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<journal-title>Zeitschrift f&#252;r Interkulturellen Fremdsprachenunterricht</journal-title>
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<publisher-name>Universit&#228;ts- und Landesbibliothek Darmstadt</publisher-name>
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<subject>Aufsatz au&#223;erhalb des themenschwerpunkts</subject>
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<article-title>Kontrastive Linguistik in der DaZ/DaF-Lehrkr&#228;fteausbildung: Ein internationales Kooperationsprojekt in der Hochschullehre</article-title>
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<surname>Tan</surname>
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<email>nimet.tan@uni-jena.de</email>
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<email>asenyildiz@uludag.edu.tr</email>
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<aff id="aff-1"><label>1</label>Friedrich-Schiller-Universit&#228;t Jena, Institut f&#252;r Deutsch als Zweit- und Fremdsprache und Interkulturelle Studien, Ernst-Abbe-Platz 8, R. 412, 07743 Jena</aff>
<aff id="aff-2"><label>2</label>Bursa Uluda&#287; Universit&#228;t, G&#246;r&#252;kle Kamp&#252;s&#252;, E&#287;itim Fak&#252;ltesi Almanca &#214;&#287;retmenli&#287;i ABD, 16159 Nil&#252;fer/Bursa, T&#252;rkei</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2024-03-27">
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<abstract>
<p>Im vorliegenden Beitrag wird &#252;ber ein internationales Kooperationsprojekt berichtet, das im Rahmen der Lehrveranstaltung <italic>Einf&#252;hrung in die kontrastive Linguistik und Sprachvergleiche</italic> des Drittfachstudiengangs <italic>Deutsch als Zweit- und Fremdsprache</italic> der Friedrich-Schiller-Universit&#228;t Jena stattfindet. Seit dem Wintersemester 2021/2022 werden gemeinsam mit den Bachelor- und Master-Studierenden der Abteilung f&#252;r die DaF-Lehrendenausbildung der Bursa Uluda&#287; Universit&#228;t (T&#252;rkei) die Sprachen Deutsch, T&#252;rkisch und Russisch kontrastiv betrachtet. Im Beitrag wird zun&#228;chst das Seminarkonzept zur kontrastiven Linguistik vorgestellt. Danach werden drei Seminarsitzungen, in denen Studierende aus Jena und Bursa zusammenarbeiten, dargestellt. Neben der Kennenlernsitzung werden die fachliche Konzeption und die didaktische Gestaltung des Projektes geschildert. Abschlie&#223;end wird die Evaluation des Kooperationsprojektes aus der Studierendensicht pr&#228;sentiert und es werden m&#246;gliche Perspektiven f&#252;r die DaZ/DaF-Lehrendenausbildung diskutiert.</p>
</abstract>
<trans-abstract xml:lang="en">
<p><bold>Contrastive Linguistics in GSL/GFL Teacher Training: An International Cooperation Project in University Teaching</bold></p>
<p>This study is about an international cooperation project within the framework of the course <italic>Introduction to Contrastive Linguistics and Language Comparisons</italic> of the program <italic>German as a Second and Foreign Language</italic> at Friedrich Schiller University Jena. Since the winter semester 2021/2022, the languages German, Turkish, and Russian have been examined contrastively together with the Bachelor&#8217;s and Master&#8217;s students of the Department for GFL Teacher Training at Bursa Uluda&#287; University (Turkey). The article first introduces the course concept for contrastive linguistics and then three course sessions in which students from Jena and Bursa work together are presented. In addition to the introductory session, the project&#8217;s concept and didactic design are described. Finally, this study shares information about students&#8217; points of view on evaluating the cooperation project and possible perspective discussions on German as a Foreign Language and Second Language.</p>
</trans-abstract>
<kwd-group>
<kwd>Lehrendenausbildung</kwd>
<kwd>Deutsch als Zweit- und Fremdsprache</kwd>
<kwd>kontrastive Linguistik</kwd>
</kwd-group>
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<kwd>teacher training</kwd>
<kwd>German as second and foreign language</kwd>
<kwd>contrastive linguistics</kwd>
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<sec>
<title>1 Einleitung</title>
<p>Im Rahmen des Jenaer Drittfachstudiengangs <italic>Deutsch als Zweit- und Fremdsprache</italic> f&#252;r angehende und berufst&#228;tige Lehrkr&#228;fte ist Linguistik ein fester Bestandteil des Modulkatalogs, wobei u.a. Sprachgebrauch, Sprachbeschreibungen und Sprachvergleiche als Lern- und Qualifikationsziele der Lehrveranstaltungen gelten<xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref>. Der vorliegende Beitrag stellt ein internationales Kooperationsprojekt aus dem Drittfachmodul (La02)<xref ref-type="fn" rid="n2">2</xref> an der Friedrich-Schiller-Universit&#228;t Jena vor, in dem seit dem Wintersemester 2021/2022 mit der Abteilung <italic>Deutsch als Fremdsprache auf Lehramt</italic> der Bursa Uluda&#287; Universit&#228;t zum Sprachvergleich (Deutsch, T&#252;rkisch und Russisch) zusammengearbeitet wird. Ziel des Beitrags ist es, einen &#220;berblick &#252;ber Inhalte, Ziele und (didaktische) Gestaltung des Projektes zu geben, um zu zeigen, wie angehende Lehrkr&#228;fte mittels Onlineprojekte f&#252;r unterschiedliche Sprachen und Kulturen sensibilisiert werden k&#246;nnen. Es handelt sich folglich nicht nur um eine Studie, sondern auch um einen Versuch, andere Lehrkr&#228;fte und Hochschuldozierende f&#252;r &#228;hnliche Herangehensweisen zu motivieren. Dabei wird auch gezeigt, was die Studierenden in kontrastiv-linguistisch angelegten Seminaren lernen k&#246;nnen, welchen Nutzen ein solches Projekt f&#252;r den DaZ/DaF-Unterricht aus deren Sicht haben kann, und ob diese Kooperation den Studierenden hilft, interkulturelle Kompetenzen aufzubauen.</p>
<p>Zur Verortung und Kontextualisierung dieses Lehrprojektes wird zun&#228;chst das Seminarkonzept zur kontrastiven Linguistik vorgestellt (s. Kap. 2). Hierbei soll die Rolle der kontrastiven Linguistik in der DaZ/DaF-Lehrerausbildung kurz erl&#228;utert und auf die Zielsetzungen der gesamten Seminarkonzeption eingegangen werden. Im Kapitel 3 steht die Kooperationspraxis im Vordergrund und drei Seminarsitzungen, in denen Studierende aus Jena und Bursa zusammenarbeiten, werden dargestellt. Dabei geht es um die fachliche Konzeption und die didaktische Gestaltung der gemeinsamen Projektsitzungen. Neben den Zielsetzungen einzelner Sitzungen werden auch studentische Lernaktivit&#228;ten sowie Methoden und Materialien dargestellt. Mit Stundenverlaufspl&#228;nen wird das dritte Kapitel abgeschlossen<xref ref-type="fn" rid="n3">3</xref>. Kapitel 4 fokussiert auf die Evaluation des Kooperationsprojektes. Auf die Perspektiven und Herausforderungen, die zu &#252;berwinden gelten, wird in Kapitel 5 eingegangen. Der Beitrag soll abschlie&#223;end (s. Kap. 6) einige praktische Anregungen f&#252;r &#228;hnliche Qualifikationskonzepte geben.</p>
</sec>
<sec>
<title>2 Seminarkonzeption: <italic>Einf&#252;hrung in die kontrastive Linguistik und Sprachvergleiche</italic></title>
<p>Im Folgenden soll die Konzeption des Seminars <italic>Einf&#252;hrung in die kontrastive Linguistik und Sprachvergleiche</italic> des Drittfachstudiengangs <italic>Deutsch als Zweit- und Fremdsprache</italic> der Friedrich-Schiller-Universit&#228;t Jena vorgestellt werden, in dessen Rahmen unser Kooperationsseminar stattfand.</p>
<p>F&#252;r jede Sprachf&#246;rderung sind linguistische Kenntnisse unverzichtbar. Ohne diese ist der Aufbau der Fertigkeiten, um die es in jedem Sprachunterricht prim&#228;r geht, kaum vorstellbar. Nach Theisen (<xref ref-type="bibr" rid="B26">2021: 330</xref>) soll es sich im Fremdsprachenunterricht nicht nur um kommunikative Kompetenzen handeln, sondern auch um Sprache in all ihren Dimensionen. Dieser Ansatz ist aus unserer Sicht auch auf den DaZ-Kontext &#252;bertragbar, denn auch f&#252;r die Vermittlung der Bildungssprache (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B13">Lengyel 2010</xref>) oder die Gestaltung des sprachsensiblen Sachfachunterrichts (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B1">Ahrenholz 2013</xref>) brauchen alle DaZ-Lehrkr&#228;fte differenziertes Sprachwissen in der Zielsprache. Zudem zeigen Vergleichsanalysen von lehrerseitigen Erwartungen mit den Sch&#252;lertexten, dass die Lehrkr&#228;fte (&#252;berwiegend unbewusst) einen hohen Anteil an sprachlichen Konstruktionen fordern (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B23">Ricart-Brede 2012</xref>).</p>
<p>Tekin (<xref ref-type="bibr" rid="B25">2012: 68</xref>) definiert kontrastive Linguistik als</p>
<disp-quote>
