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<journal-title>Zeitschrift f&#252;r Interkulturellen Fremdsprachenunterricht</journal-title>
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<publisher-name>Universit&#228;ts- und Landesbibliothek Darmstadt</publisher-name>
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<article-id pub-id-type="doi">10.48694/zif.3828</article-id>
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<subject>Aufsatz au&#223;erhalb des themenschwerpunkts</subject>
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<article-title>Sch&#252;ler*inneneinstellungen zu Mehrsprachigkeit und der Rolle fr&#252;her gelernter Sprachen im Deutschunterricht an norwegischen Schulen</article-title>
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<surname>Kvifte</surname>
<given-names>Martin Andreas</given-names>
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<email>martin.kvifte@hiof.no</email>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>Hochschule &#216;stfold / Technisch-Naturwissenschaftliche Universit&#228;t Norwegens &#8211; NTNU</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2024-08-28">
<day>28</day>
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<year>2024</year>
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<year>2024</year>
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<issue>2</issue>
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<abstract>
<p>In diesem Beitrag werden die Einstellungen norwegischer Sch&#252;ler*innen zu Mehrsprachigkeit und der Rolle fr&#252;her gelernter Sprachen im Fach Deutsch untersucht. Die Ergebnisse einer Umfrage (N=109) sowie semistrukturierter Interviews (N=10) zeigen, dass eine Mehrzahl sich als mehrsprachig auffasst und Mehrsprachigkeit als einen Vorteil beim Lernen weiterer Sprachen versteht. Beim Deutschlernen halten die Befragten jedoch in erster Linie ihre Norwegischkenntnisse f&#252;r hilfreich, w&#228;hrend sie den anderen ihnen bekannten Sprachen weniger Bedeutung zuschreiben. Somit liegt eine Diskrepanz zwischen den von den Sch&#252;ler*innen angegebenen Lernpraktiken und den mehrsprachigkeitsdidaktischen Intentionen des Lehrplans vor. Au&#223;erdem berichten die Sch&#252;ler*innen, dass ihre Lehrkr&#228;fte Deutsch kaum mit anderen Sprachen als dem Norwegischen vergleichen. Folglich scheinen potenziell lernf&#246;rdernde Kenntnisse und Lernerfahrungen aus fr&#252;her erworbenen Sprachen ungenutzt zu bleiben.</p>
</abstract>
<trans-abstract xml:lang="en">
<p><bold>Students&#8217; beliefs about multilingualism and the role of previously learned languages in the study of German</bold></p>
<p>This article explores Norwegian school students&#8217; beliefs about multilingualism and the role of previously learned languages in the study of German. Data from a survey (N=109) and semi-structured interviews (N=10) show that a majority of the students perceive themselves as multilingual and view multilingualism as an asset for further language learning. When learning German, however, the students mainly consider their Norwegian knowledge to be helpful, whereas knowledge in other languages is rarely utilized. Hence, the students&#8217; learning approach differs from that intended by the curriculum. Furthermore, the students report that their teachers barely compare German to languages other than Norwegian. Thus, potentially beneficial knowledge and learning experiences from previously learned languages seem to remain unexploited.</p>
</trans-abstract>
<kwd-group>
<kwd>Sch&#252;ler*inneneinstellungen</kwd>
<kwd>Deutsch als Fremdsprache</kwd>
<kwd>Mehrsprachigkeit</kwd>
<kwd>Mehrsprachigkeitsdidaktik</kwd>
</kwd-group>
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<kwd>Students&#8216; beliefs</kwd>
<kwd>German as a foreign language</kwd>
<kwd>multilingualism</kwd>
<kwd>multilingual didactics</kwd>
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<sec>
<title>1 Einleitung</title>
<p>In den letzten zwei Jahrzehnten haben sich zahlreiche Studien mit den potenziellen Vorteilen der Mehrsprachigkeit befasst, wobei die positive Wirkung der durch den Erwerb von mehreren Sprachen akkumulierten Lernerfahrungen auf das Lernen weiterer Sprachen hervorgehoben wird (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B27">Hauk&#229;s/Storto/Tiurikova 2022</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B30">Huang/Steinkrauss/Verspoor 2022</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B32">Jessner 2008</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B33">Kemp 2007</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B41">Marx 2020</xref>). Unter anderem scheint Mehrsprachigkeit mit einer erh&#246;hten metalinguistischen Bewusstheit einherzugehen, was wiederum die Entwicklung effizienter Sprachenlernstrategien f&#246;rdert (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B32">Jessner 2008: 30</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B33">Kemp 2007: 255</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B41">Marx 2020: 24</xref>).</p>
<p>Beim Lernen einer Terti&#228;rsprache<xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref> im Rahmen des schulischen Sprachenunterrichts kann das Vorwissen aus dem Unterricht in der Erst- bzw. Schulsprache und der ersten Fremdsprache eine wichtige Rolle spielen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B41">Marx 2020: 23</xref>). Vor allem auf die Erfahrungen aus dem Lernen der ersten Fremdsprache wird Wert gelegt: Lernende, die eine weitere Fremdsprache lernen, verwenden zum Beispiel andere Lernstrategien als Lernende einer ersten Fremdsprache (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B32">Jessner 2008: 30</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B42">Marx/Hufeisen 2010: 828</xref>). Zudem scheinen sich Lernende mit Kenntnissen von unterschiedlichen grammatischen Systemen die Grammatik einer neuen Sprache schneller anzueignen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B33">Kemp 2007: 256</xref>).</p>
<p>Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Sch&#252;ler*inneneinstellungen<xref ref-type="fn" rid="n2">2</xref> zu Mehrsprachigkeit und der Rolle fr&#252;her gelernter Sprachen beim Deutscherwerb im norwegischen Schulkontext. Sch&#252;ler*inneneinstellungen werden hier verstanden als &#8222;opinions and ideas about the task of learning a [&#8230;] foreign language&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B3">Barcelos/Kalaja, 2003: 231</xref>, zitiert in <xref ref-type="bibr" rid="B60">Wesely 2012: 100</xref>). Dabei geht es einerseits darum, wie die Sch&#252;ler*innen &#252;ber Sprachen, Sprachenkenntnisse und ihren eigenen Lernprozess reflektieren, andererseits wie sie den Unterricht sowie die Vorgehensweise der Lehrkr&#228;fte erleben und bewerten (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B60">Wesely 2012: 100</xref>). Die Einstellungen gelten als komplex und dynamisch, da sie kontextabh&#228;ngig, ver&#228;nderlich und manchmal auch widerspr&#252;chlich sein k&#246;nnen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B4">Barcelos/Kalaja 2011: 285&#8211;286</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B17">Ellis 2008: 11</xref>). Bei der Umsetzung von Mehrsprachigkeitsdidaktik, die die Sch&#252;ler*innen f&#252;r die Nutzung ihrer linguistischen Vorkenntnisse sensibilisiert, ist Wissen &#252;ber die Sch&#252;ler*inneneinstellungen zum Thema von gro&#223;er Bedeutung, da diese das Lernverhalten der Sch&#252;ler*innen erheblich beeinflussen k&#246;nnen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B27">Hauk&#229;s et al. 2022: 4</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B59">Volgger 2010: 169&#8211;170</xref>). Die Einstellungen k&#246;nnen z.B. die Motivation der Lernenden beeinflussen, da sie mit den Emotionen und dem Selbstbild der Sch&#252;ler*innen verbunden sind (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B4">Barcelos/Kalaja 2011: 285</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B27">Hauk&#229;s et al. 2022: 4</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B38">Manno 2003: 158</xref>).</p>
<p>Im Folgenden werden zuerst der kontextuelle und theoretische Hintergrund der vorliegenden Arbeit sowie der Stand der Forschung behandelt, ehe eine Mixed-Methods-Studie zu Sch&#252;ler*inneneinstellungen zu Mehrsprachigkeit und der Rolle fr&#252;her gelernter Sprachen an norwegischen Schulen dargelegt wird.</p>
</sec>
<sec>
<title>2 Hintergrund</title>
<p>W&#228;hrend norwegische Sch&#252;ler*innen schon in der ersten Klasse mit dem Englischunterricht anfangen, haben sie erst ab der achten Klasse<xref ref-type="fn" rid="n3">3</xref> die M&#246;glichkeit eine zweite Fremdsprache als Wahlfach zu lernen. Sie k&#246;nnen allerdings andere F&#228;cher w&#228;hlen; obligatorisch ist der Unterricht der zweiten Fremdsprache erst ab der elften Klasse in den studienvorbereitenden Programmen der weiterf&#252;hrenden Schule<xref ref-type="fn" rid="n4">4</xref> (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B14">Daryai-Hansen/Lindemann/Speitz 2019: 51</xref>). Ungef&#228;hr zwei Drittel der Sch&#252;ler*innen fangen aber in der achten Klasse mit der zweiten Fremdsprache an, von diesen w&#228;hlten im Jahr 2022 31 % Deutsch (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B55">Statistics Norway 2023</xref>). Im Rahmen des Norwegischunterrichts lernen sie auch die zwei schriftlichen Standardvariet&#228;ten des Norwegischen, <italic>Bokm&#229;l</italic> und <italic>Nynorsk</italic>, sowie das Verstehen von D&#228;nisch und Schwedisch. Zudem haben viele Sch&#252;ler*innen zus&#228;tzlich zu ihren Norwegischkenntnissen Kenntnisse in einer Herkunftssprache (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B24">Hauk&#229;s/Speitz 2020: 51</xref>). Laut der Definition im <italic>Gemeinsamen europ&#228;ischen Referenzrahmen f&#252;r Sprachen</italic> (GER) sind somit alle norwegischen Sch&#252;ler*innen als mehrsprachig<xref ref-type="fn" rid="n5">5</xref> einzuordnen, da sie die F&#228;higkeit besitzen, &#8222;Sprachen zum Zweck der Kommunikation zu benutzen&#8220;, und &#8222;&#252;ber &#8211; graduell unterschiedliche &#8211; Kompetenzen in mehreren Sprachen&#8220; verf&#252;gen (<xref ref-type="bibr" rid="B18">Europarat 2001: 163</xref>).</p>
<sec>
<title>2.1 Der norwegische Lehrplan f&#252;r Fremdsprachen</title>
<p>Die in der Forschung verbreitete Auffassung von Mehrsprachigkeit als Ressource beim Fremdsprachenerwerb hat auch ihren Weg in den norwegischen Lehrplan f&#252;r Fremdsprachen gefunden. Hier werden besonders wichtige Bestandteile in sogenannte &#8222;Kernelemente&#8220; eingeordnet, wobei &#8222;Sprachenlernen und Mehrsprachigkeit&#8220; ein eigenes Kernelement ausmacht, in dem es unter anderem hei&#223;t:</p>
<disp-quote>
<p>Zu Beginn des Fremdsprachenunterrichts sind die Lernenden bereits mehrsprachig und haben umfangreiche Sprachenlernerfahrungen aus verschiedenen Zusammenh&#228;ngen. Durch den Transfer bereits erworbener linguistischer Kenntnisse und Sprachenlernerfahrungen aus anderen Sprachen, die die Lernenden kennen, wird der Spracherwerb effektiver und sinnvoller. (<xref ref-type="bibr" rid="B47">NDET 2022</xref>)<xref ref-type="fn" rid="n6">6</xref></p>
</disp-quote>
<p>Das obige Zitat macht deutlich, dass die Sch&#252;ler*innen ihr linguistisches Vorwissen aktiv verwenden sollen. Allerdings betonen mehrere Forscher*innen, dass ein Transfer bereits erworbener Kenntnisse und Lernerfahrungen nicht immer automatisch stattfindet, sondern dass die explizite Bewusstmachung, bei der die Sch&#252;ler*innen f&#252;r das Potenzial und die Nutzung ihrer Vorkenntnisse und Lernerfahrungen sensibilisiert werden, eine wichtige Rolle spielen kann (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B5">Bono/Stratilaki 2009</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B21">Hauk&#229;s 2016</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B36">Le Pape Racine/Br&#252;hwiler 2020b</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B43">Moore 2006</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B58">Venus 2017</xref>). Dabei kann auch die Eigeneinsch&#228;tzung der Lernenden als mehrsprachig an sich von Bedeutung sein, da sie nicht nur mit erh&#246;hter Motivation und Lernbereitschaft verbunden wird (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B9">Busse 2017</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B19">Fisher et al. 2020</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B20">Forbes et al. 2021</xref>), sondern auch mit besseren Lernergebnissen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B53">Rutgers et al. 2021</xref>) einhergeht. Im Unterricht wird deshalb die explizite Auseinandersetzung mit der Identit&#228;tsfrage empfohlen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B19">Fisher et al. 2020: 459</xref>).</p>
</sec>
<sec>
<title>2.2 Terti&#228;rsprachendidaktik</title>
