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<journal-title>Zeitschrift f&#252;r Interkulturellen Fremdsprachenunterricht</journal-title>
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<publisher-name>Universit&#228;ts- und Landesbibliothek Darmstadt</publisher-name>
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<subject>Aufsatz zum themenschwerpunkt</subject>
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<article-title>Studien zu schulisch relevanten Kompetenzen neu zugewanderter Sch&#252;ler*innen &#8211; Ein Scoping Review zur aktuellen Forschungslandschaft</article-title>
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<surname>Goltsev</surname>
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<email>Evghenia.Goltsev@sprachlit.uni-regensburg.de</email>
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<surname>Dewitz</surname>
<given-names>Nora von</given-names>
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<email>nora.dewitz@uni-koeln.de</email>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>Universit&#228;t Regensburg, Fakult&#228;t f&#252;r Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften, Institut f&#252;r Germanistik, Universit&#228;tsstr. 31, D-93051 Regensburg</aff>
<aff id="aff-2"><label>2</label>Universit&#228;t zu K&#246;ln, Mercator-Institut f&#252;r Sprachf&#246;rderung und Deutsch als Zweitsprache/Institut f&#252;r deutsche Sprache und Literatur II, Triforum, Albertus-Magnus-Platz, 50923 K&#246;ln</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2023-09-01">
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<abstract>
<p>Durch die Migrationsbewegungen der letzten Jahrzehnte hat sich der Anteil junger Menschen mit eigener Migrationserfahrung im schulpflichtigen Alter in Deutschland erh&#246;ht. Um diesen Sch&#252;ler*innen eine gerechte und erfolgreiche Bildungsteilhabe zu erm&#246;glichen, bedarf es evidenzbasierter Ma&#223;nahmen. Dabei ist es u.a. essenziell, Forschungsergebnisse zu sprachlichen und fachlichen Kompetenzen der Sch&#252;ler*innen sowie ihrer Entwicklung zu ber&#252;cksichtigen. In Form eines Scoping Reviews widmet sich der vorliegende Beitrag der Erstellung und Pr&#228;sentation einer systematischen &#220;berblicksdarstellung der im deutschsprachigen Raum vorliegenden Forschungsarbeiten. Die Ergebnisse der einschl&#228;gigen Studien zeigen u.a. eine starke Heterogenit&#228;t innerhalb der Gruppe und Best&#228;tigen die Notwendigkeit durchg&#228;ngiger sprachlicher Bildung. Insgesamt l&#228;sst sich festhalten, dass dieser Bereich wenig erforscht ist und es weiterer Studien bedarf.</p>
</abstract>
<trans-abstract xml:lang="en">
<p><bold>Studies on Academic Competencies of Newly Immigrated Students &#8211; A Scoping Review of Current Research</bold></p>
<p>Migration movements in recent decades have increased the number of young people of school age in Germany with personal experience of migration. Evidence-based measures are needed to enable these students to participate equitably and successfully in education. Among other things, it is essential to take into account research findings on the students&#8217; linguistic and subject-related competencies and their development. This article is dedicated to the compilation and presentation of a systematic overview of the available research in this area in the German-speaking world. The results of the respective studies show, among other things, a strong heterogeneity within the group and confirm the necessity of continuous language education. Overall, it can be stated that this area is under-researched and further studies are needed.</p>
</trans-abstract>
<kwd-group>
<kwd>Neu zugewanderte Sch&#252;ler*innen</kwd>
<kwd>schulisch relevante Kompetenzen</kwd>
<kwd>sprachliche und fachliche Entwicklung</kwd>
<kwd>Scoping Review</kwd>
<kwd>Forschungssynopse</kwd>
</kwd-group>
<kwd-group xml:lang="en">
<kwd>newly immigrated students</kwd>
<kwd>migrant students</kwd>
<kwd>cognitive academic language proficiency</kwd>
<kwd>content and language learning</kwd>
<kwd>scoping review</kwd>
<kwd>research synopsis</kwd>
</kwd-group>
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<sec>
<title>1 Einf&#252;hrung</title>
<p>Durch die Migrationsbewegungen der letzten Jahrzehnte und insbesondere im Zuge aktueller Zuwanderungsdynamiken hat sich der Anteil junger Menschen mit eigener Migrationserfahrung im schulpflichtigen Alter in Deutschland erh&#246;ht (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B17">Gogolin/Hansen/McMonagle/Rauch 2020</xref>). Damit geht eine zunehmende u.a. sprachliche und kulturelle Vielfalt an Schulen einher. Diese stellt eine Ressource dar, die Potentiale f&#252;r die schulische Bildung bietet. Zugleich macht sie aber auch passgenaue systematische und nachhaltige Entwicklungsprozesse an Schulen notwendig. Eine bedarfsgerechte Unterst&#252;tzung der sprachlichen und fachlichen Entwicklung der Sch&#252;ler*innen muss gew&#228;hrleistet werden und zugleich ist es von gro&#223;er Bedeutung, Diskriminierungen und Ausschl&#252;ssen entgegenzuwirken. Um Schritte in diese Richtung informiert und evidenzbasiert unternehmen zu k&#246;nnen, bedarf es entsprechender Forschung zum Umgang mit neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen in der Schule: u.a. zu Strukturen, die ihre Aufnahme und Einbindung in Schule und Unterricht rahmen, zu Erwerbsverl&#228;ufen und Lernfortschritten in verschiedenen Sprachen und F&#228;chern sowie zu individuellen Erfahrungen und Einstellungen.</p>
<p>W&#228;hrend zum erst- und letztgenannten Aspekt inzwischen einige Arbeiten vorliegen und in Publikationen zusammenfassend pr&#228;sentiert wurden, sind die Erwerbsverl&#228;ufe bei schulisch relevanten sprachlichen und fachlichen Fertigkeiten sowie Kompetenzen neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher bislang seltener ber&#252;cksichtigt worden. Im vorliegenden Beitrag wird an diesem Desiderat ankn&#252;pfend ein umfassender &#220;berblick &#252;ber die aktuelle Forschung in solchen schulisch relevanten sprachlichen Bereichen, wie beispielsweise Lesen mit seinen Teilprozessen, Schreiben von argumentativen Texten oder mathematischen Leistungen, gegeben. Daf&#252;r wurde im Rahmen eines Scoping Reviews die DACH-Forschungslandschaft systematisch und kriteriengeleitet durchsucht.</p>
<p>Der Beitrag beginnt mit der Bestimmung der untersuchten Fokusgruppe und dem ersten Forschungsfeld&#252;berblick, bevor das Verfahren des Scoping Reviews erl&#228;utert wird. Im Anschluss werden die Ergebnisse dargestellt und eingeordnet. Der Beitrag schlie&#223;t mit der Herausarbeitung von Implikationen und m&#246;glichen Forschungsfeldern.</p>
</sec>
<sec>
<title>2 Begriffsbestimmungen der Studie</title>
<p>Begrifflichkeiten im Diskurs um Neuzuwanderung sind vielf&#228;ltig und nicht immer eindeutig voneinander abzugrenzen. Im Folgenden werden h&#228;ufige Begriffe und Definitionen, die als Grundlage f&#252;r die Studie dienen, gekl&#228;rt. Zugleich wird eine Bestimmung des eigenen Verst&#228;ndnisses f&#252;r den vorliegenden Beitrag vorgenommen.</p>
