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<journal-title>Zeitschrift f&#252;r Interkulturellen Fremdsprachenunterricht</journal-title>
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<publisher-name>Universit&#228;ts- und Landesbibliothek Darmstadt</publisher-name>
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<subject>Article</subject>
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<article-title>Storytelling des <italic>Intercultural Speakers</italic> als didaktisches Konzept. Analyse eines studentischen Videos im interkulturellen Chinesischunterricht</article-title>
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<surname>Cao</surname>
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<email>JuanCao@web.de</email>
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<pub-date publication-format="electronic" date-type="pub" iso-8601-date="2021-04-01">
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<issue>1</issue>
<fpage>227</fpage>
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<abstract>
<p>In der Unterrichtspraxis der Fremdsprachenlehre fallen Sprache und Kultur oft auseinander. Wie kann man die F&#246;rderung der sprachlichen Kompetenzen mit der St&#228;rkung interkultureller Handlungskompetenz im Unterricht verbinden? 2018 regte die Verfasserin deutsche Studierende eines Mittelstufen-Chinesischkurses an, Videos auf Chinesisch zu produzieren. Eines dieser Videos besch&#228;ftigt sich mit einem <italic>Critical Incident</italic> aufgrund unterschiedlicher kultureller Konzepte der Natur. Am Beispiel dieses Videos wird diskutiert, wie die <italic>Storyline</italic>-Methode die interkulturelle kommunikative Kompetenz f&#246;rdert und wie das Modell des <italic>Intercultural Speakers</italic> im Chinesischunterricht angestrebt werden kann.</p>
</abstract>
<trans-abstract xml:lang="en">
<p>In foreign language teaching, language and culture are often addressed separately. This paper looks for possible concepts to integrate the training of linguistic competences with the strengthening of intercultural competence in Chinese language instruction. In 2018, the author instructed German university students to produce videos in Chinese as part of an intermediate level language course. By staging a critical incident that develops between a German and a Chinese student in China, one of those videos addresses different cultural concepts of nature. This video serves as an example to illustrate how the storyline method may be used to promote intercultural communicative competence and to argue why the &#8216;intercultural speaker&#8217; should be implemented as a role model in Chinese teaching.</p>
</trans-abstract>
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<kwd>Interkulturelle Fremdsprachendidaktik</kwd>
<kwd>Storytelling</kwd>
<kwd>Intercultural Speaker</kwd>
<kwd>Critical Incidents</kwd>
<kwd>Companion Volume</kwd>
<kwd>Intercultural Approach of Foreign Language Teaching</kwd>
<kwd>storytelling</kwd>
<kwd>intercultural speaker</kwd>
<kwd>critical incidents</kwd>
<kwd>Companion Volume</kwd>
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<sec>
<title>1 Bedeutung der interkulturellen Fremdsprachendidaktik in der Unterrichtspraxis<xref ref-type="fn" rid="n1">1</xref></title>
<p>Es bleiben seit Jahrzehnten spannende Fragen, wie sich die Auseinandersetzung mit der Kultur als integraler Bestandteil des Sprachunterrichts entwickeln wird oder wie die interkulturelle kommunikative Kompetenz in der Fremdsprachenunterrichtspraxis gef&#246;rdert werden kann<xref ref-type="fn" rid="n2">2</xref>. Im Begleitband zum <italic>Gemeinsamen europ&#228;ischen Referenzrahmen f&#252;r Sprachen</italic> (GeR), <italic>Companion Volume</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B9">2018</xref>) werden Handlungskompetenzen und interkulturelle Ans&#228;tze<xref ref-type="fn" rid="n3">3</xref> stark betont, wodurch die Bedeutung der interkulturellen Fremdsprachendidaktik aktuell wieder hervorgehoben wird. Allerdings fallen in der Unterrichtspraxis leider oft, insbesondere im Chinesischunterricht, Sprache und Kultur auseinander (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B1">Bredella 1999: 103</xref>). Im Nachfolgenden wird die Bedeutung der interkulturellen Fremdsprachendidaktik vor diesem Hintergrund kurz reflektiert, wobei dem Komplex von &#8222;Handeln und Aushandeln&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B2">Bredella 1999: 115, siehe 1.1</xref>) eine besondere Rolle zukommt.</p>
<sec>
<title>1.1 &#8218;Handeln und Aushandeln&#8216; der Studierenden im inter-kulturellen, konstruktivistischen Fremdsprachenunterricht</title>
<p>Interkulturelle Kommunikation erfordert &#8222;Zweit- bzw. Resozialisation&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B10">Diehm/Radke 1999: 132</xref>) von den Studierenden in der Zielkultur. Nicht nur das richtige linguistische Verhalten, sondern auch zahlreiche andere F&#228;higkeiten, z.B. Reflexion &#252;ber die eigene und die fremde Kultur, Perspektivenwechsel, Handlungskompetenzen<xref ref-type="fn" rid="n4">4</xref>, sind f&#252;r die interkulturelle kommunikative Kompetenz relevant. Laut Bredella/Delanoy (<xref ref-type="bibr" rid="B3">1999: 11</xref>) ist es ein Ziel des interkulturellen Fremdsprachunterrichts, die Differenzen zwischen verschiedenen Kulturen und Sichtweisen &#8222;nicht zu &#252;berspielen, sondern ins Bewusstsein zu heben&#8220;. Diese Differenzen sollen auch als Unterrichtsinhalte linguistisch behandelt und reflektiert werden, was zweifellos eine Herausforderung f&#252;r Studierende und Lehrende bedeutet.</p>
<p>Um die oben erw&#228;hnten F&#228;higkeiten, insbesondere die F&#228;higkeit des Perspektivenwechsels, zu entwickeln, muss die F&#246;rderung der Kompetenzen des Handelns und Aushandelns im Zentrum der interkulturellen Fremdsprachendidaktik stehen:</p>
<disp-quote>
<p>Interkultureller Fremdsprachunterricht lenkt somit die Aufmerksamkeit nicht nur auf die kulturellen Inhalte, sondern bezieht die kulturelle bzw. bi- oder multikulturelle Identit&#228;t der Lernenden ein und begreift den Unterricht selbst als interkulturelles Handeln und Aushandeln. (<xref ref-type="bibr" rid="B2">Bredella 1999: 115</xref>)</p>
</disp-quote>
<p>Handeln und Aushandeln der Studierenden sollen anstatt von Instruktionen durch die Lehrenden im Mittelpunkt stehen, was auch dem Konzept der konstruktivistischen Ans&#228;tze<xref ref-type="fn" rid="n5">5</xref> in der Didaktik entspricht. Dies erfordert eine noch aktivere Rolle der Studierenden im Fremdsprachenunterricht, weil sie mithilfe einer fremden Sprache richtig &#8218;handeln&#8216; und Unklarheiten &#8218;aushandeln&#8216; m&#252;ssen.</p>
<p>Obwohl DidaktikerInnen und Forschende auf dem Gebiet der Fremdsprachendidaktik seit Langem um die Beziehungen von Sprache und Kultur wissen und die Bedeutung der interkulturellen Fremdsprachendidaktik unterstreichen, findet man in der Didaktik f&#252;r Chinesisch als Fremdsprache diese Ans&#228;tze eher in der Theorie als in der Praxis. Manchmal werden nur vereinzelte Anekdoten bzw. Stereotypen aus der chinesischen Kultur am Rande des Chinesischunterrichts nebenbei erw&#228;hnt, um die Studierenden aufzuheitern oder bestimmte sprachliche Ph&#228;nomene zu erkl&#228;ren.</p>
<p>Wenn man das situierte Lernen<xref ref-type="fn" rid="n6">6</xref>, in dem sich konstruktivistische Prinzipien wiederfinden, und die praktische Anwendung des Gelernten in verschiedenen Kontexten unter &#8222;Einnahme mehrerer Perspektiven&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B6">Canfora 2015: 28</xref>) bef&#252;rwortet und im Fremdsprachunterricht betont, dann soll man Sprachen nicht nur im sprachlichen Anwendungskontext lernen, sondern eben auch im gesellschaftlichen und kulturellen Anwendungskontext begreifen. Entsprechend muss die Reflexion &#252;ber die m&#246;glichen Probleme in der interkulturellen Kommunikation auch unter Einnahme mehrerer Perspektiven stattfinden, um richtige Entscheidungen kontextabh&#228;ngig und -ad&#228;quat zu treffen.</p>
</sec>
<sec>
<title>1.2 Vorstellung des Videoprojekts und Forschungsfragen</title>
<p>Das Videoprojekt in einem Mittelstufen-Chinesischkurs zielt darauf ab, die Reflexion und das entsprechende Handeln nicht nur interkulturell, sondern auch sprachlich stattfinden zu lassen. Sprachlernende &#252;bernehmen nach dem <italic>Companion Volume</italic> dadurch nicht nur die Rolle des &#8222;social agent[s]&#8220;, sondern agieren auch aktiv als Mediator (<xref ref-type="bibr" rid="B9">Council of Europe 2018: 24</xref>) im interkulturellen Handlungskontext. Das Vorbild des <italic>Intercultural Speakers</italic> (siehe 2.1), der als handelnde Person im Sprachunterricht die Grenzen zwischen Kulturen und Sprachen &#252;berschreitet, bildet daf&#252;r ein ideales Konzept, weil es den Studierenden viel Freiraum erlaubt, eigenst&#228;ndig Bedeutungen auszuhandeln und ihr eigenes Handeln zu reflektieren.</p>
<p>Die Verfasserin des vorliegenden Beitrags regte im Sommersemester 2018 sechzehn deutsche Studierende des vierten Semesters der Wests&#228;chsischen Hochschule Zwickau an, w&#228;hrend ihrer Freizeit Videos auf Chinesisch &#252;ber ihre Vorstellungen vom Leben einer deutschen Studentin in China zu produzieren. Der Hintergrund des Projekts war die interkulturelle Auslandsvorbereitung f&#252;r die Studierenden im vierten Semester, wobei die Verfasserin f&#252;r die sprachliche Vorbereitung zust&#228;ndig war<xref ref-type="fn" rid="n7">7</xref>. Eine Kollegin bot als Expertin f&#252;r interkulturelle Kommunikation f&#252;r den chinesischsprachigen Raum den Studierenden Kurse f&#252;r interkulturelle Kommunikation auf Deutsch an. Angesichts der Aufregung und der Ungewissheit vor dem Pflichtauslandssemester in China ist solch ein Konzept des interkulturellen Sprachunterrichts ideal f&#252;r eine solche Gruppe. Beim Produzieren der Videos waren alle Hilfsmittel erlaubt, d.h., die Studierenden durften sich ggf. an Muttersprachler wenden, um sprachliche Unterst&#252;tzung zu bekommen.<xref ref-type="fn" rid="n8">8</xref></p>