<p>Es existieren bereits didaktische Ann&#228;herungen, die eine explizite Bewusstmachung bzw. Sensibilisierung der linguistischen Vorkenntnisse ber&#252;cksichtigen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B1">Allg&#228;uer-Hackl/Jessner 2013</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B42">Marx/Hufeisen 2010</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B36">Le Pape Racine/Br&#252;hwiler 2020b</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B48">Neuner 2003</xref>, <xref ref-type="bibr" rid="B49">2004</xref>, <xref ref-type="bibr" rid="B50">2009</xref>). Dazu geh&#246;rt die Terti&#228;rsprachendidaktik, in der die Ankn&#252;pfung an fr&#252;her gelernte Sprachen und Sprachenlernerfahrungen zentral ist (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B49">Neuner 2004: 40</xref>). Unter anderem durch Sprachenvergleiche wird die Zielsprache mit den bereits gelernten Sprachen in Verbindung gebracht, damit eine Sprachenbewusstheit<xref ref-type="fn" rid="n7">7</xref>, d.h. ein deklaratives Wissen &#252;ber Sprachen, entwickelt wird, mit der die Lernenden auf &#196;hnlichkeiten und Unterschiede zwischen den Sprachen aufmerksam gemacht werden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B42">Marx/Hufeisen 2010: 829</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B48">Neuner 2003: 24&#8211;28</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B49">2004: 41&#8211;44</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B50">2009: 15</xref>). Au&#223;erdem ist die Bewusstmachung der beim fr&#252;heren Lernen von Sprachen und der Zielsprache benutzten Lernmethoden und -strategien &#8211; die Entwicklung der Sprachen<italic>lern</italic>bewusstheit &#8211; ein wichtiges Ziel der Terti&#228;rsprachendidaktik, damit die Sch&#252;ler*innen im weiteren Leben Sprachen selbstst&#228;ndig (weiter-)lernen k&#246;nnen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B42">Marx/Hufeisen 2010: 830</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B48">Neuner 2003: 26</xref>, <xref ref-type="bibr" rid="B49">2004: 41</xref>). In der vorliegenden Arbeit ist vor allem die Sprachenbewusstheit der Sch&#252;ler*innen Gegenstand der Untersuchung.<xref ref-type="fn" rid="n8">8</xref></p>
</sec>
<sec>
<title>2.3 Sch&#252;ler*inneneinstellungen</title>
<p>W&#228;hrend sich viele Studien mit Lehrer*inneneinstellungen zur Mehrsprachigkeit befassen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B10">Calafato 2020</xref>, <xref ref-type="bibr" rid="B11">2021</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B21">Hauk&#229;s 2016</xref>, <xref ref-type="bibr" rid="B22">2019</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B37">Lindemann 2019</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B44">Myklevold 2021</xref>, <xref ref-type="bibr" rid="B45">2022</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B46">Myklevold/Speitz 2021</xref>), existieren zu diesem Thema im norwegischen Kontext eher wenige Studien zu Sch&#252;ler*inneneinstellungen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B14">Daryai-Hansen et al. 2019</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B23">Hauk&#229;s 2022</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B27">Hauk&#229;s et al. 2022</xref><xref ref-type="fn" rid="n9">9</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B45">Myklevold 2022</xref>). Die vorhandenen Studien zeigen jedoch, dass norwegische F&#252;nft-, Sechst-<xref ref-type="fn" rid="n10">10</xref> und Achtkl&#228;ssler &#252;ber allgemein positive Einstellungen verf&#252;gen, in denen Mehrsprachigkeit als Ressource aufgefasst wird (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B14">Daryai-Hansen et al. 2019: 65</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B27">Hauk&#229;s et al. 2022: 8</xref>). Unabh&#228;ngig von ihrem sprachlichen Hintergrund sch&#228;tzen sich au&#223;erdem 67 % der von Hauk&#229;s (<xref ref-type="bibr" rid="B23">2022: 294</xref>) befragten Achtkl&#228;ssler als mehrsprachig ein. Keine*r der von Daryai-Hansen et al. (<xref ref-type="bibr" rid="B14">2019: 58</xref>) befragten Sch&#252;ler*innen gab jedoch an, im Unterricht mit Sprachenvergleichen gearbeitet zu haben. Dennoch sind sie sich der Kognaten zwischen den Sprachen bewusst. Mit lexikalischen &#196;hnlichkeiten besch&#228;ftigt sich auch Myklevolds (<xref ref-type="bibr" rid="B45">2022</xref>) Interventionsstudie, in der Sch&#252;ler*innen, die gerade mit dem Fach Deutsch in der elften Klasse angefangen hatten, instruiert wurden, nach Kognaten und Internationalismen zu suchen, um deutsche Texte zu verstehen. Die Sch&#252;ler*innen hielten diese Bewusstmachung f&#252;r n&#252;tzlich, gaben aber gleichzeitig an, haupts&#228;chlich ihre Norwegisch- und Englischkenntnisse verwendet zu haben, w&#228;hrend andere Sprachen und auch Herkunftssprachen nicht zum Einsatz kamen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B45">Myklevold 2022: 325&#8211;230</xref>).</p>
<p>Im Gegensatz zum norwegischen Kontext sind im deutschsprachigen Raum mehrere Studien vorhanden, die sich mit Sch&#252;ler*inneneinstellungen zur Mehrsprachigkeit besch&#228;ftigen. Auch in diesen Studien wird von generell positiven Einstellungen zur Mehrsprachigkeit berichtet (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B58">Venus 2017: 131&#8211;132</xref>) und die Sch&#252;ler*innen geben an, mittel bis positiv motiviert f&#252;r das Lernen weiterer Fremdsprachen zu sein (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B28">Heinzmann 2013: 141</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B52">R&#252;ck 2009: 96&#8211;98</xref>). Dabei sind die positivsten Einstellungen sowie die h&#246;chste Motivation bei den Befragten festzustellen, die zus&#228;tzlich eine Herkunftssprache sprechen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B7">Br&#252;hwiler/Le Pape Racine 2017: 177</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B28">Heinzmann 2013: 166</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B52">R&#252;ck 2009: 96&#8211;98</xref>). Die letztgenannte Gruppe hebt unter anderem den Nutzen lexikalischer &#196;hnlichkeiten zwischen Sprachen hervor, w&#228;hrend morphosyntaktische Unterschiede eher als verwirrend und wenig hilfreich betrachtet werden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B52">R&#252;ck 2009: 112</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B59">Volgger 2010: 185&#8211;186</xref>). Bei Miteinbeziehung der Sch&#252;ler*innen, die keine Herkunftssprache sprechen, zeigen Umfragedaten aus der Schweiz<xref ref-type="fn" rid="n11">11</xref>, dass Sechstkl&#228;ssler Sprachenvergleiche f&#252;r weniger effizient als andere Sprachenlernstrategien halten (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B39">Manno et al. 2016: 275&#8211;276</xref>). Diese Auffassung scheint jedoch von Alter und Lernerfahrungen der Befragten beeinflusst zu sein, da schweizerische Siebtkl&#228;ssler Sprachenvergleiche signifikant n&#252;tzlicher als Sechstkl&#228;ssler finden, wenngleich die Siebtkl&#228;ssler die Wirksamkeit der Vergleiche auch nur m&#228;&#223;ig positiv bewerten (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B35">Le Pape Racine/Br&#252;hwiler 2020a: 242&#8211;243</xref>). Die Sch&#252;ler*innen berichten aber, dass Sprachenvergleiche selten vonseiten der Lehrkr&#228;fte thematisiert werden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B36">Le Pape Racine/Br&#252;hwiler 2020b: 270</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B59">Volgger 2010: 187</xref>). Au&#223;erdem stellt Venus (<xref ref-type="bibr" rid="B58">2017: 133</xref>) fest, dass Zusammenh&#228;nge zwischen Sprachen f&#252;r einige Sch&#252;ler*innen nicht &#8222;unmittelbar ersichtlich&#8220; sind. Diese Faktoren tragen m&#246;glicherweise dazu bei, dass Sprachenvergleichen weniger Bedeutung zugeschrieben wird.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>3 Forschungsdesign</title>
<p>Wie aus dem obigen Forschungs&#252;berblick zu entnehmen ist, gibt es im norwegischen Kontext relativ wenige Studien zu Sch&#252;ler*inneneinstellungen zu Mehrsprachigkeit und der Rolle fr&#252;her gelernter Sprachen. Diese Studien haben gemeinsam, dass die Teilnehmer*innen alle im Anfangsstadium des Deutschlernens stehen. Die Absicht der vorliegenden Arbeit besteht deshalb darin, die Einstellungen &#228;lterer Sch&#252;ler*innen der weiterf&#252;hrenden Schule zu untersuchen, die mehr Sprachenlernerfahrungen gesammelt haben. Vor diesem Hintergrund wurden folgende Forschungsfragen formuliert:</p>
<list list-type="order">
<list-item><p>Inwieweit betrachten die Sch&#252;ler*innen sich selbst als mehrsprachig?</p></list-item>
<list-item><p>Inwieweit betrachten die Sch&#252;ler*innen zuvor gelernte Sprachen als Ressource beim Deutscherwerb?</p></list-item>
<list-item><p>In welchem Ausma&#223; erleben die Sch&#252;ler*innen, dass Deutsch aus einer sprachen&#252;bergreifenden Perspektive unterrichtet wird?</p></list-item>
</list>
<p>Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurde ein Mixed-Methods-Design bestehend aus einer Umfrage und Interviews angewandt. W&#228;hrend die Umfrage die Gelegenheit bietet, eine gr&#246;&#223;ere Anzahl Teilnehmer*innen in die Untersuchung miteinzubeziehen, dienen die Interviews einer tiefergehenden Erforschung der Einstellungen einer kleineren Auswahl der Teilnehmer*innen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B57">Tashakkori et al. 2020: 235&#8211;236</xref>). Somit werden sowohl Breite als auch Tiefe bei der Datensammlung sichergestellt, wobei die Kombination aus quantitativen und qualitativen Daten die Validit&#228;t der Befunde st&#228;rken kann (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B6">Brevik/Buchholtz 2022: 347&#8211;348</xref>).</p>
<p>Die Umfrage basiert auf dem Fragebogen des <italic>Ungspr&#229;k</italic>-Projektes (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B25">Hauk&#229;s et al. 2021a</xref>). Allerdings sind mehrere Items ver&#228;ndert oder entfernt worden, w&#228;hrend andere hinzugef&#252;gt wurden (s. Anhang 1), um den Fragebogen an Deutschlernende der weiterf&#252;hrenden Schule anzupassen sowie auf die Forschungsfragen der vorliegenden Arbeit auszurichten. Unter den Items zur Beantwortung der Forschungsfragen stammen die Items a), b) und c) in <xref ref-type="fig" rid="T1">Tabelle 1</xref> aus dem <italic>Ungspr&#229;k</italic>-Fragebogen. W&#228;hrend Item a) eine offene Frage verwendet, handelt es sich bei den Items b) und d) um Auswahlfragen (Ja/Nein/Unsicher), bei denen die Entscheidung zu begr&#252;nden war. Die restlichen Items wurden anhand einer Likert-Skala von 1 (&#8222;ich stimme gar nicht zu&#8220;) bis 5 (&#8222;ich stimme vollkommen zu&#8220;) beantwortet. Item c) stammt aus einer Skala zur Messung der mit Mehrsprachigkeit verbundenen Vorteile (s. Anhang 1, Teil 2, Items 1&#8211;8), deren interne Konsistenz bei &#945; = 0,768 liegt. Der Alphawert der zur Beantwortung der dritten Forschungsfrage erstellten Skala (vgl. Items m&#8211;r in <xref ref-type="fig" rid="T1">Tab. 1</xref>) betr&#228;gt 0,676. Die Items, die sich mit der Rolle des Norwegischen (Items e&#8211;h) bzw. Englischen (Items i&#8211;l) befassen, weisen eine interne Konsistenz von &#945; = 0,682 bzw. &#945; = 0,644 auf. Alphawerte ab 0,6 gelten als akzeptabel (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B56">Taber 2018</xref>).</p>
<fig id="T1">
<caption>
<p>Tab. 1: &#220;bersicht &#252;ber die zur Beantwortung der Forschungsfragen verwendeten Items<xref ref-type="fn" rid="n12">12</xref></p>
</caption>
</fig>
<fig><graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-3828_kvifte-g4.png"/></fig>
<p>F&#252;r die Interviews wurde ein semistrukturierter Interviewleitfaden anhand der einschl&#228;gigen Fachliteratur sowie der Forschungsfragen entwickelt (s. Anhang 2). Au&#223;erdem wurden die Interviewteilnehmer*innen danach gefragt, eine Auswahl ihrer Fragebogenantworten zu erkl&#228;ren.</p>
<sec>
<title>3.1 Teilnehmer*innen</title>
<p>Die Teilnehmer*innen der Studie (N=109) sind Zw&#246;lftkl&#228;ssler*innen aus sieben unterschiedlichen weiterf&#252;hrenden Schulen in Norwegen. Bei der Datenerhebung hatten die Sch&#252;ler*innen gerade ihr f&#252;nftes Jahr Deutschunterricht angefangen. In der Umfrage geben 31 der Teilnehmer*innen an, neben Norwegisch, Englisch und Deutsch Kenntnisse in weiteren Sprachen zu haben. In erster Linie handelt es sich um die skandinavischen Sprachen Schwedisch (N=16) und D&#228;nisch (N=8).<xref ref-type="fn" rid="n13">13</xref> Sechs der Teilnehmer*innen haben eine andere Erstsprache als Norwegisch: Persisch (N=1), Arabisch (N=2), Somali (N=1), Kurdisch (N=1), Schwedisch (N=1). Eine Teilnehmerin gibt zwei Erstsprachen an, Norwegisch und Russisch. Ferner gibt es Sch&#252;ler*innen mit Kenntnissen in Spanisch (N=6), Franz&#246;sisch (N=2), Koreanisch (N=2), Niederl&#228;ndisch (N=1), Polnisch (N=1), Kroatisch (N=1), Finnisch (N=1), Samisch (N=1) und Swahili (N=1). Abgesehen von dem Kroatisch sprechenden Sch&#252;ler sowie einer der Koreanisch sprechenden Sch&#252;ler*innen geben diese Befragten an, &#252;ber eher geringe Kenntnisse in diesen Sprachen zu verf&#252;gen.</p>
<p>Zehn der 109 Teilnehmer*innen wurden auf Basis ihrer Zustimmung rekrutiert, um an einem Interview teilzunehmen. Die Interviewteilnehmer*innen wurden an vier unterschiedlichen Schulen rekrutiert (s. <xref ref-type="table" rid="T2">Tab. 2</xref>), wobei die Sch&#252;ler*innen, die dieselbe Schule besuchten, Deutsch in derselben Klasse lernten.</p>
<table-wrap id="T2">
<caption>
<p>Tab. 2: &#220;bersicht &#252;ber die Interviewteilnehmer*innen</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>Pseudonym</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>Schule</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>NOR</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>ENG</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>DEU</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>Weitere Spr.</bold></td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="center" valign="top">Jens</td>