<p><italic>eine Unterdisziplin der Sprachwissenschaft (&#8230;), die anhand unterschiedlicher vergleichender Methoden interlinguale Gemeinsamkeiten, &#196;hnlichkeiten und Unterschiede aufzudecken versucht. Der Gegenstand dieser Untersuchungen umfasst dabei sowohl Sprachmittel als auch Sprachzwecke und bezieht dabei auch kulturelle Aspekte der Sprache mit ein</italic> (H.i.O.).</p>
</disp-quote>
<p>Haberzettl (<xref ref-type="bibr" rid="B8">2021: 148</xref>) betont ebenfalls die Funktion kontrastiver Linguistik:</p>
<disp-quote>
<p>Der Vergleich einer Zielsprache mit der oder den zuvor erworbenen Sprache(n) erlaubt es nicht nur, bestimmte Fehler unter Rekurs auf das f&#252;r die Kontrastivhypothese konstitutive Transferkonzept (mit) zu erkl&#228;ren, sondern auch Lernschwierigkeiten zu prognostizieren und den Unterricht entsprechend auszurichten.</p>
</disp-quote>
<p>Laut Mehlhorn (<xref ref-type="bibr" rid="B16">2013: 112&#8211;113</xref> zitiert nach <xref ref-type="bibr" rid="B3">Bredthauer 2019: 128</xref>) sind Sprachvergleiche als ein &#8222;kontinuierliches Vermittlungsprinzip und angeleitete Lernstrategie&#8220; zu verstehen, bei denen es um die &#8222;Bewusstmachung struktureller systemhafter Eigenschaften von Sprachen&#8220; geht. Insgesamt ist somit festzuhalten, dass die kontrastive Linguistik als Teildisziplin der angewandten Linguistik mit dem Vergleich von mindestens zwei Sprachen nach wie vor einen festen Platz in der Zweitspracherwerbsforschung hat, und dass sie in der Fremdsprachendidaktik und in der Mehrsprachigkeitsdidaktik zu verorten ist (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B18">Moraitis 2021: 13</xref>).</p>
<p>Im Rahmen des hier vorzustellenden Seminars <italic>Einf&#252;hrung in die kontrastive Linguistik und Sprachvergleiche</italic> wird kontrastive Linguistik als eine didaktische Strategie eingesetzt, mit deren Hilfe unterschiedliche Sprachsysteme punktuell verglichen werden, was wiederum zu einem besseren Sprachbewusstsein auf der Metaebene f&#252;hren soll. Das hei&#223;t, der Gebrauch mehrerer Sprachen im Sinne von aktiver Sprachproduktion geh&#246;rt nicht zu den Zielsetzungen des Seminarkonzeptes. Es geht also nicht um die F&#246;rderung der Kommunikationsf&#228;higkeit in einer bestimmten Sprache, sondern um die Entwicklung metasprachlicher F&#228;higkeiten. Genauer bedeutet das, dass die Studierenden durch den Seminarbesuch ein strukturiertes Verst&#228;ndnis f&#252;r die Regularit&#228;ten und Beziehungen zwischen den Sprachen entwickeln, die Spezifika der jeweiligen Sprachen beschreiben und f&#252;r Gemeinsamkeiten und Unterschiede sensibilisiert werden sollen. Durch die kontrastive Analyse werden sprachliche Aspekte aus der Perspektive einer anderen Sprache geschildert und bewusst gemacht (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B26">Theisen 2021: 331</xref>). Das f&#252;hrt dazu, dass die Studierenden neue Interpretationsans&#228;tze zu solchen Begriffen wie <italic>Transfer</italic> oder <italic>Fehler</italic> entwickeln. Zudem bilden Sprachen und Kulturen eine Einheit. Der Vergleich von Systemhaftigkeiten hilft, einen Perspektivenwechseln zu trainieren und Erfahrungen f&#252;r den Aufbau interkultureller Kompetenzen zu sammeln, was wiederum die Pers&#246;nlichkeitsentwicklung der Studierenden positiv beeinflussen kann. Mittels kontrastiver Arbeit soll die gesamte Seminarkonzeption in Anlehnung u.a. an Grein (<xref ref-type="bibr" rid="B6">2021</xref>), Moraitis (<xref ref-type="bibr" rid="B18">2021</xref>) und Oomen-Welke (<xref ref-type="bibr" rid="B21">2017</xref>) zur Entwicklung der Mehrsprachigkeit beitragen.</p>
<p>Auch an der Universit&#228;t Duisburg-Essen wird im Rahmen des Lehramtsstudiums f&#252;r das Fach Deutsch in den Sekundarstufen I und II ein Pflichtseminar zum Thema &#8222;Sprachkontrastive Beschreibungen&#8220; angeboten (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B19">Moraitis/Cantone/Wolf-Farr&#233; 2021: 190</xref>). Im Modulkatalog sind folgende Inhalte vorgesehen:</p>
<disp-quote>
<p>Ausgehend von den Teilbereichen der deutschen Sprache sollen verschiedene Herkunftssprachen kontrastiv betrachtet werden. Die Studierenden erhalten dabei einen &#220;berblick &#252;ber verschiedene Sprachen und deren Relation zur deutschen Sprache (ebd.).</p>
</disp-quote>
<p>Ebenso wird im Rahmen des Dortmunder Weiterbildungsprogramms f&#252;r Deutsch als Zweitsprache ein Modul vorgesehen, in dem es zum einen um die linguistischen Bereiche und Strukturen des Deutschen, zum anderen um die Entsprechungen in einer Herkunftssprache geht (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B10">Hoffmann 2021: 84</xref>).</p>
<p>Aus dem Jenaer Seminarplan f&#252;r <italic>Einf&#252;hrung in die kontrastive Linguistik und Sprachvergleiche</italic> wird ersichtlich, dass im ersten Block die deutsche Sprache im Mittelpunkt der Betrachtung steht. Die einzelnen Seminarsitzungen besch&#228;ftigen sich &#252;berblicksm&#228;&#223;ig und in chronologischer Reihenfolge mit folgenden Themen:</p>
<list list-type="bullet">
<list-item><p>Kontrastivlinguistik: Definition, Funktion und &#220;berblick (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B15">Mattissen 2018</xref>);</p></list-item>
<list-item><p>Morphologie: Grundbegriffe der Morphologie, unterschiedliche Morphemtypen und innerer Aufbau der W&#246;rter (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B14">Lu&#776;deling 2013</xref>);</p></list-item>
<list-item><p>Substantiv: Genus und Numerus im Deutschen (Flexionsmorpheme) (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B5">Fandrych/Thurmair 2018</xref>);</p></list-item>
<list-item><p>Lexikologie und unterschiedliche Wortbildungsprinzipien: Komposition, unterschiedliche Kategorien von Komposition, Derivation und Konversion (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B5">Fandrych/Thurmair 2018</xref>);</p></list-item>
<list-item><p>Syntax: topologisches Feldermodell (unterschiedliche Satztypen, Verbstellungen, Nachfeld, Mittelfeld und Vorfeldbesetzungen) (vgl. Pittner/Berman 2010).</p></list-item>
</list>
<p>Nach einer Fokussierung auf vergleichsrelevante Strukturen des Deutschen geht es im zweiten Block des Seminars um die Migrantensprachen, u.a. T&#252;rkisch und Russisch. An dieser Stelle startet das Kooperationsprojekt mit der Bursa Uluda&#287; Universit&#228;t. Da T&#252;rkisch und Russisch zu den gr&#246;&#223;ten Migrationssprachen in Deutschland geh&#246;ren (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B12">Kameyama/&#214;zdil 2017: 74</xref>) und diese zudem unsere Erstsprachen sind, entschieden wir uns, den Fokus des Projektes auf sie zu legen.</p>
</sec>
<sec>
<title>3 Darstellung des Kooperationsprojektes: Jenaer Studierende begegnen Studierenden aus Bursa</title>
<p>Im Folgenden soll das Kooperationsprojekt n&#228;her dargestellt werden. Dabei wird &#252;ber die Rahmenbedingungen und die einzelnen Seminarsitzungen berichtet.</p>
<p>Insbesondere in der Covid-19-Pandemie hat sich der Lehr- und Lernraum Hochschule mit einer unvorhersehbaren Geschwindigkeit nachhaltig ver&#228;ndert, so dass die Digitalisierung zunehmend als selbstverst&#228;ndlicher Bestandteil des Hochschulalltags betrachtet wird. Dies erm&#246;glicht eine synchrone Durchf&#252;hrung von Online-Projekten und Seminarsitzungen &#252;ber die L&#228;ndergrenzen hinweg. Insbesondere in der Lehrerkr&#228;ftebildung k&#246;nnen solche innovativen Lehr-Lern-Formate die M&#246;glichkeit bieten, nicht nur Fachinhalte zu erarbeiten, sondern auch durch einen regen Austausch mit Menschen aus anderen Kulturen interkulturelle Kompetenzen zu erwerben.</p>
<p>An unserer online-stattfindenden Lehrkooperation nehmen neben den Jenaer Bachelor- und Lehramtsstudierenden auch Bachelor- und Master-Studierende (einige davon bereits berufst&#228;tig) aus Bursa teil, weshalb es sich auf beiden Seiten um ein DaZ/DaF-&#252;bergreifendes Projekt mit einer heterogenen Zielgruppe handelt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B11">H&#246;velbrinks/Werner/Tan in Vorbereitung</xref>). Die Heterogenit&#228;t zeigt sich auch an unterschiedlichem Vorwissen und den Vorerfahrungen der Studierenden (ebd.). Sie bezieht sich aber auch auf verschiedene Erstsprachen der Teilnehmenden. W&#228;hrend Studierende aus Bursa die t&#252;rkische Sprache als Erstsprache mitbringen (und Deutsch als zweite Fremdsprache nach Englisch lernen), ist Deutsch meistens die Erstsprache auf Jenaer Seite. Auch in beruflicher Hinsicht finden sich Unterschiede, da sich Teilnehmende aus Bursa auf die DaF-Vermittlung im Ausland und Studierende aus Jena auf eine Lehrt&#228;tigkeit mit dem DaZ-Fokus in Deutschland vorbereiten. Anhand dieser heterogenen Ausgangssituation k&#246;nnen sie sich gegenseitig gut erg&#228;nzen und authentische Erfahrungen sammeln.</p>
<p>Die Studierenden aus Bursa nehmen freiwillig am Projekt teil. Aus ihrem Bachelorstudium verf&#252;gen sie bereits &#252;ber das linguistische Grundwissen aus folgenden Lehrveranstaltungen:</p>
