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<journal-title>Zeitschrift f&#252;r Interkulturellen Fremdsprachenunterricht</journal-title>
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<publisher-name>Universit&#228;ts- und Landesbibliothek Darmstadt</publisher-name>
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<subject>Praxisbericht</subject>
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<article-title>Die Anwendung von Learning Analytics zur Analyse des Online-Lernverhaltens am Beispiel eines Blended Learning-Deutschkurses</article-title>
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<surname>Yang</surname>
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<email>jianpeiyang@163.com</email>
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<aff id="aff-1">German Department, East China Normal University (ECNU), Waiyu Lou, Dongchuan Lu 500, Minhang Qu, 200434 Shanghai, VR. China</aff>
<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2023-02-21">
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<license-p>CC BY 4.0 International - Creative Commons, Namensnennung. See <uri xlink:href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/</uri>.</license-p>
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<abstract>
<p>Mit der Digitalisierung der Hochschullehre haben sich E-Learning, MOOCs und Blended Learning weit verbreitet. Seit 2011 bildet Learning Analytics (LA) einen wichtigen Bereich auch in der Hochschulbildung. Mit Hilfe von LA-Werkzeugen k&#246;nnen Hochschullehrende und -lernende, den Lernprozess besser erkennen und reflektieren. Jedoch werden die LA-Ergebnisse in der Fremdsprachlehrpraxis selten zur didaktischen Reflexion eingesetzt. In der folgenden Arbeit wird ausgehend von der Diskussion &#252;ber LA versucht, am Beispiel eines Blended Learning-Kurses zu zeigen, wie die LA-Ergebnisse zur Analyse eines Online-Lernverhaltens angewendet werden k&#246;nnen. Dabei wird diskutiert, in welchem Ma&#223;e die LA-Ergebnisse der Lernplattform dem Erkennen des Online-Lernverhaltens dienen.</p>
</abstract>
<trans-abstract xml:lang="en">
<p><bold>The application of Learning Analytics to analyze online learning behavior using the example of a blended learning German course</bold></p>
<p>With the digitization of university teaching, e-learning, MOOCs and blended learning have become widespread. Since 2011, Learning Analytics (LA) has also been an important area in higher education. With the help of LA tools, university teachers and learners can better recognize and reflect on the learning process. However, the LA results are rarely used for didactic reflection in foreign language teaching practice. This paper starts from the discussion about LA and then tries to show how the LA results are applied to the analysis of online learning behavior using the example of a blended learning course. The extent to which the LA results of the learning platform serve to identify online learning behavior is discussed.</p>
</trans-abstract>
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<kwd>Learning Analytics</kwd>
<kwd>Blended Learning</kwd>
<kwd>Online-Lernverhalten</kwd>
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<kwd>Learning Analytics</kwd>
<kwd>blended learning</kwd>
<kwd>online learning behavior</kwd>
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<title>1 Einf&#252;hrung</title>
<p>Mit der rasanten Entwicklung der digitalen Hochschullehre steht die Evaluation der Online-Lehrveranstaltungen und des Online-Lernens im Rahmen von Blended Learning vor gro&#223;en Herausforderungen. Eine davon ist der Umgang mit den gro&#223;en Datenmengen, die w&#228;hrend des Online-Lernens generiert werden. Mit der Learning Analyse (LA), auch Learning Analytics genannt, k&#246;nnen diese Datenmengen nutzbar gemacht werden, um Lernprozesse der Studierenden besser zu erkennen und zu interpretieren. In der Lehrpraxis helfen die Ergebnisse der Learning Analyse, die Konzeption von digitalen Lehrveranstaltungen, z.B. MOOCs, Blended Learing-Kursen, Virtuellen Kursen u.a., zu reflektieren und zu optimieren.</p>
<p>Jedoch ist eine solche Analyse in der Hochschullehre im Vergleich zur kommerziellen Kundenanalyse unterentwickelt, wie Siemens (<xref ref-type="bibr" rid="B15">2013: 1381</xref>) verdeutlicht: &#8222;Unfortunately, education systems &#8211; primary, secondary, and postsecondary &#8211; have made limited use of the available data to improve teaching, learning, and learner success&#8220;. Dabei wurde implizit betont, dass LA den Lehr- und Lernprozess f&#246;rdert und somit den Lernerfolg erh&#246;ht. In Deutschland wurde Learning Analyse im Bildungsbereich wenig diskutiert, wie Deimann (<xref ref-type="bibr" rid="B3">2016: 27</xref>) erkl&#228;rt: &#8222;Noch fehlt hier ein Proof of Concept f&#252;r LA in Deutschland, da auch die Herausforderung, den Anspruch der universit&#228;ren Bildung im Zusammenhang mit Learning Analyse zu denken, noch nicht umfangreich diskutiert wurde&#8220;.</p>
<p>Im Bereich der digitalen Fremdsprachenvermittlung in China wurde der Forschungsschwerpunkt zwar auf wesentliche Aspekte des digitalen Lernens gesetzt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B23">Yang 2020: 64</xref>), allerdings wurden die Lerndaten des digitalen Lernens bisher wenig beachtet. Tendenziell hat man sich eher mit theoretischen Fragen auseinandergesetzt, z.B. digitalen Unterrichtsmodellen (<xref ref-type="bibr" rid="B11">Piao 2012</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B24">Yi/Hua 2021</xref>), Implementierung digitaler Ressourcen und Plattformen in Lehrveranstaltungen (<xref ref-type="bibr" rid="B19">Wang 2017</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B22">Xu/Wu 2016</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B26">Zhang 2017</xref>), digitalen Lernumgebungen (<xref ref-type="bibr" rid="B4">Dong 2013</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B20">Wang/Shen/Wang 2015</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B25">Zhang 2005</xref>), Lerneffekt des digitalen Lernens (<xref ref-type="bibr" rid="B8">Han/Shi 2021</xref>) und technologischen Perspektiven digitalen Lernens (<xref ref-type="bibr" rid="B7">Feng 2013</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B18">Wang 2006</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B27">Zhang 2013</xref>). Es gibt keine ausf&#252;hrlichen Illustrationen, wie man mit LA in der Unterrichtspraxis umgeht und wie LA als ein F&#246;rdermittel zur digitalen Unterrichtsentwicklung eingesetzt werden kann.</p>
