab, wie die folgende Abbildung zeigt:</p>
<fig id="F1">
<caption>
<p>Abb. 1: Entwicklung der Nebenfachstudieng&#228;nge an der ECNU (eigene Darstellung)</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-3977_yang-g1.png"/>
</fig>
<p>Aus <xref ref-type="fig" rid="F1">Abbildung 1</xref> ist ersichtlich, dass die Angebote im Jahr <xref ref-type="bibr" rid="B8">2012</xref> und <xref ref-type="bibr" rid="B9">2013</xref> den H&#246;hepunkt erreicht haben. Im Jahr 2023 stehen nur noch f&#252;nf Nebenfachstudieng&#228;nge zur Wahl (<xref ref-type="bibr" rid="B12">ECNU 2023a</xref>). Einer der Hauptgr&#252;nde sind die ung&#252;nstigen Zeiten f&#252;r die Studierenden, zu denen die Lehrveranstaltungen stattfinden. Diese finden nur am Freitagabend und am Wochenende statt, was in der Praxis schwer umzusetzen ist und eher demotivierend wirkt. Die Anzahl der fremdsprachlichen Nebenfach-Studieng&#228;nge ist von f&#252;nf auf zwei gesunken und 2023 stehen nur noch Englisch als Nebenfach und Franz&#246;sisch als Nebenfach zur Verf&#252;gung (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B12">ECNU 2023a</xref>).</p>
<p>Im Fall Deutsch als Nebenfach (DaN) war bis zum Jahr 2022 f&#252;r alle ECNU-Studierenden das Erlernen der deutschen Sprache m&#246;glich. Gem&#228;&#223; dem Curriculum werden j&#228;hrlich 100 bis 120 Studierenden aufgenommen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B11">ECNU 2018</xref>). Das Lernziel besteht darin, Sprachkompetenz zu erlangen, jedoch ohne konkrete Leistungsanforderungen hinsichtlich des Sprachniveaus.</p>
<p>Das Curriculum f&#252;r DaN besteht aus vier Teilen, n&#228;mlich Kurzbeschreibung der Lernziele, organisatorische Informationen, Auflistung der Kurse und Vorstellung der einzelnen Kurse. Insgesamt hat es einen Umfang von 1537 W&#246;rtern. Aus fachlicher Sicht ist das Curriculum eher eine Kurzvorstellung davon, was man wo und wann zu welchen Geb&#252;hren im Deutschunterricht lernt. Es fehlen viele curriculare Elemente wie z.B. die Unterrichtsprinzipien, die didaktische Konzeption und die Beschreibung der zu erreichenden Niveaustufen. Die Zielgruppe des Deutschunterrichts sind die Studierenden der Mitgliedshochschulen. W&#228;hrend eines zweij&#228;hrigen Sprachstudiums sollen sie folgende f&#252;nf Lehrveranstaltungen besuchen: Intensives Lesen, Grammatik, H&#246;ren und Sprechen, Landeskunde, Lesen sowie eine Abschlussarbeit auf Chinesisch anfertigen.</p>
<p>Aus didaktisch-methodischer Sicht ist das Curriculum f&#252;r Deutsch als Nebenfach eher lehrerorientiert. Die Lehrenden sind Wissensvermittler und die Vermittlung von Sprachwissen nimmt 70, 4% der Gesamtlernzeit ein, was vermutlich dazu beitr&#228;gt, dass viele Kursteilnehmer:innen den Kurs abbrechen. Der hohe Zeitaufwand f&#252;r das Erlernen von Grammatikwissen im Pr&#228;senzunterricht ist heute nicht mehr notwendig, da es leicht m&#246;glich ist, mehrere kosteng&#252;nstige und qualitativ gute Online-Lernangebote zu finden. Au&#223;erdem findet man keine konkreten Lernziele f&#252;r jeden Kurs, Qualit&#228;tssicherungsma&#223;nahmen, Pr&#252;fungsformate usw. Mit diesem Curriculum lernt man haupts&#228;chlich Vokabel- und Grammatikwissen und im Vergleich zum Lesen werden Sprechen und H&#246;ren wenig gef&#246;rdert.</p>
</sec>
<sec>
<title>3.3 Curriculum f&#252;r den Studiengang Deutsch als zweites Studienfach</title>
<p>Wie an anderen Orten hat sich in China infolge der Corona-Pandemie die Wirtschaftsentwicklung verlangsamt und f&#252;r viele Hochschulabsolvent:innen ist es schwer, eine Arbeitsstelle zu finden. Um diese schwierige Situation zu bew&#228;ltigen, hat das Bildungsministerium eine befristete Ma&#223;nahme eingef&#252;hrt, wonach Hochschulabsolvent:innen ein zweites Studium aufnehmen k&#246;nnen. In gewissem Ma&#223;e &#228;hnelt das zweite Studium dem Aufbaustudium in Deutschland. Tats&#228;chlich aber ist das zweite Studium eine Notl&#246;sung angesichts der Folgen der Corona-Pandemie. Von Anfang an ist festgelegt, dass nicht alle Hochschulen ein zweites Bachelorstudium anbieten d&#252;rfen, und von den Kandidatenhochschulen wird nur ein Teil ausgew&#228;hlt. Das Studium dauert zwei Jahre und nach dem Abschluss wird ein Bachelor-Grad verliehen.</p>
<p>In der Fachdisziplin Germanistik hat die Deutschabteilung der ECNU als einzige Institution die Genehmigung, den Studiengang Deutsch als zweites Studienfach anzubieten. Die Zielgruppe des Studiengangs sind die Studierenden aller F&#228;cher, die im Jahr 2020 ihr Studium abgeschlossen haben und die HochschulabsolventInnen, die in den vergangenen drei Jahren arbeitslos waren. F&#252;r den ersten Jahrgang waren 20 Studienpl&#228;tze vorgesehen und 15 Studierende haben sich angemeldet. W&#228;hrend des Studiums haben sechs Studierende das Studium abgebrochen. F&#252;r den zweiten Jahrgang gab es nur drei Studienbewerber:innen. Da das Curriculum eigentlich ein Teil des Grundstudiums der Germanistik ist, wurden diese drei Studierenden mit Germanistikstudierenden desselben Jahrgangs zusammengebracht. Nach zwei Runden mit insgesamt 12 Absolvent:innen wird der Studiengang Deutsch als zweites Studienfach im Jahr 2023 geschlossen.</p>