<list list-type="bullet">
<list-item><p><italic>Grammatik der deutschen Sprache</italic> (Pflichtfach im 1., 2. und 3. Semester): Ein sprachpraktisches Seminar zur Vermittlung des p&#228;dagogischen Grammatikwissens;</p></list-item>
<list-item><p><italic>Linguistik</italic> (Pflichtfach im 3. und 4. Semester): Darin werden u.a. Themen der allgemeinen Sprachwissenschaft und der kontrastiven Linguistik (Deutsch &#8211; T&#252;rkisch) behandelt;</p></list-item>
<list-item><p><italic>Grammatikwissen f&#252;r Fortgeschrittene</italic> (Wahlpflichtfach);</p></list-item>
<list-item><p><italic>Kontrastive Linguistik</italic> (Wahlpflichtfach).</p></list-item>
</list>
<p>Der Vergleich der deutschen Sprache mit dem T&#252;rkischen und Russischen gilt als Hauptziel der Zusammenarbeit in unserem Projekt. Es wurden aber auch sprachen&#252;bergreifende Ziele gesetzt:</p>
<list list-type="bullet">
<list-item><p>gegenseitiges Kennenlernen unterschiedlicher Institute und L&#228;nder;</p></list-item>
<list-item><p>Aufmachung eines interkulturellen Lernraums und Aufbau interkultureller Kompetenzen;</p></list-item>
<list-item><p>Kn&#252;pfen pers&#246;nlicher Kontakte und Vernetzung;</p></list-item>
<list-item><p>Begegnung der Studierenden mit DaZ/DaF-Hintergrund und Sammeln authentischer Erfahrungen;</p></list-item>
<list-item><p>gegenseitige Erg&#228;nzung hinsichtlich des (sprachlichen) Vorwissens und der Vorerfahrungen.</p></list-item>
</list>
<p>F&#252;r dieses Begegnungsprojekt in der Lehre werden insgesamt drei Seminarsitzungen per Zoom geplant (&#225; 90 Minuten). W&#228;hrend es sich in der ersten Sitzung um ein entspanntes Kennenlernen und eine Auffrischung des Wissens &#252;ber die Rolle der kontrastiven Linguistik geht, fokussiert die zweite Sitzung den Vergleich des Deutschen mit dem T&#252;rkischen. Deutsch-russisch-t&#252;rkischer Sprachvergleich erfolgt in der dritten Sitzung. Die Kooperationspraxis bzw. der Ablauf einzelner Seminarsitzungen sowie die zu erreichenden Lehr- und Lernziele werden in den n&#228;chsten Unterkapiteln n&#228;her erl&#228;utert.</p>
<sec>
<title>3.1 Projektsitzung I</title>
<p>Im Folgenden wird &#252;ber die erste Projektsitzung berichtet, in der beide Studierendengruppen einen ersten Kontakt miteinander aufnehmen und M&#246;glichkeiten f&#252;r einen intensiven Austausch haben.</p>
<p>Da sich die beiden Gruppen vor dem Projekt nicht sehen, wird eine Sitzung f&#252;r das Kennenlernen geplant. Angestrebt wird mit dieser Sitzung, ein gutes Klima in der Gruppe zu schaffen und Vertrauen aufzubauen, was die Zusammenarbeit in den folgenden Sitzungen erleichtern sollte. Nachdem sich die Projektleiterinnen kurz vorgestellt haben, geht es um die beiden am Projekt beteiligten Institute. Mittels PowerPoint-Pr&#228;sentationen und kurzer Videos werden beide St&#228;dte, Universit&#228;ten und Institute &#252;berblicksm&#228;&#223;ig vorgestellt. Dabei berichten Studierende je nach Wunsch von eigenen Erfahrungen an den Studienorten.</p>
<p>Damit sich die Studierenden kennenlernen k&#246;nnen, wird im n&#228;chsten Schritt die Gesamtgruppe durch Breakout Session in kleine Gruppen aufgeteilt. Zum Einstieg ins Kennenlerngespr&#228;ch f&#252;r Partnerinterviews wird ein Steckbrief vorbereitet und in einem Kurs auf Moodle, einer Lernplattform der Universit&#228;t Jena, im Vorfeld hochgeladen (s. Anhang I). Im Laufe des Projektes kommt dem Moodlekurs eine wichtige Rolle zu, da alle zu lesenden Aufs&#228;tze, Vorbereitungsbl&#228;tter mit Leseaufgaben, Seminaraktivit&#228;ten, aber auch studentische R&#252;ckfragen und Feedbacks hier hochgeladen und der gesamten Gruppe jeder Zeit zur Verf&#252;gung gestellt werden. Dementsprechend wurden Studierende aus der Bursa Uluda&#287; Universit&#228;t im Moodle ebenfalls eingeschrieben. Anhand dieses Steckbriefes sollen die Studierenden in einen intensiven Austausch kommen. Die Konversation findet in einem gesch&#252;tzten Raum statt, was die Aufregung vor dem freien Sprechen reduzieren soll. Anschlie&#223;end stellen sich die Studierenden gegenseitig im (virtuellen) Plenum vor.</p>
<p>Um einen Vergleich mit den am Ende des Projektes zu erhebenden Evaluationsergebnissen herstellen zu k&#246;nnen, wird in dieser Sitzung nach studentischen Erwartungen und W&#252;nschen an das Projekt gefragt. Im Folgenden soll dies anhand der Erhebung aus dem Wintersemester 2021/2022 verdeutlicht werden. Anhand des Tools <italic>Mentimeter</italic> wurden auf die diesbez&#252;gliche offene Fragestellung folgende studentische R&#252;ckmeldungen eingereicht, die unten zusammengefasst wiedergegeben werden:</p>
<list list-type="bullet">
<list-item><p>intensiver Vergleich von Deutsch und T&#252;rkisch (f<xref ref-type="fn" rid="n4">4</xref> = 8);</p></list-item>
<list-item><p>Wissen &#252;ber sprachliche Strukturen des T&#252;rkischen (f = 5);</p></list-item>
<list-item><p>verbesserte interkulturelle Kompetenzen (f = 6);</p></list-item>
<list-item><p>Interkulturalit&#228;t und verschiedene (Lerner-)Perspektiven kennenlernen (f = 4);</p></list-item>
<list-item><p>Informationenaustausch zwischen den Kulturen;</p></list-item>
<list-item><p>Austausch der Erfahrungen von DaZ/DaF-Studierenden, die Deutsch als L1 und L2 haben (f = 4);</p></list-item>
<list-item><p>Sensibilit&#228;t f&#252;r Schwierigkeiten beim Deutschlernen f&#252;r t&#252;rkische MuttersprachlerInnen (f = 2);</p></list-item>
<list-item><p>Nutzbarmachung sprachlicher Unterschiede f&#252;r das Lernen;</p></list-item>
<list-item><p>neue Unterrichtsmethoden kennenlernen (f = 3).</p></list-item>
</list>
<p>Anschlie&#223;end werden die Vorkenntnisse der Studierenden zur kontrastiven Linguistik aufgefrischt. In Anlehnung an Haberzettl (<xref ref-type="bibr" rid="B8">2021</xref>) werden auch Zielsetzungen und Potenziale kontrastiver Linguistik diskutiert, die Rolle und die Funktion dieser besprochen sowie die Herausforderungen, welche die Kontrastivlinguistik mitbringt, erarbeitet. Da beide Gruppen vor dem Projekt sich mit den kontrastiv-linguistischen Grundlagen bereits besch&#228;ftigt haben, soll diese Phase zur Erg&#228;nzung vorhandener Kenntnisse dienen und den Wissensstand beider Gruppen angleichen.</p>
</sec>
<sec>
<title>3.2 Projektsitzung II</title>
<p>Im Folgenden wird die fachliche Konzeption und didaktische Gestaltung der zweiten Projektsitzung zum Sprachvergleich Deutsch &#8211; T&#252;rkisch erl&#228;utert.</p>
<sec>
<title>3.2.1 Fachliche Konzeption: Sprachvergleich Deutsch &#8211; T&#252;rkisch</title>
<p>Vor dem Hintergrund, dass &#8222;vergleichendes Wissen tiefreichendes und differenziertes Wissen [ist]&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B26">Theisen 2021: 331</xref>), steht der deutsch-t&#252;rkische Sprachvergleich im Mittelpunkt der zweiten Seminarsitzung. Dabei sollen die Studierenden nicht nur die fremde Sprache n&#228;her kennenlernen, sondern auch die eigene (ebd.).</p>
<p>Die Sitzung, auf die sich die Studierenden mittels eines Arbeitsblattes mit Leseaufgaben vorbereiten sollen (s. Anhang II), fokussiert folgende Schwerpunkte:</p>
<list list-type="bullet">
<list-item><p>Lautlehre, Schrift und Aussprache;</p></list-item>
<list-item><p>t&#252;rkisches Alphabet und deutsche Schrift;</p></list-item>
<list-item><p>Agglutination;</p></list-item>
<list-item><p>Morphologie und kleine Vokalharmonie;</p></list-item>
<list-item><p>Pluralmorphologie im Deutschen und T&#252;rkischen;</p></list-item>
<list-item><p>Wortarten im Deutschen und T&#252;rkischen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B24">Schroeder/Simsek 2014</xref>).</p></list-item>
</list>
<p>Mit Hilfe dieser auf dem Vorbereitungsblatt zu findenden Schwerpunkte werden die Projektteilnehmenden &#252;ber den roten Faden der Sitzung im Vorfeld informiert. Am Ende der Seminarsitzung sollen die Studierenden:</p>
<list list-type="bullet">
<list-item><p>die Besonderheiten der t&#252;rkischen Lautlehre kennen und begr&#252;nden k&#246;nnen, woran z.B. festgemacht werden kann, dass die S&#228;tze oder W&#246;rter zur t&#252;rkischen Sprache geh&#246;ren (z.B. Avrupal&#305;la&#351;t&#305;ramad&#305;klar&#305;m&#305;zdan m&#305;s&#305;n&#305;z?<xref ref-type="fn" rid="n5">5</xref>);</p></list-item>
<list-item><p>die grundlegenden Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Alphabets im Deutschen und T&#252;rkischen herausfiltern (z.B. g&#774;, &#231;, &#228; und x) und lernersprachliche Beispielw&#246;rter analysieren k&#246;nnen;</p></list-item>
<list-item><p>bezugnehmend auf lernersprachliche Beispiele Vermutungen anstellen und dar&#252;ber diskutieren k&#246;nnen, was DaZ/DaF-Lernende damit realisieren m&#246;chten (z.B. Deut&#231; als Sweit&#351;prache, Naze, Yahr<xref ref-type="fn" rid="n6">6</xref>);</p></list-item>