<p>Insgesamt wurden 14 Videos mithilfe der <italic>Storyline</italic>-Methode produziert (s. Kapitel 2.1.). Eines der Videos besch&#228;ftigt sich mit unterschiedlichen kulturellen Naturkonzepten. Am Beispiel dieses Videos, in dem zwei deutsche Studentinnen als <italic>Intercultural Speaker</italic> einen <italic>Critical Incident</italic><xref ref-type="fn" rid="n9">9</xref> darstellten und l&#246;sten, wird dargestellt, wie die <italic>Storyline</italic>-Methode, als eine aktivierende Unterrichtsmethode die interkulturelle kommunikative Kompetenz f&#246;rdert. Dabei wird versucht, die folgenden Forschungsfragen zu beantworten:</p>
<list list-type="order">
<list-item><p>Wie k&#246;nnte das Vorbild des <italic>Intercultural Speakers</italic> am Beispiel der genannten Videoproduktion im interkulturellen Chinesischunterricht realisiert werden?</p></list-item>
<list-item><p>Welche Lerneffekte kann das Konzept des <italic>Intercultural Speakers</italic> im interkulturellen Chinesischunterricht hervorbringen?</p></list-item>
</list>
<p>Aus zwei Perspektiven wird die Frage nach der Realisierung des <italic>Intercultural Speakers</italic> mithilfe der <italic>Storyline</italic>-Methode dargestellt:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>&#8211; die sprachliche Realisierung des Konzepts;</p></list-item>
<list-item><p>&#8211; der <italic>Intercultural Speaker</italic> als handelnde Person mit seiner Innen- und Au&#223;enperspektive im interkulturellen Chinesischunterricht.</p></list-item>
</list>
<p>Die zweite Forschungsfrage ist mit der ersten verbunden und wird sp&#228;ter separat noch konkreter beantwortet.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>2 Definition von <italic>Intercultural Speaker, Storyline</italic>-Methode und <italic>Critical Incidents</italic></title>
<p>Einen wichtigen Rahmen f&#252;r die vorliegende Untersuchung bietet neben der Arbeit von Byram (<xref ref-type="bibr" rid="B5">2008</xref>), der in den 1990er als erster das Konzept des <italic>Intercultural Speakers</italic> entwickelte, auch der Artikel &#8222;Zielsetzungen interkulturellen Fremdsprachenunterrichts&#8220; von Bredella (<xref ref-type="bibr" rid="B1">1999</xref>), in dem u.a. die Spannungen zwischen dem <italic>Intercultural Speaker</italic> und dem <italic>Native Speaker</italic> als Vorbild im Fremdsprachenunterricht diskutiert und konkrete Konzepte zur Realisierung des <italic>Intercultural Speakers</italic> mithilfe der Innen- und Au&#223;enperspektive dargestellt wurden<xref ref-type="fn" rid="n10">10</xref>. Auch wenn diese Diskussion bereits im letzten Jahrhundert stattfand, konnte sich dieses Konzept in der Unterrichtspraxis noch nicht durchsetzen, weil bis jetzt &#8211; trotz eingehender Recherche &#8211; kaum Literatur zum Realisierungskonzept des <italic>Intercultural Speakers</italic> im Sprachunterricht zu finden ist.</p>
<p>Mit der Ver&#246;ffentlichung des <italic>Companion Volume</italic> und der vier Makro-Funktionen Rezeption, Produktion, Interaktion und vor allem Mediation (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B9">Council of Europe 2018: 30</xref>) gewann der Ansatz von Byram (<xref ref-type="bibr" rid="B4">1997</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B5">2008</xref>) und Bredella (<xref ref-type="bibr" rid="B1">1999</xref>) an Aktualit&#228;t. Alle vier Makro-Funktionen treffen auf die Eigenschaften des <italic>Intercultural Speakers</italic> zu (siehe dazu 2.1).</p>
<p>Das Konzept des <italic>Intercultural Speakers</italic> dient mit anderen Konzepten wie der <italic>Storyline</italic>-Methode oder den <italic>Critical Incidents</italic> als Grundlage der Videoanalyse. Im Folgenden werden als theoretische Grundlage der Analyse die Begriffe <italic>Intercultural Speaker</italic>, die <italic>Storyline</italic>-Methode und <italic>Critical Incidents</italic> vorgestellt. Sie sollen als eine Einheit gesehen werden: Das Vorbild des <italic>Intercultural Speakers</italic> im Chinesischunterricht bildet das theoretische Grundkonzept des Versuchs, interkulturelle Kompetenz, vor allem Handlungskompetenz, mit Sprachkompetenz zu verbinden, w&#228;hrend die <italic>Storyline</italic>-Methode als konkretes Realisierungsinstrument fungiert, das einen konkreten Fall aus den <italic>Critical Incidents</italic> als inhaltlich behandelt.</p>
<sec>
<title>2.1 Der <italic>Intercultural Speaker</italic> als Vorbild im interkulturellen Fremdsprachenunterricht</title>
<p>Bredella kn&#252;pft in seinem Artikel an die Gedanken von Michael Byram an, der als erster in den 1990er Jahren das Konzept des <italic>Intercultural Speakers</italic> entwickelt hatte. Eine neue Studie betont:</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>The intercultural speaker is [&#8230;] not only linguistically, but also interculturally competent, i.e. he/she has a command of the grammar and vocabulary of the language he/she is learning and is also both sensitive towards other peoples and cultures and aware of his/her own cultural positioning</p></list-item>
<list-item><p>(Wilkinson 2014: 296).</p></list-item>
</list>
<p>Der <italic>Intercultural Speaker</italic> entwickelte sich inzwischen zu einem multilingualen und multikulturellen Akteur weiter, der die Grenzen mehrerer Sprachen und Kulturen &#252;berschreiten kann (vgl. Wilkinson 2014: 298&#8211;299). Byram schlug im Jahr 2008 vor, dass der <italic>Intercultural Speaker</italic> in <italic>Intercultural Mediator</italic> umbenannt werden k&#246;nnte, betonte aber immer noch die sprachliche Kompetenz des <italic>Intercultural Speakers</italic>: &#8222;[&#8230;] the emphasis on speaker is useful because it reminds us of the importance of language, and the implication that mediation pre-supposes some linguistic competence&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B5">Byram 2008: 68</xref>). Im vorliegenden Beitrag wird trotzdem weiter der Begriff <italic>Intercultural Speaker</italic> angewendet, um zum einen den Aspekt des Sprachlernens hervorzuheben und zum anderen konsistent mit dem verwendeten Begriff <italic>Intercultural Speaker</italic> im Artikel von Bredella (<xref ref-type="bibr" rid="B1">1999</xref>) zu bleiben. Vermutlich wird sich dieser Begriff mit der Ver&#246;ffentlichung des GeR-Begleitbandes <italic>Companion Volume</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B9">2018</xref>) in der Zukunft zu dem von Byram vorgeschlagenen Begriff <italic>Intercultural Mediator</italic> entwickeln.</p>
<p>Im <italic>Companion Volume</italic> werden die Mediation und die &#8222;plurilingual / pluricultural competences&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B9">Council of Europe 2018: 23</xref>) der Sprachlerner hervorgehoben, was zum neuen Begriff <italic>Intercultural Mediator</italic> von Byram passt. Insbesondere wird Mediation als wichtige Kompetenz ausf&#252;hrlich beschrieben: &#8222;In mediation, the user/learner acts as a social agent who creates bridges and helps to construct or convey meaning, sometimes within the same language, sometimes from one language to another (cross-linguistic mediation)&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B9">Council of Europe 2018: 103</xref>). Drei Arten der Mediation werden beschrieben: Mediation von Texten, Mediation von Kommunikation und Mediation von Konzepten (<xref ref-type="bibr" rid="B9">Council of Europe 2018: 104</xref>; vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B16">Mader/Camerer 2019: 11</xref>).</p>
<p>Der vorliegende Artikel beschr&#228;nkt sich aus fachlicher Sicht lediglich auf Chinesisch als Fremdsprache, ein Gebiet, das bisher auch nur wenig erforscht wurde. Generell werden in der Praxis des Chinesischunterrichts die linguistischen und kulturellen Aspekte weiterhin getrennt behandelt. Das Lehrbuch <italic>Endlich verstehe ich die Chinesen!</italic> (<xref ref-type="bibr" rid="B28">Wu/Huang 2017</xref>) bildet eine der wenigen Ausnahmen. Allerdings werden manche Konflikte in diesem Buch zwischen Chinesen und Deutschen eher aus chinesischer Perspektive behandelt. So wird z.B. bei der Darstellung von &#8218;Gesicht&#8216; (<italic>mi&#224;nz&#464;</italic> &#38754;&#23376;, 6&#8211;7) und H&#246;flichkeit (29&#8211;30) erwartet, dass die deutschen Leser den chinesischen Standpunkt verstehen und sich das richtige Verhaltensmuster aneignen sollten, um sich anzupassen. Die aktive Rolle der Deutschen in heiklen Situationen wird dagegen nicht besonders hervorgehoben.</p>
<p>Der Begriff <italic>Intercultural Speaker</italic> hat sich in der Forschung der interkulturellen Kommunikation und Fremdsprachendidaktik etabliert und ist dementsprechend viel diskutiert worden (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B1">Bredella 1999</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B5">Byram 2008</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B27">Wilkinson 2011</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B13">House 2008</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B26">Wang/Sun 2016</xref>); er bleibt jedoch immer noch scheinbar ein impraktikables und provokantes Konzept, weil viele chinesische Lehrb&#252;cher die Muttersprachler als Vorbild des Fremdsprachenunterrichts voraussetzen.</p>
<p>Bredellas Konzept des <italic>Intercultural Speakers</italic> mit Innen- und Au&#223;enperspektive bietet dem vorliegenden Beitrag die theoretische Orientierung, um die Br&#252;cke zwischen den linguistischen und den kulturellen Kompetenzen zu schlagen. Im Nachfolgenden wird dargestellt, warum das Konzept des <italic>Intercultural Speakers</italic> f&#252;r den interkulturellen Fremdsprachenunterricht notwendig ist.</p>
<sec>
<title>2.1.1 Das Streben nach dem <italic>Native Speaker</italic> als eine Illusion im Fremdsprachenunterricht</title>