<p>Als h&#228;ufigste Personen- bzw. Gruppenbezeichnungen der Fokusgruppe dieses Beitrags sind in der Literatur der letzten Jahre &#8218;Seiteneinsteiger*innen&#8216; sowie &#8222;neu zugewanderte Sch&#252;ler*innen&#8220; bzw. &#8220;neu zugewanderte Kinder und Jugendliche&#8220; zu finden. Diese Begriffe werden in den allermeisten F&#228;llen synonym benutzt und beziehen sich auf Kinder und Jugendliche, die im schulpflichtigen Alter nach Deutschland migrieren und zu diesem Zeitpunkt &#252;ber keine oder nur geringe Deutschkenntnisse verf&#252;gen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B28">Massumi/Dewitz/Grie&#223;bach/Terhart/Wagner/Hippmann/Altinay 2015</xref>). Unterschiede in den Definitionen k&#246;nnen im Einzelnen verschiedene Aspekte betreffen: Der Begriff &#8218;neu zugewanderte Kinder&#8216; wird im Gegensatz zu den o.g. Termini teilweise auch auf j&#252;ngere Kinder im Vorschulalter bezogen. Zudem wird in einigen Begriffsbestimmungen eine dynamische Komponente bez&#252;glich der Deutschkenntnisse einbezogen, d.h., die Kinder und Jugendlichen fallen nur solange unter die Definition, bis sie f&#252;r den Unterricht einer Regelklasse ausreichende Kenntnisse im Deutschen erlangt haben. In anderen Definitionen bestimmen dagegen ausschlie&#223;lich die Deutschkenntnisse bei Zuzug die Gruppenzugeh&#246;rigkeit, nicht aber deren weitere Entwicklung. In der Definition des Landes Nordrhein-Westfalen wird beispielsweise die Verweildauer an einer Schule in Deutschland mit den Deutschkenntnissen der Sch&#252;ler*innen kombiniert:</p>
<p>Neu zugewandert im Sinne dieses Erlasses sind Sch&#252;ler*innen,</p>
<list list-type="bullet">
<list-item><p>die erstmals eine deutsche Schule besuchen und noch nicht &#252;ber hinreichende Deutschkenntnisse verf&#252;gen, um dem Unterricht zu folgen, oder</p></list-item>
<list-item><p>die bei einem Wechsel der Schulstufe (von der Primarstufe zur Sekundarstufe I oder von der Sekundarstufe I zur Sekundarstufe II) oder der Schule aufgrund ihrer kurzen Verweildauer in der abgebenden Schule die notwendigen Deutschkenntnisse noch nicht ausreichend haben erwerben k&#246;nnen (<xref ref-type="bibr" rid="B31">Ministerium f&#252;r Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen: BASS 13-63 Nr. 3 vom 15.10.2018</xref>).</p></list-item>
</list>
<p>Relevant bei all diesen Definitionen ist, dass sie aus der Perspektive des Bildungssystems vorgenommen werden und die Sch&#252;ler*innen anhand eines Defizits, also der (noch) nicht vorhandenen Deutschkenntnisse einer Gruppe zuordnen. Die vorhandenen Ressourcen und F&#228;higkeiten der Sch&#252;ler*innen, die in verschiedenen Sprachen und Fachbereichen bestehen, werden hingegen nicht zur Begriffsbestimmung herangezogen.</p>
<p>F&#252;r das vorliegende Scoping Review werden Sch&#252;ler*innen, die im Alter von sechs Jahren oder &#228;lter nach Deutschland zugezogen sind und unabh&#228;ngig von ihren Kompetenzen in anderen Sprachen das Deutsche im Rahmen momentaner schulischer Erfordernisse nicht beherrschen, betrachtet. Sie werden im Folgenden als &#8218;neu zugewandert&#8216; bezeichnet.</p>
<p>In Abh&#228;ngigkeit von der jeweiligen Perspektive und Fragestellung finden sich allerdings auch Forschungsergebnisse zu neu zugewanderten Sch&#252;ler*innen, die nicht unter eine der genannten Bezeichnungen fallen. Stattdessen werden in den Studien z.B. mehrsprachige Sch&#252;ler*innen oder Sch&#252;ler*innen mit nicht-deutscher Herkunftssprache untersucht. Die Unterscheidung, ob diese in Deutschland oder im Ausland aufgewachsen sind oder &#8211; sofern zutreffend &#8211; wann sie nach Deutschland zugezogen sind, wird teilweise &#8211; je nach Fragestellung aber nicht immer &#8211; gemacht. Andere Arbeiten wiederum beziehen sich ausschlie&#223;lich auf gefl&#252;chtete Kinder und Jugendliche, die je nach ihrem Alter beim Zuzug auch unter die hier genutzte Definition fallen. Um den Forschungsstand zu sichten, ist daher ein ebenso weiter wie genauer Blick notwendig, um alle den aufgestellten Kriterien entsprechenden Publikationen ausfindig zu machen.</p>
</sec>
<sec>
<title>3 Angrenzende Forschungsbereiche</title>
<p>Da in der folgenden Darstellung der systematischen Auswertung des Forschungsstands ein enger Fokus auf die Entwicklung der schulischen Kompetenzen neu zugewanderter Sch&#252;ler*innen gelegt wird, soll an dieser Stelle erg&#228;nzend zun&#228;chst auf Forschung im Bereich Neuzuwanderung eingegangen werden, die sich mit anderen Aspekten des Themas befasst.</p>
<p>So gibt es durchaus Studien, die die sprachliche Entwicklung neu zugewanderter Sch&#252;ler*innen untersuchen, jedoch nicht auf spezifisch schul- bzw. fachsprachliche Kompetenzen abzielen. Hier sind u.a. die Arbeiten von Pagonis/Karas-Bauer (<xref ref-type="bibr" rid="B34">2020</xref>) oder Czinglar (<xref ref-type="bibr" rid="B7">2017</xref>), Czinglar/Schumacher/Mirova/Feseli (<xref ref-type="bibr" rid="B8">2020</xref>) und Hamann/Chilla/Ibrahim/Fekete (<xref ref-type="bibr" rid="B21">2020</xref>) zu nennen. In den erstgenannten wird der Erwerb der Verbstellung im Deutschen mit Blick auf Abfolge und Geschwindigkeit untersucht. In den letzten drei Arbeiten werden Diagnoseinstrumente vorgestellt, die f&#252;r sprachliche und insbesondere literale F&#228;higkeiten im Deutschen und in den Erstsprachen der neu zugewanderten Sch&#252;ler*innen wie z.B. Dari entwickelt wurden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B7">Czinglar 2017</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B8">Czinglar et al. 2020</xref>). Im bereits 2013 durchgef&#252;hrten Projekt MaTs in Th&#252;ringen wurde die Mehrsprachigkeit u.a. neu zugewanderter Sch&#252;ler*innen im Rahmen einer umfassenden Fragebogenerhebung erfasst und eine hohe sprachliche Vielfalt aufgezeigt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B25">Maak 2014</xref>). Das Projekt INPUT untersucht die Entwicklung sprachlicher Kompetenzen bei 6&#8211;12-j&#228;hrigen gefl&#252;chteten Kindern in der Zweitsprache Deutsch sowie der Herkunftssprache (syrisches) Arabisch. Dabei werden au&#223;erdem sprachliche und au&#223;ersprachliche Einflussfaktoren auf die Sprachentwicklungsprozesse betrachtet (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B23">Kolb 2021</xref>).</p>
<p>Zudem gibt es Untersuchungen, die nicht die Leistungen und/oder Entwicklung der Sch&#252;ler*innen fokussieren, sondern die Rahmenbedingungen ihrer schulischen Einbindung. Dazu geh&#246;ren Arbeiten, die den Prozess der Aufnahme, die schulische Einbindung sowie die Rahmenbedingungen in den sog. Vorbereitungs- oder Willkommensklassen untersuchen und analysieren (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B11">Emmerich/Hormel/Jording 2016</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B12">Erichsen 2020</xref>). Auch hat beispielsweise die Senatsverwaltung Berlin eine wissenschaftliche Evaluation ihrer Willkommensklassen durchf&#252;hren lassen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B32">Neumann/Haas/M&#252;ller/Maaz 2020</xref>). Hierbei ebenso wie in weiteren Studien werden Befragungen und Interviews mit Schulleitungen und/oder Lehrkr&#228;ften (z.B. <xref ref-type="bibr" rid="B13">Frenzel/Niederhaus/Peschel/R&#252;ther 2016</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B9">Dewitz/Bredthauer 2020</xref>) zu verschiedenen Aspekten des Unterrichts und der Beschulung durchgef&#252;hrt. Wenige Arbeiten hingegen befragen die Sch&#252;ler*innen selbst (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B27">Massumi 2019</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B30">Michalak/Grimm/Lotter/Winter 2021</xref>) oder fokussieren ihre Perspektive, wie das Projekt ZwischenWelten&#220;berSetzen, das sich mit Erfahrungen und Perspektiven gefl&#252;chteter Sch&#252;ler*innen u.a. im schulischen Alltag in &#214;sterreich besch&#228;ftigt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B1">Alpagu/Dausien/Draxl/Thoma 2019</xref>). Die Studie ReGEs untersucht die Bildungsintegration von Gefl&#252;chteten in Deutschland (u.a. <xref ref-type="bibr" rid="B29">Maurice/Will 2021</xref>). &#220;ber einen Zeitraum von bisher f&#252;nfeinhalb Jahren wurden