<p>Das Curriculum f&#252;r Deutsch als zweites Studienfach (DazS) beinhaltet Leitgedanken, Lernziele, Abschlussanforderungen, Organisatorische Informationen und eine Auflistung der Kurse. Im Unterschied zum Curriculum f&#252;r DaN wird im Curriculum f&#252;r DazS zwischen Grundkursen, Pflichtkursen und fakultativen Kursen unterschieden. In den ersten zwei Kursgruppen beschr&#228;nkt sich der Deutschunterricht auf Sprachwissen und -k&#246;nnen. In der dritten Gruppe kann man weitere Lehrveranstaltungen besuchen wie z.B. Fachdeutsch im technischen Bereich, Bildungstheorie und -praxis in Deutschland, allgemeines Wissen &#252;ber deutsche Literatur, Landeskunde, &#220;bersetzen, Dolmetschen usw. Hier haben die Studierenden eine gr&#246;&#223;ere Wahlm&#246;glichkeit, um ihr Studium zu vertiefen.</p>
<p>Zum Abschluss des Studiums m&#252;ssen, wie es auch im Curriculum f&#252;r DaN der Fall ist, 60 Leistungspunkte gesammelt und eine Abschlussarbeit auf Chinesisch angefertigt werden. Anders als das Curriculum f&#252;r DaN ist das Curriculum f&#252;r DazS eine Ma&#223;nahme zur Bew&#228;ltigung der Folgen der Corona-Pandemie. Insgesamt stehen 25 Lehrveranstaltungen zur Verf&#252;gung. Von den neun fakultativen Lehrveranstaltungen m&#252;ssen vier besucht werden.</p>
<p>Das Curriculum f&#252;r Deutsch als zweites Studienfach stellt einen Sonderfall in der Geschichte der Curriculumentwicklung in China dar. Seine Funktion besteht darin, den Studierenden eine zus&#228;tzliche Qualifizierungsm&#246;glichkeit zu bieten, um sich beruflich die negativen Einfl&#252;sse der Corona-Pandemie zu &#252;berwinden. Einige Kurse werden zum ersten Mal angeboten, z.B. Technisches Deutsch, Gesch&#228;ftsdeutsch, Bildungstheorie und -praxis in Deutschland. Diese Kurse stellen auch eine zus&#228;tzliche Herausforderung f&#252;r die Lehrenden dar, da sie noch keine Erfahrung mit solchen Kursen haben.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>4 Curriculum f&#252;r Deutsch als Micro-Credential</title>
<p>Das Konzept der Mirco-Credentials geht auf Projekte zur&#252;ck, die 2013 auf der edX-Lernplattform etabliert wurden, wie z.B. das MicroMasters Certificate. Begrifflich entsprechen Mikrostudienprogramm oder Mikro-Studiengang dem englischen Pendant Micro-Credential, weil sie alle dieselbe neue Art der hochschulischen Ausbildung bezeichnen. Bis Ende 2020 gab es weltweit und au&#223;erhalb von China 1180 Micro-Credentials (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B31">Yan/Wu 2022: 52</xref>). Die meisten Micro-Credentials werden auf MOOC-Plattform angeboten, wodurch Studierende bessere Fachkompetenzen und Wettbewerbsf&#228;higkeit erwerben k&#246;nnen. In China wurden seit <xref ref-type="bibr" rid="B10">2014</xref> Micro-Credentials als Reformprojekte eingef&#252;hrt, und bis 2022 gibt es landesweit 69 Projekte (vgl. ebd.: 53). Dabei handelt es sich um eine der hochschulinternen Reformma&#223;nahmen, die auf die bessere Qualifikation der Studierenden abzielen. Jede Hochschule kann je nach eigenen St&#228;rken und den Bed&#252;rfnissen der Studierenden Micro-Credentials anbieten, was v.a. die Bildungsqualit&#228;t in einem bestimmten Umfang erh&#246;ht.</p>
<p>Im Jahr 2022 hat die ECNU eine neue Runde der curricularen Reform gestartet. Im selben Jahr wurden zehn und im folgenden Jahr elf Micro-Credentials eingef&#252;hrt. Das Ziel der neuen Bildungsprogramme besteht darin, Studierenden an der ECNU f&#228;cher&#252;bergreifende zukunftsorientierte Kompetenzen zu vermitteln und die Bildungsqualit&#228;t zu verbessern. Die Einf&#252;hrung der Mikro-Studieng&#228;nge ist notwendig, weil &#8222;unsere Qualifikationen und Berufe einem st&#228;ndigen Wandel unterliegen&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B3">Arbeitsgruppe Curriculum 4.0 2018: 23</xref>) und Hochschulen sollen au&#223;er allgemeinen, breit angelegten Studienabschl&#252;ssen auch kleingliedrige Leistungsnachweise (Micro-Credentials) entwickeln (vgl. ebd.). Damit hat die ECNU die Frage, &#8222;wie k&#246;nnen Curricula, die bisher Qualit&#228;tsma&#223;st&#228;be f&#252;r die Vermittlung eines nachhaltigen Wissens- und Kompetenzkanons waren, an die zunehmend beschleunigte Entwicklung der gesellschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und sich daraus ergebenden Denk-, Handlungs- und Arbeitspraktiken angepasst werden? &#8220;(vgl. ebd. 9), beantwortet.</p>
