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<journal-title>Zeitschrift f&#252;r Interkulturellen Fremdsprachenunterricht</journal-title>
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<publisher-name>Universit&#228;ts- und Landesbibliothek Darmstadt</publisher-name>
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<subject>Aufsatz au&#223;erhalb des themenschwerpunkts</subject>
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<article-title>Der Einsatz des gesamtsprachlichen Repertoires chinesischer Lernender im kooperativen Schreiben im DaF-Kontext</article-title>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>Ludwig-Maximilians-Universit&#228;t M&#252;nchen, Institut f&#252;r Deutsch als Fremdsprache, Deutsch</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2024-08-27">
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<abstract>
<p>Bisherige Forschungen, die vor allem im schulischen (Fach-)Unterricht durchgef&#252;hrt wurden, weisen auf einen lernf&#246;rderlichen Effekt des Einsatzes des gesamtsprachlichen Repertoires von Lernenden hin. Dies wird h&#228;ufig als <italic>Translanguaging</italic> oder im Sinne des Gemeinsamen Europ&#228;ischen Referenzrahmens (GeR) als Sprachmittlung/Mediation bezeichnet. Im Kontext des institutionalisierten Deutsch-als-Fremdsprache-Unterrichts (DaF-Unterricht), dessen prim&#228;res Ziel der Erwerb der Zielsprache Deutsch ist, stellt sich die Frage, welche Funktionen durch den Wechsel in die Erst- oder weitere Fremdsprachen erf&#252;llt werden und ob sich hieraus ebenfalls ein positiver Effekt f&#252;r das Lernen ableiten l&#228;sst. Hierzu wird die sprachliche Interaktion von 32 erwachsenen fortgeschrittenen chinesischen Deutsch-als-Fremdsprache-Lernenden auf den GeR-Niveaustufen B1/B2 sowie C1/C2 w&#228;hrend eines kooperativen Schreibauftrags analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Erstsprache der Lernenden sowie teilweise auch das Englische nicht nur an der sprachlich-formalen Dimension, sondern auch an den kognitiv anspruchsvollen epistemologischen Dimensionen des Schreibprozesses beteiligt sind. Dies spricht f&#252;r eine gezielte Einbindung des gesamtsprachlichen Repertoires von Lernenden im DaF-Unterricht.</p>
</abstract>
<trans-abstract xml:lang="en">
<p><bold>Chinese learners&#8217; use of the entire language repertoire in cooperative writing tasks in the GFL classroom</bold></p>
<p>Previous research, which has mainly been carried out in school lessons, shows that the use of learners&#8217; entire language repertoire has a positive effect on learning. This is often referred to as translanguaging or, in the sense of the Common European Framework of Reference for Languages (CEFR), as language mediation. In the context of institutionalized German as a foreign language teaching, whose primary goal is the acquisition of the target language German, the question arises as to which functions are carried out by switching to the first or other foreign languages and whether a positive effect on learning can also be derived from this. To this end, the verbal interaction of 32 adult advanced Chinese learners of German as a foreign language at CEFR levels B1/B2 and C1/C2 during a collaborative writing task is analyzed. The results show that the learners&#8217; first language and, in some cases, English are involved not only in the linguistic-formal dimension, but also in the cognitively demanding epistemological dimensions of the writing process. This suggests that learners&#8217; entire linguistic repertoire should be integrated into the German as a foreign language classroom.</p>
</trans-abstract>
<kwd-group>
<kwd>Gesamtsprachliches Repertoire</kwd>
<kwd>kooperatives Schreiben</kwd>
</kwd-group>
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<kwd>linguistic repertoire</kwd>
<kwd>collaborative writing</kwd>
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<title>1 Einleitung</title>
<p>Im Fremdsprachenunterricht ist Mehrsprachigkeit ein gegebener Bestandteil. So verf&#252;gen die Lernenden &#252;ber ihre eigene individuelle Mehrsprachigkeit, indem sie neben der zu lernenden Zielsprache bereits mindestens eine weitere Sprache, ihre Erstsprache (L1), beherrschen. Der Umgang mit Mehrsprachigkeit ist somit ein zentraler Faktor des Fremdsprachenunterrichts, dem in der Vergangenheit unterschiedlich begegnet wurde. Im Zuge einer zunehmenden Kommunikations- und Kompetenzorientierung erfolgte ein bewusster Einbezug vorhandener Sprachkenntnisse sowie Sprachlernerfahrungen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B23">Hufeisen/Neuner 2003b: 5</xref>). Ein Konzept, das in diesem Kontext entstanden ist und in j&#252;ngerer Vergangenheit im Kontext der Sprachlehr- und Sprachlernforschung erheblich an Bedeutung gewonnen hat, ist das der Mehrsprachigkeitsdidaktik (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B16">Garc&#237;a/Li 2014</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B27">Koch/Riehl 2024: 130&#8211;132</xref>). Im Gegensatz zur zielsprachenspezifischen Didaktik wird hier die Gesamtheit der sprachlichen Kenntnisse und auch der Lernstrategien ber&#252;cksichtigt (vgl. u.a. <xref ref-type="bibr" rid="B7">Candelier/Grima/Castellotti/de Pietro/L&#246;rincz/Mei&#223;ner/Schr&#246;der-Sura/Noguerol 2009</xref>).</p>
<p>Ein Begriff, der in j&#252;ngerer Zeit enorme Beachtung erlangt hat und eng mit dem Konzept der Mehrsprachigkeitsdidaktik verkn&#252;pft ist, ist das sog. <italic>Translanguaging</italic>. Neben einer blo&#223;en Anerkennung der sprachlichen Vielfalt wird hiermit im p&#228;dagogischen Verst&#228;ndnis des Begriffs eine aktive Nutzung dieser Vielfalt als Ressource f&#252;r das sprachliche und fachliche Lernen gefordert. Hieraus resultieren die Ber&#252;cksichtigung mehrsprachiger Praktiken im Unterricht sowie die Auffassung, dass es sich bei den sprachlichen F&#228;higkeiten Mehrsprachiger um ein gesamtsprachliches Repertoire handelt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B6">Busch 2021</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B17">Garc&#237;a/Li 2015</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B31">Matras 2020</xref>). Das Konzept des <italic>Translanguaging</italic> zielt somit auf eine st&#228;rkere Integration und Verkn&#252;pfung der verschiedenen Sprachressourcen ab. Gleichzeitig besteht allerdings insbesondere im schulischen Kontext die Bef&#252;rchtung, mehrsprachige Lernende k&#246;nnten ihre weitere(n) Sprache(n) dazu nutzen, sich prim&#228;r &#252;ber Dinge auszutauschen, die nicht Teil des Unterrichtsdiskurses sind (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B9">Duarte 2019</xref>).</p>
<p>Die bisherige Forschung zeigt das allgemeine lernf&#246;rdernde Potenzial des <italic>Translanguaging</italic> auf (vgl. u.a. <xref ref-type="bibr" rid="B16">Garc&#237;a/Li 2014</xref>). Hierbei werden nicht nur das gesamte Sprachrepertoire der Lernenden, sondern auch die durch verschiedene Sprachen repr&#228;sentierten Kenntnisse, Lernstrategien sowie -kompetenzen mobilisiert und gef&#246;rdert. <italic>Translanguaging</italic> kann somit auch die Lernmotivation erh&#246;hen und so zu einem effektiveren Lernprozess beitragen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B2">Ant&#243;n/DiCamilla 1999</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B39">Swain/Lapkin 2000</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B35">Redder/Krause/Prediger/Uribe/Wagner 2022</xref>). Der Gro&#223;teil dieser Ergebnisse stammt jedoch aus Studien, die sich mit minderj&#228;hrigen Lernenden im schulischen Kontext befassen (vgl. aber <xref ref-type="bibr" rid="B25">Kalkavan-Aydin 2023</xref>). Der Einsatz des <italic>Translanguaging</italic> in anderen Bildungskontexten sowie bei &#228;lteren Lernenden ist bisher vergleichsweise wenig untersucht worden. Die vorliegende Studie zielt darauf ab, erste explorative Erkenntnisse f&#252;r den Einsatz von <italic>Translanguaging</italic> bei fortgeschrittenen erwachsenen Lernenden des Deutschen als Fremdsprache zu liefern, deren Erstsprache Mandarin ist. Die Auseinandersetzung mit dieser Gruppe soll Aufschluss dar&#252;ber geben, ob und wie erfahrenere und in ihrer allgemeinen kognitiven Entwicklung weiter vorangeschrittene Lernende ihr gesamtsprachliches Repertoire (Mandarin, Deutsch sowie Englisch) im Schreibprozess zur L&#246;sung einer kooperativen Schreibaufgabe nutzen.</p>
</sec>
<sec>
<title>2 Ausgangspunkt: Mehrsprachigkeitsdidaktik</title>
<p>Die Mehrsprachigkeitsdidaktik basiert ma&#223;geblich auf psycholinguistischen Erkenntnissen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B37">Riehl 2021</xref>), die nicht nur zeigen, dass die Sprachen im Gehirn miteinander vernetzt sind, sondern auch dass beim Erlernen weiterer Sprachen bereits bekannte Sprachen effektiv genutzt werden k&#246;nnen. Bei der Mehrsprachigkeitsdidaktik handelt es sich somit um ein integratives Konzept, das die sprachlichen F&#228;higkeiten mehrsprachiger Individuen als ihr gesamtsprachliches Repertoire versteht. Im Wesentlichen werden damit Konzepte des <italic>Multicompetence</italic>-Ansatzes und der <italic>Dynamic Systems Theory</italic> ber&#252;cksichtigt, wie sie u.a. von Herdina und Jessner (<xref ref-type="bibr" rid="B21">2002</xref>) und Larsen-Freeman (<xref ref-type="bibr" rid="B28">2012</xref>) vorgeschlagen wurden. Diese Ans&#228;tze gehen davon aus, dass, wenn ein mehrsprachiges Individuum ein bestimmtes Konzept oder ein sprachliches Muster in einer Sprache erwirbt, sich dies auch auf die Konzepte und Muster in den anderen Sprachen auswirkt. Im Kontext des Fremdsprachenunterrichts wird dabei h&#228;ufig auf das Spannungsfeld eines potenziellen Nutzens der L1 f&#252;r das weitere Sprachlernen bei gleichzeitiger Hinderung f&#252;r solches hingewiesen. So formulieren etwa Swain und Lapkin (<xref ref-type="bibr" rid="B39">2000: 268</xref>): &#8222;[T]he use of the L1 should not be prohibited in immersion classrooms, but neither should it be actively encouraged as it may substitute for, rather than support, second language learning.&#8221; Somit stellt sich die Frage, unter welchen Bedingungen bzw. zu welchem Zweck Lernende auf ihre L1 zur&#252;ckgreifen sollten. Im deutschsprachigen Raum wird dieser Frage vor allem im Kontext der Terti&#228;rsprachenforschung nachgegangen, die den Einfluss bereits vorhandener Sprachen auf die Zielsprache untersucht (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B3">Aronin/Hufeisen 2009</xref>). Die Terti&#228;rsprachendidaktik (u.a. <xref ref-type="bibr" rid="B22">Hufeisen/Neuner 2003a</xref>) schl&#228;gt dabei vor allem die Mobilisierung rezeptiver sprachlicher Kompetenzen zur Erschlie&#223;ung zielsprachlicher Strukturen vor. Zu erw&#228;hnen ist in diesem Zusammenhang das Projekt EuroCom (f&#252;r Interkomprehension europ&#228;ischer Sprachen). Hier werden vor allem die lautlichen (und graphematischen) &#196;hnlichkeiten zwischen etymologisch verwandten W&#246;rtern in verschiedenen Sprachen intensiv genutzt.</p>
<p>F&#252;r die praktische Gestaltung von Kommunikation in mehrsprachigen Kontexten verweist der Gemeinsame Europ&#228;ische Referenzrahmen f&#252;r Sprachen (GeR) auf die Aktivit&#228;t der Sprachmittlung/Mediation (<xref ref-type="bibr" rid="B11">Europarat 2001: Abschnitt 2.1.3</xref>). Mediationsaktivit&#228;ten werden dabei als eine Art sprachliche Umformungsstrategie beschrieben, durch die m&#252;ndliche oder auch schriftliche &#196;u&#223;erungen &#252;bersetzt bzw. gedolmetscht werden &#8211; dies muss nicht zwangsl&#228;ufig sprach&#252;bergreifend sein, kann es aber. Darauf, dass dies deutlich zu kurz greift, weist der Begleitband des GeR hin, dessen deutsche Version 2020 erschien (<xref ref-type="bibr" rid="B12">Europarat/Rat f&#252;r interkulturelle Zusammenarbeit 2020</xref>).<xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref> Hier wird die Aktivit&#228;t der Sprachmittlung/Mediation als eine integrative Kompetenz definiert, die weit &#252;ber die Handlungen Dolmetschen und &#220;bersetzen hinausgeht (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B12">Europarat 2020: 42</xref>). So werden drei unterschiedliche Mediationsaktivit&#228;ten ausdifferenziert, n&#228;mlich die Mediation von Texten, Konzepten und Kommunikation (vgl. ebd.: 113). W&#228;hrend sich die Mediation von Texten noch stark an der Aktivit&#228;t des Dolmetschens und &#220;bersetzens orientiert, ber&#252;cksichtigen die anderen beiden Aktivit&#228;ten st&#228;rker den Aspekt des gemeinsamen kooperativen Handelns (vgl. ebd.). Somit r&#252;cken soziale und kulturelle Aspekte st&#228;rker in den Vordergrund. Sprachkompetenzen werden damit eng an allgemeine interaktive und soziale Handlungskompetenzen gekn&#252;pft.</p>