Gefl&#252;chtete im Alter von 4 bis 16 sowie ihre Familien begleitet und dabei Daten aus Sprachkompetenztests im Deutschen, z.B. zum rezeptiven Wortschatz (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B33">Obry/Schild/Will/Kopp 2021</xref>), Befragungen und Interviews mit ihnen sowie durch Gespr&#228;che mit Bildungsakteuer*innen erfasst und umfassend dokumentiert. Mit weiteren Faktoren wie Curricula oder Unterrichtskonzepten und -methoden setzen sich ebenfalls mehrere Arbeiten auseinander, von denen einige auch einen Anwendungsbezug aufweisen, wenn Unterrichtsequenzen ausgewertet (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B3">Birnbaum/Erichsen/Fuchs/Ahrenholz 2018</xref>) oder Impulse f&#252;r Curricula gegeben werden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B38">Raveling/Reichert/Marx 2021</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B43">Wagner 2019</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B45">Zentgraf/Prediger/Berkemeier 2021</xref>). Seit 2020/21 wird zudem in zahlreichen Studien der Fokus auf die Situation in der Pandemie gelegt, die auch f&#252;r die neu zugewanderten Sch&#252;ler*innen und ihre schulische Einbindung zus&#228;tzliche Herausforderungen mit sich gebracht hat (z.B. <xref ref-type="bibr" rid="B14">Gamper/H&#246;velbrinks/Schlauch 2021</xref>).</p>
<p>International lassen sich durchaus umfangreiche Studien zur schulischen Sprach- und Fachentwicklung von neu Zugewanderten finden. Dazu z&#228;hlt u.a. die &#228;u&#223;erst umfassende Meta-Studie zu Langzeituntersuchungen von Collier/Thomas (<xref ref-type="bibr" rid="B6">2017</xref>), die sich mit dem Erwerb von schulisch relevanten Kompetenzen in der Mehrheitssprache, d.h. dem Englischen in den USA, befasst. Die Arbeiten von Giannelli/Rapallini (<xref ref-type="bibr" rid="B15">2016</xref>) und Petersson/Nor&#233;n (<xref ref-type="bibr" rid="B36">2017</xref>) untersuchen mathematische Leistungen und Entwicklungen von neu Zugewanderten u.a. zum Thema Bruchrechnung. Die auch in das Scoping Review aufgenommene Studie (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B41">Spr&#252;tten/Prediger 2019</xref>) fokussiert Untersuchungen mit &#228;hnlichen Schwerpunkten f&#252;r den deutschsprachigen Raum. Ebenfalls aus dem Mathematikunterricht und dem Projekt MuM-Multi kommt eine Untersuchung zur Nutzung mehrsprachigen Repertoires der Sch&#252;ler*innen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B42">Uribe/Prediger 2021</xref>), die jedoch nicht die sprachlichen und fachlichen Leistungen fokussiert, sondern erforscht, wie neu zugewanderte Sch&#252;ler*innen ihre mehrsprachigen Kompetenzen in verschiedenen Sprachkonstellationen nutzen, um Bedeutung zu generieren.</p>
</sec>
<sec>
<title>4 Scoping Review: Auswahl des Verfahrens</title>
<p>&#220;berblicksdarstellungen wie das vorliegende Scoping Review recherchieren systematisch die (Prim&#228;r)Studien zu einem Themenschwerpunkt oder einer spezifischen Fragestellung, fassen sie zusammen, systematisieren sie und bereiten sie f&#252;r bestimmte Zielgruppen auf bzw. bewerten sie nach bestimmten Kriterien (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B44">Woerfel/Zimmer/Witte 2021</xref>). Sie verfolgen damit verschiedene Zwecke: Zum einen bilden sie eine Grundlage f&#252;r evidenzbasiertes Handeln in der Praxis und in politischen Entscheidungen, wie es seit den 90er Jahren in der Medizin, Wirtschaft und Bildung zunehmend Verbreitung gefunden hat. Entscheidungen f&#252;r oder gegen konkrete Ma&#223;nahmen sollen dabei auf Grundlage solider, in mehreren Studien &#252;berpr&#252;fter Daten gef&#228;llt werden. Zum anderen m&#252;ssen auch neue Forschungsarbeiten sich mit bereits durchgef&#252;hrten Studien und ihren Ergebnissen auskennen, um u.a. zielgenau an Desiderata auf Basis des bereits Vorliegenden ankn&#252;pfen zu k&#246;nnen.</p>
<p>&#220;berblicksdarstellungen k&#246;nnen unterschiedlich geartet sein. So differenzieren Grant/Booth (<xref ref-type="bibr" rid="B18">2009</xref>) zwischen 14 verschiedenen Typen nach den Merkmalen Such- und Bewertungsart, Gestaltung der Synthese und Analyse. Dabei kann beispielsweise je nach Auspr&#228;gung der Kategorie Suchart u.a. zwischen dem stark strukturierten, systematischen, transparenten, umfangreichen und zeitlich intensiven, mehrere Jahre dauernden Systematic Review und dem eher weniger systematischen, subjektiv selektiveren und h&#228;ufig schnelleren Literature bzw. Narrative Review unterschieden werden (vgl. ebd.; <xref ref-type="bibr" rid="B37">Petticrew/Roberts 2006</xref>). Nur ersteres l&#228;sst sich nach einer gewissen Zeit replizieren, so dass sich die Entwicklung des Forschungsstands zu einer spezifischen Frage objektiv und aktuell abzeichnen l&#228;sst. Das hier gew&#228;hlte Scoping Review arbeitet ebenso mit einer Forschungsfrage und nutzt systematische Such- und Auswahlkriterien. Im Vergleich zu einem Systematic Review sind diese jedoch nicht international standardisiert. Zudem werden weniger Suchorte ber&#252;cksichtigt und die Qualit&#228;t der Prim&#228;rstudien (Methodik, Ergebnisse) nicht in einer Metaanalyse &#252;berpr&#252;ft (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B44">Woerfel et al. 2021</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B18">Grant/Booth 2009</xref>).</p>
<p>Die Entscheidung f&#252;r oder gegen ein Vorgehen h&#228;ngt u.a. von der Intention und den vorhandenen Ressourcen ab. Um eine ausreichende Basis f&#252;r praktische und forschungsbezogene Entscheidungen mit Blick auf neu zugewanderte Sch&#252;ler*innen zu bieten, wurden Transparenz und Objektivit&#228;t gew&#228;hrleistet, klare systematische Auswahlkriterien genutzt und unterschiedliche Datenbanken sowie eine graue Literatur umfassende Suche durchgef&#252;hrt. Ziel ist dabei, angesichts der Dringlichkeit des Themas zeitnah einen fundierten &#220;berblick zu geben, nicht jedoch die Qualit&#228;t der Studien selbst zu pr&#252;fen. Aus den verschiedenen Verfahrensweisen von &#220;berblicksdarstellungen wurde daher das Scoping Review nach Elm/Schreiber/Haupt (<xref ref-type="bibr" rid="B10">2019</xref>) ausgew&#228;hlt, da es sich am besten f&#252;r dieses Anliegen eignet.</p>
</sec>
<sec>
<title>5 Studie</title>
<sec>
<title>5.1 Vorgehen</title>
<p>Das Vorgehen umfasst die folgenden Schritte:</p>
<list list-type="order">
<list-item><p>Definition der Zielsetzung und Fragestellung</p></list-item>
<list-item><p>Erstellung von Suchkriterien und sp&#228;terer Einschlusskriterien</p></list-item>
<list-item><p>Systematische und manuelle Suche</p></list-item>
<list-item><p>Calls for Papers f&#252;r noch nicht ver&#246;ffentlichte und nicht zug&#228;ngliche Studien</p></list-item>
<list-item><p>Kriteriengeleitete Auswahl von Studien</p></list-item>
<list-item><p>Erstellung einer kriterienbasierten tabellarischen Synopse als replizierbare und aktualisierbare Synthese</p></list-item>
<list-item><p>Erstellung einer inhaltlichen Synopse</p></list-item>
<list-item><p>Auswertung</p></list-item>
<list-item><p>Bestimmung von Desiderata</p></list-item>
</list>
<p>Im Rahmen des ersten Schrittes wurden die o.g. Zielsetzung und die Fragestellung bestimmt. Die Forschungsfrage lautet:</p>
<p>Wie gestalten und entwickeln sich fachliche und sprachliche F&#228;higkeiten und Kompetenzen neu zugewanderter Sch&#252;ler*innen im schulischen Unterricht?</p>
<p>Diese wurde in Anlehnung an das PEOS-Schema (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B22">Khan/Kunz/Kleijnen/Antes 2011</xref>) wie folgt operationalisiert:</p>
<table-wrap id="T1">
<caption>