<p>Der Zugang zum Mikro-Studiengang an der ECNU ist beschr&#228;nkt. Die Zielgruppe sind Studierende vom ersten bis zum vierten Semester, da Studierende h&#246;herer Semester im Hauptstudium &#252;blicherweise weniger Zeit haben. Eine weitere Voraussetzung f&#252;r das Mikro-Studium ist, dass die Bewerber:innen in ihrem bisherigen Studium eine Durchschnittsnote von mindestens 3.0 (das entspricht <italic>gut</italic>) erreichen. Diese Regelung dient dazu, Abbr&#252;chen vorzubeugen, weil die Unterrichtsverwaltung nach langj&#228;hrigen Erfahrungen festgestellt hat, dass diejenigen Studierenden, die ihr Fachstudium nicht mit mindestens befriedigendem Erfolg ablegen, h&#228;ufig nicht in der Lage sind, ein weiteres Studium zu absolvieren.</p>
<p>Bez&#252;glich der Leistungsanforderungen m&#252;ssen Studierende des Mikro-Studiums f&#252;nf bis zehn Lehrveranstaltungen innerhalb von zwei Jahren absolvieren. F&#252;r Deutsch als Mikro-Studiengang (DaMS) sind sieben Deutschkurse und ein Kurs &#252;ber deutsche Geschichte geplant und zum Abschluss des Studiums m&#252;ssen 12 Leistungspunkte gesammelt werden.</p>
<sec>
<title>4.1 Vorbereitung f&#252;r die Curriculumentwicklung</title>
<p>Vor der Entwicklung des Curriculums f&#252;r Deutsch als Mikro-Studiengang werden verschiedene Vorbereitungen getroffen, die sich einerseits nach den Entwicklungsstrategien der Universit&#228;t und andererseits nach den Bed&#252;rfnissen der Studierenden richten.</p>
<p>Angesichts der rapiden Entwicklung digitaler Technologien und der damit einhergehenden Transformation in vielen Fachdisziplinen hat sich die Universit&#228;tsleitung entschieden, verschiedene Studienangebote auf curricularer Ebene neu zu gestalten. Bei der curricularen Reform sollen Kompetenzen der Studierenden vielseitig gef&#246;rdert werden. Das Format des Mikro-Studiengangs erm&#246;glicht einen Paradigmenwechsel, &#228;hnlich dem, der in Europa stattfand. In Europa f&#252;hrte die Bologna-Reform bei den Anforderungen an eine gute Curriculumentwicklung zu einem Paradigmenwechsel, bei dem die angestrebten Lernergebnisse der Studierenden den Ausgangspunkt bilden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B15">Gehmlich 2010</xref>).</p>
<p>Seitens der Studierenden besteht fortw&#228;hrend eine gro&#223;e Nachfrage nach deutschsprachigen Kenntnissen, da viele Fachdisziplinen der ECNU-Kontakte zu deutschen Hochschulpartnern pflegen und Studierende dieser Fachdisziplinen Gelegenheiten haben, sich mit deutschen Professor:inen und Studierenden auszutauschen. Zwar k&#246;nnen die beiden Seiten gut auf Englisch kommunizieren, aber die Nutzung der deutschen Sprache als Kommunikationsmittel ist ein best&#228;ndiger Wunsch der chinesischen Studierenden. Viele von ihnen wollen nach dem Bachelorstudium in Deutschland weiterstudieren. Die zweite Interessengruppe f&#252;r die deutsche Sprache bilden diejenigen Studierenden, die w&#228;hrend des Bachelorstudiums f&#252;r ein oder zwei Semester in Deutschland studieren. Bei dieser Austauschgruppe besteht ebenfalls eine Nachfrage nach Sprachkenntnissen. Zurzeit gibt es an der ECNU neun Austauschprogramme mit deutschen Hochschulen, die j&#228;hrlich Austauschgelegenheiten f&#252;r Studierende anbieten. Schlie&#223;lich haben viele Studierende einfach Interesse an der deutschen Sprache und Kultur und m&#246;chten daher mehr dar&#252;ber erfahren. Nach Robinsohn (<xref ref-type="bibr" rid="B25">1971</xref>) sollten zur Konstruktion eines Curriculums die Bed&#252;rfnisse der Lernenden ermittelt werden, indem die objektiven (gegenw&#228;rtigen und zuk&#252;nftigen) Bed&#252;rfnisse empirisch analytisch festgestellt oder gesch&#228;tzt werden). Wie oben dargestellt, werden drei Hauptanspruchsgruppen bei der Curriculumentwicklung ber&#252;cksichtigt. All diese drei Gruppen haben Interesse daran, Deutsch zu lernen und Deutschland besser kennen zu lernen. Ein kleingliedriges Studienprogramm entspricht ihren Bed&#252;rfnissen und erf&#252;llt Ihre W&#252;nsche.</p>
</sec>
<sec>
<title>4.2 Konstruktion des Curriculums</title>
<p>F&#252;r die Gestaltung des Curriculums des geplanten Mikro-Studiengangs gibt es bis dato kein bew&#228;hrtes Praxisbeispiel (<italic>good practice</italic>). Es handelt sich um Pionierarbeit f&#252;r den chinesischen Deutschunterricht und verlangt eine agile Grundhaltung. Die Unterrichtsverwaltung der ECNU hat beschlossen, acht bis zehn Lehrveranstaltungen aus dem regul&#228;ren Curriculum des Germanistikstudiums herauszunehmen, um sie als Kernlehrveranstaltungen f&#252;r den neuen Mikro-Studiengang zu verwenden. Angesichts der Tatsache, dass das Curriculum f&#252;r das Germanistikstudium eine ganz andere Zielsetzung verfolgt, erscheint es unm&#246;glich, diesem Grundsatz zu folgen. Die Studierenden im Mikro-Studiengang stammen aus verschiedenen Studieng&#228;ngen und haben jedes Semester einen vollen Stundenplan. Im Gegensatz zu den Germanistikstudierenden stehen den Studierenden im Mikro-Studiengang nicht w&#246;chentlich 16 bis 18 Unterrichtsstunden f&#252;r Deutschlernen zur Verf&#252;gung. Der Sinn des Mikro-Studiengangs besteht darin, dass sie mit wenigen Semesterwochenstunden (SWS) das gew&#252;nschte Sprachniveau erreichen. Folgerichtig muss ein neues Konzept f&#252;r das Curriculum entwickelt werden.</p>