<td align="center" valign="top">A</td>
<td align="center" valign="top">L2</td>
<td align="center" valign="top">L3</td>
<td align="center" valign="top">L4</td>
<td align="center" valign="top">L1 Persisch</td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top">Gunnar</td>
<td align="center" valign="top">A</td>
<td align="center" valign="top">L1</td>
<td align="center" valign="top">L2</td>
<td align="center" valign="top">L3</td>
<td align="center" valign="top">L4 Franz&#246;sisch</td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top">Svein</td>
<td align="center" valign="top">A</td>
<td align="center" valign="top">L1</td>
<td align="center" valign="top">L2</td>
<td align="center" valign="top">L3</td>
<td align="center" valign="top">L4 Samisch</td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">Isolde</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">B</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">L1</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">L2</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">L3</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;"></td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">Brunhilde</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">B</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">L1</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">L2</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">L3</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;"></td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">Roy</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">B</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">L1</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">L2</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">L3</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;"></td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top">Ingunn</td>
<td align="center" valign="top">C</td>
<td align="center" valign="top">L1</td>
<td align="center" valign="top">L2</td>
<td align="center" valign="top">L3</td>
<td align="center" valign="top"></td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top">Petrus</td>
<td align="center" valign="top">C</td>
<td align="center" valign="top">L1</td>
<td align="center" valign="top">L2</td>
<td align="center" valign="top">L3</td>
<td align="center" valign="top"></td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">Harald</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">D</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">L3</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">L2</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">L4</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">L1 Arabisch</td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">Kleopatra</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">D</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">L1</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">L2</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">L3</td>
<td align="center" valign="top" style="background-color:#dcddde;">L1 Russisch</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
</sec>
<sec>
<title>3.2 Vorgehensweise</title>
<p>Die Rekrutierung der Teilnehmer*innen erfolgte in mehreren Schritten. Zuerst wurden weiterf&#252;hrende Schulen per E-Mail kontaktiert. Danach wurden die an einer Teilnahme interessierten Klassen besucht, wobei die Sch&#252;ler*innen sowohl schriftliche als auch m&#252;ndliche Erl&#228;uterungen zur Studie erhielten. Die freiwillige Teilnahme wurde durch eine schriftliche Einwilligung best&#228;tigt. Die Studie wurde nach den ethischen Standards der norwegischen Agentur f&#252;r gemeinsame Dienste in Bildung und Forschung (<italic>Sikt</italic> &#8211; <italic>Kunnskapssektorens tjenesteleverand&#248;r)</italic> entwickelt und von Sikt vor der Datenerhebung anerkannt.</p>
<p>Die Umfrage wurde digital mittels des von der Universit&#228;t Oslo entwickelten Fragebogenwerkzeugs <italic>Nettskjema</italic> anonym und ohne Speicherung von IP-Adressen durchgef&#252;hrt. Das Ausf&#252;llen des Fragebogens fand in den Klassenzimmern an den jeweiligen Schulen statt. Zur Kl&#228;rung eventuell auftretender Unklarheiten war der Autor der vorliegenden Arbeit vor Ort. Die Interviews wurden in geeigneten R&#228;umen der Schulen durchgef&#252;hrt und anhand der <italic>Diktafon-</italic>App aufgenommen, die die Aufnahmen verschl&#252;sselt in <italic>Nettskjema</italic> speichert. Aus praktischen Gr&#252;nden mussten die Interviews in einigen F&#228;llen am selben Tag wie die Beantwortung des Fragebogens durchgef&#252;hrt werden, weswegen ein zweites Interview zur Untersuchung der Fragebogenantworten dieser Sch&#252;ler*innen an einem sp&#228;teren Zeitpunkt das Vorgehen erg&#228;nzt hat.</p>
</sec>
<sec>
<title>3.3 Analyse</title>
<p>Die Umfrage- und Interviewdaten wurden zuerst separat analysiert und danach in Verbindung miteinander gebracht (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B13">Creswell/Creswell 2018: 219&#8211;221</xref>). Die Fragebogendaten wurden im ersten Schritt in Excel kodiert, wobei die offenen Fragebogenitems kategorisiert und quantifiziert wurden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B57">Tashakkori et al. 2020: 273</xref>). Im zweiten Schritt wurden sie mithilfe der Statistiksoftware SPSS deskriptiv ausgewertet (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B57">Tashakkori et al. 2020: 255&#8211;257</xref>). Die Interviews wurden mittels <italic>QSR NVivo</italic> transkribiert und analysiert. Nach den Prinzipien der qualitativen Inhaltsanalyse wurden die Interviewdaten in Kategorien eingeteilt, woraus Themen erstellt wurden. Die Kategorienbildung erfolgte &#252;berwiegend deduktiv (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B8">Burwitz-Melzer/Steininger 2022</xref>) auf Basis der Forschungsfragen sowie der einschl&#228;gigen Forschungsliteratur. Zur Erh&#246;hung der Reliabilit&#228;t der Kategorienbildung wurden Ausz&#252;ge aus den Interviewtranskriptionen von einer anderen Forscherin kodiert und die Ergebnisse mit den in der ersten Analysephase erstellten Kategorien verglichen, wobei Anpassungen vorgenommen wurden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B13">Creswell/Creswell 2018: 202</xref>). Zuletzt wurden die in Kategorien eingeordneten Aussagen sowie die Interpretationen davon zusammengefasst und den zehn Interviewteilnehmer*innen vorgelegt, um sicherzustellen, dass sie nicht falsch verstanden wurden &#8211; eine als Member-Checking bezeichnete Vorgehensweise, die zur Erh&#246;hung der Validit&#228;t der Befunde dient (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B13">Creswell/Creswell 2018: 200</xref>).</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>4 Analyseergebnisse</title>
<p>In diesem Kapitel folgt eine Darstellung der Analyseergebnisse, in der die quantitativen und qualitativen Daten in Verbindung miteinander gebracht werden. Das Kapitel ist nach den in Kap. 3. angef&#252;hrten Forschungsfragen gegliedert, wobei die f&#252;r die Beantwortung der Forschungsfragen am relevantesten Ergebnisse pr&#228;sentiert werden.</p>
<sec>
<title>4.1 Forschungsfrage 1: Selbsteinsch&#228;tzung als mehrsprachig</title>
<p>Sowohl in der Umfrage als auch in den Interviews wird den Fragen nachgegangen, was die Befragten unter Mehrsprachigkeit verstehen, und ob sie sich selbst als mehrsprachig bezeichnen (s. <xref ref-type="table" rid="T3">Tab. 3</xref>).</p>
<table-wrap id="T3">
<caption>
<p>Tab. 3: Selbsteinsch&#228;tzung als mehrsprachig (N=109)</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>Ja</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>Nein</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>Unsicher</bold></td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="center" valign="top">72,5 % (79)<xref ref-type="fn" rid="n14">14</xref></td>
<td align="center" valign="top">12,8 % (14)</td>
<td align="center" valign="top">14,7 % (16)</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>72,5 % der Umfrageteilnehmer*innen identifizieren sich als mehrsprachig, w&#228;hrend 6 von 10 Interviewteilnehmer*innen sich f&#252;r mehrsprachig halten. Die verbreitetste Begr&#252;nding daf&#252;r ist, dass sie flie&#223;end Norwegisch und Englisch sowie etwas Deutsch sprechen. Im Interview &#228;u&#223;ert z.B. Roy:</p>
<disp-quote>
<p>Ich spreche ziemlich gut Englisch und ich spreche, okay, es ist nicht so, dass ich sehr gut Deutsch spreche, aber ich verstehe ja, wenn ich eine deutsche Person h&#246;re, dann verstehe ich einen Teil davon, was sie sagt, aber nicht alles, au&#223;erdem kann ich auch mit jemandem auf Deutsch reden. (Roy)<xref ref-type="fn" rid="n15">15</xref></p>
</disp-quote>
<p>In der Umfrage geben 43 % (34/79) der sich als mehrsprachig auffassenden Teilnehmer*innen &#228;hnliche Begr&#252;ndungen an. Zudem halten sich 13,9 % (11/79) allein wegen ihrer Englischkenntnisse f&#252;r mehrsprachig, w&#228;hrend 16,5 % (13/79) der Teilnehmer*innen weitere Sprachen neben dem Englischen und/oder dem Deutschen hervorheben, darunter vor allem D&#228;nisch und/oder Schwedisch (9/13), w&#228;hrend die weiteren Sprachen Arabisch, Kroatisch, Russisch, Samisch, Somali, Spanisch und Swahili vereinzelt Erw&#228;hnung finden.<xref ref-type="fn" rid="n16">16</xref> Die restlichen 26,6 % (21/79) nennen keine spezifischen Sprachen in ihren Begr&#252;ndungen.</p>
<p>Die Sch&#252;ler*innen, die sich nicht als mehrsprachig ansehen bzw. unsicher sind, stellen h&#246;here Anspr&#252;che an die Quantit&#228;t und Qualit&#228;t der Sprachen. In den Antworten auf die Frage &#8222;Was hei&#223;t es deiner Meinung nach, mehrsprachig zu sein?&#8220; geben 61 der Befragten Anforderungen zur Anzahl der Sprachen an, die man sprechen muss, um mehrsprachig zu sein. Wenn diese Anforderungen in Zusammenhang mit den Antworten auf die Frage zur eigenen Mehrsprachigkeit gebracht werden (s. <xref ref-type="table" rid="T4">Tab. 4</xref>), zeigt sich, dass nur diejenigen, die sich als mehrsprachig identifizieren, zwei Sprachen f&#252;r ausreichend halten, w&#228;hrend die Befragten, die sich nicht als mehrsprachig einordnen bzw. unsicher sind, mindestens drei, selten auch vier, Sprachen als Voraussetzung ansehen.</p>
<table-wrap id="T4">
<caption>
<p>Tab. 4: Selbsteinsch&#228;tzung als mehrsprachig vs. Anforderungen zur Anzahl der Sprachen (N=61)</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td style="background-color:#dcddde;" align="left" valign="top" colspan="2"><bold>Anzahl Sprachen</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>Mind. zwei</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>Mind. drei</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>Mind. vier</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>Total</bold></td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top" rowspan="3">SAM*</td>
<td align="left" valign="top">Nein</td>
<td align="center" valign="top">0 % (0)</td>
<td align="center" valign="top">89 % (8)</td>
<td align="center" valign="top">11 % (1)</td>
<td align="center" valign="top">100 % (9)</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Ja</td>
<td align="center" valign="top">76 % (35)</td>
<td align="center" valign="top">24 % (11)</td>
<td align="center" valign="top">0 % (0)</td>
<td align="center" valign="top">100 % (46)</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Unsicher</td>
<td align="center" valign="top">0 % (0)</td>
<td align="center" valign="top">100 % (6)</td>
<td align="center" valign="top">0 % (0)</td>
<td align="center" valign="top">100 % (6)</td>
</tr>
<tr>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top" colspan="2">Total</td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top">57,4 % (35)</td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top">41 % (25)</td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top">1,6 % (1)</td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top">100 % (61)</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table-wrap-foot>
<fn><p>*SAM= <italic>Selbsteinsch&#228;tzung als mehrsprachig</italic></p></fn>
</table-wrap-foot>
</table-wrap>
<p>Bei den sich nicht als mehrsprachig Identifizierenden bzw. Unsicheren begr&#252;ndet au&#223;erdem eine Mehrheit, 76,7 % (23/30), ihre Selbsteinsch&#228;tzung damit, dass ihre Deutschkenntnisse unzureichend seien. Diese Einstellung kommt auch in den Interviews zum Ausdruck, da z.B. Ingunn der Meinung ist, dass man &#8222;drei-vier Sprachen gut&#8220; sprechen muss, und sich qualit&#228;tsbedingt nicht als mehrsprachig einsch&#228;tzt: &#8222;Ich spreche ja gut Norwegisch und Englisch, aber nicht so gut Deutsch, deshalb spreche ich nur zwei Sprachen, und das &#8230; ich w&#252;rde nein sagen&#8220;. Die restlichen 23,3 % (7/30) der Umfrageteilnehmer*innen begr&#252;nden ihre Selbsteinsch&#228;tzung als nicht mehrsprachig bzw. unsicher unterschiedlich. Zwei Befragte sind der Meinung, dass Englisch nicht z&#228;hlt, weil es in Norwegen &#8222;Standard&#8220; ist, sowohl Norwegisch und Englisch zu beherrschen. Zudem rechnet eine Person keine Sprachen mit, die &#8222;nur an der Schule gelernt&#8220; werden. Bei einer Sch&#252;lerin geht es um die Verwendung der Sprachen, wobei sie ihrer Meinung nach nicht mehrsprachig ist, weil sie &#8222;fast nur Norwegisch&#8220; verwendet. In einem Fall wird Mehrsprachigkeit lediglich mit Migrationshintergrund verbunden (&#8222;Ich habe zwei ethnisch norwegische Eltern&#8220;). Schlie&#223;lich ist ein Teilnehmer unsicher, weil &#8222;ich mich nicht mehrsprachig f&#252;hle&#8220;.</p>
