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<journal-title>Zeitschrift f&#252;r Interkulturellen Fremdsprachenunterricht</journal-title>
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<publisher-name>Universit&#228;ts- und Landesbibliothek Darmstadt</publisher-name>
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<subject>Rezensionen</subject>
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<article-title>Niederhaus, Constanze (2022): <italic>Deutsch f&#252;r den Beruf. Eine Einf&#252;hrung</italic>. [Grundlagen f&#252;r Deutsch als Fremd- und Zweitsprache Bd. 4]. Berlin: Erich-Schmidt-Verlag. ISBN: 9783503205455. 265 Seiten. 22,00 &#8364;</article-title>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>Schreibkonzepte Schreib- und Kommunikationsberatung M&#252;nchen</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2024-03-27">
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<p>Die Ergebnisse der internationalen PIAAC-Studie geben einen Hinweis darauf, warum das Buch <italic>Deutsch f&#252;r den Beruf</italic> von Constanze Niederhaus relevant ist. In &#252;ber 30 OECD-L&#228;ndern wurden drei Kompetenzen bei Erwachsenen zwischen 16 und 65 Jahren gemessen: Lesekompetenz, alltagsmathematische Kompetenz und technologieorientierte Probleml&#246;sef&#228;higkeit. Die Resultate der Erwachsenen in Deutschland aus der letzten Testphase im Jahr 2013 sind ern&#252;chternd: Die nur unterdurchschnittliche Lesekompetenz Erwachsener in Deutschland wird flankiert von nur durchschnittlichen F&#228;higkeiten in den beiden anderen Bereichen &#8211; technologiebasierte Probleml&#246;sef&#228;higkeit und alltagsmathematische Kompetenz. Dabei halten die Autorinnen der deutschen PIAAC-Studie fest, dass Sprachkompetenz der Schl&#252;ssel f&#252;r berufliche und gesellschaftliche Teilhabe ist (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B4">Rammstedt/Ackermann/Helmschrott/Klaukien/Maehler 2013: 20</xref>). F&#252;r ein Land im Strukturwandel (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B1">BMAS 2019: 2&#8211;5</xref>), zu dessen wichtigen Ressourcen der produktive Umgang mit Wissen geh&#246;rt, ist das alarmierend (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B3">OECD 2021: 35&#8211;37</xref>). Mangelnde Sprachkompetenz im Deutschen betrifft laut der PIAAC-Studie nicht nur Zweitsprachler:innen mit Migrationshintergrund. Auch Muttersprachler:innen haben vielfach nur (unter-)durchschnittliche F&#228;higkeiten. Um in Zeiten des Fachkr&#228;ftemangels Menschen beruflich zu qualifizieren, braucht es effiziente F&#246;rderans&#228;tze auch f&#252;r Menschen mit Deutsch als Muttersprache, die im Zusammenspiel von Forschung und Praxis entwickelt werden k&#246;nnten. Menschen im Berufsleben sind den klassischen Bildungsinstitutionen wie Schule, Berufsausbildung oder (Fach-) Hochschule entwachsen und brauchen entsprechende Weiterbildungskonzepte im und f&#252;r den Beruf. Um die berufliche Weiterbildung in Deutschland systematischer auszubauen und zu f&#246;rdern, hat die Bundesregierung im Jahre 2019 die Nationale Weiterbildungsstrategie (NWS) initiiert (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B1">BMAS 2019</xref>). Im Kontext der beruflichen Weiterbildungen k&#246;nnte das Buch von Constanze Niederhaus zuk&#252;nftig noch vielf&#228;ltigen Einsatz finden.</p>