<p>Tab. 1: PEOS-Schema: Scoping Review &#8211; Schulische Leistungen neu zugewanderter Sch&#252;ler*innen.</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td align="left" valign="top">Ebene</td>
<td align="left" valign="top">Operationalisierung und Einschlusskriterien</td>
<td align="left" valign="top">Spezifika</td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top"><bold>P: P</bold>opulation</td>
<td align="left" valign="top">Neu zugewanderte Sch&#252;ler*innen (s. Kapitel 2)</td>
<td align="left" valign="top">Die Studienteilnehmenden m&#252;ssen eindeutig als zu dieser Gruppe geh&#246;rig ausgewiesen sein.<break/>Bei nicht eindeutigen Bezeichnungen, wie erste Generation der Zuwanderung o.&#196;., kann die Population nicht ber&#252;cksichtigt werden, da das Einreisealter nicht feststeht.</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><bold>E: E</bold>xposure</td>
<td align="left" valign="top">Schulischer Unterricht in allen Schulstufen der DACH-L&#228;nder</td>
<td align="left" valign="top">Weitere Bildungseinrichtungen werden hier nicht ber&#252;cksichtigt, z.B. Elementarbereich.</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><bold>O: O</bold>utcomes</td>
<td align="left" valign="top">Fachliche und sprachliche schulisch relevante Kompetenzen und F&#228;higkeiten</td>
<td align="left" valign="top">Nur schulisch relevante F&#228;higkeiten und Kompetenzen werden betrachtet: im Bereich Sprache(n), z.B. das Lesen und seine Teilprozesse wie Worterkennung oder das Schreiben und das Verfassen von spezifisch argumentativen Texten<xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref>; im Bereich Mathematik z.B. Bruchrechnen. Studien zu allgemeiner Sprachkompetenz im Vergleich zu spezifischen F&#228;higkeiten (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B2">Becker-Mrotzek/Roth 2017: 17&#8211;18</xref>) und ihrer Entwicklung, wie z.B. Untersuchungen zur Entwicklung von Wortstellung, Studien zur Diagnostik oder F&#246;rderma&#223;nahmen werden hier nicht erfasst.</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top"><bold>S: S</bold>tudy</td>
<td align="left" valign="top">Empirische Studien ab Dissertation oder gr&#246;&#223;ere Projekte:
<list list-type="bullet">
<list-item><p>in deutschsprachigen L&#228;ndern (DACH)</p></list-item>
<list-item><p>ab 2000</p></list-item>
<list-item><p>mit systematischer/experimenteller Erhebung</p></list-item>
<list-item><p>Studien mit einer Instrumentdarstellung/-beschreibung</p></list-item>
<list-item><p>ggf. zur Erfassung/F&#246;rderung bestimmter Kompetenzen mit Intervention o.&#196;. im schulischen Kontext, insb. die Daten vor Beginn der Intervention</p></list-item>
<list-item><p>ggf. Bildungstrends</p></list-item></list></td>
<td align="left" valign="top">Seminar- sowie Qualifikationsarbeiten (Bachelor und Master) werden nicht ber&#252;cksichtigt.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>F&#252;r die Suche wurden folgende Orte und Zug&#228;nge ausgew&#228;hlt: Die systematische Suche erfolgte in den f&#252;r das Thema einschl&#228;gigen bildungsorientierten Literaturdatenbanken FIS und ERIC. Weiterhin wurde in einer Einzelstichwortsuche &#252;ber <italic>Researchgate</italic> recherchiert. Diese Suche wurde durch eine Vor- und R&#252;ckw&#228;rtssuche, also Bezugnahme und Verweise auf andere Literatur, erg&#228;nzt. Da es durchaus vorkommt, dass die zentrale Population &#8211; die neu zugewanderten Sch&#252;ler*innen &#8211; lediglich eine Untergruppe der Studie darstellt und im Titel und ggf. im Abstract (sofern &#252;berhaupt in der Datenbank abgelegt) nicht genannt wird, wurden mehrere explizite Abfragen als <italic>Calls for Articles and Studies</italic> durchgef&#252;hrt. Diese Aufrufe enthielten eine Bitte um Zusendung von Studien, die sich mit der Zielstichprobe befassen, diese jedoch nicht direkt im Titel oder Abstract benennen. Zus&#228;tzlich wurden (noch) nicht publizierte Manuskripte, Arbeitspapiere, Projektberichte und Dissertationen sowie Mitteilungen &#252;ber laufende und geplante Projekte angefragt, um einen vollst&#228;ndigen &#220;berblick geben zu k&#246;nnen. Diese Aufrufe wurden auf den Plattformen <italic>Linguist List, Researchgate</italic> und <italic>Open Science</italic> platziert. Zudem wurde eine ausf&#252;hrliche Liste mit allen Verteilern von Gesellschaften und Gruppen erstellt, deren Mitglieder entsprechende Studien durchgef&#252;hrt und ggf. verschriftlicht haben k&#246;nnten<xref ref-type="fn" rid="n2">2</xref>. Diese wurden angeschrieben und der Call wurde zumeist &#252;ber die Gesellschaften weitergeleitet<xref ref-type="fn" rid="n3">3</xref>.</p>
<p>Die systematische Suche unter Einbezug aller Kriterien war wenig ergiebig. Da, wie erw&#228;hnt, grunds&#228;tzlich nur wenige Studien zu dem Schwerpunkt vorliegen, wurde f&#252;r die systematische Suche zun&#228;chst nur P (<bold>P</bold>opulation) als Kriterium ber&#252;cksichtigt. Anschlie&#223;end wurden auch die einschr&#228;nkenden Suchkriterien E (Exposure) &#8211; S (Study) und die dazugeh&#246;rigen Begriffe f&#252;r die Auswahl der Studien und ihre Aufnahme in die Publikation verwendet<xref ref-type="fn" rid="n4">4</xref>.</p>
<p>Die Suche in ERIC auf Englisch g&#228;nzlich ohne L&#228;ndereingrenzung ergab 1.823.758 Treffer. Mit Eingrenzung der L&#228;nder entfielen auf Deutschland 9.216 Treffer, auf &#214;sterreich 467 Treffer und auf die Schweiz 397. F&#252;r die Suche auf Deutsch ergab sich folgende Verteilung: Deutschland 426 Treffer; Schweiz und &#214;sterreich 0. Die Suche in FIS ergab insg. 312 Treffer. Diese Treffer wurden in zwei Stufen gesichtet. Zun&#228;chst wurde die Passung gem&#228;&#223; dem Titel ausgew&#228;hlt. Hier wurden bereits zahlreiche Publikationen aussortiert, da z.B. deutlich wurde, dass es sich bei den dort fokussierten Seiteneinsteiger*innen um beruflichen Seiteneinstieg handelt. In der zweiten Stufe wurden die Abstracts und ggf. auch die Artikel genauer gelesen und aussortiert. Das erfolgte &#252;berwiegend aus zwei Gr&#252;nden: Die Zielgruppe wurde f&#252;r die Zwecke des Reviews nicht genau genug bestimmt, es wurde von DaZ-Lernenden gesprochen oder Zuwanderer*innen der ersten Generation. Daraus kann nicht eindeutig abgelesen werden, ob gem&#228;&#223; der Definition in Kap. 2 die Zuwanderung im schulpflichtigen Alter erfolgt ist. Der zweite Grund war die inhaltliche Schwerpunktsetzung der Artikel. Hier lie&#223;en sich Publikationen zu F&#246;rder- und Beschulungsma&#223;nahmen, zu ethnografischen Entwicklungen, zu affektiven Faktoren, zu Testinstrumenten und Spracherwerb des Deutschen im Allgemeinen finden (s. Kap. 3). Diese wurden ebenfalls nicht eingeschlossen. Weiterhin wurden &#252;ber <italic>Researchgate</italic> eine hohe Anzahl von Publikationen &#8211; insg. &#252;ber 500 &#8211; identifiziert, die insb. unter Ber&#252;cksichtigung der zwei o.g. Kriterien sowie der Verortung der Studien in einem der Ziell&#228;nder in einem zweistufigen Verfahren gesichtet und f&#252;r die Studie ausgew&#228;hlt wurden. Zum <italic>Call for Articles and Studies</italic> gab es &#252;berwiegend per Mail insgesamt 20 R&#252;ckmeldungen mit Hinweisen auf Publikationen und Publikationszusendungen. Wir danken allen sehr herzlich f&#252;r die sehr wertvollen Hinweise. Innerhalb dieser wurde wiederum nach dem dargestellten Verfahren ausgew&#228;hlt und die thematisch passenden wurden in der Analyse oder im Ausblick eingeschlossen.</p>
<p>In die Publikation wurden letztlich Studien aufgenommen, die bis zum 15.04.2021 gefunden wurden und bis zum 01.12.2021 erschienen sind.</p>
</sec>
<sec>
<title>5.2 Limitationen</title>