<p>Dieses Konzept erinnert an <italic>Translanguaging</italic>. Im Gegensatz zur Mediation wird beim <italic>Translanguaging</italic> allerdings st&#228;rker der eigene, individuelle Nutzen des gesamtsprachlichen Repertoires in Lernprozessen betont als dessen Rolle zur Mediation (vgl. die Definition von Mediation im GeR 2020: 113). Im Lernkontext hat Duarte (<xref ref-type="bibr" rid="B10">2020</xref>) die Differenzierung verschiedener Funktionen von <italic>Translanguaging</italic> vorgeschlagen, die im Folgenden genauer betrachtet werden sollen, um anschlie&#223;end ihre &#220;bertragung auf den DaF-Kontext zu beurteilen.</p>
</sec>
<sec>
<title>3 Eine pragmatisch-p&#228;dagogische Perspektive zur Ber&#252;cksichtigung des gesamtsprachlichen Repertoires: Das p&#228;dagogische Translanguaging</title>
<p>Mit dem <italic>Translanguaging</italic> erf&#228;hrt ein Ansatz gro&#223;e Popularit&#228;t, mit dem mehrsprachige &#196;u&#223;erungen beschrieben werden. Vor allem in der angewandten Bildungsforschung und Sprachdidaktik wird h&#228;ufig von <italic>Translanguaging</italic> gesprochen, um den flexiblen Wechsel zwischen zwei oder mehreren Sprachen zu erfassen. Eine der g&#228;ngigsten Differenzierungen stellt die Unterscheidung in ein p&#228;dagogisches und ein spontanes <italic>Translanguaging</italic> dar (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B8">Cenoz/Gorter 2017</xref>). Das <italic>p&#228;dagogische Translanguaging</italic> bezieht sich auf die bewusste Einbeziehung mehrerer Sprachen zugunsten eines bestimmten p&#228;dagogisch-didaktischen Zwecks. Hingegen fallen unter den Begriff des <italic>spontanen Translanguaging</italic> die g&#228;ngigen mehrsprachigen Praktiken inner- und au&#223;erhalb des Lernkontexts. Hiermit wird das Konzept des <italic>Translanguaging</italic> verallgemeinert und auf die authentischen Erfahrungen mehrsprachiger Individuen erweitert. Sie &#8218;translanguagen&#8216; st&#228;ndig und spontan, um ihre mehrsprachige Welt sinnvoll zu gestalten (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B13">Garc&#237;a 2009: 45</xref>).<xref ref-type="fn" rid="n2">2</xref> Die Definition des <italic>spontanen Translanguaging</italic> steht damit erkennbar Konzepten und Modellen der Bilingualismus- und Sprachkontaktforschung gegen&#252;ber. So weist etwa Auer (<xref ref-type="bibr" rid="B4">2022</xref>) darauf hin, dass die Zusammenfassung verschiedener linguistischer Termini wie Code-Switching oder Transfer, deren Differenzierung auf jahrzehntelanger Forschung beruhen, zu einem &#252;bergeordneten <italic>Translanguaging</italic> mit einem R&#252;ckschritt in der Beschreibungs- und Erkl&#228;rungsad&#228;quatheit einhergeht. Aus diesem Grund steht im Folgenden nicht das sprachtheoretische Verst&#228;ndnis des <italic>Translanguaging</italic>-Ansatzes im Fokus, sondern dessen sprachdidaktisches Potenzial, das den Einsatz des gesamtsprachlichen Repertoires von Lernenden im Unterrichtskontext fordert. Dabei stehen der gezielte Einsatz mehrerer Sprachen und die Frage nach dem Nutzen im Fokus, den diese als Ressource beim Denken, Probleml&#246;sen und Lernen von Sprach- und Fachwissen haben.</p>
<p>Dem <italic>p&#228;dagogischen Translanguaging</italic> ist in j&#252;ngster Zeit viel Beachtung geschenkt worden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B26">Kirsch/Duarte 2020</xref>), wenngleich der Nutzen des gesamtsprachlichen Repertoires f&#252;r den Erfolg sprachlichen Lernens bereits eine lange Forschungstradition hat (u.a. <xref ref-type="bibr" rid="B2">Ant&#243;n/DiCamilla 1999</xref>). Dabei greift der Ansatz erkennbar etablierte Konzepte der Mehrsprachigkeitsforschung auf, indem davon ausgegangen wird, dass Sprachkompetenzen zwischen den Sprachen variieren und Sprachsysteme nicht separat voneinander existieren, sondern stetig miteinander interagieren. So bewegen sich mehrsprachige Individuen fortw&#228;hrend zwischen Sprachen und sprachlichen Dom&#228;nen, die durch den Kontext, Themen oder auch die jeweiligen Gespr&#228;chspartnerinnen und -partner beeinflusst werden und unterschiedliche sprachliche Kompetenzen erfordern.<xref ref-type="fn" rid="n3">3</xref></p>
<p>Einen Meilenstein in der Untersuchung zu den Funktionen des <italic>Translanguaging</italic> stellt die Studie von Duarte (<xref ref-type="bibr" rid="B9">2019</xref>) dar. In ihrer Analyse sprachlich heterogener Gruppen konnte sie zeigen, dass ein nicht von der Lehrkraft gesteuertes <italic>Translanguaging</italic> f&#252;r kooperatives Lernen im Sachunterricht n&#252;tzlich ist. Die untersuchten Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler nutzen im Aufgabenl&#246;sungsprozess ihr gesamtes Sprachrepertoire. Hierbei stellte Duarte (ebd.) zwei unterschiedliche Funktionen des <italic>Translanguaging</italic> fest: Eine organisatorische (<italic>social-managerial</italic>) sowie eine kognitive (<italic>cognitively oriented</italic>) Funktion. Durch das mehrsprachige Sprechen entwickelte sich das Gespr&#228;ch zwischen den Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern zu einem explorativen Diskurs (<italic>exploratory talk</italic>), in dem die Gespr&#228;chspartnerinnen und -partner ihr Wissen teilten und gemeinsam neues Wissen generierten (ebd.: 162). Ein Grund hierf&#252;r ist die sprachlich-prozedurale Natur des sprachlichen Wissens, die als einigerma&#223;en unabh&#228;ngig von dem jeweiligen Zeichensystem der einzelnen Sprache gesehen wird. Redder et al. (<xref ref-type="bibr" rid="B35">2022: 316</xref>) weisen auf eine sprach&#252;bergreifende Vernetzung solcher Prozeduren hin:</p>
<disp-quote>
<p>Prozeduren [gehen] &#252;ber ihre einzelsprachliche Charakteristik hinweg in die sprachlich-mentale Prozessierung von komplexeren &#196;u&#223;erungen oder Diskursen [ein]. Ihre zweckbedingte Struktur wird also dynamisch genutzt &#8211; sprecher*innenseitig bei der Produktion, h&#246;rerseitig beim Verstehen.</p>
</disp-quote>
<p>Somit kann nach Redder et al. (<xref ref-type="bibr" rid="B35">2022</xref>) die Mehrsprachigkeit der Lernenden durch <italic>Translanguaging</italic>, also den Wechsel zwischen unterschiedlichen sprachlichen Ressourcen, f&#252;r scheinbar sprachferne F&#228;cher wie Mathematik Ressourcen freisetzen, indem zum Beispiel logische Zusammenh&#228;nge sowie die entsprechenden sprachlichen &#196;u&#223;erungen von einer Sprache auf eine andere &#252;bertragen, kognitiv bearbeitet und verinnerlicht werden.</p>
<p>In der mehrsprachigen Rede kann das <italic>Translanguaging</italic> dementsprechend unterschiedliche Funktionen &#252;bernehmen. Duarte (<xref ref-type="bibr" rid="B10">2020</xref>) unterscheidet in einem lernbezogenen Kontext zwischen der symbolischen und der inhaltsbezogenen Funktion (s. <xref ref-type="fig" rid="T1">Tab. 1</xref>). Durch die symbolische Funktion wird die mit Sprache verbundene Identit&#228;t vermittelt und die Mehrsprachigkeit der Lernenden anerkannt. Dabei geht es weniger darum, was gesagt bzw. geschrieben wird, sondern eher um die Tatsache, dass bestimmte Sprachen neben der dominanten Sprache verwendet werden (d&#252;rfen). Die inhaltsbezogene Funktion ist hingegen durch ihre pragmatische Rolle in der Kommunikation gekennzeichnet. Dazu geh&#246;ren die unterst&#252;tzende, die kommunikative sowie die epistemologische Funktion. Durch die unterst&#252;tzende Funktion wird die Entfernung zwischen vorhandenen Kenntnissen bzw. Lernerfahrungen und dem Lernziel &#252;berbr&#252;ckt und eine sinnvolle Teilnahme am Lernprozess erm&#246;glicht (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B17">Garc&#237;a/Li 2015: 229&#8211;231</xref>). Ein Beispiel daf&#252;r ist das <italic>Scaffolding</italic> (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B10">Duarte 2020</xref>). Die epistemologische Funktion erf&#252;llt das <italic>Translanguaging</italic>, indem es an kognitiven Bearbeitungsprozessen beteiligt ist. So k&#246;nnen etwa die Lernenden bei der Besprechung einer Aufgabe ihr gesamtsprachliches Repertoire nutzen, um herauszufinden, wie sie bei der L&#246;sung der Aufgabe vorgehen sollen. Die kommunikative Funktion des <italic>Translanguaging</italic> besch&#228;ftigt sich mit der organisatorisch-interpersonellen Seite des Lernens und wird realisiert, wenn zum Beispiel Lernende durch den Einsatz von <italic>Translanguaging</italic> ihre gemeinsame Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Thema lenken.</p>
<p>In der Praxis f&#228;llt es oft schwer, starre Grenze zwischen diesen Funktionen zu ziehen. In einer Sequenz oder sogar in einer &#196;u&#223;erung k&#246;nnen mehrere <italic>Translanguaging</italic>-Praktiken vorkommen und mehrere Funktionen erf&#252;llt werden. Die folgende Tabelle fasst die oben genannten Funktionen des p&#228;dagogischen <italic>Translanguaging</italic> nach Duarte (<xref ref-type="bibr" rid="B10">2020</xref>) zusammen:</p>
<fig id="T1">
<caption>
<p>Tab. 1: Funktionen eines p&#228;dagogischen <italic>Translanguaging</italic></p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-3943_koch-t1.png"/>
</fig>
<p>4 Translanguaging im DaF-Kontext unter Ber&#252;cksichtigung des Schreibens in der Fremdsprache</p>
<p>Ein Gro&#223;teil der bisherigen Forschung &#252;ber den Einsatz von <italic>Translanguaging</italic> fand im schulischen Kontext statt und weist hier auf das lernf&#246;rdernde Potenzial hin (s. u.a. <xref ref-type="bibr" rid="B1">Allg&#228;uer-Hackl/Brogan/Henning/Hufeisen/Schlabach 2015</xref>). Dabei handelt es sich um kindliche oder jugendliche mehrsprachige Lernerinnen und Lerner, die neben der weiteren Ausdifferenzierung ihrer Sprachkompetenzen das jeweilige Fachwissen erwerben sowie ihre kognitiven F&#228;higkeiten erweitern. F&#252;r den Einsatz von <italic>Translanguaging</italic> im DaF-Unterricht mit erwachsenen Lernerinnen und Lernern sind einige Besonderheiten zu beachten. Zun&#228;chst kann hier aus einer monolingualen Perspektive argumentiert werden, dass im DaF-Unterricht nur das Deutsche sowohl Unterrichts- als auch Arbeitssprache sein sollte, um eine maximale Ber&#252;hrungszeit mit der Zielsprache zu erm&#246;glichen. Allerdings sollte die Mehrdimensionalit&#228;t des Lernprozesses im Blick behalten werden. Das Lernen erfordert nicht nur &#220;bungen, sondern auch strategische Lernkompetenz sowie sinnvolle kognitive Beteiligung am Lernprozess, in dem die Lernenden als werdende Zwei- und Mehrsprachige (<italic>Emergent Bilinguals</italic>, vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B15">Garc&#237;a/Kleifgen/Falchi 2008</xref>) anzusehen sind. Die starre Trennung zwischen Sprachen sowie das Bestehen auf Einsprachigkeit im Unterrichtskontext sind insofern p&#228;dagogisch ung&#252;nstig. Dennoch ist es das prim&#228;re Ziel eines Fremdsprachenunterrichts, die Handlungskompetenz in der Zielsprache zu trainieren, und daf&#252;r m&#252;ssen die Lernenden die Zielsprache verwenden. <italic>Translanguaging</italic> erscheint hier auf den ersten Blick wenig hilfreich. Die Frage ist also, ob es Bedingungen und Lernaktivit&#228;ten gibt, die den Einsatz von <italic>Translanguaging</italic> im Fremdsprachenunterricht sinnvoll erscheinen lassen. Dieser Frage geht die vorliegende Studie nach, indem untersucht wird, inwiefern die Ber&#252;cksichtigung des gesamtsprachlichen Repertoires zur L&#246;sung einer kooperativen Schreibaufgabe in der Zielsprache beitragen kann.</p>