<p>Die Rolle des Curriculums f&#252;r den Mikro-Studiengang &#228;hnelt der des bestehenden Fachcurriculums, das die urspr&#252;ngliche Idee des Curriculums als verbindende Ebene zwischen der organisational-strukturellen Gestaltung von Bildungsprogrammen und der didaktischen Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen in einzelnen Kursen aufnimmt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B20">Jenert 2021a: 64</xref>). Daraus folgt, dass das Curriculum f&#252;r den Mikro-Studiengang einerseits die Bildungsanforderungen auf staatlicher und hochschulischer Ebene organisatorisch erf&#252;llt, und andererseits Orientierungen f&#252;r die didaktische Praxis bietet. Die Unterscheidung von strukturorientierten, prozessorientierten und didaktischen Ans&#228;tzen des Curriculums an Hochschulen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B23">Salden/Fischer/Barnat: 2016</xref>) sind hier anzuwenden. Das Curriculum f&#252;r den Mikro-Studiengang sollte strukturell so aufgebaut werden, dass das Lernen der deutschen Sprache prozessorientiert und didaktisch leicht handhabbar ist. Au&#223;erdem sind Elemente von Kultur-Tradition sowie Einsichten in die Wirksamkeit von Lehren und Lernen zu ber&#252;cksichtigen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B25">Robinsohn 1971</xref>).</p>
<p>Nach Diskussionen mit Fachleuten und der Universit&#228;tsverwaltung wurde das Curriculum erarbeitet und im Wintersemester 2023 eingef&#252;hrt. Das &#252;bergeordnete Studienziel besteht darin, dass Studierende je nach eigenen Lernzielen das Sprachniveau A2 bis B1 der GER erreichen. Im Laufe des zweij&#228;hrigen Studiengangs sollten sie fach&#252;bergreifende Kompetenzen erwerben, z.B. sprachliche Kompetenz, interkulturelle Kompetenz, Teamf&#228;higkeit usw. Zum Deutschlernen wird das Lehrwerk &#8222;DaF Leicht&#8220; vom Verlag Klett als kurstragendes Lehrwerk ausgew&#228;hlt. Dem Curriculum nach soll das Sprachniveau der Studierenden nach dem ersten und zweiten Semester jeweils Stufe A1 und A2 erreichen. Nach dem vierten Semester soll die Niveaustufe B1 erreicht werden. <xref ref-type="table" rid="T2">Tabelle 2</xref> bietet einen &#220;berblick &#252;ber alle Lehrveranstaltungen (LV) des Mikro-Studiums.</p>
<table-wrap id="T2">
<caption>
<p>Tab. 2: Lehrangebote f&#252;r den Mikro-Studiengang ECO-Deutsch (Quelle: <xref ref-type="bibr" rid="B13">ECNU 2023b: 3</xref>)</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td align="center" valign="top"><bold>LV-Typ</bold></td>
<td align="center" valign="top"><bold>Lehrveranstaltung</bold></td>
<td align="center" valign="top"><bold>Leistungspunkte</bold></td>
<td align="center" valign="top"><bold>Semester</bold></td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="center" valign="middle" rowspan="3">Obligatorische LV</td>
<td align="left" valign="top">ECO-Deutsch Grundstufe 1</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">1</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">ECO-Deutsch Grundstufe 2</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">ECO-Deutsch Mittelstufe 1</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">3</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" align="center" valign="top"><bold>Geforderte Leistungspunkte</bold></td>
<td colspan="2" align="center" valign="top"><bold>6</bold></td>
</tr>
<tr>
<td rowspan="5" align="center" valign="middle">Fakultative LV</td>
<td align="left" valign="top">ECO-Deutsch Grundstufe 1 H&#246;ren und Sprechen</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">1</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">ECO-Deutsch Grundstufe 2 H&#246;ren und Sprechen</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">ECO-Deutsch Mittelstufe H&#246;ren und Sprechen</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">3</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">ECO-Deutsch Mittelstufe 2</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">4</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Deutsche Geschichte</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">4</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" align="center" valign="top"><bold>Geforderte Leistungspunkte</bold></td>