<p>Aufgrund der sehr geringen Anzahl von Publikationen bzw. Suchergebnissen (s. Kap. 5.3) mag die Frage aufkommen, ob das Scoping Review als bislang eher in anderen Forschungsgebieten wie der Psychologie etabliertes Verfahren sich f&#252;r die Erschlie&#223;ung des Feldes eignet und ob die Stichwortsuche breit genug streut. Diese Frage kann jedoch klar mit Ja beantwortet werden: Der methodische Anspruch besteht eben darin, ein systematisches Vorgehen umzusetzen und so ein klar definiertes Forschungsfeld skizzieren zu k&#246;nnen. Da trotz verschiedener Ma&#223;nahmen zur Ausdehnung der Suche, wie der Beratung mit Expert*innen oder dem Starten eines eigenen Calls &#252;ber einschl&#228;gige Verteiler, keine weiteren Publikationen auszumachen waren, kann davon ausgegangen werden, dass dieses konkret auf schulbezogene Kompetenzen festgelegte Forschungsgebiet zum Zeitpunkt der Erhebung nicht gr&#246;&#223;er ist. Dies ist somit als eines der zentralen Ergebnisse der Studie zu werten. Gleichzeitig gibt es in einem weiteren Forschungszusammenhang zur schulischen Einbindung und sprachlichen Entwicklung neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher durchaus eine beachtenswerte und wachsende Forschungslandschaft (s. Kap. 3), die je nach eigener Fragestellung bei der Konzeption neuer Projekte einbezogen und ber&#252;cksichtigt werden kann bzw. muss. Es ergeben sich also &#252;ber das Feld hinaus Ankn&#252;pfungspunkte in Unterricht, Schulorganisation oder Spracherwerb im Deutschen sowie weiteren Sprachen.</p>
<p>Ein weiterer Punkt der als m&#246;gliche Schwachstelle des Scoping Reviews &#8211; sowie jedoch jedes Versuchs eines systematischen &#220;berblicks &#8211; gesehen werden kann, ist die Schwierigkeit, laufende Projekte, insbesondere Qualifikationsprojekte umfassend zu erfassen, da es hierbei zum einen eine hohe Dynamik gibt und Projekte oder Fragestellungen sich h&#228;ufig im Prozess ver&#228;ndern. Zum anderen liegen h&#228;ufig &#8211; z.T. bedingt durch Promotionsordnungen &#8211; keine Publikationen vor, auf die zugegriffen werden kann. Die Forschenden sind ggf. je nach aktuellem Stand der Arbeit zudem z&#246;gerlich, sich auf einen entsprechenden Call zu melden, was selbst bei direkter Ansprache erschwert, hier alle laufenden Arbeiten zu identifizieren.</p>
</sec>
<sec>
<title>5.3 Ergebnisse</title>
<sec>
<title>5.3.1 Publizierte Studien</title>
<p>Insgesamt konnten durch das im vorherigen Kapitel beschriebene Vorgehen acht bereits bis zum 01.12.21 publizierte Studien und einige sich in Vorbereitung befindende Publikationen ausgemacht werden. Bei den vorliegenden Publikationen handelt es sich um:</p>
<list list-type="bullet">
<list-item><p>Budumlu, Handan; Grie&#223;haber, Wilhelm; Huda, Manuel &amp; Kalkavan-Ayd&#305;n, Zeynep (<xref ref-type="bibr" rid="B4">2020</xref>): Effekte fr&#252;her F&#246;rderung von Bildungssprache &#8211; Ein exemplarischer Vergleich sprachlicher Kompetenzen und schriftlicher Erz&#228;hlf&#228;higkeiten bei neu zugewanderten Grundsch&#252;ler/-innen. In: Budde, Monika Angela &amp; Pr&#252;smann, Franziska (Hrsg.): <italic>Vom Sprachkurs Deutsch als Zweitsprache zum Regelunterricht. &#220;berg&#228;nge bew&#228;ltigen, erm&#246;glichen, gestalten</italic>. M&#252;nster u.a.: Waxmann, 79&#8211;105.</p></list-item>
<list-item><p>Grie&#223;haber, Wilhelm (<xref ref-type="bibr" rid="B20">2016</xref>): Narrative Texte von Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern im Vergleich mit ein- und mehrsprachigen Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern. In: Ricart Brede, Julia; Maak, Diana &amp; Pliska, Enisa (Hrsg.): <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://eds.a.ebscohost.com/eds/viewarticle/render?data=dGJyMPPp44rp2%2fdV0%2bnjisfk5Ie45PFIrqqwT66k63nn5Kx94um%2bTK2prkewprBJnqewUq%2bsuEmzls5lpOrweezp33vy3%2b2G59q7RbettFCyqrdNr5zxgeKztXnhrrN5sqererXXrkWypuF%2bq9fkTbWj4Hmyr7RK4KzjTrHcvovi2auOq%2bnji%2fHj5YquqaSE3%2bTlVeLbpHzgs%2bF58qa2Sreu3z7y1%2bVVv8Skeeyz443kpK9Ir6iuT7Cmr0ik3O2K69fyVeTr6oTy2%2faMpN3zffHqu2zw6%2bMA&amp;vid=0&amp;sid=7ac85a41-b7a0-40cf-af57-ba4962b6e63f@sdc-v-sessmgr03"><italic>Deutsch als Zweitsprache und Mehrsprachigkeit: Beitr&#228;ge aus dem &#8220;Workshop Deutsch als Zweitsprache, Migration und Mehrsprachigkeit&#8221;</italic></ext-link>. Stuttgart: Fillibach bei Klett, 161&#8211;182.</p></list-item>
<list-item><p>Michalak, Magdalena; Grimm, Thomas; Lotter, Simone &amp; Winter, Evelina (<xref ref-type="bibr" rid="B30">2021</xref>): Entwicklung schriftlicher Kompetenzen bei Seiteneinsteiger*innen. Zur Auswertung argumentativer Texte. In: Scherger, Anna-Lena; L&#252;tke, Beate; Montanari, Elke; M&#252;ller, Anja &amp; Ricart Brede, Julia (Hrsg.): <italic>Deutsch als Zweitsprache &#8211; Forschungsfelder und Ergebnisse: Beitr&#228;ge aus dem Workshop &#8222;Deutsch als Zweitsprache, Migration und Mehrsprachigkeit&#8221;, 2018 und 2019</italic>. Stuttgart: Fillibach bei Klett, 309&#8211;328.</p></list-item>
<list-item><p>Marx, Nicole; Gill, Christian &amp; Brosowski, Tim (<xref ref-type="bibr" rid="B26">2021</xref>): Are Migrant Students Closing the Gap?: Reading Progression in the first Years Of Mainstream Education. <italic>Studies in Second Language Acquisition</italic> 43: 4, 813&#8211;837.</p></list-item>
<list-item><p><xref ref-type="fn" rid="n5">5</xref>Gill, Christian (<xref ref-type="bibr" rid="B16">2020</xref>): Entwicklung des zweitsprachlichen Leseverst&#228;ndnisses von Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern nach dem &#220;bergang in den Regelunterricht der Sekundarstufe I. In: Budde, Monika Angela &amp; Pr&#252;smann, Franziska (Hrsg.): <italic>Vom Sprachkurs Deutsch als Zweitsprache zum Regelunterricht. &#220;berg&#228;nge bew&#228;ltigen, erm&#246;glichen, gestalten.</italic> M&#252;nster u.a.: Waxmann, 107&#8211;129.</p></list-item>
<list-item><p>Petersen, Inger (<xref ref-type="bibr" rid="B35">2014</xref>): <italic>Schreibf&#228;higkeit und Mehrsprachigkeit</italic>. Berlin: De Gruyter.</p></list-item>
<list-item><p>S&#807;ims&#807;ek, Yazg&#252;l (<xref ref-type="bibr" rid="B40">2021</xref>): Die deutsche Sprache ist &quot;ME:ga schwer&quot; &#8211; Eine Pilotstudie zum Lernerfolg neuzugewanderter Jugendlicher. In: Scherger, Anna-Lena; L&#252;tke, Beate; Montanari, Elke; M&#252;ller, Anja &amp; Ricart Brede, Julia (Hrsg.): <italic>Deutsch als Zweitsprache - Forschungsfelder und Ergebnisse: Beitr&#228;ge aus dem Workshop &#8220;Deutsch als Zweitsprache, Migration und Mehrsprachigkeit&#8221;, 2018 und 2019.</italic> Stuttgart: Fillibach bei Klett, 351&#8211;380.</p></list-item>
<list-item><p>Spr&#252;tten, Frank &amp; Prediger, Susanne (<xref ref-type="bibr" rid="B41">2019</xref>): Wie h&#228;ngen die Mathematikleistungen von Neuzugewanderten mit Herkunftsregion und Schulbesuchsdauer zusammen? Ergebnisse eines sprachentlasteten Tests. <italic>Mathematica Didactica</italic> 42: 2, 147&#8211;161.</p></list-item>
</list>
<p>In der nachfolgenden tabellarischen Synopse findet sich eine &#220;bersicht der vorliegenden Artikel nach den folgenden Kategorien: Art der Studie, Zeitraum der Datenerhebung, Stichprobe, Untersuchungsgegenstand, Instrumente, Art der Daten, Ergebnisse und Implikationen. Die Auswahl von Kategorien und die Darstellung erm&#246;glichen es, einen guten &#220;berblick &#252;ber die Studien und insbesondere das methodische Vorgehen zu geben. Die Angaben in der Tabelle k&#246;nnen zudem genutzt werden, um weitere Informationen in den jeweiligen Publikationen ausfindig zu machen und so die Rezeption zu erleichtern. Dar&#252;ber hinaus bilden die Synopse sowie die zusammenfassende Darstellung eine Grundlage f&#252;r das Formulieren von Desiderata f&#252;r weitere Forschung.</p>