<p>In der vorliegenden Arbeit werden zuerst die Definition und die Anwendung der Learning Analyse im Bildungsbereich gekl&#228;rt. Im Anschluss daran wird diskutiert, wie die LA einer Lernplattform in Blended Learning-Kurse (BLK) implementiert werden kann. Darauf aufbauend wird thematisiert, wie die LA-Ergebnisse zur Erkennung des Online-Lernverhaltens einzusetzen sind. Damit wird der Versuch unternommen, die Fragen, wie und inwieweit die LA-Ergebnisse zur didaktischen Reflexion eines BLKs dienen k&#246;nnen, zu beantworten.</p>
</sec>
<sec>
<title>2 Learning Analyse</title>
<p>In der Diskussion &#252;ber Learning Analyse erlangt die Auffassung von Siemens (<xref ref-type="bibr" rid="B15">2013: 1382</xref>) eine breite Anerkennung. Ihm nach ist LA als ein Verarbeitungsverfahren von Daten &#8211; Messen, Sammeln, Analysieren und Berichten &#8211; mit dem Ziel auf das Verstehen und die Optimierung der Lernprozesse und -kontexte zu betrachten:</p>
<disp-quote>
<p>Learning analytics is the measurement, collection, analysis, and reporting of data about learners and their contexts, for the purposes of understanding and optimizing learning and the environments in which it occurs.</p>
</disp-quote>
<p>Bei ihm beziehen sich die Daten nicht nur auf die <bold>Lernspuren</bold>, welche die Lernenden hinterlassen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B6">Duval/Verbert 2012</xref>), sondern auch auf die relevanten Informationen vom Kontext (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B14">Ranjeeth/Latchoumi/Paul 2020: 39</xref>).</p>
<p>Daraus folgend sollen diejenigen Daten ber&#252;cksichtigt werden, die von den Lernenden in Lernprozessen produziert und als Online-Lernspuren hinterlassen werden. Sie umfassen alle Online-Lernaktivit&#228;ten und dazu geh&#246;ren z.B.</p>
<disp-quote>
<p>Login-H&#228;ufigkeit, Anzahl von Chat-Nachrichten zwischen TeilnehmerInnen und Fragen an die Lehrende, Reaktionszeiten bei der Beantwortung von Fragen und L&#246;sung von Aufgaben, zugegriffene Ressourcen, fr&#252;here Noten, Abschlussnoten in Kursen, detaillierte Profile, Foren- und Diskussionsbeitr&#228;ge, zu beobachtende Emotionen z. B. gelangweilt, frustriert, verwirrt, gl&#252;cklich usw. (<xref ref-type="bibr" rid="B10">Lemay/Baek/Doleck 2021: 3</xref>).</p>
</disp-quote>
<p>Die Siemens&#96;sche Definition ist einleuchtend f&#252;r die Learning Analyse, auch wenn sie nicht explizit sagt, wie man die Daten sammeln und analysieren soll. Rangel/Bell/Monroy/Whitaker (<xref ref-type="bibr" rid="B13">2015</xref>) zufolge sind statistische Methoden, Theorien und Modelle zur Analyse gro&#223;er und vielf&#228;ltiger Bildungsdatens&#228;tze (z.B. individuelle Lernleistungen u.a.m.) anzuwenden (vgl. ebd.: 91). Dabei wurden die statistischen Methoden in den Vordergrund gestellt. Bienkowski/Feng/Means (<xref ref-type="bibr" rid="B2">2012: 13</xref>) gehen von der Disziplin Analytik aus und pl&#228;dieren f&#252;r akademische Analytik, Aktionsanalyse und pr&#228;diktive Analytik. Es l&#228;sst sich feststellen, dass verschiedene Methoden zur Learning Analyse je nach den Forschungsschwerpunkten einzusetzen sind.</p>
<p>Learning Analyse f&#246;rdert die Umwandlung von rohen Bildungsdaten in n&#252;tzliche Informationen im Zusammenhang mit dem Lehr- und Lernprozess und zielt darauf ab, Mittel f&#252;r m&#246;gliche Entscheidungsfindung bereitzustellen, indem Informationsprojektionen auf benutzerfreundlichere und intuitivere Weise durch Grafiken und mehrdimensionale Schnittstellen erm&#246;glicht werden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B12">Prestes/Silva/Barroso 2021:2</xref>). Aus technischer Sicht ist LA sowohl die Fortsetzung der Entwicklung von Bildungstechnologien als auch die Anwendung neuer Analysen auf den Prozess und die Ergebnisse p&#228;dagogischer und informeller Lernpraktiken (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B9">Haythornthwaite/de Laat/Shane 2013: 1374</xref>). Mit ihrer Hilfe k&#246;nnen ehemals unsichtbare oder schwer zu erfassende Merkmale von Lernaktivit&#228;ten und Interaktionen sichtbar gemacht werden (vgl. ebd.).</p>
<p>Das Online-Lernen generiert tagt&#228;glich jede Menge Lerndaten (auch Big Data), die zur Erkennung des Online-Lernverhaltens analysiert werden m&#252;ssen. Dazu ist LA zweifelsohne ein wichtiges Mittel, um den Betroffenen, z.B. Lehrenden und Lernenden, zu helfen, sich der Online-Lernprozesse bewusst zu werden. Von den LA-Ergebnissen profitieren Lehrende v.a. bez&#252;glich der Reflexion des Online-Unterrichts und Lernende k&#246;nnen anhand der LA-Ergebnisse das eigene Online-Lernen besser steuern.</p>
</sec>
<sec>
<title>3 Implementierung der LA in BLKs</title>
<p>Seit 2020 wird das Lernformat Blended Learning massenhaft in chinesische Hochschullehre integriert und damit werden immer mehr Kurse digital umgestaltet. Ein Blended Learning-Kurs besteht heute tendenziell aus einer Pr&#228;senzphase und einer Online-Phase. Mit den Technologien von Big Data und LA k&#246;nnen die Lernhandlungen notiert, gespeichert und verarbeitet werden, was das Lernen au&#223;erhalb vom Seminarraum begreifbar macht. Dabei ist aber ein Problem nicht zu &#252;bersehen: Die Datensammlung und -verarbeitung erfolgen in der Regel ohne Einverst&#228;ndnis der NutzerInnen. Auch wenn in der vorliegenden Arbeit die Analyse des Nutzens von Lernplattformen im Vordergrund steht, wird die Notwendigkeit der Behandlung solcher ethischen Fragen nicht bezweifelt.</p>
<p>Blended Learning-Kurse (BLK) wurden generell auf Lernplattformen aufgebaut und ihr Online-Teil, von Konstruktionen &#252;ber Lernaktivit&#228;tsm&#246;glichkeiten bis hin zu Evaluationen, sind strukturell in gro&#223;em Masse von Lernplattformen abh&#228;ngig. Das hei&#223;t, dass der Online-Teil eines BLKs an den strukturellen Rahmen der Lernplattform angepasst werden muss. Dar&#252;ber hinaus kann die Evaluation des Online-Lernens mit Hilfe der integrierten LA-Technik auf der Lernplattform durchgef&#252;hrt werden, auch wenn die LA-Ergebnisse nicht unbedingt das tats&#228;chliche Lernen widerspiegeln. Dazu werden andere Bewertungsma&#223;nahmen ben&#246;tigt. Dieser Punkt wird in den folgenden Kapiteln behandelt.</p>
<sec>