<td colspan="2" align="center" valign="top"><bold>6</bold></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Der obigen Tabelle ist zu entnehmen, dass das Mikro-Studium aus drei Pflichtkursen und f&#252;nf fakultativen Kursen besteht. Von den f&#252;nf fakultativen Angeboten m&#252;ssen nur drei ausgew&#228;hlt werden. Die Lehrveranstaltung &#8222;Deutsche Geschichte&#8220; wird von einem Professor an der Fakult&#228;t f&#252;r Geschichtswissenschaft geleitet, der selbst auch Deutsch beherrscht.</p>
<p>Damit alle Studierenden regelm&#228;&#223;ig Deutsch lernen k&#246;nnen, finden Lehrveranstaltungen Freitagnachmittags und -abends statt, je zwei Unterrichtseinheiten &#225; 45 Minuten. Bei Fragen und Unklarheiten k&#246;nnen Studierende sich auch an eine Sprachassistentin wenden, die mittwochs eine dreist&#252;ndige Lernberatung anbietet. Das Pr&#252;fungsformat entspricht dem g&#228;ngigen Format der Goethe-Schule oder des Goethe-Instituts in China. Zum Erwerb der Sprachzeugnisse werden keine einheitlichen Anforderungen gestellt, und die Studierenden k&#246;nnen sich frei entscheiden, wann und wo sie an der Sprachpr&#252;fung teilnehmen m&#246;chten. Da die Lernzeit im Unterricht gering ist, wird die Lernplattform-Chaoxing eingesetzt, auf der Studierende nach dem Unterricht individuell weiterlernen und &#252;ben k&#246;nnen. Am Ende des ersten Semesters haben alle Teilnehmer:innen die Niveaustufe A1 erreicht. Dazu hat die Lernplattform-Chaoxing einen erheblichen Beitrag geleistet. Dies ist ein Beweis daf&#252;r, dass das Studium effektiver wird, wenn digitale Lernressourcen und Lernm&#246;glichkeiten angeboten werden.</p>
</sec>
<sec>
<title>4.3 Drei Lernmodule im Rahmen des Curriculums</title>
<p>F&#252;r die drei Anspruchsgruppen werden im Curriculum drei Lernmodule entwickelt. Sie unterscheiden sich dadurch, dass Studierende nach dem Besuch der obligatorischen Kurse ihrem Interesse entsprechend Lernschwerpunkte setzen k&#246;nnen. Die Aufteilung der Lernmodule geht auf die Analyse der Lerninteressen zur&#252;ck und versteht sich eher als eine Lernempfehlung. Es ist m&#246;glich und zul&#228;ssig, dass Studierende die Lernangebote nach ihren eigenen Lernzielen anders kombinieren.</p>
<p>Modul 1 empfiehlt die M&#246;glichkeit, den Schwerpunkt auf den Erwerb der Kommunikationsf&#228;higkeit auf der Niveaustufe B1 zu setzen. Nach Analyse der studentischen Leistungen bei TestDaF ist festzustellen, dass die untersuchten chinesischen Deutschlernenden beim H&#246;ren und Sprechen schw&#228;cher sind als beim Lesen und Schreiben (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B32">Yang 2017</xref>). Im Modul 1 wird haupts&#228;chlich H&#246;ren und Sprechen intensiv trainiert, und es wird ein Kurs Mittelstufe 2 (&#228;hnlich dem Kurs B1+) angeboten. Damit sollen die H&#246;r- und Sprechfertigkeit der Studierenden verst&#228;rkt werden. Im Kurs Deutsche Geschichte k&#246;nnen Lernende nicht nur deutsche Geschichte auf Deutsch kennen lernen, sondern auch auf Deutsch an der Diskussion teilnehmen. <xref ref-type="table" rid="T3">Tabelle 3</xref> zeigt die Kombination in Modul 1:</p>
<table-wrap id="T3">
<caption>
<p>Tab. 3: Kombination der Lehrveranstaltungen f&#252;r fachliche Weiterbildung (Modul 1) (Quelle: <xref ref-type="bibr" rid="B13">ECNU 2023b: 3</xref>)</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td align="left" valign="top"><bold>LV-Typ</bold></td>
<td align="left" valign="top"><bold>Lehrveranstaltung</bold></td>
<td align="center" valign="top"><bold>Leistungspunkte</bold></td>
<td align="center" valign="top"><bold>Semester</bold></td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td rowspan="3" align="left" valign="middle">Obligatorische LV</td>
<td align="left" valign="top">ECO-Deutsch Grundstufe 1</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">1</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">ECO-Deutsch Grundstufe 2</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">ECO-Deutsch Mittelstufe 1</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">3</td>
</tr>
<tr>
<td rowspan="3" align="left" valign="middle">Fakultative LV</td>
<td align="left" valign="top">ECO-Deutsch Mittelstufe H&#246;ren und Sprechen</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">3</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">ECO-Deutsch Mittelstufe 2</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">4</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Deutsche Geschichte</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">4</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Aufseiten der Studierenden ist die Kombination der Kursangebote im Modul 1 anspruchsvoll. Wegen der hohen Semesterwochenstundenzahl in ihrem Fachstudium haben Studierende unter der Woche weniger Zeit f&#252;r das Deutschlernen. Es ist davon auszugehen, dass diejenigen, die Modul 1 w&#228;hlen, voraussichtlich bereit sind, den anspruchsvollen Lernweg zu gehen und f&#252;r das Deutschlernen mehr Zeit zu investieren,</p>