</sec>
<sec>
<title>5.3.2 Synopse</title>
<p>Die Synopse in tabellarischer Form ist dem <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://zif.tujournals.ulb.tu-darmstadt.de/download/article/3732/supp_file/5/">Beitrag als Anhang</ext-link> zugef&#252;gt.</p>
</sec>
<sec>
<title>5.3.3 Zusammenfassung</title>
<p>Die acht Studien zum &#252;bergeordneten Thema &#8218;schulisch relevante Kompetenzen neu zugewanderter Sch&#252;ler*innen&#8216; befassen sich insbesondere mit Schreib- und Lesekompetenzen im Deutschen. Eine der Studien erfasst mathematische Leistungen. Bei einer Gesamtschau der ausgewerteten Arbeiten f&#228;llt zuerst auf, dass die Heterogenit&#228;t der Sch&#252;ler*innen in allen Studien &#8211; wenn auch in unterschiedlichem Ausma&#223; &#8211; thematisiert wird: Meist zeigt sich, dass sich die neu Zugewanderten sowohl in Bezug auf ihre Schulerfahrungen im Herkunftsland und in Deutschland (z.B. <xref ref-type="bibr" rid="B35">Petersen 2014</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B40">S&#807;ims&#807;ek 2021</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B30">Michalak et al. 2021</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B26">Marx et al. 2021</xref>) als auch hinsichtlich ihres sozio&#246;konomischen Status (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B41">Spr&#252;tten/Prediger 2019</xref>) unterscheiden. Auch bereits beherrschte Sprachen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B30">Michalak et al. 2021</xref>) oder schulisch relevante sprachliche Kompetenzen im Deutschen und ihre Entwicklung sowie fachliche Kompetenzen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B41">Spr&#252;tten/Prediger 2019</xref>) sind sehr heterogen. Da diese Heterogenit&#228;t bereits in der Definition angelegt ist, ist die durchg&#228;ngige Thematisierung unterschiedlicher Dimensionen in den Forschungsarbeiten keine &#220;berraschung, sondern entspricht vielmehr den grundlegenden &#220;berlegungen. Insbesondere als m&#246;gliche Ursachen der Heterogenit&#228;t sprachlicher Kompetenzen sowie als zu ber&#252;cksichtigende Faktoren beim (didaktischen) Aufgreifen und Nutzen sprachlicher Vielfalt sind verschiedene Hintergrundaspekte der Sch&#252;ler*innen relevant. So stellen z.B. Marx et al. (<xref ref-type="bibr" rid="B26">2021</xref>) die Herkunft aus einer Krisenregion als einen wichtigen Einflussfaktor fest (aber s. <xref ref-type="bibr" rid="B41">Spr&#252;tten/Prediger 2019</xref> f&#252;r weitere Ausdifferenzierung dieser Variable f&#252;r mathematische Leistungen). Das Alter der Sch&#252;ler*innen oder die zeitliche Dauer im Kontext unterschiedlicher Meilensteine, z.B. Einreise oder Beschulung in Deutschland, spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle (ebd. sowie <xref ref-type="bibr" rid="B41">Spr&#252;tten/Prediger 2019</xref>, s. aber S&#807;ims&#807;ek 2021<xref ref-type="fn" rid="n6">6</xref>). Daher stellt die wissenschaftliche Untersuchung von Hintergrundfaktoren eine Notwendigkeit und zugleich ein Desiderat dar (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B40">S&#807;ims&#807;ek 2021</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B26">Marx et al. 2021</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B41">Spr&#252;tten/Prediger 2019</xref>).</p>
<p>In den Studien wird zudem darauf verwiesen, dass die bestehende F&#246;rderung der neu zugewanderten Sch&#252;ler*innen zumeist nicht ausreicht. Dies gilt insbesondere mit Blick auf die den Regelunterricht vorbereitenden Ma&#223;nahmen oder Lerngruppen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B26">Marx et al. 2021</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B40">S&#807;ims&#807;ek 2021</xref>). An der Stelle sind u.a. die h&#228;ufig nicht ausreichende Zeit in Vorbereitungsklassen, Notwendigkeit durchg&#228;ngiger F&#246;rderung aufgrund angenommener, jedoch nicht vorhandener Kompetenzen im Deutschen (insb. bei schriftsprachlichen Strukturen) sowie Symbole und grafische Darstellungen zu nennen. Eine Ausnahme bildet hierbei die Untersuchung von Petersen (<xref ref-type="bibr" rid="B35">2014</xref>), da hier nicht die Gruppe der neu zugewanderten Teilnehmenden alleine untersucht wird, sondern Texte von ein- und mehrsprachigen Proband*innen verglichen werden. Dabei zeigen sich entgegen der in der Arbeit formulierten Erwartung keine signifikanten Unterschiede in den Texten. Einen Unterst&#252;tzungsbedarf bei mehrsprachigen und insbesondere neu zugewanderten Sch&#252;ler*innen sieht die Verfasserin dagegen im Bereich der Lexik, insbesondere bei den komplexen Nominalphrasen. Jedoch verweist sie auch bei dieser Beobachtung auf weiteren Forschungsbedarf, um diese erste Einsch&#228;tzung zu &#252;berpr&#252;fen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B35">Petersen 2014</xref>).</p>
<p>Insgesamt lassen sich verschiedene Herangehensweisen der Studien unterscheiden: Einige Untersuchungen orientieren sich an den vorhandenen Anforderungen im Regelunterricht und setzen dementsprechend Testverfahren ein, die diese erfassen und f&#252;r in Deutschland aufgewachsene Kinder erarbeitet und normiert wurden; wie z.B. die Verwendung der Lesetestbatterie LESEN 8&#8211;9 in der Untersuchung von Marx et al. (<xref ref-type="bibr" rid="B26">2021</xref>). Andere Studien nehmen eher eine Entwicklungsperspektive ein und verfolgen die Fortschritte der neu zugewanderten Sch&#252;ler*innen im Deutschen, ohne einen direkten Vergleich zu den &#252;brigen Sch&#252;ler*innen der Klasse oder zu an einer anderen Gruppe normierten Werten herzustellen. Es wird ferner z.B. mit der Profilanalyse von Grie&#223;haber (<xref ref-type="bibr" rid="B19">2013</xref>) auch ein Verfahren eingesetzt, das aus der Zweitspracherwerbsforschung entwickelt wurde.</p>
<p>In allen Studien ergibt sich jedoch die Forderung sowohl nach Ausbau als auch nach Ausdifferenzierung der Unterst&#252;tzung im Deutschen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B26">Marx et al. 2021</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B40">S&#807;ims&#807;ek 2021</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B41">Spr&#252;tten/Prediger 2019</xref>). Grie&#223;haber (<xref ref-type="bibr" rid="B20">2016</xref>) betont die Relevanz einer Verzahnung der F&#246;rderung mit den au&#223;erunterrichtlichen Erwerbsprozessen, die u.a. in der Kommunikation mit Gleichaltrigen stattfinden. Unterst&#252;tzung in weiteren Bereichen, z.B. anderen F&#228;chern oder Sprachen, wird in den vorliegenden Studien nur in der auf Mathematik bezogenen Arbeit von Spr&#252;tten/Prediger (<xref ref-type="bibr" rid="B41">2019</xref>) thematisiert. Dabei sind individuelle Ausgangslagen und vorhandene Ressourcen st&#228;rker zu ber&#252;cksichtigen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B4">Budumlu et al. 2020</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B42">Uribe/Prediger 2021</xref>). Denn es lassen sich Hinweise darauf finden, dass die Lernenden durchaus &#252;ber einschl&#228;gige Kompetenzen und Kenntnisse verf&#252;gen, diese allerdings in der deutschen Sprache nicht umzusetzen verm&#246;gen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B30">Michalak et al. 2021</xref>).</p>
<p>Auch sehen die Autor*innen weiteren Forschungsbedarf, wobei Longitudinalstudien, Fallbetrachtungen, Studien zu schriftsprachlichen Kompetenzen sowie zu Sachf&#228;chern angesprochen werden. Zudem wird auf einen Ausbau der Theoriebildung verwiesen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B40">S&#807;ims&#807;ek 2021</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B41">Spr&#252;tten/Prediger 2019</xref>).</p>