</sec>
<sec>
<title>4.2 Forschungsfrage 2: Die Rolle der fr&#252;her gelernten Sprachen</title>
<p>Im Allgemeinen glauben die Umfrageteilnehmer*innen, dass Mehrsprachigkeit ein Vorteil beim Lernen weiterer Sprachen ist (s. <xref ref-type="table" rid="T5">Tab. 5</xref>). Sie scheinen aber eher unsicher zu sein, inwiefern ihre Englisch- und/oder Norwegischkenntnisse den Deutscherwerb vereinfachen. Diese Unsicherheit kommt auch in den h&#246;heren Standardabweichungen zum Ausdruck, wobei die Abweichung bez&#252;glich der Rolle des Englischen am h&#246;chsten ist.</p>
<table-wrap id="T5">
<caption>
<p>Tab. 5: Einstellungen zu Mehrsprachigkeit und dem Nutzen des Englischen und Norwegischen</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td style="background-color:#dcddde;" align="left" valign="top"><bold>Item</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>N</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>M</bold><xref ref-type="fn" rid="n17">17</xref></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>SA</bold></td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Je mehr Sprachen man spricht, desto einfacher ist es, eine neue Sprache zu lernen.</td>
<td align="center" valign="top">109</td>
<td align="center" valign="top">4,19</td>
<td align="center" valign="top">,897</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Dass ich bereits Englisch gelernt habe, macht es einfacher, Deutsch zu lernen.</td>
<td align="center" valign="top">108</td>
<td align="center" valign="top">3.26</td>
<td align="center" valign="top">1,307</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Wenn man Norwegisch spricht, ist es einfach, Deutsch zu lernen.</td>
<td align="center" valign="top">109</td>
<td align="center" valign="top">3,20</td>
<td align="center" valign="top">1,223</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Auf die Frage, ob ihr linguistisches Vorwissen ihnen beim Deutschlernen geholfen hat (s. <xref ref-type="table" rid="T6">Tab. 6</xref>), antwortet eine Mehrzahl von 72,5 % (79/109) &#8222;Ja&#8220;.</p>
<table-wrap id="T6">
<caption>
<p>Tab. 6: &#8222;Hat dir dein sprachliches Vorwissen im Fach Deutsch geholfen?&#8220; (N=109)</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>Ja</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>Nein</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>Unsicher</bold></td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="center" valign="top">72,5 % (79)</td>
<td align="center" valign="top">10,1 % (11)</td>
<td align="center" valign="top">17,4 % (19)</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Zu dieser Gruppe geh&#246;ren sowohl diejenigen, die sich als mehrsprachig identifizieren, als auch diejenigen, die sich nicht als mehrsprachig auffassen bzw. unsicher sind, wobei die letztgenannte Gruppe im gr&#246;&#223;eren Ma&#223;e ihr linguistisches Vorwissen f&#252;r hilfreich h&#228;lt (s. <xref ref-type="fig" rid="F1">Abb. 1</xref>).</p>
<fig id="F1">
<caption>
<p>Abb. 1: Einstellung zum Vorwissen vs. Selbsteinsch&#228;tzung als mehrsprachig</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-3828_kvifte-g1.png"/>
</fig>
<sec>
<title>4.2.1 Erlebter Nutzen des sprachlichen Vorwissens</title>
<p>Verglichen mit denjenigen, die ihr Vorwissen nicht hilfreich finden oder unsicher sind (Gruppe B), verf&#252;gen die Sch&#252;ler*innen, die bereits erworbene Sprachenkenntnisse f&#252;r n&#252;tzlich halten (Gruppe A), &#252;ber signifikant positivere Einstellungen zur Rolle der Mehrsprachigkeit beim Lernen weiterer Sprachen sowie zum Nutzen des Norwegischen und Englischen (s. <xref ref-type="table" rid="T7">Tab. 7</xref>). Bei einem entsprechenden Vergleich mit der Selbsteinsch&#228;tzung als mehrsprachig als unabh&#228;ngiger Variable liegen dagegen keine signifikanten Unterschiede vor.<xref ref-type="fn" rid="n18">18</xref></p>
<table-wrap id="T7">
<caption>
<p>Tab. 7: Einstellung zum Vorwissen vs. Rolle der Vorkenntnisse beim Lernen weiterer Sprachen</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td style="background-color:#dcddde;" align="left" valign="top"><bold>Item</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>G*</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>N</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>M</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>SA</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>Sig.</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>ES</bold><xref ref-type="fn" rid="n19">19</xref></td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Je mehr Sprachen man spricht, desto einfacher ist es, eine neue Sprache zu lernen.</td>
<td align="center" valign="top">A<break/>B</td>
<td align="center" valign="top">79<break/>30</td>
<td align="center" valign="top">4,35<break/>3,77</td>
<td align="center" valign="top">,878<break/>,817</td>
<td align="center" valign="top">p=,002</td>
<td align="center" valign="top">d=,682</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Dass ich bereits Englisch gelernt habe, macht es einfacher, Deutsch zu lernen.</td>
<td align="center" valign="top">A<break/>B</td>
<td align="center" valign="top">78<break/>30</td>
<td align="center" valign="top">3,56<break/>2,47</td>
<td align="center" valign="top">1,191<break/>1,279</td>
<td align="center" valign="top">p&lt;,001</td>
<td align="center" valign="top">d=,903</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Wenn man Norwegisch spricht, ist es einfach, Deutsch zu lernen.</td>
<td align="center" valign="top">A<break/>B</td>
<td align="center" valign="top">79<break/>30</td>
<td align="center" valign="top">3,47<break/>2,50</td>
<td align="center" valign="top">1,119<break/>1,225</td>
<td align="center" valign="top">p&lt;,001</td>
<td align="center" valign="top">d=,843</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table-wrap-foot>
<fn><p>*Gruppe A: <italic>Vorwissen = n&#252;tzlich</italic>, Gruppe B: <italic>Vorwissen = nicht n&#252;tzlich/unsicher</italic></p></fn>
</table-wrap-foot>
</table-wrap>
<p>Im Fragebogen wurden die Teilnehmer*innen gebeten, ihre Antwort auf die Frage zum m&#246;glichen Nutzen des sprachlichen Vorwissens zu begr&#252;nden. Unter den 79 Sch&#252;ler*innen, die zur Gruppe A geh&#246;ren, nennen 39 einzelne Sprachen in ihren Begr&#252;ndungen. Wie aus <xref ref-type="table" rid="T8">Tabelle 8</xref> zu entnehmen ist, wird Norwegisch deutlich &#246;fter als Englisch erw&#228;hnt, w&#228;hrend nur zwei andere Sprachen Erw&#228;hnung finden (D&#228;nisch und Koreanisch).</p>
<table-wrap id="T8">
<caption>
<p>Tab. 8: Spezifische Sprachen (N=39)</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>Norwegisch</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>Englisch</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>Andere Sprachen</bold></td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="center" valign="top">94,9 % (37)</td>
<td align="center" valign="top">46,2 % (18)</td>
<td align="center" valign="top">5,1 % (2)</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Sechs der sieben Teilnehmer*innen mit Kenntnissen in Norwegisch und einer Herkunftssprache bezeichnen ihr linguistisches Vorwissen als lernf&#246;rdernd, sie schreiben aber nichts &#252;ber ihre Herkunftssprachen im Spezifischen in ihren Begr&#252;ndungen. Nur zwei dieser Befragten nennen eine Sprache &#8211; in beiden F&#228;llen das Norwegische. Generell wird von allen Befragten inklusive denjenigen, die ihr linguistisches Vorwissen nicht f&#252;r n&#252;tzlich halten bzw. unsicher sind, Deutsch und Norwegisch als &#228;hnlicher als Deutsch und Englisch aufgefasst (s. <xref ref-type="table" rid="T9">Tab. 9</xref>). Die Einordnung des sprachlichen Vorwissens als n&#252;tzlich geht aber mit signifikant h&#246;heren Mittelwerten bez&#252;glich der &#196;hnlichkeit zwischen Norwegisch und Deutsch einher. Die entsprechende Analyse mit der Selbstidentifikation als mehrsprachig als unabh&#228;ngiger Variable ergibt wiederum keine signifikanten Unterschiede.<xref ref-type="fn" rid="n20">20</xref></p>
<table-wrap id="T9">
<caption>
<p>Tab. 9: Psychotypologische Einsch&#228;tzungen<xref ref-type="fn" rid="n21">21</xref></p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td style="background-color:#dcddde;" align="left" valign="top"><bold>Item</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>G*</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>N</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>M</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>SA</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>Sig.</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>ES</bold></td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Ich finde, dass Deutsch und Norwegisch einander &#228;hneln.</td>
<td align="center" valign="top">A<break/>B</td>
<td align="center" valign="top">79<break/>30</td>
<td align="center" valign="top">4,32<break/>3,73</td>
<td align="center" valign="top">,793<break/>1,112</td>
<td align="center" valign="top">p=,012</td>
<td align="center" valign="top">d=,654</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Deutsch und Norwegisch haben viele &#228;hnliche W&#246;rter.</td>
<td align="center" valign="top">A<break/>B</td>
<td align="center" valign="top">79<break/>30</td>
<td align="center" valign="top">4,43<break/>3,90</td>
<td align="center" valign="top">,779<break/>1,185</td>
<td align="center" valign="top">p=,029</td>
<td align="center" valign="top">d=,585</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Deutsch und Norwegisch konstruieren S&#228;tze auf dieselbe Weise.</td>
<td align="center" valign="top">A<break/>B</td>
<td align="center" valign="top">78<break/>30</td>
<td align="center" valign="top">2,55<break/>2,03</td>
<td align="center" valign="top">1,276<break/>1,066</td>
<td align="center" valign="top">p=,037</td>
<td align="center" valign="top">d=,424</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Ich finde, dass Englisch und Deutsch einander &#228;hneln.</td>
<td align="center" valign="top">A<break/>B</td>
<td align="center" valign="top">78<break/>30</td>
<td align="center" valign="top">2,73<break/>2,47</td>
<td align="center" valign="top">1,213<break/>1,074</td>
<td align="center" valign="top">p=,299</td>
<td align="center" valign="top"></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Deutsch und Englisch haben viele &#228;hnliche W&#246;rter.</td>
<td align="center" valign="top">A<break/>B</td>
<td align="center" valign="top">79<break/>30</td>
<td align="center" valign="top">2,70<break/>2,57</td>
<td align="center" valign="top">1,159<break/>1,073</td>
<td align="center" valign="top">p=,596</td>
<td align="center" valign="top"></td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Englisch und Deutsch konstruieren S&#228;tze auf dieselbe Weise.</td>
<td align="center" valign="top">A<break/>B</td>
<td align="center" valign="top">78<break/>30</td>
<td align="center" valign="top">2,37<break/>2,10</td>
<td align="center" valign="top">1,033<break/>,885</td>
<td align="center" valign="top">p=,206</td>
<td align="center" valign="top"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>*Gruppe A: <italic>Vorwissen = n&#252;tzlich</italic>, Gruppe B: <italic>Vorwissen = nicht n&#252;tzlich/unsicher</italic></p>
<p>Ferner k&#246;nnen viele der Begr&#252;ndungen zur Frage &#8222;Hat dir dein sprachliches Vorwissen im Fach Deutsch geholfen?&#8220; auch in linguistische Kategorien eingeordnet werden (s. <xref ref-type="fig" rid="F2">Abb. 2</xref>). Die Kategorie Lexikon stellt den Spitzenreiter dar, aber es werden auch syntaktisches und im geringeren Ma&#223;e morphologisches sowie phonologisches Vorwissen positiv eingesch&#228;tzt. Zur Kategorie &#8222;Grammatik&#8220; geh&#246;ren Begr&#252;ndungen, in denen die Befragten grammatische Kenntnisse als n&#252;tzlich bezeichnen, ohne genauer zu spezifizieren, was sie darunter verstehen.</p>
<fig id="F2">
<caption>
<p>Abb. 2: Einordnung der Begr&#252;ndungen in linguistische Kategorien</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-3828_kvifte-g2.png"/>
</fig>
<p>In vielen F&#228;llen k&#246;nnen bestimmte Sprachen in Verbindung mit den linguistischen Kategorien gesetzt werden. Bei der Kategorie Lexikon nennen 18 von 24 spezifische Sprachen, wobei es sich vor allem um lexikalische &#196;hnlichkeiten zwischen dem Norwegischen und dem Deutschen handelt: 61,1 % (11/18) Norwegisch vs. 38,9 % (7/18) Norwegisch und Englisch<xref ref-type="fn" rid="n22">22</xref>. Unter den 15 Befragten, die syntaktisches Vorwissen hervorheben, setzen acht dies in Verbindung mit Sprachen: Genannt werden von 50 % (4/8) Norwegisch und Englisch, 37,5 % (3/8) Norwegisch und 12,5 % (1/8) Koreanisch und Norwegisch. Bei Morphologie werden spezifische Sprachen von drei der sieben Teilnehmer erw&#228;hnt: Zwei Sch&#252;ler*innen nennen Norwegisch und Englisch, w&#228;hrend eine Person &#196;hnlichkeiten zwischen Deutsch und Koreanisch f&#252;r n&#252;tzlich h&#228;lt. Unter den Befragten, die &#252;ber ihr phonologisches Vorwissen berichten, werden &#196;hnlichkeiten zwischen D&#228;nisch und Deutsch bzw. norwegischen Dialekten und Deutsch von jeweils einer Person als hilfreich benannt. Zuletzt werden bei der Kategorie Grammatik spezifische Sprachen von acht der 16 Teilnehmer*innen erw&#228;hnt, wobei die eine H&#228;lfte Norwegisch nennt, w&#228;hrend die andere H&#228;lfte Norwegisch und Englisch anf&#252;hrt.</p>
