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<journal-title>Zeitschrift f&#252;r Interkulturellen Fremdsprachenunterricht</journal-title>
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<publisher-name>Universit&#228;ts- und Landesbibliothek Darmstadt</publisher-name>
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<subject>Aufsatz zum themenschwerpunkt</subject>
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<article-title>Fohr, Tanja (2021): <italic>Integrierte Sprachbildung im Fach Kunst. Eine Studie zur Sekundarstufe I, Klasse 5.</italic> Berlin: Walter de Gruyter. ISBN: 978-3-11-068694-4. 565 Seiten. 139,95 &#8364;.</article-title>
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<email>nadja.stenzel@uni-paderborn.de</email>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>Universit&#228;t Paderborn</aff>
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<p>Die Relevanz von Sprache und Sprachbildung f&#252;r den schulischen Unterricht wurde in den letzten Jahren in verschiedenen Studien f&#252;r unterschiedliche F&#228;cher vielfach untersucht (vgl. u.a. <xref ref-type="bibr" rid="B4">Michalak/Lemke/Goeke 2015</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B1">Ahrenholz 2010</xref>). Ein zentrales Ergebnis hierbei ist, dass &#8222;Sprache und Fachunterricht untrennbar miteinander verbunden [sind]&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B6">Woerfel/Giesau 2018: 2</xref>). Die Aufgabe der Sprachbildung wird als &#8222;Querschnittsaufgabe aller an schulischer Bildung Beteiligten und durchg&#228;ngiges Unterrichtsprinzip in allen F&#228;chern, Lernbereichen und Lernfeldern&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B3">Kultusministerkonferenz 2019: 6</xref>) wahrgenommen. Als besonders wichtig wird hierbei erachtet, &#8222;die Herausforderung ernst zu nehmen, dass man die relevanten sprachlichen Anforderungen nicht ad hoc spezifizieren kann&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B5">Prediger 2019: 19</xref>) und dass &#8222;eine breitere und konsequentere empirische Fundierung gegenstandsspezifischer fach- und sprachintegrierter Lehr-Lern-Arrangements&#8220; stattfinden muss (ebd.).</p>
<p>An diese Forderungen schlie&#223;t Tanja Fohr mit ihrer Dissertation zum Thema Integrierte Sprachbildung im Fach Kunst an. In ihrer Arbeit verfolgt sie den Ansatz der Praxisforschung, indem sie nicht nur als Lehrende ihren Unterricht plant und umsetzt, sondern ebendiesen auch beforscht und reflektiert. Dabei steht die Frage im Fokus &#8222;inwieweit Sprachbildung in den Unterricht integriert werden muss und kann, damit alle Sch&#252;ler/innen die fachlichen und damit verbundenen sprachlichen Bildungsziele erreichen k&#246;nnen&#8220; (S. 537). Die Arbeit gliedert sich in eine theoretisch fundierte Planung der sprachbildenden Unterrichtsstunden unter Ber&#252;cksichtigung aller daf&#252;r relevanten Themenfelder und die Durchf&#252;hrung, Beforschung und Auswertung dieser geplanten Stunden. Der Fokus liegt dabei auf der Integration von Sprachbildung zum Erreichen der fachlichen und den damit verbundenen sprachlichen Zielen.</p>
<p>Im ersten Teil Planungsgrundlagen f&#252;r den Kunstunterricht geht Tanja Fohr auf die beiden gro&#223;en Teilbereiche Ihres Themas &#8210; den Kunstunterricht und die Sprachbildung &#8210; sowie Prinzipien und Merkmale guten Unterrichts und ihr methodisches Vorgehen ein. Der Kunstunterricht wird im Hinblick auf Inhalte und Bildungsstandards allgemein und des Landes Hessen im Konkreten beleuchtet. Hierbei wird die Entwicklung von Bildkompetenz(en) als zentrales Ziel des Kunstunterrichts beschrieben, die &#8222;durch den Umgang mit Bildern und [die] wechselseitigen, sich durchdringenden gestalterischen, rezeptiven und reflexiven Prozesse (&#8230;)&#8220; (S. 42) entwickelt werden k&#246;nnen. Dabei kommt den drei Handlungsfeldern Produktion, Rezeption und Reflexion eine