<p>Bredella (<xref ref-type="bibr" rid="B2">1999: 89</xref>) betonte, wie illusorisch das Streben im Fremdsprachenunterricht ist, dass &#8222;sich der Fremdsprachenlerner wie ein &#8218;native speaker&#8216; verhalten solle&#8220;. Auch Byram (<xref ref-type="bibr" rid="B5">2008: 58</xref>) wies vor einigen Jahren darauf hin, wie problematisch das Konzept des <italic>Native Speakers</italic> ist. Das &#8222;Native Speaker-Konstrukt&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B16">Mader/Camerer 2019: 8</xref>) wirkt in dem <italic>Gemeinsamen europ&#228;ischen Referenzrahmen f&#252;r Sprachen</italic> (GeR 2001) noch zum Teil nach, aber im <italic>Companion Volume</italic> gilt der &#8222;idealised Native speaker&#8220; nicht l&#228;nger als Vorbild (<xref ref-type="bibr" rid="B9">Council of Europe 2018: 45</xref>), was als ein Paradigmenwechsel bezeichnet werden kann:</p>
<disp-quote>
<p>It should be emphasised that the top level in the CEFR scheme, C2, has no relation whatsoever with what is sometimes referred to as the performance of an idealised &#8216;native-speaker&#8217;, or a &#8216;well-educated native speaker&#8217; or a &#8216;near-native speaker&#8217; (<xref ref-type="bibr" rid="B9">Council of Europe 2018: 35</xref>).</p>
</disp-quote>
<p>Mader/Camerer (<xref ref-type="bibr" rid="B16">2019: 17</xref>) weisen in ihrem Vortrag auf dem 7. Bremer Symposium darauf hin, dass beispielsweise in einigen Deskriptoren f&#252;r C2 statt <italic>Native Speaker</italic> das Wort <italic>virtually</italic> steht, z.B. H&#246;ren (C2): &#8222;Can understand with ease virtually any kind of spoken language, whether live or broadcast, delivered at fast natural speed&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B9">Council of Europe 2018: 55</xref>); Korrespondenz (C2): &#8222;Can write virtually any type of correspondence necessary in the course of his/her professional life in an appropriate tone and style&#8220; (94); Artikulation (C2): &#8222;Can articulate virtually all the sounds of the target language with clarity and precision&#8220; (136). Die h&#228;ufige Anwendung des Wortes <italic>virtually</italic> zeigt bereits, dass der Muttersprachler hier nicht mehr als Vorbild genommen wird, was nach Meinung von Mader/Camerer (<xref ref-type="bibr" rid="B16">2019: 17</xref>) zu einem &#8222;Abschied vom Muttersprachlerstandard [?]&#8220; f&#252;hrt.</p>
<p>Dennoch sind im Chinesischunterricht noch immer Appelle typisch, die einen <italic>Native speaker</italic> als Vorbild hinstellen: &#8222;Sie m&#252;ssen wie die chinesischen Muttersprachler Chinesisch sprechen!&#8220; Allerdings zeigt die Unterrichtspraxis immer wieder, dass dies letztendlich nur ein Wunschtraum der Lehrenden bleibt: Ein hervorragender Fremdsprachenlernender kann neben Sprachkenntnissen m&#246;glicherweise eine enorme Anzahl von Verhaltens-, Denk- und Deutungsmustern etc., die das Sprachverhalten wesentlich mitpr&#228;gen, auswendig lernen und sie situationsad&#228;quat anwenden, aber es bleibt trotzdem eine Illusion, dass er <italic>alle</italic> relevanten Muster auswendig lernen k&#246;nnte.</p>
<p>Au&#223;erdem ist es diskussionsbed&#252;rftig, wer denn tats&#228;chlich ein richtiger <italic>Native Speaker</italic> ist. Kramsch zweifelt daran, dass es &#8222;[&#8230;] angesichts weltweiter Migrationsbewegungen und interkultureller Beziehungen &#252;berhaupt eine sprachliche Norm geben [&#8230;]&#8220; k&#246;nne (Kramsch 1998; zitiert nach <xref ref-type="bibr" rid="B2">Bredella 1999: 91</xref>). Was Chinesisch angeht, steht diese Sprache sp&#228;testens seit der Vierten-Mai-Bewegung im Jahr 1919 stark unter dem Einfluss europ&#228;ischer Sprachen. Wenn man au&#223;erdem an verschiedene Debatten zwischen S&#252;dchinesen und Nordchinesen denkt<xref ref-type="fn" rid="n11">11</xref>, sind die sprachlichen und kulturellen Unterschiede zwischen den verschiedenen Regionen in China so gro&#223;, dass nicht immer &#8222;ein &#8218;native speaker&#8216; als Schiedsrichter bei Fragen grammatikalischer Richtigkeit und sozialer Akzeptanz herangezogen werden kann&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B2">Bredella 1999: 91</xref>). Man &#252;bersieht oft die Kreativit&#228;t und Dynamik der Kulturen und Sprachen, die in einem st&#228;ndigen Wandel begriffen sind, so dass selbst Muttersprachler auch nicht immer umfassend &#252;ber neuere Entwicklungen informiert sein k&#246;nnen und nicht alles beurteilen k&#246;nnen.</p>
</sec>
<sec>
<title>2.1.2 Notwendigkeit des <italic>Intercultural Speakers</italic> im interkulturellen Fremdsprachenunterricht</title>
<p>Byram (<xref ref-type="bibr" rid="B5">2008: 58</xref>) weist darauf hin, dass in GeR (2001) bereits Charakterz&#252;ge des <italic>Intercultural Speakers</italic> zu finden sind, weil Sprachlerner vor allem als &#8222;social agents&#8220; betrachtet werden; in dem <italic>Companion Volume</italic> sind die Charakterz&#252;ge des <italic>Intercultural Speakers</italic> noch deutlicher zu beobachten, was vor allem an den oben erw&#228;hnten Beispielen der Deskriptoren und der Beschreibung der Kompetenzen als Mediator zu erkennen ist.</p>
<p>Auch wenn dieses Konzept auf den ersten Blick provozierend gegen&#252;ber dem konventionellen Konzept des <italic>Native Speakers</italic> ist, ist es aus pragmalinguistischer Auffassung notwendig, weil der Gebrauch von sprachlichen &#196;u&#223;erungen in der konkreten Kommunikationssituation zweifellos von der Identit&#228;t und Denkweise der Fremdsprachenlernenden abh&#228;ngt. Da die Kultur sich in einem st&#228;ndigen Wandel befindet, der nicht nur das Handeln der Menschen pr&#228;gt, sondern auch vom Handeln der Menschen beeinflusst wird, reicht die Vermittlung der Verhaltensweisen oder der &#8222;Gewohnheiten, Werte und Einstellungen&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B2">Bredella 1999: 91</xref>) der Muttersprachler leider nicht, die Lernenden dazu zu bef&#228;higen, sich in jeder Situation wie Muttersprachler zu verhalten. Das Wissen &#252;ber die Fremd- und Eigenkultur und den damit verbundenen Sprachengebrauch bleibt immer begrenzt und unvollst&#228;ndig. &#8222;Selbst in weniger komplexen Kulturen als unsrigen ist das Verhalten der Menschen nicht aus den Regeln und Werten ihrer Kultur ableitbar&#8220; (91).</p>
<p>Wenn man im interkulturellen Fremdsprachenunterricht die Illusion der Ausbildung von <italic>Native Speakern</italic> aufgibt, gesteht man den Sprachlernenden, die vielleicht als &#8218;Einwanderer&#8216;<xref ref-type="fn" rid="n12">12</xref> in die chinesische Sprache bezeichnet werden k&#246;nnten, zu, ihren eigenen Blickwinkel mitzubringen, die eigene Identit&#228;t zu behalten und zu erweitern. Selbstverst&#228;ndlich bedeutet dies nicht, dass die Lernenden beliebig die Sprachnormen &#228;ndern d&#252;rften. Dar&#252;ber hinaus ist auch die Hypothese vorgebracht worden, dass Lernende, indem sie die Illusion aufgeben, richtige <italic>Native speaker</italic> zu werden, noch mehr Fortschritte erzielen. Die Lernenden k&#246;nnen &#8222;[&#8230;] more profitably and more realistically aspire to become Intercultural speaker&#8220; (Wilkinson 2014: 297). Allerdings gibt es f&#252;r diese Hypothese bislang noch zu wenig empirische Belege. Das im vorliegenden Beitrag behandelte Video kann als ein Beispiel der positiven Wirkungen des <italic>Intercultural Speakers</italic> betrachtet werden.</p>
<p>Eine andere positive Wirkung des Konzepts des <italic>Intercultural Speakers</italic> ist die Erweiterung der eigenen Identit&#228;t. Dabei wird eine sogenannte &#8222;multikulturelle Identit&#228;t&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B2">Bredella 1999: 92</xref>) entwickelt, die die alte Identit&#228;t transformiert und die Sensibilit&#228;t f&#252;r die eigene und die fremde[n] Kultur[en] sch&#228;rft. &#8222;Menschen haben ein Recht auf die Anerkennung ihrer kollektiven Identit&#228;t, aber sie sollen nicht auf ihre Identit&#228;t festgelegt werden&#8220; (98). Das Eintauchen in die neue Kultur bedeutet nicht das Aufgeben der eigenen Kultur. Es kann nicht genug betont werden, dass Menschen durch Distanz zur eigenen Kultur und Sprache neue Blickwinkel einnehmen k&#246;nnen, dass die Fremdkultur und -sprache eine Bereicherung der eigenen Kultur und Sprache ist (vgl. dazu <xref ref-type="bibr" rid="B2">Bredella 1999: 97</xref>).</p>
<p>Ein Beleg f&#252;r die Erweiterung der eigenen Identit&#228;t ist die beim Sprachlernen oft zu h&#246;rende Aussage, dass man nicht nur die Fremdsprache lernt, sondern sich auch eine neue Denkweise aneignet. Unabh&#228;ngig davon, ob die Lernenden an ihrer eigenen Identit&#228;t festhalten oder diese zu transformieren bereit sind. Wenn sie in der fremden Kultur handeln m&#252;ssen, so ist ihr Handeln zweifellos zum Scheitern verurteilt, wenn sie die Denkweisen oder Verhaltensmuster der fremden Kultur nicht verstehen k&#246;nnen. Entsprechend m&#252;ssen Deutsche z.B. in der Lage sein, die Antwort &#8222;Ich schaue mal&#8220; (&#25105;&#30475;&#30475;&#21543;) von Chinesen als eine eventuelle Ablehnung zu verstehen und entsprechend zu handeln. Das ist genau die Erwartung an den <italic>Intercultural Speaker</italic>, &#8222;[&#8230;] der zwischen den Kulturen steht und zwischen ihnen zu vermitteln sucht [&#8230;]&#8220;. &#8222;Was das Eigene und das Fremde ist, l&#228;sst sich daher nicht mehr so genau bestimmen&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B2">Bredella 1999: 93</xref>). Das kann man besonders bei manchen Studierenden beobachten, die mindestens ein Jahr in China gelebt und viel Kontakt mit Chinesen hatten, da sie sich schon zwischen den Kulturen befinden.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>2.2 <italic>Storyline</italic>-Methode als Realisierungsform des <italic>Intercultural speakers</italic></title>
<sec>
<title>2.2.1 <italic>Storyline</italic>-Methode im handlungsorientierten Fremdsprachenunterricht</title>