<title>3.1 LA auf der Lernplattform</title>
<p>F&#252;r Lernplattformen ist die LA-Technik eine notwendige technische Ausstattung, womit Learning Analyse mit Hilfe der algorithmischen Programme automatisch durchgef&#252;hrt wird. Die kontinuierliche Datenerhebung und -analyse und die st&#228;ndige Versionssteigerung kennzeichnen die Lernplattform.</p>
<p>Die von den NutzerInnen auf Lernplattformen produzierten Daten werden ununterbrochen gesammelt und verarbeitet. Die damit einhergehenden forschungsethischen Herausforderungen und die &#220;berwachung des Lernens mit Big Data sollen an anderer Stelle behandelt werden. Die Datenanalyse der Lernplattformen ist nicht selten an deren Entwicklung gekoppelt. Dies erm&#246;glicht es den LernplattformentwicklerInnen, ihre Programme an die Bed&#252;rfnisse der Kunden anzupassen und dadurch f&#252;r ihre Lernplattformen einen hohen Bekanntheitsgrad auf dem Markt zu erlangen. In diesem Sinne ist LA ein Mittel f&#252;r die Bewertung und die technische Innovation einer Lernplattform.</p>
<p>Aufgrund der LA-Ergebnisse, z.B. Analyse der Datenkapazit&#228;t, der Besucherzahl o.&#228;., wird die Lernplattform funktional verbessert. In der Praxis ist zu beachten, dass nicht selten die neueste Version einer Lernplattform eingesetzt wird, bevor alle NutzerInnen mit der alten vertraut sind. Die Chaoxing-Lernplattform, zum Beispiel, hat bei der zweiten Version mehrere neue Unterrichtsm&#246;glichkeiten wie live-Unterricht, Unterrichtsspiele o. &#196;. eingebaut. Die Erneuerungen kamen so pl&#246;tzlich, dass viele Lehrende sich damit nicht auseinandersetzen konnten, weil sie zuvor nur kurz auf der Lernplattform unterrichteten.</p>
<p>Auf Lernplattformen sind zwei Ans&#228;tze der LA zu betrachten. Als erstes die Educational Daten Mining (EDM). EDM ist eng mit der Entwicklung von Algorithmen verbunden, die Lernmuster der Lernenden erkennen und sie in die richtige Richtung lenken. EDM konzentriert sich auf die algorithmische Verarbeitung der Lernspuren (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B5">Duval 2011: 9</xref>) und die Generierung von Wissen aus allen Bildungsdatenquellen, die von Einzelpersonen und Gruppen produziert und durch institutionelle Rahmenbedingungen unterst&#252;tzt werden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B10">Lemay et al. 2021: 1</xref>). Die Besch&#228;ftigung mit den Daten bei EDM orientiert sich dann eher an technischen Entwicklungen.</p>
<p>Im Vergleich dazu besch&#228;ftigt sich der zweite Ansatz von LA mit der Visualisierung der Informationen. Dabei werden Daten in n&#252;tzliche Informationen umgewandelt und in Form von Dashboards (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B17">Verbert/Duval/Klerkx/Govaerts/Santos 2013: 1501</xref>) dargestellt. Dashboards verstehen sich hier als Anzeigefl&#228;chen, auf denen die Verarbeitungsergebnisse der Daten dargestellt werden. Auf einer Lernplattform werden mit Tabellen, Schaubildern, Diagrammen u.a. relevante Informationen angezeigt, z.B. Lernleistungen, Lernfrequenzen usw. Dashboards spiegeln laufende Lernprozesse wider und sch&#228;rfen das Bewusstsein daf&#252;r (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B9">Haythornthwaite et al. 2013: 1374</xref>). Dadurch werden Einblicke in das Denken und Verhalten der Lernenden gewonnen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B13">Rangel et al. 2015: 92</xref>). Dashboards dienen allen Beteiligten, z.B. Lehrenden, Lernenden, Tutoren, Koordinatoren, anderen Akteuren, Institutionen, Unterrichtsverwaltungen, LernplattformentwicklerInnen u.a.</p>
<p>Sowohl EDM als auch Dashboards sind Verarbeitungsweisen der Daten, die auf der Lernplattform generiert werden. Es sei darauf hinzuweisen, dass die Evaluation des Online-Lernens eines BLKs nicht davon abh&#228;ngig gemacht wird, weil sie einerseits nur allgemeine Datenverarbeitungsergebnisse anbieten und nicht unbedingt f&#252;r die Unterrichtsreflexion geeignet sind. Andererseits ist die Datenverarbeitung momentan nicht spezifisch auf Lehrveranstaltungen ausgerichtet. Aus diesen Gr&#252;nden wird vorgeschlagen, dass Lehrende aus didaktischer Perspektive die relevanten LA-Ergebnisse zur Unterrichtsevaluation einbeziehen.</p>
</sec>
<sec>
<title>3.2 Implementierung der LA im BLK</title>
<p>Mit der Entwicklung des digitalen Lernens ist LA f&#252;r das Online-Lernen nicht mehr wegzudenken, weil LA &#8222;Bildungsdaten in n&#252;tzliche Informationen f&#252;r die Entscheidungsfindung&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B12">Prestes et al. 2021: 2</xref>) umwandelt und eine Evaluation des Lernens erm&#246;glicht. Im Rahmen eines Blended Learning-Kurses ist es von didaktischer Bedeutung, LA in den Kurs zu implementieren.</p>
<p>Bei einem Blended Learning-Kurs auf der Lernplattform tauchen viele Probleme beim Online-Lernen auf, beispielsweise kann man sich nicht mit Lehrenden und Mitlernenden synchron austauschen, was manche Lernende demotiviert. Beim Ansehen von Lernvideos kann man das Video bei Fragen stoppen und die Sequenz wiederholen, aber eine unmittelbare Hilfestellung der Lehrkraft fehlt. Solche Probleme bleiben ungel&#246;st, wenn man sie dem Kursleiter nicht explizit mitteilt. In der chinesischen Lernkultur, um ein Beispiel zu nennen, werden viele Lernende, diese Probleme einfach ignorieren, was schlimmstenfalls zum Verzicht auf eine Kursteilnahme f&#252;hrt. An dieser Stelle kann LA die L&#252;cke zwischen dem Selbstlernen und einer zielgerichteten Betreuung schlie&#223;en.</p>
<p>Neben der Unsichtbarkeit des Online-Lernens ist es angesichts der Tatsache, dass die Erkennung des Online-Lernverhaltens die didaktische Entwicklung eines BLks positiv beeinflusst, sinnvoll, LA in den BLK zu integrieren. Dabei sind v.a. die Dashboards einzubeziehen, weil die visualisierten LA-Ergebnisse den aktuellen Lernprozess widerspiegeln, entweder in Form von dynamischen Diagrammen oder von Tabellen mit absoluten Zahlen, die fortlaufend generiert werden. Wie ein Arzt die Untersuchungsdaten eines Patienten versteht, dann eine Diagnose stellt und mit einer Behandlung beginnt, k&#246;nnen Lehrende anhand der Dashboards den Lernprozess der Lernenden, ihre individuellen Lernmuster und Lernprobleme erkennen. Darauf basierend k&#246;nnen Lehrende entsprechend instruktive Steuerungsma&#223;nahmen zur Optimierung der Lernprozesse und &#220;berwindung der Lernprobleme ergreifen. Zu den Steuerungsma&#223;nahmen geh&#246;ren Lehraktivit&#228;ten wie z.B. Erinnerung per Online-Nachricht, Reduzierung der Aufgaben, Erg&#228;nzung weiterer Lernmaterialien, individuelle Hilfsangebote u.a.</p>