besondere Rolle zu, da &#8222;[d]as sch&#246;pferische Handeln in allen drei Bereichen (&#8230;) zu einer Erweiterung der Bildkompetenz f&#252;hren [kann]&#8220; (ebd.). Auch der Zusammenhang zwischen Kunst und Sprache wird in diesem Kapitel behandelt und aktuelle Forschungsergebnisse, die als Grundlage f&#252;r das Forschungsvorhaben herangezogen werden, beschrieben. Tanja Fohr macht hierbei deutlich, dass der Bereich der Kommunikation &#252;ber und zu Bildern und Kunst im Allgemeinen noch immer wenig erforscht ist, zugleich aber als wesentliche Voraussetzung zum Verst&#228;ndnis der Inhalte im Kunstunterricht angesehen wird.</p>
<p>Die Bedeutung von Sprache, Sprachkompetenzen und Sprachbildung wird ebenfalls in einem Kapitel des ersten gro&#223;en Teilbereichs der Arbeit dargestellt. Neben der allgemeinen Relevanz von Sprachkompetenzen f&#252;r den Bildungserfolg und der Unterscheidung der im Bildungskontext relevanten sprachlichen Register stellt Tanja Fohr hier die Konzepte und Kriterien der durchg&#228;ngigen Sprachbildung und des sprachsensiblen Fachunterrichts vor. Hieraus leitet sie drei Checklisten zur (I.) Sprachbildung im Allgemeinen, (II.) den sprachlichen Herausforderungen zur Bildungs-, Schul- und Fachsprache und (III.) den sprachsensiblen Unterricht nach den Leitlinien des Scaffoldings ab, um daraus die &#8222;Kriterien zur Planung und Auswahl der Unterrichtsstunden aus dem Bereich der fachintegrierten Sprachbildung&#8220; (S. 168) f&#252;r ihren Unterricht zu bestimmen und diesen fundiert und nachvollziehbar darzustellen.</p>
<p>Tanja Fohr schlie&#223;t mit ihrer Forschung und der entsprechenden Auswahl der Methodik, die im vierten Unterkapitel genau beschrieben wird, an den Ansatz der Praxisforschung in Schule an, der das grundlegende Ziel der &#8222;Verbesserungen in der Praxis&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B2">Klewin/Tillmann 2019: 3</xref>) zugrunde liegt. Ziel ist die L&#246;sung von Problemen der p&#228;dagogischen Praxis, die Einbindung der Forschenden in die Praxis, die praktische Verwendung der Ergebnisse sowie das Verst&#228;ndnis der Ergebnisse als M&#246;glichkeiten der Professionalisierung von Lehrkr&#228;ften (vgl. ebd.). Diese Kriterien charakterisieren auch die Arbeit von Tanja Fohr. In diesem Kapitel werden die beiden Instrumente zur Beurteilung des Sprachstandes der Sch&#252;ler/innen vorgestellt, durch die die Auswahl der Lernenden f&#252;r die Lerngruppen, in denen der sprachbildende Unterricht durchgef&#252;hrt werden soll, getroffen wird. Hierbei wird in drei f&#252;nften Klassen jeweils die Profilanalyse nach Grie&#223;haber und ein C-Test durchgef&#252;hrt und drei Gruppen aus jeweils acht Lernenden mit einem sprachlichen F&#246;rderbedarf gebildet. Auf Grundlage der Aspekte zum Kunstunterricht und zur Sprachbildung werden Ziele, Lernschritte und die konkrete Planung der Unterrichtsphasen in den jeweiligen Stunden beschrieben, reflektiert und analysiert. Dar&#252;ber hinaus stellt Tanja Fohr in diesem Kapitel schriftliche sowie k&#252;nstlerische Produkte ihrer Sch&#252;ler/innen vor, die als Datenquelle zu konkreten Fragen nach Verst&#228;ndnis und Umsetzung der Aufgabenstellungen dienen.</p>
<p>Die Planung und Durchf&#252;hrung der fachintegrierten Sprachbildung stellt den zweiten gro&#223;en Teil der Arbeit dar, der im Oberkapitel Unterrichtsforschung zur integrierten Sprachbildung im Fach Kunst Rechnung getragen wird. Die Rahmenbedingungen der Forschung werden hier systematisch beschrieben, indem zum einen eine genaue Aufstellung ausgew&#228;hlter Merkmale der Sch&#252;ler/innen erfolgt und zum anderen das Thema der Unterrichtseinheit analysiert und im Hinblick auf die konkrete Planung zur Einbettung des Inhalts beschrieben, reflektiert und analysiert wird. Der Darstellung der didaktisch-methodischen &#220;berlegungen und der Planung sowie der Reflexion und Analyse wird hierbei differenziert