<p>Die <italic>Storyline</italic>-Methode, die in den 1960er Jahren anfing, sich zu verbreiten, bietet in dem erw&#228;hnten Videoprojekt eine ideale M&#246;glichkeit, das Konzept des <italic>Intercultural Speakers</italic> zu realisieren. Studierende erz&#228;hlen als kreative Autoren eine Geschichte oder eine Reihe von inhaltlich koh&#228;renten Geschichten, dabei k&#246;nnen sie ihre sprachlichen Kompetenzen trainieren. Schw&#228;nke (<xref ref-type="bibr" rid="B21">2018: 5</xref>) betont: &#8222;Da Erfahrungen von Menschen meistens in Form von Geschichten erinnert werden, eignet sich eine Story gut zur Strukturierung von Lernprozessen; sie bildet den roten Faden&#8220;. Wenn Studierende eine Geschichte oder eine Reihe von Geschichten erz&#228;hlen, k&#246;nnen sie durch dieses kreative Handeln das Gelernte besser verinnerlichen und reflektieren.</p>
<p>In der <italic>Storyline</italic>-Methode steht das Handeln der Lernenden im Mittelpunkt, allerdings ist diese Methode bis jetzt an den Hochschulen nicht besonders verbreitet, sondern wird &#246;fter in der Schule eingesetzt. Schw&#228;nke (<xref ref-type="bibr" rid="B21">2018: 89</xref>) meint: &#8222;Aus heutiger Sicht ist Storyline ganz offensichtlich ein konstruktivistischer Ansatz&#8220;. Als eine Art von &#8218;situiertem Lernen&#8216; f&#246;rdert diese lernerzentrierte Methode im handlungsorientierten Fremdsprachenunterricht u.a. die flexible kontextabh&#228;ngige Anwendung in einer authentischen Situation. Studierende k&#246;nnen ihr Gelerntes reflektiert in einer Reihe von Geschichten, hier &#8218;Stories&#8216;, kreativ anwenden. Selbst im universit&#228;ren Umfeld kann die <italic>Storyline</italic>-Methode hilfreich sein, wenn die Aufgaben das Interesse der Studierenden wecken und der Schwierigkeitsgrad zwar herausfordernd, aber nicht &#252;berfordernd ist.</p>
<p>Im interkulturellen Fremdsprachenunterricht spielt die Reflexion &#252;ber die eigene und fremde Kultur eine wichtige Rolle, so dass die &#8218;Story&#8216; nicht aus der Sicht eines &#8218;Touristen&#8216; erz&#228;hlt werden sollte, sondern aus der Perspektive eines <italic>Intercultural Speakers</italic>. Die Studierenden in diesem Video pr&#228;sentieren sich nicht als Touristen, die z.B. nur im Restaurant etwas bestellen sollten &#8211; eine Situation, die &#252;brigens f&#252;r den Fremdsprachenunterricht nach dem Zweiten Weltkrieg typisch war (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B2">Bredella 1999: 93</xref>) und auch heutzutage noch oft in den Lehrb&#252;chern zu finden ist. Themen wie Einkaufen, Hotelbuchen, Restaurantbesuch, Essen, Reisen etc. werden in den Videos der Studierenden zwar immer noch behandelt, aber nicht mehr aus der Perspektive eines Touristen, sondern aus der Perspektive der Europ&#228;er, die sich aktiv mit der Kultur, Sprache und den Alltagsproblemen in China auseinandersetzen.</p>
</sec>
<sec>
<title>2.2.2 Vorstellung der Videoproduktion nach der <italic>Storyline</italic>-Methode</title>
<p>Aus Platzgr&#252;nden werden nun lediglich die ersten sieben von insgesamt vierzehn Vidoes vorgestellt. vorzustellen<xref ref-type="fn" rid="n13">13</xref>. Im Folgenden wird kurz illustriert, wie die sieben Videos, die als eine Serie im Juni 2018 von Studierenden abgegeben, nach der <italic>Storyline</italic>-Methode produziert wurden. Danach werden anhand eines konkreten Videos die M&#246;glichkeiten der Realisierung des interkulturellen Fremdsprachunterrichts untersucht, die die sprachlichen Lernziele mit der F&#246;rderung der interkulturellen Kompetenz verbinden.</p>
<p>Die European Association for Educational Design (EED), &#8222;which represents key Storyline practitioners across Europe&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B17">Mitchell-Barrett 2010:18</xref>), legte Prinzipien f&#252;r die <italic>Storyline</italic>-Methode fest:</p>
<list list-type="order">
<list-item><p>The Principle of Story: providing a meaningful context and a predictable structure, through the use of story.</p></list-item>
<list-item><p>The Principle of Anticipation: using anticipation to engage the pupils in the Storyline and ask the key question: What will happen next?</p></list-item>
<list-item><p>The Principle of the Teacher&#8217;s Rope: in a Storyline, the teacher holds the rope that represents the planned Storyline but it is flexible to allow pupil control.</p></list-item>
<list-item><p>The Principle of Ownership: the Storyline is built upon the pupils&#8217; prior knowledge and acknowledges this, allowing the Storyline learning to become a shared experience between the teacher and pupil.</p></list-item>
<list-item><p>The Principle of Context: the context of the Storyline gives the pupils a reason for learning and as Storyline represents real life, the context is recognisable to the pupils and has meaning to them.</p></list-item>
<list-item><p>The Structure Before Activity Principle: the pupils decide what it is they need to know in order to complete the Storyline and in doing this they create their own questions. [&#8230;] (Creswell 1997; zitiert nach: <xref ref-type="bibr" rid="B17">Mitchell-Barrett 2010:19</xref>)</p></list-item>
</list>
<p>In der Videoreihe erz&#228;hlten sechzehn deutsche Studierende in sieben Gruppen sieben vorgestellte Geschichten (s. The Principle of Story) &#252;ber die Studentin Heidi (Haidi &#28023;&#33922;), die die Studierenden in Anlehnung an die ber&#252;hmte Figur &#8222;Heidi auf der Alm&#8220; gemeinsam geschaffen haben. Die japanische Anime-Serie <italic>Heidi</italic> aus den 70er Jahren fanden die Studierenden sehr lustig, weshalb sie sich auf diese Figur geeinigt hatten. Allerdings studiert Heidi nun genau wie sie selbst im 21. Jahrhundert Chinesisch und Wirtschaft und wird ein Auslandssemester in China absolvieren. In der ganzen Videoreihe geht es um verschiedene Erlebnisse von Heidi in China. Die Studierenden mussten beim Produzieren antizipieren, was Heidi, die von allen Studierenden gemeinsam als eine neugierige, direkte, tierliebe und offene Studentin geschaffen wurde, in China erleben w&#252;rde (s. The Principle of Anticipation).</p>
<p>Weil sieben Teams parallel sieben Videos produzieren mussten, war es wichtig, dass sie gemeinsame Handlungsrahmen und Hauptfiguren grob erschaffen, in die sie sich dann hineinversetzen konnten. Die einzelnen Videos sollten auch als eine Reihe koh&#228;rent sein und keine widerspr&#252;chlichen Handlungen oder Charakterz&#252;ge enthalten. Deswegen war es die Aufgabe der Verfasserin dieses Beitrags, den roten Faden gemeinsam mit den Studierenden herauszuarbeiten und diesen immer im Auge zu behalten (s. The Principle of the Teacher&#8217;s Rope). Mit der App AnswerGarden<xref ref-type="fn" rid="n14">14</xref> und <italic>Google Formulare</italic> haben die Studierenden verschiedene Fragen wie die nach Namen, Alter, Familie, Hobbies, Studienfach, Pers&#246;nlichkeit, Vorhaben in China, m&#246;glichen Problemen in China sowie potentiellen Konflikten mit Chinesen beantwortet<xref ref-type="fn" rid="n15">15</xref>. Neben Heidi haben sie noch einen chinesischen Freund namens W&#225;ng D&#224;h&#462;i &#29579;&#22823;&#28023;&#32;erschaffen, den Heidi im Zoo von Leipzig kennengelernt hatte. Die Verfasserin fasste die Beschreibungen der Figuren zusammen und stellte sie den Studierenden zur Verf&#252;gung mit der Aufforderung, beim Erstellen der Videos stets auf die vorgegebenen Informationen und auf den roten Faden zu achten (s. The Structure Before Activity Principle).</p>
<p>Alle Videos wurden am Semesterende pr&#228;sentiert, sodass die Studierenden auch sprachlich und inhaltlich voneinander lernen konnten. Wie oben erw&#228;hnt, erzeugte das bevorstehende Auslandssemester bei den Studierenden eine ausreichende Motivation, in den vorgestellten Kontexten ihre eigenen Geschichten zu produzieren (s. The Principle of Context).</p>
<p>Im Folgenden wird das Video mit dem Titel &#8222;Heidi sucht die Natur&#8220; (&#8222;H&#462;id&#236; zh&#462;ozh&#462;o d&#224;z&#236;r&#225;n&#8220; &#28023;&#33922;&#25214;&#25214;&#22823;&#33258;&#28982;) exemplarisch genauer erl&#228;utert und schwerpunktm&#228;&#223;ig analysiert.</p>
<p>Heidi hat in Shanghai Heimweh. Am meisten vermisst sie ihre Familie und die Natur. In diesem Moment ruft sie ihr chinesischer Freund W&#225;ng D&#224;h&#462;i an, den sie fr&#252;her im Leipziger Zoo kennengelernt hat. Heidi erz&#228;hlt ihm von ihrem Kummer, weswegen W&#225;ng D&#224;h&#462;i sie aufheitern m&#246;chte, indem er f&#252;r sie eine gro&#223;e &#220;berraschung vorbereitet. In der n&#228;chsten Szene sind beide bei W&#225;ng D&#224;h&#462;i zu Hause, wo sie die &#220;berraschung, n&#228;mlich ein typisch deutsches Essen mit Brezeln, K&#228;se, Milch, Bier gemeinsam genie&#223;en. W&#228;hrend des Essens erz&#228;hlen sie einander ihre Tr&#228;ume: Heidi tr&#228;umte, dass sie im Wald gewandert sei und ihren Freund Peter mit seinen Ziegen gesehen habe. W&#225;ng D&#224;h&#462;i tr&#228;umte von ihrem gemeinsamen Besuch des Tiergartens in Chengdu, wo sie Pandas gesehen hatten. Deswegen entscheiden sie sich, nach Chengdu zu fahren, um dort die Natur zu erleben. In der dritten Szene sprechen sie nach dem Besuch des Tiergartens &#252;ber den sch&#246;nen Tag. Obwohl Heidi alles sehr interessant findet, vermisst sie immer noch die Natur. W&#225;ng D&#224;h&#462;i kann das nicht verstehen, weil sie beide sich &#8211; seiner Meinung nach &#8211; in der Natur, n&#228;mlich im Zoo, befanden. Heidi teilt seine Meinung nicht. W&#225;ng malt ihr seine Vorstellung von einem perfekten Tag aus: Sie fahren nach dem Besuch des Tiergartens zum ber&#252;hmten Gro&#223;en Leshan-Buddha, essen dort Feuertopf, singen im KTV<xref ref-type="fn" rid="n16">16</xref> etc. Heidi ist wenig begeistert von dieser Idee und besteht darauf, einen Tag in der Natur zu genie&#223;en. Weil beim Diskutieren der Bus abgefahren ist, muss am Ende W&#225;ng D&#224;h&#462;i doch mit Heidi einen sch&#246;nen Tag auf der Wiese in der Natur genie&#223;en, wo sein Smartphone einen schlechten Empfang hat. Jemand erreicht W&#225;ng D&#224;h&#462;i am Ende trotzdem telefonisch. W&#225;ng D&#224;h&#462;i erz&#228;hlt am Telefon, wie er gerade die sch&#246;ne Natur an einem Ort, den er nicht kennt, genie&#223;t. Am Ende wirkt Heidi zufrieden und gl&#252;cklich. W&#225;ng D&#224;h&#462;i ist hingegen nicht ganz so gl&#252;cklich, akzeptiert aber alles.</p>