<p>Niederhaus bietet mit <italic>Deutsch f&#252;r den Beruf</italic> rund um die berufsbezogene Sprachdidaktik der deutschen Sprache ein grundlegendes Nachschlagewerk. Schon der Blick in das 5 1/2-seitige Inhaltsverzeichnis verdeutlicht den Umfang des Forschungs- und Anwendungsfeldes &#8218;Deutsch f&#252;r den Beruf&#8216; und spiegelt die unterschiedlichen Anforderungen der in diesem didaktischen Kontext aktiven Zielgruppen: Studierende, Lehrende, Fortbildende, Kursplanende, Kursleitende und Forschende (vgl. Niederhaus 2022: 12&#8211;13). Der Reihentitel <italic>Grundlagen Deutsch als Fremd- und Zweitsprache</italic> legt zwar nominell einen Fokus auf diese Disziplinen, der tats&#228;chliche Inhalt geht jedoch dar&#252;ber hinaus. In 10 Kapiteln tr&#228;gt Niederhaus auf 265 Seiten grundlegende Ergebnisse und Diskussionsst&#228;nde zusammen, nicht nur aus den Forschungsbereichen Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache, sondern auch aus der muttersprachlichen Sprachdidaktik. Pr&#228;gnante Zusammenfassungen nach jedem Kapitel erlauben die kursorische Lekt&#252;re, die nicht selten zur eigenen Fokussierung auf dort erw&#228;hnte Studien anregt.</p>
<p>Im Kapitel 1 bietet die Autorin einen Blick auf das wachsende und breite &#8222;Arbeitsfeld Deutsch f&#252;r den Beruf&#8220; und stellt fest, dass Deutsch am Arbeitsplatz bislang trotz der gesellschaftlichen Relevanz eher wenig Aufmerksamkeit erhalten hat (vgl. ebd.: 23). Hierbei gehe es nicht nur um &#8218;berufsbezogene Deutschkurse&#8216; am Arbeitsplatz oder zuvor &#8218;berufsbezogenen Deutschunterricht&#8216; in Schule oder Berufsschule. Vielmehr gehe es um eine flexible und offene Einbindung von vielf&#228;ltigen Sprachf&#246;rderinstrumenten in die formellen und informellen Weiterbildungsstrukturen im Berufsleben (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B5">Sander/Efing 2021: 21</xref>).</p>
<p>Niederhaus bietet in den folgenden 9 Kapiteln umfassende Grundlagen, damit Lehrende, Fortbildende und Kursplanende in einem ebenso komplexen wie heterogenen Anforderungsfeld eigene F&#246;rderangebote entwickeln k&#246;nnen. Seien es die Diskussion um Berufssprache und Berufsdeutsch im Kapitel 2 &#8222;Sprache und Sprachverwendung im Arbeitsfeld Deutsch f&#252;r den Beruf&#8220;, der &#220;berblick im Kapitel 3 &#8222;Sprachbedarf&#8220; und im Kapitel 4 &#8222;Ans&#228;tze der Erhebung, Ermittlung und Analyse sprachlicher Bedarfe und kommunikativer Praktiken im Arbeitsfeld Deutsch f&#252;r den Beruf&#8220; oder konkrete &#8222;Sprachlich-kommunikative Anforderungen, Bedarfe und Praktiken im Kontext Deutsch f&#252;r den Beruf&#8220; im Kapitel 5, in dem berufs&#252;bergreifende und branchenspezifische Studien vorgestellt werden, zum Beispiel in der Medizin, im Tourismus oder in technischen Berufen. Diese Zusammenschau liefert Berufspraktiker:innen Argumente, warum genau eine solche vorgelagerte Bedarfsanalyse zwar aufw&#228;ndig sein kann, aber im Lernergebnis nachhaltiger ist als ein standardisiertes Kursangebot.</p>
<p>Das Thema &#8222;Lesen im Kontext Deutsch f&#252;r den Beruf&#8220; erh&#228;lt im Kapitel 6 einen eigenen Fokus. Im Wissen, dass es nicht m&#246;glich ist, alle beruflichen Textsorten vollst&#228;ndig abzubilden, f&#252;hrt die Autorin dennoch zahlreiche orientierende Beispieltabellen mit Textsorten und ihren Funktionen auf. Dies liefert neben Berichten &#252;ber Studien zur Kompetenzmessung bei (Berufs-)sch&#252;ler:innen und F&#246;rderma&#223;nahmen einen guten &#220;berblick.</p>