<p>Modul 2 richtet sich an diejenigen Studierenden, die sich f&#252;r die deutsche Sprache und Kultur interessieren. Die Kombination der Kursangebote ist in <xref ref-type="table" rid="T4">Tabelle 4</xref> dargestellt:</p>
<table-wrap id="T4">
<caption>
<p>Tab. 4: Kombination der Lehrveranstaltungen f&#252;r Interessent:innen der deutschen Sprache und Kultur (Modul 2) (Quelle: <xref ref-type="bibr" rid="B13">ECNU 2023b: 4</xref>)</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td align="left" valign="top"><bold>LV-Typ</bold></td>
<td align="left" valign="top"><bold>Lehrveranstaltung</bold></td>
<td align="center" valign="top"><bold>Leistungspunkte</bold></td>
<td align="center" valign="top"><bold>Semester</bold></td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td rowspan="3" align="left" valign="middle">Obligatorische LV</td>
<td align="left" valign="top">ECO-Deutsch Grundstufe 1</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">1</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">ECO-Deutsch Grundstufe 2</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">ECO-Deutsch Mittelstufe 1</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">3</td>
</tr>
<tr>
<td rowspan="3" align="left" valign="middle">Fakultative LV</td>
<td align="left" valign="top">ECO-Deutsch Grundstufe 1 H&#246;ren und Sprechen</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">1</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">ECO-Deutsch Grundstufe 2 H&#246;ren und Sprechen</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Deutsche Geschichte</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">4</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Es ist ersichtlich, dass Studierende, die nach diesem Modul Deutsch lernen, ein Niveauzwischen A2 und B1 erreichen k&#246;nnen. F&#252;r diese Gruppe ist ein Sprachzeugnis im Vergleich zu den Studierenden im Modul 1 weniger wichtig. Sie m&#246;chten lediglich die deutsche Sprache und Kultur kennen lernen und sich gegebenenfalls mit deutschen Muttersprachler:innen &#252;ber einfache Themen austauschen k&#246;nnen. Damit unterscheidet sich ihre Lernmotivation stark von der anderer Lerngruppen. Sie lernen aus Interesse und nicht, um Sprachzeugnisse zu erhalten.</p>
<p>Modul 3 ist f&#252;r diejenigen Studierenden, die mit der deutschen Geschichte vertraut sind oder bereits die Lehrveranstaltung &#8222;Deutsche Geschichte&#8220; belegt haben. Sie planen entweder ein Austauschsemester in Deutschland zu verbringen oder mit deutschen Muttersprachler:innen zu kommunizieren. Die Kombination der Kurse ist in <xref ref-type="table" rid="T5">Tabelle 5</xref> unten dargestellt.</p>
<table-wrap id="T5">
<caption>
<p>Tab. 5: Kombination der Lehrveranstaltungen f&#252;r Austauschstudierende (Modul 3) (Quelle: <xref ref-type="bibr" rid="B13">ECNU 2023b: 4</xref>)</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td align="left" valign="top"><bold>LV-Typ</bold></td>
<td align="left" valign="top"><bold>Lehrveranstaltung</bold></td>
<td align="center" valign="top"><bold>Leistungspunkte</bold></td>
<td align="center" valign="top"><bold>Semester</bold></td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td rowspan="3" align="left" valign="middle">Obligatorische LV</td>
<td align="left" valign="top">ECO-Deutsch Grundstufe 1</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">1</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">ECO-Deutsch Grundstufe 2</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">ECO-Deutsch Mittelstufe 1</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">3</td>
</tr>
<tr>
<td rowspan="3" align="left" valign="middle">Fakultative LV</td>
<td align="left" valign="top">ECO-Deutsch Grundstufe 1 H&#246;ren und Sprechen</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">1</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">ECO-Deutsch Grundstufe 2 H&#246;ren und Sprechen</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">ECO-Deutsch Mittelstufe H&#246;ren und Sprechen</td>
<td align="center" valign="top">2</td>