<p>Die Implementierung der LA kann Lernenden helfen, sich &#252;ber ihr eigenes Handeln bewusst zu werden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B16">Vatrapu/Teplovs/Fujita/Bull 2021: 94</xref>). Die Dashboards zeigen ihre Lernprofile auf und motivieren sie, eigenes Online-Lernverhalten und den Lernprozess zu erkennen und gegebenenfalls zu regulieren. Auf der Chaoxing-Lernplattform, zum Beispiel, k&#246;nnen alle NutzerInnen deutlich sehen, wie lange, wie oft, wie viel sie gelernt haben. Die statistischen Berichte &#252;ber ihre online-Lernaktivit&#228;ten unterst&#252;tzen die Lernenden bei ihrer Selbstreflexion.</p>
<p>Auf Seiten der Lehrenden erleichtern die LA-Ergebnisse die Reflexion &#252;ber den Online-Teil des BLKs. Anhand der Lernberichte und Visualisierungen, die von der Lernplattform aufgrund der Lerndaten mit LA-Technik generiert werden, k&#246;nnen Lehrende ihre Lehrveranstaltungen besser in den Blick nehmen, z.B. welche Inhaltspunkte noch verst&#228;ndlicher dargestellt werden sollen. Aus dem Bericht &#252;ber Aufgabenerf&#252;llung kann z.B. ermittelt werden, ob die Online-Aufgaben f&#252;r Lernende schwer sind, ob alle an den Aufgaben beteiligt sind. Anschlie&#223;end k&#246;nnen die Lehrenden auf Basis der LA-Ergebnisse die eigene Lehrveranstaltung verbessern, z.B. durch Anpassung der bereitgestellten Inhalte. Somit f&#246;rdert die Reflexion die Verbesserung der Unterrichtskonzeption. Dar&#252;ber hinaus k&#246;nnen Lehrende mit den Dashboards ersehen, ob der Online-Lernprozess die gew&#252;nschten Lernleistungen, Lernhandlungen u.&#228;. hervorgebracht hat. Gegebenenfalls k&#246;nnen sie entsprechende &#8222;Interaktionen mit Studierenden und Interventionen betreiben&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B1">Baker/Gasevic/Karumbaiah 2021: 2</xref>). Dabei werden die R&#252;ckschl&#252;sse auf die Integration der Lernenden mit der Lerntechnologie gezogen (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B13">Rangel et al. 2015: 91</xref>).</p>
<p>Dashboards sind bis jetzt ein effektives Mittel zur Evaluation des Online-Lernens auf der Lernplattform, auch wenn sie weniger aus didaktischen als vielmehr technischen Gr&#252;nden eingerichtet sind. Sie bieten Lehrenden und Institutionen eine Einsicht ins digitale Lernen an und erm&#246;glichen ein besseres Verstehen des Lernverhaltens. F&#252;r Lehrende stellt sich dabei die Frage, wie diese Dashboards zur Evaluation des Online-Lernens einbezogen werden. Je nach Lernplattform sollten Lehrende sich &#252;berlegen, inwieweit die Dashboards f&#252;r die Evaluations des BLKs eingesetzt werden k&#246;nnen.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>4 Anwendung der LA-Ergebnisse zur Erkennung des Lernverhaltens</title>
<p>Im Bereich Germanistik und DaF in China werden etliche Online-Lernveranstaltungen und Blended Learning-Kurse angeboten. Die LA wurde dabei bisher jedoch nicht thematisiert. Im Folgenden wird daher versucht, am Beispiel des BLKs <italic>Deutsch f&#252;r Fortgeschrittene II</italic> an der East China Normal University (ECNU) zu zeigen, wie man anhand von LA-Ergebnissen das Lernverhalten der TeilnehmerInnen erkennen und den Unterricht reflektieren kann.</p>
<p>Der Kurs wird seit 2020 auf der Chaoxing-Lernplattform f&#252;r Germanistikstudierende im sechsten Semester angeboten. Der Lerninhalt wird kapitelweise in Form von Lernvideos hochgeladen und ab der dritten Semesterwoche lernen Studierende alle zwei Wochen online. F&#252;r jede Lerneinheit werden Lernziele, Lernschwerpunkte und Kompetenzanforderungen angegeben, damit die Studierenden eine Lernorientierung erhalten. Die Lernvideos dienen der Vermittlung von Fachwissen und Lernstrategien. Insgesamt gibt es 106 Lernvideos und 38 weitere Lernmaterialien. Die Studierenden k&#246;nnen sich Lernvideos so oft wie n&#246;tig ansehen. Danach stehen noch weitere Aufgaben auf der Lernplattform zur Verf&#252;gung, die das individuelle Lernen sowie das Gruppenlernen umfassen. Zur Beurteilung der Lernleistungen werden Leistungsmessungen in Form von E-Tests <xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref> und andere Kontrolltests durchgef&#252;hrt.</p>
<p>Bei der Lerngruppe handelt es sich um die Jahrgangsstufe 2018 der Deutschabteilung. Die Gruppe ist stark motiviert und arrangiert sich beim Blended-Learning. Insgesamt gibt es 18 Studierende in der Gruppe und sie haben vor dem Blended-Learning den Kurs Deutsch f&#252;r Fortgeschrittene I belegt, was die Fortsetzung des Lernens im Blended-Learning-Format beg&#252;nstigt.</p>
<p>Auf der Chaoxing-Lernplattform werden die Lerndaten nach einheitlichen Kriterien verarbeitet und die Ergebnissein Form von Dashboards zur Verf&#252;gung gestellt. Welche Dashboards zur LA des Online-Lernens einbezogen werden sollten, h&#228;ngt von den KursleiterInnen ab. Im Rahmen der vorgesehenen Auswahlm&#246;glichkeiten werden folgend das Lernverhalten der Gruppe, das Lernverhalten bei Einzelarbeit und das interaktive Lernverhalten analysiert. Dabei werden die LA-Ergebnisse bez&#252;glich Lerndauer, -frequenz und -Leistungen einbezogen.</p>
<sec>
<title>4.1 Lernverhalten der Gruppe</title>
<p>Zum Erkennen des Gruppenlernverhaltens werden die Daten der ganzen Gruppe anhand der LA-Ergebnisse interpretiert. Die Daten lassen sich in absolute und prozentuale Zahlen einteilen, wobei erstere die H&#228;ufigkeit der Lernhandlungen widerspiegeln und letztere aufzeigen, wie viel Prozent der Aufgaben gemacht werden. Anhand der LA-Ergebnisse k&#246;nnen Lehrende das Online-Lernverhalten der Gruppe besser erkennen und beurteilen, wie diese Gruppe online gelernt hat und was f&#252;r ein Gruppenlernbild entsteht.</p>