<p>Im Kapitel 7 &#8222;Schreiben im Kontext Deutsch f&#252;r den Beruf&#8220; macht Niederhaus deutlich, dass es zwar wissenschaftliche Ans&#228;tze zur Schreibkompetenzvermittlung gibt, eine Fokussierung auf die berufliche Anwendung jedoch in allen Stationen der Bildungssozialisation fehlt, sei es in der Schule, Berufsschule, (Fach-)Hochschule oder am Arbeitsplatz: &#8222;das beruflich veranlasste Schreiben wird zu wenig ge&#252;bt&#8220; (ebd.: 147). Woran das liegt und was dagegen getan werden k&#246;nnte, bleibt ein Forschungsdesiderat.</p>
<p>Niederhaus nimmt nicht nur Lesen und Schreiben in den Blick, sondern auch das Sprechen. Kapitel 8 &#8222;M&#252;ndliche Kommunikation im Kontext Deutsch f&#252;r den Beruf&#8220; beschreibt zun&#228;chst allgemeine Anforderungen an kommunikative Kompetenz und Gespr&#228;chskompetenz, um dann auf branchenspezifische Anforderungen an m&#252;ndliche Kommunikation einzugehen, zum Beispiel bei Friseur:innen, KFZ-Mechatroniker:innen, Jurist:innen oder &#196;rzt:innen.</p>
<p>Kapitel 9 stellt &#8222;Besondere Ans&#228;tze im Arbeitsfeld Deutsch f&#252;r den Beruf&#8220; vor. Dazu geh&#246;ren didaktische Ans&#228;tze wie Szenariendidaktik, Teamteaching, Sprachcoaching oder Integriertes Fach- und Sprachenlernen (IFLS).</p>
<p>Das letzte Kapitel 10 &#8222;Sprachdiagnostik im Kontext Deutsch f&#252;r den Beruf&#8220; behandelt verschiedene sprachdiagnostische Verfahren im Beruf. Dabei stellt die Autorin fest, dass viele Verfahren aus dem Kontext Schule kommen und nur bedingt im Beruf eingesetzt werden k&#246;nnen. In der heterogenen Berufslandschaft existieren kaum standardisierte Kompetenzniveaus, die eindeutig definiert und entsprechend gemessen werden k&#246;nnten. Vorhandene Diagnostik-Ans&#228;tze werden vorgestellt und kritisch eingeordnet.</p>
<p><bold>Fazit: Ergiebiges Lehrbuch f&#252;r die Sprach- und Schreibdidaktik in Forschung und Praxis</bold></p>
<p>Das Buch von Constanze Niederhaus <italic>Deutsch f&#252;r den Beruf</italic> bietet einen umfassenden Ein- und &#220;berblick in das didaktische Arbeitsfeld der Vermittlung von berufsbezogener Sprachkompetenz sowohl f&#252;r Forschende als auch f&#252;r Praktiker:innen in der (Berufs-)Schule und Weiterbildung. Die umfangreiche inhaltliche Ausrichtung und die trotz der F&#252;lle sachlich knappe und &#252;bersichtliche Darstellung machen Forschungsl&#252;cken und Desiderata deutlich. F&#252;r Forschende bietet es daher viele Ankn&#252;pfungspunkte, bestehende Forschungsergebnisse mit neuen Forschungsans&#228;tzen zu verbinden. Zudem regt diese &#252;bersichtliche Zusammenschau Praktiker:innen an, die eigene Lehrt&#228;tigkeit kritisch zu reflektieren und im didaktischen Diskurs zu verorten. Das erm&#246;glicht begr&#252;ndete didaktische Entscheidungen f&#252;r oder gegen bestimmte Lernarrangements im beruflichen Kontext und erh&#246;ht den Wert beruflicher Weiterbildungen.</p>