<list-item><p>den Umgang mit Konsonantenh&#228;ufungen anhand von Beispielen im Deutschen und T&#252;rkischen erl&#228;utern k&#246;nnen und f&#252;r Ausspracheschwierigkeiten sensibilisiert werden (z.B. T&#305;raum, Schiwester oder g&#252;r&#252;n<xref ref-type="fn" rid="n7">7</xref>);</p></list-item>
<list-item><p>den inneren Aufbau der W&#246;rter im T&#252;rkischen beschreiben k&#246;nnen;</p></list-item>
<list-item><p>Beispiele f&#252;r Lehnw&#246;rter geben und sie identifizieren k&#246;nnen (z.B. arbaytsamt, polisay<xref ref-type="fn" rid="n8">8</xref>);</p></list-item>
<list-item><p>kleine Vokalharmonie beschreiben und diese unabh&#228;ngig von T&#252;rkischkenntnissen bei der Pluralbildung<xref ref-type="fn" rid="n9">9</xref> der Nomen anwenden k&#246;nnen (z.B. &#231;i&#231;ek-ler<xref ref-type="fn" rid="n10">10</xref>);</p></list-item>
<list-item><p>anhand unterschiedlicher linguistischer Vergleichsebenen unterschiedliche Wortarten im Deutschen mit denen im T&#252;rkischen vergleichen k&#246;nnen (z.B. Pr&#228;positionen, Artikel, Personalpronomen und Komposita) (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B24">Schroeder/Simsek 2014</xref>).</p></list-item>
</list>
<p>Diskussion &#252;ber Charakteristika agglutinierender Sprachen und deren Vergleich mit den Flexionssprachen liegt in einer solchen Sitzung aus unserer Sicht auf der Hand und geh&#246;rt dementsprechend ebenfalls zu den Zielsetzungen dieses Qualifikationskonzeptes, f&#252;r deren Erreichung bestimmte Methoden, Tools und Materialien ausgew&#228;hlt werden.</p>
</sec>
<sec>
<title>3.2.2 Didaktische Gestaltung der zweiten Projektsitzung</title>
<p>Begonnen wird die Sitzung mit einigen Informationen &#252;ber die Geschichte der T&#252;rkei, die in der Pflichtlekt&#252;re bereits gelesen wurden. Auf T&#252;rkisch und mittels unterschiedlicher Bilder werden grundlegende Kenntnisse (u.a. geographische Lage der T&#252;rkei, Einwohnerzahl, Gr&#252;ndung der Republik, Mustafa Kemal Atat&#252;rk und Einf&#252;hrung des lateinischen Alphabets) vermittelt. Diese Phase soll der Vorwissensaktivierung der Studierenden dienen und sie in die Situation der DaZ/DaF-Lernenden hineinversetzen, um ihre Empathief&#228;higkeit zu erh&#246;hen. Anschlie&#223;end sollen dieselben Studierenden wieder im Plenum wiedergeben, was sie aus dem t&#252;rkischen Input verstanden haben und reflektieren, wie es sich anf&#252;hlt, in einer unbekannten Sprache angesprochen zu werden. Ebenso wird die Rolle der Landkarte und der Bilder bei der Inputaufnahme angesprochen. Feedbacks zur Korrektheit erhalten sie von den Studierenden aus Bursa.</p>
<p>Mit Hilfe einer PowerPoint-Pr&#228;sentation, welche u.a. die Aufgabenstellungen aus dem Arbeitsblatt enth&#228;lt (s. Anhang II), werden daraufhin Umgang mit Konsonanten und Vokalen in beiden Sprachen besprochen und Beispiele f&#252;r Sprachmischungen bei T&#252;rkisch-Deutsch-Zweisprachigen analysiert. Nach der Erl&#228;uterung der morphologischen Regelm&#228;&#223;igkeiten im T&#252;rkischen sollen die Studierenden die Vokalharmonie auf die Pluralbildung der Nomen im T&#252;rkischen &#252;bertragen und Gedankenexperimente diesbez&#252;glich machen. Daran anschlie&#223;end werden den Studierenden W&#246;rter auf Deutsch vorgegeben, damit sie sich in Einzelarbeit &#252;berlegen k&#246;nnen, welche Vokale t&#252;rkischsprachige Deutschlernende m&#246;glicherweise, wo und warum platzieren w&#252;rden. Feedbacks zur Korrektheit werden wiederum von den Studierenden gegenseitig gegeben.</p>
<p>Zur Besprechung der Wortarten im T&#252;rkischen und Deutschen arbeiten die Studierenden in Breakout Sessions. Das Aufgabenblatt unterst&#252;tzt die Studierenden, die ihr unterschiedliches Vorwissen einsetzen k&#246;nnen. Es werden dabei Beispiele gegeben und Fehler gegenseitig korrigiert. Mit der Beantwortung der offenen Fragen und Anmerkungen der Studierenden wird die Sitzung abgeschlossen.</p>
<p>Der folgende Stundenverlaufsplan in Anlehnung an Braynt/Zepter (<xref ref-type="bibr" rid="B4">2022</xref>) soll das Konzept der zweiten Projektsitzung zusammenfassen:</p>
<table-wrap id="T1">
<caption>
<p>Tab. 1: Didaktische Gestaltung der zweiten Projektsitzung</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td align="left" valign="top">Phase</td>
<td align="left" valign="top">Dauer in Min.</td>
<td align="left" valign="top">Inhalte und Aufgaben</td>
<td align="left" valign="top">Ziele<xref ref-type="fn" rid="n11">11</xref></td>
<td align="left" valign="top">Unterrichts-sprache</td>
<td align="left" valign="top">Sozialform/&#220;bungsform</td>
<td align="left" valign="top">Materialien</td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Begr&#252;&#223;ung und Einstieg</td>
<td align="left" valign="top">8-10</td>
<td align="left" valign="top">Begr&#252;&#223;ung, geographische Lage der T&#252;rkei, Mustafa Kemal Atat&#252;rk, lateinisches Alphabet</td>
<td align="left" valign="top">Grundwissen, Daten und Fakten &#252;ber Herkunftssprachenland und Perspektivenwechsel</td>
<td align="left" valign="top">T&#252;rkisch</td>
<td align="left" valign="top">Dozentin-input im Plenum</td>
<td align="left" valign="top">Landkarte, (Markierung der Gro&#223;st&#228;dte), Bilder u.a. von Atat&#252;rk und Hagia Sofia</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Hinf&#252;hrung (zum Sprach-vergleich) und Auf-w&#228;rmen</td>
<td align="left" valign="top">8-10</td>
<td align="left" valign="top">s. oben</td>
<td align="left" valign="top">Reflexion des Inputs und des Perspektivenwechsels</td>
<td align="left" valign="top">Deutsch, T&#252;rkisch</td>
<td align="left" valign="top">von Studierenden moderiertes Gespr&#228;ch im Plenum</td>
<td align="left" valign="top">s. oben</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Vermittlung I</td>
<td align="left" valign="top">20-25</td>
<td align="left" valign="top">Lautlehre und Morphologie</td>
<td align="left" valign="top">Regelm&#228;&#223;igkeiten im T&#252;rkischen &#8211; W&#246;rter und Agglutination</td>
<td align="left" valign="top">Deutsch, T&#252;rkisch</td>
<td align="left" valign="top">Gespr&#228;ch im Plenum (alle)</td>
<td align="left" valign="top">PowerPoint-Pr&#228;sentation mit Aufgaben aus dem Vorbereitungsblatt</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Anwendung</td>
<td align="left" valign="top">15</td>
<td align="left" valign="top">Analyse von Beispielen f&#252;r Sprach-mischungen bei T&#252;rkisch-Deutsch-Zweisprachigen</td>
<td align="left" valign="top">s. oben</td>
<td align="left" valign="top">Deutsch, T&#252;rkisch</td>
<td align="left" valign="top">Einzelarbeit (5 Min.) Besprechung im Plenum</td>
<td align="left" valign="top">Anwendungsaufgaben: Sch&#252;lerInnentexte, t&#252;rkische W&#246;rter, ggfls. Nutzung von Whiteboard bei Zoom</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Vermittlung II</td>
<td align="left" valign="top">10-15</td>
<td align="left" valign="top">vergleichbare Wortarten im Deutschen und T&#252;rkischen</td>
<td align="left" valign="top">Pr&#228;positionen, Artikel, Personalpronomen und Komposita</td>
<td align="left" valign="top">Deutsch, T&#252;rkisch</td>
<td align="left" valign="top">Gruppenarbeit</td>
<td align="left" valign="top">Aufgabenblatt</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Ergebnis-sicherung und Abschluss</td>
<td align="left" valign="top">10-12</td>
<td align="left" valign="top">offene Fragen und studentische Anmerkungen</td>
<td align="left" valign="top">Wortarten</td>
<td align="left" valign="top">Deutsch</td>
<td align="left" valign="top">Besprechung im Plenum</td>
<td align="left" valign="top">ggfls. Nutzung von Whiteboard bei Zoom</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>3.3 Projektsitzung III</title>
<p>Im Folgenden wird die dritte Projektsitzung zum Sprachvergleich Deutsch &#8211; Russisch &#8211;T&#252;rkisch vorgestellt. Dabei wird auf die Konzeption und die didaktische Gestaltung eingegangen.</p>
<sec>
<title>3.3.1 Fachliche Konzeption: Sprachvergleich Deutsch &#8211; Russisch &#8211; T&#252;rkisch</title>
<p>In der dritten Projektsitzung wird die russische Sprache fokussiert und mit Deutsch und T&#252;rkisch verglichen. Zur Vorbereitung auf das Seminar sollten die Studierenden folgende Publikationen lesen: Uhlisch (<xref ref-type="bibr" rid="B27">1995</xref>) sowie Naumovich/Wulff (<xref ref-type="bibr" rid="B20">2017</xref>). Informationen daraus sollen anschlie&#223;end mit Hilfe eines Arbeitsblattes (s. Anhang III) erarbeitet werden.</p>
<p>Die Sitzung hat folgende Schwerpunkte:</p>
<list list-type="bullet">
<list-item><p>Schriftsystem des Russischen;</p></list-item>
<list-item><p>Lautsystem (Akzentz&#228;hlung, dynamischer Wortakzent, komplexe Silbenstrukturen, Vokalreduktion);</p></list-item>
<list-item><p>Wortschatz (Entlehnungen aus dem Deutschen und T&#252;rkischen);</p></list-item>
<list-item><p>Genusmarkierungen;</p></list-item>
<list-item><p>Pluralbildung;</p></list-item>