</sec>
<sec>
<title>5.3.4 Publikationen in Vorbereitung und Projekte</title>
<p>Die folgenden Qualifikationsarbeiten, Publikationen und Projekte, die sich ebenfalls mit dem Themenbereich besch&#228;ftigen und im Rahmen der Suche lokalisiert werden konnten, sind nach Abschluss des Scoping Reviews erschienen oder noch in Vorbereitung und konnten daher nicht mehr f&#252;r den Scoping Review ber&#252;cksichtigt werden. Wie im Rahmen der Limitationen (Kap. 5.3) bereits thematisiert, sind der systematischen Suche auch in ihrer erweiterten Form gewisse Grenzen gesetzt, die insbesondere auf die Erfassung laufender Arbeiten und Projekte zutreffen, da hier eine hohe Dynamik herrscht. Daher ist davon auszugehen, dass laufende Dissertationsvorhaben oder Projekte, in denen bislang keine Ver&#246;ffentlichungen vorliegen, nicht vollst&#228;ndig erfasst werden k&#246;nnen.<xref ref-type="fn" rid="n7">7</xref> Die Entwicklungen sollten daher auch &#252;ber die Momentaufnahme eines Scoping Reviews stets im Auge behalten werden:</p>
<p>Dissertationen:</p>
<list list-type="bullet">
<list-item><p>Gill, Christian: Arbeitstitel: Entwicklung der Lesekompetenz von Seiteneinsteigern in den ersten zwei Jahren nach dem &#220;bergang in den Regelunterricht.</p></list-item>
<list-item><p>Lindner, Jessica: Arbeitstitel: Spezifische Vorl&#228;uferf&#228;higkeiten und deren Einfluss auf den Schriftspracherwerb im Kontext des monolingualen und bilingualen Erstspracherwerbs sowie des Deutschen als Zweitsprache (Hauptzielgruppe Seiteneinsteiger*innen).</p></list-item>
<list-item><p>Schlauch, Julia: Arbeitstitel: Zweitspracherwerb jugendlicher Seiteneinsteiger*innen.</p></list-item>
</list>
<p>Aufs&#228;tze und Artikel:</p>
<list list-type="bullet">
<list-item><p>Caspari, Claus, &amp; Marx, Nicole (<xref ref-type="bibr" rid="B5">2022</xref>): Language Skills of Immigrant Schoolchildren in Germany: a Re-Analysis of the NEPS Panel Study Data.<xref ref-type="fn" rid="n8">8</xref></p></list-item>
<list-item><p>Lindner, Jessica (<xref ref-type="bibr" rid="B24">2021</xref>)<xref ref-type="fn" rid="n9">9</xref>: Die Entwicklung schriftsprachlicher F&#228;higkeiten neu zugewanderter Kinder im Anfangsunterricht der Grundschule. Eine vergleichende Datenanalyse unter regul&#228;ren und pandemiebedingten Lehr- und Lernsettings. In: Gamper, Jana; H&#246;velbrinks, Britta &amp; Schlauch, Julia (Hrsg.): <italic>Lockdown, Homeschooling und Social Distancing &#8211; der Zweitspracherwerb unter akut ver&#228;nderten Bedingungen der COVID-19-Pandemie.</italic> T&#252;bingen: Narr Francke Attempto, 109&#8211;134.</p></list-item>
</list>
</sec>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>6 Fazit und Implikationen</title>
<p>F&#252;r informierte didaktische Entscheidungen und Ma&#223;nahmen im Rahmen der Bildung und F&#246;rderung von neu zugewanderten Sch&#252;ler*innen wird akut eine solide Forschungsgrundlage ben&#246;tigt. Diese bieten u.a. Studien, die sich mit schulisch relevanten sprachlichen und fachlichen Kompetenzen der Lernenden befassen. In dem Review wurde ein systematischer &#220;berblick &#252;ber die bis Dezember 2021 erschienenen Publikationen erstellt.</p>
<p>Aus den Ergebnissen werden bereits Ankn&#252;pfungspunkte f&#252;r weitere Forschung und entsprechende Ma&#223;nahmen deutlich. Zugleich wird aufgrund der &#252;berall festgestellten bzw. best&#228;tigten Heterogenit&#228;t der Gruppe sichtbar, dass weitere Forschung notwendig ist, um eine st&#228;rkere Differenzierung zu erm&#246;glichen. Die Konstruktion einer Zielgruppe ist dabei kein triviales Unterfangen, wie nicht nur die eingangs dargestellten definitorischen Fragen zeigen, sondern auch die unterschiedlichen Stichprobenzusammensetzungen der Studien. Es ist jeweils aus theoretischer sowie forschungsmethodischer Sicht mit Blick auf die Fragestellung einer Studie zu kl&#228;ren, wie Gruppen gebildet werden und welchen Einfluss die oben diskutierten definitorischen Kriterien darauf haben.</p>
<p>Einen relevanten Punkt in den Ergebnissen bildet die Feststellung der Notwendigkeit weiterer F&#246;rderung der aktuell einzigen Schulsprache Deutsch auch nach dem &#220;bergang in die Regelklassen bzw. die Tatsache, dass erwartete Kompetenzen nach der bislang vorgesehenen Zeit nicht erreicht werden. Es zeigt sich insgesamt, dass es zu den Erwerbsverl&#228;ufen bei neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen hinsichtlich ihrer schulisch relevanten Kompetenzen noch Bedarf an weiterer Forschung gibt. Insbesondere f&#228;llt auf, dass es wenige Untersuchungen mit einem Bezug zu Sachf&#228;chern gibt und die Untersuchungen zum Mathematikunterricht durch Studien zu weiteren F&#228;chern erg&#228;nzt werden sollten. Ferner wird im Rahmen thematischer Schwerpunkte der auf sprachliche Kompetenzen bezogenen Studien deutlich, dass der Fokus oft auf den schriftlichen Bereich gelegt wird, w&#228;hrend medial m&#252;ndliche schulisch relevante Aspekte der konzeptionellen Schriftlichkeit wie z.B. das Zuh&#246;ren bislang nicht untersucht wurden. Ein weiterer inhaltlicher Punkt sind die mehrsprachigen Ressourcen der neu zugewanderten Sch&#252;ler*innen: In der Arbeit von Uribe/Prediger (<xref ref-type="bibr" rid="B42">2021</xref>) (s. Kap. 3) werden diese ber&#252;cksichtigt, was in den Studien aus dem Scoping Review nicht der Fall ist. So k&#246;nnen Untersuchungen, die au&#223;er dem Deutschen den Erwerbsverlauf in weiteren Sprachen der Sch&#252;ler*innen in den Blick nehmen und/oder sprach&#252;bergreifende Kompetenzen zum Gegenstand haben, klar als Desiderat benannt werden. Ein solcher Ansatz in der Forschung k&#246;nnte zudem hilfreich sein, um auch in der Praxis einen st&#228;rker kompetenzorientierten Blick auf die Sch&#252;ler*innen zu f&#246;rdern.</p>
<p>Methodisch ist anzumerken, dass mehr Langzeitstudien, die die Entwicklung von Kompetenzen in fachlichen und sprachlichen Bereichen &#252;ber einen l&#228;ngeren Zeitraum verfolgen, notwendig w&#228;ren. Hierbei w&#228;re es wichtig, sich nicht allein auf das Deutsche zu fokussieren, sondern das gesamtsprachliche Repertoire der Sch&#252;ler*innen in den Blick zu nehmen. Weiterhin sind bei den Studien zu sprachlichen und fachlichen Kompetenzen m&#246;gliche Einflussfaktoren st&#228;rker zu ber&#252;cksichtigen. Dies sind einige Erkenntnisse aus bereits erschienenen Publikationen. Aus der systematischen Suche wurde ferner deutlich, dass bereits gr&#246;&#223;ere Datenmengen in u.a. gro&#223;angelegten Studien vorliegen. Aufgrund nicht immer eindeutiger Zuordnung zu der Fokusgruppe k&#246;nnen diese jedoch nicht ohne Weiteres genutzt und ausgewertet werden. Hier sollte nachgebessert werden.</p>
<p>Insgesamt zeigt sich also, dass das Thema der schulisch relevanten Kompetenzen neu zugewanderter Sch&#252;ler*innen zwar bereits in einigen Studien aufgenommen wurde und erste Ergebnisse vorliegen. Es ist jedoch deutlich geworden, dass nach wie vor Desiderata bestehen, die in der weiteren Forschung aufgegriffen werden sollten. Erfreulich ist, dass laufende und geplante Projekte verschiedene Fragestellungen in dem Bereich bereits bearbeiten und so aktuell bereits Beitr&#228;ge erscheinen &#8211; wie zum SeiKo-Korpus (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B39">Schlauch 2022</xref>), um nur ein Beispiel zu nennen &#8211; und in den kommenden Jahren vermehrt mit Publikationen von einschl&#228;gigen Forschungsergebnissen zu rechnen ist. Eine Replikation des Scoping Reviews in einigen Jahren w&#228;re daher w&#252;nschenswert, um einschl&#228;gige Arbeiten zu erfassen und die Entwicklung des Feldes zu verfolgen.</p>
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<fn-group>