<p>Beim kooperativen Schreiben handelt es sich um eine Schreibform, bei der mehrere Personen an demselben Schreibprozess teilnehmen und ein gemeinsames Schreibprodukt erstellen. Im Fremdsprachenunterricht ist das kooperative Schreiben eine g&#228;ngige Lernaktivit&#228;t, bei der sich die Lernenden zwischen der Rolle des Produzenten, also des Schreibers, und der des Rezipienten, also des Lesers, bewegen. Grundlage der Zusammenarbeit ist dabei die verbale Kommunikation, in der einerseits inhaltsbezogene Ideen und Konzepte diskutiert werden und andererseits der Schreibprozess koordiniert wird (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B29">Lehnen/G&#252;lich 1997</xref>). Dies muss nicht zwangsl&#228;ufig einsprachig geschehen, sondern kann auch im Sinne des <italic>Translanguaging</italic> durch den R&#252;ckgriff auf das gesamtsprachliche Repertoire erfolgen und somit organisatorische sowie inhaltsorientierte Aspekte &#252;bernehmen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B9">Duarte 2019</xref>).</p>
<p>Wie Grie&#223;haber (<xref ref-type="bibr" rid="B19">2018: 19</xref>) anmerkt, dient das Modell von Hayes &amp; Flower (<xref ref-type="bibr" rid="B20">1980</xref>) nach wie vor als Referenzpunkt, um den Schreibprozess zu erfassen und zu bewerten. Dar&#252;ber hinaus wurde es f&#252;r das Schreiben in der Zweitsprache modifiziert (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B18">Grie&#223;haber 2010: 220</xref>), wodurch es sich auch f&#252;r die Betrachtung des fremdsprachlichen Schreibens eignet. Grie&#223;habers (<xref ref-type="bibr" rid="B18">2010</xref>) Adaptation beh&#228;lt die grundlegenden Bereiche des Modells bei (Aufgabenumfeld, Langzeitged&#228;chtnis der Schreiberin/des Schreibers sowie die Prozesswerkstatt mit den drei Teilprozessen Planen, Formulieren und &#220;berarbeiten), fokussiert jedoch Spezifika und Herausforderungen des fremdsprachlichen Schreibens (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B19">Grie&#223;haber 2018: 20</xref>). Dabei wird angenommen, dass Fremdsprachenlernende h&#228;ufig bereits &#252;ber Textproduktionsstrategien in ihrer L1 verf&#252;gen, was sowohl zu positivem als auch negativem Transfer f&#252;hren kann. B&#246;rner (<xref ref-type="bibr" rid="B5">1989: 351&#8211;352</xref>) schl&#228;gt in diesem Kontext den Begriff der <italic>Regression</italic> vor, der die Diskrepanz zwischen dem Ausdruckswillen der Lernenden einerseits und ihren sprachlichen F&#228;higkeiten andererseits erfasst. Dieses Ungleichgewicht f&#252;hrt seiner Ansicht nach h&#228;ufig auch zu Frustration im Schreibprozess (vgl. ebd.: 352). Dar&#252;ber hinaus verf&#252;gen Fremdsprachenlernende laut Grie&#223;haber (<xref ref-type="bibr" rid="B18">2010</xref>) im Langzeitged&#228;chtnis sowohl quantitativ als auch qualitativ &#252;ber weniger sprachliches und textschematisches Wissen in der L2, was f&#252;r die Ber&#252;cksichtigung von L1-Ressourcen spricht. Der eigentliche Schreibprozess stellt die Lernenden vor allem in den Teilbereichen des Formulierens und &#220;berarbeitens vor Herausforderungen. Das liegt daran, dass bei Schreibenden in der Fremdsprache insbesondere die Bereiche des Wortschatzes und der Grammatik h&#228;ufig weniger entwickelt sind und dies den Prozess des Formulierens blockieren oder verz&#246;gern kann.</p>
<p>Eine Schreibaufgabe in der Fremdsprache stellt somit f&#252;r die Schreiberinnen und Schreiber eine zus&#228;tzliche Herausforderung dar: einerseits m&#252;ssen sie einen Text produzieren und andererseits den Prozess der Textproduktion steuern, w&#228;hrend sie oft &#252;ber weniger ausgebaute sprachliche F&#228;higkeiten in der Fremdsprache im Vergleich zu ihrer Erstsprache verf&#252;gen. Der Einsatz von <italic>Translanguaging</italic> kann diesen Prozess unterst&#252;tzen, da Schreiberinnen und Schreiber durch <italic>Translanguaging</italic> zus&#228;tzliche sprachliche und kognitive Ressourcen mobilisieren k&#246;nnen, um den Planungsprozess voranzutreiben. Au&#223;erdem schaffen sich die Lernenden durch den R&#252;ckgriff auf ihr gesamtsprachliches Repertoire eine sichere sprachliche Basis und tragen somit wesentlich zur Gestaltung ihres Bearbeitungsprozesses bei. F&#252;r mehrsprachige Individuen besteht zus&#228;tzlich die M&#246;glichkeit, durch <italic>Translanguaging</italic> ihre ganzheitliche Kompetenz, jenseits der sprachlichen Ressourcen, f&#252;r das Management und die Durchf&#252;hrung des Schreibprozesses sprach&#252;bergreifend zu aktivieren und einzusetzen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B38">Schm&#246;lzer-Eibinger 2011</xref>). Dies erweist sich vor allem f&#252;r Schreiberinnen und Schreiber als sinnvoll, die &#252;ber ausreichende Textkompetenz verf&#252;gen. Die kommunikative Funktion des <italic>Translanguaging</italic> kann somit dazu beitragen, die einzelnen Arbeitsschritte zu koordinieren, w&#228;hrend die epistemologische Funktion es erm&#246;glicht, die Gestaltung des Inhaltes des zu schreibenden Textes zu unterst&#252;tzen. Inwiefern dies tats&#228;chlich der Fall ist, soll in der nachfolgenden Fallstudie genauer untersucht werden.</p>
</sec>
<sec>
<title>5 Fallstudie</title>
<sec>
<title>5.1 Forschungsfragen und Hypothese</title>
<p>In der vorliegenden Fallstudie werden <italic>Translanguaging</italic>-Vorkommnisse untersucht, die von Lernenden in einem kooperativen Schreibprozess ohne Anweisung der Lehrkraft get&#228;tigt wurden. Dabei galt die Voraussetzung, dass der Wechsel zwischen Sprachen erlaubt ist und zur Bearbeitung einer Aufgabe eingesetzt werden darf. Der Schreibauftrag erfolgte einsprachig auf Deutsch und forderte ein Schreibprodukt, das ebenfalls in deutscher Sprache vorliegen sollte. Ziel der Untersuchung war es, <italic>Translanguaging</italic>-Praktiken zu dokumentieren und ihre Funktionen im Schreibprozess zu identifizieren. Dazu sind die beiden nachfolgenden Forschungsfragen untersucht worden:</p>
<list list-type="order">
<list-item><p>Welche Funktionen &#252;bernimmt das <italic>Translanguaging</italic>, insbesondere der Wechsel ins Mandarin, w&#228;hrend des kooperativen Schreibprozesses?</p></list-item>
<list-item><p>Finden durch <italic>Translanguaging</italic> vorgenommene &#220;berlegungen tats&#228;chlich Eingang in das Schreibprodukt?</p></list-item>
</list>
<p>Die erste Forschungsfrage ist von explorativer Natur, da die Rolle der Erstsprache (und des Englischen) im kooperativen Schreibprozess in der Fremdsprache Deutsch bisher wenig erforscht wurde. Als Einschr&#228;nkung ist hier zu nennen, dass kein Vergleich zu den Funktionen der deutschen &#196;u&#223;erungen vorgenommen wird. Ausgangspunkt f&#252;r eine Hypothese zu der ersten Forschungsfrage waren die zwei von Duarte (<xref ref-type="bibr" rid="B9">2019</xref>) formulierten Kategorien des <italic>on-task Translanguaging</italic> &#8222;organisatorisch&#8220; (<italic>social-managerial</italic>) und &#8222;kognitiv&#8220; (<italic>cognitively oriented</italic>) (s. Kap. 5.2.2). In Anlehnung daran ist anzunehmen, dass das <italic>Translanguaging</italic> organisatorische Funktionen zur Koordination des Schreibprozesses sowie kognitive Funktionen zur inhaltlichen Bearbeitung des Textes &#252;bernimmt. Weiterhin sind auch <italic>off-task Translanguaging</italic>-Praktiken in den Gespr&#228;chsdaten zu erwarten, deren Anteil im Hinblick auf die Ergebnisse aus Duarte (<xref ref-type="bibr" rid="B9">2019</xref>) als gering vermutet wird.</p>
<p>Die zweite Forschungsfrage untersucht exemplarisch, ob &#220;berlegungen, die in Phasen von Sprachwechseln stattfinden, tats&#228;chlich Eingang in das Schreibprodukt finden. Dies kann freilich nicht automatisch als ein lernf&#246;rderlicher Einfluss des <italic>Translanguaging</italic> auf das Schreibprodukt gesehen werden, da hierzu ein Vergleich mit einem ausschlie&#223;lich monolingualen Setting erfolgen m&#252;sste. Dennoch wird argumentiert, dass die Lernenden durch den R&#252;ckgriff auf ihre Erst- und weitere Fremdsprachen zus&#228;tzliche sprachliche und kognitive Ressourcen f&#252;r den Schreibprozess mobilisieren k&#246;nnen, die dann in das Schreibprodukt einflie&#223;en.</p>
</sec>
<sec>
<title>5.2 Methodik</title>
<sec>
<title>5.2.1 Probandinnen und Probanden sowie Datenerhebung</title>
<p>Bei der urspr&#252;nglichen Studie<xref ref-type="fn" rid="n4">4</xref> handelt es sich um eine Querschnittstudie, an der insgesamt 52 Probandinnen und Probanden mit der Erstsprache Mandarin teilnahmen, die Deutsch als zweite oder weitere Fremdsprache lernten. Die H&#228;lfte (N = 26) von ihnen befanden sich auf der Niveaustufe B1/B2, die andere H&#228;lfte (N = 26) auf C1/C2-Niveau. Innerhalb der jeweiligen Niveaustufen wurden Lerntandems &#224; 2 Personen gebildet, sodass es f&#252;r jede Niveaustufe 13 Gruppen gab. Bei allen Lernenden handelte es sich um Studierende (weitere Angaben s. <xref ref-type="table" rid="T2">Tab. 2</xref>).</p>
<table-wrap id="T2">
<caption>
<p>Tab. 2: &#220;bersicht &#252;ber die Probandinnen und Probanden</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td align="left" valign="top"><bold>Parameter</bold></td>
<td align="left" valign="top"><bold>Beschreibung</bold></td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Anzahl</td>
<td align="left" valign="top">52</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Geschlechtsverh&#228;ltnis</td>
<td align="left" valign="top">13 m&#228;nnlich (25 %), 39 weiblich (75 %)</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Alter im Durchschnitt</td>
<td align="left" valign="top">23,8 Jahre</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Verteilung der Studienf&#228;cher</td>
<td align="left" valign="top">25 (48,1 %) Sprach- und Literaturwissenschaft, 14 (26,9 %) Ingenieurwissenschaft, 8 (15,4 %) Wirtschaftswissenschaft, 5 (10,4 %) andere Geisteswissenschaft</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Sprachkenntnisse</td>
<td align="left" valign="top">52 (100 %) L1 Chinesisch, 26 (50 %) Deutsch auf B1/B2-Niveau nach GER, 26 (50 %) Deutsch auf C1/C2-Niveau nach GER, 52 (100 %) mit Englischkenntnissen, 13 (25 %) mit Kenntnissen anderer Fremdsprachen neben Deutsch und Englisch</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Die Probandinnen und Probanden bearbeiteten im Lerntandem kooperativ durch eine Videokonferenz einen Schreibauftrag, der ihrem Sprachniveau entsprach. Dabei wurde eine der Testpersonen aufgefordert, ihren Bildschirm freizugeben, damit das Dokument, in dem der Text geschrieben wurde, w&#228;hrend der Bearbeitung sichtbar war. W&#228;hrenddessen stand ein Versuchsleiter zur Behebung technischer Probleme sowie zur Kontrolle der Bearbeitungszeit im Hintergrund zur Verf&#252;gung. Die Schreibauftr&#228;ge f&#252;r die B1/B2-Gruppen sowie f&#252;r die C1/C2-Gruppen wurden der standardisierten DaF-Pr&#252;fung &#8218;Goethe Zertifikat&#8216;<xref ref-type="fn" rid="n5">5</xref> f&#252;r Erwachsene entnommen und leicht modifiziert (s. Anhang).</p>
<p>In der urspr&#252;nglichen Studie dienten zehn Gruppen als Kontrollgruppen, in denen <italic>Translanguaging</italic> w&#228;hrend der Bearbeitung nicht erlaubt war. Im Fokus der hier vorliegenden Studie stehen die Ergebnisse der restlichen 16 Gruppen. Dabei handelt sich um 8 Gruppen auf der Niveaustufe B1/B2 sowie 8 auf C1/C2. Ihre Gespr&#228;che sowie die Entstehung der Schreibprodukte wurden als Video aufgezeichnet und alle <italic>Translanguaging</italic>-Vorkommnisse nach dem Minimaltranskript des Gespr&#228;chsanalytischen Transkriptionssystems 2 (GAT 2) transkribiert.</p>
</sec>
<sec>
<title>5.2.2 Analysekategorien</title>
<p>Die Transkriptionen wurden mithilfe der Datenanalysesoftware MAXQDA in zwei Schritten codiert. Dabei liegt der Fokus auf Gespr&#228;chssequenzen, in denen mehr als eine Sprache gesprochen wird, n&#228;mlich auf den <italic>Translanguaging</italic>-Vorkommnissen<xref ref-type="fn" rid="n6">6</xref>. Die prim&#228;re Codierung basiert auf der prototypischen Typologie in Duarte (<xref ref-type="bibr" rid="B9">2019</xref>) und gliedert sich in <italic>on-task</italic> und <italic>off-task Translanguaging</italic>. Das <italic>on-task Translanguaging</italic> wird dar&#252;ber hinaus noch in &#8218;Arbeitsorganisation&#8216; und &#8218;inhaltsbezogen&#8216; (kognitionsorientiert) differenziert. Dabei entspricht die Kategorie &#8218;Arbeitsorganisation&#8216; Duartes (<xref ref-type="bibr" rid="B9">2019</xref>) Kategorie &#8222;sozial-organisatorisch&#8220; (<italic>social-managerial</italic>) und die Kategorie &#8218;inhaltsbezogen&#8216; der Kategorie &#8222;kognitionsorientiert&#8220; (<italic>cognitively oriented</italic>). Die beiden Kategorien wurden umbenannt, um den Spezifika des Schreibprozesses gerecht zu werden und ihre Unterkategorien inhaltlich genauer erfassen zu k&#246;nnen. Die Differenzierung wird in Abb. 1 veranschaulicht:</p>