<p>In den Interviews berichteten alle Teilnehmer*innen, dass lexikalische &#196;hnlichkeiten zwischen Deutsch und Norwegisch ihnen beim Deutscherwerb geholfen haben. Jens zufolge erleichtern diese &#196;hnlichkeiten zum Norwegischen das Verstehen der deutschen Sprache: &#8222;Es gibt einige W&#246;rter, die im Deutschen &#228;hnlich sind (&#8230;) ich finde, dass es [Deutsch] einfacher zu verstehen ist, weil ich Norwegisch spreche&#8220;.</p>
<p>Zus&#228;tzlich zu den Kognaten nennen vier Interviewteilnehmer*innen Kenntnisse &#252;ber syntaktische &#196;hnlichkeiten und Unterschiede zwischen Norwegisch und Deutsch. Brunhilde und Ingunn nennen die in beiden Sprachen vorhandene Verbzweitstellung:</p>
<disp-quote>
<p>Die Struktur der Verben und sowas ist im Norwegischen ein bisschen &#228;hnlich, nicht wahr? Wo die Verben stehen sollen und sowas (&#8230;) sie sollen an zweiter Stelle im Deutschen und im Norwegischen stehen, aber nicht in der Vergangenheit oder sowas, weil sie dann ganz hinten stehen, ganz hinten und in der Mitte. (Ingunn)</p>
</disp-quote>
<p>Dar&#252;ber hinaus verweisen Svein und Gunnar auf eine &#220;bersetzungsstrategie, um &#252;ber strukturelle &#196;hnlichkeiten und Unterschiede zwischen Deutsch und Norwegisch zu lernen:</p>
<disp-quote>
<p>Wenn ich direkt ins Norwegische &#252;bersetze, gibt es viele &#196;hnlichkeiten in der Satzbeugung<xref ref-type="fn" rid="n23">23</xref> des Norwegischen und Deutschen, aber einige W&#246;rter sind ein bisschen umgekehrt (&#8230;) wir sagen nicht &#8218;Jens har en PC kj&#248;pt&#8216; [Jens hat einen Computer gekauft], sondern &#8218;kj&#248;pt&#8216; [gekauft] befindet sich mehr innerhalb des Satzes (&#8230;). Ich finde, dass ich dadurch einen Zusammenhang sehe, (&#8230;) was f&#252;r einige S&#228;tze einfach kein fl&#252;ssiges Norwegisch ergibt, und was direkt &#252;bersetzt ziemlich gutes Norwegisch wird.</p>
</disp-quote>
<p>Abgesehen von einigen &#196;hnlichkeiten im lexikalischen Bereich legen die Interviewteilnehmer*innen wenig Wert auf ihre Englischkenntnisse als Ressource beim Deutschlernen. W&#228;hrend Gunnar sagt, dass er &#8222;nicht so viel dar&#252;ber nachgedacht&#8220; hat, &#228;u&#223;ert Ingunn &#8222;ich glaube, keine solchen Verbindungen gesehen zu haben (&#8230;) abgesehen davon, dass es einige englische W&#246;rter [im Deutschen] gibt.&#8220; Auf die Frage, ob ihm seine Englischkenntnisse beim Deutschlernern geholfen haben, antwortet Roy &#8222;nein, nicht so, dass ich es gemerkt habe&#8220;. Des Weiteren wird Englisch als zu unterschiedlich aufgefasst. Laut Svein &#8222;gibt [es] nicht so viele &#196;hnlichkeiten&#8220;, eine Auffassung, die er mit Isolde teilt: &#8222;Es sind zwei verschiedene Sprachen, die nicht besonders &#228;hnlich sind, oder die <underline>ich</underline> nicht besonders &#228;hnlich finde&#8220;. Ferner berichtet Jens von einer mangelnden metalinguistischen Bewusstheit im Englischen:</p>
<disp-quote>
<p>Ich finde, wenn man bereits Englisch gelernt hat, denkt man nicht viel &#252;ber solche Regeln nach, die im Deutschunterricht hilfreich sein k&#246;nnen. Weil du die Sprache bereits gelernt hast, arbeitest du nicht aktiv daran, denn auf Englisch denke ich nicht dar&#252;ber nach, wie ich einen Satz konstruiere. (Jens)</p>
</disp-quote>
<p>Eine Ausnahme stellt Brunhilde dar, die berichtet, dass der Erwerb des Englischen zu einer Bewusstmachung gef&#252;hrt hat, in der sie auf strukturelle Unterschiede zwischen Norwegisch und Englisch aufmerksam geworden ist. Daraus hat sie den Schluss gezogen, dass eine &#228;hnliche Variation zwischen Norwegisch und Deutsch zu erwarten ist:</p>
<disp-quote>
<p>Wenn ich ein Verst&#228;ndnis von der englischen Sprache habe, wird es vielleicht einfacher, ein Verst&#228;ndnis von der deutschen Sprache zu erlangen. (&#8230;) Wenn du einmal siehst, dass es einige Unterschiede zwischen Norwegisch und Englisch gibt, verstehst du, dass es oft auch Unterschiede zwischen Norwegisch und Deutsch gibt (&#8230;) sodass man nicht norwegisches Deutsch schreibt. (Brunhilde)</p>
</disp-quote>
<p>In der Umfrage hat eine andere Sch&#252;lerin eine &#228;hnliche Aussage gemacht: &#8222;Ja, wenn ich zum Beispiel den Unterschied zwischen norwegischem und englischem Satzaufbau kenne, ist es einfacher, Unterschiede zwischen Deutsch und anderen Sprachen zu sehen&#8220;.</p>
</sec>
<sec>
<title>4.2.2 Zweifel am Nutzen des sprachlichen Vorwissens</title>
<p>In den Begr&#252;ndungen der Sch&#252;ler*innen, die ihr linguistisches Vorwissen beim Deutschlernen nicht n&#252;tzlich finden bzw. unsicher sind (s. <xref ref-type="fig" rid="F3">Abb. 3</xref>), schreiben 40 % (12/30) der Befragten, dass sie eben unsicher sind (&#8222;ich bin unsicher&#8220;, &#8222;wei&#223; nicht&#8220; o. &#196;.). Sieben der Sch&#252;ler*innen (23,3 %) vertreten die Meinung, dass es keinen Zusammenhang zwischen Deutsch und ihren zuvor gelernten Sprachen gibt. Entweder wird Deutsch im Vergleich zu ihren anderen Sprachen als zu unterschiedlich aufgefasst (&#8222;Im Deutschen &#228;hnelt nichts dem, was ich fr&#252;her &#252;ber Sprachen gelernt habe&#8220;), oder man schafft es nicht, eine Verbindung zwischen den Sprachen herzustellen (&#8222;Ich sehe keine Verbindungen, die mir h&#228;tten helfen k&#246;nnen&#8220;). F&#252;nf Sch&#252;ler*innen (16,7 %) halten jedoch ihre Norwegischkenntnisse f&#252;r teilweise n&#252;tzlich (&#8222;Norwegisch: ein bisschen. Englisch: nein&#8220; / &#8222;Es gibt einige &#196;hnlichkeiten im Norwegischen, die ich im Deutschunterricht nutzen kann&#8220;). Zu den anderen Ursachen geh&#246;ren die Auffassungen, dass das Vorwissen wegen der &#252;berfordernden Lernmenge im Fach Deutsch nicht nutzbar sei, oder dass die Vorkenntnisse nicht ausreichend genug seien, um eingesetzt zu werden. Au&#223;erdem berichten zwei Befragte, dass ihr linguistisches Vorwissen kein Thema im Unterricht ist (&#8222;Ich habe nicht wirklich dar&#252;ber nachgedacht und im Unterricht wird nicht dar&#252;ber diskutiert&#8220;).</p>
<fig id="F3">
<caption>
<p>Abb. 3: Kategorische Einordnung der Begr&#252;ndungen der Befragten</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-3828_kvifte-g3.png"/>
</fig>
</sec>
<sec>
<title>4.2.3 Herkunftssprachen</title>
<p>Die drei Interviewteilnehmer*innen, die zus&#228;tzlich eine Herkunftssprache sprechen, halten diese beim Deutschlernen wegen der als gr&#246;&#223;er empfundenen psychotypologischen Distanz grunds&#228;tzlich f&#252;r weniger hilfreich als das Norwegische. Jens findet zwar, dass es ihm aufgrund seiner umfangreichen Sprachenkenntnisse im Allgemeinen leichter f&#228;llt, neue Sprachen zu erwerben: &#8222;Ich finde, dass ich verstehe, wie man eine neue Sprache lernen kann&#8220;. Sein Persisch findet aber keine Erw&#228;hnung und er kennt keine strukturellen &#196;hnlichkeiten zwischen Deutsch und seinen anderen Sprachen: &#8222;Nein, ich finde, die deutsche Grammatik ist anders, etwas schwierig&#8220;.</p>
<p>Harald, dagegen, liefert detaillierte Erl&#228;uterungen zu den Unterschieden zwischen Arabisch und Deutsch, wobei er seine Arabischkenntnisse als bedeutungslos f&#252;r den Deutscherwerb bezeichnet:</p>
<disp-quote>
<p>Arabisch und Deutsch, also, der Unterschied ist sehr gro&#223;. Es gibt nichts, das ich aus dem Arabischen ziehen kann, das mir beim Deutschlernen helfen kann. (&#8230;) Die S&#228;tze sind vollkommen anders aufgebaut (&#8230;) das Verb steht normalerweise entweder an erster Stelle oder in der Mitte, und im Deutschen steht das Verb ab und zu am Satzende (&#8230;) au&#223;erdem wird von rechts nach links geschrieben (&#8230;) und die Schriftsprache ist total anders. (Harald)</p>
</disp-quote>
<p>Kleopatra &#228;u&#223;ert zuerst eine &#228;hnliche Meinung, in der sie es f&#252;r wenig sinnvoll h&#228;lt, Deutsch mit Russisch zu vergleichen, weil die Sprachen zu unterschiedlich seien. Dann f&#228;llt ihr ein, dass sowohl Deutsch und Russisch Kasussprachen sind:</p>
<disp-quote>
<p>Russisch ist eine ganz andere Sprache, es geh&#246;rt zu einer anderen Sprachfamilie, dem Slawischen, das Alphabet ist ja kyrillisch, und deshalb kann ich Russisch nicht mit Deutsch vergleichen, aber ich kann Deutsch mit Norwegisch und Englisch vergleichen, weil beide germanische Sprachen sind, die dasselbe Alphabet haben (&#8230;) oder vielleicht doch ein bisschen, der Kasus, dass ich die russischen Kasus gelernt habe (&#8230;). Zumindest am Anfang, als wir &#252;ber Kasus lernten, war es vielleicht einfacher f&#252;r mich zu verstehen, dass W&#246;rter auf diese Weise flektiert werden k&#246;nnen. (Kleopatra)</p>
</disp-quote>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>4.3 Forschungsfrage 3: Sprachen&#252;bergreifende Unterrichtsans&#228;tze</title>
<p>Wie aus <xref ref-type="table" rid="T10">Tabelle 10</xref> hervorgeht, geben die meisten Befragten an, dass Vergleiche zwischen Deutsch und Norwegisch im Unterricht vorkommen. Bei der Frage zur Einbeziehung des Englischen ist der Mittelwert deutlich niedriger und die Sch&#252;ler*innen stimmen im Durchschnitt eher nicht zu, dass Deutsch mit anderen Sprachen als Norwegisch und Englisch im Unterricht verglichen wird. Die meisten Sch&#252;ler*innen finden auch nicht, dass sie im Unterricht ermutigt werden, Deutsch selbstt&#228;tig mit allen ihnen bekannten Sprachen zu vergleichen. Au&#223;erdem zeigt eine Mehrheit keine Zustimmung zu der Aussage, dass die Lehrkraft an der vollst&#228;ndigen Sprachenbiografie der Befragten interessiert sei.</p>
<table-wrap id="T10">
<caption>
<p>Tab. 10: Sprachen&#252;bergreifende Ann&#228;herungen im Deutschunterricht</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td style="background-color:#dcddde;" align="left" valign="top"><bold>Item</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>N</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>M</bold></td>
<td style="background-color:#dcddde;" align="center" valign="top"><bold>SA</bold></td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Im Unterricht verwendet die Lehrkraft nur Beispiele aus dem Norwegischen und dem Deutschen.</td>
<td align="center" valign="top">109</td>
<td align="center" valign="top">3,72</td>
<td align="center" valign="top">1,277</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Im Unterricht bittet uns die Lehrkraft, Deutsch mit allen uns bekannten Sprachen zu vergleichen.</td>
<td align="center" valign="top">109</td>
<td align="center" valign="top">2,16</td>
<td align="center" valign="top">1,249</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Deutsch mit Norwegisch zu vergleichen, ist Teil des Unterrichts.</td>
<td align="center" valign="top">108</td>
<td align="center" valign="top">4,06</td>
<td align="center" valign="top">1,109</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Deutsch mit (Norwegisch und) Englisch zu vergleichen, ist Teil des Unterrichts.</td>
<td align="center" valign="top">109</td>
<td align="center" valign="top">2,86</td>
<td align="center" valign="top">1,258</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Deutsch mit anderen Sprachen als Norwegisch und Englisch zu vergleichen, ist Teil des Unterrichts.</td>
<td align="center" valign="top">109</td>
<td align="center" valign="top">1,73</td>
<td align="center" valign="top">,997</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Die Lehrkraft zeigt Interesse an alle Sprachen, die wir kennen.</td>
<td align="center" valign="top">108</td>
<td align="center" valign="top">2,67</td>
<td align="center" valign="top">1,297</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<sec>
<title>4.3.1 Norwegisch</title>
<p>In den Interviews berichten alle, abgesehen von Brunhilde, dass ihre Deutschlehrkr&#228;fte in irgendeiner Form auf die Norwegischkenntnisse der Sch&#252;ler*innen zur&#252;ckgreifen. Im Fragebogen zeigt Brunhilde, dass sie teilweise der Aussage zustimmt, dass im Unterricht Deutsch mit Norwegisch verglichen wird, aber im Interview berichtet sie, dass kaum auf fr&#252;her gelernte Sprachen zur&#252;ckgegriffen wird.</p>
<p>Laut Gunnar, Jens und Petrus haben ihre Lehrkr&#228;fte sie auf lexikalische &#196;hnlichkeiten zwischen Deutsch und Norwegisch aufmerksam gemacht:</p>
<disp-quote>
<p>Die Lehrkraft hat gesagt, dass Norwegisch und Deutsch ein bisschen &#228;hnlich sind, weil einige W&#246;rter einander &#228;hneln, wie &#8218;Strand&#8216; [auf Deutsch] und &#8218;strand&#8216; auf Norwegisch. Auch &#8218;briller&#8216; hei&#223;t dasselbe auf Deutsch &#8218;Brille&#8216;, oder es ist ein bisschen &#228;hnlich (&#8230;). Dass man einige W&#246;rter versteht, hilft, den Zusammenhang zu sehen. (Petrus)</p>
</disp-quote>
<p>Petrus beschreibt auch, wie seine Lehrkraft Vergleiche benutzt, um die Funktion der Wechselpr&#228;positionen zu erkl&#228;ren, &#8222;dass es unterschiedlich ist, wenn du in der Schule gehst, und wenn du in die Schule gehst (&#8230;) [die Lehrkraft] erkl&#228;rt es zuerst auf Norwegisch und dann auf Deutsch&#8220;.</p>