<p>Bei der Produktion des Videos achteten die beiden Studentinnen darauf, wie sie das Gelernte sowohl aus dem Sprachunterricht als auch aus dem Unterricht f&#252;r interkulturelle Kommunikation in einer selbst konstruierten &#8218;Realit&#228;t&#8216; anwendeten und ihre Kenntnisse ausbauten (s. The Principle of Ownership). Das Video behandelt u.a. den <italic>Critical Incident</italic> der unterschiedlichen Naturverst&#228;ndnisse und ist ein geeignetes Beispiel f&#252;r die Verwirklichung eines interkulturellen Fremdsprachunterrichts, der sowohl sprachliche Lernziele als auch allgemeine Erziehungsziele<xref ref-type="fn" rid="n17">17</xref> im Unterricht ber&#252;cksichtigt.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>2.3 <italic>Critical Incidents</italic> als Unterrichtsinhalt im interkulturellen Fremdsprachenunterricht</title>
<p>In dem Video beschrieben die Studentinnen einen <italic>Critical Incident</italic> oder auf Deutsch eine &#8218;kritische Interaktionssituation&#8216; (unterschiedliche Konzepte der Natur und die damit verbundene Frage &#8222;Was ist ein perfekter Tag in der Natur?&#8220;) und pr&#228;sentierten ihre L&#246;sungen zu diesem Incident. <italic>Critical Incidents</italic> beschreiben Situationen, die &#8222;[&#8230;] allt&#228;glich, oft wiederkehrend, authentisch und damit typisch f&#252;r Interaktionen von Personen aus den beiden beteiligten Kulturen&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B24">Utler/Thomas 2010: 318</xref>) und die &#8222;[&#8230;] f&#252;r die Interaktionspartner relevant&#8220; (ebd.) sind. Diese Interaktionssituationen &#8222;[&#8230;] verlaufen nicht erwartungsgem&#228;&#223; (negativ/positiv), sondern werden als &#252;berraschend, unverst&#228;ndlich bis hin zu konflikthaft erlebt [&#8230;]&#8220; (ebd.) und sind &#8222;[&#8230;] anf&#228;llig f&#252;r Fehlinterpretationen, jedoch (eindeutig) erkl&#228;rbar, wenn das entsprechende kulturelle Hintergrundwissen vorhanden ist [&#8230;]&#8220; (ebd.).</p>
<p>Die <italic>Critical Incident Technique</italic> [CIT], die von John C. Flanagan bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt wurde (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B12">Heringer 2010: 218</xref>), ist eine g&#228;ngige Methode beim interkulturellen Training, die allerdings im Chinesischunterricht nur selten verwendet wird<xref ref-type="fn" rid="n18">18</xref></p>
<p>Ein Punkt, der viele Lehrende an der Realisierung eines interkulturellen Fremdsprachenunterrichts hindern mag, ist, dass man in einer begrenzten Unterrichtszeit die interkulturelle Kommunikationskompetenz trainiert, sodass weniger Zeit f&#252;r sprachliche Inhalte verbleibt. Diese Bedenken sind durchaus begr&#252;ndet, aber das besprochene Video liefert einen Beleg daf&#252;r, dass mit ansprechenden Themen die Motivation der Studierenden sowohl f&#252;r das Sprachenlernen als auch f&#252;r die Erweiterung der interkulturellen Kommunikationskompetenz erh&#246;ht werden kann. In der viel rezipierten Studie von John Hattie (<xref ref-type="bibr" rid="B11">2015</xref>) wird die Bedeutung der Motivation unterstrichen, die allerdings einige Voraussetzungen erf&#252;llen muss:</p>
<disp-quote>
<p>[&#8230;] dass die Motivation dann besonders hoch ist, wenn Lernende kompetent sind, &#252;ber ausreichend Autonomie verf&#252;gen, sich lohnende Ziele setzen, Feedback bekommen und Best&#228;tigung von anderen erhalten (<xref ref-type="bibr" rid="B11">Hattie 2015: 58</xref>).</p>
</disp-quote>
<p>Diese Voraussetzungen wurden im Unterricht geschaffen und erm&#246;glichten somit eine erfolgreiche Durchf&#252;hrung des Videoprojekts. Vor allem die freie Wahl der konkreten Themen in den Videos f&#246;rderte die Kreativit&#228;t der Studierenden in hohem Ma&#223;e. In dem besprochenen Video geht es um unterschiedliche Verst&#228;ndnisse des Konzepts &#8218;Natur&#8216; sowie einen sch&#246;nen Tag in der Natur. Entsprechend bildet das unterschiedliche Naturverst&#228;ndnis den <italic>Critical Incident</italic>, der eine allt&#228;gliche Situation beschreibt, deren Entwicklung f&#252;r beide Seiten &#252;berraschend ist. Die Darstellung sowie die L&#246;sung des <italic>Critical Incidents</italic> f&#246;rdert nicht nur die sprachlichen Kompetenzen, sondern auch die Handlungskompetenzen. In Punkt 3.2 wird die L&#246;sung des <italic>Critical Incidents</italic> analysiert.</p>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>3 Analyse der Realisierung des <italic>Intercultural Speakers</italic> in der konkreten Videoproduktion &#8222;Heidi sucht die Natur&#8220;</title>
<sec>
<title>3.1 Sprachliche Realisierung der Geschichte aus der Perspektive des <italic>Intercultural Speakers</italic></title>
<p>Das ganze Video ist sprachlich auf einem hohen Niveau. Zur Textproduktion schrieben die Studierenden in einer E-Mail an die Verfasserin, sie h&#228;tten</p>
<disp-quote>
<p>[&#8230;] zuerst zusammen einen groben Rahmen f&#252;r das Video erarbeitet und im Anschluss haben wir mit unseren Tandempartnerinnen<xref ref-type="fn" rid="n19">19</xref> zusammen in Gruppenarbeit den Text geschrieben. Diese Methode funktionierte sehr gut, da wir so das deutsche und chinesische Verst&#228;ndnis von einem Ausflug in die Natur mit in den Text einarbeiten konnten.</p>
</disp-quote>
<p>Nach dem Konzept des <italic>Intercultural Speakers</italic> k&#246;nnen die Studierenden aus ihrer Perspektive eigene Gedanken und Erfahrungen auf Chinesisch in einer Geschichte verarbeiten, was ihnen eine besondere M&#246;glichkeit gew&#228;hrt, ihre linguistischen Kenntnisse zu verbessern. Auch andere Studierende berichten, dass sie durch das Projekt ihr Chinesisch sp&#252;rbar verbessert haben.</p>
<p>Die Studierenden haben mithilfe ihrer Tandempartnerinnen, d.h. chinesischer Muttersprachlerinnen, das Drehbuch in ihrer Freizeit geschrieben<xref ref-type="fn" rid="n20">20</xref>. Trotzdem findet man immer noch kleine problematische Stellen (siehe unten) in diesem etwa zehnmin&#252;tigen Video, die den Zuschauern verraten, dass das Video eher von Deutschen als von chinesischen <italic>Native Speakers</italic> produziert wurde. Die Fehler zeigen, dass es sehr schwer ist, das Niveau der Muttersprachler zu erreichen, selbst wenn die Muttersprachler beim Textverfassen helfen. Das Streben nach dem Niveau eines <italic>Native Speakers</italic> d&#252;rfte illusorisch sein (siehe Punkt 2.1.1).</p>
<p>Es gibt vermutlich zwei Gr&#252;nde f&#252;r diese problematischen Stellen im Text: Erstens sind die muttersprachlichen Korrektorinnen keine Sprachwissenschaftlerinnen und k&#246;nnen viele feine stilistische Probleme nicht korrigieren, und zweitens wurde der Text wesentlich nach den W&#252;nschen der beiden deutschen Studentinnen, die die eigentlichen &#8218;Regisseurinnen&#8216; des Videos sind, geschrieben. Deswegen wurde der Text nicht radikal ge&#228;ndert. Einige Problemstellen, die man bei anderen deutschen Studierenden auch immer wieder beobachten kann, sind folgende:</p>
<list list-type="order">
<list-item><p>Verwechslung bestimmter W&#246;rter, deren Bedeutungen sich manchmal stark &#252;berschneiden. Ein gutes Beispiel ist das Zeichen <italic>xi&#462;ng</italic> &#24819;&#32;(denken, glauben, vermissen), das manchmal durch <italic>ju&#233;d&#233;</italic> &#35273;&#24471;&#32;(finden, wahrnehmen) ersetzt werden sollte: &#8222;&#20294;&#26159;&#25105;<bold><underline>&#24819;</underline></bold>&#20154;&#22826;&#22810;&#20102;&#8220; (Aber ich glaube, dass es zu viele Menschen gibt.) Beim Beschreiben der eigenen Wahrnehmung sollte man besser sagen: &#8222;&#20294;&#26159;&#25105;<bold><underline>&#35273;&#24471;</underline></bold>&#20154;&#22826;&#22810;&#20102;&#8220;. Ebenso wie in dem Satz &#8222;&#21487;&#26159;&#25105;<bold><underline>&#24819;</underline></bold>&#25105;&#20204;&#19968;&#36215;&#21435;&#30475;&#30475;&#22823;&#33258;&#28982;!&#8220; (&#8222;Aber ich dachte, dass wir gemeinsam die Natur sehen werden!&#8220;) Das richtige Wort f&#252;r &#8222;dachten&#8220; ist in diesem Fall y&#464;w&#233;i <bold>&#20197;</bold>&#20026;.</p></list-item>
<list-item><p>Probleme bei stilistischen Feinheiten, die f&#252;r Nicht-Muttersprachler besonders schwer sind. Z.B. der Titel &#8222;Heidi sucht die Natur&#8220; (&#8222;H&#462;id&#236; zh&#462;ozh&#462;o d&#224;z&#236;r&#225;n&#8220;&#32;<bold>&#28023;</bold>&#33922;&#25214;&#25214;&#22823;&#33258;&#28982;). <italic>Zh&#462;ozh&#462;o</italic> &#25214;&#25214;&#32;(suchen) wirkt dank der Verdoppelung des Verbs eher umgangssprachlich und w&#252;rde daher von einem <italic>Native speaker</italic> eher nicht im Titel benutzt werden. Umgekehrt taucht in der Konversation der Ausdruck <italic>w&#233;n hu&#257;xi&#257;ng</italic> &#38395;&#33457;&#39321;&#32;(den Duft von Blumen riechen) auf, obwohl hier eine Verdoppelung des Verbs sehr gut zum m&#252;ndlichen Text passen w&#252;rde (<italic>w&#233;nw&#233;n hu&#257;xi&#257;ng</italic> &#38395;&#38395;&#33457;&#39321;).</p></list-item>
</list>
<p>Au&#223;erdem sind auch ein paar kleine Interpunktionsfehler im Drehbuch wie &#8222;&#25105;&#12290;&#12290;&#12290;&#25105;&#25402;&#22909;&#30340;&#12290;&#8220; (&#8222;Mir&#8230; Mir geht es gut.&#8220;) zu finden. Weil die Deutschen die chinesischen Auslassungszeichen mit sechs Punkten (&#8230;&#8230;) nicht kennen, machen sie hier auch oft Fehler.</p>