<fig id="F1">
<caption>
<p>Abb. 1: Funktionen von <italic>Translanguaging</italic> w&#228;hrend der kooperativen Aufgabebearbeitung nach Duarte (<xref ref-type="bibr" rid="B9">2019</xref>)</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-3943_koch-g1.png"/>
</fig>
<p>Zudem wurde eine weitere Kategorie &#8218;Sonstiges&#8216; f&#252;r schwer zuordenbare <italic>Translanguaging</italic>-&#196;u&#223;erungen erstellt, um das Problem der &#220;bergeneralisierung zu vermeiden.</p>
<p>In einem zweiten Schritt sind explorativ neue Subkategorien des <italic>on-task Translanguaging</italic> abgeleitet worden, um die Funktionen der jeweiligen <italic>Translanguaging</italic>-&#196;u&#223;erungen differenzierter zu erfassen. F&#252;r die <italic>on-task</italic> Funktion &#8218;Arbeitsorganisation&#8216; lie&#223;en sich auf Grundlage der Daten vier Subkategorien ableiten, f&#252;r das &#8218;inhaltsbezogene&#8216; <italic>Translanguaging</italic> sind sieben Subkategorien gebildet worden (s. <xref ref-type="table" rid="T3">Tab. 3</xref>):</p>
<table-wrap id="T3">
<caption>
<p>Tab. 3: Funktionale Kategorien des <italic>on-task Translanguaging</italic></p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td align="left" valign="top"><bold>Arbeitsorganisation</bold></td>
<td align="left" valign="top"><bold>inhaltsbezogen</bold></td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Aufgabe voranbringen</td>
<td align="left" valign="top">Argumente und Ideen</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Bearbeitungsstrategie</td>
<td align="left" valign="top">Wortschatz</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Interpersonales</td>
<td align="left" valign="top">Grammatik und Rechtschreibung</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Umgebung</td>
<td align="left" valign="top">Stilistik und Formulierung</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top">Lautes Denken</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top">Sprachreflexion</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top">Struktur</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Die Einheit der Codierung wurde funktional bestimmt, d.h. Gespr&#228;chssegmente, die als Ganzes eine Funktion realisieren, wurden als eine Einheit codiert. Demzufolge kann sich eine Einheit &#252;ber Zeilen und Sequenzen erstrecken, sich aber auch nur auf ein Segment in einer Sequenz beziehen. Parallel zur Kategorienbildung fand eine interpretative Inhaltsanalyse der <italic>Translanguaging</italic>-Vorkommnisse statt. Auf diese Weise wurde die Auswirkung des <italic>Translanguaging</italic> auf den kooperativen Schreibprozess qualitativ untersucht.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>5.3 Ergebnisse</title>
<sec>
<title>5.3.1 Vorkommnisse von Translanguaging im kooperativen Schreibprozess</title>
<p>Insgesamt wurden 614 Vorkommnisse von <italic>Translanguaging</italic> in den Daten identifiziert. Hiervon kommen 55,37 % (N = 340) in der Gruppe B1/B2 und 44,63 % (N = 274) bei den C1/C2-Sprecherinnen und Sprechern vor. Von den 614 <italic>Translanguaging</italic>-Vorkommnissen waren 0,49 % (N = 3) <italic>off-task</italic>, 96,42 % (N = 592) <italic>on-task</italic> sowie 3,09 % (N = 19) sonstige Formen von <italic>Translanguaging</italic>.</p>
<p>Von den 592 <italic>on-task Translanguaging</italic>-Vorkommnissen tragen 40,37 % (N = 239) arbeitsorganisatorische Funktionen und 59,63 % (N = 353) inhaltsbezogene Funktionen. Dabei zeigen sich einige Unterschiede im Gebrauch des <italic>Translanguaging</italic> je nach GeR-Niveaustufe.</p>
<p>In den B1/B2-Gruppen wurden insgesamt 325 <italic>Translanguaging</italic>-Vorkommnisse identifiziert. Davon dienen 43,08 % (N = 140) der Arbeitsorganisation, w&#228;hrend 56,92 % (N = 185) inhaltsbezogen sind. In den C1/C2-Gruppen traten insgesamt 267 <italic>Translanguaging</italic>-&#196;u&#223;erungen auf, wovon 37,08 % (N = 99) arbeitsorganisatorisch und 62,92 % (N = 168) inhaltsbezogen sind. <xref ref-type="fig" rid="T4">Tab. 4</xref> fasst diese Ergebnisse zusammen:</p>
<fig id="T4">
<caption>
<p>Tab. 4: &#220;bersicht &#252;ber die <italic>Translanguaging</italic>-Vorkommnisse</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-3943_koch-t4.png"/>
</fig>
<p><italic>Translanguaging</italic> erf&#252;llt also zu einem Gro&#223;teil eine <italic>on-task</italic> Funktion. Dies best&#228;tigt die Ergebnisse von Duarte (<xref ref-type="bibr" rid="B9">2019</xref>). Auch im Kontext von Deutsch als Fremdsprache wird <italic>Translanguaging</italic> prim&#228;r eingesetzt, um den produktiven Lernprozess zu steuern und die Produktionsaufgabe inhaltlich zu bearbeiten. F&#252;r den Arbeitsauftrag irrelevante <italic>Translanguaging</italic>-&#196;u&#223;erungen kommen nur vereinzelt vor.</p>
</sec>
<sec>
<title>5.3.2 Funktionale Kategorien von Translanguaging im kooperativen Schreibprozess</title>
<p>Die qualitative Analyse des <italic>on-task Translanguaging</italic> hat deutlich gemacht, dass sich dieses noch differenzierter kategorisieren l&#228;sst als in die Bereiche &#8218;Arbeitsorganisation&#8216; und &#8218;inhaltsbezogen&#8216; und dass dies auch vom sprachlichen Kompetenzniveau der Probandinnen und Probanden abh&#228;ngt. <xref ref-type="table" rid="T5">Tab. 5</xref> veranschaulicht die Verteilung der explorativ generierten Subkategorien des <italic>on-task Translanguaging</italic>. Dabei zeigt sich, dass die Funktionen &#8218;Wortschatz&#8216; (14,19 %, N = 84), &#8218;Argumente und Ideen&#8216; (14,02 %, N = 83) und &#8218;Interpersonales&#8216; (13,34 %, N = 79) die h&#228;ufigsten Formen des <italic>on-task Translanguaging</italic> sind.</p>
<table-wrap id="T5">
<caption>
<p>Tab. 5: Verteilung der <italic>on-task-Translanguaging</italic>-Funktionen</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="center" valign="top">B1/B2</td>
<td align="center" valign="top">C1/C2</td>
<td align="center" valign="top">gesamt</td>
<td align="center" valign="top">Prozentsatz</td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="left" rowspan="5" valign="middle">Arbeitsorganisation</td>
<td align="left" valign="top">Aufgabe voranbringen</td>
<td align="center" valign="top">23</td>
<td align="center" valign="top">17</td>
<td align="center" valign="top">40</td>
<td align="center" valign="top">6,76 %</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Bearbeitungsstrategie</td>
<td align="center" valign="top">37</td>
<td align="center" valign="top">29</td>
<td align="center" valign="top">66</td>
<td align="center" valign="top">11,15 %</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Interpersonales</td>
<td align="center" valign="top">49</td>
<td align="center" valign="top">30</td>
<td align="center" valign="top">79</td>
<td align="center" valign="top">13,34 %</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Umgebung</td>
<td align="center" valign="top">31</td>
<td align="center" valign="top">23</td>
<td align="center" valign="top">54</td>
<td align="center" valign="top">9,12 %</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">gesamt</td>
<td align="center" valign="top">140</td>
<td align="center" valign="top">99</td>
<td align="center" valign="top">239</td>
<td align="center" valign="top">40,37 %</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" rowspan="7" valign="middle">inhaltsbezogen</td>
<td align="left" valign="top">Argumente und Ideen</td>
<td align="center" valign="top">41</td>
<td align="center" valign="top">42</td>
<td align="center" valign="top">83</td>
<td align="center" valign="top">14,02 %</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Grammatik und Rechtschreibung</td>
<td align="center" valign="top">20</td>
<td align="center" valign="top">31</td>
<td align="center" valign="top">51</td>
<td align="center" valign="top">8,61 %</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Lautes Denken</td>
<td align="center" valign="top">22</td>
<td align="center" valign="top">11</td>
<td align="center" valign="top">33</td>
<td align="center" valign="top">5,57 %</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Sprachreflexion</td>
<td align="center" valign="top">11</td>
<td align="center" valign="top">11</td>
<td align="center" valign="top">22</td>
<td align="center" valign="top">3,72 %</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Stilistik und Formulierung</td>
<td align="center" valign="top">20</td>
<td align="center" valign="top">33</td>
<td align="center" valign="top">53</td>
<td align="center" valign="top">8,95 %</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Struktur</td>
<td align="center" valign="top">19</td>
<td align="center" valign="top">8</td>
<td align="center" valign="top">27</td>
<td align="center" valign="top">4,56 %</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Wortschatz</td>
<td align="center" valign="top">52</td>
<td align="center" valign="top">32</td>
<td align="center" valign="top">84</td>
<td align="center" valign="top">14,19 %</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top">gesamt</td>
<td align="center" valign="top">185</td>
<td align="center" valign="top">168</td>
<td align="center" valign="top">353</td>
<td align="center" valign="top">59,63 %</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Zwischen den Lerngruppen sind Unterschiede in der Frequenz verschiedener <italic>Translanguaging</italic>-Funktionen zu bemerken. Im Vergleich zu den B1/B2-Gruppen wird bei den C1/C2-Gruppen Stilistik und Formulierung h&#228;ufiger w&#228;hrend der Bearbeitung thematisiert. Der Grund daf&#252;r mag sein, dass der C1/C2-Schreibauftrag h&#246;here Anforderungen in Bezug auf die Ausdrucksf&#228;higkeit sowie auf die stilistische Angemessenheit beinhaltet. Die C1/C2-Lerngruppen diskutieren mittels <italic>Translanguaging</italic> zudem h&#228;ufiger &#252;ber Grammatik und Rechtschreibung im Vergleich zu ihren B1/B2-Kommilitoninnen und Kommilitonen. Dies k&#246;nnte daran liegen, dass die C1/C2-Gruppen beim Schreiben h&#228;ufiger mit komplexeren grammatischen Ph&#228;nomenen konfrontiert sind, bei denen sie f&#252;r eine effizientere Kommunikation auf andere Sprachen, vor allem das Mandarin, zur&#252;ckgreifen wollen oder m&#252;ssen. Die Funktion &#8218;Wortschatz&#8216; wird hingegen auf B1/B2 h&#228;ufiger als auf C1/C2 realisiert. Dies l&#228;sst sich dadurch erkl&#228;ren, dass die Lernenden auf der Niveaustufe C1/C2 bereits einen umfassenderen Wortschatz erworben haben.</p>
<p>Die Gegen&#252;berstellung der Funktionen der <italic>Translanguaging</italic>-Vorkommnisse in den Lerngruppen beider Niveaustufen weist darauf hin, dass die Funktion von <italic>Translanguaging</italic> von der Herausforderung des Schreibauftrags und der Sprachkompetenz der Schreibenden abh&#228;ngt. Beim Erwerb weiterer, fortgeschrittener Sprachkompetenzen ver&#228;ndert sich also auch die Art und Weise, wie man &#8218;translanguaget&#8216;.</p>
</sec>
<sec>
<title>5.3.3 Funktionen der Kategorien im kooperativen Schreibprozess</title>
<p>Im Folgenden werden die einzelnen Kategorien genauer beschrieben und durch Beispiele erl&#228;utert. Die angef&#252;hrten Beispiele sind als Prototypen der jeweiligen Kategorien anzusehen, die die Kernmerkmale der Kategorien veranschaulichen. Beide Funktionen, &#8218;Aufgabe voranbringen&#8216; und &#8218;Bearbeitungsstrategie&#8216;, beziehen sich auf die Steuerung des Schreibprozesses. &#196;u&#223;erungen in der Kategorie &#8218;Aufgabe voranbringen&#8216; besch&#228;ftigen sich mit dem unmittelbar n&#228;chsten Schritt der Bearbeitung und treiben somit den Schreibprozess voran, wie Beispiel 1 zeigt:</p>
<table-wrap>