<p>Des Weiteren geben Gunnar und Kleopatra an, dass auch strukturelle &#196;hnlichkeiten und Unterschiede behandelt worden sind. W&#228;hrend Kleopatra sich allgemein formuliert (&#8222;auf Norwegisch k&#246;nnen wir es auf diese Weise sagen, aber auf Deutsch w&#252;rde man es so sagen&#8220;), berichtet Gunnar, wie die Lehrkraft ihnen morphosyntaktische Unterschiede zwischen Deutsch und Norwegisch beigebracht hat:</p>
<disp-quote>
<p>[Unsere Lehrkraft] hat das Beispiel &#8218;mannen dreper hunden&#8216; [den/der Mann t&#246;tet der/den Hund] benutzt, um zu zeigen, wie der Satz unterschiedliche Bedeutungen je nach der Flexion der W&#246;rter haben kann, obwohl die W&#246;rter an der gleichen Stelle bleiben, w&#228;hrend es im Norwegischen ja entscheidend ist, wo sich die W&#246;rter im Satz befinden. (Gunnar)</p>
</disp-quote>
<p>Laut Jens, der dieselbe Klasse wie Gunnar besucht, begrenzt sich der Vergleich auf den lexikalischen Bereich, wobei strukturelle Vergleiche &#8222;eigentlich nicht&#8220; vorkommen. Somit sind sie unterschiedlicher Meinung bez&#252;glich der Art der Einbeziehung des Norwegischen im Deutschunterricht. Noch zu erw&#228;hnen ist, dass Svein, der auch dieselbe Klasse wie Jens und Gunnar besucht, beim Member-Checking berichtet hat, dass ihm wahrscheinlich die Lehrkraft die in Kap. 4.2.1 beschriebene &#220;bersetzungsvorgehensweise zum strukturellen Vergleich erkl&#228;rt hat.</p>
</sec>
<sec>
<title>4.3.2 Englisch</title>
<p>Laut Ingunn und Jens wird auch, jedoch seltener, auf ihre Englischkenntnisse zur&#252;ckgegriffen, und es handelt sich in erster Linie um Kognaten oder Lehnw&#246;rter aus der englischen Gegenwartssprache: &#8222;[Unsere Lehrkraft] bringt Norwegisch in den Unterricht ein, und ein bisschen Englisch, da es einige &#228;hnliche englische W&#246;rter gibt, einige englische W&#246;rter im Deutschen&#8220; (Ingunn).&#8220; Auch Harald und Roy schlie&#223;en nicht aus, dass die Lehrkr&#228;fte auf ihre Englischkenntnisse zur&#252;ckgegriffen haben k&#246;nnten. Roy f&#252;hrt an, dass es &#8222;grunds&#228;tzlich nicht&#8220; passiert, &#8222;aber es hat sicherlich F&#228;lle gegeben, in denen die Lehrkraft Englisch einbezogen hat, aber keine weiteren Sprachen.&#8220; Harald zufolge werden &#8222;vielleicht einige W&#246;rter&#8220; eingebracht, &#8222;die die Lehrkraft auf Englisch ausspricht, um zu zeigen, dass Englisch dem Deutschen sehr &#228;hnlich sein kann&#8220;. Kleopatra, die dieselbe Klasse wie Harald besucht, sagt dagegen, &#8222;wir vergleichen nie mit dem Englischen (&#8230;) wir wissen einfach, dass Deutsch und Englisch ein bisschen &#228;hnlich sind&#8220;.</p>
<p>Abgesehen von Isolde und Svein berichten die Teilnehmer*innen jenseits des lexikalischen Bereichs &#252;ber keine Vergleiche zwischen Deutsch und Englisch. Laut Isolde hat man sich &#8222;ein wenig&#8220; mit Zusammenh&#228;ngen zwischen Deutsch, Norwegisch und Englisch besch&#228;ftigt, um &#8222;sich mit Regeln vertraut zu machen und sowas.&#8220; Auf die Frage, ob im Unterricht auf ihre Englischkenntnisse zur&#252;ckgegriffen wird, antwortet Svein zuerst &#8222;nein, das finde ich nicht&#8220;, aber im zweiten Interview hat er seine Meinung ge&#228;ndert:</p>
<disp-quote>
<p>Wir vergleichen ja [Deutsch] sowohl mit der Kultur in England und in englischsprachigen L&#228;ndern als auch mit Norwegisch (&#8230;) die Lehrkraft bringt ein, was sie in England sagen im Gegensatz zu in Deutschland und sowas. (&#8230;) uns wird gezeigt, was sie in England sagen, auf Englisch, und vielleicht machen sie es ganz andersherum, oder es ist ein bisschen &#228;hnlich. (Svein)</p>
</disp-quote>
<p>Seine Klassenkameraden Gunnar und Jens erz&#228;hlen hingegen, dass strukturelle Vergleiche zwischen Englisch und Deutsch nicht vorkommen: Gunnar zufolge wird &#8222;nicht zwischen Englisch und Deutsch, aber zwischen Norwegisch und Deutsch&#8220; verglichen, w&#228;hrend Jens &#8222;nicht, dass ich w&#252;sste&#8220; auf die Frage zur Einbeziehung des Englischen antwortet.</p>
</sec>
<sec>
<title>4.3.3 Einbeziehung von Herkunftssprachen</title>
<p>Keine*r der drei Teilnehmer*innen mit Herkunftssprachen berichtet davon, dass diese Sprachen in den Deutschunterricht miteinbezogen werden. Jens antwortet einfach &#8222;nein&#8220; auf die Frage, ob die Lehrkraft auf seine Persischkenntnisse zur&#252;ckgreift, w&#228;hrend Harald erl&#228;utert, die Lehrkraft finde seine Arabischkenntnisse zwar interessant, aber sie &#8222;haben keinen Nutzen f&#252;r den Deutschunterricht&#8220;. Auch Kleopatra zufolge sind ihre Russischkenntnisse kaum ein Thema im Deutschunterricht.</p>
</sec>
<sec>
<title>4.3.4 Sprachenvergleiche im Norwegischunterricht</title>
<p>Kleopatra findet nicht, dass ihr gesamtes sprachliches Vorwissen im Deutschunterricht aktiviert wird, aber im Fach &#8222;Norwegisch ist die Lehrkraft ziemlich interessiert daran, dass ich mehrsprachig bin&#8220;, wobei im Norwegischunterricht nicht nur zwischen Russisch und Norwegisch verglichen wurde, sondern auch der Vergleich vom Deutschen mit dem Norwegischen ein Thema darstellte. Auch laut Harald, Ingunn und Petrus haben sprachen&#252;bergreifende Ann&#228;herungen vor allem im Rahmen des Norwegischunterrichts stattgefunden. W&#228;hrend Harald von einer Zusammenarbeit zwischen den Deutsch- und Norwegischlehrkr&#228;ften erz&#228;hlt, in der sie einen Vortrag &#252;ber Verbkonjugation und Satzstrukturen halten sollten, berichten Petrus und Ingunn von einer Aufgabe, in der sie Norwegisch mit Deutsch und Englisch verglichen haben.</p>
<p>Ingunn, Harald und Kleopatra haben dieses Projekt n&#252;tzlich gefunden. Kleopatra sagt, dass die kontrastive Ann&#228;herung ihr geholfen hat, korrektes Deutsch zu lernen: &#8222;(&#8230;) der Satz kann auf Deutsch so geschrieben werden, w&#228;hrend er im Norwegischen auf diese Weise geschrieben wird, und falls ich den Unterschied sehe, kann ich lernen, wie Deutsch sozusagen <underline>ist</underline>.&#8220; Auch Harald und Ingunn sind der Meinung, dass der Sprachenvergleich ihr Verst&#228;ndnis f&#252;r Satzstrukturen gef&#246;rdert hat. Ingunn hebt explizites Wissen &#252;ber die Verbzweitstellung hervor: &#8222;Mir ist bewusster geworden, wo das Verb stehen soll, dass es V2 sein soll.&#8220; Petrus hingegen glaubt nicht, dass sein Deutsch vom Sprachenvergleich profitiert hat: &#8222;Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich damit anfangen soll&#8220;.</p>
</sec>
<sec>
<title>4.3.5 Umfang und Frequenz der Mehrsprachigkeitsorientierung</title>
<p>Wie oben beschrieben, berichten alle Interviewteilnehmer*innen au&#223;er Brunhilde &#252;ber mehrsprachige Unterrichtsans&#228;tze vonseiten ihrer Lehrkr&#228;fte. Allerdings deuten mehrere Aussagen der Sch&#252;ler*innen darauf hin, dass der Bezug auf bereits gelernte Sprachen eher selten im Klassenzimmer vorkommt. Laut Ingunn und Kleopatra handelt es sich beim Sprachenvergleich im Norwegischunterricht um ein einzelnes Projekt, das im Schuljahr zuvor stattgefunden hat: &#8222;Wir hatten nur eine Aufgabe letztes Jahr&#8220; (Kleopatra). Harald und Kleopatra, die in dieselbe Klasse gehen, erleben allerdings den Umfang dieses Projektes etwas unterschiedlich. Harald zufolge besch&#228;ftigten sie sich &#8222;mit Satzstrukturen ziemlich viel letztes Jahr&#8220;, wobei er berichtet, eine &#8222;ausf&#252;hrliche Recherche&#8220; unternommen zu haben. Kleopatra dagegen h&#228;lt das Projekt f&#252;r eher oberfl&#228;chlich und &#228;u&#223;ert einen Wunsch danach, mehr in die Tiefe zu gehen:</p>
<disp-quote>
<p>Wir haben eigentlich nur gelernt, dass Deutsch und Norwegisch germanische Sprachen sind und das war&#8217;s. Ich finde, dass wir nicht nur &#252;ber die Sprache im Allgemeinen h&#228;tten lernen sollen, sondern wir h&#228;tten &#252;ber die Sprachfamilien lernen sollen, worin die &#196;hnlichkeiten und Unterschiede bestehen, woher sie stammen und sowas. Vielleicht h&#228;tten wir vergleichen k&#246;nnen, wie es fr&#252;her war und wie es heute ist. (Kleopatra)</p>
</disp-quote>
<p>Auch Petrus, der eine andere Schule besucht, betont, dass &#8222;nicht so viel, aber ein bisschen&#8220; sprachen&#252;bergreifend im Norwegischunterricht gearbeitet wurde.</p>
<p>Ferner berichten Harald, Ingunn und Kleopatra, dass es Sprachenvergleiche vor allem im Norwegischunterricht gab. Auf die Frage, ob auch im Deutschunterricht aus einer sprachen&#252;bergreifenden Perspektive unterrichtet wird, antworten Harald und Ingunn &#8222;Nein, nicht so viel&#8220;, w&#228;hrend Kleopatra sagt: &#8222;Es wird nur ab und zu erw&#228;hnt&#8220;. Es gibt auch &#228;hnliche Aussagen von den Teilnehmer*innen, die von keiner f&#228;cher&#252;bergreifenden Zusammenarbeit berichten. Wie Kleopatra findet Jens, dass sprachen&#252;bergreifende Ann&#228;herungen zu selten im Deutschunterricht vorkommen: &#8222;Wir haben [die Sprachen] ein bisschen verglichen, aber nicht genug, vielleicht einmal alle drei Wochen.&#8220; Auch Isolde zufolge wird selten auf zuvor gelernte Sprachen zur&#252;ckgegriffen.</p>
</sec>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>5 Diskussion</title>
<p>Als Grundlage der vorliegenden Arbeit dienten folgende Forschungsfragen:</p>
<list list-type="order">
<list-item><p>Inwieweit betrachten die Sch&#252;ler*innen sich selbst als mehrsprachig?</p></list-item>
<list-item><p>Inwieweit betrachten die Sch&#252;ler*innen zuvor gelernte Sprachen als Ressource beim Deutscherwerb?</p></list-item>
<list-item><p>In welchem Ausma&#223; erleben die Sch&#252;ler*innen, dass Deutsch aus einer sprachen&#252;bergreifenden Perspektive unterrichtet wird?</p></list-item>
</list>
<p>Im Folgenden werden die Ergebnisse dieser Forschungsfragen interpretiert und diskutiert, wobei m&#246;gliche Erkl&#228;rungen der Ergebnisse vorgeschlagen sowie Vergleiche mit anderen Studien pr&#228;sentiert werden.</p>
<sec>
<title>5.1 Forschungsfrage 1: Selbsteinsch&#228;tzung als mehrsprachig</title>
<p>Laut dem Lehrplan sind alle Sch&#252;ler*innen zu Beginn des Fremdsprachenunterrichtes bereits mehrsprachig und die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen, dass die Mehrheit (72,5 %) sich als mehrsprachig identifiziert. Viele der Befragten scheinen aber eine von dem Lehrplan divergierende Definition der Mehrsprachigkeit zugrunde zu legen, da sie sich nicht zu Beginn des Fremdsprachenunterrichts als mehrsprachig verstehen, sondern wegen des Fremdsprachenunterrichts. Wie in Kap. 2.1 beschrieben, scheint die Selbsteinsch&#228;tzung als mehrsprachig mit einer erh&#246;hten Motivation und Lernbereitschaft einherzugehen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B9">Busse 2017</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B19">Fisher et al. 2020</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B20">Forbes et al. 2021</xref>). Diesen Aspekten wird in der vorliegenden Arbeit nicht nachgegangen, die Ergebnisse deuten allerdings darauf hin, dass die Selbstidentifikation als mehrsprachig keine Voraussetzung daf&#252;r ist, bereits erworbene Sprachenkenntnisse n&#252;tzlich zu finden. In der Tat sch&#228;tzen diejenigen, die sich nicht als mehrsprachig einordnen, ihr linguistisches Vorwissen in gr&#246;&#223;erem Ma&#223;e als diejenigen, die sich als mehrsprachig identifizieren. Au&#223;erdem sind keine signifikanten Unterschiede bez&#252;glich der Sch&#252;ler*inneneinstellungen auf die Selbsteinsch&#228;tzung als mehrsprachig zur&#252;ckzuf&#252;hren. Dagegen liegen statistisch signifikant positivere Einstellungen bei den Befragten vor, die ihr sprachliches Vorwissen f&#252;r n&#252;tzlich halten.</p>
<p>Auch in Volggers (<xref ref-type="bibr" rid="B59">2010: 178&#8211;179</xref>) Studie sch&#228;tzen sich nicht alle Teilnehmer*innen als mehrsprachig ein, obwohl sie vier bzw. f&#252;nf Sprachen sprechen. Als Begr&#252;ndung geben sie an, nicht alle Sprachen &#8218;perfekt&#8216; zu beherrschen. &#196;hnliche qualitative Anspr&#252;che liegen auch bei den Befragten der vorliegenden Arbeit (s. Kap. 4.1) und des <italic>Ungspr&#229;k-</italic>Projektes vor (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B23">Hauk&#229;s 2022: 298</xref>). Gleichzeitig betrachten die sich nicht als mehrsprachig identifizierenden Sch&#252;ler*innen in Volgger (<xref ref-type="bibr" rid="B59">2010: 181</xref>) ihre Sprachenkenntnisse als einen Vorteil beim Lernen weiterer Sprachen sowie bei der Entwicklung einer sprachlichen Begabung, was wiederum darauf hindeutet, dass die Selbstidentifikation als mehrsprachig kein entscheidender Faktor daf&#252;r ist, Mehrsprachigkeit und linguistische Vorkenntnisse als Ressourcen zu verstehen.</p>
<p>Verglichen mit der <italic>Ungspr&#229;k</italic>-Studie ist der Anteil der sich als mehrsprachig identifizierenden Befragten in der vorliegenden Arbeit etwas h&#246;her (72,5 % vs. 67 %, vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B27">Hauk&#229;s et al. 2022: 7</xref>). Es k&#246;nnte mehrere Gr&#252;nde daf&#252;r geben. Erstens lernten nicht alle Teilnehmer*innen der <italic>Ungspr&#229;k</italic>-Studie neben dem Englischen eine zus&#228;tzliche Fremdsprache (85 %, vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B27">Hauk&#229;s et al. 2022: 7</xref>), w&#228;hrend alle Befragten der vorliegenden Studie Deutsch lernen und viele diese zus&#228;tzliche Sprache in den Begr&#252;ndungen ihrer Mehrsprachigkeit erw&#228;hnen. Zweitens sind die Teilnehmer*innen der <italic>Ungspr&#229;k</italic>-Studie j&#252;nger (13&#8211;14 Jahre alt, vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B27">Hauk&#229;s et al. 2022: 7</xref>) und die Befragten des vorliegenden Beitrags haben somit mehr Sprachenlernerfahrungen gesammelt. Beispielsweise geben mehrere Befragten der <italic>Ungspr&#229;k</italic>-Studie an, den Begriff &#8218;mehrsprachig&#8216; nicht zu verstehen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B23">Hauk&#229;s 2022: 296</xref>), was in der vorliegenden Studie dagegen nicht vorkommt.</p>