<p>Diese sprachlichen Problemstellen, die trotz der Hilfe der Chinesisch-Muttersprachlerinnen, die den Text korrigiert, aber manche feinen Unterschiede zwischen Synonymen und Stilebenen nicht klar differenziert haben, sind ein Beleg daf&#252;r, dass selbst <italic>Native speaker</italic> als &#8218;Schiedsrichter&#8216; nicht alles beurteilen k&#246;nnen.</p>
<p>Sonst findet man aber kaum Grammatik- oder Schreibfehler im Drehbuch f&#252;r das Video, was ein Beleg f&#252;r die gute Qualit&#228;t des Textes ist. Obwohl man immer wieder Stellen findet, die nicht wie die eines <italic>Native Speakers</italic> klingen &#8211; alles andere w&#228;re wie oben erw&#228;hnt auch ohnehin illusorisch f&#252;r den Sprachunterricht &#8211;, so ist das Video sprachlich doch auf einem hohen Niveau. Auch Chinesen ohne Deutschkenntnisse w&#252;rden das Video problemlos verstehen k&#246;nnen.</p>
</sec>
<sec>
<title>3.2 Aufforderung des interkulturellen Fremdsprachenunterrichts: <italic>Intercultural Speaker</italic> als Handelnde</title>
<sec>
<title>3.2.1 Darstellung der Handlung aus der Sicht des <italic>Intercultural Speakers</italic></title>
<p>Das Thema des unterschiedlichen Naturverst&#228;ndnisses wurde bis jetzt in keinem Lehrbuch f&#252;r Chinesisch behandelt. Diese thematische Vielfalt ist der Kreativit&#228;t des <italic>Intercultural Speakers</italic> zu verdanken, der als handelnde Person die ganze Geschichte kreiert.</p>
<p>Der <italic>Intercultural Speaker</italic> beschreibt die Entstehung und den L&#246;sungsprozess des <italic>Critical Incidents</italic>, wobei die kulturellen Unterschiede beim Naturverst&#228;ndnis nicht mehr lediglich als Hintergrundinformationen, sondern als der rote Faden der ganzen Geschichte fungieren (konkret dazu siehe 2.2.2)<xref ref-type="fn" rid="n21">21</xref>.</p>
<p>Die Handlung des Videos entspricht der Aufforderung des interkulturellen Fremdsprachenunterrichts, &#8222;[&#8230;] dass landeskundliche bzw. kulturelle Inhalte nicht nur Hintergrundinformationen f&#252;r sprachliche Ph&#228;nomene sein d&#252;rfen, sondern um ihrer selbst willen bedeutsam sind&#8220; (Doy&#233; 1991: 12; zitiert nach: <xref ref-type="bibr" rid="B2">Bredella 1999: 103</xref>).</p>
<p>Zur Entstehung der Idee unterschiedlicher Naturkonzepte haben die beiden Studentinnen an die Verfasserin geschrieben:</p>
<disp-quote>
<p>Die Idee von dem unterschiedlichen Naturverst&#228;ndnis entstand durch unsere eigenen Erfahrungen mit den chinesischen Austauschstudenten beziehungsweise anderen chinesischen Bekannten. Au&#223;erdem behandelten wir in einer der letzten Stunden bei Frau Prof. Dr. [&#8230;]<xref ref-type="fn" rid="n22">22</xref> ein Rollenspiel, in welches wir das unterschiedliche Naturverst&#228;ndnis als Kurs[inhalt] mit einbauten.</p>
</disp-quote>
<p>Die eigenen Erfahrungen und das Rollenspiel &#252;ber das unterschiedliche Naturverst&#228;ndnis auf Deutsch bieten eine gute Grundlage f&#252;r das Video. Die Lehrenden k&#246;nnen daraus vor allem Denkanst&#246;&#223;e gewinnen, wie man interdisziplin&#228;r zusammenarbeiten und interkulturelle Kompetenzen in den Sprachenunterricht integrieren kann, weil diese interdisziplin&#228;re Zusammenarbeit ein gro&#223;es Potenzial aufweist.</p>
<p>Konkret kann das Handeln des <italic>Intercultural Speakers</italic> in dem Video aus der Innen- und der Au&#223;enperspektive analysiert werden, was im Folgenden dargestellt werden soll.</p>
</sec>
<sec>
<title>3.2.2 Innen- und Au&#223;enperspektive des <italic>Intercultural Speakers</italic> beim L&#246;sen des <italic>Critical Incidents</italic></title>
<p>Mit der L&#246;sung dieses <italic>Critical Incidents</italic> am Ende zeigen die beiden deutschen Studentinnen als Textproduzenten, dass sie als <italic>Intercultural Speakers</italic> die Kommunikationsprobleme reflektieren. Die Perspektive des <italic>Intercultural Speakers</italic> beinhaltet hier im Video zwei Perspektiven: die sogenannte Innen- und die Au&#223;enperspektive. (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B2">Bredella 1999: 111&#8211;114</xref>)</p>
<sec>
<title>3.2.2.1 Innenperspektive des <italic>Intercultural Speakers</italic> beim L&#246;sen des <italic>Critical Incidents</italic></title>
<p>Die Innenperspektive wird eingenommen: &#8222;Immer wenn wir nicht nur von uns her denken, sondern beachten, wie die Anderen sich selbst sehen [&#8230;], d.h. wir nehmen die Perspektive der Anderen ein und sehen die Welt mit ihren Augen&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B2">Bredella 1999: 111</xref>). Mit der Innenperspektive kann man sowohl die eigene Kultur und Sprache als auch fremde Kulturen und Sprachen verstehen. Es geht bei dem Einnehmen der Innenperspektive darum, &#8222;[&#8230;] dass man das Selbstverst&#228;ndnis des Anderen ernst nimmt und es zu verstehen sucht [&#8230;]&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B2">Bredella 1999: 111</xref>). So kann z.B. ein Chinese, der selbst nicht gl&#228;ubig ist, trotzdem einen strenggl&#228;ubigen chinesischen Buddhisten, der auf Fleisch verzichtet, verstehen.</p>
<p>Die beiden deutschen Studentinnen versuchen, sich in die Situation von Heidi hineinzuversetzen, die als deutsche Studentin nach Shanghai kommt und mit verschiedenen Problemen konfrontiert ist. Auch die Figur W&#225;ng D&#224;h&#462;i in ihrem Denken, F&#252;hlen und Handeln ist &#252;berzeugend und authentisch dargestellt, weil die Studentinnen sich in diese Figur hineinversetzen konnten und die Denk- und Handlungsmuster der Chinesen verstehen konnten. Dabei haben sie die Innenperspektive eingenommen. Die Darstellung des <italic>Critical Incidents</italic> des unterschiedlichen Naturverst&#228;ndnisses ist dank der Innenperspektive beim Betrachten der Eigenkultur und der Fremdkultur der beiden Studentinnen erst dadurch so &#252;berzeugend gelungen, weil die Studentinnen ihre eigenen Positionen zuerst ausgeklammert und die Konfliktsituation sachlich dargestellt haben.</p>
<p>Die Innenperspektive erfordert, dass man das Gegen&#252;ber verstehen k&#246;nnen muss: Man muss verstehen, welches Denkmuster bzw. Verhaltensmuster dahintersteckt, welches Deutungsmuster man eventuell benutzen muss, um das Gegen&#252;ber zu verstehen, ohne den Anspruch zu erheben, dass das Gegen&#252;ber sein Verhalten &#228;ndern sollte.</p>
<p>Als Textproduzenten verstehen die beiden deutschen Studentinnen das Problem, dass Chinesen und Deutsche unterschiedliche Naturkonzepte haben, und haben entsprechend das Problem thematisiert. Allerdings ist dies nur der erste Schritt, weil die Innenperspektive nur zum Verstehen dient:</p>
<disp-quote>
<p>Das Einnehmen der Innenperspektive reicht jedoch, wie bereits erw&#228;hnt, f&#252;r das Fremdverstehen nicht aus. In vielen F&#228;llen werde ich nicht nur die Position des Anderen verstehen wollen, sondern auch fragen, ob sie wahr ist bzw. ob ich mit ihr einverstanden sein kann. (<xref ref-type="bibr" rid="B2">Bredella 1999: 113</xref>)</p>
</disp-quote>
<p>&#8222;Das Einnehmen einer Innenperspektive besagt nur, dass man das Selbstverst&#228;ndnis des Anderen ernst nimmt und es zu verstehen sucht&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B2">Bredella 1999: 111</xref>). Beim Handeln muss man die eigene Perspektive wieder einbringen, damit man keine blo&#223;e Anpassung vollzieht, sondern eine Interaktion zwischen beiden Kulturen initiiert. F&#252;r Chinesen w&#228;re die Fahrt in einen gro&#223;en Zoo schon ein Ausflug in die Natur.<xref ref-type="fn" rid="n23">23</xref> Das chinesische Wort <italic>jiaoyou</italic> &#37066;&#28216;&#32;(Ausflug in die Natur) verbindet man z.B. in China oft mit einem Zoobesuch. Das widerspricht dem Naturverst&#228;ndnis der Deutschen, wie Heidi es vertritt. Heidi dr&#252;ckt ihr Verst&#228;ndnis von Natur wie folgt aus: &#8222;&#22823;&#33258;&#28982;&#26159;&#36538;&#22312;&#33609;&#22320;&#19978;&#65292;&#27792;&#28020;&#30528;&#38451;&#20809;&#65292;&#38395;&#33457;&#39321;&#65292;&#21548;&#23567;&#40479;&#20799;&#21809;&#21733;&#32;[&#27468;]&#65292;&#20139;&#21463;&#22823;&#33258;&#28982;&#8220; (w&#246;rtlich: &#8222;Man liegt auf der Wiese, nimmt ein Sonnenbad, riecht den Duft von Blumen und h&#246;rt, wie die V&#246;gel zwitschern. So genie&#223;t man die Natur&#8220;). Deswegen muss als n&#228;chster Schritt die Einnahme der Au&#223;enperspektive erfolgen, weil Heidi die eigene Position ins Spiel bringen will.</p>
</sec>
<sec>
<title>3.2.2.2 Au&#223;enperspektive des <italic>Intercultural Speakers</italic> beim L&#246;sen des <italic>Critical Incidents</italic></title>
<p>Wie oben erw&#228;hnt geht es bei der Innenperspektive um das Verstehen, w&#228;hrend es sich bei der Au&#223;enperspektive um den &#8222;Anspruch auf Verst&#228;ndigung&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B2">Bredella 1999: 113</xref>) handelt. Man hat etwas als Problem identifiziert und hat verstanden, dass das Gegen&#252;ber ein anderes Konzept<xref ref-type="fn" rid="n24">24</xref> vertritt (Innenperspektive). Beim Produzieren des Videos haben beide deutschen Studentinnen das Problem jeweils aus der deutschen Sicht sowie aus der chinesischen Sicht verstanden und entsprechend dargestellt. Aber die n&#228;chsten Schritte sind mit den folgenden Fragen verbunden, wie Bredella (<xref ref-type="bibr" rid="B2">1999: 113</xref>) dargestellt hat: Bin ich mit ihrem Konzept einverstanden? Wie ist meine Position dazu? Kann ich mich anpassen, wenn es Konflikte zwischen unterschiedlichen Positionen gibt? Wie w&#252;rde ich handeln?</p>
<p>Man muss jetzt die Au&#223;enperspektive einbringen, die eigene Position ins Spiel bringen, w&#228;hrend man beim Anwenden der Innenperspektive die eigene Position zuerst ausgeklammert hat. Allerdings prallen bei der Verst&#228;ndigung die beiden Positionen eventuell als Gegens&#228;tze aufeinander und sind nicht unbedingt miteinander vereinbar.</p>