<fn id="n1"><p>Die Kompetenzen k&#246;nnen in allen Sprachen der untersuchten Individuen bzw. sprach&#252;bergreifend erfasst sein.</p></fn>
<fn id="n2"><p>Insgesamt konnten auf diese Weise ca. 30 Verteiler wie z.B. Verteiler der Gesellschaft f&#252;r Didaktik der Mathematik, der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Erziehungswissenschaft, der Gesellschaft f&#252;r angewandte Linguistik, daz-portal gefunden und kontaktiert werden.</p></fn>
<fn id="n3"><p>An der Stelle m&#246;chten wir uns herzlich f&#252;r die Unterst&#252;tzung bedanken.</p></fn>
<fn id="n4"><p>Die Suchstrategie inkl. der Begriffe wurde mit der Abteilung Sprache und Lernen des Mercator-Instituts sowie mit dem Team von <italic>Wissen! Was wirkt?</italic> besprochen. F&#252;r <bold>ERIC</bold> wurde diese Suchsyntax verwendet: <bold>Englisch</bold> &#8212; &#8221;migrant student&#8221; OR &#8220;asylum applicant*&#8221; OR &#8220;newly immigrated school children&#8221; OR &#8220;newly immigrated youth&#8221; OR &#8220;newly immigrated student*&#8221; OR &#8220;migrant who newly arrived in&#8221; OR &#8220;immigrant* of first generation&#8221; OR &#8220;first-generation L2 learner&#8221; OR &#8220;school-age German learner&#8221; OR &#8220;student* born abroad&#8221;, OR &#8220;refugee* children&#8221; OR &#8220;refugee* student*&#8221; OR &#8220;early arrived second language immigrant*&#8221; OR &#8220;student* who migrated after school start&#8221; OR &#8220;student who *migrated during compulsory school age&#8221; OR &#8220;newcomer students&#8221;. <bold>Deutsch</bold> &#8211; &#8221;Seiteneinsteiger*&#8221; OR &#8220;neu zugewanderte Sch&#252;ler*&#8221; OR &#8220;jugendliche Asylbewerber*&#8221; OR &#8220; Asylbewerber* Kinder&#8221; OR &#8220; Asylbewerber* Sch&#252;ler*&#8221; OR &#8220;Gefl&#252;chtete Sch&#252;ler&#8221; OR &#8220;Gefl&#252;chtete Kinder&#8221; OR &#8220;Gefl&#252;chtete Jugendliche&#8221; OR &#8220;eingewanderte Sch&#252;ler*&#8221; OR &#8220;zugezogene ausl&#228;ndische Kinder&#8221; OR &#8220;zugezogene ausl&#228;ndische Jugendliche&#8221; OR &#8220;aus dem Ausland zugewanderte Sch&#252;ler*&#8221; OR &#8220;Sch&#252;ler* erster migration* Generation&#8221; OR &#8220;Kinder erster migration* Generation&#8221; OR &#8220;Jugendliche erster migration* Generation&#8221; OR &#8220;Sch&#252;ler* erster zuwanderung* Generation&#8221; OR &#8220;Kinder erster zuwanderung* Generation&#8221; OR &#8220;Jugendliche erster zuwanderung* Generation&#8221; OR &#8222;migrant* erste* Generation&#8220;. Dabei wurden als Einschr&#228;nkungen nur Studien ab 2000 und die Ziell&#228;nder Germany, Austria, Switzerland ausgew&#228;hlt. In <bold>FIS</bold> wurde zwar ebenfalls auf Englisch gesucht, die Suche hat aber keine passenden Resultate ergeben. Die Suchsyntax f&#252;r Deutsch enthielt die gleichen Begriffe wie in ERIC, wurde allerdings in zwei Suchen aufgeteilt, da sonst f&#252;r die Maschine zu viele Trunkierungen enthalten waren. In <bold>Researchgate</bold> wurden die Begriffe einzeln eingegeben.</p></fn>
<fn id="n5"><p>In diesem zuvor erschienenen deutschsprachigen Beitrag wurden bereits Auswertungen der Daten aus dem in Marx/Gill/Brosowski (<xref ref-type="bibr" rid="B26">2021</xref>) dargestellten Projekt vorgestellt. Da es sich um das gleiche Projekt handelt, die Auswertung jedoch das Gesamtprojekt umfasst und entsprechend umfangreicher ausf&#228;llt, beziehen wir uns in der Synopse auf den Beitrag von Marx et al. (<xref ref-type="bibr" rid="B26">2021</xref>). Der Vollst&#228;ndigkeit halber wird der Einzelbeitrag von Gill hier jedoch ebenfalls aufgef&#252;hrt.</p></fn>
<fn id="n6"><p>In dieser Studie l&#228;sst sich bei gleicher Kontaktdauer mit dem Deutschen eine hohe Heterogenit&#228;t der Kompetenzen feststellen. Dies verweist darauf, dass der zeitliche Aspekt nicht der alleinige bzw. der ausschlaggebende Faktor ist.</p></fn>
<fn id="n7"><p>Zu nennen w&#228;re hier z.B. das mehrere Teilprojekte umfassende Vorhaben &#8222;Neu zugewanderte Sprachliche Entwicklung neu zugewanderter Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler im Regelunterricht&#8220; (s. <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://www.mercator-institut-sprachfoerderung.de/de/forschung-entwicklung/aktuelle-projekte/sprachkompetenzen-neu-zugewanderter-schuelerinnen-und-schueler/">https://www.mercator-institut-sprachfoerderung.de/de/forschung-entwicklung/aktuelle-projekte/sprachkompetenzen-neu-zugewanderter-schuelerinnen-und-schueler/</ext-link> 07.2023).</p></fn>
<fn id="n8"><p>Der Beitrag wurde mittlerweile unter dem Titel &#8222;Working Paper: Challenges with Immigrant Students&#8217; Data in NEPS&#8220; ver&#246;ffentlicht und ist online verf&#252;gbar: <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://osf.io/m2n9x">https://osf.io/m2n9x</ext-link> (20.05.2023), DOI <ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://doi.org/10.17605/OSF.IO/3VQE6">https://doi.org/10.17605/OSF.IO/3VQE6</ext-link>.</p></fn>
<fn id="n9"><p>Die Publikation ist nach dem 01.12.21 erschienen.</p></fn>
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<title>Literaturverzeichnis</title>
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<title>Kurzbio</title>
<p><bold>Dr. Nora von Dewitz</bold> ist Juniorprofessorin f&#252;r sprachliche Bildung und Mehrsprachigkeit an der Uni-versit&#228;t zu K&#246;ln im Mercator-Institut f&#252;r Sprachf&#246;rderung und Deutsch als Zweitsprache. Ihre Interessen und Schwerpunkte liegen im Bereich der migrationsbedingten Mehrsprachigkeit in der Schule, Neuzu-wanderung und Bildung sowie Zweitspracherwerb des Deutschen.</p>
<p><bold>Dr. Evghenia Goltsev</bold> ist Juniorprofessorin f&#252;r Mehrsprachigkeit und Deutsch als zus&#228;tzliche Sprache an der Universit&#228;t Regensburg, am Institut f&#252;r Germanistik. Zu ihren Forschungsinteressen z&#228;hlen Ber&#252;cksichtigung aller sprachlichen Ressourcen in durchg&#228;ngiger Sprach- und Fachvermittlung und in der Professionalisierung von Lehrkr&#228;ften sowie Spracherwerb, -produktion und -verarbeitung im Kontext der Mehrsprachigkeit mit besonderem Fokus auf M&#252;ndlichkeit.</p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><bold>Anschrift:</bold></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Juniorprofessorin Dr. Nora von Dewitz</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Universit&#228;t zu K&#246;ln</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Mercator-Institut f&#252;r Sprachf&#246;rderung und Deutsch als Zweitsprache/</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Institut f&#252;r deutsche Sprache und Literatur II</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Triforum, Albertus-Magnus-Platz</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">50923 K&#246;ln</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:nora.dewitz@uni-koeln.de">nora.dewitz@uni-koeln.de</ext-link></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Juniorprofessorin Dr. Evghenia Goltsev</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Universit&#228;t Regensburg</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Fakult&#228;t f&#252;r Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Institut f&#252;r Germanistik</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Universit&#228;tsstr. 31</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">D-93051 Regensburg</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:Evghenia.Goltsev@sprachlit.uni-regensburg.de">Evghenia.Goltsev@sprachlit.uni-regensburg.de</ext-link></styled-content></p>
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