<table>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">1</td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>EV:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>&#228;mm &#28982;&#21518; (.) &#36824;&#26377; (.) &#36824;&#21487;&#20197;&#20889;&#21861;&#21602; (.) &#23601;&#26159; (-) &#25105;&#20204;&#20889;&#20102;&#20004;&#20010;&#20363;&#23376;</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" colspan="2" valign="top">&#252;bersetzt: und, noch, was k&#246;nnen wir noch schreiben? also, wir haben zwei Beispiele genannt</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>FC:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>hmm</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>EV:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>&#228;mm</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>FC:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>&#28982;&#21518;&#23601;&#24212;&#35813;&#20889;&#19979;&#19968;&#20010;&#38382;&#39064;&#20102;&#21543;&#25105;&#20204;&#24212;&#35813; (-) &#23601;&#27491;&#22909;&#19968;&#21322;&#30340;&#26102;&#38388;</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" colspan="2" valign="top">&#252;.: dann sollten wir die n&#228;chste Frage aufschreiben, sollten wir, genau die H&#228;lfte die Zeit</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>EV:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>okay</monospace></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p><italic>Tanslanguaging</italic>-&#196;u&#223;erungen, die sich der Subkategorie &#8218;Bearbeitungsstrategie&#8216; zuordnen lassen, erstrecken sich &#252;ber den aktuellen Moment hinaus und legen die weiterf&#252;hrenden Methoden und Strategien im Schreibprozess fest, indem etwa die Sprecherin die Aufgabe aufteilt wie in Beispiel 2:</p>
<table-wrap>
<table>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">2</td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>DC:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>[&#8230;] &#28982;&#21518; (.) &#20320;&#21487;&#20197; (.) &#20320;&#21487;&#20197;&#20570;&#36825;&#20010; (.) &#32442;&#32455;&#21697;&#21644;&#37027;&#20010;&#24067;&#30340; (-) &#36824;&#26377;&#36825;&#20010;(.) plastik &#20889;&#36825;&#19968;&#27573;&#21543; &#28982;&#21518;&#25105;&#25226;&#36825;&#19968;&#27573;&#20889;&#23436;&#20043;&#21518;&#20889;einleitung &#21644;&#37027;&#20010; (.) &#37027;&#20010;schluss</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" colspan="2" valign="top">&#252;: dann, kannst du, kannst du das machen, Textilien und das Tuch, und die, Plastik, schreib bitte diesen Abschnitt, und wenn ich mit diesem Abschnitt fertig bin, schreibe ich die Einleitung und den, den Schluss</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>DB:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>okay (.) okay</monospace></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>In der Kategorie &#8218;Interpersonales&#8216; richtet sich die &#196;u&#223;erung direkt an den Gespr&#228;chspartner. <italic>Translanguaging</italic> wird hier f&#252;r die interpersonale Kommunikation eingesetzt, um den Gespr&#228;chspartner direkt anzusprechen, Hilfe, Best&#228;tigung oder R&#252;ckmeldung zu erbeten bzw. diese zu geben oder eine freundliche Stimmung w&#228;hrend der Zusammenarbeit zu erzeugen. F&#252;r den Schreibprozess sind solche &#196;u&#223;erungen zwar nicht essenziell, sie sind aber aufgrund der Kommunikationsorientierung charakteristisch f&#252;r das kooperative Schreiben. Dies zeigt sich in Beispiel 3.</p>
<table-wrap>
<table>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">3</td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>FM:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>[&#8230;] &#20294;&#26159; (.) &#36825;&#20010;&#29983;&#35789;&#20320;&#35273;&#24471;&#20320;&#33021;&#20889;&#20986;&#26469;&#21527; (.) &#25110;&#32773;&#20320;&#26377; (.) &#20320;&#26377;&#20160;&#20040;&#26356;&#22909;&#30340;&#24819;&#27861; (.) &#21435;&#20889;</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" colspan="2" valign="top">&#252;.: aber denkst du, du kannst es ausdr&#252;cken, mit diesen fremden W&#246;rtern, oder hast du andere bessere Idee f&#252;r das Schreiben?</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Die letzte Subkategorie im Bereich &#8218;Arbeitsorganisation&#8216; betrifft die &#8218;Umgebung&#8216;. Zur Umgebung des Schreibprozesses geh&#246;ren nach Hayes und Flower (<xref ref-type="bibr" rid="B20">1980: 11</xref>) &#228;u&#223;ere Komponenten wie der Schreibauftrag, der bisher geschriebene Textentwurf, das Schreibmedium und Hilfsmittel sowie andere Rahmenbedingungen. In die Kategorie &#8218;Umgebung&#8216; fallen somit <italic>Translanguaging-</italic>&#196;u&#223;erungen, die solche Themen beinhalten. Beispiel 4 veranschaulicht dies:</p>
<table-wrap>
<table>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">4</td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>DH:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>okay (.) &#27809;&#26377;&#23383;&#25968;&#38480; (.) &#27809;&#26377;&#23383;&#25968;&#35201;&#27714; (.) &#26377;&#23383;&#25968;&#35201;&#27714;h&#176;</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" colspan="2" valign="top">&#252;.: keine Wortanzahlgrenz-, keine Wortanzahlanforderung, gibt es eine Vorgabe zur Wortanzahl?</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>DU:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>&#27809;&#26377;&#21543;</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" colspan="2" valign="top">&#252;.: ich glaube nicht</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>DH:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>(lacht)</monospace></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p><italic>Translanguaging</italic>-&#196;u&#223;erungen, die sich unmittelbar mit dem Textinhalt befassen, geh&#246;ren zur Kategorie &#8218;inhaltsbezogen&#8216;. In die Subkategorie &#8218;Argumente und Ideen&#8216; fallen dabei &#196;u&#223;erungen, in denen inhaltliche Stichpunkte wie Meinungen, Beispiele und Konzepte zum Ausdruck gebracht werden. Die Schreiberinnen und Schreiber stimmen miteinander ab, wor&#252;ber sie in dem Text schreiben, und &#252;berpr&#252;fen die Vorschl&#228;ge auf Logik und Relevanz (s. Beispiel 5):</p>
<table-wrap>
<table>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">5</td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>CG:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>es gibt auch einen vorteil (1,5) emm (.) es ist billig</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>CF:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>emm oder g&#252;nstig</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>CG:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>&lt;&lt;auf Englisch&gt; yes&gt; (-) [&#228;mm]</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>CF:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>[aber](.) es ist schlecht f&#252;r die umwelt</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>CG:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>ja_a (1,5) &#228;mmm aber (.) aber (.) &#228;mmm (.) wenn man (-) &#228;mm (mit/nicht) (.) wenn man nicht_amm plastik benutzt (.) kann man auch (--) &#228;mm (1,5) &#228;mm (---) &#24067;&#34955;&#23376;<xref ref-type="fn" rid="n7">7</xref> benutzen</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="right" valign="top">&#252;.: Stofftasche, Jutebeutel</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>[&#8230;]</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>CG:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>ja (2) oder (1,5) &#228;m (.) kann man (.) &#228;mm kann man (.) &#228;mm (.) &#228;mm (.) wenn &#228;m (-) jedes mal (-) ins (.) supermarkt gehen (--) &#228;mm (.) bringen sie (1,5) eine (1) &#228;mm (2,5) eine (2) tasche (.) selbst</monospace></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>In die Subkategorie &#8218;Wortschatz&#8216; f&#228;llt die Vokabelsuche (was ist das Wort f&#252;r X) sowie Diskussionen &#252;ber die semantische Bedeutung eines Wortes (was bedeutet das Wort X; s. Beispiel 6):</p>
<table-wrap>
<table>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">6</td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>CD:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>sehr (-) hygenisch</monospace><xref ref-type="fn" rid="n8">8</xref></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>BX:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>was</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>CD:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>emm (.) &#21355;&#29983;&#30340; (1) also</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top">&#252;.: hygienisch</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>BX:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>&#24590;&#20040;&#25340;&#21568;</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" colspan="2" valign="top">&#252;.: wie buchstabiert man das?</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>CD:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>hy-ge-ni-sch (1,5) em nein (.) hy &lt;&lt;&#252;berrascht&gt; eh&gt;</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>BX:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>ah (.) hee (.) hy (.) okay</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>CD:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>hy</monospace></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>In Beispiel 6 wird zwar auch die Schreibweise des Wortes thematisiert, dies ist allerdings als organischer Teil der Diskussion &#252;ber das f&#252;r Proband BX unbekannte Wort <italic>hygienisch</italic> anzusehen. Aus diesem Grund wird die Diskussion als eine holistische Einheit der Subkategorie &#8218;Wortschatz&#8216; zugeordnet.</p>
<p>Die Subkategorie &#8218;Grammatik und Rechtschreibung&#8216; umfasst &#196;u&#223;erungen, die der Frage nachgehen, ob das Geschriebene der grammatischen und/oder orthographischen Norm der deutschen Sprache entspricht. Kennzeichnend f&#252;r diese Kategorie ist die Richtig-oder-falsch-Diskussion (s. Beispiel 7).</p>
<table-wrap>
<table>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">7</td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>EL:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>denn&#30340;&#21518;&#38754;&#26159;&#30452;&#25509;&#25509;</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top" colspan="2">&#252;.: Nach &#8222;denn&#8220; kommt direkt&#8230;</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top" colspan="2"><monospace>(2,5)</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>ED:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>hmm</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>EL:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>&#20027;&#35821;&#23545;&#21543;</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" colspan="2" valign="top">&#252;.: das Subjekt, oder?</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" colspan="2" valign="top"><monospace>(1,5)</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>ED:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>&#23545; (-) &#30452;&#25509;&#19968;&#20010;&#26032;&#21477;&#23376;</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top" colspan="2">&#252;.: ja, einfach ein neuer Satz</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Wenn der Fokus der Diskussion auf der Angemessenheit des Ausdrucks liegt, wird die &#196;u&#223;erung in die Subkategorie &#8218;Stilistik und Formulierung&#8216; eingegliedert. In solchen &#196;u&#223;erungen (s. Beispiel 8) hat die Sprecherin oft zum Ziel, sich auf eine stilistisch geeignete und abwechslungsreiche Weise auszudr&#252;cken:</p>
<table-wrap>