<list-item><p>Morphologie (Russisch als stark flektierte Sprache);</p></list-item>
<list-item><p>Syntax (flexible SVO-Ordnung).</p></list-item>
</list>
<p>Am Ende der Seminarsitzung sollen die teilnehmenden Studierenden im Allgemeinen:</p>
<list list-type="bullet">
<list-item><p>das Schriftsystem des Russischen kennenlernen, es mit dem deutschen und t&#252;rkischen Alphabet vergleichen und ihren eigenen Vornamen mit kyrillischer Schrift aufschreiben k&#246;nnen;</p></list-item>
<list-item><p>die Besonderheiten des Lautsystems im Russischen im Vergleich zum Deutschen und T&#252;rkischen kennen, um auf dieser Grundlage lernersprachliche &#196;u&#223;erungen analysieren zu k&#246;nnen (z.B. Prablem, schen, Gluck<xref ref-type="fn" rid="n12">12</xref>);</p></list-item>
<list-item><p>Entlehnungen aus dem Deutschen und T&#252;rkischen in der russischen Sprache identifizieren k&#246;nnen;</p></list-item>
<list-item><p>Genusmarkierungen anhand ausgew&#228;hlter Beispiele (Entlehnungen und Internationalismen) analysieren und Vermutungen &#252;ber Regelhaftigkeiten in diesem Bereich formulieren k&#246;nnen;</p></list-item>
<list-item><p>Genusinterferenzen aus dem Russischen in den &#196;u&#223;erungen von DaZ-Lernenden erkennen und begr&#252;nden k&#246;nnen;</p></list-item>
<list-item><p>Pluralmarkierungen in den Beispielen (Entlehnungen und Internationalismen) auswerten und Hypothesen &#252;ber die Pluralbildung im Russischen nach Genera bilden k&#246;nnen;</p></list-item>
<list-item><p>eine allgemeine Vorstellung &#252;ber die Morphologie des Russischen als einer stark flektierten Sprache bekommen;</p></list-item>
<list-item><p>allgemeine Informationen &#252;ber die Syntax im Russischen (flexible SVO-Satzstellung) erhalten und sie zu Deutsch und T&#252;rkisch vergleichend diskutieren k&#246;nnen.</p></list-item>
</list>
</sec>
<sec>
<title>3.3.2 Didaktische Gestaltung der dritten Projektsitzung</title>
<p>Der Einstieg in die Sitzung erfolgt mit der Frage nach pers&#246;nlichen Erfahrungen mit der russischen Sprache und den Vorkenntnissen. Danach wird das vierstrophige Gedicht &#8222;&#1044;&#1077;&#1074;&#1091;&#1096;&#1082;&#1072; &#1087;&#1077;&#1083;&#1072; &#1074; &#1094;&#1077;&#1088;&#1082;&#1086;&#1074;&#1085;&#1086;&#1084; &#1093;&#1086;&#1088;&#1077;&#8221; (&#8222;Das M&#228;dchen sang im Kirchenchor&#8221;) pr&#228;sentiert und vorgelesen. Das Gedicht wurde von Alexander Blok im Jahr 1905 geschrieben, es behandelt Themen wie Hoffnung, Verlust und Untergang.</p>
<p>Mit dem Einsatz dieses Gedichtes werden mehrere Ziele verfolgt. Dadurch sollen die Studierenden zum einen eine Vorstellung vom Klang der Sprache bekommen und zum anderen soll ihnen bewusst gemacht werden, dass Russisch, anders als Deutsch oder T&#252;rkisch, das kyrillische Alphabet verwendet. Dar&#252;ber hinaus werden im weiteren Verlauf der Seminarsitzung S&#228;tze aus dem Gedicht als Beispiele zur Verdeutlichung bestimmter linguistischer Bereiche (z.B. Phonetik, Morphologie, Syntax) angef&#252;hrt.</p>
<p>Bei der Behandlung von Genus- und Pluralmarkierungen im Russischen wird induktiv vorgegangen, indem die Studierenden die im Arbeitsblatt angef&#252;hrten und ihnen bekannt vorkommenden W&#246;rter (Entlehnungen aus dem Deutschen/T&#252;rkischen und Internationalismen) analysieren. Sie sollen dabei Vermutungen &#252;ber die Regelhaftigkeiten aufstellen und im Plenum diskutieren. Auch hierbei wird der Vergleich zwischen Russisch, Deutsch und T&#252;rkisch angestrebt.</p>
<p>In der nachfolgenden Tabelle wird die didaktische Gestaltung dieser Sitzung zusammenfassend dargestellt:</p>
<table-wrap id="T2">
<caption>
<p>Tab. 2: Didaktische Gestaltung der dritten Projektsitzung</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td align="left" valign="top">Phase</td>
<td align="left" valign="top">Dauer in Min.</td>
<td align="left" valign="top">Inhalte und Aufgaben</td>
<td align="left" valign="top">Ziele</td>
<td align="left" valign="top">Unterrichts-sprache</td>
<td align="left" valign="top">Sozialform/&#220;bungsform</td>
<td align="left" valign="top">Materialien</td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Begr&#252;&#223;ung und Einstieg</td>
<td align="left" valign="top">5</td>
<td align="left" valign="top">Begr&#252;&#223;ung, pers&#246;nliche Erfahrungen mit Russisch erfragen</td>
<td align="left" valign="top">Vorwissen aktivieren, Interesse wecken</td>
<td align="left" valign="top">Russisch, Deutsch</td>
<td align="left" valign="top">Plenum</td>
<td align="left" valign="top">PowerPoint</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Hinf&#252;hrung (zum Sprach- vergleich) und Aufw&#228;rmen</td>
<td align="left" valign="top">5-7</td>
<td align="left" valign="top">Gedicht auf Russisch und die &#220;bersetzung ins Deutsche</td>
<td align="left" valign="top">Gedicht rezipieren, den Sprachklang wahrnehmen</td>
<td align="left" valign="top">Russisch, Deutsch</td>
<td align="left" valign="top">Plenum</td>
<td align="left" valign="top">PowerPoint</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Vermittlung I</td>
<td align="left" valign="top">5-7</td>
<td align="left" valign="top">Schriftsystem</td>
<td align="left" valign="top">geschichtliche Informationen, Vergleich des kyrillischen und lateinischen Alphabets (&#196;hnlichkeiten und Unterschiede)</td>
<td align="left" valign="top">Russisch, Deutsch, T&#252;rkisch</td>
<td align="left" valign="top">Plenum</td>
<td align="left" valign="top">PowerPoint</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Anwendung I</td>
<td align="left" valign="top">5-7</td>
<td align="left" valign="top">den eigenen Namen auf Russisch schreiben</td>
<td align="left" valign="top">von der Rezeption zur Produktion &#252;bergehen</td>
<td align="left" valign="top">Russisch, Deutsch, T&#252;rkisch</td>
<td align="left" valign="top">Einzelarbeit, Plenum</td>
<td align="left" valign="top"><italic>Translit</italic><xref ref-type="fn" rid="n13">13</xref>, Zoom-Chatraum</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Vermittlung II</td>
<td align="left" valign="top">5-7</td>
<td align="left" valign="top">Lautsystem im Russischen</td>
<td align="left" valign="top">Input zu Regelm&#228;&#223;igkeiten (Wortakzent, Silbenstruktur, Vokalreduktion), Beispiele aus dem Gedicht analysieren</td>
<td align="left" valign="top">Russisch, Deutsch, T&#252;rkisch</td>
<td align="left" valign="top">Plenum</td>
<td align="left" valign="top">PowerPoint</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Anwendung</td>
<td align="left" valign="top">5-7</td>
<td align="left" valign="top">Lautsystem im Russischen</td>
<td align="left" valign="top">lernersprachliche Beispiele (DaZ) analysieren und Abweichungen im phonetischen Bereich erkl&#228;ren k&#246;nnen</td>
<td align="left" valign="top">Russisch, Deutsch</td>
<td align="left" valign="top">Einzelarbeit, Plenum</td>
<td align="left" valign="top">PowerPoint</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Vermittlung III</td>
<td align="left" valign="top">5-7</td>
<td align="left" valign="top">Wortschatz im Russischen</td>
<td align="left" valign="top">Entlehnungen aus dem Deutschen/T&#252;rkischen und Internationalismen lesen und erkennen k&#246;nnen</td>
<td align="left" valign="top">Russisch, Deutsch, T&#252;rkisch</td>
<td align="left" valign="top">Einzelarbeit, Plenum</td>
<td align="left" valign="top">PowerPoint</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Vermittlung III</td>
<td align="left" valign="top">5-7</td>
<td align="left" valign="top">Genusmarkierungen im Russischen</td>
<td align="left" valign="top">anhand von Beispielen Regelm&#228;&#223;igkeiten entdecken, formulieren sowie mit Deutsch und T&#252;rkisch vergleichen k&#246;nnen</td>
<td align="left" valign="top">Russisch, Deutsch, T&#252;rkisch</td>
<td align="left" valign="top">Einzelarbeit, Plenum</td>
<td align="left" valign="top">PowerPoint</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Anwendung</td>
<td align="left" valign="top">5-7</td>
<td align="left" valign="top">Genusmarkierungen im Russischen</td>
<td align="left" valign="top">lernersprachliche Beispiele (DaZ) analysieren und Abweichungen im Bereich der Genusmarkierung erkl&#228;ren k&#246;nnen</td>
<td align="left" valign="top">Russisch, Deutsch</td>
<td align="left" valign="top">Einzelarbeit, Plenum</td>
<td align="left" valign="top">PowerPoint</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Vermittlung IV</td>
<td align="left" valign="top">5-7</td>
<td align="left" valign="top">Pluralmarkierungen im Russischen</td>
<td align="left" valign="top">anhand von Beispielen Regelm&#228;&#223;igkeiten entdecken, formulieren sowie mit Deutsch und T&#252;rkisch vergleichen k&#246;nnen</td>
<td align="left" valign="top">Russisch, Deutsch, T&#252;rkisch</td>