<td align="center" valign="top">3</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Die Kombination der Lehrveranstaltungen in <xref ref-type="table" rid="T5">Tabelle 5</xref> hilft Studierenden, ihre H&#246;r- und Sprechfertigkeit so gut wie m&#246;glich zu entwickeln. F&#252;r das Austauschstudium sind Deutschkenntnisse zwar nicht erforderlich, jedoch m&#246;chten viele auch die deutsche Sprache erlernen und sich mit Einheimischen und Mitstudierenden auf Deutsch verst&#228;ndigen. Dies trifft besonders auf die Studierenden der Fakult&#228;ten f&#252;r Geschichtswissenschaft, Rechtswissenschaft und Sinologie zu, weil sie seit langem mit deutschen Hochschulen in Kontakt stehen.</p>
<p>Das Curriculum f&#252;r Deutsch als Micro-Credential wurde an das Mikro-Studienprogramm der Universit&#228;t angepasst und lernerzentriert entwickelt. Im Gegensatz zu lehrerzentrierten Curricula stehen Lernende im Mittelpunkt des Curriculums. Ein Beispiel daf&#252;r ist, dass die drei Lernmodule auf die Interessen der Studierenden eingehen und ihnen die freie Kombination von Kursen erm&#246;glichen, auch wenn das Kursangebot derzeit klein ist. Diese Wahlfreiheit unterscheidet das Curriculum f&#252;r Deutsch als Micro-Credential von anderen Curricula, die innerhalb und au&#223;erhalb der Universit&#228;t f&#252;r verschiedene Kurse verwendet werden.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>5 Schluss und Ausblick</title>
<p>Die obige Fallstudie zeigt, dass es in China unterschiedliche Curricula f&#252;r den Deutschunterricht gibt. Diese Curricula sind nicht Teil der staatlich einheitlichen Curricula und weisen eigene Besonderheiten auf. Bei der Curriculumforschung ist es sicherlich sinnvoll, von den praktizierten Curricula auszugehen und die Curriculumentwicklung aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Dies stellt eine Bereicherung f&#252;r die Curriculumforschung in China dar. Staatliche Standards und Richtlinien bieten nur eine allgemeine Orientierung f&#252;r die Unterrichtspraxis bestimmter Deutschkurse. F&#252;r die theoretische Weiterentwicklung im Bereich Curriculum sollten auch die parallel laufenden Deutschkurse in den Blick genommen werden.</p>
<p>Die in dieser Arbeit behandelte vier Curricula im chinesischen DaF-Unterricht haben jeweils ihre eigenen Zielgruppen und Zielsetzungen, wie in <xref ref-type="table" rid="T6">Tabelle 6</xref> dargestellt:</p>
<table-wrap id="T6">
<caption>
<p>Tab. 6: &#220;berblick &#252;ber die vier Curricula (eigene Darstellung)</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td align="left" valign="top"><bold>Curriculum</bold></td>
<td align="left" valign="top"><bold>Zielgruppe</bold></td>
<td align="left" valign="top"><bold>zu erreichende Niveaustufen</bold></td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Curriculum f&#252;r den Deutschunterricht im Rahmen der chinesisch-deutschen Hochschulkooperation</td>
<td align="left" valign="top">Projektstudierende</td>
<td align="left" valign="top">B2 (GER-Niveaustufe)</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Curriculum f&#252;r Deutsch als Nebenfach</td>
<td align="left" valign="top">Studierende der Mitgliedhochschulen</td>
<td align="left" valign="top">Keine Anforderung im Sinne von GER-Niveaustufen</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Curriculum f&#252;r den Studiengang Deutsch als zweites Studienfach</td>
<td align="left" valign="top">Hochschulabsolvent:innen</td>
<td align="left" valign="top">Keine Anforderung im Sinne von GER-Niveaustufen</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Curriculum f&#252;r Deutsch als Micro-Credential</td>
<td align="left" valign="top">ECNU-Studierende</td>
<td align="left" valign="top">B1 (GER-Niveaustufe)</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Auff&#228;llig ist, dass im 2. und 3. Curriculum nicht angegeben wird, welche GER-Niveaustufe erreicht werden soll, obwohl betont wird, dass die Studierenden die deutsche Sprache beherrschen und mit Muttersprachler:innen kommunizieren k&#246;nnen.</p>
<p>Curriculum 1 l&#228;uft bisher erfolgreich, da die chinesisch-deutschen Hochschulkooperationen ihr Curriculum auf der Basis langj&#228;hriger Praxis st&#228;ndig reflektieren und verbessern. In ihrem Curriculum wird explizit gefordert, dass Studierende erst dann mit einem Studium in Deutschland beginnen k&#246;nnen, wenn sie die TestDaF-Pr&#252;fung bestehen. Dazu muss ihr Sprachniveau die Niveaustufe B2 erreichen.</p>
<p>Anders als Curriculum 1 legen Curriculum 2 und 3 keine klar zu erreichenden Niveaustufen fest. Mit diesen beiden Curricula werden Sprachkurse und andere Kurse f&#252;r Interessenten der deutschen Sprache und Kultur angeboten. Dies kann dazu f&#252;hren, dass h&#228;ufiger Studierende aus verschiedenen Gr&#252;nden diese Kurse abbrechen.</p>