<table>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">8</td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>AT:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>wie sagen wir (3) die (.) &#32769;&#20154; (--) wie k&#246;nnen wir (--)(mit)</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="center" colspan="2" valign="top">&#252;.: Senior, &#228;lterer Mensch</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>AB:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>(lacht)</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>AT:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>anderem wort &#228;ltere menschen sagen</monospace></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>In solchen &#196;u&#223;erungen dient <italic>Translanguaging</italic> auch h&#228;ufig dazu, eine Idee zum Ausdruck zu bringen, die dann in die Zielsprache &#252;bertragen werden kann. Somit befindet sich diese Kategorie an der Schnittstelle zwischen Inhalt und Ausdrucksweise. Dies zeigt noch einmal Beispiel 9:</p>
<table-wrap>
<table>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">9</td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>FC:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>nach sie &#228;mm rente (---) &#20182;&#20204;&#36864;&#20241;&#20043;&#21518;&#24590;&#20040;&#35828; nach sie</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="right" colspan="2" valign="top">&#252;.: wie sagt man &#8222;wenn sie in Rente sind&#8220;</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>EV:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>hmm</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>FC:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>in einem bestimmten alter in rente gehen</monospace></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Zur Subkategorie &#8218;Lautes Denken&#8216; geh&#246;ren &#196;u&#223;erungen, die der Schreiber beim Denken unbewusst t&#228;tigt. Solche &#196;u&#223;erungen begleiten den Denkprozess und gew&#228;hren damit einen Einblick in die mentale Aktivit&#228;t des Sprechers. Manche dieser &#196;u&#223;erungen signalisieren lediglich, dass sich der Sprecher mental im Schreibvorgang befindet, w&#228;hrend andere hingegen konkretere Informationen dar&#252;ber liefern, wie der Schreiber mit dem zu l&#246;senden Problem umgeht. Im Beispiel 10 spricht FH mit sich selbst:</p>
<table-wrap>
<table>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">10</td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>FH:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>(schreibt auf den Bildschirm) neuen (---) um (1,5) welt (-) freund (-) liche (.) stoffe (3) &#21769;&#19981;&#23545; (---) &#228;mm &#37027;&#20010;&#26159;&#20160;&#20040; (.) verpackungen</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="right" colspan="2" valign="top">&#252;.: ach nein, es stimmt nicht. was ist das?</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Diese &#196;u&#223;erung veranschaulicht die Tatsache, dass FH nach einem Wort oder einer geeigneten Formulierung sucht. Wie sie zur der Schlussverfolgung &#8222;es stimmt nicht&#8220; kam, ist anhand der &#196;u&#223;erung nicht herauszufinden. Im Vergleich dazu ist der Denkprozess von DH in Beispiel 11 deutlicher zu erkennen. Beim Schreiben f&#228;llt ihr ein, dass das Wort Alter neutral ist, und sie korrigiert dementsprechend ihren Text.</p>
<table-wrap>
<table>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">11</td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>DH:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>&#228;mm &#19981;&#23545;&#19981;&#23545;alter&#21018;&#25165;&#35828;&#26159; (.) &#20013;&#24615;&#30340;ein bestimm (---) te eine bestimm (---) tes (--) rente (---) alter (--) festgeste<sup>&#660;</sup></monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="center" colspan="2" valign="top">&#252;.: nein nein, wir haben gerade gesagt, &#8222;Alter&#8220; ist neutral</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Die Subkategorie &#8218;Sprachreflexion&#8216; beinhaltet <italic>Translanguaging</italic>-&#196;u&#223;erungen, in denen die Sprecherin &#252;ber den aktuellen Schreibauftrag hinausgeht und &#252;ber Sprache generell sowie ihre eigene Sprachverwendung und das Sprachlernen auf einer Metaebene reflektiert. Solche &#196;u&#223;erungen sind Belege daf&#252;r, dass Sprachbewusstheit Teil des Schreibprozesses ist. Dies l&#228;sst sich an Beispiel 12 erkennen:</p>
<table-wrap>
<table>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">12</td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>FC:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>[&#8230;](1,5) &lt;&lt;l&#228;chelnd&gt; &#25105;&#36825;&#26377;&#28857;&#38169;&#20081;&gt; (.) &#23545; (1,5) &#24456;&#22810;&#35789; (.) &#24536;&#35760;&#20102; (.) &#20294;&#26159;&#23601;&#26159;&#37027;&#20010; (.) &#23545;</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top" colspan="2">&#252;.: ich bin ein bisschen durcheinander ja, viele W&#246;rter habe ich vergessen, aber das ist, ist dieses, ja</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>EV:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>okay</monospace></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Schlie&#223;lich besch&#228;ftigen sich <italic>Translanguaging</italic>-&#196;u&#223;erungen auch mit Aspekten des Textaufbaus sowie der Koh&#228;renz. Hierf&#252;r ist die Subkategorie &#8218;Struktur&#8216; gebildet worden. In solchen &#196;u&#223;erungen kommunizieren die Schreiberinnen und Schreiber &#252;ber die Reihenfolge der S&#228;tze sowie der Abschnitte und pr&#252;fen den Text auf Koh&#228;renz, wobei sie kaum neue Inhalte in den Text einf&#252;hren. Konnektoren, Floskeln sowie &#220;bergangss&#228;tze werden in solchen Aushandlungsprozessen auch mit einer Betonung der logischen und sprachlichen Koh&#228;renz verbunden. Beispiel 13 belegt einen solchen Fall:</p>
<table-wrap>
<table>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">13</td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>DZ:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>welche meinung (-) &#25509;&#19979;&#26469;&#23601;&#26159; (3,5) meinung (4)</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="center" colspan="2" valign="top">&#252;.: und dann kommt es zu</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>EE:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>&#36825;&#20010;&#26159;&#21487;&#20197;&#26159;&#20854;&#20182;&#30340; (.) andere m&#246;glichkeiten (-) &#21527;</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="center" colspan="2" valign="top">&#252;.: kann es hier andere, sein?</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>DZ:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>oder (-) &#228;mm &#25105;&#20204;&#20877;&#20889;&#19968;&#21477; (.) &#20851;&#20110;&#36825;&#31181;&#29616;&#35937;&#30340;meinung</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="right" colspan="2" valign="top">&#252;.: wir schreiben noch einen Satz &#252;ber unsere Meinung zu solchem Ph&#228;nomen</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Wie dargelegt wurde, erf&#252;llt das <italic>on-task Translanguaging</italic> ein breites Spektrum unterschiedlicher Funktionen. Dabei greifen diese im Schreibprozess in den meisten F&#228;llen ineinander und sind somit nicht losgel&#246;st voneinander (f&#252;r eine detaillierte Analyse hierzu vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B34">Pu 2023</xref>). Es wird deutlich, dass <italic>Tanslanguaging</italic>, also der flexible Wechsel vom Deutschen in die Erstsprache Mandarin (und teilweise auch ins Englische) zum einen vor allem zur &#220;bersetzung und Aushandlung von Inhalten genutzt wird. Dies &#228;hnelt stark der im GeR (<xref ref-type="bibr" rid="B12">Europarat/Rat f&#252;r interkulturelle Zusammenarbeit 2020: 129</xref>) vorgeschlagenen Kompetenz der Mediation von Konzepten. Zum anderen zeigen sich mit den inhaltsbezogenen Kategorien &#8218;Lautes Denken&#8216; und &#8218;Sprachreflexion&#8216; auch vor allem f&#252;r den Schreibprozess relevante Funktionen, die st&#228;rker den Nutzen des gesamtsprachlichen Repertoires f&#252;r das Individuum betonen.</p>
</sec>
<sec>
<title>5.3.4 Der Einfluss des Translanguaging auf das Schreibprodukt</title>
<p><italic>Translanguaging</italic> tritt oftmals nicht in isolierten &#196;u&#223;erungen auf und ist nicht auf funktionale Einheiten beschr&#228;nkt, sondern verbindet diese h&#228;ufig miteinander. Damit tr&#228;gt der Sprachwechsel oft dazu bei, die Diskussion dynamisch voranzubringen, den Schreibprozess zu steuern und so Einfluss auf das Schreibprodukt zu nehmen. Durch <italic>Translanguaging</italic> werden zus&#228;tzliche sprachliche sowie kognitive Ressourcen f&#252;r beide Gespr&#228;chspartnerinnen und -partner zur Verf&#252;gung gestellt, die bei der Fokussierung auf Einsprachigkeit inaktiv bleiben w&#252;rden. Dies soll exemplarisch anhand zweier Beispiele erl&#228;utert werden, die prototypisch f&#252;r die Daten sind.</p>
<p>Im nachfolgenden Beispiel 14 st&#246;&#223;t Probandin EL beim &#196;u&#223;ern ihrer Meinung zun&#228;chst auf ein ihr unbekanntes Wort (schattierter Bereich in den Zeilen 13 und 14). Mittels <italic>Translanguaging</italic> nennt sie zun&#228;chst das gesuchte Wort auf Englisch und nutzt dieses erneut, indem sie sich an Probandin ED wendet. In Zeile 15 f&#252;hrt EL ihre Formulierung zu Ende, indem sie das englische Wort <italic>community</italic> als Platzhalter f&#252;r das gesuchte deutsche Wort <italic>Gemeinschaft</italic> verwendet. Nach kurzer &#220;berlegung und m&#246;glicherweise mithilfe der Paraphrasierung in Zeile 15 f&#228;llt ED das Wort <italic>Gemeinschaft</italic> ein (Zeile 19), und die Lernenden k&#246;nnen die Diskussion abschlie&#223;en und ihr Ergebnis verschriftlichen.</p>
<table-wrap>
<table>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">14</td>
<td align="left" valign="top">im Gespr&#228;ch:</td>
<td align="left" valign="top"></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>13 EL:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><italic>&#228;mm ich (.) ich w&#252;rde sagen (.) in eine (---) &lt;&lt;auf Englisch&gt; <styled-content style="background-color: #dcddde;">community</styled-content>&gt;</italic> (.) <styled-content style="background-color: #dcddde;">was ist community auf deutsch</styled-content></monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold><styled-content style="background-color: #dcddde;">14 ED:</styled-content></bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><styled-content style="background-color: #dcddde;">community (-) wa<sup>&#660;</sup> wa ist es</styled-content></monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>15 EL:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><italic>ah vielleicht da<sup>&#660;</sup> das gi<sup>&#660;</sup> das gi<sup>&#660;</sup> da das gibt (---) den &#228;lteren menschen auch eine geF&#220;HL (.) sie sind in einer (--) community (.) [aber nicht allein] (.) sie sind</italic></monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>16 ED:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>[hmm]</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>17 ED:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>ahh [(unverst&#228;ndlich, 0,2)]</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>18 EL:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>[aber] (-) ich wei&#223; nicht</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>19 ED:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>&lt;&lt;fragend&gt; gemeinschaft&gt;</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>20 EL:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>ah gemeinschaft (.) ja</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" colspan="2" valign="top">Im geschriebenen Text:</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" colspan="2" valign="top">Deshalb wenn die &#228;lteren Menschen etwas Interesses miteinander zusammen machen, gibt es ihnen ein Gef&#252;hl der Gemeinschaft, statt sich allein zu f&#252;llen [sic!].</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Beispiel 15 f&#228;ngt ebenfalls mit der Suche nach einem Wort an. In den Zeilen 38 bis 40 diskutieren beide Probanden durch den Wechsel ins Mandarin &#252;ber ein Wort, bei welchem es sich um ein Adjektiv handelt und das die Bedeutung von &#8222;Geld&#8220; hat. In Zeile 42 wechselt ED vom Deutschen ins Mandarin und versucht so mittels <italic>Translanguaging</italic>, den Satz neu zu formulieren. An dieser Stelle hilft das <italic>Translanguaging</italic> den Probanden, ihr Formulierungsproblem in zwei Teilprobleme zu zerlegen. Sie k&#246;nnen durch <italic>Translanguaging</italic> auf ihre gemeinsame Erstsprache zur&#252;ckgreifen und ihre Ideen austauschen und danach zu dem sprachlichen Problem zur&#252;ckkehren. In Zeile 46 &#252;bernimmt EL dann die Formulierungsaufgabe und macht einen Vorschlag, der auch f&#252;r EL akzeptabel ist.</p>