<td align="left" valign="top">Einzelarbeit, Plenum</td>
<td align="left" valign="top">PowerPoint</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Vermittlung V</td>
<td align="left" valign="top">5-7</td>
<td align="left" valign="top">Morphologie (Flektiertheit) und Syntax (flexible SVO-Satzstellung) im Russischen</td>
<td align="left" valign="top">Input zu Regelm&#228;&#223;igkeiten, Beispiele aus dem Gedicht analysieren sowie mit Deutsch und T&#252;rkisch vergleichen k&#246;nnen</td>
<td align="left" valign="top">Russisch, Deutsch, T&#252;rkisch</td>
<td align="left" valign="top">Einzelarbeit, Plenum</td>
<td align="left" valign="top">PowerPoint</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Ergebnissicherung und <break/> Abschluss</td>
<td align="left" valign="top">5-7</td>
<td align="left" valign="top">offene Fragen und studentische <break/> Anmerkungen</td>
<td align="left" valign="top">das Gelernte zusammenfassen k&#246;nnen</td>
<td align="left" valign="top">Russisch, Deutsch, T&#252;rkisch</td>
<td align="left" valign="top">Plenum</td>
<td align="left" valign="top">PowerPoint</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
</sec>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>4 Evaluation des Kooperationsprojektes</title>
<p>Im Folgenden wollen wir die Evaluation des Kooperationsprojektes darstellen. Die Evaluation erfolgt, &#228;hnlich wie bei Grein (<xref ref-type="bibr" rid="B6">2021: 115&#8211;119</xref>), online und aus der Studierendenperspektive.</p>
<sec>
<title>4.1 Datenerhebung</title>
<p>Die Datenerhebung fand mit Hilfe folgender Erhebungsinstrumente statt:</p>
<list list-type="bullet">
<list-item><p>eines standardisierten Fragebogens der Zentralen Evaluationsstelle f&#252;r Lehre an der Universit&#228;t Jena zur Bewertung von Lehrveranstaltungen<xref ref-type="fn" rid="n14">14</xref> (Sommersemester 2022). Der Fragebogen wurde von 9 Studierenden der Universit&#228;t Jena ausgef&#252;llt. Er enthielt neben den Angaben zum Geschlecht, Studienfach und Studieraufwand beim Selbststudium (in Stunden) auch unterschiedliche Aussagen, die mit Hilfe einer endpunktbenannten 5-stufigen Likert-Skala bewertet wurden. Au&#223;erdem konnten Studierende freitextliche Anmerkungen machen;</p></list-item>
<list-item><p>einer Erhebung via <italic>Mentimeter</italic> (Wintersemester 2022/2023), in der 18 Teilnehmende aus Jena und Bursa ein allgemeines Feedback zum Projekt geben konnten;</p></list-item>
<list-item><p>einer Erhebung mit <italic>EduPad</italic> (Wintersemester 2021/2022), in der beide Studierendengruppen (insgesamt 12 Personen) ausf&#252;hrlichere Aussagen zur Bewertung des Kooperationsprojektes machen konnten.</p></list-item>
</list>
<p>W&#228;hrend der standardisierte Fragebogen am Ende des Semesters ausgef&#252;llt wurde, wurden die Bewertungen mittels <italic>EduPad</italic> bzw. <italic>Mentimeter</italic> am Ende der dritten Projektsitzung erhoben.</p>
</sec>
<sec>
<title>4.2 Evaluationsergebnisse</title>
<p>Die Evaluationsergebnisse zum Kooperationsprojekt sollen nachfolgend pr&#228;sentiert und diskutiert werden.</p>
<p>Der eingesetzte Fragebogen der Zentralen Evaluationsstelle f&#252;r Lehre an der Universit&#228;t Jena erfasst viele Parameter, die auf einer Likert-Skala zu bewerten sind: die Gesamtzufriedenheit mit der Lehrveranstaltung, zusammenfassende Einsch&#228;tzung, erworbene Kompetenzen sowie der Beitrag der Lehrpersonen und der Teilnehmenden. Insgesamt l&#228;sst sich feststellen, dass die gesamte Lehrveranstaltung <italic>Einf&#252;hrung in die kontrastive Linguistik und Sprachvergleiche</italic> &#228;u&#223;erst positiv eingesch&#228;tzt wurde. So liegt der Mittelwert der Studierenden-Bewertung im Hinblick auf die Lehrveranstaltung in allen Items &#252;ber dem Durchschnitt des Instituts und der gesamten Hochschule. Einen wesentlichen Beitrag zur Zufriedenheit der Studierenden d&#252;rfte sicherlich das integrierte Kooperationsprojekt gespielt haben. Dies l&#228;sst sich an freitextlichen Anmerkungen der Studierenden als Antwort auf die Frage &#8222;Was hat Ihnen an dieser Veranstaltung besonders gut gefallen?&#8221; erkennen. Angegeben wurden dabei der interkulturelle Austausch, die Lehrerinnen und das Projekt. Zudem wurde von einer teilnehmenden Person als Anregung bzw. Verbesserungsvorschlag Folgendes angemerkt: &#8222;Ich w&#252;rde gerne l&#228;nger mit der Universit&#228;t in Bursa arbeiten (wenn m&#246;glich das komplette Seminar)&#8221;.</p>
<p>An der via <italic>Mentimeter</italic> &#8211; einem kollaborativen Texteditor &#8211; durchgef&#252;hrten allgemeinen Bewertung nahmen beide Studierendengruppen teil. Den Beitr&#228;gen lassen sich folgende Vorteile des Kooperationsprojektes entnehmen:</p>
<list list-type="bullet">
<list-item><p>Austausch und St&#228;rkung interkultureller Kompetenzen (f = 8), z.B. &#8222;Perspektivenvielfalt ist wichtig f&#252;r den sp&#228;teren Beruf als Lehrer/in&#8221;;</p></list-item>
<list-item><p>Sprachvergleiche durch die Verbindung von Theorie und Praxis (f = 4), wie &#8222;Ich fand die praktischen Vergleiche sehr gut durch die Teilnahme von verschiedensprachigen Studenten. Es blieb nicht nur in der Theorie&#8221;;</p></list-item>
<list-item><p>erstsprachlichbedingte Interferenzen und Lernschwierigkeiten (f = 3), denn &#8222;durch den &#220;berblick &#252;ber verschiedene Sprachen werden Lernschwierigkeiten von DaF/DaZ-Lernern deutlicher&#8221;;</p></list-item>
<list-item><p>allgemeines positives Feedback zum Projekt (f = 3).</p></list-item>
</list>
<p>Mittels <italic>EduPad</italic> wurden ausf&#252;hrlichere &#196;u&#223;erungen der Studierenden zum Kooperationsprojekt erhoben und ausgewertet. Ihr Interesse am Projekt begr&#252;ndeten die Teilnehmenden mit der M&#246;glichkeit, Sprachvergleiche anstellen (f = 7), die gewonnenen Erkenntnisse f&#252;r die eigene Lehrt&#228;tigkeit nutzen (f = 2) sowie authentische Erfahrungen mit Russisch und T&#252;rkisch sammeln zu k&#246;nnen (f = 3). Nach Angaben der Studierenden konnte das Projekt zum Aufbau von interkulturellen Kompetenzen beitragen, weil dadurch ein Perspektivenwechsel stattfand (f = 4), indem die Studierenden Einblicke in andere Sprachen gewannen (f = 4) und in die Lage von Sprachenlernenden hineinversetzt wurden. Auch im Hinblick auf die Entwicklung der Mehrsprachigkeit war das Projekt hilfreich, weil es linguistische Kenntnisse und theoretisches Verst&#228;ndnis f&#252;r den Aufbau anderer Sprachen vermittelte (f = 3) sowie einen intensiven Kontakt mit Deutsch, T&#252;rkisch und Russisch erm&#246;glichte (f = 4).</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>5 Perspektiven und Herausforderungen des Projektes</title>
<p>Bei unserem Kooperationsprojekt zur kontrastiven Linguistik handelt es sich um ein l&#228;nder&#252;bergreifendes Qualifikationskonzept, in dem die Internationalisierung der universit&#228;ren (Lehramts-)Ausbildung durch den Aufbau einer nachhaltigen Kooperationsverbindung angestrebt wird (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B28">Volkmann 2021: 97&#8211;98</xref>). Nachhaltigkeit bedeutet f&#252;r unser Projekt, dass es jedes Semester in langfristiger Perspektive angeboten wird. Dabei wird diese Kooperation vom Zentrum f&#252;r Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZLB) der Friedrich-Schiller-Universit&#228;t Jena<xref ref-type="fn" rid="n15">15</xref> begleitet, auch die Teilnahmebescheinigungen der Studierenden werden vom Zentrum ausgestellt.</p>
<p>Das eingesetzte digitale Lehr-Lern-Format erm&#246;glicht eine ortsunabh&#228;ngige und flexible Beteiligung mit dem Ziel der (Lehrenden)Professionalisierung. Eine gute Orientierung zur Gestaltung von Online-Sitzungen bietet die Webinardidaktik-Stufenpyramide (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B2">Aichinger 2022: 10</xref>), das neben der Perspektive der Lehrenden und der Lernenden auch die Rolle der Reflexion ber&#252;cksichtigt.</p>
<p>Zu den Herausforderungen des Kooperationsprojektes geh&#246;rte die zeitliche Planung, nicht nur wegen der Zeitverschiebung, sondern der anderen Semestertermine, so z.B, dauert die Vorlesungszeit im Sommersemester in der T&#252;rkei vom Februar bis Mai an. Dar&#252;ber hinaus soll darauf hingewiesen werden, dass die Studierenden aus Bursa am Projekt freiwillig teilnehmen, d.h. der Arbeitsaufwand wird an ihrer Heimuniversit&#228;t nicht honoriert.</p>
<p>Zu &#252;berlegen w&#228;re, wie ein komplettes Seminar und nicht einige wenige Sitzungen in Kooperation gestaltet werden kann, damit mehr Platz f&#252;r den Austausch entsteht. Das wurde u.a. als freitextliche &#196;u&#223;erung im Fragebogen der Zentralen Evaluationsstelle f&#252;r Lehre an der Universit&#228;t Jena zur Bewertung von Lehrveranstaltungen (s. Kap. 4.2) angegeben.</p>