<p>Das Zusammentreffen von zwei unterschiedlichen Konzepten ist noch nicht das Ende der Kommunikation, weil danach Handlungen folgen, aufgrund derer die Konflikte eskalieren oder gel&#246;st werden k&#246;nnen. Das unterschiedliche Konzept von Natur sowie die damit verbundene Frage, wie ein sch&#246;ner Tag in der Natur aussieht, erscheinen zun&#228;chst f&#252;r die beiden Protagonisten &#252;berraschend, weil ihnen dieses Konzept so allt&#228;glich und selbstverst&#228;ndlich erscheint. Ihre Unternehmung verl&#228;uft nicht erwartungsgem&#228;&#223; und wirkt anfangs negativ und konflikttr&#228;chtig: Was Heidi im Zoo mit dem Panda und unz&#228;hligen Besuchern erlebt hat, ist f&#252;r sie keine Natur. Am Anfang hat W&#225;ng D&#224;h&#462;i die Vermeidungsstrategie benutzt, die typisch f&#252;r Chinesen im Konfliktfall ist: Nachdem Heidi sich beschwert hat, dass der Zoo nicht mit der Natur gleichzusetzen sei, ist er zwar &#252;berrascht und verwirrt, fragt aber nicht direkt, was Natur nach Heidis Definition ist. Stattdessen erkl&#228;rt er ihr seinen Plan f&#252;r einen perfekten Tag: &#8222;Wir fahren zuerst mit dem Bus zum Gro&#223;en Buddha von Lesha, danach essen wir dort Feuertopf. Anschlie&#223;en fahren wir zur&#252;ck zum Stadtzentrum und bummeln dort. Abschlie&#223;end singen wir im KTV. Was f&#252;r ein toller Plan!&#8220; (&#25105;&#20204;&#20808;&#22352;&#20844;&#20849;&#27773;&#36710;&#21435;&#30475;&#20048;&#23665;&#22823;&#20315;&#65292;&#28982;&#21518;&#25105;&#20204;&#22312;&#37027;&#20799;&#38468;&#36817;&#21507;&#28779;&#38149;&#65292;&#20877;&#22238;&#21435;&#24066;&#20013;&#24515;&#36891;&#19968;&#36891;&#12290;&#26368;&#21518;&#25105;&#20204;&#21435;KTV&#21809;&#27468;&#12290;&#22810;&#22909;&#30340;&#35745;&#21010;&#21568;&#65281;)</p>
<p>Um den Konflikt zu l&#246;sen, bringen beide Studentinnen am Ende des Videos als Deutsche und als &#8218;Chinese&#8216; ihre jeweils eigene Position ins Spiel: W&#225;ng D&#224;h&#462;i versucht, alles zu erkl&#228;ren, und findet seinen Plan toll. Heidi versucht, ihr Konzept anschaulich darzustellen. Sind sie jetzt schon einverstanden mit dem Konzept des Gegen&#252;bers, nachdem sie ihre jeweiligen Gesichtspunkte pr&#228;sentiert haben? Noch nicht. W&#225;ng D&#224;h&#462;i findet Heidis Plan todlangweilig (&#8222;&#22826;&#26080;&#32842;&#20102;&#21543;&#65281;&#8220; [&#8222;Das ist aber total langweilig!]). Das Problem hat sich allerdings im Laufe der Diskussion von selbst gel&#246;st: Weil beide zu lange diskutiert haben, haben sie den Bus verpasst, sodass sich der Plan von W&#225;ng D&#224;h&#462;i zerschlagen hat (&#8222;&#24590;&#20040;&#36825;&#20040;&#26202;&#20102;&#65281;&#36710;&#24050;&#32463;&#36208;&#20102;&#65281;&#25105;&#30340;&#35745;&#21010;&#20840;&#37117;&#27873;&#27748;&#20102;&#65281;&#8220; [&#8222;Wieso ist es schon so sp&#228;t geworden! Der Bus ist schon weggefahren. Mein Plan ist total geplatzt!&#8220;]). Die Anpassungsbereitschaft der Chinesen f&#252;hrt zur L&#246;sung des ganzen Problems, sodass W&#225;ng D&#224;h&#462;i und Heidi, wie sie es sich gew&#252;nscht hat, &#8222;auf der Wiese liegen, ein Sonnenbad nehmen, den Duft von Blumen riechen und V&#246;glein zwitschern h&#246;ren&#8220;, auch wenn sein Smartphone einen schlechten Empfang in der Natur hat (&#8222;&#20320;&#30340;&#25163;&#26426;&#20449;&#21495;&#20063;&#19981;&#22909;&#21527;?&#8220; [&#8222;Hat dein Handy auch einen schlechten Empfang?&#8220;]<xref ref-type="fn" rid="n25">25</xref>). W&#225;ng D&#224;h&#462;i fragt Heidi ganz zum Schluss: &#8222;Bist du froh?&#8220; (&#8222;&#20320;&#39640;&#20852;&#21527;?&#8220;), worauf Heidi gl&#252;cklich antwortet:, &#8222;Ja, ich bin sehr froh!&#8220; (&#23545;&#65281;&#25105;&#24456;&#39640;&#20852;&#65281;) Charakterz&#252;ge, die den Chinesen oft zugeschrieben werden, wie Anpassungsbereitschaft, Gastfreundlichkeit und Konfliktvermeidung, sowie stereotype Eindr&#252;cke von Deutschen wie Direktheit und Offenheit werden hier auch reflektiert und zur Sprache gebracht.</p>
<p>Die beiden Studentinnen, die beim Textproduzieren die zwei unterschiedlichen Sichtweisen kontrastreich dargestellt und den <italic>Critical Incident</italic> reflektiert und gel&#246;st haben, haben ihre Au&#223;enperspektive unter Beweis gestellt und ihre Sensibilit&#228;t zur Differenzierung zwischen Eigenem und Fremdem gezeigt.</p>
</sec>
</sec>
</sec>
</sec>
<sec>
<title>4 Lerneffekte des Konzepts <italic>Intercultural Speaker</italic> im interkulturellen Chinesischunterricht</title>
<p>Nur anhand dieses einen Beispiels kann selbstverst&#228;ndlich die oben erw&#228;hnte Hypothese nicht best&#228;tigt werden, dass Lernende durch das Aufgeben der Illusion, richtige <italic>Native Speaker</italic> zu werden, beim Lernen gr&#246;&#223;ere Fortschritte erzielen. Aber es konnte deutlich beobachtet werden, dass die Studierenden sichtbare Fortschritte dadurch erzielt haben. Zu den Lerneffekten hat eine der beiden Studentinnen in einer E-Mail an die Verfasserin geschrieben:</p>
<disp-quote>
<p>Es war eine gute M&#246;glichkeit sich kreativ mit dem Gelernten auseinander zu setzen. Au&#223;erdem hatte man durch das fertige Video die M&#246;glichkeit, sich selbst und seine Chinesischkenntnisse (Grammatik, Wortwahl, T&#246;ne, Redefluss) von einer Au&#223;enperspektive aus zu betrachten und die eigenen Kompetenzen zu reflektieren.</p>
</disp-quote>
<p>Das ist wiederum ein &#252;berzeugender Beleg daf&#252;r, dass die Kreativit&#228;t der Studierenden unterst&#252;tzt wurde, wobei zweifellos die Rolle des <italic>Intercultural Speakers</italic> zu unterstreichen ist.<xref ref-type="fn" rid="n26">26</xref> Bei der sprachlichen Realisierung des Videos wurden die Lerneffekte im Sprachbereich oben schon erw&#228;hnt. Im Folgenden werden andere Lerneffekte des Konzepts des <italic>Intercultural Speakers</italic> im interkulturellen Chinesischunterricht kurz zusammengefasst, die oben an einzelnen Stellen schon erw&#228;hnt wurden.</p>
<list list-type="simple">
<list-item><p>&#8211; Das Konzept <italic>Intercultural Speaker</italic> st&#252;tzt die Kompetenzen des Handelns und Aushandelns der Studierenden, die als Mediator im Sinne des <italic>Companion Volume</italic> rezipieren, produzieren und interagieren. Die Studierenden k&#246;nnen dadurch nicht nur die kulturellen Inhalte im Sprachunterricht behandeln, viel wichtiger ist, dass sie &#8222;[&#8230;] den Unterricht selbst als interkulturelles Handeln und Aushandeln&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B2">Bredella 1999: 115</xref>) begreifen. Dabei k&#246;nnen sie nicht nur &#8222;einen Text sprachmitteln&#8220;, sondern auch unterschiedliche Naturkonzepte vermitteln oder in einer Kommunikationssituation mit Meinungsunterschieden agieren (vgl. <xref ref-type="bibr" rid="B9">Council of Europe 2018: 104</xref>; <xref ref-type="bibr" rid="B16">Mader/Camerer 2019: 22</xref>).</p></list-item>
<list-item><p>&#8211; Das Konzept <italic>Intercultural Speaker</italic> f&#246;rdert die Erweiterung der Identit&#228;t und den Perspektivenwechsel. Im Video haben die Studentinnen dargestellt, wie Heidi sich durchsetzt und W&#225;ng D&#224;h&#462;i sich notgedrungen anpassen muss, was nur durch die Reflexion &#252;ber die eigene und die fremde Kultur m&#246;glich ist. Sie haben geschafft, wie oben erw&#228;hnt die Differenzen zwischen unterschiedlichen Sichtweisen etc. &#8222;[&#8230;] nicht zu &#252;berspielen, sondern ins Bewusstsein zu heben&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B3">Bredella/Delanoy 1999: 11</xref>). Nicht als Touristen, sondern als <italic>Intercultural Speaker</italic> bringen sie ihren eigenen Blickwinkel und ihre eigenen Positionen ins Spiel. Als Europ&#228;er, die sich aktiv mit der Kultur, Sprache und den Alltagsproblemen Chinas auseinandersetzen, besch&#228;ftigen sie sich mit Themen, die sie interessieren, wodurch ihre Reflexion &#252;ber die eigene und fremde Identit&#228;t sehr stimuliert wird.</p></list-item>
<list-item><p>&#8211; Das Konzept <italic>Intercultural Speaker</italic> f&#246;rdert, wie oben erw&#228;hnt, nicht nur die sprachlichen Ziele, sondern auch allgemeine Erziehungsziele wie &#8222;Kritikf&#228;higkeit und Toleranz&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B2">Bredella 1999: 103</xref>) bzw. die interkulturellen Kompetenzen im Chinesischunterricht. Die Bef&#252;rchtung, dass wegen der F&#246;rderung der allgemeinen Erziehungsziele im Unterricht die sprachlichen Ziele vernachl&#228;ssigt werden, best&#228;tigt sich in diesem Fall nicht. Im Gegenteil, es kann sogar beobachtet werden, dass die sprachlichen Kompetenzen dank der aktiven Rolle des <italic>Intercultural Speakers</italic> deutlich verbessert wurden.</p></list-item>
<list-item><p>&#8211; Ein zus&#228;tzlicher Mehrwert f&#252;r den Unterricht ist der Peer-Learning-Effekt: Solche Videos sind f&#252;r andere Studierende in der Gruppe viel inspirierender als Videos von Chinesischlehrb&#252;chern und f&#246;rdern so letztendlich ihre Lernmotivation.</p></list-item>
</list>
</sec>
<sec>
<title>5 Fazit</title>
<p>Obwohl in den letzten Jahrzehnten die interkulturelle Kompetenz im Fremdsprachenunterricht immer mehr betont worden ist, beobachtet man noch keinen &#8222;[&#8230;] Paradigmenwechsel in der Fremdsprachenmethodologie [&#8230;]&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B22">Tenberg 1999: 82</xref>). Hoffentlich wird dieser Paradigmenwechsel mit dem <italic>Companion Volume</italic> in naher Zukunft eintreten.</p>
<p>Das Praxisbeispiel des Videoprojekts skizziert ein Konzept, wie das Vorbild <italic>Intercultural Speaker</italic> hier am Beispiel der genannten Videoproduktion im interkulturellen Chinesischunterricht realisiert werden k&#246;nnte. Die oben erw&#228;hnten Lerneffekte liefern einen Beleg f&#252;r das gro&#223;e Potenzial des <italic>Intercultural Speakers</italic>, der, wie Byram (<xref ref-type="bibr" rid="B5">2008: 68</xref>) vorgeschlagen hat, auch als <italic>Intercultural Mediator</italic> bezeichnet werden k&#246;nnte, als Vorbild im Chinesischunterricht. Dieses Konzept gew&#228;hrt den Studierenden Freir&#228;ume, eigene Geschichten auf Chinesisch zu produzieren und sich damit aktiv und intensiv aus verschiedenen Perspektiven, wie der Innen- und Au&#223;enperspektive beim Pr&#228;sentieren und L&#246;sen von <italic>Critical Incidents</italic>, zu besch&#228;ftigen, wodurch eine Distanzierung sowohl zur Eigenkultur als auch zur Fremdkultur erzielt wurde.</p>