</sec>
<sec>
<title>5.2 Forschungsfrage 2: Die Rolle der fr&#252;her gelernten Sprachen</title>
<p>Die Mehrheit der Teilnehmer*innen stimmen der Aussage zu, &#8222;Je mehr Sprachen man spricht, desto einfacher ist es, eine neue Sprache zu lernen&#8220; (M = 4,19, SA = ,897). Bei der <italic>Ungspr&#229;k</italic>-Studie liegt der Mittelwert des entsprechenden Items bei 3,72 (SA = 1,16) (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B27">Hauk&#229;s et al. 2022: 8</xref>) und der Unterschied zwischen den Mittelwerten ist mit einer m&#228;&#223;igen Effektst&#228;rke (d = ,418) statistisch signifikant (p&lt;,001). Wie bereits oben vorgeschlagen, hat auch dies m&#246;glicherweise mit Unterschieden im Alter und mit dem Ausma&#223; der Sprachenlernerfahrungen zu tun.</p>
<p>Anders als bei <italic>Ungspr&#229;k</italic> wurden zwei Items verwendet, die direkt nach dem Nutzen des Englischen und des Norwegischen f&#252;r das Deutschlernen fragen (s. Kap. 4.2). Die Mittelwerte deuten an, dass die Sch&#252;ler*innen der Meinung sind, dass weder ihr Norwegisch noch ihr Englisch das Deutschlernen vereinfachen. Dieses Ergebnis ist m&#246;glicherweise von den Formulierungen der beiden Items beeinflusst. Im Fall des Englischen wird danach gefragt, ob die Beherrschung dieser Sprache &#8222;es <underline>einfacher</underline> [macht], Deutsch zu lernen&#8220;, w&#228;hrend die Formulierung im Fall des Norwegischen befragt, ob es aufgrund des Norwegischen &#8222;<underline>einfach</underline> [ist], Deutsch zu lernen&#8220;. Es k&#246;nnte sein, dass die Sch&#252;ler*innen ihr Norwegisch zwar hilfreich finden, also dass es das Deutschlernen <italic>einfacher</italic> macht, w&#228;hrend sie gleichzeitig das Deutschlernen als nicht <italic>einfach</italic> verstehen. Die Ergebnisse des Items zum Nutzen des linguistischen Vorwissens sowie die Berichte aus den Interviews untermauern diese Interpretation, da vor allem Norwegisch als hilfreich hervorgehoben wird, w&#228;hrend Englisch und evtl. Herkunftssprachen weniger Bedeutung zugeschrieben wird. Dadurch entsteht eine Diskrepanz zwischen den Einstellungen der Sch&#252;ler*innen und den Intentionen des Lehrplans (s. Kap 2.1): Die Sch&#252;ler*innen scheinen nur teilweise in der Lage zu sein, bereits erworbene linguistische Kenntnisse und Sprachenlernerfahrungen zu &#252;bertragen und in vielen F&#228;llen erleben sie nicht, dass sie mithilfe ihrer Vorkenntnisse das Deutschlernen effektiver und sinnvoller machen k&#246;nnen.</p>
<p>Hierf&#252;r gibt es mehrere m&#246;gliche Gr&#252;nde. Erstens legen die Teilnehmer*innen viel Wert auf &#196;hnlichkeiten zwischen Norwegisch und Deutsch, w&#228;hrend sie wegen empfundener psychotypologischer Distanz die anderen ihnen bekannten Sprachen als weniger hilfreich beim Deutschlernen finden. In fr&#252;heren Studien wird ebenfalls &#196;hnlichkeiten ein hoher Wert zugeschrieben (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B52">R&#252;ck 2009: 102</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B59">Volgger 2010: 184&#8211;186</xref>), w&#228;hrend &#8222;in den Augen der Jugendlichen Unterschiede zwischen den Sprachen den Grund daf&#252;r dar[stellen], dass hilfreiche interlinguale Bez&#252;ge verhindert werden&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B59">Volgger 2010: 186</xref>). Dies k&#246;nnte ferner sogar negative Konsequenzen haben: Moore (<xref ref-type="bibr" rid="B43">2006: 133&#8211;135</xref>) zufolge kann die fehlende F&#228;higkeit, eine subjektiv erlebte Sprachendistanz zu reduzieren, ein gro&#223;es Hindernis beim Lernen darstellen, w&#228;hrend es bei objektiver Distanz wichtig ist, diese zu kennen und zu akzeptieren, um neue grammatische Theorien &#252;ber die Sprachen entwickeln zu k&#246;nnen. Auch Neuner (<xref ref-type="bibr" rid="B48">2003: 31</xref>) empfiehlt &#8222;das bewusste vergleichende Besprechen von Unterschieden&#8220;, um &#8222;das Lernen effizienter zu gestalten&#8220;.</p>
<p>Zweitens scheinen die sprachen&#252;bergreifenden metalinguistischen Kenntnisse der Sch&#252;ler*innen beim Verh&#228;ltnis zwischen Norwegisch und Deutsch fortgeschrittener zu sein, w&#228;hrend sie bez&#252;glich des Verh&#228;ltnisses zwischen Englisch und Deutsch unsicherer sind. Diese Entwicklung k&#246;nnte eine Folge davon sein, dass sie sich explizit mit sprachen&#252;bergreifenden Vergleichen zwischen Deutsch und Norwegisch im Deutschunterricht &#8211; und in einigen F&#228;llen auch im Norwegischunterricht &#8211; besch&#228;ftigt haben. Ein entsprechender Vergleich zwischen Deutsch und Englisch findet aber kaum Erw&#228;hnung und die Sch&#252;ler*innen, die berichten, sich auf eigene Faust damit auseinandergesetzt zu haben, z&#228;hlen zu den Ausnahmen. Somit scheint ein potenziell lernf&#246;rdernder Faktor verlorengegangen zu sein, da die Lernerfahrungen aus der ersten Fremdsprache als besonders f&#246;rdernd beim Lernen weiterer Fremdsprachen gelten (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B32">Jessner 2008: 30</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B41">Marx 2020: 23&#8211;24</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B48">Neuner 2003: 23</xref>).</p>
<p>Ein m&#246;glicher dritter Grund f&#252;r die Einordnung des Norwegischen als die n&#252;tzlichere der bekannten Sprachen k&#246;nnte die Tatsache sein, dass die Erstsprache der Befragten &#252;berwiegend Norwegisch ist und die Sch&#252;ler*innen es vielleicht vorziehen, die Zielsprache mit einer ihnen vertrauten Sprache zu vergleichen. Zum Beispiel berichtet Isolde: &#8222;[W]enn man mit dem Norwegischen vergleicht, f&#252;hlt man sich sicherer&#8220;.</p>
<p>Die Interviewteilnehmer*innen, die zus&#228;tzlich neben Norwegisch eine Herkunftssprache sprechen, legen wenig Wert auf diese als Ressource beim Deutschlernen. Au&#223;er den von Kleopatra beschriebenen &#196;hnlichkeiten der Kasussysteme des Deutschen und Russischen werden die Herkunftssprachen grunds&#228;tzlich als zu anders angesehen, um eine Rolle im Deutschunterricht zu spielen. Dies steht im Einklang mit den von Myklevold (<xref ref-type="bibr" rid="B45">2022</xref>) berichteten Sch&#252;ler*inneneinstellungen. Die Sprachenkombinationen scheinen hierbei von Bedeutung zu sein: Deutsche und &#246;sterreichische Sch&#252;ler*innen, die Franz&#246;sisch an der Schule lernen, halten ihre Herkunftssprache T&#252;rkisch wegen der lexikalischen &#196;hnlichkeiten zwischen T&#252;rkisch und Franz&#246;sisch f&#252;r sehr n&#252;tzlich (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B52">R&#252;ck 2009: 112&#8211;113, 141&#8211;142</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B59">Volgger 2010: 184&#8211;186</xref>). Morphosyntaktisch wird aber T&#252;rkisch als wenig hilfreich betrachtet, da den Sch&#252;ler*innen zufolge der strukturelle Abstand zum Franz&#246;sischen zu gro&#223; ist (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B59">Volgger 2010: 185-186</xref>).</p>
<p>Wenn die Sch&#252;ler*innen der vorliegenden Untersuchung erkl&#228;ren, warum sie Deutsch und ihre Herkunftssprachen so unterschiedlich finden, widmen sie vor allem oberfl&#228;chlichen Unterschieden Aufmerksamkeit, wie zum Beispiel Orthografie, Alphabet und Leserichtung, w&#228;hrend potenzielle strukturelle &#196;hnlichkeiten, von denen sie h&#228;tten profitieren k&#246;nnen, ihnen nicht bewusst sind. Zum Beispiel h&#228;tte Jens auf sein Persisch zur&#252;ckgreifen k&#246;nnen, da sowohl Deutsch als auch Persisch SOV-Sprachen sind. Den Teilnehmer*innen zufolge wird im Unterricht aber nicht auf ihre Herkunftssprachen zur&#252;ckgegriffen. Entsprechende Sch&#252;ler*innenberichte liegen in Volgger (<xref ref-type="bibr" rid="B59">2010: 187</xref>) und Daryai-Hansen et al. (<xref ref-type="bibr" rid="B14">2019: 57&#8211;58</xref>) vor. Wenn auf die Herkunftssprachen eingegangen wird, geht es in erster Linie um Fragen nach einzelnen W&#246;rtern, w&#228;hrend strukturelle Aspekte nicht behandelt werden (<xref ref-type="bibr" rid="B52">R&#252;ck 2009: 113, 149</xref>). Die vorliegende Arbeit kann nicht beantworten, warum die Lehrkr&#228;fte dies evtl. nicht tun, aber laut Studien zu Lehrer*inneneinstellungen vermeiden die Lehrkr&#228;fte Sprachen, die sie selbst nicht beherrschen, und sie halten es f&#252;r &#252;berfordernd, sich eine &#220;bersicht &#252;ber alle potenziellen Herkunftssprachen der Sch&#252;ler*innen anzueignen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B16">De Angelis 2011</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B21">Hauk&#229;s 2016</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B45">Myklevold 2022</xref>).</p>
<p>Meines Erachtens kann man jedoch die Herkunftssprachen in den Unterricht miteinbeziehen, ohne viel &#252;ber sie zu wissen. Laut Hauk&#229;s (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B22">2019: 8</xref>) finden Sprachenvergleiche &#8222;meistens im Zusammenhang mit Erkl&#228;rungen des Lehrers und weniger als erforschendes Lernen vonseiten der Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler&#8220; statt. Das Letztere k&#246;nnte die Miteinbeziehung von Herkunftssprachen in den Deutschunterricht erleichtern, was allerdings voraussetzt, dass die Lehrkr&#228;fte den Mut haben, ihre Rolle als &#8218;Experten&#8216; im Klassenzimmer aufzugeben (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B29">Hopp et al. 2020: 157</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B45">Myklevold 2022: 332</xref>). Auch Volgger (<xref ref-type="bibr" rid="B59">2010: 191</xref>) empfiehlt eine Ermunterung der Sch&#252;ler*innen zum Einbringen ihrer Herkunftssprachen, da &#8222;die Sch&#252;lerInnen auf diese Bez&#252;ge dann selbst gerne hinweisen, und zwar sehr euphorisch&#8220;.</p>
</sec>
<sec>
<title>5.3 Forschungsfrage 3: Sprachen&#252;bergreifende Unterrichtsans&#228;tze</title>
<p>Im Allgemeinen stehen die Schilderungen der Befragten im Einklang mit den Berichten von Sch&#252;ler*innen anderer europ&#228;ischer L&#228;nder, in denen Sprachenvergleiche vonseiten der Lehrkr&#228;fte als eher selten und erstens auf lexikalische &#196;hnlichkeiten zwischen den Schulsprachen und der Zielsprache fokussierend beschrieben werden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B14">Daryai-Hansen et al. 2019: 57&#8211;58</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B36">Le Pape Racine/Br&#252;hwiler 2020b: 270</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B52">R&#252;ck 2009: 113, 149</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B59">Volgger 2010: 187</xref>). Au&#223;erdem stimmen die Sch&#252;ler*inneneinstellungen der vorliegenden Arbeit weitgehend mit den in fr&#252;heren Studien beschriebenen Selbstangaben der Lehrkr&#228;fte zu ihren Unterrichtspraktiken &#252;berein (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B21">Hauk&#229;s 2016</xref>, <xref ref-type="bibr" rid="B22">2019</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B37">Lindemann 2019</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B44">Myklevold 2021</xref>, <xref ref-type="bibr" rid="B45">2022</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B46">Myklevold/Speitz 2021</xref>), wobei &#8222;vor allem die Einbeziehung des Norwegischen und eine jedoch etwas beschr&#228;nktere Einbeziehung des Englischen in den Deutschunterricht&#8220; als Mehrsprachigkeitsdidaktik verstanden wird (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B37">Lindemann 2019: 39</xref>). In Hauk&#229;s&#8216; (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B21">2016: 10</xref>) Studie weigerten sich die Deutschlehrkr&#228;fte sogar, auf die Englischkenntnisse der Sch&#252;ler*innen zur&#252;ckzugreifen, weil sie bef&#252;rchteten, dass dies zu Interferenzen f&#252;hren w&#252;rde. Au&#223;erdem wurde der zeitliche Abstand des Unterrichtsanfangs zwischen Englisch und der zweiten Fremdsprache als Problem bezeichnet. W&#228;hrend Englisch schon ab der ersten Klasse unterrichtet wird, f&#228;ngt der Unterricht der zweiten Fremdsprache erst ab der achten bzw. elften Klasse an, wobei den Lehrkr&#228;ften zufolge die Sch&#252;ler*innen dann vergessen h&#228;tten, wie sie Englisch gelernt haben. Eine &#228;hnliche Ansicht wird von Jens vertreten, der laut eigenen Aussagen kein bewusstes Verh&#228;ltnis mehr zu seinem Englisch besitzt, da er die Sprache bereits gelernt hat. Eine naheliegende Ma&#223;nahme zur Bew&#228;ltigung dieser Herausforderung stellt der fr&#252;here Unterrichtsanfang in der zweiten Fremdsprache dar, aber trotz des gro&#223;en Erfolgs zweier nationaler Pilotprojekte wird der Unterricht in einer zweiten Fremdsprache vor dem achten Schuljahr an nur &#228;u&#223;erst wenigen norwegischen Schulen angeboten (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B14">Daryai-Hansen et al. 2019: 51&#8211;52</xref>).</p>