<p>Auf der Chaoxing-Lernplattform wurden vier Arten von Lernaufgaben an die Gruppe erteilt. Die Lernvideos beinhalten den wichtigsten Lerninhalt und wurden von Lehrenden vor Beginn des Kurses hochgeladen. Den Lernvideos sind m&#252;ndliche und schriftliche Aufgaben zugeordnet, die erst nach dem Ansehen der Videos bearbeitet werden k&#246;nnen. Je nach Lerninhalt variieren die Aufgabentypen, z.B. Fragen beantworten, Aufs&#228;tze schreiben, Tonaufnahmen erstellen usw. All diese Aufgaben sind individuell zu erf&#252;llen, jedoch im Gegensatz zu Videos keine Pflichtaufgaben. Solche Aufgaben, die je nach Interesse der Lernenden zu erf&#252;llen sind, werden als <italic>individuelle Aufgaben</italic><xref ref-type="fn" rid="n2">2</xref> bezeichnet. Ein weiterer Aufgabentyp sind Online-Tests zur Kontrolle der Beherrschung von Vokabeln und grammatischer Strukturen, die nach einer Lerneinheit auf der Lernplattform freigeschaltet werden. Die Tests werden nach der Abgabe automatisch korrigiert und die richtigen L&#246;sungen werden angezeigt. Schlie&#223;lich wird die Online-Gruppenarbeit ber&#252;cksichtigt. Die Studierenden erhalten eine Rechercheaufgabe mit vorgefertigten Online-Forschungsunterlagen, dadurch sollen sie lernen, wie man wissenschaftlich recherchiert. Zu dieser Aufgabe k&#246;nnen sie im Internet recherchieren und Diskussionen online oder offline durchf&#252;hren. Die Ergebnisse werden in Form von Forschungsberichten auf der Lernplattform abgegeben. Die folgende Abbildung zeigt, wie viel Prozent der Lernenden die Aufgaben erledigt haben.</p>
<fig id="F1">
<caption>
<p>Abb. 1: Lernergebnisse der Gruppe</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-28-1-3611-g1.png"/>
</fig>
<p>Aus <xref ref-type="fig" rid="F1">Abb. 1</xref> ist ersichtlich, dass die erteilten Aufgaben au&#223;er individueller Aufgaben zu 100 % erledigt wurden. Dies spiegelt ein positives Gruppenlernverhalten wider.</p>
<p>Bei individuellen Aufgaben, die nicht zu hundert Prozent gel&#246;st werden, k&#246;nnen folgende Fragen gestellt werden: Woran liegt es, dass 10 % der Aufgaben nicht gel&#246;st wurden? Sind die Aufgaben f&#252;r manche Lernende zu schwer oder langweilig?</p>
<p>Auf der Lernplattform kann gesehen werden, welche Lernende welche Aufgaben zu wie viel Prozent erledigt haben. Da der Lehrende die Lernenden pers&#246;nlich kennt und anhand des individuellen Online-Lernberichts die Gr&#252;nde herausfinden kann, ist die Antwort leicht zu finden. Je nachdem kann auch ein Gespr&#228;ch gef&#252;hrt werden, um den Lernenden rechtzeitig zu helfen.</p>
<p>Absolute Zahlen deuten die H&#228;ufigkeit der konkreten Lernhandlungen an und daraus ergibt sich ein kollektives Gruppenbild im Lernprozess. Die ausgew&#228;hlten Daten beziehen sich auf Lernfrequenz, Diskussionsbeitr&#228;ge und Interaktionen. Bei der Lernfrequenz geht es darum, wie viele Male sich die Gruppenmitglieder eingeloggt haben. Die Zahl des Einloggens kann zwar nichts &#252;ber die Lernintensivit&#228;t aussagen, aber sie weist auf die Aktivit&#228;t hin und hilft bei der Erkennung des Lernverhaltens. Diskussionsbeitr&#228;ge beziehen sich auf die Wortmeldungen, die von den Studierenden beim Peer-Lernen und im Forum produziert und online ver&#246;ffentlicht wurden. Inhaltlich bedarf es einer qualitativen Analyse und hier geht es nur um die quantitative Widerspieglung der Lernhandlungen. Bei Interaktionen wurden die Handlungen bei dem Peer-Lernen angerechnet. Im Kurs sollen die Studierenden Aufgaben von Mitlernenden bewerten, kommentieren, kritisieren usw. Diese Handlungen z&#228;hlen zu den interaktiven Lernhandlungen. Zur Analyse dieser Zahlen ist nicht nur die Gesamtzahl von Wichtigkeit, sondern auch der Durchschnittswert. In der folgenden Tabelle sind die Zahlen der gesamten Lernhandlungen aufgelistet.</p>
<table-wrap id="T1">
<caption>
<p>Tab. 1: &#220;berblick der Lernh&#228;ufigkeit der Lerngruppen</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td align="center" valign="top">Lernaktivit&#228;ten</td>
<td align="center" valign="top">Zahlen</td>
<td align="center" valign="top">Durchschnitt</td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="left" valign="top">Lernfrequenz <xref ref-type="fn" rid="n3">3</xref></td>
<td align="center" valign="top">6123</td>
<td align="center" valign="top">340</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Diskussionsbeitr&#228;ge</td>
<td align="center" valign="top">152</td>
<td align="center" valign="top">8</td>
</tr>
<tr>
<td align="left" valign="top">Interaktionen</td>
<td align="center" valign="top">245</td>
<td align="center" valign="top">14</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>In der Tabelle1 f&#228;llt auf, dass die Lernfrequenz einen hohen Wert erreicht. Insgesamt hat sich die Gruppe 6123-Mal eingeloggt, was einen Durchschnittswert von 340-Mal entspricht. Auf den Tag bezogen, hat sich jeder 4mal pro Tag online angemeldet. Die hohe Lernfrequenz zeigt ein aktives Online-Lernverhalten. Jedoch muss man dar&#252;ber im Klaren sein, dass diese Handlungen nicht mit der Intensit&#228;t des Lernens gleichzusetzen sind.</p>
<p>Im Vergleich dazu sind die Lernaktivit&#228;ten bei Diskussionen und Interaktionen viel geringer. In Hinsicht auf die Diskussionsbeitr&#228;ge sind insgesamt 152 Beitr&#228;ge ver&#246;ffentlicht und durchschnittlich hat jeder im Semester nur acht Beitr&#228;ge abgeliefert. Die Zahl der interaktiven Handlungen erreicht 245 und jede Person hat sich w&#228;hrend des Semesters 14mal beim Peer-Lernen engagiert.</p>
<p>Aus den obigen LA-Ergebnissen hat sich ein stark motiviertes Gruppenbild ergeben. Das Online-Lernverhalten der Gruppe ist aktiv. Im Pr&#228;senzunterricht haben die Studierenden (Jahrgangsstufe 2018) ebenfalls aktiv gehandelt und die &#220;bereinstimmung des Online- und Offline-Lernverhaltens festigt das Gruppenbild. Bei Diskussionen und Interaktionen ist festzustellen, dass die Gruppe dabei eher passiv ist. Sowohl online als auch offline sind weniger Beitr&#228;ge zu finden. Ein Arbeitsschwerpunkt f&#252;r den Lehrenden besteht dann darin, die Lernenden zum aktiven Austausch zu motivieren.</p>
</sec>
<sec>
<title>4.2 Individuelles Lernverhalten</title>
<p>Die Dashboards auf der Lernplattform liefern Informationen &#252;ber individuelle Lernprozesse und Lernaktivit&#228;ten, aus denen sich ein individuelles Lernverhalten herausbildet. Das Erkennen des individuellen Lernverhaltens beg&#252;nstigt die Betreuung und die Entwicklung von didaktischen Konzeptionen. Folgend wird aufgezeigt, wie man anhand der LA-Ergebnisse &#252;ber Lerndauer und -frequenz das individuelle Lernverhalten erkennt.</p>
<sec>
<title>4.2.1 Lerndauer</title>
<p>Bei der Lerndauer geht es darum, wie lange sich Lernende mit dem Lernstoff besch&#228;ftigen. Auf der Chaoxing-Lernplattform werden individuelle Lernzeiten gesammelt und aufgelistet. Daraus ergibt sich einen &#220;berblick &#252;ber den Lernprozess, wie die folgende Abbildung zeigt:</p>