<table-wrap>
<table>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">15</td>
<td align="left" colspan="2" valign="top">im Gespr&#228;ch:</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>38 EL:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>&#228;mm &#37329;&#38065; (.) &#37329;&#38065;&#30340; (.) &lt;&lt;lachend&gt; &#37329;&#38065;&#24590;&#20040;&#35828;&gt;</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="center" colspan="2" valign="top">&#252;.: Geld, monet&#228;r, wie sagt man monet&#228;r</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>39 ED:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>&#37329;&#38065; (.) geld&#21527;<xref ref-type="fn" rid="n9">9</xref></monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="center" colspan="2" valign="top">&#252;.: monet&#228;r, meinst du Geld?</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>40 EL:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>ahh &#24418;&#23481;&#35789;(lacht) [ahh &#32463;&#27982;<xref ref-type="fn" rid="n10">10</xref> ahh</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="center" colspan="2" valign="top">&#252;.: Adjektiv Wirtschaft, wirtschaftlich</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>41 ED:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>[&#228;mmmm]</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>42 ED:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>weil sie schon eine (--) &#20320;&#35828;&#34915;&#39135;&#26080;&#32570;&#37027;&#31181;</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="center" colspan="2" valign="top">&#252;.: du meinst etwa, dass man keine Sorge um Essen und Kleidung hat?</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>43 EL:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>ja</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>44 ED:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>&#228;mmm</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>45</bold> (2,5)</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>46 EL:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>&lt;&lt;fragend&gt; wirtschaftliche sicherung&gt;</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>47 ED:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>hmm</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>48 EL:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>h&#176; [(das ist nicht)] eine (1,5) eine (2,5) &#228;mm sicherung</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>49 ED:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>[(lacht)]</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>50 EL:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>[hat]</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>51 ED:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>[ah (unverst&#228;ndlich, 0,2)]</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>52 EL:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>eine was</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>53 ED:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>&#252;ber eine sicher (--) sichere (--) sicher mit (--) adjektiv (-) und</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>54 EL:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>(sicher) (.) (sichere)</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>55 ED:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>&#228;mm (-) [grundlage]</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>56 EL:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>[leben]</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>57 ED:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>grundlage f&#252;r die familie</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top"><monospace><bold>58 EL:</bold></monospace></td>
<td align="left" valign="top"><monospace>ahhh (so) (schreibt auf den Bildschirm)</monospace></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" colspan="2" valign="top">Im geschriebenen Text:</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" colspan="2" valign="top">Danach muss man nicht regelm&#228;&#223;ig arbeiten, weil sie schon ein sicheres Leben und Grundlagen f&#252;r die Familie hat.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Die Beispiele zeigen, dass <italic>Translanguaging</italic> zur Probleml&#246;sung im kooperativen Schreibprozess wirksam eingesetzt werden kann und tats&#228;chlich Eingang ins Schreibprodukt findet. Wenn der Wechsel zur Erstsprache und weiteren Fremdsprachen erlaubt ist, haben Lernende die zus&#228;tzliche M&#246;glichkeit, auf einen gro&#223;en Teil ihres sprachlichen Repertoires zur&#252;ckzugreifen und dadurch weitere Ressourcen zur Bearbeitung der Schreibaufgabe zu nutzen.</p>
</sec>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>6 Diskussion und Ausblick</title>
<p>Der gro&#223;e Teil der <italic>Translanguaging</italic>-Vorkommnisse konnte als <italic>on-task Translanguaging</italic> bestimmt werden. Somit lassen sich die mehrsprachigen &#196;u&#223;erungen klar einem <italic>p&#228;dagogischen Translanguaging</italic> zuordnen, mit dem das Ziel verfolgt wird, die Aufgabenstellung zu l&#246;sen. Dieses Ergebnis deckt sich mit den Beobachtungen aus Duarte (<xref ref-type="bibr" rid="B9">2019</xref>) und kann erneut die Bef&#252;rchtung als unbegr&#252;ndet zur&#252;ckweisen, mehrsprachige Lernende w&#252;rden ihre weitere(n) Sprache(n) dazu nutzen, sich prim&#228;r &#252;ber Dinge auszutauschen, die nicht Teil des Unterrichtsdiskurses sind. Allerdings standen die Studienteilnehmerinnen und &#8209;teilnehmer w&#228;hrend des Schreibens unter zeitlichem Druck und wurden somit indirekt dazu aufgefordert, die <italic>on-task-</italic>Kommunikation zu priorisieren, um am Ende der Bearbeitungszeit ein fertiges Schreibprodukt abliefern zu k&#246;nnen. Bei einer zeitlich freier gestalteten Lernaktivit&#228;t sind Abweichungen in der Herangehensweise der Lernenden an den Auftrag und dementsprechend in ihrer Kommunikation zu erwarten. Dies gilt allerdings genauso f&#252;r die monolinguale Kommunikation in der Zielsprache.</p>
<p>Weiterhin konnte die Untersuchung zeigen, dass sich die <italic>on-task</italic>-Funktionen des <italic>Translanguaging</italic> in Arbeitsorganisationsfunktionen und inhaltsbezogene Funktionen unterteilen lassen. Dies entspricht Duartes (<xref ref-type="bibr" rid="B9">2019</xref>) Kategorisierung in die zwei Subkategorien &#8222;sozial-organisatorisch&#8220; und &#8222;kognitionsorientiert&#8220;. Diese Parallele zeigt, dass eine solche Unterscheidung zwischen den <italic>on-</italic> und <italic>off-task</italic>-Funktionen des <italic>Translanguaging</italic> eine gewisse Allgemeing&#252;ltigkeit besitzt und auf weitere Lernkontexte &#252;bertragbar ist.</p>
<p>Eine differenziertere Analyse der Arbeitsorganisationsfunktionen f&#252;hrte zu vier Subkategorien, n&#228;mlich <italic>Aufgabe voranbringen, Bearbeitungsstrategie, Interpersonales</italic> sowie <italic>Umgebung</italic>, w&#228;hrend sich die inhaltsbezogenen Funktionen in weitere sieben Subkategorien differenzieren lie&#223;en: <italic>Argumente und Ideen, Grammatik und Rechtschreibung, Wortschatz, Stilistik und Formulierung, Lautes Denken, Struktur</italic> sowie <italic>Sprachreflexion</italic>. Diese aus der qualitativen <italic>bottom-up</italic> Analyse hervorgegangene Differenzierung erscheint insofern schl&#252;ssig, als sich hierin die Bestandteile des Schreibprozessmodells (v. a. <xref ref-type="bibr" rid="B20">Hayes/Flower 1980</xref> sowie <xref ref-type="bibr" rid="B18">Grie&#223;haber 2010</xref> und <xref ref-type="bibr" rid="B19">2018</xref>) widerspiegeln. So lassen sich die verschiedenen Funktionen des <italic>Translanguaging</italic> im Schreibprozess den Phasen der Planung, der Umsetzung und der &#220;berarbeitung zuordnen. Dabei bewegen sich die Probandinnen und Probanden w&#228;hrend des Schreibens flexibel von einer Phase zur n&#228;chsten und &#8218;translanguagen&#8216; jeweils zweckgem&#228;&#223;.</p>
<p>Die Vielfalt der inhaltsbezogenen Funktionen des <italic>Translanguaging</italic> zeigt weiterhin, dass es an verschiedenen kognitiv anspruchsvollen epistemologischen Aktivit&#228;ten beteiligt ist. Der R&#252;ckgriff auf das gesamtsprachliche Repertoire, vor allem auf die L1 Mandarin, erfolgt nicht nur in Form einer &#220;bersetzung von einer Sprache (hier entweder Mandarin oder Englisch) ins Deutsche, sondern auch durch die Auseinandersetzung mit der deutschen Sprache in einer anderen Sprache sowie durch die introspektive Reflexion &#252;ber Sprache und den eigenen Sprachgebrauch. Die Schreiberinnen und Schreiber formulieren, kommentieren und verbessern ihre Phrasen, S&#228;tze und Textteile, die sie auf Deutsch geschrieben haben, hinsichtlich der Grammatikalit&#228;t und der Sprachangemessenheit, aber f&#252;hren solche Sprechakte in einer anderen Sprache (oder durch das Mischen mehrerer Sprachen) durch.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus gilt es zu beachten, dass die durch <italic>Translanguaging</italic> mobilisierten Ressourcen die Basis f&#252;r die weitere Bearbeitung sowie Probleml&#246;sung bieten und in das Schreibprodukt einflie&#223;en k&#246;nnen. Dabei &#252;berschreitet die Diskussion oft die Grenzen zwischen Sprachen und verschiedenen Aspekten des Schreibprozesses. Dies deutet darauf hin, dass die Sprachkenntnisse, selbst die sprachspezifischen Sachkenntnisse wie Wortschatz und grammatische Regeln, f&#252;r mehrsprachige Individuen mehrdimensional miteinander vernetzt sind. <italic>Translanguaging</italic> stellt f&#252;r sie kein monofunktionelles Werkzeug zur L&#246;sung einer einzelnen Aufgabe dar, sondern erm&#246;glicht es ihnen, &#252;ber die Grenzen zwischen Sprachen sowie zwischen deren Teilaspekten hinauszugehen und den Schreibprozess als ganzheitlichen Prozess zu steuern. F&#252;r die unterrichtliche Praxis bedeutet es auch, dass <italic>Translanguaging</italic> ein vielversprechender Ansatz f&#252;r die F&#246;rderung der allgemeinen sprach&#252;bergreifenden Schreib- sowie Lernkompetenz darstellt.</p>
<p>Die vorliegende Untersuchung l&#228;sst allerdings eine Vielzahl von Fragen unbeantwortet. So konnten zwar erste Einblicke in die Rolle von Sprache(n) als soziale Denkweise und Werkzeug des Lehrens und Lernens gegeben werden und hier das <italic>Tranlanguaging</italic> als wichtige Strategie identifiziert werden, allerdings lie&#223;e sich die Analyse der Gespr&#228;che noch vertiefen. So k&#246;nnten mittels einer soziokulturellen Diskursanalyse (<xref ref-type="bibr" rid="B32">Mercer 2004</xref>) die in den <italic>Translanguaging</italic>-&#196;u&#223;erungen realisierten Sprechakte erfasst und kategorisiert werden. Dies k&#246;nnte weiteren Aufschluss dar&#252;ber geben, wie Wissen (mehr)sprachlich konstruiert wird, eine gemeinsame Verst&#228;ndnisebene etabliert wird und so eine Problemstellung kooperativ gel&#246;st wird.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus wird nur ein Teil des Denkprozesses im kooperativen Schreiben verbalisiert, und zwar, wenn die Schreiberinnen und Schreiber miteinander kommunizieren. Somit ist davon auszugehen, dass eine Vielzahl der kognitiven Aktivit&#228;ten in der vorliegenden Studie unber&#252;cksichtigt bleiben. Diese k&#246;nnten ebenfalls aufschlussreich f&#252;r die Erkl&#228;rung der Rolle des <italic>Translanguaging</italic> im Schreibprozess sein. Um diese zu analysieren, w&#228;re eine qualitative Studie anhand von Laut-Denken-Protokollen sinnvoll. Schlie&#223;lich konnte durch die vorliegende Analyse nicht beantwortet werden, ob das <italic>Translanguaging</italic> tats&#228;chlich zu qualitativ hochwertigeren Schreibprodukten gef&#252;hrt hat. Hierzu h&#228;tte der Vergleich mit den Ergebnissen der Kontrollgruppe im Fokus stehen m&#252;ssen.</p>