<p>Das Curriculum f&#252;r Deutsch als Micro-Credential ist die neueste Entwicklung und steht im Gegensatz zu g&#228;ngigen Methoden und Konzepten. Die Studierenden des Mikro-Studiengangs an der ECNU empfinden das Curriculum als motivierend, weil sie mehr Wahlm&#246;glichkeiten haben. Das Curriculum ber&#252;cksichtigt ihren fach&#252;bergreifenden Hintergrund und f&#246;rdert auch ihre Pers&#246;nlichkeitsentwicklung. An der Tongji-Universit&#228;t gibt es ein weiteres Curriculum f&#252;r Deutsch als Micro-Credential, welches das Erlernen der deutschen Sprache unabh&#228;ngig vom Pr&#228;senzunterricht erm&#246;glicht. Studierende m&#252;ssen sich lediglich Online-Lernvideos auf der Lernplattform ansehen und Abschlusspr&#252;fungen ablegen. Diese Form des Mikro-Studiengangs f&#252;r Deutsch als Micro-Credential ist nicht ohne Vorbehalt zu betrachten, da das Lernen auf der Lernplattform im Wesentlichen einem Online-Kurs entspricht. In diesem Fall ist es wahrscheinlich, dass Studierende sich f&#252;r einen anderen Online-Deutschkurs entscheiden werden, wenn sie nicht unbedingt das Sprachzeugnis der Tongji-Universit&#228;t erwerben wollen. Es ist schwer einzusch&#228;tzen, wie gut Studierende die deutsche Sprache beherrschen. Obwohl das Curriculum f&#252;r Deutsch als Micro-Credential derzeit nur eine marginale Rolle spielt, deutet es auf eine m&#246;gliche Entwicklung im Bereich der chinesischen Germanistik hin, die neue Wege in der Sprachbildung sucht. Dabei ist es notwendig, &#252;bergreifende Ziele oder p&#228;dagogische Leitkonzepte der Hochschulen umfassend zu implementieren und f&#252;r die Lernenden koh&#228;rente Lerngelegenheiten zu schaffen, zwischen den einzelnen Elementen der Bildungsprogramme und den beteiligten Akteuren und Disziplinen abzustimmen, die Implikationen und Probleme disziplin&#228;rer Abgrenzungen zu reflektieren und ggf. zu &#252;berwinden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B20">Jenert 2021a: 64</xref>).</p>
<p>Wie bereits erw&#228;hnt, unterliegt die Curriculumentwicklung der gesellschaftlichen Entwicklung und die Curricula m&#252;ssen st&#228;ndig an die neuen Bed&#252;rfnisse und W&#252;nsche der Lernenden angepasst werden. Im chinesischen DaF-Unterricht entwickelt sich die Nachfrage nach Deutschunterricht st&#228;ndig weiter und der Deutschunterricht befindet sich derzeit in einer Umbruchphase, in der neue Curricula f&#252;r das Erlernen der deutschen Sprache in Betracht gezogen werden. Mit der Integration der neuen Technologien, wie z.B. KI-Instrumente, in den Unterricht ist es dringend erforderlich, das Curriculum f&#252;r Deutschvermittlung entsprechend den Ver&#228;nderungen in Bildungsprogrammen neu zu gestalten. Dazu k&#246;nnen die drei Vorschl&#228;ge von Jorzik (<xref ref-type="bibr" rid="B22">2013</xref>) herangezogen werden, die besagen, dass das Curriculum flexible Planungen und Studienwege erm&#246;glicht, sich an kompetenzbasierten Lernzielen u. Inhalten orientiert und entsprechende Abl&#228;ufe der Lehr- und Lernprozesse beschreibt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B22">Jorzik 2013: 40</xref>). Zur konkreten Konzepterstellung sind nach Ansicht von Vissiennon (<xref ref-type="bibr" rid="B29">2024</xref>) drei miteinander verzahnte Komponenten zu beachten: Der Kompetenzerwerb muss 1) sichtbar und 2) nachweisbar gemacht werden und es muss zur Sicherung der Qualit&#228;t und Nachhaltigkeit 3) Verbindlichkeit hergestellt werden. D.h. es muss gew&#228;hrleistet werden, dass spezifische Kompetenzen auch wirklich Teil von Lehrveranstaltungen sind und bleiben (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B29">Vissiennon 2024: 33</xref>). Die Verankerung der Lernprozesse in Modulen -wie das vierte Curriculum in <xref ref-type="table" rid="T6">Tabelle 6</xref> &#8211; erm&#246;glicht die Realisierung der curricularen Leitidee und des Leitbilds eines Studiengangs (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B17">Gerholz/Sloane 2016: 165</xref>).</p>
</sec>
</body>
<back>
<fn-group>
<fn id="n1"><p>CDTF ist die Abk&#252;rzung f&#252;r die Chinesisch-Deutsche Technische Fakult&#228;t an der Qingdao University of Science and Technology in Qingdao, Provinz Shandong.</p></fn>
<fn id="n2"><p>CDHAW ist die Abk&#252;rzung f&#252;r die Chinesisch-Deutsche Hochschule f&#252;r Angewandte Wissenschaften an der Tongji-Universit&#228;t in Shanghai.</p></fn>
</fn-group>
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<title>Kurzbio</title>
<p><bold>Jianpei Yang</bold> ist Professor an der Deutschabteilung der East China Normal University. Promoviert hat er im Fach Deutsch als Fremdsprache an der TU Berlin. Seine Forschungsbereiche sind Sprachlehrforschung, Deutsch als Fremdsprache und Digitalisierung der Fremdsprachenlehre in China.</p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><bold>Anschrift:</bold></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:jianpeiyang@163.com">jianpeiyang@163.com</ext-link></styled-content></p>
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