<fig id="F2">
<caption>
<p>Abb. 2: Lerndauer mit den Lernvideos</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-28-1-3611-g2.png"/>
</fig>
<p>Der obigen Abbildung ist zu entnehmen, dass die Lernvideos auf der Lernplattform durchschnittlich 1206,5 Minuten ablaufen, was die geplanten Gesamtlerndauer von 1260 Minuten noch nicht erreicht. Mit <bold>Ablaufen</bold> wird die Gesamtl&#228;nge der Videos gemeint, sie ist nach der Unterrichtsplanung festgelegt und betr&#228;gt insgesamt 1260 Minuten. Jedoch wurden die Videos nicht von allen Studierenden gleich lang angeschaut. Die Lernvideos bestehen aus einem Pflicht- und einem fakultativen Teil. Bei dem letzteren geht es um Erg&#228;nzungsmaterialien, die das Lernen vertiefen. Im Vergleich zur k&#252;rzesten Lerndauer hat der Lernende, der sich die Lernvideos am l&#228;ngsten angesehen hat, sich doppelt so lang damit besch&#228;ftigt hat. Dieser Kontrast weist auf die Lerndifferenz unter Lernenden hin und es ist zu vermuten, dass der Lerninhalt bez&#252;glich der Lernvideos f&#252;r einzelne Lernende von unterschiedlicher Schwierigkeit ist. Ebenfalls sei hier zu betonen, dass die Zeitdauer hier nicht die Lerndauer bedeutet. Es k&#246;nnte sein, dass man w&#228;hrend der Zeitabrechnung andere Sachen t&#228;te.</p>
<p>In der <xref ref-type="fig" rid="F3">Abbildung 3</xref> werden die Zeitaufwendungen der Lernenden dargestellt, die jeweils beim Videolernen am l&#228;ngsten und am k&#252;rzesten geblieben sind. Die drei L&#228;ngsten werden mit A, B und C und die drei k&#252;rzesten mit D, E, F gekennzeichnet. Die Zahlen hinter den Buchstaben sind ein Teil der Matrikelnummer, wodurch sich die Daten einfacher den Lernenden zuordnen lassen.</p>
<fig id="F3">
<caption>
<p>Abb. 3: Vergleich der Lerndauer</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-28-1-3611-g3.png"/>
</fig>
<p>Es ist ersichtlich, dass sich die Zeiten f&#252;r das Ansehen des Lernvideos innerhalb der Gruppe deutlich unterscheiden. Die Durchschnittszahl der ersten drei betr&#228;gt 1542,4 Minuten und ist somit l&#228;nger als der Durchschnitt von 1206,5 Minuten. Die Zeiten der letzten drei ist durchschnittlich 359,9 Minuten k&#252;rzer als der Gruppendurchschnitt. Im Durchschnitt haben sich also die letzten drei Lernenden Lernvideos im gesamten Semester 848,6 Min angesehen. Wie oben k&#246;nnen die Zeiten hier nicht mit der tats&#228;chlichen Lernzeiten gleichgesetzt werden, aber sie weisen auf die Handlungen der Lernenden zeitlich hin.</p>
<p>Dazu stellen sich noch die Fragen: Warum wurde derselbe Inhalt von den einzelnen Lernenden unterschiedlich lang behandelt? Eine reine LA von der Lernplattform kann keine &#252;berzeugende Antwort liefern, weil weitere Faktoren das Online-Lernen mitbeeinflussen, z.B. Vorwissen und Lerntechnik der einzelnen Lernenden, Lernmotivation, individuelle Lernschwierigkeiten usw. Der Kursleiter, der sich regelm&#228;&#223;ig offline mit den Lernenden trifft, kann das Online-Lernverhalten mit dem Offline-Lernverhalten vergleichen. In der untersuchten Gruppe ist festzustellen, dass diejenigen Lernenden, die sich offline gerne intensiv mit dem Lernstoff besch&#228;ftigen, tendenziell online l&#228;nger bleiben. Jedoch ist nicht zu leugnen, dass es auch Gegenbeispiele gibt, die online weniger lernen als offline. Dazu m&#252;ssen noch weitere relevante Daten z. B. Verhalten im Pr&#228;senzunterricht, Aufgabenerf&#252;llung u.a. ber&#252;cksichtigt werden,</p>
</sec>
<sec>
<title>4.2.2 Lernfrequenz</title>
<p>Die Lernfrequenz bezieht sich auf die H&#228;ufigkeit bestimmter Lernhandlungen. Wie die Lerndauer ist auch die Lernfrequenz von hoher Individualit&#228;t. Auf der Chaoxing-Lernplattform wird monatlich eine Grafik f&#252;r die Lernh&#228;ufigkeit jedes einzelnen Lernenden generiert. In der folgenden Abbildung sind die Grafiken von zwei ausgew&#228;hlten Lernenden &#8211; im Folgenden Lerner A und Lerner B genannt &#8211; dargestellt.</p>
<fig id="F4">
<caption>
<p>Abb. 4: Lernfrequenzen von zwei Lernenden (Lernender A oben, Lernender B unten)</p>
</caption>
<graphic xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="zif-28-1-3611-g4.png"/>
</fig>
<p>In der <xref ref-type="fig" rid="F4">Abbildung 4</xref> ist deutlich zu sehen, dass beide Lernende regelm&#228;&#223;ig online aktiv sind, jedoch Lernender A viel h&#228;ufiger als Lernender B. Die Kurven in beiden Grafiken weisen auf verschiedene Handlungsh&#228;ufigkeiten hin. W&#228;hrend Lernender B zweimal an einem Tag mehr als 20mal online aktiv ist, ist es Lernender A f&#252;nfmal pro Tag ebenso oft oder &#246;fter.</p>
<p>Dabei ist zu fragen, warum Lernender A mehr Zeit in das Online-Lernen investiert hat. Ist der Lerninhalt schwer f&#252;r ihn? Ist er tats&#228;chlich ein hochmotivierter Lerntyp? Hat er am Ende des Semesters eine bessere Leistung als Lernender B erbracht? Um diese Fragen zu beantworten, kann der Lehrende die Lernfrequenz vom Lernenden A mit dem Durchschnitt vergleichen. Wenn die beiden Lernfrequenzen keine gro&#223;en Unterschiede aufweisen, kann der Lernprozess als normal betrachtet werden. Ansonsten muss man genau dem Online- und Offline-Lernen vom Lernenden A folgen und evtl. Hilfe anbieten.</p>
<p>Trotz unterschiedlicher Lernfrequenzen in der Gruppe ist jedoch festzustellen, dass die Lernkurven der Lernenden im Gro&#223;en und Ganzen &#228;hnlich sind. Dies ist auf die Homogenit&#228;t der Gruppe zur&#252;ckzuf&#252;hren. Aus didaktischer Perspektive kann man anhand dieser Grafiken diejenigen Lernenden, die Probleme bei der Lernorganisation haben, schnell entdecken, weil ihre Lernkurven ganz anders aussehen. Dank der Kurven wird ihr Lernverhalten in Hinsicht auf den Handungsrhythmus sichtbar und erm&#246;glicht relevante Steuerungsma&#223;nahmen.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>4.3 Interaktives Lernverhalten</title>
<p>Interaktives Lernverhalten kann anhand der LA-Ergebnisse der Lernplattform sichtbar werden und es bezieht sich haupts&#228;chlich auf Peer-Lernen und Online-Diskussion. Beim Peer-Lernen werden die Lernaufgaben der Lernenden voneinander korrigiert, kommentiert und bewertet. Die Verbesserungsvorschl&#228;ge der Mitlernenden erm&#246;glichen einen intensiven Online-Austausch. Hier wird v.a. das Diskussionsverhalten ber&#252;cksichtigt. Im Online-Diskussionsforum sollen die Lernenden &#252;ber bestimmte Themen miteinander diskutieren und R&#252;ckmeldungen f&#252;r PartnerInnen geben.</p>