<p>Ein positives Beispiel ist die von den Interviewteilnehmer*innen berichtete Zusammenarbeit zwischen den Deutsch- und Norwegischlehrkr&#228;ften. In fr&#252;heren Studien werden solche f&#228;cher&#252;bergreifenden Ans&#228;tze als nicht-existierend oder sehr selten beschrieben (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B21">Hauk&#229;s 2016</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B44">Myklevold 2021</xref>). Allerdings handelt es sich nur um ein einzelnes Projekt, in dem vor allem Deutsch und Norwegisch im Rahmen des Norwegischunterrichts verglichen wurden. Somit befindet sich die Mehrsprachigkeitsorientierung im schulischen Sprachenunterricht noch weit entfernt vom Ziel einer systematischen Implementierung (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B44">Myklevold 2021</xref>, <xref ref-type="bibr" rid="B45">2022</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B46">Myklevold/Speitz 2021</xref>). Dieser isolierten T&#228;tigkeit zum Trotz glaubt eine Mehrzahl der Interviewteilnehmer*innen, davon profitiert zu haben, was zeigt, dass die Sch&#252;ler*innen sprachen&#252;bergreifende Ans&#228;tze als lernf&#246;rdernd auffassen. Deswegen ist es sinnvoll, eine Zusammenarbeit aller (Fremd-)Sprachenlehrkr&#228;fte inklusive der Englischlehrer*innen anzustreben, was laut Venus (<xref ref-type="bibr" rid="B58">2017: 134</xref>) eine Voraussetzung daf&#252;r ist, &#8222;das Lernziel Mehrsprachigkeit auch in der Praxis umzusetzen&#8220;.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>6 Zusammenfassung und Ausblick</title>
<p>Die Ergebnisse dieser Studie deuten an, dass die Mehrheit der Sch&#252;ler*innen sich als mehrsprachig auffasst, was jedoch nicht automatisch hei&#223;t, dass die Sch&#252;ler*innen ihr sprachliches Vorwissen als Ressource f&#252;r ihr Deutschlernen begreifen. In der Tat erleben die sich nicht als mehrsprachig Identifizierenden bzw. Unsicheren ihr Vorwissen in gr&#246;&#223;erem Ma&#223;e als hilfreich. Unabh&#228;ngig von den Selbsteinsch&#228;tzungen zu Mehrsprachigkeit h&#228;lt die Mehrheit der Teilnehmer*innen ihr sprachliches Vorwissen f&#252;r hilfreich beim Deutschlernen. Allerdings handelt es sich in erster Linie um ihre Norwegischkenntnisse, w&#228;hrend Englisch weniger Bedeutung zugeschrieben wird. Herkunftssprachen spielen kaum eine Rolle. Demnach liegt eine Diskrepanz zwischen den von den Sch&#252;ler*innen angegebenen Lernpraktiken und den Absichten des Lehrplans vor. Die Einsch&#228;tzungen zur Rolle der zuvor gelernten Sprachen werden in den von den Teilnehmer*innen berichteten sprachen&#252;bergreifenden Ans&#228;tzen der Lehrkr&#228;fte widergespiegelt, da vor allem gelegentliche Vergleiche zwischen Deutsch und Norwegisch im Deutschunterricht vorgekommen seien, w&#228;hrend andere Sprachen kaum Beachtung f&#228;nden. Studien zu Lehrer*inneneinstellungen zeigen, dass die Lehrkr&#228;fte dem sprachen&#252;bergreifenden Unterricht meist positiv gegen&#252;berstehen, aber unsicher sind, wie die mehrsprachigkeitsbezogenen Aspekte des Lehrplans in der Praxis realisiert werden sollen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B22">Hauk&#229;s 2019</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B44">Myklevold 2021</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B46">Myklevold/Speitz 2021</xref>). Eine M&#246;glichkeit besteht deshalb darin, sie durch gezielte Fort- und Weiterbildungsma&#223;nahmen zu unterst&#252;tzen, in der ihnen konkrete Unterrichtsmethoden und -materialien zur Verf&#252;gung gestellt werden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B14">Daryai-Hansen et al. 2019: 67</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B23">Hauk&#229;s 2022: 297</xref>).</p>
<p>Es ist allerdings hervorzuheben, dass die Ergebnisse dieser Studie ausschlie&#223;lich auf Selbstangaben der Sch&#252;ler*innen beruhen. Erstens k&#246;nnte es sein, dass die von den Teilnehmer*innen angegebenen Unterrichtspraktiken der Lehrkr&#228;fte nicht damit &#252;bereinstimmen, was im Klassenzimmer tats&#228;chlich vorgeht. Zweitens kann die Studie nicht beantworten, ob der von den Teilnehmer*innen berichtete Nutzen des sprachlichen Vorwissens in der Tat zu einem effektiveren Deutschlernen f&#252;hrt. Zudem ist es m&#246;glich, dass die zuvor gelernten Sprachen den Deutscherwerb der Teilnehmer*innen beeinflussen, ohne dass die Lernenden dar&#252;ber im Klaren sind.</p>
<p>Diesen Begrenzungen zum Trotz sind die Einstellungen und Erlebnisse der Sch&#252;ler*innen wichtige Informationen, die einen wertvollen Einblick darin geben, was norwegische Sch&#252;ler*innen unter Mehrsprachigkeit verstehen, welche Rolle sie ihrem sprachlichen Vorwissen beim Deutschlernen zuschreiben sowie was sie unter sprachen&#252;bergreifenden Unterrichtsans&#228;tzen verstehen und wie sie solche Unterrichtsans&#228;tze bewerten. K&#252;nftige Studien sollten aber untersuchen, inwiefern es einen Zusammenhang zwischen sprachen&#252;bergreifender Bewusstheit und Lerngewinn im schulischen Deutschunterricht gibt. Au&#223;erdem sind mehr Interventionsstudien zum Effekt von mehrsprachigkeitsorientierten Unterrichtsann&#228;herungen n&#246;tig.</p>
</sec>
</body>
<back>
<sec>
<title>Anhang</title>
<p>Der Anhang 1: Fragebogen sowie Anhang 2: Semistrukturierter Interviewleitfaden ist unter <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://zif.tujournals.ulb.tu-darmstadt.de/download/article/3828/supp_file/24/">diesem Link</ext-link> verf&#252;gbar.</p>
</sec>
<fn-group>
<fn id="n1"><p>Der Begriff <italic>Terti&#228;rsprache</italic> bezeichnet &#8222;alle Sprachen, die nach der ersten Fremdsprache gelernt werden&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B42">Marx/Hufeisen 2010: 827</xref>).</p></fn>
<fn id="n2"><p>In der einschl&#228;gigen Forschungsliteratur wird der Begriff <italic>Einstellungen</italic> nicht einheitlich definiert und oft synonym oder &#252;berlappend mit Begriffen wie <italic>Auffassungen, Attit&#252;den, Haltungen, &#220;berzeugungen, Vorstellungen</italic> und <italic>subjektiven Theorien</italic> verwendet (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B35">Le Pape Racine/Br&#252;hwiler 2020a: 233</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B38">Manno 2003: 158</xref>).</p></fn>
<fn id="n3"><p>An einigen wenigen Schulen kann die zweite Fremdsprache bereits ab der f&#252;nften, sechsten oder siebten Klasse gew&#228;hlt werden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B14">Daryai-Hansen et al. 2019: 51&#8211;52</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B24">Hauk&#229;s/Speitz 2020: 51</xref>).</p></fn>
<fn id="n4"><p>Die in der vorliegenden Arbeit bezeichnete Art der norwegischen weiterf&#252;hrenden Schule entspricht der deutschen gymnasialen Oberstufe.</p></fn>
<fn id="n5"><p>Vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B12">Cenoz 2013</xref> f&#252;r einen &#220;berblick &#252;ber verschiedene Definitionen von Mehrsprachigkeit.</p></fn>
<fn id="n6"><p>Das Zitat ist vom Autor der vorliegenden Arbeit ins Deutsche &#252;bersetzt.</p></fn>
<fn id="n7"><p>In Anlehnung an B&#228;r (<xref ref-type="bibr" rid="B2">2009</xref>) und Hufeisen (<xref ref-type="bibr" rid="B31">2020</xref>) wird bei Komposita mit <italic>Sprache</italic> die Pluralform verwendet (<italic>Sprachenbewusstheit</italic> usw.), um hervorzuheben, dass es sich um das Terti&#228;rsprachenlernen handelt.</p></fn>
<fn id="n8"><p>Zur Terti&#228;rsprachendidaktik geh&#246;ren zudem Vergleiche von sozikulturellen Ph&#228;nomenen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B42">Marx/Hufeisen 2010: 829</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B49">Neuner 2004: 44&#8211;45</xref>). Auf diese interkulturellen Aspekte wird in der vorliegenden Arbeit nicht eingegangen.</p></fn>
<fn id="n9"><p>Hauk&#229;s (<xref ref-type="bibr" rid="B23">2022</xref>) und Hauk&#229;s et al. (<xref ref-type="bibr" rid="B27">2022</xref>) berichten von Ergebnissen des <italic>Ungspr&#229;k</italic>-Projektes. F&#252;r mehr Informationen dazu vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B26">Hauk&#229;s/Storto/Tiurikova 2021b</xref>.</p></fn>
<fn id="n10"><p>Die Studie von Daryai-Hansen et al. (<xref ref-type="bibr" rid="B14">2019</xref>) wurde im Rahmen eines Versuchsprojektes zur Einf&#252;hrung eines fr&#252;heren Starts mit Fremdsprachen unternommen, weshalb die Sch&#252;ler*innen j&#252;nger als &#252;blich sind (s. Kap. 2).</p></fn>
<fn id="n11"><p>Br&#252;hwiler/Le Pape Racine (<xref ref-type="bibr" rid="B7">2017</xref>); Manno et al. (<xref ref-type="bibr" rid="B39">2016</xref>) sowie Le Pape Racine/Br&#252;hwiler (<xref ref-type="bibr" rid="B35">2020a</xref>, <xref ref-type="bibr" rid="B36">2020b</xref>) berichten von Ergebnissen eines gr&#246;&#223;eren Forschungsprojekts zum schulischen Mehrsprachenerwerb am &#220;bergang zwischen Primarstufe und Sekundarstufe I in der Schweiz (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B40">Manno et al. 2020</xref>). Die Daten wurden im Kanton St. Gallen in der deutschsprachigen Ostschweiz erhoben, wo Englisch (ab der 3. Stufe) und Franz&#246;sisch (ab der 5. Stufe) als Fremdsprachen unterrichtet werden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B39">Manno et al. 2016: 255&#8211;256</xref>).</p></fn>
<fn id="n12"><p>Die Items wurden vom Autor der vorliegenden Arbeit ins Deutsche &#252;bersetzt (s. Anhang 1 f&#252;r die norwegische Originalfassung).</p></fn>
<fn id="n13"><p>Die Zahlen beruhen auf den Selbsteinsch&#228;tzungen der Sch&#252;ler*innen. Sie wurden im Fragebogen nicht direkt nach ihren Schwedisch- bzw. D&#228;nischkenntnissen gefragt und in dem Fall w&#228;re es zu erwarten, dass alle Teilnehmer*innen zumindest &#252;ber ein gewisses rezeptives Verst&#228;ndnis von diesen Sprachen berichten w&#252;rden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B24">Hauk&#229;s/Speitz 2020: 51</xref>).</p></fn>
<fn id="n14"><p>Hinter den Prozentwerten stehen absolute Zahlen.</p></fn>
<fn id="n15"><p>Alle Transkript-Ausschnitte sowie Ausz&#252;ge aus den offenen Fragebogenitems wurden vom Autor der vorliegenden Arbeit ins Deutsche &#252;bersetzt.</p></fn>
<fn id="n16"><p>Die Befragten, die Somali, Spanisch und Swahili angeben, erw&#228;hnen gleichzeitig auch D&#228;nisch und/oder Schwedisch.</p></fn>
<fn id="n17"><p>Unter Mittelwert (M) wird der Durchschnittswert aller Messergebnisse verstanden, w&#228;hrend die Standardabweichung (SA) die Streuung der Einzelwerte um den Mittelwert angibt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B54">Settinieri 2022: 353&#8211;354</xref>). Die Skalenwerte reichen von 1 (&#8222;ich stimme gar nicht zu&#8220;) bis 5 (&#8222;ich stimme vollkommen zu&#8220;).</p></fn>
<fn id="n18"><p>Diese Analyse ergibt folgende p-Werte bei den Items in <xref ref-type="table" rid="T7">Tab. 7</xref>: p = ,369 / ,213 / ,480.</p></fn>
<fn id="n19"><p>Zur Interpretation der d-Werte: ,2 = kleine Effektst&#228;rke / ,5 = mittlere Effektst&#228;rke / ,8 = gro&#223;e Effektst&#228;rke (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B34">LeCroy/Krysik 2007: 245</xref>).</p></fn>
<fn id="n20"><p>Die p-Werte liegen bei ,705 / ,727 / ,584 / ,896 / ,550 / ,980.</p></fn>
<fn id="n21"><p>Unter <italic>Psychotypologie</italic> wird die erlebte &#196;hnlichkeit oder Distanz zwischen Sprachen verstanden, was nicht unbedingt der objektiven &#196;hnlichkeit bzw. Distanz zwischen den Sprachen entspricht (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B15">De Angelis 2007: 22&#8211;23</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B51">&#211; Laoire/Singleton 2009: 81</xref>). De Angelis (<xref ref-type="bibr" rid="B15">2007: 32</xref>) zufolge nutzen Lernende in erster Linie die der Zielsprache psychotypologisch als &#228;hnlich empfundene(n) fr&#252;her gelernte(n) Sprache(n) als Informationsquelle.</p></fn>
<fn id="n22"><p>Das Englische wird immer zusammen mit dem Norwegischen genannt und in zwei F&#228;llen wird geschrieben, dass es sich in erster Linie um deutsch-norwegische &#196;hnlichkeiten handelt.</p></fn>
<fn id="n23"><p>Der Begriff &#8218;Satzbeugung&#8216; wird hier als Syntax interpretiert.</p></fn>
</fn-group>
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<title>Literatur</title>
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<title>Kurzbio:</title>
<p><bold>Martin Andreas Kvifte</bold> ist Doktorand in Sprachwissenschaft an der Hochschule &#216;stfold und der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universit&#228;t Norwegens (NTNU). Er studierte Musikwissenschaft, Deutsch, Norwegisch und praktische P&#228;dagogik an der Universit&#228;t Oslo und arbeitete danach fast sechs Jahre als Lehrer in der Mittelstufe und der weiterf&#252;hrenden Schule (Oberstufe) an norwegischen Schulen. 2017&#8211;2018 unterrichtete er Syntax, Morphologie und Fremdsprachendidaktik an der Hochschule &#216;stfold.</p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><bold>Anschrift:</bold></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">H&#248;gskolen i &#216;stfold</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Postboks 700</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">NO-1757 Halden</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Norwegen</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:martin.kvifte@hiof.no">martin.kvifte@hiof.no</ext-link></styled-content></p>
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</back>
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