<p>Bei der Entwicklung der Sprachkompetenzen ist Linguistik als wichtige Grundlage zu verstehen, denn alle Sprachenlernenden brauchen ein differenziertes Sprachwissen, um in der Zielsprache handlungsf&#228;hig zu sein. Das oben vorgestellte Projekt zeigt, dass das kontrastive Vorgehen mit Fokus auf Sprachvergleich als Methode, aber auch als Seminarstoff zur Entwicklung der Sprachkompetenzen sowohl in der Zielsprache als auch in der Herkunftssprache beitragen kann. Dabei werden durch solche Onlineprojekte nicht nur &#8222;Zwischen-Sprachen-Liegende&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B17">Mei&#223;ner 2001: 127</xref>) entdeckt, sondern auch &#8222;kulturelle Grenzen&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B30">Wolf-Farr&#233;/Cantone/Moraitis/Reimann 2021: 7</xref>) &#252;berwunden, wenn auch erst einmal virtuell. Onlineprojekte bieten also eine didaktische M&#246;glichkeit &#8211; sogar einen Start &#8211; f&#252;r DaZ/DaF-Lehrende an, u.a. um die (ersten) erlebbaren interkulturellen Erfahrungen zu sammeln, (Sprach- und Sprech-)&#196;ngste zu bew&#228;ltigen sowie neue Menschen und Kulturen kennenzulernen. In der Tat ist jede neue Sprache ein neues Leben, wie ein persisches Sprichwort sagt: &#1580;&#1583;&#1740;&#1583; &#1586;&#1606;&#1583;&#1711;&#1740; &#1740;&#1705; &#1740;&#1593;&#1606;&#1740; &#1580;&#1583;&#1740;&#1583; &#1586;&#1576;&#1575;&#1606; &#1740;&#1705;.</p>
</sec>
</body>
<back>
<fn-group>
<fn id="n1"><p><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://friedolin.uni-jena.de/download/modulkataloge/de/33_971_daz_erw.pdf">https://friedolin.uni-jena.de/download/modulkataloge/de/33_971_daz_erw.pdf</ext-link> (21.11.2023).</p></fn>
<fn id="n2"><p>Modulbezeichnung aus dem aktuellen Modulkatalog.</p></fn>
<fn id="n3"><p>Stundenpl&#228;ne werden nur f&#252;r die zweite und dritte Projektsitzung erstellt, da es sich in der ersten Sitzung &#252;berwiegend um das Kennenlernen der Projektbeteiligten handelt (s. Kap. 3.1).</p></fn>
<fn id="n4"><p>Anzahl der Nennungen.</p></fn>
<fn id="n5"><p>&#220;bersetzt hei&#223;t der Satz: &#8222;Seid ihr diejenigen gewesen, die wir nicht europ&#228;isieren konnten?&#8220; (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B7">G&#252;rsoy 2010: 24</xref>).</p></fn>
<fn id="n6"><p>Deutsch als Zweitsprache, Nase, Jahr.</p></fn>
<fn id="n7"><p>Traum, Schwester und gr&#252;n.</p></fn>
<fn id="n8"><p>Arbeitsamt und Polizei.</p></fn>
<fn id="n9"><p>Da die Pluralbildung im Deutschen in den vergangenen Stunden tiefgr&#252;ndig besprochen wird, wird sie in dieser Stunde nicht ausf&#252;hrlich behandelt (s. Kap. 2).</p></fn>
<fn id="n10"><p>Blume &#8211; Blumen.</p></fn>
<fn id="n11"><p>Ausf&#252;hrliche Erl&#228;uterungen zu den Zielen der Sitzung sind in Kap. 3.2.1 zu finden.</p></fn>
<fn id="n12"><p>Problem, sch&#246;n, Gl&#252;ck.</p></fn>
<fn id="n13"><p><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="http://www.translit.ru">www.translit.ru</ext-link> (20.11.2023).</p></fn>
<fn id="n14"><p><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://www.ule.uni-jena.de">https://www.ule.uni-jena.de</ext-link> (21.11.2023).</p></fn>
<fn id="n15"><p><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://www.zlb.uni-jena.de/pilots">https://www.zlb.uni-jena.de/pilots</ext-link> (11.06.2023).</p></fn>
</fn-group>
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<title>Literatur</title>
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<ref id="B27"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Uhlisch</surname>, <given-names>Gerda</given-names></string-name> (<year>1995</year>): <article-title>Schwierigkeiten beim Lernen und beim Gebrauch der deutschen Sprache bei Aussiedlern mit Russisch als dominanter Sprache &#8211; Sprachkontrastive Betrachtungen</article-title>. <source>Deutsch lernen</source> <volume>20</volume>: <fpage>1</fpage>, <fpage>19</fpage>&#8211;<lpage>29</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B28"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Volkmann</surname>, <given-names>Laurenz</given-names></string-name> (<year>2021</year>): <article-title>Neue Optionen durch digitale Formate: Internationalisierung der Lehramtsausbildung. Neue Optionen durch digitale Formate</article-title>. In: <string-name><surname>Bedenlier</surname>, <given-names>Svenja</given-names></string-name> &amp; <string-name><surname>Bruhn-Za&#223;</surname>, <given-names>Elisa</given-names></string-name> (Hrsg.): <source>The Digital Turn in Internationalization. Zeitschrift f&#252;r Hochschulentwicklung</source> <volume>16</volume>: <fpage>2</fpage>, <fpage>95</fpage>&#8211;<lpage>107</lpage>. <pub-id pub-id-type="doi">10.3217/zfhe-16-02/07</pub-id>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B29"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Wolf-Farr&#233;</surname>, <given-names>Patrick</given-names></string-name>; <string-name><surname>Cantone</surname>, <given-names>Katja F.</given-names></string-name>; <string-name><surname>Moraitis</surname>, <given-names>Anastasia</given-names></string-name> &amp; <string-name><surname>Reimann</surname>, <given-names>Daniel</given-names></string-name> (<year>2021</year>): <article-title>Vorwort</article-title>. In: <string-name><surname>Wolf-Farr&#233;</surname></string-name> et al. (Hrsg.): <fpage>7</fpage>&#8211;<lpage>10</lpage>.</mixed-citation></ref>
<ref id="B30"><mixed-citation publication-type="book"><string-name><surname>Wolf-Farr&#233;</surname>, <given-names>Patrick</given-names></string-name>; <string-name><surname>Cantone</surname>, <given-names>Katja F.</given-names></string-name>; <string-name><surname>Moraitis</surname>, <given-names>Anastasia</given-names></string-name> &amp; <string-name><surname>Reimann</surname>, <given-names>Daniel</given-names></string-name> (<year>2021</year>) (Hrsg.): <source>Multilingualism and Language Teaching. Sprachkontrast und Mehrsprachigkeit. Linguistische Grundlagen, didaktische Implikationen und Desiderata</source>. <publisher-loc>T&#252;bingen</publisher-loc>: <publisher-name>Narr Francke Attempto</publisher-name>.</mixed-citation></ref>
</ref-list>
<sec>
<title>Anhang I: Steckbrief zum Kennenlernen (&#252;ber eine dritte Person berichten)</title>
<p><graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-3719_tan-g1.png"/></p>
</sec>
<sec>
<title>Anhang II: Vorbereitungsblatt auf die Projektsitzung II (T&#252;rkisch)</title>
<p><graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-3719_tan-g2.png"/></p>
<p><graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-3719_tan-g3.png"/></p>
</sec>
<sec>
<title>Anhang III: Vorbereitungsblatt auf die Projektsitzung II (Russisch)</title>
<sec>
<title>I. Das kyrillische Alphabet</title>
<p><graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-3719_tan-g4.png"/></p>
<list list-type="simple">
<list-item><p><bold>1. Es sind in der Tabelle drei Buchstabengruppen zu erkennen:</bold></p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>&#8226; Was l&#228;sst sich &#252;ber die Buchstaben in GR&#220;N feststellen?</p></list-item>
<list-item><p>&#8226; Was l&#228;sst sich &#252;ber die Buchstaben in SCHWARZ feststellen?</p></list-item>
<list-item><p>&#8226; Was l&#228;sst sich &#252;ber die Buchstaben in ROT feststellen?</p></list-item>
<list-item><p>&#8226; Was l&#228;sst sich &#252;ber die Buchstaben in BLAU feststellen?</p></list-item>
</list></list-item>
<list-item><p><bold>2. Versuchen Sie bitte anhand der obigen Tabelle folgende W&#246;rter vorzulesen:</bold></p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>&#1059;&#1053;&#1048;&#1042;&#1045;&#1056;&#1057;&#1048;&#1058;&#1045;&#1058;</p></list-item>
<list-item><p>&#1057;&#1058;&#1059;&#1044;&#1045;&#1053;&#1058;</p></list-item>
<list-item><p>&#1057;&#1058;&#1059;&#1044;&#1045;&#1053;&#1058;&#1050;&#1040;</p></list-item>
<list-item><p>&#1056;&#1054;&#1057;&#1057;&#1048;&#1071;</p></list-item>
<list-item><p>&#1058;&#1059;&#1056;&#1062;&#1048;&#1071;</p></list-item>
<list-item><p>&#1043;&#1045;&#1056;&#1052;&#1040;&#1053;&#1048;&#1071;</p></list-item>
</list></list-item>
<list-item><p><bold>3. Was sind Internationalismen? Wie viele Internationalismen gibt es in Aufgabe 2?</bold></p></list-item>
</list>
</sec>
<sec>
<title>II. Lesen Sie bitte den Text von Uhlisch (<xref ref-type="bibr" rid="B27">1995</xref>) und bearbeiten Sie folgende Aufgaben!</title>
<list list-type="simple">
<list-item><p><bold>4. Substantive: Genus</bold></p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>&#8226; Erl&#228;utern Sie bitte den Begriff &#8222;Artikelsprachen&#8220; nach Uhlisch (<xref ref-type="bibr" rid="B27">1995</xref>)!</p></list-item>
<list-item><p>&#8226; Welche Artikel gibt es im Deutschen? Geben Sie jeweils ein Beispiel an!</p></list-item>