<p>In der Tat diskutieren die Lernenden wie im Pr&#228;senzunterricht nicht so gern und der beste Lernende hat nur 19 Wortmeldungen ver&#246;ffentlicht. Der <xref ref-type="table" rid="T2">Tabelle 2</xref> ist zu entnehmen, dass das interaktive Lernen nicht wie gew&#252;nscht abl&#228;uft. Der Unterschied zwischen aktiven und inaktiven Lernenden ist sehr gro&#223;. Wie bei der Analyse der Lerndauer werden hier auch die Daten von sechs Lernenden, die am meisten und am wenigsten an der Diskussion beteiligt sind, einbezogen.</p>
<table-wrap id="T2">
<caption>
<p>Tab. 2: Diskussionsbeitr&#228;ge</p>
</caption>
<table>
<thead>
<tr>
<td align="center" valign="top">Teilnehmer</td>
<td align="center" valign="top">Anzahl</td>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td align="center" valign="top">A121</td>
<td align="center" valign="top">19</td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top">B120</td>
<td align="center" valign="top">18</td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top">C110</td>
<td align="center" valign="top">9</td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top">D113</td>
<td align="center" valign="top">8</td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top">E104</td>
<td align="center" valign="top">0</td>
</tr>
<tr>
<td align="center" valign="top">F119</td>
<td align="center" valign="top">0</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</table-wrap>
<p>Aus der <xref ref-type="table" rid="T2">Tabelle 2</xref> ist ersichtlich, dass die TeilnehmerInnen bei der Diskussion unterschiedlich oft gehandelt haben. Die ersten zwei Lernenden haben durchschnittlich zweimal in der Online-Woche an der Diskussion teilgenommen und der Dritte nur einmal. Teilnehmer E104 und F119 sind die einzigen zwei, die w&#228;hrend des Semesters nicht mitdiskutiert haben. Die anderen haben sich einmal in der Woche an der Diskussion beteiligt.</p>
<p>Aus der Tabelle l&#228;sst sich ein eher zur&#252;ckhaltendes Lernverhalten bei der Diskussion best&#228;tigen. Im Vergleich zur Handlungsh&#228;ufigkeit im Durchschnitt bei viermal pro Tag ist die Teilnahme an der Diskussion eher gering. Das entspricht auch dem Lernverhalten im Pr&#228;senzunterricht, wo man bei der Diskussion lieber auf die Aufforderung des Lehrenden wartet. Spontane Wortmeldungen sind nicht &#252;blich.</p>
<p>Das Problem, dass die Lernenden ungern online miteinander diskutieren, ist in vielen Online-Kursen &#252;blich. Der Grund liegt einerseits darin, dass die Lernenden eher dazu neigen, im Pr&#228;senzunterricht miteinander zu diskutieren. Andererseits werden Ihre Kommentare und Fragen oft nicht schnell genug beantwortet, wie sie w&#252;nschten.</p>
<p>Aus diesen Gr&#252;nden ist ein lebhaftes interaktives Lernen eher schwierig. Um diese Situation zu verbessern, sind die Lehrenden aufgefordert, sich mehr in diesem Bereich zu engagieren und durch didaktisch-methodische Konzeptionen die Lernenden zur aktiven Sprechteilnahme zu bringen.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>5 Schluss und Ausblick</title>
<p>Aus der obigen Untersuchung kann geschlussfolgert werden, dass die Gruppe insgesamt ein positives Online-Lernverhalten aufzeigt. Die Gruppenmitglieder haben sich aktiv und intensiv mit dem Lernangebot besch&#228;ftigt und ein erhebliches Ma&#223; an Lerndaten hinterlassen, die auch f&#252;r die zuk&#252;nftige Unterrichtspraxis von Bedeutung sind. Bei den einzelnen Lernenden unterscheidet sich das Online-Lernverhalten, was auf die Heterogenit&#228;t innerhalb einer vermeintlich homogenen Lerngruppe hinweist. Aus den individuellen Lerndaten und Interaktionsdaten lassen sich unterschiedliche Lernprofile herauskristallisieren. Aufgrund der Passivit&#228;t des interaktiven Lernens k&#246;nnen evtl. niedrigere Anforderungen an die Lernenden gestellt werden, damit sie weniger Hemmungen haben. Eine andere M&#246;glichkeit w&#228;re, in der Pr&#228;senzphase mehrere Interaktionen einzuplanen und die Lernenden auf die Diskussionen vorzubereiten.</p>
<p>Die Implementierung der LA f&#252;r einen BLK ist trotzdem von gro&#223;er Bedeutung, weil man dadurch das Lernverhalten der Lernenden besser erkennen und eine Verbindung zwischen Lernleistung und Lernverhalten herstellen kann. Die Analyse kann w&#228;hrend des Online-Lernprozesses durchgef&#252;hrt werden, z.B. einmal im Monat, damit Lernprobleme fr&#252;hzeitig entdeckt und entsprechende Steuerungsma&#223;nahmen ergriffen werden k&#246;nnen.</p>
<p>Es sei darauf hingewiesen, dass LA-Ergebnisse nicht unbedingt die Lernintensivit&#228;t widerspiegeln, z.B. die <bold>Login-H&#228;ufigkeit</bold>, die auf die generelle Ambiguit&#228;t von Klickdaten hinweist. Deimann (<xref ref-type="bibr" rid="B3">2016:18</xref>) zweifelt an, dass etwa h&#228;ufige Klicks w&#228;hrend eines E-Learning-Programms auf das Engagement der Lernenden zur&#252;ckzuf&#252;hren sind. Seine weiteren Fragen, wie &#8222;Was bedeutet es, wenn einige Studierende ein Video dreimal hintereinander anschauen und ein anderer nur einmal? Was sagt das &#252;ber das Lernen aus?&#8220; (ebd.: 27) haben ebenfalls die Sinnhaftigkeit der Lerndaten anzweifelt. Es ist schl&#252;ssig, dass die Datenanalyse auch durch andere Messinstrumente offline erg&#228;nzt wird, z.B. Lernleistungen, Lernverhalten im Pr&#228;senzunterricht usw. Trotz der Infragestellung gegen&#252;ber der LA-Ergebnisse von Deimann ist aber nicht zu leugnen, dass die Learning Analyse mit verschiedenen Forschungsmethoden, wie z.B. mit quantitativen Methoden, Klassifizierung, Clusterbildung, Assoziation (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B14">Ranjeeth et al. 2020:39</xref>), DM (Data Mining), IV (Information Visualization), SNA (Social Network Analysis) und Statistiken (ebd.: 40), Modelle zur Analyse gro&#223;er und vielf&#228;ltiger Bildungsdatens&#228;tze (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B2">Bienkowski et al. 2012</xref>) die Erkennung der Lernverhaltensmuster und anderer Muster erleichtert, was die Verbesserung der Lerneffizienz f&#246;rdert.</p>