<p>Prim&#228;res Ziel der Studie war es, zu untersuchen, welche Funktionen <italic>Translanguaging</italic> w&#228;hrend des Schreibprozesses mehrsprachiger Schreiberinnen und Schreiber mit der Erstsprache Mandarin erf&#252;llt. Dazu war es auch von Interesse, ob durch <italic>Translanguaging</italic> vorgenommene &#220;berlegungen tats&#228;chlich Eingang in das Schreibprodukt finden. Es hat sich gezeigt, dass durch den R&#252;ckgriff auf das Mandarin (sowie in einigen F&#228;llen auch auf das Englische) unterschiedliche organisatorische Funktionen zur Koordination des Schreibprozesses sowie kognitive Funktionen zur inhaltlichen Bearbeitung des Textes unterst&#252;tzt werden. Weiterhin ist exemplarisch gezeigt worden, dass &#220;berlegungen, die in <italic>Translanguaging</italic>-Phasen auftraten, als generierte Schreibinhalte Eingang in das Schreibprodukt fanden oder auch als Hilfsmittel zur Steuerung des Schreibprozesses dienten. Gerade die Funktionen der Reflexion des Prozesses und die Sprachreflexion auf einer Metaebene bieten Ans&#228;tze, zuk&#252;nftige Schreibaufgaben im DaF-Unterricht prozessorientiert zu gestalten.</p>
</sec>
</body>
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<fn-group>
<fn id="n1"><p>Der Begleitband ist das Ergebnis eines von der EU gef&#246;rderten Projekts (2014-2016), das zur Weiterentwicklung und &#220;berarbeitung des GeR in seiner Version von 2000/2001 diente. Es wurden zahlreiche Skalen korrigiert und teilweise auch neue Skalen entwickelt. Hierzu z&#228;hlt u.a. auch die Entwicklung von Deskriptoren f&#252;r Mediation (s. auch <xref ref-type="bibr" rid="B36">Reimann 2019</xref>).</p></fn>
<fn id="n2"><p>Aus Sicht der Bef&#252;rworter eines solchen Verst&#228;ndnisses von <italic>Translanguaging</italic> handelt es sich nicht nur um eine neue Theorie zweisprachiger Erziehung und des Bilingualismus, sondern um ein neues Verst&#228;ndnis von Sprache (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B33">Otheguy/Garc&#237;a/Reid 2015: 284</xref>). Statt von Sprache als einer sozial-historisch konstruierten Entit&#228;t auszugehen, steht deren Rolle als Wissensrepertoire im Fokus (vgl. ebd.). Dabei wird davon ausgegangen, dass das Konzept von Sprache f&#252;r das Individuum nicht existiert. Hierzu haben sich eine Reihe einflussreicher Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftler kritisch positioniert (s. die Beitr&#228;ge in <xref ref-type="bibr" rid="B30">MacSwan 2022</xref>).</p></fn>
<fn id="n3"><p>W&#228;hrend in diesem Punkt innerhalb der Mehrsprachigkeitsforschung Einigkeit besteht, wird die Frage kontrovers diskutiert, inwiefern die verschiedenen Sprachen Mehrsprachiger eine eigene kognitive Realit&#228;t aufweisen. Dies kann hier nicht weiter vertieft werden. Die unterschiedlichen Positionen hierzu finden sich u.a. bei Garc&#237;a (<xref ref-type="bibr" rid="B14">2017</xref>) sowie Auer (<xref ref-type="bibr" rid="B4">2022</xref>).</p></fn>
<fn id="n4"><p>Die Daten sind im Zuge des Masterarbeitsprojekts von Frau Pu erhoben worden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B34">Pu 2023</xref>).</p></fn>
<fn id="n5"><p>Online verf&#252;gbar unter: <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://www.goethe.de/pro/relaunch/prf/materialien/B2/b2_modellsatz_erwachsene.pdf">https://www.goethe.de/pro/relaunch/prf/materialien/B2/b2_modellsatz_erwachsene.pdf</ext-link> (B1/B2), <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://www.goethe.de/pro/relaunch/prf/materialien/C1/c1_modellsatz.pdf">https://www.goethe.de/pro/relaunch/prf/materialien/C1/c1_modellsatz.pdf</ext-link> (C1/C2) [Stand: 15.02.2024].</p></fn>
<fn id="n6"><p>Die Sprachmischungs&#228;u&#223;erungen und ihre Funktionen h&#228;tten auch im Kontext der Sprachkontaktforschung als (funktionales/psycholinguistisches) Code-Switching, ad-hoc Entlehnung oder Transfer analysiert werden k&#246;nnen. Dies ist bewusst nicht gemacht worden, um die von Duarte (<xref ref-type="bibr" rid="B9">2019</xref>) f&#252;r den Lernkontext vorgeschlagenen Kategorisierungen auf ihre &#220;bertragbarkeit auf den DaF-Kontext zu &#252;berpr&#252;fen.</p></fn>
<fn id="n7"><p>Eine wortgetreue &#220;bersetzung w&#228;re &#8218;Tuch-Tasche&#8216;.</p></fn>
<fn id="n8"><p>Die Testperson meinte das Wort <italic>hygienisch</italic>, hat aber das Wort abweichend ausgesprochen.</p></fn>
<fn id="n9"><p>&#21527; kennzeichnet, dass es ein Fragesatz ist.</p></fn>
<fn id="n10"><p>Vom Kontext her kann die Wortart nicht erschlossen werden.</p></fn>
</fn-group>
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<title>Literatur</title>
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<ref id="B33"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Otheguy</surname>, <given-names>Ricardo</given-names></string-name>; <string-name><surname>Garc&#237;a</surname>, <given-names>Ofelia</given-names></string-name> &amp; <string-name><surname>Reid</surname>, <given-names>Wallis</given-names></string-name> (<year>2015</year>): <article-title>Clarifying translanguaging and deconstructing named languages: A perspective from linguistics</article-title>. <source>Applied Linguistics Review</source> <volume>6</volume>: <fpage>3</fpage>, <fpage>281</fpage>&#8211;<lpage>307</lpage>. DOI: <pub-id pub-id-type="doi">10.1515/applirev-2015-0014</pub-id>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B34"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Pu</surname>, <given-names>Beiqi</given-names></string-name> (<year>2023</year>): <source>Die Rolle des Translanguagings w&#228;hrend des kooperativen Schreibens: Eine empirische Untersuchung am Beispiel von erwachsenen Deutsch-als-Fremdsprache Lernenden</source> (unver&#246;ffentlichte Masterarbeit). <publisher-name>Ludwig-Maximilians-Universit&#228;t</publisher-name> <publisher-loc>M&#252;nchen</publisher-loc>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B35"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Redder</surname>, <given-names>Angelika</given-names></string-name>; <string-name><surname>Krause</surname>, <given-names>Arne</given-names></string-name>; <string-name><surname>Prediger</surname>, <given-names>Susanne</given-names></string-name>; <string-name><surname>Uribe</surname>, <given-names>&#193;ngela</given-names></string-name> &amp; <string-name><surname>Wagner</surname>, <given-names>Jonas</given-names></string-name> (<year>2022</year>): <article-title>Mehrsprachige Ressourcen im Unterricht nutzen. Worin bestehen die Ressourcen?</article-title> <source>Die Deutsche Schule</source> <volume>114</volume>: <fpage>3</fpage>, <fpage>312</fpage>&#8211;<lpage>326</lpage>. DOI: <pub-id pub-id-type="doi">10.25656/01:25396</pub-id>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B36"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Reimann</surname>, <given-names>Daniel</given-names></string-name> (<year>2019</year>): <article-title>Mediation in den neuen Skalen und Deskriptoren des CEFR Companion Volume</article-title>. <source>Zeitschrift f&#252;r Fremdsprachenforschung</source> <volume>30</volume>: <fpage>2</fpage>, <fpage>163</fpage>&#8211;<lpage>180</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B37"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Riehl</surname>, <given-names>Claudia M.</given-names></string-name> (<year>2021</year>): <chapter-title>Neuroscience and plurilingual education: Trends for a research agenda</chapter-title>. In: <string-name><surname>Piccardo</surname>, <given-names>Enrica</given-names></string-name>; <string-name><surname>Germain Rutherford</surname>, <given-names>Aline</given-names></string-name>; <string-name><surname>Lawrence</surname>, <given-names>Geoff</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>Routledge Handbook of Plurilingual Language Education</source>. <publisher-loc>London</publisher-loc>: <publisher-name>Routledge</publisher-name>, <fpage>1</fpage>&#8211;<lpage>16</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B38"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Schm&#246;lzer-Eibinger</surname>, <given-names>Sabine</given-names></string-name> (<year>2011</year>): <source>Lernen in der Zweitsprache. Grundlagen und Verfahren der F&#246;rderung von Textkompetenz in mehrsprachigen Klassen</source>. [<edition>2.</edition> Aufl.]. <publisher-loc>T&#252;bingen</publisher-loc>: <publisher-name>Narr</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B39"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Swain</surname>, <given-names>Merrill</given-names></string-name>; <string-name><surname>Lapkin</surname>, <given-names>Sharon</given-names></string-name> (<year>2000</year>): <article-title>Task-based second language learning: the uses of the first language</article-title>. <source>Language Teaching Research</source> <volume>4</volume>: <fpage>3</fpage>, <fpage>251</fpage>&#8211;<lpage>274</lpage>. DOI: <pub-id pub-id-type="doi">10.1177/136216880000400304</pub-id>.</mixed-citation></ref>
</ref-list>
<app-group>
<app>
<title>Anhang</title>
<p>Der Schreibauftrag f&#252;r die B1/B2-Gruppen lautet:</p>
<disp-quote>
<p>Sie schreiben einen Forumsbeitrag zur Verschmutzung der Umwelt.</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>- &#196;u&#223;ern Sie Ihre Meinung zu Plastikverpackungen im Alltag.</p></list-item>
<list-item><p>- Nennen Sie andere M&#246;glichkeiten, Dinge im Alltag zu verpacken.</p></list-item>
<list-item><p>- Vergleichen Sie: Welche Verpackung ist besser? Warum?</p></list-item>
</list>
<p>Schreiben Sie zusammen mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin einen vollst&#228;ndigen Text.</p>
<p>Bearbeiten Sie alle drei Teilaufgaben.</p>
<p>Denken Sie an eine Einleitung und einen Schluss.</p>
<p>Sie haben f&#252;r diese Aufgabe zirka 30 Minuten Zeit.</p>
</disp-quote>
<p>Der Schreibauftrag f&#252;r die C1/C2-Gruppen lautet:</p>
<disp-quote>
<p>Auch nach dem Eintritt ins Rentenalter gehen viele &#228;ltere Menschen einer Besch&#228;ftigung nach. &#196;u&#223;ern Sie Ihre Meinung dazu. Gehen Sie dabei auf folgende Punkte ein:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>- Warum &#252;ben Ihrer Meinung nach Rentnerinnen und Rentner noch eine Besch&#228;ftigung aus?</p></list-item>
<list-item><p>- Halten Sie starre gesetzliche Regelungen, nach denen man in einem bestimmten Alter in Rente gehen muss, f&#252;r sinnvoll? Warum?</p></list-item>
</list>
<p>Schreiben Sie zusammen mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin einen vollst&#228;ndigen Text.</p>
<p>Ber&#252;cksichtigen Sie alle Inhaltspunkte.</p>
<p>Denken Sie an die Struktur des Textes.</p>
<p>Sie haben f&#252;r diese Aufgabe 30 Minuten Zeit</p>
</disp-quote>
</app>
</app-group>
<sec>
<title>Kurzbio</title>
<p><bold>Dr. Nikolas Koch</bold> ist Akademischer Rat a. Z. am Institut f&#252;r Deutsch als Fremdsprache der Ludwig-Maximilians-Universit&#228;t M&#252;nchen und vertritt dort die Professur f&#252;r Deutsch als Fremdsprache mit dem Schwerpunkt Spracherwerb in mehrsprachigen Kontexten. Im Zentrum seiner Forschung steht die Untersuchung sprachlicher Muster in mehrsprachigen Spracherwerbsszenarien und die didaktischen Implikationen, die sich daraus ergeben.</p>
<p><bold>Beiqi Pu</bold> (M.A.) hat an der Ludwig-Maximilians-Universit&#228;t M&#252;nchen Deutsch als Fremdsprache studiert und sich im Rahmen ihrer Masterarbeit mit dem Thema Translanguaging im kooperativen Schreibprozess besch&#228;ftigt. Ihr Forschungsinteresse liegt in der Mehrsprachigkeitsdidaktik.</p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><bold>Anschrift:</bold></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Ludwig-Maximilians-Universit&#228;t M&#252;nchen</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Institut f&#252;r Deutsch als Fremdsprache</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Ludwigstr. 27</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">80539 M&#252;nchen</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:Koch@daf.lmu.de">Koch@daf.lmu.de</ext-link></styled-content></p>
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