<p>Das ausf&#252;hrliche Register erlaubt die Nutzung als Nachschlagewerk. Vielleicht gibt es mit der n&#228;chsten Auflage eine zus&#228;tzliche elektronische Version des Buches, die eine automatische Suchfunktion nach eigenen Schlagw&#246;rtern erm&#246;glichen w&#252;rde. Mit <italic>Deutsch f&#252;r den Beruf</italic> leistet Niederhaus einen Beitrag zur Professionalisierung der berufsbezogenen Sprach- und Schreibdidaktik, von der im Sinne der NWS die deutsche Weiterbildungslandschaft profitieren kann. Dieses Buch dient damit als Baustein, um eine seit langem konstatierte Forschungsl&#252;cke zwischen Linguistik und Didaktik zu schlie&#223;en: die Vermittlung von Sprach- und Schreibkompetenz im Beruf (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B7">Steffen 1995: 199&#8211;204</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B2">Jakobs 2008: 5</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B6">Schindler 2017: 119</xref>).</p>
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<title>Literatur</title>
<ref id="B1"><mixed-citation publication-type="webpage"><collab>BMAS</collab> (<year>2019</year>): <source>Nationale Weiterbildungsstrategie. Wissen teilen. Zukunft gestalten. Zusammenwachsen</source>. Bundesministerium f&#252;r Arbeit und Soziales und Bundesministerium f&#252;r Bildung und Forschung. Berlin. <uri>https://www.bmbf.de/bmbf/shareddocs/downloads/files/nws_strategiepapier_barrierefrei_de.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=1</uri> (13.01.2023).</mixed-citation></ref>
<ref id="B2"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Jakobs</surname>, <given-names>Eva-Maria</given-names></string-name> (<year>2008</year>): <source>Berufliches Schreiben: Ausbildung, Training, Coaching. &#220;berblick zum Gegenstand</source>. In: <string-name><surname>Jakobs</surname>, <given-names>Eva-Maria</given-names></string-name> &amp; <string-name><surname>Lehnen</surname>, <given-names>Katrin</given-names></string-name> (Hrsg.): <italic>Berufliches Schreiben. Ausbildung, Training, Coaching</italic>. [Textproduktion und Medium 9]. <publisher-loc>Frankfurt et al.</publisher-loc>: <publisher-name>Peter Lang</publisher-name>, <fpage>1</fpage>&#8211;<lpage>14</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B3"><mixed-citation publication-type="book"><collab>OECD</collab> (Eds.) (<year>2021</year>): <chapter-title>Continuing Education and Training in Germany. Getting Skills Right</chapter-title>. <publisher-loc>Paris</publisher-loc>: <publisher-name>OECD Publishing</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B4"><mixed-citation publication-type="webpage"><string-name><surname>Rammstedt</surname>, <given-names>Beatrice</given-names></string-name>; <string-name><surname>Ackermann</surname>, <given-names>Daniela</given-names></string-name>; <string-name><surname>Helmschrott</surname>, <given-names>Susanne</given-names></string-name>; <string-name><surname>Klaukien</surname>, <given-names>Anja</given-names></string-name> &amp; <string-name><surname>Maehler</surname>, <given-names>D&#233;bora B.</given-names></string-name> (Hrsg.) (<year>2013</year>): <source>Grundlegende Kompetenzen Erwachsener im internationalen Vergleich. Ergebnisse von PIAAC 2012</source>. <publisher-loc>M&#252;nster</publisher-loc>: <publisher-name>Waxmann</publisher-name>. <uri>https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-360687</uri> (26.01.2024).</mixed-citation></ref>
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<p><bold>Stefanie Marek</bold>, Schreibkonzepte Schreib- und Kommunikationsberatung M&#252;nchen</p>
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