f&#252;r die beiden Bereiche der (Bild-)Rezeption und der (Bild-)Produktion sehr viel Raum gegeben, wodurch nicht nur der geplante und der tats&#228;chliche Ablauf der Stunden transparent gemacht wird, sondern auch die dahinterstehenden fachlichen und didaktischen &#220;berlegungen transparent werden. Tanja Fohr gib einen detaillierten Einblick in ihre Unterrichtsstunden, indem sie unter anderem Gespr&#228;chsausschnitte aus den Stunden, die konkreten Arbeitsauftr&#228;ge sowie die (ver&#228;nderte) Raumgestaltung bei verschiedenen Arbeitsformen, die verwendeten Materialien und dazugeh&#246;rigen Aufgaben und die Ergebnisse der Sch&#252;ler/innen ausf&#252;hrlich beschreibt und durch Abbildungen, Tabellen und &#220;bersichten erg&#228;nzt. Dadurch erhalten die Leser/innen einen umfangreichen Einblick in die Stunden und damit in das Forschungsfeld. Abgeschlossen wird dieses Kapitel durch die Darstellung und Reflexion der Ergebnisse der Praxisforschung unter Ber&#252;cksichtigung der Zusammenf&#252;hrung der beiden Bereiche Sprachbildung und Kunstunterricht. Hierbei geht Tanja Fohr noch einmal explizit auf ihre Planung und Umsetzung der fachintegrierten Sprachbildung im Unterricht ein und reflektiert ihr methodisches Vorgehen. In der Schlussbetrachtung wird die Bedeutung von Sprache als eine wichtige Voraussetzung f&#252;r die Rezeption und Produktion von Inhalten im Kunstunterricht noch einmal deutlich hervorgehoben und die Notwendigkeit der Integration einer fachintegrierten Sprachbildung beschrieben, damit alle Sch&#252;ler/innen erfolgreich am (Kunst-)Unterricht teilnehmen k&#246;nnen.</p>
<p>Die Arbeit von Tanja Fohr gibt einen detaillierten und zugleich sehr gut verst&#228;ndlichen Einblick in die M&#246;glichkeiten der Sprachbildung im Kunstunterricht. Durch die genaue Beschreibung ihrer beiden zugrundeliegenden Themenfelder <italic>Kunstunterricht</italic> und <italic>Sprache und Sprachbildung</italic> in ebendiesem, erm&#246;glicht sie es, die Grundlagen ihrer Forschung gut nachzuvollziehen &#8211; auch f&#252;r fach- oder schulfremde Leser/innen. Auch die genaue Beschreibung ihres methodischen Vorgehens und der konkreten Planung und Umsetzung ihres Unterrichts, in der die Rahmenbedingungen wie die Sch&#252;lerschaft, der Unterrichtsgegenstand der ausgew&#228;hlten Stunden und die zugrundeliegenden unterrichtlichen &#220;berlegungen erl&#228;utert werden, tragen dazu bei, die Ergebnisse der Arbeit gut zu verstehen und in einen sinnvollen Kontext einordnen zu k&#246;nnen. Die Dissertation von Tanja Fohr gibt eine gute Orientierung, wie gelungene Praxisforschung aussehen kann, in der die forschende Person ihren eigenen Unterricht betrachtet und dabei alle Grundlagen und Schritte ihrer Planung, Umsetzung und Reflexion f&#252;r au&#223;enstehende Leser/innen transparent und begreiflich macht. Tanja Fohr leistet damit einen wichtigen Beitrag im Forschungsfeld der Sprachbildung im schulischen Fachunterricht, mit dem sie nicht nur die Relevanz ebendieser f&#252;r alle Schulf&#228;cher unterstreicht, sondern gleichzeitig auch fundiert und gut nachvollziehbar konkrete M&#246;glichkeiten und Herausforderungen der Integration von Sprachbildung im Fachunterricht &#8210; am Beispiel des Fachs Kunst &#8210; darstellt.</p>
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<ref id="B3"><mixed-citation publication-type="webpage"><collab>Kultusministerkonferenz</collab> (<year>2019</year>): <source>Bildungssprachliche Kompetenzen in der deutschen Sprache st&#228;rken</source>. <uri>https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2019/2019_12_05-Beschluss-Bildungssprachl-Kompetenzen.pdf</uri> (10.07.2023).</mixed-citation></ref>
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<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><bold>Nadja Stenzel</bold>, Universit&#228;t Paderborn</styled-content></p>
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