<list-item><p>&#8226; Wie verstehen Sie den Satz: &#8222;Die grammatischen, semantischen, syntaktischen Funktionen des Artikels werden im Russischen nicht oder formal anders wiedergegeben&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B27">Uhlisch 1995:21</xref>)?</p></list-item>
<list-item><p>&#8226; Schauen Sie sich die Tabelle unten an! Welche Regularit&#228;ten im Hinblick auf die Genusmarkierungen lassen sich im Russischen feststellen?</p>
<p><table-wrap>
<table>
<tr>
<td align="left" valign="top">maskulin</td>
<td align="left" valign="top">feminin</td>
<td align="left" valign="top">neutrum</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">&#1057;&#1058;&#1059;&#1044;&#1045;&#1053;&#1058;<break/>&#1059;&#1053;&#1048;&#1042;&#1045;&#1056;&#1057;&#1048;&#1058;&#1045;T<break/><break/>&#1051;&#1048;&#1060;&#1058; (lift) -&gt;<break/><break/>&#1049;&#1054;&#1043;&#1056;&#1059;&#1058; (jogurt)<break/>&#1041;&#1059;&#1058;&#1045;&#1056;&#1041;&#1056;&#1054;&#1044; (buterbrod)<break/>&#1055;&#1040;&#1056;&#1048;&#1050;&#1052;&#1040;&#1061;&#1045;&#1056; (parikmaher)<break/><break/>&#1062;&#1048;&#1060;&#1045;&#1056;&#1041;&#1051;&#1040;&#1058; (ziferblat)</td>
<td align="left" valign="top">&#1057;&#1058;&#1059;&#1044;&#1045;&#1053;&#1058;&#1050;&#1040;<break/>&#1055;&#1040;&#1056;&#1048;&#1050;&#1052;&#1040;&#1061;&#1045;&#1056;&#1064;&#1040;<break/>(parikmaherscha)</td>
<td align="left" valign="top">&#1052;&#1045;&#1058;&#1056;&#1054; (metro)<break/><break/>&#1064;&#1054;&#1059; (schou)<break/><break/>&#1058;&#1040;&#1050;&#1057;&#1048; (taksi)</td>
</tr>
</table>
</table-wrap></p>
<p>Analysieren Sie bitte folgende &#196;u&#223;erungen aus dem Augsburger Korpus! Worauf lassen sich die Fehler zur&#252;ckf&#252;hren?</p></list-item>
</list>
<list list-type="simple">
<list-item><p>a) Eine, eine M&#228;dchen hat ein Stoff gemacht (dt. M&#228;dchen neutrum, russ. &#1076;&#1077;&#1074;&#1086;&#1095;&#1082;&#1072; &#8211; devotschka feminin)</p></list-item>
<list-item><p>b) Was ist das? &#8211; Das ist Katze.</p></list-item>
</list></list-item>
<list-item><p><bold>5. Substantive: Numerus</bold></p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>&#8226; Was wissen Sie &#252;ber die Pluralbildung im Deutschen? Welche Beispiele werden von Uhlisch (<xref ref-type="bibr" rid="B27">1995: 22</xref>) zu den pluralischen Deklinationstypen der Substantive angebracht?</p></list-item>
<list-item><p>&#8226; Geben Sie bitte dazu noch eigene Beispiele an!</p></list-item>
<list-item><p>&#8226; Sehen Sie sich bitte die Pluralbildung im Russischen in der nachfolgenden Tabelle an! Welche Regularit&#228;ten lassen sich feststellen?</p>
<p><table-wrap>
<table>
<thead>
<tr>
<td align="left" valign="top">maskulin</td>
<td align="left" valign="top">feminin</td>
<td align="left" valign="top">Neutrum (kein Plural)</td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">&#1057;&#1058;&#1059;&#1044;&#1045;&#1053;&#1058;-&gt; &#1057;&#1058;&#1059;&#1044;&#1045;&#1053;&#1058;&#1067; (studenty)<break/>&#1059;&#1053;&#1048;&#1042;&#1045;&#1056;&#1057;&#1048;&#1058;&#1045;&#1058;-&gt; &#1059;&#1053;&#1048;&#1042;&#1045;&#1056;&#1057;&#1048;&#1058;&#1045;&#1058;&#1067;<break/><break/>&#1051;&#1048;&#1060;&#1058; (lift) -&gt; &#1051;&#1048;&#1060;&#1058;&#1067; (lifty)<break/> &#1049;&#1054;&#1043;&#1056;&#1059;&#1058; (jogurt)-&gt; &#1049;&#1054;&#1043;&#1056;&#1059;&#1058;&#1067; (jogurty)<break/> &#1041;&#1059;&#1058;&#1045;&#1056;&#1041;&#1056;&#1054;&#1044; (buterbrod)-&gt; &#1041;&#1059;&#1058;&#1045;&#1056;&#1041;&#1056;&#1054;&#1044;&#1067; (buterbrody)</td>
<td align="left" valign="top">&#1057;&#1058;&#1059;&#1044;&#1045;&#1053;&#1058;&#1050;&#1040;-&gt; &#1057;&#1058;&#1059;&#1044;&#1045;&#1053;&#1058;&#1050;&#1048;<break/> &#1055;&#1040;&#1056;&#1048;&#1050;&#1052;&#1040;&#1061;&#1045;&#1056;&#1064;&#1040; (parikmaherscha) -&gt; &#1055;&#1040;&#1056;&#1048;&#1050;&#1052;&#1040;&#1061;&#1045;&#1056;&#1064;&#1048;<break/> parikmaherschi)</td>
<td align="left" valign="top">&#1052;&#1045;&#1058;&#1056;&#1054; (metro)<break/><break/>&#1064;&#1054;&#1059; (schou)<break/><break/>&#1058;&#1040;&#1050;&#1057;&#1048; (taksi)</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap></p></list-item>
</list></list-item>
<list-item><p><bold>6. Kontrastive Betrachtung von Verben im Deutschen und im Russischen</bold></p>
<p>Beim Verb weist Uhlisch (<xref ref-type="bibr" rid="B27">1995: 22</xref>) auf einige Unterschiede im Kategorienbestand hin.</p>
<p>&#220;berlegen Sie sich bitte Beispiele f&#252;r die deutsche Sprache!</p>
<p><table-wrap>
<table>
<thead>
<tr>
<td align="left" valign="top">Linguistische Kategorien</td>
<td align="left" valign="top">Deutsch</td>
<td align="left" valign="top">Russisch</td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Pr&#228;figierte Verbstellung (Inversion)</td>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top">Flexibler SVO-Muster</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Tempora</td>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top">Pr&#228;sens, Pr&#228;teritum, Futur</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Modus</td>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top">Indikativ, Imperativ, Konjunktiv</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Modalverben</td>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top">vorhanden</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Genus verbi</td>
<td align="left" valign="top"></td>
<td align="left" valign="top">Aktiv, Passiv</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap></p>
<p>Analysieren Sie bitte folgende Verben: Dt. gratulieren + Dat. + zu + Dat., Russ. &#1087;&#1086;&#1079;&#1076;&#1088;&#1072;&#1074;&#1083;&#1103;&#1090;&#1100; pozdravlyat&#8216; + Akk. + c (s &#8222;mit&#8220;) + Instr.</p>
<p>Worauf lassen sich die Fehler im lernersprachlichen Satz &#8222;Mein Bruder gratuliert mich mit dem Frauentag&#8220; zur&#252;ckf&#252;hren?</p></list-item>
</list>
<p><styled-content style="text-align: center; display: block; line-height: 0.2"><bold><italic>Vielen Dank f&#252;r das Bearbeiten des Arbeitsblattes!</italic></bold></styled-content></p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>Kurzbio</title>
<p><bold>Nimet Tan</bold> ist seit 2014 als Lehrkraft f&#252;r besondere Aufgaben an der Friedrich-Schiller-Universit&#228;t Jena t&#228;tig. Nach ihrem Bachelor-Studium in DaF in der T&#252;rkei, absolvierte sie ihr Master- und Promotionsstudium an der FSU-Jena. In ihrem Dissertationsprojekt hat sie sich mit den (Vor-)Integrationskursen besch&#228;ftigt. Derzeit liegen ihre Forschungsschwerpunkte u.a. auf: Mehrsprachigkeit und Sprachvergleich, neuzugewanderte Kinder und Jugendliche und schulische Integration sowie Didaktik des Deutschen als Zweit- und Fremdsprache.</p>
<p><bold>Anastasia &#350;eny&#305;ld&#305;z</bold> ist Professorin an der Deutschabteilung der Erziehungswissenschaftlichen Fakult&#228;t der Bursa Uluda&#287; Universit&#228;t (T&#252;rkei). Die Promotion erlangte sie 2009 an der Universit&#228;t Flensburg, wo sie 2004&#8211;2010 als Dozentin im bildungswissenschaftlichen Studiengang t&#228;tig war. Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen des fr&#252;hen Zweispracherwerbs, der Vermittlung des Deutschen als Fremdsprache und der DaF-Lehrendenausbildung.</p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><bold>Anschrift:</bold></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><bold>Dr. Nimet Tan</bold></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Friedrich-Schiller-Universit&#228;t Jena</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Institut f&#252;r Deutsch als Zweit- und Fremdsprache und Interkulturelle Studien</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Ernst-Abbe-Platz 8, R. 412</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">07743 Jena</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:nimet.tan@uni-jena.de">nimet.tan@uni-jena.de</ext-link></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://www.dafdaz.uni-jena.de/mitarbeitende/tan-nimet%20%20%20%20">https://www.dafdaz.uni-jena.de/mitarbeitende/tan-nimet</ext-link></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><bold>Prof. Dr. Anastasia &#350;eny&#305;ld&#305;z</bold></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Bursa Uluda&#287; Universit&#228;t, G&#246;r&#252;kle Kamp&#252;s&#252;</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">E&#287;itim Fak&#252;ltesi Almanca &#214;&#287;retmenli&#287;i ABD</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">16159 Nil&#252;fer/Bursa</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">T&#252;rkei</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:asenyildiz@uludag.edu.tr">asenyildiz@uludag.edu.tr</ext-link></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://avesis.uludag.edu.tr/asenyildiz">https://avesis.uludag.edu.tr/asenyildiz</ext-link></styled-content></p>
</sec>
</back>
</article>