<p>Das Videoprojekt w&#228;re ein m&#246;glicher Denkansto&#223;, wie unter Verwendung des <italic>Intercultural Speakers</italic> als Vorbild zuk&#252;nftige Lehrb&#252;cher entwickelt werden k&#246;nnten, in denen <italic>Critical Incidents</italic> aus der Sicht der Studierenden bearbeitet w&#252;rden. Aber die Voraussetzung daf&#252;r ist eine enge interdisziplin&#228;re Zusammenarbeit zwischen Sprachdidaktik und interkultureller Kommunikation. Erst durch diese interdisziplin&#228;re Zusammenarbeit k&#246;nnen die im <italic>Companion Volume</italic> beschriebenen Kompetenzen wie Mediation und &#8222;plurilingual / pluricultural competences&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B9">Council of Europe 2018: 23</xref>) im Fremdsprachenunterricht gezielt gef&#246;rdert werden.</p>
</sec>
</body>
<back>
<fn-group>
<fn id="n1"><p>Der Beitrag basiert auf einem Vortrag, den ich am 07.09.2019 auf der 21. Tagung des Fachverbands Chinesisch gehalten habe.</p></fn>
<fn id="n2"><p>Ich bedanke mich bei meiner Kollegin Frau Prof. Dr. Weidemann f&#252;r das Korrekturlesen meiner Abstracts. Auch die interessanten Gespr&#228;che &#252;ber <italic>Critical Incidents</italic> und Stereotypen mit ihr, die Psychologin und Expertin f&#252;r interkulturelle Kommunikation ist, waren inspirierend f&#252;r den vorliegenden Beitrag.</p></fn>
<fn id="n3"><p>Zum Beispiel steht im GeR &#8222;In einem interkulturellen Ansatz ist es ein zentrales Ziel fremdsprachlicher Bildung, eine g&#252;nstige Entwicklung der gesamten Pers&#246;nlichkeit des Lernenden und seines Identit&#228;tsgef&#252;hls als Reaktion auf die bereichernde Erfahrung des Andersseins anderer Sprachen und Kulturen zu f&#246;rdern.&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B16">Zitiert nach Mader/Camerer 2019, Folie 2</xref>).</p></fn>
<fn id="n4"><p>Laut Canfora (<xref ref-type="bibr" rid="B6">2015: 53</xref>) bestehen die Handlungskompetenzen aus Fach-, Methoden-, Pers&#246;nlichkeits- und Sozialkompetenz. Der Gemeinsame europ&#228;ische Referenzrahmen (GeR) hebt hervor, dass man im Rahmen der handlungsorientierten Ans&#228;tze: &#8222;[&#8230;] Sprachverwendende und Sprachenlernende vor allem als &#8218;sozial Handelnde&#8216; betrachtet, d.h. als Mitglieder einer Gesellschaft, die unter bestimmten Umst&#228;nden und in spezifischen Umgebungen und Handlungsfeldern kommunikative Aufgaben bew&#228;ltigen m&#252;ssen, und zwar nicht nur sprachliche.&#8220; (<italic><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="http://www.goethe.de/z/50/commeuro/201.htm">http://www.goethe.de/z/50/commeuro/201.htm</ext-link></italic>, 28.03.19)</p></fn>
<fn id="n5"><p>Hier sind die gem&#228;&#223;igten Formen des Konstruktivismus gemeint. Siehe dazu <xref ref-type="bibr" rid="B6">Canfora 2015: 23</xref>.</p></fn>
<fn id="n6"><p>Das situierte Lernen &#8222;ist die zentrale Forderung, die Lern- und Anwendungssituation &#228;hnlich zu gestalten, da Wissen als stark kontextgebunden angesehen wird [&#8230;]&#8220;. (Gruber/Mandl/Renkl 2000; zitiert nach: <xref ref-type="bibr" rid="B6">Canfora 2015: 28</xref>)</p></fn>
<fn id="n7"><p>Mit der sprachlichen Vorbereitung ist gemeint: Damit die Studierenden sich schnell in China einleben k&#246;nnen, lernen sie vor ihrer Reise nach China bereits in Deutschland gezielt chinesische W&#246;rter und Formulierungen, die f&#252;r ihr Leben und Studium in China relevant sind, z.B. mit chinesischen Lehrenden und Studierenden &#252;ber den Alltag und das Studium auf Chinesisch zu kommunizieren, eine Reise zu organisieren, Vorstellungsgespr&#228;che auf Chinesisch zu f&#252;hren, interkulturelle Konflikte auf Chinesisch zu erleben und zu l&#246;sen. Im Unterricht wurde das Lehrbuch <italic>San ren xing. Annas Sommer in Beijing. Roman in chinesischen Schriftzeichen</italic> als Lehrmaterial benutzt. Das Buch stammt allerdings aus dem Jahr 2006 und ist deswegen leider veraltet. Die Studierenden haben das Lehrbuch als Grundlage benutzt und sich &#252;berlegt, welche Konflikte sie im heutigen China erleben und wie sie sie l&#246;sen k&#246;nnten. &#220;ber diese potenziellen Konflikte haben sie selbst kleine Geschichten geschrieben und Videos produziert. Zu einem ausf&#252;hrlichen Bericht und zum Hintergrund des Projekts siehe <xref ref-type="bibr" rid="B7">Cao 2020</xref>.</p></fn>
<fn id="n8"><p>Trotz der Hilfe der MuttersprachlerInnen musste das Video selbstverst&#228;ndlich letztendlich ein Produkt der Studierenden sein, was bedeutet, dass sie ihre eigene Geschichte schreiben und drehen mussten.</p></fn>
<fn id="n9"><p>Die Studentinnen inszenierten in dem Video eine fiktive Geschichte und stellten dar, was f&#252;r unterschiedliche Naturkonzepte ein Chinese und eine Deutsche haben k&#246;nnten.</p></fn>
<fn id="n10"><p>Auch andere Aspekte des Beitrags von Bredella (<xref ref-type="bibr" rid="B1">1999</xref>) sind f&#252;r die vorliegende Arbeit inspirierend, darunter der Aspekt der Innen- und Au&#223;enperspektive beim Verstehen des Fremden, die in der konkreten Videoanalyse im Nachfolgenden er&#246;rtert wird.</p></fn>
<fn id="n11"><p>Z.B. unterschiedliche Debatten &#252;ber richtigen Wortgebrauch (beispielsweise ob <italic>q&#299;ngc&#224;i</italic> &#38738;&#33756; Gr&#252;ngem&#252;se oder doch Pak Choi ist).</p></fn>
<fn id="n12"><p>Bredella (<xref ref-type="bibr" rid="B2">1999: 92</xref>) hat &#8218;Einwanderer und Migranten&#8216; auch im Migrationskontext f&#252;r Sprachlernen benutzt. Mit der Entwicklung der interkulturellen Sprachdidaktik sind die Fremdsprachenlerner, die in einer fremden Kultur handeln werden bzw. wollen, auch zu &#8218;Einwanderern&#8216; in der fremden Kultur geworden.</p></fn>
<fn id="n13"><p>In einem anderen Artikel &#252;ber &#8222;Learning by making&#8220; (<xref ref-type="bibr" rid="B7">Cao 2020</xref>) hat die Verfasserin den Prozess des Videoprojekts genauer vorgestellt. Die ersten sieben Videos waren Probevideos, damit die Studierenden sich mit der Methode vertraut machen konnten. Die weiteren sieben Videos gaben die Studierenden als Endprodukt am Semesterende ab.</p></fn>
<fn id="n14"><p>Website: <underline><ext-link ext-link-type="uri" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" xlink:href="https://answergarden.ch/">https://answergarden.ch/</ext-link></underline> (05.08.2018).</p></fn>
<fn id="n15"><p>Da im Unterricht nur begrenzte Zeit f&#252;r diese Aufgabe (ca. 20-25 Minuten) verf&#252;gbar war, wurde ein Teil der Antworten nach dem Unterricht mithilfe von <italic>Google Formulare</italic> gesammelt.</p></fn>
<fn id="n16"><p>Abk&#252;rzung f&#252;r <italic>Karaoke Bar.</italic></p></fn>
<fn id="n17"><p>Bredella (<xref ref-type="bibr" rid="B2">1999: 103</xref>) fasste auf der Grundlage der Analyse mehrerer Aufs&#228;tze von Peter Doy&#233; &#252;ber Ziele des Fremdsprachenunterrichts die allgemeinen Erziehungsziele wie folgt zusammen: &#8222;[&#8230;] Solidarit&#228;t, Gerechtigkeit, Kritikf&#228;higkeit und Toleranz&#8220;.</p></fn>
<fn id="n18"><p>Das Lehrbuch <italic>Endlich verstehe ich die Chinesen</italic> beschreibt zwar eine Reihe von Konfliktsituationen zwischen Chinesen und Deutschen, aber die Perspektive ist wie oben erw&#228;hnt noch sehr chinesisch.</p></fn>
<fn id="n19"><p>Wie oben erw&#228;hnt ist die Unterst&#252;tzung durch die Muttersprachler erlaubt, wobei die Videos letztendlich Produkte der Studierenden sein sollten.</p></fn>
<fn id="n20"><p>Die Studierenden dabei nur das notwendige Ma&#223; an instruktionaler Unterst&#252;tzung von der Verfasserin erhalten, damit sie ihre Kreativit&#228;t entfalten konnten, was sehr gelungen war. Mehr zum Projektdesign und zum Verh&#228;ltnis von Konstruktion und Instruktion siehe <xref ref-type="bibr" rid="B7">Cao 2020</xref>.</p></fn>
<fn id="n21"><p>Grob kann die Handlung wie folgt dargestellt werden: Heidi hat Heimweh und sp&#252;rt die Sehnsucht nach Natur &#8212;&gt; W&#225;ng D&#224;h&#462;i l&#228;dt sie zu sich nach Hause zu deutschem Essen ein und plant die Fahrt zum Tiergarten in Chengdu (Natur aus Sicht der Chinesen) &#8212;&gt; Heidi und W&#225;ng D&#224;h&#462;i gehen zum Tiergarten, was f&#252;r W&#225;ng D&#224;h&#462;i die Natur ist, f&#252;r Heidi aber nicht &#8212;&gt; Heidi erkl&#228;rt und zeigt, was Natur f&#252;r Deutsche bedeutet und wie man einen perfekten Tag nach deutschem Verst&#228;ndnis in der Natur verbringen kann &#8212;&gt; W&#225;ng D&#224;h&#462;i akzeptiert &#8211; mehr oder wenig auf gezwungene Weise &#8211; das Konzept von Heidi &#252;ber einen sch&#246;nen Tag in der Natur und verbringt den restlichen Tag, wie Heidi ihn sich vorgestellt hat.</p></fn>
<fn id="n22"><p>Aus Datenschutzgr&#252;nden wird hier der Name der Kollegin weggelassen.</p></fn>
<fn id="n23"><p>Der Grund f&#252;r diese unterschiedlichen Konzepte liegt u.a. auch darin, dass sich mit der Urbanisierung in China mit einer riesigen Bev&#246;lkerungszahl die Lebensweise der Menschen stark ver&#228;ndert hat, w&#228;hrend man in Deutschland nach wie vor viel Natur in einer leicht zu erreichenden Umgebung sehen und erleben kann.</p></fn>
<fn id="n24"><p>Bredella (<xref ref-type="bibr" rid="B2">1999: 113</xref>) hat statt Konzept das Wort &#8222;Position&#8220; benutzt.</p></fn>
<fn id="n25"><p>Das deutet auf ein anderes Problem hin, dass Chinesen abh&#228;ngig von Smartphones sind und die Zeit ohne Mobiltelefon nicht aushalten k&#246;nnen.</p></fn>
<fn id="n26"><p>Die Verfasserin hat selbst auch ein Video als Beispiel produziert, aber die Videos der Studierenden sind alle viel kreativer als das Video der Verfasserin, auch wenn sie selbst Chinesisch-Muttersprachlerin ist.</p></fn>
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