<p>Angesichts der rasanten Entwicklung des BLKs ist eine kursspezifische Learning Analyse des Online-Lernens der BLKs w&#252;nschenswert. Jedoch steht momentan noch kein spezifischer Datenanalyse-Service f&#252;r Lehrende zur Verf&#252;gung und die Datenanalyse kann nur durch Interpretation kursrelevanter Datenvisualisierung durchgef&#252;hrt werden. Momentan kann die LA der Lernplattform in den Kurs implementiert werden und der Online-Lernprozess ist anhand der LA-Ergebnisse zu erkennen. Wie in der oben ausgef&#252;hrten Untersuchung gezeigt, kann die Evaluation des Online-Lernens nur anhand eines eingeschr&#228;nkten Dashboards durchgef&#252;hrt werden. In diesem Punkt ist es n&#246;tig, einen kursspezifischen Analyse-Service anzubieten, auch wenn dies nur schwer realisierbar ist.</p>
<p>Didaktisch gesehen ist die LA eines Blended-Kurses auch ein Teil des Aufgabenbereiches von KursleiterInnen. Beim Online-Lernen ist es sogar viel dringender, weil man wissen sollte, wie der geplante Inhalt von den Lernenden bearbeitet wird. Mit der Anwendung der LA-Technik kann man &#8222;eine betr&#228;chtliche Menge an Rohdaten, die eine Mustererkennung von Beziehungen und zu behandelnden Lernstilen erm&#246;glichen&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B12">Prestes et al. 2021: 2</xref>) erhalten. Dies tr&#228;gt zur Verbesserung des Unterrichts bei. Durch die Extrahierung von impliziten Informationen werden mehr Informationen &#252;ber das Lernverhalten &#8222;identifiziert und offenbart&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B15">Siemens 2013: 1395</xref>). Aber man muss sich dar&#252;ber im Klaren sein, dass die Bewertung der Lernleistungen der Lernenden mit ihrem Lernverhalten in der Pr&#228;senzphase kombiniert werden muss, weil andere Arten von Daten nicht in der Online-Lernbewertung enthalten sind, z.B. Reaktionsf&#228;higkeit, Kooperationsbereitschaft u.&#228;.</p>
<p>Die zur Reflexion des BLKs einbezogenen LA-Ergebnisse k&#246;nnen unter verschiedenen Aspekten angewendet werden. Die Profile der Lernenden werden erstellt, die &#196;nderungen im Lernverhalten werden erkannt, weitere Ziele wie Empfehlung, Reflexion, Anpassung, Feedback, Prognose, &#220;berwachung, Personalisierung, Mentoring/Beratung, Bewertung, Intervention, Empfehlung, Prognose, Zulassungen, Marketing, Adaption, Personalisierung werden verfolgt (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B14">Ranjeeth et al. 2020: 40</xref>). Es ist ideal, wenn Lehrende bei der Erkennung und Reflexion des BLKs solche Aspekte so weit wie m&#246;glich mitber&#252;cksichtigen. Dabei sollten alle relevanten Akteure in Design- und Implementierungsentscheidungen einbezogen werden, um entweder die Bed&#252;rfnisse der Lehrenden und Lernenden zu decken oder &#252;berh&#246;hte Erwartungen abzumildern (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B21">Whitelock-Wainwright/Tsai/Drachsler/Scheffel/Ga&#353;evi&#263; 2021: 3</xref>). In Zukunft sollten mehrere spezifische LA-Werkzeuge zur Verf&#252;gung gestellt werden, damit Verhaltensmodellierung und Leistungsprognose erm&#246;glicht werden. Idealerweise kann ein &#8222;learning analytics Service&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B21">Whitelock-Wainwright et al. 2021: 3</xref>) angeboten werden, wobei die W&#252;nsche der Studierenden ber&#252;cksichtigt werden sollten.</p>
</sec>
</body>
<back>
<fn-group>
<fn id="n1"><p>E-Tests beziehen sich hier auf Tests auf der Lernplattform, die automatisch von der Lernplattform online generiert werden. Der Aufgabenumfang eines Tests ist zwar festgelegt und wird jedoch bei der Wiederholung des Tests neu sortiert. Die meisten Aufgabentypen sind momentan Single-Choice-Aufgaben.</p></fn>
<fn id="n2"><p>Mit Individuellen Aufgaben sind hier lernkompetenzorientierte Aufgaben gemeint, die nicht obligatorisch sind. Die Videos wiederum werden im Pr&#228;senzunterricht diskutiert und stellen eine Pflichtaufgabe dar.</p></fn>
<fn id="n3"><p>Mit Lernfrequenz wird hier haupts&#228;chlich die Aktivit&#228;t des Abrufens der Website gemeint. Zwar kann dieser Begriff keine verl&#228;sslichen Daten &#252;ber die Lernqualit&#228;t liefern, jedoch erscheint er in Verbindung mit den Beobachtungen des Kursleiters nachvollziehbar. Bei motivierten Lernenden ist die Zahl viel h&#246;her als bei den weniger motivierten. Auch an schriftlichen Kommentaren der Studierenden kann man erkennen, dass die Zahl des Abrufens f&#252;r sie ein tats&#228;chliches Lernen bedeutet, z.B.: &#8222;Ich kann mehrmals lernen und Notiz machen, weil ich nicht auf einmal alles verstehen kann. Ich habe mir die Videos mehrere Male angeguckt und habe viel Zeit investiert&#8220;.</p></fn>
</fn-group>
<ref-list>
<title>Literatur</title>
<ref id="B1"><mixed-citation publication-type="journal"><string-name><surname>Baker</surname>, <given-names>Ryan Shaun</given-names></string-name>; <string-name><surname>Gasevic</surname>, <given-names>Dragan</given-names></string-name> &amp; <string-name><surname>Karumbaiah</surname>, <given-names>Shamya</given-names></string-name> (<year>2021</year>): <article-title>Four paradigms in learning analytics: Why paradigm convergence matters</article-title>. <source>Computers and Education: Artificial Intelligence</source> <volume>2</volume>, <fpage>1</fpage>&#8211;<lpage>9</lpage>.</mixed-citation></ref>
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<title>Kurzbio</title>
<p><bold>Prof. Dr. Jianpei Yang</bold> ist Professor an der Deutschabteilung der East China Normal University in Shanghai. Promoviert hat er im Fach Deutsch als Fremdsprache an der TU Berlin. Seine Forschungsbereiche sind Sprachlehrforschung, Deutsch als Fremdsprache und Digitalisierung der Fremdsprachenlehre in China.</p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><bold>Anschrift:</bold></styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">German Department</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">East China Normal University (ECNU)</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Waiyu Lou, Dongchuan Lu 500</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">Minhang Qu</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">200434 Shanghai</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2">VR. China</styled-content></p>
<p><styled-content style="text-align: right; display: block; line-height: 0.2"><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="mailto:jianpeiyang@163.com">jianpeiyang@163.com</ext-link></styled-content></p>
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